Petitionsplattform

Angaben zur Petition
Titel :    Stoppt die Verbauung des Frauenheimparks in Obermeidling!
Kurzbeschreibung :    Das ehemalige Frauenheim „Erzherzogin Marie Valerie“, gegründet 1883, ist ein historisches Juwel in einem wunderschönen Park, unmittelbar vor den Toren Schönbrunns gelegen. Wir fordern daher
1. ein klares „Nein“ zur geplanten Umwidmung des Parkschutzgebiets in Bauland
2. eine Unterschutzstellung des historischen Gebäudes samt Park
3. Errichtung einer Schutzzone
4. die Prüfung von weiteren Standort-Alternativen für zusätzliche Pflegeplätze
Petitionstext :    Das Pflegeheim soll durch einen mehrgeschoßigen Zubau samt Parkgarage erweitert werden. Zu diesem Zweck soll ein Großteil des Parks umgewidmet und verbaut werden. Wir ersuchen die Stadt Wien dafür Sorge zu tragen, dass das wertvolle Ensemble „Frauenheimpark“ in der bestehenden Form erhalten bleibt. Begründung:

zu Punkt 1:
Das bestehende Parkschutzgebiet Frauenheimpark ist die letzte Grünoase im Bereich Bischoffgasse 1 - 11, Frauenheimgasse 1 - 5 sowie Schönbrunner Straße 260 - 268 in Obermeidling. Durch den Bau des „Forum Schönbrunn“ kam es bereits zu einer massiven Verbauung, viele Grünflächen sind verschwunden. Die Verbauung des Parks würde die gesunden Lebensbedingungen im Sinne der Bauordnung gem. § 1 Absatz 2 Ziffer 4 gefährden. Auch für die HeimbewohnerInnen selbst würde nur mehr ein kleiner Garten übrig bleiben.

zu Punkt 2:
Es ergeht das Ersuchen an die Stadt Wien das Bundesdenkmalamt aufzufordern, das historische Gebäude respektive das gesamte Ensemble unter Denkmalschutz zu stellen (gem. § 26 Ziffer 3 Denkmalschutzgesetz).
Das Haus hat eine ruhmreiche Geschichte. Die ursprüngliche „Bischoffvilla“, von der sozial engagierten Frauenrechtlerin Auguste von Littrow als erstes Frauenheim Wiens gewidmet, wurde in den Jahren 1905/06 nach den Plänen des Architekten Karl Holzer erweitert. Der wohltätige Frauenheim-Verein, der damals mittellosen, gebildeten, älteren Frauen Unterkunft geboten hat, stand unter der Patronanz von Erzherzogin Marie Valerie, der jüngsten Tochter Kaiserin Elisabeths. Bemerkenswert ist, dass Frau von Littrow bereits damals großes Augenmerk auf die „grüne“ Gestaltung der Umgebung legte. Beim Verkauf weiterer Grundstücke entlang der Bischoffgasse zur Errichtung günstiger Wohnhäuser im Sinne der Wohltätigkeit knüpfte sie bspw. die Bedingung, dass jedes davon einen kleinen Vorgarten haben müsse.

Um den Schutz des Parks auch unabhängig von etwaigen Maßnahmen des Denkmalschutzes zu gewährleisten fordern wir, dass auch durch die zuständigen Umweltbehörden eine Unterschutzstellung des gesamten Parks erwirkt wird.
Ein Großteil des Altbaumbestands würde durch den Zubau unwiederbringlich vernichtet. Ein solcher massiver Eingriff kann durch keine Fassaden- und Ersatzpflanzung wettgemacht werden!

zu Punkt 3: Das Bauvorhaben im Schutzgebiet Park würde einen massiven Eingriff in das bestehende Ortsbild bewirken. Das Areal ist von historischen Gründerzeithäusern umgeben und liegt in der Außenzone des Weltkulturerbes Schönbrunn. Es ist dringend notwendig, dass auch Obermeidling mit dem Frauenheim zur Schutzzone erklärt wird (die unmittelbar an Schönbrunn angrenzenden Teile Hietzings, Rudolfsheim-Fünfhaus sowie Penzings sind bereits Schutzzonen).

zu Punkt 4: Die zusätzlich geplanten Pflegeplätze (angeblich neun) stehen in keiner Relation zum überdimensionierten Zubau und werden angesichts der „Gesamtproblematik Pflege“ keine große Entlastung bringen.
Wir schätzen die Arbeit des Pflegeheimbetreibers „Caritas“, sind jedoch der Ansicht, dass der gewählte Standort der falsche ist.
Wir ersuchen daher mit der Caritas als Betreiberin zahlreicher Senioren- und Pflegewohnheime, die ihre Tätigkeit überwiegend aus öffentlichen Mitteln finanziert, nicht nur umweltschonendere Alternativen zu finden, sondern auch dem gesetzlichen Auftrag von Sparsamkeit, Wirtschaftlichkeit und Zweckmäßigkeit zu entsprechen. In diesem Sinne wären vor allem bestehende Einrichtungen der Caritas wie zB das schon lange leer stehende „Haus der Barmherzigen Brüder“ (in 1180, Vinzenzgasse 2 – 6) auf ihre Eignung als Pflegewohnheim zu prüfen. Weiters stehen auch in unmittelbarer Umgebung Neubebauungen an, zB auf den Komet-Gründen, wo Platz für viel mehr Pflegeplätze zur Verfügung stünde.

Freigabe :    11.06.2018
Anzahl bisheriger Unterstützungen :    356
Status :    Freigegeben
Anmerkungen :   
Eingebracht von :    Andrea Setznagel-Mihalic
Beilage(n) :   
18,52kbdocx
409,23kbpdf
433,96kbpdf

   
Stellungnahme(n)/Beantwortung(en) :   

   
Verantwortlich für diese Seite:
Martin Hofmann (Magistratsabteilung 65)
Kontaktformular