Petitionsplattform

Angaben zur Petition
Titel :    Hochhausprojekt Eislaufverein: Für die Erhaltung des UNESCO-Welterbes und des Stadtbildes von Wien
Kurzbeschreibung :    Anlässlich der geplanten Umwidmung Wiener Eislaufverein - Hotel InterContinental – Konzerthaus (Heumarkt) fordern die beiden Vereine Initiative Stadtbildschutz und Initiative Denkmalschutz - gemeinsam mit den hier Unterzeichneten - von der Stadt Wien die Einhaltung der Welterbekonvention (Bundesgesetzblatt 60/1993) und die Umsetzung des UNESCO-Beschlusses 2016, damit das Weltkulturerbe "Historisches Zentrum von Wien" und das Stadtbild (Sichtachse Belvedere - Innere Stadt) erhalten bleiben.
Petitionstext :    Das Areal Wiener Eislaufverein – Hotel InterContinental – Wiener Konzerthaus (Am Heumarkt) befindet sich in der KERNZONE(!) DES UNESCO-WELTKULTURERBES "Historisches Zentrum von Wien". Die Stadt Wien hat sich mit der Verleihung des Welterbetitels 2001 gegenüber der UNESCO vertraglich verpflichtet, dass das Welterbegebiet Ausschlusszonen für Hochhäuser sind. Spätestens seit 2012 ist bekannt, dass die UNESCO sowie ICOMOS ein höheres Gebäude als das Bestandsobjekt Hotel InterContinental im Bereich Eislaufverein entschieden ablehnt. Im Gegenteil, es besteht sogar die UNESCO-Empfehlung bei der Gelegenheit der Sanierung des Areals die Höhe des Hotels InterCont zu reduzieren, da bereits das bestehende Hotel die berühmte Sicht vom Oberen Belvedere stark beeinträchtigt ("strongly disturbs"). Diese Feststellung wurde in allen späteren Beschlüssen der UNESCO weiterhin bekräftigt (zuletzt im Juli 2016 in Istanbul; Decision 40 COM 7B.49, siehe: http://whc.unesco.org/en/decisions/6714/). Trotzdem hat die Stadt Wien nach zwei Expertenhearings (März-April 2012) ein kooperatives städtebauliches ExpertInnenverfahren (Juli-November 2012) sowie einen Architekturwettbewerb (August 2013 bis Februar 2014) durchgeführt, die die wiederholte klare Forderung der UNESCO negieren. Abgesehen vom Für und Wider Status Welterbe bleibt die Tatsache bestehen, dass der BLICK VOM OBEREN BELVEDERE auf das historische Zentrum von Wien SCHON IMMER VON BESONDERER BEDEUTUNG war und ist (Stichwort: "Canaletto-Blick"). Welches Stadtbild, wenn nicht der Blick vom Belvedere auf die Innenstadt sollte eine größere Bedeutung als diese Ansicht aufweisen? Nicht umsonst wurde das barocke Schloss des Prinzen Eugen als Belvedere (italienisch für "Schön-Blick") bezeichnet. Somit ist es eindeutig falsch, wenn in den gleichlautenden offiziellen Antworten der Stadt Wien vom 30.9.2014 auf die drei Petitionen der Vereine Initiative Stadtbildschutz (www.stadtbildschutz.at), Initiative Denkmalschutz (www.initiative-denkmalschutz.at) und der Österreichischen Gesellschaft für Denkmal- und Ortsbildpflege (www.denkmal-ortsbildpflege.at) - alle eingebracht im März/April 2014 – behauptet wird, dass die Höhe von "rund 70 Meter" dem Standort am Heumarkt "adäquat" im Sinne der Gremien der UNESCO und von ICOMOS wäre (Seite 5). Denn "dieser" Bereich bezog sich bei Wien-Mitte auf eine "Pufferzone" des Welterbes und bei der genannten Hochhausentwicklung im Bereich des Donaukanals auf der Seite der Leopoldstadt auf ein Gebiet, das überhaupt keine Welterbezone ist. Anlässlich des neu errichteten Gartenbauhochhauses am Parkring Anfang der 1960er Jahre kam es zur ERSTEN GROSSEN WIENER HOCHHAUSDEBATTE DER NACHKRIEGSZEIT. Kurz darauf wurde wenige hundert Meter entfernt das Hotel InterContinental erbaut, und auch damals ging die Debatte weiter. Der Architekturkritiker Friedrich Achleitner – auch heute wieder Kritiker des aktuellen Projekts - 1964 zum Hotel InterCont: "Schon städtebaulich ist der Koloß ein Fremdkörper (...). Allein die Höhe wäre fragwürdig, auch wenn es sich um das empfindsamste bauliche Gebilde handeln würde." Und so wurde nach heftigen Diskussionen zur weitgehenden Erhaltung des bedeutenden Blicks vom Belvedere auf die Innenstadt das HOCHHAUS um etwa 10 Meter REDUZIERT (OHNE DISKUSSION UM DEN WELTERBE-STATUS!). Ob mit oder ohne UNESCO-Status, die Geschichte zeigt, dass seit Jahrhunderten die Blickbeziehung Oberes Belvedere auf die Innere Stadt eine eminente Bedeutung nicht nur für Touristen hat (dies belegen zwei notariell beglaubigte Umfragen der Initiative Stadtbildschutz beim Oberen Belvedere), sondern auch für die gesamte Wiener Bevölkerung besitzt. Die Unterzeichner schließen sich daher vollinhaltlich der Forderung der UNESCO an: Keine Höherwidmung des Bestandsobjekts Hotel InterCont, im Gegenteil, nach Möglichkeit eine Verringerung im Sinne des Stadtbildes, im Sinne des öffentlichen Interesses.
Freigabe :    22.02.2017
Anzahl bisheriger Unterstützungen :    > 500
Status :    Beendet
Anmerkungen :    In der Sitzung des Gemeinderatsausschusses für Petitionen und BürgerInneninitiativen vom 7. Juni 2017 begründet abgeschlossen (in Behandlung genommen am 19. April 2017 und 7. Juni 2017)
Eingebracht von :    Herbert Rasinger
Beilage(n) :   
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Stellungnahme(n)/Beantwortung(en) :   
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Martin Hofmann (Magistratsabteilung 65)
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