Petitionsplattform

Angaben zur Petition
Titel :    STADTBILD-ERHALTUNG WIEN
Kurzbeschreibung :    Derzeit gibt es in Wien noch rund 15.000 Gründerzeithäuser (1850-1918). Hunderte davon zeigen heute augenscheinlich Verfallserscheinungen, darüber hinaus werden jährlich viele erhaltenswerte Altbauten abgerissen – siehe angefügte Fotobeilage. Zug um Zug geht so das weltbekannte Wiener Stadtbild mit stilvollen Bauten verloren. Die unten angeführten Vereine fordern daher, diese stadtbildzerstörende Entwicklung zu stoppen und geeignete Maßnahmen im Rahmen der eigenen Zuständigkeit zu ergreifen.
Petitionstext :    Die Verfallserscheinungen bei Hunderten Wiener Gründerzeithäusern mit baukultureller Substanz sind augenscheinlich, auf die beigeschlossenen Fotos darf hingewiesen werden. Verfall wie auch Abrisshandlungen haben zum großen Teil ihre Ursache in der Tatsache, dass die Hauseigentümer speziell in Wien mit einer besonders drastischen Mietenregulierung (WIENER RICHTWERT) konfrontiert sind, was umfassende RENOVIERUNGEN wirtschaftlich sehr schwer bis nahezu unmöglich macht. Gründerzeithäuser z. B. mit aufwändigem Fassadendekor sind mietrechtlich gedeckelt, während bei Neubauten ab 1945 nahezu unbegrenzte Mieten verlangt werden können. Unzählige historisch wertvolle Gebäude verfallen daher, werden verkauft oder abgerissen und verschwinden so aus dem vertrauten Stadtbild. Viele Menschen stellen besorgt Zukunftsfragen: Wie lange wird es diesen einmalig schönen und stilvollen Baubestand für zukünftige Generationen noch geben, wie lange wird Wien noch seine Anziehungs- und Strahlkraft für die Bevölkerung und Millionen Touristen aufrecht erhalten können? Noch 1996 stellte das Bundesdenkmalamt im topographischen DENKMÄLER-INVENTAR (Dehio-Handbuch) fest, dass „sich die Substanz hier wie in kaum einer anderen europäischen Metropole – vor allem in ihrer Ausprägung als Weltstadt de19. Jahrhunderts – fast unversehrt erhalten hat und Wien daher als das DENKMAL GROSSSTADT globale Bedeutung zukommt“. Verantwortungsbewusste Bürgerinnen und Bürger formulieren daher offen ihre Sorgen rund um das Wiener Stadtbild, ein Unterstützungskomitee „STADTBILDERHALTUNG WIEN“ befindet sich im Gründungsstadium. Die Schutzmaßnahmen der Stadt Wien vor Abriss und Verfall (Wiener Altstadterhaltungsfonds und Schutzzonen) zeigen zu wenig Wirkung. Laut Kultur- und Wissenschaftsbericht der Stadt Wien wurde das Budget (u. a. für SCHUTZZONEN) von € 6,66 Mio. (91,58 Mio. Schilling Altstadtsanierung) im Jahr 1998 auf € 2,26 Mio. im Jahr 2016 gekürzt (inflationsbereinigt eine Reduzierung um etwa 75 % !). Ein Jahresbudget in der Höhe von € 2,26 Mio. (Altstadterhaltung) für u. a. tausende Schutzzonenhäuser kann unmöglich zu einer nachhaltigen Stadtbilderhaltung führen, da maßgebliche Anreize dafür fehlen. Die Schutzzonenauflagen (u. a. Erhaltung der Kastenfenster) sind daher ein einseitiges Verlangen der Stadtverwaltung, hier fehlt schlicht die finanzielle Unterstützung für die aufwändigen denkmalpflegerischen und stadtbilderhaltenden Mehrkosten. Auf die Gebäudeinventarisierung der Magistratsabteilung 19 sowie die Schutzzonenfestlegung im Rahmen der Wiener Bauordnung (§ 7) darf hingewiesen werden. Das Wiener Stadtbild hat durch die schlechten Rahmenbedingungen des Mietrechtsgesetzes (Wiener Richtwert) sowie der Unterdotation beim Wiener Altstadterhaltungsfonds die letzten Jahrzehnte schwerwiegende Verluste erlitten. Die Bemühungen sind daher insgesamt nicht allein auf die WELTKULTURERBE-ZONEN zu richten, baukulturell schützenswert sind im Sinne der Antragsteller sehr viele Wiener Gründerzeithäuser, die sich noch in keiner Schutzzone befinden. Die Dotationen für Schutzzonen können der Aufgabenstellung „Stadtbilderhaltung“ weder qualitativ noch quantitativ gerecht werden. Der Verein zur Revitalisierung und architektonischen Aufwertung der Wiener Gründerzeithäuser (www.ZinshausZukunft.wien), das Unterstützungskomitee zur Stadtbilderhaltung Wien (www.stadtbilderhaltung.wien) sowie die Initiative Denkmalschutz (www.initiative-denkmalschutz.at) fordern daher: - Den Schutzzonenbereich über Flächenwidmungs- und Bebauungspläne gemäß § 7 Bauordnung für Wien großzügig zu erweitern - Eine aufgabengerechte Aufstockung des Wiener Altstadterhaltungsfonds ist zu beschließen
Freigabe :    20.03.2018
Anzahl bisheriger Unterstützungen :    32
Status :    Freigegeben
Anmerkungen :   
Eingebracht von :    Kaspar Erath
Beilage(n) :   
219,36kbpdf

   
Stellungnahme(n)/Beantwortung(en) :   

   
Verantwortlich für diese Seite:
Martin Hofmann (Magistratsabteilung 65)
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