Petitionsplattform

Angaben zur Petition
Titel :    Für die Erhaltung des 'Café-Restaurant Schloss Cobenzl' in Grinzing
Kurzbeschreibung :    Nach dem Start des Pächterfindungsverfahrens und der Zwangsräumung des Café-Restaurants „Schloss“ Cobenzl Anfang 2017, steht nun auch ein Komplettabriss mit Neubau zur Diskussion. Die Initiative Denkmalschutz fordert gemeinsam mit dem Verein Kultur und Natur Grinzing, dem Komitee Weltkulturerbe für Grinzing, dem Döblinger Heimat-Kreis, dem Journalisten Michael Hierner sowie den hier Unterzeichneten die Erhaltung und Restaurierung des barockisierend-secessionistischen Gebäudes aus 1910.
Petitionstext :    Das Gebäude des Café-Restaurants „Schloss“ Cobenzl am Reisenberg wurde am 14.3.2017 zwangsgeräumt (Am Cobenzl 94, 1190 Wien; das Schloss Cobenzl selbst befand sich etwa 500 Meter nördlich und wurde 1966 abgerissen). Im Jahr 2012 hat die Stadt Wien einen „Eigenbedarf“ angemeldet, in Folge den Pächter Olaf Auer gekündigt und im Dezember 2016 endgültig vor Gericht gewonnen, sodass die Stadt Wien am 31.1.2017 ein Ausschreibungsverfahren „Schloss Restaurant Cobenzl Neu“ gestartet hat (PächterInfindungsverfahren gekoppelt mit einem „qualitätssicherndem Architekturverfahren“). Nachdem in den Ausschreibungsunterlagen kein Erhaltungsgebot formuliert wurde, muss befürchtet werden, dass das 1910 errichtete, historisch wertvolle Gebäude abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt wird. Stadträtin Ulli Sima hat am Tag des Beginns der Ausschreibung Entsprechendes auch in den Medien verkündet („Auch Abriss ist möglich“). Mit dieser Petition wird die Erhaltung und Restaurierung dieses wichtigen Ausflugslokals gefordert. Das unter der Leitung des Baurats Josef Pürzl vom Wiener Stadtbauamt erbaute Gebäude (Planverfasser: Architekt und Stadtbaumeister Rudolf Beck) ist ein wichtiges Beispiel des secessionistisch beeinflussten barockisierenden Heimatstils (den auch Bauten wie das 1903-1906 von Friedrich Ohmann gebaute Wienflussportal beim Stadtpark vertreten). Die Forderung auf der Facebook-Seite ’Rettet den Cobenzl’ „gegen Abriss und Zerstörung des Café Cobenzl und Schloss“ wird derzeit von 1.577 Facebook-Usern ebenso befürwortet (www.facebook.com/cobenzl; Stand: 31.3.2017). Nach sechsjährigem Leerstand, Schäden durch einen Brand am 21. Juli 1980 und Renovierung durch Olaf Auer wird in der breiten Öffentlichkeit immer wieder behauptet, dass der Wiederaufbau großteils einen Neubau darstelle. Durch die veränderten Fenster- und Türöffnungen (vermutlich von 1960; in der Zeit als das Ausflugslokal auch als „Hübners Meierei Cobenzl“ bekannt war) und den neu ergänzten Dekor an der Schauseite könnte man auch an einen solchen vereinfachten Wiederaufbau glauben. Nach Studium zeigt sich jedoch: Der gesamte Hauptraum samt originalem Gewölbe in „moderner“ Eisenbeton-Bauweise hat sich über den im Inneren eingezogenen, neu errichteten Räumen erhalten, genauso wie auch die originalen Fenster an der Hinterfront des Gebäudes sowie der Dachstuhl. Daher wird die Forderung erhoben, die Stadt Wien möge eine Schutzzone (gemäß § 7 Bauordnung für Wien) für das Areal bzw. Ensemble Am Cobenzl ausweisen und eine weitgehende bauliche Rückführung des Gebäudes in den Originalzustand von 1910 anstreben. (Die Schutzzone soll den nordwestlich anschließenden Meierhof aus 1887, das „Weingut Cobenzl“, die Bedienstetenwohnhäuser in Heimatstilformen aus 1910 und den Pfeiler-Torbau vom Ende des 18. Jh. aus der Zeit des Grafen Cobenzl beim Zugang Landgut Cobenzl umfassen.) Dies möge die Stadt Wien auch klar artikulieren und einfordern. Das aktuell laufende „qualitätssichernde Architekturverfahren“ lässt auch deswegen einen Abriss befürchten, da die Stadt Wien respektive Stadträtin Ulli Sima quasi zeitgleich mit der Einladung zur Teilnahme am Pächterfindungsverfahren (Kalenderwoche 11) dem Gebäude – ohne angeschlossenem Ergebnis einer bautechnischen Überprüfung – eine „Einsturzgefährdung“ attestiert hätte (vgl. Medienberichte vom 17./18. März 2017). Eine solche Einsturzgefahr mag vielleicht für Teile der 1960 und 1981 errichteten Erweiterungsbauten (z.B. der Terrasse oder des Hallenbades) zutreffen, wird für den Großteil der Baulichkeiten aus 1910 seitens der Unterzeichner sowie des Vereins Initiative Denkmalschutz (www.initiative-denkmalschutz.at), des Vereins Kultur und Natur Grinzing (www.grinzing.or.at), des Komitees Weltkulturerbe für Grinzing (www.weltkulturerbe-grinzing.at), des Döblinger Heimat-Kreises (www.döbling.com) und des Journalisten Michael Hierner (www.hierner.info) jedoch in Zweifel gezogen, sodass auch hier Transparenz und Nachprüfbarkeit eingefordert wird.
Freigabe :    18.04.2017
Anzahl bisheriger Unterstützungen :    > 500
Status :    Ausgezählt
Anmerkungen :    500 Unterstützungen erreicht.
Eingebracht von :    Markus Gregor Landerer
Beilage(n) :   
1,23MBpdf

   
Stellungnahme(n)/Beantwortung(en) :   

   
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Martin Hofmann (Magistratsabteilung 65)
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