Was werdende Pflegeeltern wissen wollen

Eignungsbeurteilung durch den Jugendwohlfahrtsträger

drei Kinder halten Broschüre in der Hand

Pflegemamas und Pflegepapas brauchen eine Eignungsbeurteilung des Kinder- und Jugendhilfeträgers. Persönliche, soziale, gesundheitliche und wirtschaftliche Bedingungen werden durch Sozialarbeiter und Sozialarbeiterinnen des Referat für Adoptiv- und Pflegekinder der MAG ELF überprüft. Alle im Haushalt lebenden Familienmitglieder werden in die Eignungsbeurteilung miteinbezogen. Die Überprüfung dauert drei bis sechs Monate.

Menschen in unterschiedlichen Lebensformen - ob alleinstehend, in Partnerschaft lebend (auch gleichgeschlechtlich), verheiratet, mit Kindern, ohne Kinder - können Pflegemama oder Pflegepapa werden.

Vorbereitung auf die Aufgabe als Pflegemama oder Pflegepapa

Pflegeeltern werden auf ihre Aufgabe gut vorbereitet.
Wer Pflegemama oder Pflegepapa werden möchte, muss an einem Vorbereitungsseminar, das aus mehreren Modulen besteht, teilnehmen. Das gibt angehenden Pflegeeltern die Möglichkeit, ihre Motivation zu prüfen und sich mit der Aufnahme eines Pflegekindes in ihre Familie auseinanderzusetzen. Sie bekommen einen umfassenden Einblick in die Thematik und können alle Fragen oder Bedenken ausführlich besprechen. Am Ende der Schulungsmodule erhalten alle Pflegeeltern ein dreitägiges vertiefendes Seminar, das von einer Sozialarbeiterin beziehungsweise einem Sozialarbeiter und von einer ausgebildeten Pflegemutter oder einem ausgebildeten Pflegevater geleitet wird. Alle Schulungen sind kostenlos.

Vermittlung eines Pflegekindes

Wenn die angehenden Pflegeeltern alle Voraussetzungen erfüllen, wird die Eignungsbeurteilung abgeschlossen. Ab diesem Zeitpunkt ist es jederzeit möglich, ein Kind vermittelt zu bekommen. Den Pflegeeltern wird - nach vorheriger Absprache - ein Kind anvertraut, zu dem die jeweilige Familie und ihr Lebensstil passen. Ab diesem Zeitpunkt stehen die Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter der MAG ELF den Pflegeeltern in allen Situationen mit Rat und Tat zur Seite.

Unterstützung durch Expertinnen und Experten

  • Gemeinsame Verantwortung
    • Pflegemamas und Pflegepapas stellen sich einer großen Herausforderung. Die MAG ELF - Amt für Jugend und Familie unterstützt diese Bereitschaft mit einem großen Angebot an Beratung und Begleitung, außerdem kostenlose Weiterbildung in Kursen und Seminaren. Durch laufende Supervision, Kontrolle und gemeinsame Verantwortung wird sichergestellt, dass es in der Pflegefamilie für alle Beteiligten gut läuft.
  • Psychologische Beratung und therapeutische Hilfe
    • Wenn schwierige Situationen auftreten, werden Pflegemamas und Pflegepapas besonders unterstützt. Gemeinsam mit Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern der MAG ELF wird geklärt, um welche Probleme es sich handelt und ob die Hilfe von Therapeutinnen oder Therapeuten in Anspruch genommen werden soll.
  • Unterstützung im Umgang mit der Herkunftsfamilie
    • Bei der Vermittlung des Kindes in eine Pflegefamilie werden die ersten Besuche durch die leiblichen Eltern vereinbart. Diese Kontakte werden durch die Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter der MAG ELF professionell begleitet und das Pflegekind und die Pflegeeltern bei schwierigen Besuchskontakten unterstützt.

"Anstellung" von Pflegeeltern

Pflegemamas oder Pflegepapas werden auf Wunsch bei Eltern für Kinder Österreich angestellt.
Für einen Pflegeelternteil, Pflegemama oder Pflegepapa, besteht in Wien seit 1. Jänner 2003 die Möglichkeit einer Anstellung. Vergütet wird dabei der zusätzliche Arbeitsaufwand für Fortbildung, Dokumentation, Besprechungen und so weiter.

Mit der Anstellung verbunden sind

  • Pensions-, Kranken-, Unfall- und Arbeitslosenversicherung
  • Monatliches Einkommen knapp über der Geringfügigkeitsgrenze
  • Angebote zur kostenlosen Fortbildung und zur Gruppensupervision
Verantwortlich für diese Seite:
MAG ELF - Servicestelle (Magistratsabteilung 11)
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