Integrationsbegleitung für Asylberechtigte

Seit April 2008 leistet Interface Wien mehrsprachige Beratung und Integrationsbegleitung für asylberechtigte Einzelpersonen, Familien und subsidiär schutzberechtigte Personen, die nicht in Grundversorgung sind. Das Betreuungsangebot schließt nahtlos an die "Grundversorgung" für Asylsuchende an und bietet eine zeitlich befristete Integrationsbegleitung von rund einem Jahr.

Kinder melden sich für die Kinderuni an.

Asylberechtigten Personen ist die Bildung ihrer Kinder besonders wichtig.

Der Erhalt des positiven Asylbescheids schafft einerseits rechtliche Klarheit; allerdings strömt eine Fülle von neuen Herausforderungen auf die Flüchtlinge ein: eine eigenständige Existenz aufbauen, eine Wohnung finden, Deutsch lernen und Arbeit suchen.

Die Startbegleitung für Asyl- und subsidiär Schutzberechtigte bei Interface Wien unterstützt bei diesen großen Herausforderungen. Sie wird durch die Abteilung Integration und Diversität (MA 17), die Soziales, Sozial- und Gesundheitsrecht (MA 40) und den Fonds Soziales Wien (FSW) finanziert.

12.400 in acht Jahren

Die Bilanz kann sich sehen lassen: knapp 12.400 Klientinnen und Klienten und deren Familienangehörige wurden in den acht Jahren des Bestehens der Startbegleitung betreut. Die rund 2.500 Klientinnen und Klienten mit Ihren Angehörigen, die 2015 beraten wurden, kamen fast zu 75 Prozent aus Syrien, gefolgt von Afghanistan sowie dem Iran, dem Irak und Somalia. Die Beratung findet in den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Arabisch, Dari, Farsi, Russisch, Tschetschenisch, Somali, Bosnisch-Kroatisch-Serbisch und Georgisch statt.

Sozialberatung bis Case Management

Mit dem positiven Asylbescheid werden Klientinnen und Klienten über die Startbegleitung informiert. In einem ersten Clearing-Gespräch, das niederschwellig ohne Terminvereinbarung am offenen Beratungstag möglich ist, stellen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die individuellen Bedürfnisse und den Beratungsbedarf fest.

Häufig können Probleme und Anliegen der Klientinnen und Klienten in kompakten Sozialberatungssettings rasch behandelt und gelöst werden. In diesen Beratungsgesprächen wird zu allen integrationsrelevanten Themen und Problemen aufgeklärt, informiert, orientiert und lösungsorientiert gearbeitet.

Bei rund 12 Prozent der neuen Klientinnen und Klienten bedarf es aufgrund der Komplexität der Problemlagen einer intensiven Case Management-Betreuung. Dabei handelt es sich häufig um Familien, die unmittelbar nach dem Asylbescheid noch keinerlei Orientierung, Wissen und Sicherheit haben, um ihr Leben selbstständig zu steuern beziehungsweise um Familien, die in ihrem Integrationsprozess mit zusätzlichen erschwerenden Faktoren wie Krankheit oder Behinderung konfrontiert sind. Das betrifft auch alleinerziehende Frauen.

Gemeinsam Ziele festlegen

Zunächst werden zwischen Klientin beziehungsweise Klient und Beraterin beziehungsweise Berater konkrete Ziele vereinbart, die im Prozess gemeinsam erreicht werden sollen. Das kann zum Beispiel bedeuten, dass die existenzielle Situation stabilisiert, eine Wohnung gefunden oder ein Deutschkurs absolviert werden muss.

Die Betreuung kann bei einem Teil der Klientinnen und Klienten nach wenigen Monaten abgeschlossen werden. Dann können die nächsten Schritte selbstständig bewältigt werden. Bestehen komplexere Problemlagen, wird häufig der vorgesehene Zeitraum von zwei Jahren ausgeschöpft.

Wohnungssuche Plus

Den wohnungssuchenden Klientinnen und Klienten der Startbegleitung steht ein dreiköpfiges spezialisiertes Wohnungssuchteam zur Verfügung, welches den komplizierten Prozess der Wohnungssuche gezielt und intensiv bis zum Wohnungsbezug begleitet. Die Beraterinnen und Berater vermitteln zwischen Klienten oder Klientinnen sowie Vermietern oder Vermieterinnen und stehen allen Beteiligten als Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner auch nach der Mietvertragsunterzeichnung zur Verfügung.

Integration durch Patenschaften

Die Startbegleitung ermöglicht den Klientinnen und Klienten auch die Teilnahme an Projekten, die die gesellschaftliche Integration und den Austausch mit der Mehrheitsbevölkerung fördern. So gibt es für junge Menschen von 15 bis 25 Jahren zum Beispiel ein Mentoring-Programm in Kooperation mit dem Verein Grenzenlos und ein PatInnen-Programm in Zusammenarbeit mit asylkoordination österreich/connecting people, um den Kontakt mit der Wiener Bevölkerung zu ermöglichen.

Weiterführende Informationen

Verantwortlich für diese Seite:
Goran Novakovic (Magistratsabteilung 17)
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