Das Wiener Integrationskonzept

Die Integrationsmaßnahmen in Wien basieren auf einem klaren Konzept. Es wird laufend im Dialog mit Expertinnen und Experten aus Theorie und Praxis sowie den Communities reflektiert und weiterentwickelt.

Das Fundament

Das Fundament des Wiener Integrationskonzeptes ist das Leitmotiv "Integration ab Tag 1". Durch systematische Integrationsbegleitung, die kontinuierlich ausgebaut wird, heißt Wien neue Bürgerinnen und Bürger willkommen und unterstützt sie dabei, rasch in Wien Fuß zu fassen. Die Integrationsbegleitung Start Wien für Zuwanderinnen und Zuwanderer beinhaltet ein ausführliches Erstgespräch in 25 Sprachen, einen Bildungspass mit Wiener Sprachgutscheinen und Info-Module zu Themen wie Arbeitswelt, Bildung, Wohnen, Gesundheit und Zusammenleben. Dabei wird auch auf Menschenrechte (Frauenrechte, Kinderrechte) als Grundlage der Gesetzgebung und des gesellschaftlichen Zusammenhalts eingegangen.

Fünf Schwerpunkte

Die fünf Schwerpunkte des Wiener Integrationskonzeptes sind:

  • Deutsch und Mehrsprachigkeit
  • Bildung und Arbeit
  • Zusammenleben und Partizipation
  • Versachlichung, Messbarkeit und Information
  • Menschenrechte

Für jeden Bereich wurden spezielle Projekte und Maßnahmen entwickelt. Einige, wie Deutschkurse, richten sich ausschließlich an Zuwanderinnen und Zuwanderer. Andere Projekte sind für alle offen und stärken das gesamtgesellschaftliche Miteinander in Wien.

Deutsch und Mehrsprachigkeit

Das schnelle Erlernen der deutschen Sprache ist ein wichtiger Schritt zur Integration. Denn Sprache ist für das tägliche Zusammenleben von zentraler Bedeutung und somit auch der Schlüssel zur Teilhabe an der Gesellschaft. Auch für Bildung und Arbeitsmarkt sind gute Deutschkenntnisse notwendig. Daher bietet die Abteilung Integration und Diversität (MA 17) Sprachgutscheine für Zuwanderinnen und Zuwanderer sowie kostengünstige und leicht zugängliche Deutsch- und Basisbildungskurse für verschiedene Zielgruppen an. Der Fokus liegt auf Unterstützungsangeboten für Frauen, zum Beispiel im Rahmen des Basisbildungskurses "Mama lernt Deutsch" sowie für Kinder und Jugendliche. Rund 11.000 Personen nützen diese Angebote pro Jahr.

Neben Deutsch sind auch die vielen anderen in Wien gesprochenen Sprachen wichtig. In Mehrsprachigkeit liegt Potential, das die MA 17 mit Projekten wie Muttersprachliche LesepatInnen oder der Wiener Sprachen App sowie durch Publikationen wie dem Schul ABC (400 KB PDF) fördert.

Bildung und Arbeit

Gute Deutschkenntnisse allein reichen für einen erfolgreichen Einstieg in den österreichischen Arbeitsmarkt nicht aus. Um im Herkunftsland erworbene Kompetenzen in Österreich nutzen zu können, gibt es entsprechende Module bei Start Wien sowie Start Wien für Flüchtlinge und die Beratungsstelle Perspektive.

Den Erwerb von Basis- und Schlüsselqualifikationen unterstützt die Stadt Wien mit Projekten wie Start Wien - Das Jugendcollege oder den Jugend- und Frauencolleges bei Interface. Sie vermitteln neben Deutsch auch Grundkompetenzen im Rechnen oder IKT-Kenntnisse und ermöglichen den Einstieg in eine weitere Ausbildung oder den Arbeitsmarkt.

Die Projekte werden teilweise im Rahmen der Initiative Erwachsenenbildung durch das BMBF und den ESF kofinanziert.

Wien hat sich zum Ziel gesetzt, gleiche Chancen beim Zugang zur Bildung und zum Arbeitsmarkt für alle Wienerinnen und Wiener herzustellen.

Zusammenleben und Partizipation

Ziel von Integration ist gleichberechtigte Teilhabe und Partizipation am gesellschaftlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Leben. Daher ist es notwendig, dass Menschen einander verstehen lernen und sich auf Augenhöhe begegnen.

Um dieses Verständnis zu stärken, bietet die MA 17 kostenlose Fortbildungen zu den Themen Integration, Vielfalt, Diversität, Flucht sowie Deradikalisierung und Prävention an. Wien.Vielfalt.Wissen vermittelt beispielsweise Hintergrundinformationen zu verschiedenen Communities an Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, während Migra-Bil den Schwerpunkt auf das Empowerment von MigrantInnen-Vereinen legt.

Mit freiwillig.info wurde außerdem eine Informationsveranstaltung für Freiwillige in der Flüchtlings – und Integrationsarbeit geschaffen.

Verschiedene Projekte, die die Regionalstellen der MA 17 zusammen mit Bezirkspartnerinnen und Bezirkspartnern sowie MigrantInnen-Vereinen entwickeln, fördern Begegnung, Dialog und positive Nachbarschaft. Im Bedarfsfall helfen sie, mit Konflikten umzugehen (Projektarbeit). Das Projekt Migra-Bil unterstützt das Empowerment von MigrantInnen-Vereinen.

Verschiedene andere Projekte, die die MA 17 zusammen mit Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartnern entwickelt, fördern aktiv Begegnung, Dialog und positive Nachbarschaft.

Das Projekt Wiener Charta ist das erste und größte BürgerInnen-Beteiligungsprojekt dieser Art in Europa. Dort diskutierten Wienerinnen und Wiener, was ihnen beim Zusammenleben wichtig ist. Die Ergebnisse wurden im Basisdokument festgehalten und werden seit 2015 im Rahmen von Charta-Gesprächen diskutiert und weitergegeben. Seit 2016 wird das Projekt mit Flüchtlingen weitergeführt.

Versachlichung, Messbarkeit und Information

Information, Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung sowie die Förderung von interkulturellen Kompetenzen sind wichtige Arbeitsfelder der MA 17. Eine sachliche Diskussion über die Integration und Diversität hilft, Missverständnisse aus dem Weg zu räumen und Vorurteile abzubauen. Diesem Ziel dient der Wiener Integrations- und Diversitätsmonitor, in dessen Rahmen die Entwicklung der Stadtgesellschaft und der Stadtverwaltung beobachtet und festgehalten wird.

Das forum wien.welt.offen ist eine Plattform, die von SPÖ, GRÜNEN, ÖVP und NEOS gemeinsam getragen wird. In seinem Rahmen engagieren sich Persönlichkeiten und Expertinnen sowie Experten für zielführende Strategien für ein weltoffenes und kosmopolitisches Wien.

Menschenrechte

Die Menschenrechtsstadt Wien steht für Chancengleichheit sowie Inklusion und gegen Diskriminierung, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Deswegen ist Wien seit 2007 Mitglied der Europäischen Städtekoalition gegen Rassismus (ECCAR) und hat 2014 den Prozess Menschenrechtsstadt Wien eingeleitet. Er mündete im Dezember 2014 in die Deklaration "Wien - Stadt der Menschenrechte" (500 KB PDF) des Wiener Gemeinderats und der Eröffnung des Wiener Menschenrechtsbüros.

Verantwortlich für diese Seite:
Integration und Diversität (Magistratsabteilung 17)
Kontaktformular