Tiefgaragen - Umsetzungsbeispiel von Gender Mainstreaming

Innenansicht der hell beleuchteten Garage Schubertpark im 18. Bezirk mit parkenden Autos

Die Garage am Schubertpark ist hell beleuchtet.

Für viele Frauen ist die Nutzung von Tiefgaragen mit einem subjektiven Angstgefühl besetzt. Das belegen internationale Studien sowie Befragungen in Wien. 49 Prozent der Frauen geben laut der Studie "Leben in Wien" an, dass sie es als unangenehm empfinden, wenn sie alleine mit dem Auto in eine Tiefgarage fahren. Die nachstehend angeführten Sicherheitsaspekte gelten grundsätzlich für beide Geschlechter, sind aber für Frauen deutlich wichtiger.


Sicherheit

  • Ausreichende Helligkeit beziehungsweise Beleuchtung aller Parkplätze sowie der Zugangsbereiche, Gänge und Aufzüge
  • Einsehbarkeit und Übersichtlichkeit der Zugänge - zum Beispiel keine Zugänge, die durch hohes Gebüsch verdeckt sind oder in dunklen Ecken von Gebäuden liegen - sowie der Gänge und Übergänge zu Stiegenhäusern und Liften
  • Überwachung bei größeren Garagen durch Personal, Kontrollgänge durch Personal oder Sicherheitsdienst, gut beschilderte und leicht zugängliche Notrufanlagen, Videoüberwachung, auch im Aufzugs- und Gangbereich
  • Spezielle Frauenparkplätze und Plätze in Sicht- und Rufkontakt zum Personal sowie Plätze in unmittelbarer Nähe des Stiegenaufgangs beziehungsweise Lifts

Lösungsansätze

Innenansicht der hell beleuchteten Garage Schubertpark im 18. Bezirk

Anforderungen an die BenutzerInnen-Freundlichkeit von Garagen sind grundsätzlich nicht geschlechtsspezifisch. Allerdings zeigen die vorliegenden Daten, dass Frauen, ebenso wie zum Beispiel ältere und gehbehinderte Personen, höhere und teilweise andere Anforderungen an Garagenplätze haben.


  • Klare, übersichtliche Beschilderungen und Markierungen, zum Beispiel durch Farbleitsysteme oder Orientierungspläne am Eingang
  • Breitere und klar abgegrenzte Bereiche für Fußgängerinnen und Fußgänger: Das ist sowohl Personen mit Kinderwägen als auch gehbehinderten Personen sowie Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrern wichtig.
  • Spezielle Parkplätze für ältere Menschen, gehbehinderte Personen und Personen mit Kleinkindern und Kinderwagen: größere Breite des Stellplatzes, größerer Seiten- und Rückenabstand zu anderen Parkplätzen und zu den Fahrbereichen
  • Regelmäßige Reinigung und Instandhaltung: ungenügende Reinigung oder Vandalismusschäden werden vor allem von Frauen als unangenehm empfunden.
  • Stadtpläne und Hinweispläne - wie etwa Verzeichnisse, wo sich das nächste öffentliche Verkehrsmittel oder der nächste Standort von Taxis befindet - erleichtern die Orientierung in der nächsten Umgebung.
  • Allfälliger Rufservice für Unterstützungsleistungen, zum Beispiel Aus- und Einsteighilfe für Gehbehinderte sowie Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer

Beispiele

  • Garagen-Neubau in der Hofmühlgasse im sechsten Bezirk: Bei der Planung war die MD-Stadtbaudirektion, Leitstelle Frauen- und Alltagsgerechtes Planen und Bauen in die Vorprüfung der Pläne eingebunden.
  • Sanierung der Votivpark-Garage im neunten Bezirk: Die Garage ist ein gutes Beispiel für Umdenken im Garagenbau. Im Zuge der Sanierung wurden eine helle Beleuchtung und ein gutes Leitsystem geschaffen. Parkplätze für Personen mit spezifischen Bedürfnissen wurden direkt um die Stiegenhäuser gruppiert.
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