Kindergärten - Umsetzungsbeispiel von Gender Mainstreaming

Ein kleines Mädchen spielt am Boden sitzend mit einem Spielzeug-Lkw.

Mädchen und Buben sollen möglichst vielfältige und neue Wege eröffnet werden. Die geschlechtersensible Kleinkindpädagogik stützt sich auf die vier Säulen Personalkonzept, Raumkonzept, Pädagogik und Elternarbeit.

Personalkonzept

Weibliches und männliches Betreuungspersonal lebt den Kindern möglichst unterschiedliche Rollenbilder vor. Dabei wird gezeigt, dass Frauen und Männer wechselseitig Aufgaben voneinander übernehmen, die traditionell klar entweder Frauen oder Männern zugeordnet sind. Die Abteilung Wiener Kindergärten (MA 10) hat bereits eine Kampagne für mehr männliches Personal in den Wiener Kindergärten gestartet.

Raumkonzept

Die Vorbestimmtheit von Spielorten sollte bewusst vermieden werden. In einem Wiener Pilotkindergarten, dem fun&care-Kindergarten werden offene, nicht vordefinierte Spielbereiche statt der klassischen Puppen- und Bauecke angeboten. Das Spielzeug wird in flexiblen, neutralen Rollcontainern gelagert. Das vermeidet den gezielten Griff nach dem immer gleichen Spielzeug. Buben beschlagnahmen nicht mehr nur die Bauecke, Mädchen kommen heraus aus der Puppenecke.

Pädagogik

Bewusstere Bücher- und Liedauswahl ist wichtig. Nicht nur die Klassiker mit kochenden Müttern und seriösen Vätern, die vorzugsweise beim Abendessen und der Zeugniskontrolle präsent sind, sollen verwendet werden. Kinderbücher, die auf die moderne Rollenverteilung mit im Haushalt tätigen Vätern und arbeitenden Müttern Bezug nehmen, sind nötig. Buben lernen zum Beispiel wickeln und nicht nur Garagen bauen, Mädchen bauen Hochhäuser und nicht nur Puppenbetten und sie lernen, ihre Interessen durchzusetzen.

Elternarbeit

Über die Mütter und Väter wird das Lebensumfeld der Kinder aktiv miteinbezogen. Informationszettel für Eltern sollten daher auch gezielt an Väter, neutral an "liebe Eltern", jedenfalls nicht nur an Mütter gerichtet werden. Aus Gewohnheit kommt es vor, weil Mütter präsenter sind, dass Bitten nur an Mütter gerichtet werden. Sätze wie: "Liebe Mutti, bitte neue Ersatzwäsche mitbringen." sind keine Seltenheit. Auch Väter beteiligen sich und sind genauso wie Mütter für die Teilnahme an Ausflügen und Elternabenden gezielt anzusprechen.

Umsetzungsbeispiele

Geschlechtersensible Pädagogik ist mittlerweile zu einem fixen Bestandteil vieler Wiener Kindergärten geworden. Pilotprojekte, die alle vier Säulen umsetzen, gibt es in einem Bezirk:

Publikationen

Mehr zum Thema bietet die Broschüre "Qualitätsstandards für geschlechtssensible Pädagogik" im Broschürenbestellservice beziehungsweise die "Education Box" der Frauenabteilung der Stadt Wien (MA 57).

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