Parks - Umsetzungsbeispiel von Gender Mainstreaming

Ausgangsbasis

Mädchen spielen Fußball auf der Wiese.

Geschlechtsspezifische Sozialisation und damit verbundene Rollenzuweisungen führen dazu, dass Burschen häufiger in größeren Gruppen auftreten und dominanter sind im Hinblick auf Lautstärke, Anspruchsverhalten und in der Durchsetzung ihrer Interessen. Die erfolgreiche Durchsetzung ihrer Ansprüche und Bedürfnisse geht in unbetreuten Parks häufig zu Lasten anderer Nutzerinnen und Nutzer, wie Mädchen, Kleinkinder und älteren Menschen.

70 Prozent der Mädchen (und 44 Prozent der Jungen) gehen davon aus, dass es sinnlos ist, einen von älteren Burschen besetzten Platz mitbenützen zu wollen. Sie verzichten daher auf entsprechende Partizipationsversuche. Von denjenigen, die Mitbenutzungsversuche unternommen haben, wurden 82 Prozent der Mädchen (und 47 Prozent der Jungen) abgewiesen. Die Ablehnung gegenüber Mädchen erfolgte häufig durch sexualisierte Beschimpfungen und angedrohte oder tatsächliche sexuelle Übergriffe.

Lösungsansätze

Die Möglichkeit zur gleichberechtigten Nutzung von Parks hängt von der geschlechtergerechten Planung und Gestaltung des Parks sowie von den Rahmenbedingungen ab, wie zum Beispiel freizeit- und sozialpädagogische Begleitung durch Parkbetreuungsteams.

Was ist Mädchen und jungen Frauen wichtig?

  • Spiel- und Bewegungsinteressen, wie zum Beispiel
    • Volleyball, Badminton
    • Rollschuhfahren
    • Klettern, Balancierspiele, Schaukeln
    • Basketball; Fußball auf eigenen, geschützten Ballspielplätzen
    • Nischenartige Teilräume (zum Beispiel Lauben, Sitzmauern) als Rückzugsmöglichkeit
  • Sicherheit, wie zum Beispiel
    • Überschaubarkeit und Einsehbarkeit der Gehwege (klare Wegkonzepte, Sichtkontakt zur Straße beziehungsweise zu Wohngebäuden)
    • Gute Ausleuchtung der Durchgangswege
    • Sauberkeit im Park, funktionierende und saubere WC, zumindest in der Nähe des Spielplatzes oder des Parks

Was ist Burschen und jungen Männern wichtig?

Jugendliche beim Beachvolleyball im Steinbauerpark
  • Fußballspielen (Käfige und Freiplätze)
  • Basketballkörbe
  • Skater-Rampen

Was ist Eltern/Betreuungspersonen von Kleinkindern wichtig?

  • Abgegrenzte Kleinkinderspielbereiche
  • Ausreichend Tisch-Bank-Kombinationen in Sichtkontakt zu Kinder- oder Kleinkinderspielbereichen
  • Schattenplätze
  • Zugang zu Wasser
  • Funktionierende, saubere WCs, zumindest in der Nähe des Parks
  • Wickelplätze
  • Beleuchtung - Parks sollten auch im Winter nach 16 Uhr noch benutzbar sein

Publikation

Konkrete Tipps für die Umsetzung bietet der Folder "Stadt fair teilen. Gleiche Chancen für Mädchen und Burschen in Wiener Parks." Dieser kann kostenlos bestellt werden bei der Magistratsdirektion Bauten und Technik, Gruppe Planung unter der Telefonnummer: (+43 1) 4000-82638 oder per E-Mail: eva.kail@wien.gv.at.

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