K.O. Tropfen - Sicherheitstipps für Frauen und Mädchen

Unter dem Begriff K.O. Tropfen versteht man Substanzen, die schnell betäubend wirken. Sie werden meistens in ein Getränk geträufelt, sind farb- und geruchlos - der leicht bittere, salzige oder seifige Beigeschmack ist in Mixgetränken kaum wahrnehmbar.

K.O. Tropfen können von Fremden, soeben gemachten Bekanntschaften, aber auch von vermeintlichen Freunden verabreicht werden. K.O. Tropfen machen manipulierbar und wehrlos. Mitunter werden sie gezielt eingesetzt, um Frauen zu vergewaltigen.

Wie machen sich K.O. Tropfen bemerkbar?

  • Der Konsum von K.O. Tropfen wird Opfern meist erst im Nachhinein bewusst. Sie erwachen zu Hause oder an einem fremden Ort und wissen nicht, wie sie dorthin gekommen sind. Betroffene fühlen sich extrem "verkatert" und matt, noch länger können sie unter körperlichen Beschwerden wie Erbrechen, Kopfschmerzen oder Schwindel leiden.
  • Betroffene wissen nicht, was geschehen ist und ob beziehungsweise in welcher Form und von wem ihnen möglicherweise Gewalt angetan wurde. Oft gibt es nur ein vages Gefühl, dass es zu einem sexuellen Übergriff oder zu einer Vergewaltigung gekommen ist. Anzeichen für körperliche oder sexuelle Übergriffe sind zum Beispiel Blutergüsse, zerrissene oder fehlende Kleidung, Schmerzen im Unterleib oder Spermaspuren.

Für Betroffene ist es sehr belastend, mit Gedächtnislücken und der bleibenden Unsicherheit zu leben und nur vage Fantasien über das Geschehene zu haben.

Tipps zur Vorbeugung und Vermeidung

  • Denken Sie daran, dass die Täter sowohl Fremde, neue Bekanntschaften, aber auch vermeintliche Freunde sein können.
  • Lassen Sie Getränke nie unbeaufsichtigt stehen!
  • Vereinbaren Sie mit Freundinnen und Freunden, gegenseitig auf Ihre Getränke aufzupassen.
  • Nehmen Sie keine offenen Getränke von fremden Personen an.
  • Nehmen Sie Getränke-Einladungen nur an, wenn Sie den Weg des Glases von der Schank bis in Ihre Hand verfolgt haben.
  • Vereinbaren Sie Blind Dates oder Internet-Verabredungen immer an öffentlichen Orten, die Sie gut kennen und informieren Sie eine Vertrauensperson.
  • Vertrauen Sie Ihrem Instinkt. Wenn Sie sich in einem Lokal oder auf einer privaten Party nicht wohl fühlen, gehen Sie lieber.
  • Wenden Sie sich bei plötzlichem Schwindel, Übelkeit oder einer unbekannten enthemmenden Wirkung an eine Vertrauensperson und bitten Sie diese, bei Ihnen zu bleiben.
  • Wenn Sie alleine unterwegs sind und Hilfe brauchen, wenden Sie sich an das Barpersonal.
  • Rufen Sie im Zweifelsfall die Polizei unter 133 oder die Rettung unter 144.
  • Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihnen K.O. Tropfen verabreicht wurden, zögern Sie nicht und haben Sie keine Scham. Sie tragen keinerlei Schuld. Handeln Sie schnell, bevor die volle Wirkung der Substanzen einsetzt.
  • Auch wenn Sie die verbotenen Substanzen freiwillig eingenommen haben, machen sich jene Personen, die diesen Zustand ausnutzen, strafbar.

Etwas Verdächtiges beobachten

  • Informieren Sie die betreffende Person umgehend über Ihre Beobachtung.
  • Informieren Sie das Barpersonal beziehungsweise die Polizei.
  • Lassen Sie eine Person, die sich eigenartig verhält, niemals alleine.
  • Wenn eine Person nicht mehr ansprechbar oder bewusstlos ist, rufen Sie sofort die Rettung.
  • Beachten Sie, dass eine Person unter dem Einfluss von K.O. Tropfen auf außenstehende Personen wie unter starkem Alkoholeinfluss oder aufputschenden Drogen wirken kann.

Strafrechtliche Verfolgung der Täter

Wenn Sie eine Anzeige bei der Polizei erwägen, beachten Sie folgende Punkte:

  • Handeln Sie so schnell wie möglich. Fahren Sie sofort in ein Krankenhaus oder lassen Sie sich mit der Rettung in ein Krankenhaus führen. Informieren Sie das Rettungs- oder Krankenhauspersonal über Ihren Verdacht. Lassen Sie sich im Krankenhaus Blut- und Harnproben abnehmen. Diese werden toxikologisch untersucht und bieten somit einen möglichen Beweis in einem Strafverfahren.
  • Ein Nachweis von K.O. Tropfen im Körper ist nur kurze Zeit - im Blut bis etwa sechs Stunden und im Harn bis etwa zwölf Stunden nach der Verabreichung - möglich. Die Frauenabteilung der Stadt Wien (MA 57) rät auf jeden Fall auch nach dieser Zeit zu einer Blut- und Harnuntersuchung im Krankenhaus, da in der verabreichten Drogenmischung möglicherweise auch Substanzen enthalten waren, die längere Zeit nachweisbar sind.
  • Sprechen Sie mit Freundinnen oder Freunden, die mit Ihnen unterwegs waren. Möglicherweise haben diese Beobachtungen gemacht, die sie als Zeuginnen oder Zeugen bei der Polizei aussagen können.
  • Ein Gedächtnisprotokoll von den Ereignissen, an die Sie sich noch erinnern können, kann für zukünftige Vernehmungen hilfreich sein. Auch mögliche Zeuginnen und Zeugen sollten ein Gedächtnisprotokoll verfassen.
  • Wenden Sie sich an eine Frauenberatungsstelle oder Opferschutzeinrichtung, zum Beispiel an den 24-Stunden Frauennotruf unter Telefon 01 71719, um sich psychologisch unterstützen und bei allen weiteren Schritten rechtlich beraten zu lassen.

Weiterführende Informationen

Verantwortlich für diese Seite:
Frauenabteilung der Stadt Wien (Magistratsabteilung 57)
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