Kampagne für mehr Einkommensgerechtigkeit

Kathrin Gaál, Wiener Frauen- und Wohnbaustadträtin:

Einkommensungleichheit ist nicht fair! Ich will, dass jede Frau und jedes Mädchen selbstbestimmt leben kann. Ein gerechter Lohn zählt zu den wichtigen Voraussetzungen für ein selbstbestimmtes Leben und für eine faire und gesicherte Pension. Wir wollen die Lohnschere zwischen Männern und Frauen schließen. Das Ziel ist: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit! In verschiedenen Lebensphasen sind unterschiedliche Informationen hilfreich. Hier finden Frauen und Mädchen ab sofort Wissenswertes zu den Themen Pensionsungleichheit, Berufsorientierung, unbezahlte Arbeit und zum Gender Pay Gap, also zur Lohnschere zwischen Männern und Frauen.

Geschlechtsspezifische Einkommensungleichheit

Das Einkommen von Frauen und Männern ist nicht gleich: Frauen verdienen deutlich weniger als Männer. Weiterhin kämpfen Frauen um ihre berufliche Gleichstellung, während sie einen Großteil der unbezahlten Arbeit - Hausarbeit, Pflege von Angehörigen und Kinderbetreuung - verrichten. Auch in der Pension haben Frauen wesentlich weniger finanzielle Mittel zur Verfügung.

Der Arbeit, die vor allem von Frauen geleistet wird - ob bezahlt oder unbezahlt - wird häufig geringer bewertet. Die langjährige Kritik an diesem niedrigen Wert von "Frauen"-Arbeit erlebte durch die Corona-Pandemie 2020 ein neues Ausmaß. Einerseits wurde deutlich, wie zentral weiblich geprägte, niedrig entlohnte Berufe, etwa Betreuungsberufe, der Pflegebereich oder der Lebensmittelhandel, für das Funktionieren der Gesellschaft sind. Andererseits erhöhte sich die unbezahlte Arbeit durch Ausgangsbeschränkungen, Home Schooling und Home Office.

Diese Entwicklungen bestätigen die Notwendigkeit einer Neubewertung von Arbeit.

Zahlreiche Themenfelder sind für die Diskussion um Einkommensgerechtigkeit wichtig. In verschiedenen Lebensphasen sind Frauen unterschiedlich von Einkommensungleichheit betroffen. Ein eigenes Einkommen ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für Frauen, um selbstbestimmt leben zu können. Hier finden Sie Wissen und Informationen, die Wienerinnen aller Altersgruppen in ihrer aktuellen Situation und für zukünftige Lebensphasen stärken. Bis zum Equal Pay Day am 22. Oktober 2020 werden laufend neue Themenfelder ergänzt.

Themenfelder

Pensionsungleichheit zwischen Frauen und Männern: Equal Pension Day

Frauen beziehen eine wesentlich niedrigere Pension als Männer. Je höher das monatliche Erwerbseinkommen ist und umso mehr Beitragsmonate geleistet werden, umso höher ist auch die spätere Pension. Während ihrer Erwerbstätigkeit verdienen Frauen jedoch weniger als Männer und zahlen daher niedrigere Beiträge in die Pensionskasse ein. Frauen leisten zudem mehr unbezahlte Arbeit, wodurch die Vereinbarkeit von Arbeit und Familie schwieriger wird. Das ist einer der Gründe, warum viele Frauen Teilzeit arbeiten, allerdings verringert jedes Jahr in Teilzeit- statt Vollzeit-Beschäftigung die spätere Pensionshöhe.

Pensionistinnen in Wien beziehen eine deutlich höhere Pension als im restlichen Österreich. Jene, die über ein geringes Einkommen verfügen, bekommen finanzielle Ermäßigungen, Beihilfen und Unterstützungen.

Um Pensionen von Frauen und Männern in Zukunft anzugleichen, müssen jetzt Einkommensgerechtigkeit und die Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Arbeit und Familie verbessert werden. "Frauen-typische" bezahlte und unbezahlte Arbeit muss aufgewertet und unbezahlte Arbeit umverteilt werden.

Der Equal Pension Day markiert jährlich jenen Tag, an dem Männer bereits so viel Pension bezogen haben wie Frauen erst bis zum Jahresende erhalten werden. Im Jahr 2020 ist dies der 30. Juli, da Frauen um 41,86 Prozent niedrigere Pensionsbezüge erhalten als Männer.

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