Umfassendes Sicherheits-Maßnahmenpaket zur Hundehaltung

Polizeipräsident Gerhard Pürstl und Stadträtin Ulli Sima

Polizeipräsident Gerhard Pürstl und Stadträtin Ulli Sima

Wien wird das Tierhaltegesetz verschärfen. So ist eine generelle Leinen- und Maulkorbpflicht für Listenhunde vorgesehen. Analog zur Regelung im Straßenverkehr wird zudem eine 0,5 Promille-Grenze für Halterinnen und Halter von Listenhunden eingeführt, wenn sie mit dem Hund im öffentlichen Raum unterwegs sind.

Stadträtin Ulli Sima: "Mein Ziel ist es, alles zu unternehmen, um die Menschen und vor allem die Kinder in dieser Stadt vor Vorfällen mit Hunden bestmöglich zu schützen und daher haben wir mit der Polizei ein weiteres Paket geschnürt."

Zentrale Punkte der Novelle zum Wiener Tierhaltegesetz

  • Generelle Maulkorbpflicht und Leinenpflicht für Listenhunde. Ausnahmen sind Hundeauslaufzonen (nur Maulkorbpflicht) und umzäunte Hundezonen
  • Bei Verstoß gegen Maulkorbpflicht folgen 200 Euro Strafe und verpflichtend 6 Stunden Training. Beim 2. Mal innerhalb von 2 Jahren muss der behördliche Hundeführschein wiederholt werden, beim 3. Mal erfolgt die Abnahme des Tieres.
  • Wird ein Mensch gebissen, weil der Maulkorb nicht angelegt wurde, folgt die sofortige Abnahme des Tieres.
  • Die Verletzung der Leinenpflicht kostet 100 Euro.
  • Für Halterinnen und Halter von Listenhunden gilt eine Alkoholgrenze von 0,5 Promille, wenn sie den Hund auf der Straße führen. Die Mindeststrafe beträgt 1.000 Euro.
  • Die Polizei bekommt bessere Möglichkeiten, die Vertrauenswürdigkeit der Tierhalterinnen und -halter rascher festzustellen und notfalls ein Tierhalteverbot zu verhängen. Bisher musste erst eine Strafe verhängt werden, um einschreiten zu können.
  • Bei einem Tierhalteverbot darf kein Hund im selben Haushalt gehalten werden.
  • Die Überlassung eines Listenhundes an Personen ohne Hundeführschein war bereits bisher verboten. Sie kostet künftig 200 Euro. Beim Wiederholungsfall erfolgt die Abnahme des Hundes.
  • Verschärfung der Prüfung zum verpflichtenden Hundeführschein. Der Praxisteil bei der Prüfung wird erweitert.
  • Befristung des Hundeführscheins und Wiederholung der Prüfung alle 2 Jahre
  • Für alle Hunde: Bei bissigen Hunden wird ein behördlicher Hundeführschein vorgeschrieben. Vor Antritt zur Prüfung ist die Absolvierung einer 10-stündigen Hundetrainingseinheit vorzuweisen.
  • Zuchtverbot für Listenhunde in Wien mit einer Mindeststrafe von 1.000 Euro mit einer Übergangsfrist von einem Jahr.

Die neuen Bestimmungen sollen noch 2018 in Kraft treten. Für gewisse Bereiche – wie die Alkoholgrenze oder die generelle Maulkorbpflicht, für die die Polizei zuständig ist, ist die Zustimmung des Bundes nötig.

Schwerpunktaktionen der Polizei

Die Wiener Polizei wird bei verschiedensten Schwerpunktaktionen ein verstärktes Augenmerk auf die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften bei der Hundehaltung legen. Bei zukünftigen Aktionen sollen die Hundehalterinnen und Hundehalter über die neuen Regelungen verstärkt informiert werden. Die Wiener Polizei setzt dabei auf den Grundsatz "Aufklärung geht vor Strafe". Bei uneinsichtigen Hundehalterinnen und Hundehaltern wird allerdings rigoros eingeschritten.

Hundeführschein wirkt

Wien hat in den letzten Jahren zahlreiche Maßnahmen gesetzt und das Tierhaltegesetz bereits 11 Mal nachgeschärft, um noch bessere Handhabe zum Schutz der Menschen zu haben.

Wien hat zudem bereits 2010 den verpflichtenden Hundeführschein für sogenannte Listenhunde eingeführt und ist österreichweit Vorreiterin. 3 Jahre nach Einführung des verpflichtenden Hundeführscheins war die Zahl der durch Listenhunde gebissenen Menschen um 70 Prozent zurückgegangen.

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