Gedenktafel für Heim-Opfer

Fassade der ehemaligen Kinderübernahmestelle im 9. Bezirk

An der ehemaligen Kinderübernahmestelle in der Lustkandlgasse 50 wurde am 17. November 2016 eine Gedenktafel für Opfer von Gewalt in Einrichtungen der Wiener Jugendwohlfahrt enthüllt. Von hier aus wurden Kinder in Heime und Pflegefamilien gebracht, in denen sie erschütternden alltäglichen Erziehungspraktiken und institutioneller Gewalt ausgesetzt waren.


Bürgermeister Michael Häupl und Sozialstadträtin Sonja Wehsely enthüllen die Gedenktafel für Opfer von Gewalt in Einrichtungen der Wiener Jugendwohlfahrt

Bürgermeister Michael Häupl und Sozialstadträtin Sonja Wehsely

Bürgermeister Michael Häupl: "Es ist mir ein persönliches Anliegen im Rahmen der Aufarbeitung, die Opfer des Unrechts, das in Kinderheimen der Stadt Wien beziehungsweise bei Pflegeeltern geschehen ist, noch einmal um Entschuldigung zu bitten. Es ist ein Kapitel in der Geschichte unserer Stadt, das nie hätte geschrieben werden dürfen. Denn es liegt in unserer gesellschaftlichen Verantwortung, dass jene, die am schutzlosesten und damit am verwundbarsten sind in besonderer Weise vor Gewalt und Übergriffen geschützt werden. Die Gedenktafel soll für alle sichtbar eine Mahnung und Auftrag sein, immer den Blick auf die Schwächsten in einer Gesellschaft zu richten."


Aufarbeitung und Unterstützung der Opfer

Die Stadt Wien hat im April 2010 nach Bekanntwerden von Gewalt- und Missbrauchsvorwürfen in Heimen der Stadt unverzüglich mit der Aufarbeitung des dunklen Kapitels der Wiener Jugendwohlfahrt begonnen. In rund 2.300 Fällen wurden finanzielle Unterstützungen und in über 1.700 Fällen die Kostenübernahme einer Psychotherapie beschlossen. Offene Fälle können bis Ende 2018 abgerechnet werden. Für die Opfer von Gewalt gibt es volle Akteneinsicht sowie Zugang zu allen Archiven.

Sozialstadträtin Sonja Wehsely:

Das Leid der Betroffenen kann nicht rückgängig gemacht werden, aber wir haben viel unternommen um eine Entstigmatisierung der Betroffenen zu gewährleisten und den Opfern finanzielle und therapeutische Hilfestellung zu geben.

Transparenz, Qualitätssicherung und Kontrollen

Heuten leben Kinder und Jugendliche in kleinen Wohneinheiten. Eine Abschottung in geschlossene Systeme gibt es nicht. Die veränderte Wohnstruktur und der Personalschlüssel sorgen dafür, dass die Kinder und Jugendlichen in einer altersadäquaten Umgebung aufwachsen. Transparenz, eine hohe Qualitätssicherung und ein dichtes Netz an Kontrollinstanzen sorgen dafür, dass die Kinder und Jugendlichen sicher und gut betreut leben können.

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