4. Wiener Integrations- und Diversitätsmonitor

Cover des Integrations- und Diversitätsmonitors

Im November 2017 wurde der 4. Wiener Integrations- und Diversitätsmonitors präsentiert. Der Monitor dient dazu, konkrete Ziele und Maßnahmen auf Basis fundierter Daten zu erarbeiten. Mit der vierten Ausgabe blickt die Stadt Wien auf zehn Jahre Integrations- und Diversitäts-Monitoring zurück.

Der Integrations- und Diversitätsmonitor zeigt auf, welche Veränderungen in der Einwanderungsgesellschaft und ihren Institutionen in den letzten Jahren stattgefunden haben und welche Herausforderungen die Stadt Wien bewältigen muss. Der Monitor bildet Bevölkerungsveränderungen seit 1961 ab und verdeutlicht, dass die Veränderungen seit 55 Jahren mehrheitlich von Zuwanderung aus dem In- und Ausland bestimmt sind.

Integrationsstadtrat Jürgen Czernohorszky: "Kaum eine andere Stadt in Europa verfügt über derart umfassendes und vor allem differenziertes Wissen. Auf über 250 Seiten dokumentiert die Stadt Wien Chancen und Herausforderungen im Bereich der Integration und Diversität."

Ergebnisse

In den vergangenen zehn Jahren ist die Wiener Wohnbevölkerung um elf Prozent beziehungsweise fast 190.000 Menschen angewachsen. Menschen aus über 190 Herkunftsländern leben in Wien, mehr als ein Drittel der Wienerinnen und Wiener sind im Ausland geboren. 61 Prozent der zugewanderten Wienerinnen und Wiener leben schon seit mindestens zehn Jahren in Wien.

Trend zu mehr Bildung und höheren Bildungsabschlüssen

Der Integrationsmonitor zeigt, dass die Bildungsbeteiligung nach der Pflichtschule insgesamt steigt. Ebenso ist ein Trend hin zu höheren Bildungsabschlüssen, also von der Matura aufwärts, zu beobachten. Je kürzer die Zuwanderung zurückliegt, desto höher ist der Grad der Bildung. Gleichzeitig zeigt der Monitor auf, dass Bildungsstand und Ausbildungsbeteiligung stark differenziert sind.

Die Stadt setzt daher Maßnahmen für Personen, die nach dem Pflichtschulalter mit geringer Bildung nach Wien kommen, wie das Jugendcollege und neue zielgruppenspezifische Projekte wie "Interspace für Jugendliche". Sie bilden die Brücke zur Schule, zur Lehre und zum Arbeitsmarkt.

Demokratische Teilhabemöglichkeit gewinnt an Bedeutung

Die Ergebnisse des Monitors zeigen auch, dass die Frage der demokratischen Teilhabemöglichkeiten für die Wienerinnen und Wiener zunehmend an Bedeutung gewinnt. Über ein Viertel der Wienerinnen und Wiener ist vom Wahlrecht ausgeschlossen, weil sie nicht die österreichische Staatsbürgerschaft besitzen. Das trifft viele Menschen, die schon mindestens zehn Jahre in Wien leben, aber die Einkommensvoraussetzungen für die Staatsbürgerschaft nicht erfüllen.

Mitbestimmung stärkt die Integration und den sozialen Zusammenhalt. Die Stadt Wien wird daher gemeinsam mit Expertinnen und Experten sowie in Zusammenarbeit mit anderen Bundesländern Möglichkeiten demokratischer Partizipationsmöglichkeiten beraten.

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