Gedenktafel für Sozialpolitikerin Burjan

Österreichische Volkspartei-Klubobmann Manfred Juraczka, Bürgermeister Michael Häupl und die Initiatorin Gemeinderätin Gurdun Kugler enthüllen eine Gedenktafel

ÖVP-Klubobmann Manfred Juraczka, Bürgermeister Michael Häupl und die Initiatorin Gemeinderätin Gurdun Kugler (v.l.n.r.)

Die Stadt Wien ehrt Hildegard Burjan, die erste weibliche Parlamentarierin der Ersten Republik, mit einer Gedenktafel im Arkadenhof des Wiener Rathauses. Burjan wurde 1919 im Zuge der ersten freien und gleichen Wahl in der Geschichte der Ersten Republik ins Hohe Haus gewählt. 1918 war sie bereits in den Wiener Gemeinderat eingezogen. Die Sozialpolitikerin war Teil der großen Koalition zwischen Christlich Sozialen und der Sozialdemokratischen Partei Österreichs, die unter anderem den Achtstundentag durchgesetzt und die Arbeiterkammer ins Leben gerufen hat.

Bürgermeister Michael Häupl: "Hildegard Burjan war nicht nur eine hervorragende Sozialpolitikerin im Wiener Gemeinderat und im Parlament, sie war auch durch und durch Humanistin. Und das bereits zu ihren Lebzeiten in einem heute immer noch fortschrittlichen und unkonventionellen Sinn."

Biografie

Hildegard Burjan wurde 1883 als zweite Tochter einer jüdisch-liberalen Familie geboren. Nach dem Studium der Philosophie in Zürich zog sie nach Wien und konvertierte zum Christentum. Vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs gründete sie den Verein der christlichen Heimarbeiterinnen, der sich für gerechte Entlohnung einsetzte. Während des Krieges engagierte sie sich bei zahlreichen Hilfsprojekten. 1918 zog Burjan in den Wiener Gemeinderat ein und hatte ab 1919 ein Mandat für die Christlich Soziale Partei im Parlament inne. Im selben Jahr gründete sie die Schwesterngemeinschaft Caritas Socialis. Burjan starb 1933 im Alter von 50 Jahren. Im Jahr 2012 wurde sie im Stephansdom von Kardinal Angelo Amato seliggesprochen.

Hildegard Burjan - Wien Geschichte Wiki

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