Gemeinderat der Bundeshauptstadt Wien 22. Wahlperiode 8. Sitzung vom 16. und 17. Dezember 2025 (1. Sitzungstag vom 16. Dezember 2025) Wörtliches Protokoll Inhaltsverzeichnis 1. Entschuldigte Gemeinderätinnen bzw. Gemeinderäte S. 3 2. Mitteilung des Einlaufs S. 3 3. 1570419-2025-GFW; MA 5, P 1: Voranschlag der Bundeshauptstadt Wien für das Jahr 2026 1530115-2025-GFW; MA 5, P 2: Überprüfung der öffentlich-rechtlichen Geldleistungen und tarifmäßigen Entgelte durch den Gemeinderat Berichterstatterin Amtsf. StRin Barbara Novak, MA S. 3 Allgemeine Beratung des Voranschlages 2026 sowie der Überprüfung der öffentlich- rechtlichen Geldleistungen und tarifmäßigen Entgelte Rednerinnen bzw. Redner: GR Harald Zierfuß S. 10 StR Dominik Nepp, MA (zur Geschäftsordnung) S. 13 GRin Dipl.-Ing. Selma Arapovic S. 13 StRin Mag. Judith Pühringer S. 14 StR Dominik Nepp, MA S. 16 GR Mag. Josef Taucher S. 18 StRin Dr. Katarzyna Greco, MIEM S. 21 GRin Theresa Schneckenreither, MSc (tatsächliche Berichtigung) S. 23 GR Markus Ornig, MBA S. 23 GR Harald Zierfuß (tatsächliche Berichtigung) S. 24 StR Peter Kraus, MSc S. 25 GR Maximilian Krauss, MA S. 26 GR Christian Deutsch S. 28 GR Dipl.-Ing. Dr. Stefan Gara S. 31 GR Georg Prack, BA S. 32 StRin Mag. Ulrike Nittmann S. 34 GR Anton Mahdalik S. 36 StR Stefan Berger S. 37 Beratung der Geschäftsgruppe für Finanzen, Wirtschaft, Arbeit, Internationales und Digitales Rednerinnen und Redner: GR Hannes Taborsky S. 39 GR Markus Ornig, MBA S. 42 GRin Theresa Schneckenreither, MSc S. 44 GR Ing. Udo Guggenbichler, MSc S. 46 GR Mag. Thomas Reindl S. 48 GRin Sabine Keri S. 50 GR Hannes Taborsky (tatsächliche Berichtigung) S. 51 GRin Dr. Maria In der Maur-Koenne S. 51 GR Johann Arsenovic S. 52 GR Mag. Bernd Saurer S. 53 GRin Yvonne Rychly S. 54 GR Lorenz Mayer S. 55 GRin Dr. Arabel Bernecker-Thiel S. 56 GR Jaafar Bambouk, MA S. 57 GR Paul Johann Stadler S. 58 GR Dr. Sascha Obrecht S. 60 GR David Ellensohn (tatsächliche Berichtigung) S. 62 GR Theodor Felix Löcker S. 63 Amtsf. StRin Barbara Novak, MA S. 64 Beratung der Geschäftsgruppe Klima, Umwelt, Demokratie und Personal Rednerinnen und Redner: GRin Dipl.-Ing. Elisabeth Olischar, BSc S. 66 GR Dipl.-Ing. Dr. Stefan Gara S. 67 GRin Christina Wirnsberger S. 69 GR Michael Stumpf, BA S. 70 GRin Sara do Amaral Tavares da Costa S. 71 GRin Sabine Keri S. 72 GRin Mag. Angelika Pipal-Leixner, MBA S. 73 GRin Dr. Jennifer Kickert S. 75 GR Harald Stark S. 75 GR Mag. Gerhard Spitzer S. 76 GR Mag. Lukas Burian S. 77 GRin Christina Wirnsberger (tatsächliche Berichtigung) S. 78 GRin Mag. Heidemarie Sequenz S. 78 GR Clemens Gudenus S. 79 GRin Patricia Anderle S. 80 GRin Mag. Barbara Huemer S. 82 GR Roman Schmid S. 83 GRin Mag. (FH) Susanne Haase S. 83 GR Michael Stumpf, BA S. 85 Amtsf. StR Mag. Jürgen Czernohorszky S. 85 Beratung der Geschäftsgruppe Kultur und Wissenschaft Rednerinnen und Redner: GRin Ing. Judith Edelmann S. 87 GR Thomas Weber S. 89 GRin Mag. Ursula Berner, MA S. 91 GR Lukas Brucker, MA S. 94 GRin Mag. Dr. Ewa Samel S. 95 GR Dr. Michael Gorlitzer, MBA S. 97 GR Dipl.-Ing. Dr. Stefan Gara S. 99 GR Felix Stadler, BSc, MA S. 100 StR Stefan Berger S. 101 GR Petr Baxant, BA S. 103 GRin Mag. Ursula Berner, MA (tatsächliche Berichtigung) S. 104 GR Michael Stumpf, BA S. 104 GRin Patricia Anderle S. 105 GRin Katharina Weninger, BA S. 106 Amtsf. StRin Mag. Veronica Kaup-Hasler S. 107 Ordnungsruf an GR Ing. Udo Guggenbichler, MSc S. 48 Ordnungsruf an GR Michael Niegl S. 62 (Beginn um 9.02 Uhr.) Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Einen schönen guten Morgen, meine Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen! Willkommen zur 8. Sitzung des Wiener Gemeinderates! Die Sitzung ist eröffnet. Ganztägig verhindert sind GRin Däger-Gregori, MSc, GR Flicker, GR Mag. Kowarik, GRin Mag. Mag. Malle, GR Mag. Schober, GRin Schütz, MA. Zeitweise verhindert sind GRin Akcay, GR Dipl.-Ing. Al-Rawi, GR Arsenovic, GRin Frühmesser-Götschober, GRin Mag. Hungerländer, MSc, GR Irschik, GR Neumayer, MA, GR Niegl, GR Prof. Mag. Dr. Schmid, GR Schulz, GR Felix Stadler, BSc, MA. Bevor wir zur Erledigung der Tagesordnung kommen, gebe ich gemäß § 15 Abs. 2 der Geschäftsordnung bekannt, dass von Gemeinderatsmitgliedern des Klubs der Wiener Freiheitlichen elf, des Grünen Klubs im Rathaus zwei und des ÖVP-Klubs der Bundeshauptstadt Wien neun schriftliche Anfragen eingelangt sind. Vor Sitzungsbeginn ist von Gemeinderatsmitgliedern des Klubs der Wiener Freiheitlichen ein Antrag eingelangt. Den Fraktionen wurden die Anträge schriftlich bekannt gegeben. Die Zuweisungen erfolgen wie beantragt. Gemäß § 73 Abs. 1 der Wiener Stadtverfassung wurden folgende Ersuchen an den Stadtrechnungshof eingebracht: von den GemeinderätInnen Zierfuß, Korosec, Olischar, Flicker, Edelmann, Keri, Taborsky, Gorlitzer, Mayer, Hungerländer, Prack, Ellensohn, Huemer betreffend Transparenz und Kostenkontrolle bei Großprojekten der Stadt Wien; vom Grünen Klub im Rathaus betreffend Bestellung eines Geschäftsführers in der "Wirtschaftsagentur Wien. Ein Fonds der Stadt Wien" ohne eigenständige Leitungs- und Entscheidungsbefugnis, der diese auch nicht nach außen vertritt. - Innere Organisation des Fonds; von den GemeinderätInnen Ellensohn, Kickert, Stadler, Schneckenreither, Wirnsberger, Stark, Löcker, Aslan, Sequenz, Prack, Malle, Berner, Bambouk betreffend die IT-Systeme des FSW, insbesondere im Hinblick auf Datenschutz, Datensicherheit und Kosten. Diese Prüfersuchen wurden an den Stadtrechnungshof weitergeleitet. Von der Bezirksvertretung Margareten wurde ein Antrag betreffend Steg zwischen Wiental-Terrasse und U-Bahn- Station Pilgramgasse - Benennung nach Auguste Bailly eingebracht. Diesen Antrag weise ich der Amtsführenden Stadträtin der Geschäftsgruppe für Kultur und Wissenschaft zu. Bevor wir zur Tagesordnung kommen, liebe Kolleginnen und Kollegen: Vor einigen Tagen hat ein Mitglied unseres Hauses einen ganz besonderen Geburtstag gehabt, und ich glaube, man darf es auch sagen, nämlich den 85. Ich habe mir daher erlaubt, Frau Korosec - die Feierlichkeiten waren ja schon, aber da man nicht vorher feiern darf, sondern erst nachher -, Ihnen ein paar Süßigkeiten auf den Platz zu legen (Heiterkeit.), damit die Sitzung leichter vonstattengeht. Alles Gute zum Geburtstag! (Allgemeiner Beifall. - GRin Ingrid Korosec erhebt sich von ihrem Sitzplatz und dankt mit einer Verbeugung.) Wir wünschen Ihnen viel, viel Gesundheit und auch viele schöne Stunden bei uns hier im Haus. Alles Gute! Die Postnummern 1 und 2 der Tagesordnung betreffen den Entwurf des Voranschlages der Bundeshauptstadt Wien für das Jahr 2026 und die Überprüfung der öffentlich-rechtlichen Geldleistungen und tarifmäßigen Entgelte durch den Gemeinderat. Ich schlage vor, die Beratungen dieser zwei Geschäftsstücke zusammenzuziehen und die Verhandlungen nicht nach den zehn Gruppen des Voranschlagsentwurfes, sondern nach Geschäftsgruppen zu gliedern. Nach einem einleitenden Referat der Berichterstatterin zu diesen Geschäftsstücken, Frau Amtsf. StRin Novak, folgt die allgemeine Beratung und die Spezialdebatte über die Geschäftsgruppe für Finanzen, Wirtschaft, Arbeit, Internationales und Digitales. Voraussichtlich am Mittwoch diese Woche wird nach dem Schlusswort der Frau Amtsführenden Stadträtin der Geschäftsgruppe für Finanzen, Wirtschaft, Arbeit, Internationales und Digitales über die Anträge zu den genannten zwei Geschäftsstücken abgestimmt werden. Wird dagegen ein Einwand erhoben? - Das ist nicht der Fall. Daher darf ich die Frau Berichterstatterin, Frau Amtsf. StRin Novak, bitten, die Verhandlungen über die Postnummern 1 und 2 einzuleiten. Schönen guten Morgen! Ich bitte um die Budgetrede, Frau Stadträtin. Berichterstatterin Amtsf. StRin Barbara Novak, MA: Einen wunderschönen guten Morgen, sehr geehrter Herr Vorsitzender, sehr geehrte Damen und Herren Gemeinderäte, sehr geehrter Herr Bürgermeister, liebe Kolleginnen und Kollegen in der Wiener Stadtregierung, sehr geehrte und werte Beamtenschaft, die heute auch zahlreich gekommen ist, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer via Livestream und auf der Galerie, liebe Omi! (Heiterkeit und Beifall.) Ich darf Ihnen heute den Voranschlag der Bundeshauptstadt Wien für das kommende Jahr 2026 zur Diskussion und zur Beschlussfassung vorlegen, über den die Debatte, glaube ich, schon in den letzten Wochen und Monaten durchaus etwas Fahrt aufgenommen hat, der einerseits hier im Gemeinderat und Landtag in den unterschiedlichsten Gremien beziehungsweise Stunden diskutiert wurde, auch öffentlich durchaus schon intensiv diskutiert wurde - auch Details aus den einzelnen Geschäftsgruppen aus diesem Voranschlag -, der, denke ich, vor allem auch in den Einrichtungen und Organisationen in den letzten Wochen durchaus für intensive Behandlung gesorgt hat und schlussendlich auch bei der Bevölkerung angekommen ist. Ich darf berichten - in meinem Schlusswort werde ich dazu noch einmal Stellung nehmen -, dass auch 1 300 Stellungnahmen, zum großen Teil gleichen Inhalts oder gleichen Textes, eingegangen sind. Das heißt, die öffentliche Auflage wurde diesmal tatsächlich wahrgenommen und auch ausgenützt. Es gibt mir allerdings auch die Gelegenheit, einige der Argumente, die wir in den letzten Wochen und Monaten hier schon austauschen konnten, vielleicht auch schon in meinen Ausführungen zum Voranschlag mitzunehmen und argumentativ vielleicht mit der einen oder anderen Zahl auch entsprechend zu entgegnen. Lassen Sie mich vielleicht mit ein paar Zitaten aus der letzten Woche beginnen, wie zum Beispiel, dass es für die notwendige Erfüllung der vielen Aufgaben für die Bevölkerung auch eine tragfähige finanzielle Ausstattung durch Bund, Länder und Gemeinden geben muss und dass die angespannte wirtschaftliche Gesamtsituation deutlich zeigt, die Einnahmen können mit den steigenden Ausgaben nicht Schritt halten. Dazu drei zentrale Kennzahlen, nämlich dass vor allem die Ertragsanteile des Bundes rückläufig sind und damit sehr viele Bereiche seit dem Jahr 2024 nicht mehr ausreichend dotiert und finanziert werden können. Ein anderes Zitat: Grund für die erneute Sperre auch der Budgetposten ist die Ertragsanteilprognose des Finanzministeriums, die gegenüber der ursprünglichen Prognose mit 74 Millionen EUR darunter liegt. - Ähnliche Zitate gibt es von fast allen Kolleginnen und Kollegen aus allen Bundesländern und Landeshauptstädten und Städten in Österreich. Es beweist einmal mehr, dass wir hier gemeinsam eine große Konsolidierungsaufgabe zu stemmen haben, und es beweist vor allem, dass die Entwicklungen und die wirtschaftlichen Hintergründe, die uns alle jetzt in der Budgeterstellung für 2026 und in den folgenden Jahren beschäftigen, ähnlich sind. Wir sitzen, wenn man so will, gemeinsam im selben Boot, versuchen auch gemeinsam, dasselbe Ziel zu erreichen, und das haben auch die Verhandlungen zum Stabilitätspakt der letzten Wochen und Monate ganz eindeutig gezeigt. Es ist wichtig, denke ich, zu verstehen, vor welchem Hintergrund dieses Budget 2026 gestaltet, diskutiert und entwickelt wurde. Zum einen ist dies eine globale Situation, die uns natürlich auch betrifft, sind dies Faktoren, die auch auf den Standort Wien, auf den Standort Österreich Einfluss nehmen, einerseits natürlich die kriegerischen Auseinandersetzungen, insbesondere immer noch in der Ukraine und damit einhergehend immer noch instabile Energiepreise und Energiemärkte, die uns natürlich intensiv beschäftigen. Besonders beschäftigt uns gerade am Standort Wien auch die Unberechenbarkeit, die aus den USA auf uns hereinwirkt. Alleine die Zollpolitik, die Ankündigungspolitik des Präsidenten Trump verunsichert vor allem in Wien zum Beispiel die Pharmaindustrie, die ja sehr, sehr stark und ausgeprägt ist und die natürlich hinsichtlich der Frage der Investitionen in der Zukunft ganz maßgeblich auch nach Amerika blickt. In diesen global sehr unsicheren Zeiten zeigt sich, dass wir in der wirtschaftlichen Lage in Österreich doch offensichtlich zwei unterschiedliche Geschwindigkeiten haben. Wir haben auf der einen Seite ein Wirtschaftswachstum, das in Wien in den letzten Jahren immer positiv und um einiges besser als im Bundesschnitt ausgefallen ist, aber in Summe jedenfalls sehr defensiv ist. Wir haben in der Beschäftigung eine steigende Arbeitslosigkeit, eine rasant steigende dort, wo der Industriesektor besonders stark betroffen ist, also in Bundesländern wie zum Beispiel Oberösterreich oder Vorarlberg. Wir haben immer noch eine sehr hohe Inflation, die uns natürlich gemeinsam Sorgen bereitet und die jetzt schon sehr viele Jahre konstant sehr hoch und um einiges höher als im Europaschnitt ist und damit massive Auswirkungen auf die Kostenstruktur, insbesondere Betriebskostenstruktur, aber natürlich am Ende auch Personalkostenstruktur des öffentlichen Bereichs und des öffentlichen Dienstes und der intensiven Daseinsvorsorge hat. Und wie sich im Stabilitätspakt auch gezeigt hat - und wie ich eingangs schon erwähnt habe -, ist natürlich auch die nicht sehr gute Prognose der Ertragsanteile der letzten Jahre und vor allem die nicht kommenden Geldmittel, die in Aussicht gestellt wurden, für alle eine große Herausforderung, und das zeigt sich natürlich auch in der Ausgangssituation für das Budget 2026. Nun würde man vielleicht glauben, dass es, wenn man gemeinsam in einer ähnlichen Situation ist, dann auch einen Weg gibt. Es zeigt sich aber, diesen einen Weg gibt es nicht. Es gibt sehr unterschiedliche Herangehensweisen der Kolleginnen und Kollegen in allen Bundesländern, und ich möchte das gar nicht werten, sondern einfach nur als großen, wenn man so will, Blumenstrauß - wobei Blumenstrauß vielleicht bei der einen oder anderen Maßnahme nicht ganz die richtige Bezeichnung ist, aber als unterschiedliches Maßnahmenportfolio - aufzeigen. Es gibt Bundesländer, die den Weg des Verkaufs von Wohnbauförderungsdarlehen wählen, um so einmalig sehr viel Geld in die Kassen zu spülen und das Defizit damit zu verringern, wie zum Beispiel Niederösterreich oder Burgenland. Es gibt die Wege, Betriebsanteile, Betriebsbeteiligungen zu verkaufen, um so mit Einmaleinnahmen Defizite abzubauen. Gebührenerhöhungen sind eigentlich flächendeckend in ganz Österreich festzustellen, in den unterschiedlichsten Bereichen entsprechende Abgaben- und Gebührenvalorisierungen, die eingeführt werden oder wurden. Es gibt Auslagerungen und Privatisierungen, um damit auch Kosten zu verlagern; Bauprojekte, wie auch Straßenbauprojekte oder andere Bauprojekte, die eingestellt werden; Eigenheimförderungen, die abgeschafft werden; Gemeindebauten, die verkauft werden; oder Kürzungen zum Beispiel beim Heizkostenzuschuss - ganz, ganz viele unterschiedliche Maßnahmen, die jeweils der Weg des Bundeslandes oder der Stadt sind. Wien geht, wie man will, immer seinen eigenen Weg - den Wiener Weg. Und der Wiener Weg ist im Budget 2026 ein Balanceakt. Er ist ein Balanceakt zwischen einerseits der Finanzierung unseres Budgets - also im Hinblick auf Stabilitätspakt, auf Ratingagenturen, auf Sanktionsverfahren -, die Finanzierung der Stadt jedenfalls sicherzustellen und andererseits aber des ganz massiven Investierens in die Aufrechterhaltung der Daseinsvorsorge, der hohen Qualität unseres Gesundheitssystems, im Bildungsbereich, im Kulturbereich, im Sozialbereich et cetera, wobei es vor allem aber auch darum geht, das leistbare Wohnen nicht aus den Augen zu lassen. (Beifall bei SPÖ und NEOS.) Und es gilt - und das ist mir ganz besonders wichtig -, sehr, sehr stark in die Wirtschaft, in den Standort zu investieren. Wien wird - und ich werde nachher noch im Detail dazu kommen - sehr, sehr viel, nämlich so viel wie noch nie, in den Wirtschaftsstandort, in Maßnahmen, in Bauaktivitäten, in Infrastrukturprojekte, in Wirtschaftsförderung investieren und auch in Innovation, um auch in den nächsten Jahren einen wichtigen Beitrag für die Gesamtwirtschaftsentwicklung Österreichs zu leisten und damit auch die Ertragsanteile zu erhöhen. Diesen Beitrag leisten wir sehr gerne - und das natürlich mit Augenmaß, aber vor allem mit einer hohen Budgetdisziplin, die auch schon im heurigen Jahr im Vollzug durch alle Kolleginnen und Kollegen, alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den Tag gelegt wurde. Ja, es gibt Abstriche, und ja, wir werden das Defizit Schritt für Schritt bis 2030, so wie wir das auch in der Regierung, aber natürlich auch im Stabilitätspakt vereinbart haben, abbauen. Ja, es wird nicht mehr alles jederzeit und immer verfügbar sein, sondern wir werden ganz gezielt, und das haben die Kolleginnen und Kollegen auch sehr umsichtig gemacht, jeden Stein immer in die Hand nehmen, bewerten und dementsprechend dann auch budgetieren und umsetzen. Es wird jedenfalls aber so viel sein, nämlich über 22 Milliarden EUR, dass die lebenswerteste Stadt der Welt auch in Zukunft Wien heißt. (Beifall bei SPÖ und NEOS.) Kommen wir zum Zahlenwerk ein bisschen im Detail. Wir sehen bei den Hauptkennzahlen Einnahmen in der Höhe von 19,51 Milliarden EUR. Davon sind der größte Anteil, nämlich 44 Prozent, Ertragsanteile, also gemeinschaftlich erwirtschaftete Ertragsanteile. Ich glaube, es ist immer wichtig, zu erwähnen: Das sind keine Zuwendungen, Almosen des Bundes, um die man vielleicht nur bitten darf, sondern das sind gemeinsam getragene, erwirtschaftete Anteile, wozu wir als Stadt Wien auch einen sehr wesentlichen Beitrag leisten. Und wir sehen, dass eben diese Ertragsanteile zwar steigen, aber zu wenig stark steigen und dass sie vor allem nicht in der Form und in der Höhe gekommen sind, in der sie uns in den letzten Jahren prognostiziert waren. Ich möchte dazu jedenfalls auch ein paar Vergleichszahlen nennen. Die Ertragsanteile 2026 sind mit 8,583 Milliarden EUR dotiert. Wir sehen, dass die Prognose des Bundes für 2026 aus den letzten Jahren 8,85 Milliarden EUR war. Das sind alleine für das Jahr 2026 268 Millionen EUR weniger als ursprünglich prognostiziert, und die fehlen natürlich auch in diesem Budget und müssen dementsprechend konsolidiert werden. 2025 zum Beispiel waren die tatsächlichen Ertragsanteile 8,335 Milliarden EUR und die prognostizierten 8,547 Milliarden EUR. Also ja, sie steigen, aber sie sind nicht in dem Ausmaß gestiegen. Und das, wie schon eingangs erwähnt, beschäftigt alle Bundesländer und alle Städte, alle Gemeinden sehr intensiv und natürlich auch uns. Der zweite größere Einnahmenteil sind Förderungen und Transfers mit 3,814 Milliarden, das sind 19 Prozent. Das heißt, Sie sehen, der größte Teil, der hier ins Budget hineinfließt, ist von uns nur marginal bis gar nicht beeinflussbar, da sind wir in einer Abhängigkeit. 4 Prozent machen Gebühren aus, 14 Prozent Abgaben und 6 Prozent Dienstleistungen, die unsere Stadt erbringt und die dementsprechend auch durch monetäre Zahlungen gewürdigt werden. Damit zeigt sich auch an den Prozentsätzen, dass die Möglichkeiten, die die Stadt selbst hat, da einzugreifen, durchaus beschränkt sind. Insofern möchte ich an dieser Stelle die Forderung des Städtebundes, die Forderung des Gemeindebundes, die Forderung vieler, die mit Finanzpolitik zu tun haben und Verantwortung in dieser Republik übernehmen, unbedingt bekräftigen, dass es zu einer Erhöhung und einer Anpassung der Grundsteuer kommt. Das würde nicht nur viele Gemeinden österreichweit entlasten, das würde natürlich auch der Stadt Wien helfen. (Beifall bei der SPÖ und von GRin Dipl.-Ing. Selma Arapovic.) Ich denke, das ist eine durchaus nachvollziehbare und legitime Forderung, insbesondere weil diese Steuer schon lange nicht gepflegt wird. Ich kann sagen, dass der Einheitswert seit 53 Jahren - so alt bin ich noch nicht einmal geworden - nicht erhöht wurde und der Hebesatz seit 33 Jahren nicht erhöht wurde. Also eine Forderung des Städte- und Gemeindebundes und auch vieler Kolleginnen und Kollegen, die, glaube ich, durchaus nachvollziehbar ist. Ausgabenseitig haben wir 22,14 Milliarden EUR in dieses Budget dotiert. Das ergibt eben das auch schon sehr oft zitierte Defizit von 2,6 Milliarden EUR, wobei der größte Bereich mit 33 Prozent Gesundheit, Soziales und Sport ist, 23 Prozent am Gesamtbudget hat die Geschäftsgruppe Bildung. Der Rest teilt sich dann, wenn man so will, auf die anderen Geschäftsgruppen auf. Der Umwelt-, Klima- und Nachhaltigkeitsbereich ist mit 9 Prozent auch noch sehr gut dotiert. Da sind, und im Detail sage ich es noch, sehr viele Investitionen auch in den Wirtschaftsstandort enthalten, Investitionen, die auf die Höhe von 4 Milliarden EUR angewachsen sind - und damit 2026 um 400 Millionen EUR mehr betragen als 2024 im Rechnungsabschluss ausgewiesen - und die hier in die Stadt, in die Bauwirtschaft, in die Wirtschaft, in den Wirtschaftsstandort gepumpt werden. Nachfragewirksame Auszahlungen wird die Stadt in der Höhe von 7,426 Milliarden EUR aufweisen. Das ist ein deutliches Plus im Vergleich zum Voranschlag 2025, wo wir von 6,897 Milliarden EUR reden. Das heißt, dieses Budget ist ganz eindeutig ein Budget, das die Wirtschaft Wiens stärkt. Wir sind eine wichtige Partnerin für den Wirtschaftsstandort, und wir tragen damit ganz wesentlich zum Wirtschaftswachstum Österreichs bei. (Beifall bei SPÖ und NEOS.) Wirtschaftsmotor Wien - tatsächlich sind wir Wirtschaftsmotor für die gesamte Region. Wir haben im ersten Halbjahr ein Plus von 0,8 Prozent zu verzeichnen - österreichweit sind es 0,1 Prozent. Die Betriebsansiedelungen in Wien sind am steigen. Sieben von zehn neuen Betriebsansiedelungen finden hier in Wien statt. Ich kann ganz deutlich sagen - weil das hier argumentativ schon einmal ausgeführt wurde: Wir ziehen damit nicht aus den anderen Bundesländern ab, sondern wir akquirieren auch ganz gezielt Ansiedelungen von internationalen Betrieben hier am Standort Wien, die auch sehr gerne ihre Headquarters und ihre Betriebe bei uns ansiedeln. 5,1 Prozent mehr an Unternehmensgründungen - da spielen vor allem auch die Frauen eine ganz, ganz große Rolle. "Frau in der Wirtschaft" - ich durfte bei der Veranstaltung der Wirtschaftskammer dabei sein, die dazu auch eine sehr große Studie gemacht und sehr genau ausgearbeitet hat, in welchen Bereichen die Frauen da tätig werden. Es ist tatsächlich nicht so, dass dies nur im Care-Management der Fall ist, wo man prekäre Arbeitsverhältnisse vermuten würde, sondern Frauen sind in sehr vielen Branchen sehr gut unterwegs, auch schon viel stärker im Bereich der Digitalisierung und der MINT-Felder. Das freut mich sehr, dass die Frauen auch massiv das Unternehmertum für sich entdecken und dass da eine wachsende Zahl zu verbuchen ist. Wir haben ein Beschäftigungswachstum von 1,3 Prozent, 930 000 Menschen sind in dieser Stadt unselbständig erwerbstätig. Dazu braucht es vor allem auch ein ganz wichtiges Instrument, und das ist der waff, den wir auch im nächsten Jahr mit 149 Millionen EUR gut dotiert haben, um in die Fachkräfteausbildung, in die Ausbildung zu investieren. Das ist der Schlüssel nicht nur zum persönlichen wirtschaftlichen Erfolg, sondern es ist vor allem auch ein ganz wichtiger Faktor für die Wertschöpfung in unserer Stadt und dafür, da auch ganz gezielt Frauen anzusprechen, auch mit MINT-Förderprogrammen und der Mobilisierung von Zielgruppen, die gerade keinen Lehrabschluss mehr gemacht haben, und junge Frauen, wie zum Beispiel mit der Frauenarbeitsstiftung. Die Arbeitslosigkeit ist nach wie vor ein Thema, das uns intensiv beschäftigt, auch den waff und das AMS Wien, das natürlich auch eine ganz zentrale Rolle in der Arbeitsmarktvermittlung und in der Qualifizierung spielen muss. Wir haben am Wiener Arbeitsmarkt eine stabile Situation, die Arbeitslosigkeit steigt nicht mehr so stark wie in anderen Bundesländern. Das ist aber kein Grund, sich darüber zu freuen. Ganz im Gegenteil, wir sehen das als klaren Auftrag, auch im nächsten Jahr intensiv, auch in den unterschiedlichsten Kooperationen zwischen AMS, waff und unseren Einrichtungen, tätig zu sein. Das WIFO gibt uns im Oktober in seinem Bericht einen kleinen Hoffnungsschimmer. Jetzt hoffe ich dann immer auf valide Zahlen, dass diese Hoffnung sich dann im nächsten Jahr auch real umsetzen lässt. Das WIFO sagt, es gibt eine leichte Erholung, die ist in Aussicht. Die Inflation wird sich durchaus wieder nach unten bewegen, die Arbeitslosigkeit sollte nicht mehr steigen, und die Investitionen sollten im kommenden Jahr auch stärker ausfallen. Insbesondere stellt das WIFO in Aussicht, dass die Mobilisierung von privatem Kapital auch wieder stärker möglich sein sollte, was der Wirtschaftsentwicklung in Summe natürlich sehr, sehr guttun würde. Wien hat als Wirtschaftsstandort seine Stärken, und diese Stärken zeigen sich auch in den Schwerpunktsetzungen im nächsten Jahr. Eine große Stärke des Wiener Standortes ist der Tourismus. Wir haben im ersten Halbjahr 2025 ein Plus von 4,5 Prozent an Nächtigungen zu verzeichnen. Der Landtag hat ja am Freitag in der Aktuellen Stunde auch schon intensiv dazu diskutiert. 18,9 Millionen Nächtigungen und 52 000 Menschen, die in dieser Branche in Wien tätig sind - also ein ganz starker Beschäftigungsbereich. Im Kongress- und Messetourismus sind wir unangefochten Number One. Das ist auch sehr wichtig und gut so, weil diese Gäste natürlich auch besonders hohe Wertschöpfung am Standort lukrieren. Ich freue mich daher, dass auch die Buchungslage der großen internationalen Konferenzen und Kongresse in den nächsten Jahren sehr gut und sehr hoch ist, dass man sehr gerne nach Wien kommt und nicht nur seine Tagung hier durchführt, sondern auch mit Projekten gemeinsam mit der Bevölkerung und den Organisationen und Einrichtungen thematisch arbeitet. Wir sind eine sehr, sehr gute Gastgeberin für Messe und Kongress hier in Wien. (Beifall bei SPÖ und NEOS.) Der zweite Bereich, den wir sehr gerne stärken, weil er einer ist, der sich in den letzten Jahren sehr gut entwickelt hat, ist der ganze Bereich Life Sciences und Biotech. Wir haben hier auch sehr viel investiert. Inzwischen sind alle top 20 Player der Welt hier in Wien mit ihren Unternehmungen angesiedelt, die meisten davon auch mit Produktion und Forschung. Und dann gibt es natürlich auch einige, die sehr groß herausstechen, wie Boehringer Ingelheim oder Takeda, die auch sehr viel in den Standort, in die Forschung und in die Innovation investieren - gemeinsam mit uns. Ich möchte da auch kurz den Antrag erwähnen, der im Gemeinderat ja beschlossen wird: 150 Millionen EUR für AITHYRA gemeinsam mit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften - ein, glaube ich, absolutes Vorzeigeprojekt, um diese Branche zu stärken. Auch da sind 50 000 Menschen am Standort Wien beschäftigt. Wir sehen also, da hat sich ein sehr gleichwertiger Bereich gut entwickelt. Der Bereich Digitalisierung und KI und vor allem auch Quantenforschung ist einer, der in Wien auch immer stärker und zum Teil mit der Quantentechnologie in einer guten Tradition zu Hause ist. Auch da sehen wir eine sehr hohe Wertschöpfung. Auch das werden wir im kommenden Jahr gezielt mit Forschungs- und Wirtschaftsförderung aus der Wirtschaftsagentur unterstützen. Und schlussendlich ist vor allem der Bereich der Green Industry, der Green Jobs, der Nachhaltigkeit auch in Wien ein großer Schwerpunkt, der sich sehr, sehr gut entwickelt. Also vier Bereiche, wo wir im nächsten Jahr auch mit den Förderprogrammen gezielt hineingehen, um damit unsere Stärken am Wiener Standort noch zusätzlich zu unterstützen. (Beifall bei SPÖ und NEOS.) 284 Millionen EUR wird die Wirtschaftsförderung 2026 für diese Bereiche anzubieten haben. Diese Bereiche, die ich jetzt erwähnt habe, sind auch jene, bei denen uns der Draghi-Report - wie man erkennt, wenn man sich diesen im Detail durchliest -, auf jeden Fall recht gibt, dass wir diesen Weg einschlagen. Denn die Handlungsfelder, die dort auch klar ausgesprochen werden, sind einerseits das Schließen der Innovationslücke - und genau diese Innovation brauchen wir natürlich, um die Produkte, um die Dienstleistungen der Zukunft auch zu entwickeln und anzubieten -, andererseits Dekarbonisierung - ein ganz, ganz großer Schwerpunkt von vielen Kolleginnen und Kollegen in allen Geschäftsgruppen mit ganz, ganz vielen Projekten, wie ich dann in den Ressorts noch ausführen darf - und die Souveränität und Unabhängigkeit Europas zu stärken. Auch da sind wir als Stadt Wien Vorreiterin, insbesondere wenn es um Digitalisierung und KI geht. Ich möchte jetzt zum Bereich Gesundheit und Soziales kommen, einem Bereich, der hier auch intensiv diskutiert wurde. Wir sehen, dass gerade dieses Ressort auch zur Wirtschaftsleistung dieser Stadt einen sehr, sehr wichtigen Beitrag leistet. Gerade im nächsten Jahr wird der WIGEV intensive Sanierungs- und Bauprojekte fortführen und umsetzen. Ich denke da zum Beispiel an die Klinik Ottakring, die jetzt so richtig Fahrt aufnimmt und für die auch das neue Gebäude Richtung Flötzersteig hinauf entsteht, oder die Klinik Hietzing, wo der Zentralbau entlang der Hermesstraße 26 errichtet wird. Ein ganz besonders wichtiges Projekt ist das ELKI, das Eltern-Kind-Zentrum, wo 2026 der Neubau der Geburtshilfe startet, die Neonatologie und die Pädiatrie, also sehr wichtige Bereiche und Investitionen. Die Ebenen 13 und 14 der Intensivmedizin werden modernisiert und saniert. Und - das ist, glaube ich, das, was auch die Bevölkerung noch am stärksten spürt - die regionalen Gesundheitszentren werden mit absolut viel Engagement - auch von dir, wie ich weiß, Peter - umgesetzt. Ziel ist es, 2030 169 dezentrale Einrichtungen zu haben, und 2026 wird auch viel dazu getan, eine gemeinsame Finanzierung über die Zielsteuerung. Ich glaube, es ist auch gut, dass uns das immer wieder gelingt. Allerdings müssen diese Mittel, wie ich weiß und vor sechs Monaten selbst diese Erfahrung machen durfte, tatsächlich jedes Mal neu erkämpft werden und mit viel Engagement nach Wien geleitet werden. Dafür auch ein herzliches Dankeschön! (Beifall bei SPÖ und NEOS.) Die Pflegeausbildung, die uns ja auch seit einigen Jahren mit sehr hohen Investitionsvolumen begleitet hat - wenn ich an den Neubau der kompletten Fachhochschule für Pflege am Campus Wien denke -, ist jetzt im Vollbetrieb und bildet großartige Pflegerinnen und Pfleger aus. Sie geht natürlich dementsprechend weiter, auch in der Kooperation mit dem Ausbildungsgeld und dem waff - ein wichtiges Erfolgsmodell, das auch auf der Idee unseres Bürgermeisters beruht. Der FSW, darüber wird sicher heute oder morgen beim Ressort noch im Detail sehr intensiv diskutiert werden, übernimmt wieder sehr viele Angebote und Kofinanzierungen auch mit meinem Ressort - und dafür ein großes Dankeschön -, insbesondere College 25+, wofür 1 Million EUR investiert wird, auch in die Ausbildung; Impuls, mit 3,8 Millionen EUR ein sehr wichtiges Projekt, auch in der Kofinanzierung; und natürlich die Pflege sowie der Sozialbereich. Ich weiß, dass das Winterpaket jedenfalls im Budget 2026 auch ausreichend dotiert ist, aber das werdet ihr sicher noch diskutieren. (Beifall bei der SPÖ und von VBgm.in Mag. Bettina Emmerling, MSc.) Der Bildungsbereich hat ein Plus von 18,49 Prozent aufzuweisen. 102 000 Kinder sind im beitragsfreien Kindergarten, den wir erhalten konnten. Der Gratiskindergarten ist auch 2026 allumfassend gesichert. Das ist unter den Umständen dieser Konsolidierung nicht selbstverständlich - und es ist auch in anderen Bundesländern nicht selbstverständlich, wo neue Beiträge eingehoben wurden. Ich glaube, wir können sehr stolz darauf sein, dass uns das in diesem Budget gelungen ist. (Beifall bei SPÖ und NEOS.) Ähnliches gilt auch für die Gratis-Ganztagesschule und weitere Bildungsinfrastrukturprojekte, die sehr, sehr hoch dotiert wurden. Allein 281 Millionen EUR gehen in die Bildungsinfrastruktur, plus 32,27 Millionen EUR für die Bezirke aus SUSA I und SUSA II. Also auch das sind, glaube ich, Zahlen, die zeigen, dass wir auch in diesem Ressort durchaus Wirtschaftsnachfrage generieren und einen wichtigen Beitrag auch für die Bauwirtschaft leisten. Nebenbei gibt es noch einen WLAN-Ausbau, der mit 16,5 Millionen EUR zu Buche schlägt und auch in die Digitalisierung und Innovation unserer Schulen wirkt. Das leistbare Wohnen, das leistbare Leben ist ein zentraler Punkt und ganz wichtig in dieser Stadtregierung. Ich habe vorhin schon erwähnt, was mit Wohnbauförderungsmitteln zum Teil auch geschieht - nicht so in Wien. In Wien investieren wir in leistbares Wohnen, in die Wohnbauförderung, in den Wohnbau, in den Neubau, mit sehr wichtigen neuen Gemeindebauten, die auch auf Schiene gebracht und heuer schon eröffnet und übergeben worden sind. Auch nächstes Jahr stehen einige Projekte an -, bei der Sanierung, die ganz wichtig ist, auch um einen wichtigen Beitrag zu "Raus aus Gas" und zur Dekarbonisierung zu leisten. 13 500 Objekte sind davon 2026 betroffen, also das sind schon Dimensionen, die sehr herzeigbar sind. Die Amtsgebäudesanierung, auch für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber vor allem natürlich für unsere Kundinnen und Kunden, die WienerInnen, macht auch Fortschritte - sechs Projekte sind 2026 geplant und auch dotiert. Die Wiener Volkshochschulen haben ein Sanierungsprogramm mit insgesamt 75 Millionen EUR, und da gehen auch drei neue Projekte 2026 an den Start. Ganz zentral auch für mich als Wirtschaftsstadträtin ist - und auch da zeigt sich wieder, wie intensiv gerade die Bauwirtschaft aus deinem Ressort, Kathi, unterstützt wird: Wir haben 54 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Beschäftigte in diesem Bereich, die Wertschöpfung liegt bei 4,1 Milliarden EUR. Das ist für Wien sehr, sehr wichtig. Durch das Wohnbauoffensive-Programm 2024+ sind nächstes Jahr 14 500 Einheiten von deiner Förderung betroffen - und dafür ein großes Dankeschön, denn es ist auch für die Wirtschaft unendlich wichtig. Es geht hier also nicht nur um das leistbare Wohnen, sondern auch darum, dass wir unseren Wirtschaftsbeitrag leisten. (Beifall bei SPÖ und NEOS.) Ich möchte daher in deinem Ressort unbedingt auch auf die Frauen eingehen. Wien ist die Stadt der Frauen - ich kann es nur abermals betonen -, und das einerseits deshalb, weil wir auch Rahmenbedingungen schaffen und du immer wieder darauf pochst, dass nicht nur am Arbeitsmarkt und in der Wirtschaftsförderung Frauen einen ganz, ganz deutlichen Stellenwert bekommen, mitgedacht, mitunterstützt werden und dafür ganz gezielte Programme entwickelt werden - alles zum Thema MINT und Digitalisierung, wo wir jetzt auch echt Fortschritte machen, weil man so hartnäckig dranbleibt, den Töchtertag, die Mädchenförderung, die in deinem Ressort angesiedelt ist -, aber andererseits natürlich, und das ist einer der wesentlichen Hebel, durch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, durch den Gratiskindergarten, durch die Ganztagesschul-Infrastruktur, die wir in Wien haben - das macht es erst möglich, dass Frauen selbstbestimmt in dieser Stadt so gut leben können und sich entwickeln können. Da schaust du immer ganz besonders darauf. Ich kann jedenfalls versprechen: 2026 ist es perfekt abgedeckt. Und ich danke dir, dass du in deinem Ressort insbesondere im Bereich Gewaltschutz keinerlei Abstriche gemacht hast und dort ganz intensiv auch weiter Mittel einsetzt. (Beifall bei SPÖ und NEOS.) Der Kulturbereich überstrahlt immer alles. Ich lege dir jetzt quasi etwas in dein Ressort, Veronica, das natürlich stark aus meinem Bereich betreut und intensiv gefördert wird, nämlich den Eurovision Song Contest. Eigentlich ist er eine Kulturveranstaltung, und deshalb bin ich der Meinung, er gehört genau da auch erwähnt, denn Kultur, Musik soll Brücken bauen, soll verbinden, soll uns zusammenführen. Leider ist aus dieser größten internationalen Kulturveranstaltung jetzt ein großes Politikum geworden. Trotzdem bin ich tief davon überzeugt, dass wir 2026 eine großartige Gastgeberin für den ESC sein werden, dass wir mit den unglaublich vielen Side-Events, die gerade auch aus deinem Ressort ganz viel und intensiv genährt werden, mit vielen, vielen Kooperationen und Partnerschaften, die da stattfinden, die Stadt für die BesucherInnen in dieser Zeit erlebbar, spürbar und, ja, auch soweit erkennbar machen, dass sie wiederkommen. Wir wissen ja, dass der ESC in den Folgejahren eine ganz hohe Wertschöpfung auch für den Tourismus lukriert und dann weiterwirkt. Das ist vor allem auch durch die vielen Kooperationen mit deinen Organisationen und Einrichtungen der Kultur möglich. Du wirst nächstes Jahr auch ganz viel ins neue Theater in der Gumpendorfer Straße investieren, in dessen Sanierung; in die Wiener Symphoniker, die bei dir zu Hause sind und auch nächstes Jahr gute Unterstützung bekommen, in die Vereinigten Bühnen Wien, die jetzt wieder eine Erfolgsgeschichte an den Tag gelegt haben mit dem neuen Musical "Maria Theresia", einem tatsächlich feministischen Stück, das sehr sehenswert ist und das schon am ersten Tag der Premiere mit 100 000 verkauften Karten die Erfolgsgeschichte von "Falco" noch einmal toppt. Auch darauf können wir sehr stolz sein. (Beifall bei SPÖ und NEOS.) Ich weiß aber, dass dein Herz, Veronica, besonders für die freie Szene und auch für alternative Kultur- und Kunstprojekte schlägt. Neben den vielen Festivals, die auch nächstes Jahr die Stadt beleben werden - vom Kultursommer über die Festwochen, das Pop Festival und Ähnliches -, hast du für eine Stabilität auch in der freien Szene und im Theaterbereich gesorgt und hast einen guten Weg gefunden, auch das nächstjährige Budget mit 350 Millionen EUR gut einzusetzen. Ein Projekt, das uns gemeinsam begleitet und für das ich auch sehr dankbar bin, weil es den Wirtschaftsstandort und den Innovationsbereich stärkt, ist der Digitale Humanismus. Ein Projekt - eine Idee ursprünglich -, das immer mehr zu einer Institution, zu einer Selbstverständlichkeit wird, das über die Stadtgrenzen hinaus, über Europa hinaus schon sehr breit wirkt und eine Richtschnur für viele Technologieentwicklungen in der Digitalisierung ist, insbesondere jetzt auch im KI-Bereich, und bei dem, wie ich sehe, wir auch in Kooperationen mit Forschungsprojekten, mit UnternehmerInnen sehr gut punkten können. Du wirst mit dem Zentrum für Digitalen Humanismus einen wesentlichen, wichtigen weiteren Schritt setzen. (Beifall bei SPÖ und NEOS.) Klima und Umwelt - ich habe es schon erwähnt - ist ein Bereich, der auch im kommenden Jahr zu Recht gut dotiert ist, weil die Nachhaltigkeit natürlich auch nicht viel Verständnis für unsere Budgetprobleme hat. Der Klimawandel geht natürlich weiter, und die Anpassungsmaßnahmen müssen natürlich dementsprechend auch weitergehen. Renaturierung ist ein zentrales Anliegen in deinem Ressort, Jürgen; wir sehen das auch ganz deutlich an den Zahlen. Mit dem großen Naturschutzareal Breitenlee wurde ja - der 22. Bezirk freut sich - ein wirklich großer Wurf getätigt - und da gehört natürlich investiert. Dieses Renaturierungsprojekt wird dich sicher noch einige Jahre begleiten und ist eine wichtige Investition. Investitionen sind übrigens in diesem Ressort überall zu finden - und zwar auch in Dimensionen, die sich ganz stark auch in der Bauwirtschaft und in unserem Standort sichtbar machen. Alleine die Investitionen in Wien Kanal in der Höhe von 270 Millionen EUR - da geht es immer gleich um echt viel - oder die Trinkwasserstrategie 2050, die auf Grund des erhöhten Wasserbedarfs doch einiges an Investitionen auslöst. Es werden zum Beispiel jährlich 120 Millionen EUR in die Trinkwasserversorgung für die Zukunft investiert, der Trinkwasserspeicher Neusiedl am Steinfeld ist in Umsetzung. Ein neues Projekt, das uns 2026 auch begleiten wird, ist der Start für das neue Wasserwerk auf der Nordbrücke - also auch ein Projekt, das uns Nachhaltigkeit und gute Versorgung im Bereich der Daseinsvorsorge bringt. Du hast unzählige Projekte, die "Raus aus Gas" und unser gemeinsames Ziel, CO2-neutral zu werden, unterstützen. Ich denke, wir können deutlich sagen: Das Budget 2026 zeigt sehr viele Investitionen in den Klimaschutz und in die Nachhaltigkeit auf. Wir werden auch in diesem Bereich weiter Fahrt aufnehmen. (Beifall bei SPÖ und NEOS.) Ich darf an dieser Stelle noch meine höchste Wertschätzung und meinen Respekt für die Kolleginnen und Kollegen von der Personalvertretung und auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Magistrats deutlich machen, denn es ist tatsächlich so, dass natürlich ein sehr wichtiger Beitrag in der Verwaltung auch darin liegt, dass im Bereich der Überstunden sehr achtsam umgegangen wird, dass wir bei den Nachbesetzungen da oder dort - nämlich dort, wo sie nicht systemrelevant sind - auch eine zeitliche Streckung vorsehen. Dass man hier einen Beitrag auch als Mitarbeiterin und Mitarbeiter leistet - und das ist im Einvernehmen mit der Personalvertretung passiert -, ist immer Gegenstand harter Debatten, insbesondere wenn auch neue Abschlüsse gemacht werden, die wir hier auch übernommen haben, aber es ist ein wichtiger Beitrag zur Erhaltung der Qualität in unserer Stadt sowie ihrer Leistungen und Einrichtungen. Dafür ein großes Dankeschön! (Beifall bei SPÖ und NEOS.) Am Weg zur Klimamusterstadt kann man und soll man auch nicht am Mobilitätsressort vorbeikommen, denn da gab es schon in den letzten Jahren ganz wichtige Bereiche. Ich habe jetzt nachgelesen: 344 Projekte, wo Begrünung und Entsiegelung durchgeführt wurden, die schon Realität sind. Es sind viele Projekte, die auch für das nächste Jahr im Budget dotiert sind, aus deinem Ressort, Ulli. Ich denke da jetzt an den zweiten Teil der äußeren Mariahilfer Straße - lange diskutiert, aber jetzt ist es so weit, es folgen weitere 700 Meter -, auch an die Simmeringer Hauptstraße - also wir sind auch im Bereich der Außenbezirke sehr fleißig unterwegs - und den ersten Teil der Landstraßer Hauptstraße, die nächstes Jahr auf deiner Agenda stehen. Also große Projekte, die auch in der Sichtbarkeit, in der Lebensqualität, in der Aufenthaltsqualität dieser Stadt für die Wienerinnen und Wiener, aber auch für die Besucherinnen und Besucher sehr bedeutend sind. Donaukanal, Donauinsel, Pier 22. Pier 22 ist überhaupt eine Erfolgsgeschichte, die Wienerinnen und Wiener lieben es - auch dort geht es weiter. Also die Aufenthaltsqualität und die hohe Qualität im öffentlichen Raum sind vor allem ganz massiv deinem Engagement zu verdanken. Ich darf an dieser Stelle darauf hinweisen, weil es ganz wichtig ist, das immer wieder zu erwähnen: Natürlich ist die Mobilität in Wien ganz massiv auch von den Wiener Linien getragen und von einem der besten, großartigsten, qualitätsvollsten, schnellsten und mit den ausgezeichnetsten Intervallen ausgestatteten öffentlichem Netz, dem Öffi- Netz in dieser Stadt. Da brauchen wir uns gar nicht zu verstecken, und da bauen wir auch fleißig weiter. Natürlich geht der U-Bahn-Ausbau auch im kommenden Jahr 2026 weiter und ist auch ein wichtiger Beitrag für den Wirtschaftsstandort Wien. (Beifall bei SPÖ und NEOS.) Ich möchte langsam, denn ich habe noch 17 Minuten,- zum Schluss kommen und möchte gerne die Debatte um die Schulden und die Zinslast der Stadt aufgreifen, die ja in den letzten Wochen durchaus auch hier geführt wurde. Auch da gilt es, denke ich, die Balance zu finden, nämlich einerseits die Infrastruktur und die Daseinsvorsorge zu erhalten, also weiter zu investieren in die Bereiche, die ich jetzt genannt habe, weiterhin auch in den Wirtschaftsstandort zu investieren, weiterhin auch Dienstleistungen und Unterstützungen für den sozialen Zusammenhalt anzubieten, auch im Bildungsbereich Leistungen auf diesem hohen Niveau anzubieten - den Gratiskindergarten, die Gratis-Ganztagesschule et cetera zu erhalten - und die Standortqualität dieser Stadt auch weiterzuführen, aber auf der anderen Seite natürlich die Schuldenlast zu minimieren und vor allem auch die Zinsbelastung zu minimieren, und das gelingt natürlich nur mit einem Schritt-für-Schritt-Abbau des Defizits. Dieses Schritt-für-Schritt-Abbauen und die hohe Budgetdisziplin, der wir uns ja auch gemeinsam verschrieben haben, zeigen jetzt schon ganz deutlich Wirkung. Wir haben 2025 - heuer, im laufenden Jahr - am Beginn des Jahres einen prognostizierten Schuldenstand 2030 von 33 Milliarden EUR aufgewiesen. Das hat uns zu Recht sehr beschäftigt, auch das prognostizierte Defizit des heurigen Jahres von 3,8 Milliarden EUR. Es gab eine ganz, ganz klare Ansage des Bürgermeisters, im Vollzug noch Maßnahmen zu setzen und auch in den kommenden Jahren diese Defizite abzubauen und damit eben nicht auf diesen Schuldenstand anzusteigen. Wir haben jetzt mit dem Budget 2026 einen prognostizierten Schuldenstand 2030 von 27 Milliarden EUR, das sind 6 Milliarden EUR weniger, die wir schon durch die Maßnahmen des heurigen Jahres erreichen konnten. Und dieser Weg soll jedes Jahr weitergegangen werden. Jedes Jahr soll durch Defizitabbau auch dieser prognostizierte Schuldenstand reduziert werden, damit wir dann 2030 mit einem ausgeglichenen Defizit beziehungsweise mit einem ausgeglichenen Budget auch in den Schuldenabbau kommen können und damit jedenfalls auch die Zinsbelastung reduzieren können. Die Rücklagen sind auch immer wieder diskutiert worden. Rücklagen haben ja in unseren öffentlichen Budgets eine Besonderheit, sie müssen nämlich am Ende des Jahres cashfinanziert werden, und das heißt in unserem Fall fremdfinanziert werden. Damit macht es natürlich in der Logik unseres Budgets mehr als Sinn - und das ist auch eine Empfehlung des Stadtrechnungshofes, der uns das klar mitgibt -, Rücklagen abzubauen und einzusetzen, damit wir eben auch unsere Zinsbelastung reduzieren und diese Finanzierungen Ende des Jahres nicht vornehmen müssen. Das tun wir natürlich auch Schritt für Schritt im Budget 2026 wie schon in den vergangenen Budgets. Ich möchte daher zu meinem Beginn zurückkommen und noch einmal ganz deutlich darauf hinweisen, wie wichtig es ist, dass wir auch bundesweit Lösungen für Investitionen der Gemeinden, insbesondere im Bereich der Daseinsvorsorge, finden. Es gab diese Woche wieder einen Vorstoß unseres Bürgermeisters, für den ich sehr, sehr dankbar bin, der abermals unterstrichen hat, dass es notwendig ist, auch Investitionen in die soziale Infrastruktur - in Gesundheit, Bildung, aber auch in die Dekarbonisierung, wie zum Beispiel auch der Netzinfrastruktur et cetera - aus den Maastricht-Kriterien, aber jedenfalls aus den Defizitkriterien auszunehmen. Warum ist das so wichtig? - Das ist so wichtig, weil wir natürlich damit mögliche Sanktionsverfahren und damit Mehrkosten, die nicht notwendig wären, wenn es diese Form von Spielregeln nicht gäbe, vermindern könnten beziehungsweise vermeiden könnten. Das ist nicht nur unsere Meinung, es ist ... (StR Dominik Nepp, MA: Aber die Schulden bleiben hoch!) - Wenn Sie deutlich zuhören würden, Herr Nepp, dann wüssten Sie, dass es nicht um mehr Schulden geht, sondern dass es darum geht, Sanktionszahlungen zu vermeiden (StR Dominik Nepp, MA: Also mehr Schulden, weniger Sanktionen? Die kriegt man ja nur für mehr Schulden! Also nehmen wir die Schulden raus aus dem System!), die nur auf Grund eines Regelwerkes stattfinden, denn die Investitionen tätigen wir ja trotzdem. - Ich weiß, Sie tun sich schwer mit dem Zuhören, aber vielleicht klappt es doch irgendwann einmal. Ich gebe nicht auf. (Beifall bei der SPÖ.) Das ist natürlich nicht alleine unsere Meinung, sondern die Landeshauptleute und auch die Landesfinanzreferenten im Oktober, haben abermals einstimmig über alle Parteigrenzen hinweg - auch die Steiermark - folgenden Beschluss gefasst, und diesen Beschluss möchte ich gerne auch wörtlich zur Kenntnis bringen: "Darüber hinaus wird der Herr Bundesminister für Finanzen aufgefordert, sich für eine Ausnahme von Infrastrukturausgaben, Green-Deal-Maßnahmen, sozialer Infrastruktur wie Kinderbetreuung, Bildung, Krankenanstalten et cetera, Netzausbaukosten, Gesundheitsinfrastrukturkosten, analog den Rüstungs- und Verteidigungsausgaben, im EU-Regelwerk einzusetzen." - Diesen Beschluss gab es übrigens auch schon am 22. April 2015 und auch von den Landeshauptleuten am 8. November 2019. Das ist eine ganz wichtige Forderung und wichtige Maßnahme, um die Handlungsfähigkeit und die Investitionsfähigkeit der Gemeinden und der Länder auch in Zukunft zu stärken. Das Recht, das jetzt der Bundesminister für Finanzen zu Recht in Anspruch nimmt - nämlich das Recht, die Rüstungsausgaben, Investitionen im Bereich des Ressorts Tanner, geltend zu machen -, genau dieses Recht wollen wir für jene Infrastruktur, die für den sozialen Frieden in unserem Land, in unserer Stadt sorgt, auch sicherstellen. (Beifall bei SPÖ und NEOS.) Ich bin überzeugt, dass dieser im Budget 2026 eingeschlagene Weg, Schritt für Schritt in den Defizitabbau zu gehen und die Balance zu halten zwischen der Erhaltung unserer großartigen Stadt und der Organisationen, Institutionen und Dienstleistungen auf der einen Seite und eben auch der Finanzierbarkeit auf der anderen Seite, richtig ist. Ich weiß, dem einen geht es zu langsam, dem anderen geht es zu schnell. Vielleicht ist es deshalb in der Geschwindigkeit genau richtig, und der Weg ist genau der richtige. Ich denke, es werden uns auch die nächsten Jahre recht geben, so wie uns das Zahlenwerk schon im heurigen Vollzug sehr deutlich sagt, dass es der richtige Kurs ist. Wir werden diesen Weg jedenfalls entschlossen, gemeinschaftlich und freundschaftlich weitergehen, so wie auch die Erarbeitung dieses Budgets mit allen Kolleginnen und Kollegen sehr freundschaftlich und sehr entschlossen, manchmal vielleicht ein bisschen härter in der Debatte, aber jedenfalls auch an einem Strang ziehend war. Ich möchte mich auch sehr dafür bedanken, dass das so möglich war. Ich möchte mich bei allen KollegInnen in der Stadtregierung, beim Bürgermeister, insbesondere aber auch bei unseren Abteilungen, Unternehmungen und Institutionen, die bei dieser Budgeterstellung mitgewirkt haben, ganz herzlich bedanken. Ich weiß, es mussten viele dabei auch Grenzen für sie überschreiten und in diesen Prozess vielleicht viel intensiver hineingehen. Das wird auch die nächsten Jahre so sein. Es hört nicht auf, sondern dieser Weg gehört natürlich entschlossen weitergegangen. Ich möchte mich ganz herzlich bei der MA 5, bei der MA 6 und bei allen KollegInnen, insbesondere natürlich bei Finanzdirektor Christoph Maschek und bei Abteilungsleiter Erich Schwammenschneider, für die großartige Zusammenarbeit bedanken. (Beifall bei SPÖ und NEOS.) Abschließend noch ein großes Dankeschön auch an mein Team in meinem Büro. Wir haben tatsächlich sechs sehr intensive, aber - wie ich denke - auch sehr erfolgreiche Monate hinter uns. - Vielen herzlichen Dank für eure Arbeit und für euer Engagement. - Danke für die Aufmerksamkeit. Ich bitte um Zustimmung. (Beifall bei SPÖ und NEOS.) Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Ich danke der Frau Stadträtin für die Einleitung in die Debatte. Ich eröffne die Debatte über die Postnummern 1 und 2 der Tagesordnung. Als erster Redner ist Herr GR Zierfuß zu Wort gemeldet. Ich erteile es ihm. - Bitte schön. (GR Mag. Josef Taucher - in Richtung des mit einem Spaten ans Rednerpult tretenden GR Harald Zierfuß: Spatenobmann! - GR Harald Zierfuß - erheitert: Wir kommen schon noch dazu, lieber Joe! Wir kommen noch zum Spaten!) GR Harald Zierfuß (ÖVP): Sehr geehrter Herr Vorsitzender, sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Frau Finanzstadträtin, alle Stadträte, die noch da sind, werte Kolleginnen und Kollegen! Budgets sind in Zahlen gegossene Politik. Welche Schwerpunkte setzt man? Wie formt man die Zukunft unserer Stadt? Neben aller Schönrederei und neben allen Schuldzuweisungen von SPÖ und NEOS sprechen die Zahlen in diesem Budget eine sehr klare Sprache. Dieses Wiener Budget macht nämlich vor allem eines: neue Schulden in Milliardenhöhe für die nächsten Generationen. Sie sprechen bei diesem Budget von einem Wiener Weg. Ich möchte diesen Wiener Weg einmal übersetzen, sodass ihn jeder versteht: SPÖ und NEOS geben einfach viel zu viel Geld aus, und irgendwer, die nächsten Generationen, wird es dann schon zurückzahlen. Meine sehr geehrten Damen und Herren, das ist der falsche Weg. (Beifall bei der ÖVP.) Wenn wir jetzt über Schulden reden, dann sind das nicht irgendwelche Zahlen in einem Budget. Wir sprechen darüber, welche Chancen unsere Stadt in Zukunft hat und welche Stadt die jungen Menschen der nächsten Generation einmal übergeben bekommen. Vor allem sprechen wir davon, welche Last diese jungen Menschen einmal tragen oder besser gesagt abtragen müssen. Ich beginne bewusst mit einer kurzen Rückschau über die Dimension der Neuverschuldung, die diese Stadtregierung uns hier einbrockt. Von 2010 bis 2020 stiegen die Schulden der Stadt von 5,9 Milliarden EUR auf 10,5 Milliarden EUR. Das sind 400 Millionen EUR an neuen Schulden jedes Jahr. Ist das schon ein Ausmaß, das noch nie dagewesen ist und bei dem eine Renate Brauner als Finanzstadträtin in der Öffentlichkeit wirklich schlecht dagestanden ist - das kann man, glaube ich, recht objektiv sagen -, wären solche neue Schulden von 400 Millionen EUR jedes Jahr mittlerweile fast wünschenswert. Vergleichen wir diese Zahlen von 2010 bis 2020 mit denen von 2020 bis 2030 - mit Ihrer eigenen Prognose aus der mittelfristigen Finanzplanung -, dann kommt einem das Grauen. Statt 400 Millionen EUR an neuen Schulden planen Sie jetzt 2 Milliarden EUR an neuen Schulden jedes Jahr. Das Fünffache jener Neuverschuldung, die SPÖ und GRÜNE damals gemacht haben, machen jetzt SPÖ und NEOS. Meine sehr geehrten Damen und Herren, das ist die Selbstaufgabe der Budgetdisziplin dieser Stadtregierung. Sie reden sich die Wahrheit und die Welt schön. In Wahrheit aber rauben Sie den jungen Menschen in dieser Stadt die Zukunft. Das, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist schäbig. Das ist falsch. (Beifall bei der ÖVP.) Frau Finanzstadträtin, Sie haben vorhin gesagt, Sie haben im laufenden Jahr eingespart. Wir haben über diese 550 Millionen EUR, um die dann die Schuldenprognose zurückgegangen ist, ja auch schon viel diskutiert. Woher kommen diese 550 Millionen EUR? - Es waren nicht etwa Einsparungen. Es waren neue Einnahmen. Sie haben 200 Millionen EUR an Rücklagen aufgelöst, also vom Sparbuch einmal etwas ins Laufende hineinüberwiesen. Die Ertragsanteile, von denen Sie immer gemeint haben, dass sie sinken, sind höher ausgefallen, als Sie geplant haben. Sie haben mehr Abgaben eingenommen. Einsparungen waren da noch nicht drinnen. Wenn ich mich an den vorletzten Finanzausschuss zurückerinnere, dann war damals ja sogar noch die Rede davon, dass Sie noch einmal hunderte Millionen an Rücklagen aufgelöst haben, also einfach vom Sparbuch etwas ins Laufende hineinüberweisen. (GR Mag. Josef Taucher: ... Sparbuch!) Ich muss Ihnen schon ganz ehrlich sagen: Wenn Sie einfach mehr Einnahmen hineinbringen und die Ausgaben nicht senken, dann ist das kein Einsparen. Das bedeutet einfach nur, den nächsten Generationen die Rücklagen zu rauben, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.) Sie haben vorhin von den Ertragsanteilen des Bundes gesprochen, die - ich habe es Ihnen mitgebracht, wenn Sie sich die Grafik in der Langzeit vielleicht anschauen wollen (ein Schriftstück in die Höhe haltend) - in den letzten Jahren immer gestiegen sind. Ja, sie sind, so haben Sie gesagt, nicht so gestiegen, wie Sie sich das gewünscht haben. 200 Millionen EUR mehr hätten Sie prognostiziert gehabt. (Zwischenruf von Amtsf. StRin Barbara Novak, MA.) Nur wenn jetzt 200 Millionen EUR an Einnahmen fehlen, dann sind damit sicher nicht 3 Milliarden EUR an neuen Schulden begründbar. Das ist nämlich das Problem. Wenn Sie hier bei 200 Millionen EUR an Einnahmen, die Ihnen fehlen, 3 Milliarden EUR Schulden machen, dann muss ich Ihnen ganz ehrlich sagen: Das wird nicht das Problem sein. Es sind Ihre Ausgaben, die das Problem sind, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.) Dass die Wiener SPÖ gern zu viel Geld ausgibt, wird hier drinnen keinen mehr überraschen. Bei den vollmundigen Selbstbeschreibungen der NEOS hier, im Bund und überall in den letzten Jahren und auch jetzt noch müsste man aber fast glauben, dass das die Partei ist, die auf zukunftsfitte Budgets schaut, die darauf schaut, dass mit der Misswirtschaft in dieser Stadt aufgeräumt wird. (Zwischenruf von GR Markus Ornig, MBA.) - Ja, Herr Kollege Ornig, ich bin schon gespannt auf Ihre Rede. Die Realität schaut aber ganz anders aus, sehr geehrter Herr Kollege. Die Realität ist so, dass die SPÖ seit der Regierungsbeteiligung mit den NEOS so viel Geld ausgibt, wie nie zuvor. Statt 400 Millionen EUR Schulden machen Sie jetzt über 2 Milliarden EUR Schulden. Das ist die Realität mit den NEOS: Sie machen mehr Schulden als alle anderen. (Beifall bei der ÖVP.) Um vielleicht auch da die Dimension zu verdeutlichen: 2020 waren es 10 Milliarden EUR, 2030 werden es mit den ausgelagerten Unternehmungen 30 Milliarden EUR Schulden sein, also in zehn Jahren eine Verdreifachung. Das ist die Bilanz dieser Stadtregierung. Ich muss Ihnen sagen: Statt Einsicht und Kurskorrektur, die in dem Bereich angebracht wären - dass man sich einmal überlegt: Wo sparen wir jetzt wirklich ein? Wie schauen wir, dass dieses Budget halbwegs ausgeglichen ist? - kommen Schuldzuweisungen. Das sind wir gewohnt. Vor allem aber kommen Korrekturen in der Schuldenprognose der Zukunft. Das ist zu wenig. So werden Sie die Probleme in dieser Stadt nicht lösen, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.) Ich muss sagen, das Low Light der Debatte der letzten Wochen und Monate war sicher die Replik der SPÖ damals, als wir ganz einfach auf Seite 48 Ihres eigenen Budgets hinsichtlich der mittelfristigen Finanzplanung zitiert haben, dass am Ende dieser Periode 30 Milliarden EUR Schulden dastehen werden. Die Antwort darauf war: Sie können die Zahlen nicht nachvollziehen - und das, obwohl es in Ihrem eigenen Budget auf Seite 48 steht. Ich muss Ihnen sagen, vielleicht ist genau das das Problem, dass Sie gar nicht wissen, welchen Schaden für die Zukunft Sie eigentlich anrichten. Die Realität ist: Sie verbauen ganz einfach den nächsten Generationen die Zukunft, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.) Wenn wir uns vielleicht auch die Prognosen ansehen, die sich verändert haben. Es fehlen jährlich 200 Millionen EUR aus den Prognosen der Ertragsanteile, obwohl die eh wachsen, aber sei es darum. Wie haben sich Ihre Prognosen für den Schuldenstand verändert? - Im November 2023 sind Sie noch davon ausgegangen, dass es 2029 22 Milliarden EUR Schulden gibt. Das wäre schlimm genug gewesen, mehr als eine Verdoppelung. Sie haben es in den letzten zwei Jahren hingebracht, dass sich diese Prognose auf 30 Milliarden EUR verändert - eine Verdreifachung der Schulden in nur zehn Jahren. Statt dieser Kurskorrektur beim Schuldenmachen folgen nur Prognosekorrekturen. Sie haben in der Vergangenheit ja angekündigt, dass Sie vor allem bei den Ausgaben einsparen wollen: zwei Drittel ausgabenseitige Ersparnis und ein Drittel mehr Einnahmen. Wir wissen, was Sie alles teurer machen: die Öffis, das Parken, die Strafen, die Hunde, die Kindergärten, Musikschulen, Büchereien, Fernwärme, Grillplätze. Die Liste ist endlos lang, man könnte noch lang so weitermachen. Es sind Gebührenerhöhungen, wie sie sonst keiner kennt. Eine ist sogar um 400 Prozent angehoben worden. Die Liste der Einsparungen hingegen ist recht kurz. Hier und da gibt es ein paar Förderungen, wo Sie ein bisschen einsparen. Wirklich strukturelle Maßnahmen gibt es aber nicht. Sogar bei den explodierenden Kosten der Mindestsicherung, bei der ja Ihr eigener Finanzdirektor damals schriftlich angeprangert hat, dass man sich das nicht mehr leisten kann - ich nehme an, wir können uns an diese Debatte zurückerinnern -, gibt es nur minimale Anpassungen, obwohl wir in den letzten Jahren fast eine Verdoppelung der Ausgaben in dem Bereich erlebt haben. Ihre Antwort auf dieses rot-pinke Budgetdesaster ist sehr simpel: Irgendjemand anderer ist schuld. Irgendjemand anderer soll das zahlen. Irgendjemand anderer wird dann halt keine Zukunft haben. Das, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist zu wenig. So kann die Zukunft nicht ausschauen. (Beifall bei der ÖVP.) Jetzt sprechen Sie zwar für das nächste Jahr von einem Budgetminus von 2,65 Milliarden EUR. Wenn man sich aber das Budget genau anschaut, sieht man gleichzeitig - es ist von der Größenordnung her auf Seite 28 -, dass Sie den Magistrat ermächtigen wollen, 4 Milliarden EUR zu viel Geld auszugeben. Dieses höchste Budgetminus aller Zeiten, das wir hier budgetieren werden, ist also noch nicht einmal genug. Sie glauben nicht einmal selber daran, dass Sie es einhalten werden. Sie ermächtigen den Magistrat, 4 Milliarden EUR neue Schulden zu machen. Ich muss also ganz offen sagen: Ich bin gespannt, wie es dann wirklich ausgehen wird. Sind es die 1,6 Milliarden EUR, die Sie im Stabilitätspakt unterschrieben haben? Sind es die 2,65 Milliarden EUR, die Sie budgetiert haben? Sind es die 4 Milliarden EUR, zu denen Sie den Magistrat ermächtigen? - Wenn wir uns die letzten Jahre anschauen, bin ich mir recht sicher, dass wir eher bei den 4 Milliarden EUR landen werden. (Zwischenruf von GR Mag. Josef Taucher.) Wer weiß das schon, lieber Herr Kollege Taucher? Wir werden es sehen. Ich muss Ihnen nur auch ganz offen sagen, dass hier ganz offenkundig das Geld der nächsten Generation in Ihre Schulden fließen soll und nicht in die Zukunft der Stadt, ist schade. Es ist falsch. Wir werden darauf schauen, dass das nicht so ist. (Beifall bei der ÖVP.) Weil jetzt schon viele Vergleiche gefallen sind - ich nehme an, es werden auch in der laufenden Debatte noch viele Vergleiche kommen -, schauen wir uns an, wie die anderen Bundesländer dastehen. Ja, die Herausforderungen im Bund, in den anderen Bundesländern und in den Gemeinden sind groß. Wenn wir uns aber den Vergleich anschauen, dann sieht man schon sehr deutlich, dass die Stadt damit ganz anders umgeht als die anderen Bundesländer. Macht der Rest - alle acht Bundesländer gemeinsam - dieses Jahr 3 Milliarden EUR Schulden zusammen, macht das Wien ganz allein. Sie können über diese 3 Milliarden EUR zu acht nur lachen. Das machen Sie alleine. (GRin Dipl.-Ing. Selma Arapovic: Ohne Gemeinden!) - Wenn man sagt: ohne Gemeinden, so gibt es ja auch Prognosen - im "Standard" ist eine veröffentlicht worden, auch in vielen anderen Zeitungen - von 800 Millionen EUR für alle Gemeinden zusammen. Gut, rechnen wir es zusammen! 3,8 Milliarden EUR zu 3 Milliarden EUR: Viel besser schaut die Rechnung dann also auch nicht aus. Sie machen ganz einfach die meisten Schulden von allen. Von allen Gebietskörperschaften, die wir in Österreich haben, können Sie am schlechtesten wirtschaften. Das muss einen zum Nachdenken anregen, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.) Als Wiener Volkspartei werden wir dafür kämpfen, dass die jungen Wiener und die nächste Generation nicht einfach zu einer Schuldengeneration werden, die Ihre Schulden, die SPÖ und NEOS in Milliardenhöhe anhäufen, irgendwann einmal abtragen muss, sondern dass wir jetzt damit beginnen, ausgeglichene Budgets zu machen. Wir werden diesem Budget heute also nicht zustimmen. Wir hoffen, dass auch bei SPÖ und NEOS irgendwann die Einsicht kommt, dass man hier anders haushalten muss. Wir haben entsprechend in der Vergangenheit ja auch viele Vorschläge dazu präsentiert, wo man einsparen kann. Es gibt genug Förderungen, bei denen man entsprechend deutlicher einsparen kann. Im Bereich der Mindestsicherung sind hunderte Millionen drinnen, die, wenn man sie an die anderen Bundesländerregelungen anpasst, deutliche Ersparnisse fürs Budget bringen und auch dafür sorgen, dass es in dieser Stadt gerecht wird und es sich stärker auszahlt, arbeiten zu gehen, als nicht arbeiten zu gehen. Wir haben gemeinsam mit den GRÜNEN auch ein Prüfersuchen beim Stadtrechnungshof eingereicht, um die Großbauprojekte laufend zu überprüfen, damit nicht das nächste Krankenhaus Nord droht, wo man Milliarden Euro versenkt. Ich möchte an der Stelle schon einmal sagen: Wenn wir hier von prognostizierten 30 Milliarden EUR sprechen, dann ist dabei ja noch drinnen, dass die Großbauprojekte, die Sie am Laufen haben, so aufgehen, wie Sie das budgetiert haben. Ich bin gespannt, wie es dann wird. Wir erleben überall Korrekturen nach oben, sogar beim Fernbus-Terminal, der jetzt kleiner gebaut wird. Ich habe medial einen Spatenstich miterleben dürfen. Ob er kleiner gebaut wird, ist vollkommen wurscht. 50 Millionen EUR mehr wird er trotzdem kosten. Bei den Krankenhäusern, die saniert werden sollen, sind es 8 Milliarden EUR. Ich bin gespannt, wie es ausgeht, denn wenn wir dort Budgetüberschreitungen haben wie in den anderen Bereichen - 50 Prozent, 100 Prozent -, dann schaut dieses Budget in Zukunft noch einmal ganz anders aus. Frau Finanzstadträtin, wir hoffen also, dass Sie die nächsten Budgets besser hinbekommen als dieses und auch bei SPÖ und NEOS die Einsicht kommt, diesen Schuldenberg nicht nur anzuschütten, sondern in Zukunft auch abzutragen. Symbolisch dafür haben wir Ihnen einen Spaten mitgebracht (einen Spaten in die Höhe haltend), der vielleicht auch daran erinnert, dass man Schulden abtragen und nicht nur mit dem Bagger aufschaufeln kann. In dem Sinne (den Spaten ans Pult des Vorsitzenden lehnend) hoffe ich, dass diese Budgets in Zukunft besser werden und in dieser Stadt endlich wieder Budgetdisziplin einkehrt, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.) Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Die Redezeit lag bei 14 Minuten. Die Restredezeit für die ÖVP beträgt daher 16 Minuten. (GR Harald Zierfuß - in Richtung des den Spaten vom Pult des Vorsitzenden entfernenden GR Mag. Josef Taucher: Dass Ihr Vorschläge nicht annehmt, ist mir klar!) Zur Geschäftsordnung hat sich StR Nepp zu Wort gemeldet. - Bitte schön. StR Dominik Nepp, MA: Herr Gemeinderatsvorsitzender! Ich habe mich zur Geschäftsordnung gemeldet, denn wir besprechen heute ein Budget, das für die Zukunft der Stadt Wien sehr maßgeblich ist und bei dem es selbstverständlich auch verschiedene Ansatzpunkte gibt. Es ist dennoch eine Wegentscheidung, wohin sich Wien in Zukunft entwickeln wird. Ich sage Ihnen eines: Ich bin sauer und verärgert, dass Bgm Ludwig hier in der Generaldebatte nicht einmal in der ersten Runde der Reden anwesend ist, wie es früher Bgm Häupl gehandhabt hat, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.) Er entzieht sich hier der Verantwortung. Ich finde persönlich als Gemeinderat, das ist eine Frechheit. Für die Wienerinnen und Wiener ist es eine Verhöhnung, dass man sich hier nicht einmal die Meinung der verschiedenen Parteien anhört. Ich verlange daher eine Sitzungsunterbrechung, eine Präsidiale, und dass sich die Klubobleute zusammensetzen und eine Formulierung ausarbeiten, dass der Gemeinderat das Missfallen ausspricht. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.) Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Es wurde die Einberufung einer Präsidialsitzung verlangt. Diesem Verlangen gebe ich statt. Daher findet nun eine Präsidiale im Landtagsbüro statt. Die Sitzung ist unterbrochen. (Unterbrechung um 10.19 Uhr.) (Wiederaufnahme um 10.31 Uhr.) Ich nehme die unterbrochene Sitzung wieder auf. In der Präsidialsitzung haben wir besprochen, dass das von Herrn StR Nepp vorgebrachte Anliegen kein Fall für die Geschäftsordnung ist, sondern eine politische Bewertung. Es obliegt jeder Rednerin und jedem Redner, in seiner Rede politische Bewertungen zu machen. Was vorgebracht wurde, ist aber kein Fall für die Geschäftsordnung. Daher setzen wir die Sitzung fort. Als nächste Rednerin ist Frau GRin Dipl.-Ing. Selma Arapovic zu Wort gemeldet. Die gewählte Redezeit beträgt zehn Minuten. - Bitte schön. GRin Dipl.-Ing. Selma Arapovic (NEOS): Frau Stadträtin, werter Herr Finanzdirektor, werter Herr Abteilungsleiter, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Zuseherinnen und Zuseher! Kurz zur Erinnerung: Bevor es zur Unterbrechung gekommen ist, war irgendwo eine türkisene Schaufel in Umlauf. Ich möchte schon sagen: Bevor ein Schuldenberg entsteht - oder generell bevor ein Berg entsteht -, ist es auch notwendig, diesen aufzugraben. Dazu sind Schaufeln gut. Ich glaube, die türkisene Bundesregierung war in der letzten Legislaturperiode sehr, sehr gut darin, Schuldenberge anzuhäufen beziehungsweise Defizitlöcher auszugraben. (Beifall bei NEOS und SPÖ. - Heiterkeit bei GR Harald Zierfuß.) Wenn wir über das Budget sprechen, sprechen wir tatsächlich auch über die Zahlenkolonnen. Das Budget ist öffentlich einsehbar. Darüber hinaus reden wir aber auch darüber, was wir uns in der Stadt leisten, was wir uns leisten wollen, aber auch darüber, was wir uns nicht mehr leisten können. Wir sprechen darüber, wie wir unsere Stadt in Zukunft sehen. Das Budget steht für uns als Aufschwungskoalition ganz klar für drei Punkte. Im ersten geht es um das Sanieren, dann geht es um das Reformieren. Es geht aber auch - ganz wichtig - um das Investieren. Wir haben unsere Koalition Aufschwungskoalition genannt. (StR Dominik Nepp, MA: Seid eh alle eine Einheitspartei!) Aufschwung entsteht, wie auch Herr Zierfuß schon richtig gesagt hat, nicht durch Schönreden oder Schönrechnen, sondern es entsteht, indem man Verantwortung übernimmt, auch wenn es unbequem ist. (Beifall bei NEOS und SPÖ. - GR Stefan Berger - erheitert: Sehr unbequem!) Schon zu Beginn unserer Budgetverhandlungen haben wir gesagt: Wir einigen uns auf einen notwendigen Konsolidierungsplan. Dieser Plan entsteht zu einem Drittel aus neuen Einnahmen - das war klar - und zu zwei Dritteln aus Einsparungen. Ich weiß, beides ist unangenehm. Einnahmen zu erhöhen, ist unpopulär - keine Frage -, aber Einsparungen zu beschließen, ist politisch mindestens genau so schwierig. Wir wissen aber auch, in welcher Situation wir sind. In den letzten Jahren waren wir geprägt von unzähligen Teuerungen, von zweistelligen Inflationsraten und von politischen Entscheidungen - "Koste es, was es wolle". Es hat gekostet. Was für alle Menschen in dieser Stadt und auch generell gilt, gilt auch für die Stadt Wien. Wenn etwas teurer wird, dann muss man entweder mehr einnehmen oder weniger ausgeben, damit es sich ausgeht. Oft muss man aber beides machen, was wir auch in diesem Fall tun. Denn momentan ist es so, dass die Baukosten steigen, die Sachkosten steigen und die Personalkosten steigen. Unser Budget ist die Antwort auf diese Realität. Wir haben am Anfang drei Ziele gehabt. Das erste Ziel war ganz klar die Bevölkerung so wenig zu belasten wie möglich. Eine nachhaltige Budgetsanierung ist die Voraussetzung dafür, dass wir in Zukunft Spielräume haben und Möglichkeiten schaffen, die Bevölkerung in Zukunft auch wieder zu entlasten. Die einfache Lösung wäre in diesem Fall, Einnahmen einfach pauschal über alle Bereiche zu erhöhen. Wir wollten aber nicht die einfache Lösung, sondern wir wollten die richtige Lösung. Das zweite Ziel war genauso klar: Wir wollten die Leistungen dieser Stadt auf diesem sehr hohen Niveau erhalten. Ich muss schon sagen, ich kenne viele Städte, bei denen ich internationale Vergleiche ziehen kann. Wir wollen das in der Bildung machen. Wir wollen das in der Gesundheit machen. Wir wollen das in der Mobilität machen, im öffentlichen Raum, beim leistbaren Wohnen, aber auch bei dem vielfältigen kulturellen Angebot. Die einfache Lösung wäre, auch da die Leistungen zu kürzen, zurückzufahren und zu streichen - weniger Angebote, längere Wartezeiten, weniger Wohnraum, weniger Chancen für Kinder und Jugendliche. Das wäre einfach. Wir wollten aber auch da keine einfachen Lösungen, sondern die richtigen. Das dritte Ziel - das war auch sehr klar - war, dort zu investieren, wo es wirklich zählt, unter anderem in die Bildung, weil wir NEOS oft sagen, dass Bildung die Voraussetzung dafür ist, dass wir ein selbstbestimmtes Leben in unserer Stadt führen, dass Integration gelingt, dass Wohlstand entsteht, aber auch der Zusammenhalt in dieser Stadt gelebt wird. Darum bauen wir auch die Sprachförderung aus. Darum investieren wir weiterhin in die Kindergärten und in die Schulen. Darum ist es wirklich toll, dass wir zum ersten Mal die Chance haben, sowohl im Bund, aber auch im Land bei der Bildung wirklich Meter zu machen und Fortschritte zu erzielen. Die einfache Lösung wäre gewesen, bei der Bildung den Sparstift anzusetzen und einfach zu kürzen. Auch da geht es aber nicht um einfache Lösungen, sondern um die richtigen Lösungen. Denn wir wissen: Wer heute in der Bildung spart, zahlt später doppelt. (Beifall bei den NEOS.) Ich erkläre das deswegen so ausführlich, weil es mir wichtig ist. Ich möchte wirklich noch einmal betonen, weil es auch viele Missstände, Missinterpretationen und auch Unsicherheiten gibt: Eine Gebühr zu erhöhen, ist nicht einfach. Eine Leistung zu kürzen, ist ebenso nicht einfach. In der Politik geht es aber oft darum, Verantwortung zu übernehmen - gerade dann, wenn es unangenehm ist. Die Ziele stehen sehr oft in einem sehr starken Spannungsfeld zueinander. Wir wollen einerseits die Belastung niedrig halten und müssen sparen, andererseits müssen wir auch genau hinschauen, wo wir sparen. Ja, es gibt viele Stimmen, die sagen: Ja, ja, unbedingt sparen, aber nicht bei mir. Ich muss sagen: Menschlich verstehe ich das total, aber politisch müssen wir ehrlich sein. Es geht sich nicht aus. Wir müssen sparen. Wir müssen auch bei den Leistungen dieser Stadt sparen. Allein im Jahr 2026 konsolidieren wir 2 Milliarden EUR. Wir schaffen das zu zwei Dritteln aus Einsparungen. Das ist klar. Gleichzeitig erreichen wir unsere Ziele aber auch, indem wir in die Bildung, in die Integration, aber auch in den starken Wirtschaftsstandort investieren. Wir erhöhen die Einnahmen aber moderat. Oft betreffen diese Erhöhungen Bereiche, die jahrelang beziehungsweise jahrzehntelang nicht erhöht wurden. (Zwischenruf von StR Peter Kraus, BSc.) Wir sparen auch dort ein, wo es die Bevölkerung nicht spürt, zum Beispiel bei der Verwaltung, aber auch bei manchen Förderungen und - wie letzte Woche, ganz ehrlich - auch bei uns selbst. Denn wir alle haben hier gemeinsam eine Nulllohnrunde für PolitikerInnen beschlossen. Warum? - Weil auch wir sehen, es geht sich nicht aus. Auch wir müssen unseren Beitrag leisten. Ich weiß, dass viele das auch merken werden. Ich kann aber voller Überzeugung sagen: Wir haben es uns nicht einfach gemacht. Wir haben wirklich jeden Stein umgedreht. An dieser Stelle möchte ich mich bei dir, liebe Stadträtin (in Richtung Amtsf. StRin Barbara Novak, MA), aber auch bei allen Abteilungen unserer Stadt und bei allen Stadträtinnen und Stadträten bedanken. Denn alle haben sich wirklich bemüht. Ich weiß auch, wie intensiv wir die Gespräche mit allen geführt haben. Wo und wie ist es angemessen? Geht sich das noch aus? Von dem her war es wirklich ein Kraftakt. Es war nicht bequem. Es war nicht einfach. Es war sehr, sehr intensiv. Es war aber auch wirklich sehr verantwortungsvoll, wie wir damit in der letzten Zeit umgegangen sind. Ja, es ist nicht der einfache Weg. Es ist aber auch nicht der ganze Weg, den wir gehen. Denn in den nächsten Jahren werden wir diesen Weg weitergehen müssen. Wir werden weitere Einsparungen machen müssen. Was ich aber sagen kann, ist, dass wir jetzt viele richtige Schritte setzen, damit wir Wien in Zukunft auf einen Weg bringen, auf dem unsere Stadt handlungsfähig bleibt. Daher werden wir dem Budget natürlich zustimmen. Ich bitte auch euch alle um Zustimmung. - Danke schön. (Beifall bei NEOS und SPÖ.) Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: So, die Redezeit betrug neun Minuten. Die Restredezeit sind 21 Minuten für die NEOS. Als nächste Rednerin ist Frau StR Mag. Pühringer gemeldet. Ich erteile ihr das Wort. Die selbst gewählte Redezeit beträgt elf Minuten. - Bitte. StRin Mag. Judith Pühringer: Sehr geehrter Herr Vorsitzender, sehr geehrte Frau Finanzstadträtin, liebe Kolleginnen und Kollegen, vor allem liebe Wienerinnen und Wiener! Wir sind in der Budgetdebatte für 2026, und draußen vor der Tür des Rathauses finden heute im Laufe des Tages in Summe drei Demonstrationen statt, die alle ein Thema haben: die Kürzungen im Sozialbereich, die Kürzungen im Gesundheitsbereich und die Kürzungen bei den Allerärmsten. Ein Budget, gegen das die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die mit den Allerverletzlichsten, den Ausgegrenzten und den Armutsbetroffenen arbeiten, auf die Straße gehen, kann kein gutes Budget sein, liebe Kolleginnen und Kollegen. (Beifall bei den GRÜNEN.) Frau Finanzstadträtin, Sie haben dieses Budget in den letzten Tagen als achtsam, effizient und sozial ausgewogen bezeichnet. Ich muss Ihnen hier entschieden widersprechen. Ich finde dieses Budget unsozial, unsolidarisch und ungerecht. (Beifall bei den GRÜNEN.) Ich finde es auch bemerkenswert, dass Sie in Ihrer Budgetrede den Sozialbereich - einen ganz, ganz großen und wesentlichen Posten im Budget - mit keinem Wort erwähnt haben. Das Versprechen, niemanden in dieser Stadt zurückzulassen, das in Wien lang gegolten hat, gilt nicht mehr. Genau deshalb gehen die Menschen auch gerade auf die Straße. Ich finde es auch schade, dass der Bürgermeister nicht da ist. Ich hätte mir in den letzten Tagen und Wochen für alle Wienerinnen und Wiener auch eine Erklärung und ein Bekenntnis des Wiener Bürgermeisters gewünscht, eine Erklärung, wo eingespart wird und wo nicht eingespart, und ein Bekenntnis dazu, dass bei den Allerverletzlichsten, bei denen, die den Gürtel schon nicht mehr enger schnallen können, die schon am Limit sind und schon am Limit leben, nicht gekürzt wird, denn der Bürgermeister und wir wissen, dass dort nichts eingespart werden kann, liebe Kolleginnen und Kollegen. (Beifall bei den GRÜNEN.) Eine solche klare Ansage, ein solches Bekenntnis zum sozialen Wien, und Beispiele dafür, wo man eben nicht kürzt, gab es nie. Das kam nie. Damit ist es aber nicht genug. Es wird nicht nur bei den Allerärmsten gespart. Es trifft auch breite Teile der Bevölkerung. Wir sehen, dass die Fernwärmepreise explodieren. Wir sehen, dass es die 365- EUR-Jahreskarte nicht mehr gibt. Die wurde abgeschafft. Gleichzeitig wird der Öffi-Ausbau aufs Wartegleis geschoben. Damit werden die Fahrgäste auch einfach verhöhnt. Ganz besonders gravierend sind die Einschnitte im Sozialbereich. Sie treffen Kinder. Sie treffen armutsbetroffene Menschen, chronisch kranke Menschen, Menschen mit Behinderungen und Geflüchtete. Die Wiener SPÖ ist gerade dabei, mit ihren Kürzungen das letzte soziale Netz in Wien zu zerschneiden und auch innovative arbeitsmarktpolitische Träger, über die wir viel gesprochen haben, so stark einzukürzen, dass es sie bald nicht mehr geben wird. Stichwort Innovation: Das gilt auch für die freie alternative Szene, wie wir jetzt an mehreren Beispielen sehen. Es betrifft das Amerlinghaus, es betrifft Radio Orange, alles, was bottom-up ist, alles, was vielfältig ist. Überall dort, wo Innovation entsteht und wo Menschen sich in der Stadt ausprobieren können, macht das Kürzungsregime keinen Halt. Da sind auch die NEOS hauptverantwortlich. Sie haben anscheinend nicht verstanden, dass gerade aus dieser alternativen Szene heraus Innovation entsteht, die diese Stadt braucht. Die kommen jetzt alle unter Druck. Gleichzeitig kürzen Sie im Bund die Zuverdienstgrenze weg. KünstlerInnen und Menschen aus der freien Kunst- und Kulturszene kommen so immer weiter unter Druck. Das ist einfach Ihre Verantwortung, liebe Kolleginnen und Kollegen. (Beifall bei den GRÜNEN.) Wir GRÜNEN sind die einzigen, die gerade gegen dieses verantwortungslose Kürzen im Sozialbereich und auch im Bereich der alternativen Kulturszenen auf die Straße gehen beziehungsweise uns gegen diese Kürzungen stellen. Der Eindruck verstärkt sich: Da findet gerade eine Zeitenwende statt. Da kommt gerade etwas ins Rutschen. Wien war immer als sozial gerechte Stadt bekannt. Diese Gewissheit geht gerade verloren. Wir erleben gerade den größten Sozialabbau in der Geschichte Wiens. Sie erwähnen das alles mit keinem Wort. Ich sage es noch einmal: Die SPÖ verspielt hier das Erbe des Roten Wien. Ich muss es leider noch einmal sagen: Sie haben Ihren sozialen Kompass komplett verloren, liebe Kolleginnen und Kollegen. (Beifall bei den GRÜNEN. - GR Jörg Neumayer, MA: Nein! Falsch!) Drei Punkte möchte ich noch kurz erwähnen: Gebühren, Pflege und Soziales. Erster Punkt, die Gebühren - wir haben heute schon in mehreren Reden davon gehört. Es gibt wirklich eine Reihe von Gebühren, die oft sehr drastisch erhöht werden. Frau Finanzstadträtin, Sie haben vorhin davon gesprochen, dass es Valorisierungen gibt. Es ist aber viel mehr als eine Valorisierung. Beginnen wir beim Essen im Kindergarten! Die Kosten werden um 10 Prozent erhöht, also deutlich über der Inflationsrate. Das heißt, das Essen im Kindergarten wird teurer. Der Sportförderungsbeitrag wird teurer. Die Hundesteuer wird teurer. Das Grillen auf den Grillplätzen mag so eine kleine Geschichte sein. Wer aber geht denn im Sommer auf die Donauinsel grillen? - Es sind die, die keinen Garten haben. Es sind die, die auf diese Orte, wo sie günstig grillen können, auch einfach angewiesen sind. (GRin Dipl.-Ing. Selma Arapovic: Es gibt genug ...! - Zwischenruf von StR Dominik Nepp, MA.) Auch das Ausleihen bei den Büchereien - wie wichtig ist es, dass wir den Menschen in der Stadt günstig Bücher zur Verfügung stellen, Orte, wo sie sich weiterbilden können! Auch da schnalzen die Gebühren in die Höhe. Die Musikschulen werden mehr als empfindlich teuer. Zweiter Punkt, das Kürzen bei der Pflege: Das ist ein wichtiger Punkt, denn die Pflege ist schon am Anschlag. Wir wissen das. Die Menschen, die in der Pflege arbeiten, arbeiten schon am Limit. Die können eigentlich nicht mehr. Genau dort bringen wir das System mit diesem Budget jetzt noch weiter unter Druck. Nächstes Jahr gibt es massive Kürzungen beim Fonds Soziales Wien. Schon 2025 gibt es eine Finanzierungslücke von 44 Millionen EUR. Das bedeutet - wir wissen das ganz genau - eine weitere Reduktion bei den Leistungen und bei den Menschen direkt. Natürlich kommen aber auch die Arbeitsbedingungen für die Pflegerinnen und Pfleger noch stärker unter Druck. Die Ordensspitäler berichten von massivem Spardruck. Leistungen müssen heruntergefahren oder überhaupt eingestellt werden. Damit komme ich zum dritten Bereich. Ich habe in den letzten Wochen und Tagen schon viel über diesen Bereich gesprochen, weil er mir ein Anliegen ist und weil ich nicht will, dass die Stimme dieser Menschen, die sich da heute vor dem Rathaus versammeln, ungehört bleibt. Hören Sie hin! Sprechen Sie mit den Menschen, die da draußen auf der Straße stehen! Eine Sozialarbeiterin der Suchthilfe Wien hat es für mich wunderbar, aber erschreckend auf den Punkt gebracht. Denn was sagt sie? - Diese Kürzungen, die Sie bei diesem Budget jetzt vornehmen, lösen bei den Klientinnen und Klienten vor allem eines aus: das Gefühl, dass sie nicht wichtig sind. Dieses Gefühl vermitteln Sie den Menschen. Das sind Menschen, die das ihr Leben lang in der Gesellschaft gehört haben: Ihr seid nicht wichtig. (GR Jörg Neumayer, MA: Das ist Ihre Verantwortung der letzten Jahre!) Jetzt vermittelt das Rote Wien diesen Menschen genau das: Du bist nicht wichtig. Das vermitteln Sie den Menschen. Die Angebote, die ihnen dabei geholfen haben, ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen und Perspektiven für den Arbeitsmarkt und für das eigene Leben zu entwickeln, werden jetzt zurückgefahren oder gänzlich gestrichen. (GR Jörg Neumayer, MA: Sie haben das zu verantworten!) StR Hacker, der jetzt leider nicht da ist, hat diese Angebote tatsächlich als Fleißaufgabe bezeichnet. Das, was Kollege Hacker als Fleißaufgabe bezeichnet hat, war einmal der Stolz des Roten Wien, Kolleginnen und Kollegen. (Beifall bei den GRÜNEN. - GR Jörg Neumayer, MA: Das ist wirklich furchtbar! Sie hätten das jahrelang richten können!) Jetzt sprechen Sie davon, dass diese Fleißaufgaben vom Bund übernommen werden sollen. Sie wissen genau, dass das nicht funktionieren wird, weil es ein gutes Zusammenspiel zwischen Bund, Land, waff und AMS gab. Es war ein gutes Zusammenspiel. Sie wissen, was passiert. Wenn einer die Verantwortung abgibt und die Hand zurückzieht, dann stürzt dieses Gebäude ein. Das wird nicht hundertprozentig vom AMS, vom Bund, aufgefangen werden. Sie wissen das. Sie gehen einfach aus der Verantwortung. (GR Jörg Neumayer, MA: Sie hätten das jahrelang richten können!) Zum Abschluss: Das Budget 2026, das heute beschlossen wird, ist jedenfalls eines, an das wir uns erinnern werden, nämlich ein Budget, mit dem in Wien etwas gehörig ins Rutschen gekommen ist, ein Budget, das ganz vielen Menschen direkt unter die Haut geht, weil es Monat für Monat noch enger wird, weil viele, die jetzt aus der Mindestsicherung fallen, ihre Wohnung verlieren werden, weil viele erfolgreiche Angebote aus der Arbeitsmarktpolitik, aus der Sozialpolitik und aus der sozialen Inklusion einfach unwiederbringlich zugesperrt werden. Ich will das nicht. Ich will nicht, dass Wien seine Menschen im Stich lässt. Ich will nicht, dass Wien sein soziales Erbe verspielt. Ich will nicht, dass in Wien mit leistbarem Wohnraum einfach spekuliert wird. Ich will eine Stadt, die auf die Verletzlichsten schaut und in der wir alle aufeinander schauen. Ich will eine solidarische Stadt. Ich will eine gemeinsame Stadt. Ich will eine Stadt, in der sehr Reiche endlich auch einen fairen Beitrag leisten. Dieses Budget ist unsozial. Es ist ungerecht. Es ist unverantwortlich. Wir werden diesem Budget ganz sicher nicht zustimmen. (Beifall bei den GRÜNEN.) Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Die Redezeit betrug zehn Minuten. Die Restredezeit für die GRÜNEN beträgt daher 23 Minuten. Als Nächster ist StR Nepp zu Wort gemeldet. Die selbst gewählte Redezeit beträgt zwölf Minuten. - Bitte schön. StR Dominik Nepp, MA: Sehr geehrter Herr Vorsitzender, sehr geehrte Kollegen! Ich kann vor meiner Wortmeldung vielleicht daran anschließen: Ich finde es wirklich interessant, dass Bgm Ludwig dieser Debatte hier nicht beiwohnt, denn es ist immerhin sein Budget. Das ist das Ludwig-Budget. (GR Mag. Josef Taucher: Unseres ist es! - Zwischenruf von GR Jörg Neumayer, MA.) Ich finde es ja sehr interessant. Ich weiß, Sie tragen auch die Mitverantwortung, wenn Sie dem heute zustimmen, keine Sorge. (GR Jörg Neumayer, MA: Sie sind auch mitverantwortlich!) Ich finde es aber sehr interessant, dass man hier Finanzstadträtin Novak einfach im Stich lässt und sämtliche roten Stadtregierungskollegen und -kolleginnen nicht da sind. Ich meine, die einzige, die noch eisern an dieser Koalition festhält, ist anscheinend Frau Emmerling. Sie beehrt uns auch mit ihrer Anwesenheit. Ich meine aber, wir kennen das ja auch schon. Frau StRin Novak ist der Sündenbock. Sie bekommt dann immer alles ab. Sie tut mir auch persönlich ein bisschen leid, denn wir kennen ja dieses rote System. Immer wenn ein anderer Stadtrat oder jemand in der Partei irgendwann einmal auf das Bürgermeisteramt schielt, dann wird man Finanzstadtrat oder Finanzstadträtin. Die einen werden verbrannt und irgendwo in der Daseinsvorsorge abgelegt wie damals Frau Brauner. Manche haben mehr Glück wie Herr Hanke. Der wird zum Minister weggelobt. Es geht aber für die jeweilige Finanzstadträtin oder den jeweiligen Finanzstadtrat in der politischen Gestaltungsmöglichkeit im Endeffekt nie so gut aus. (Beifall bei der FPÖ. - Heiterkeit bei der FPÖ sowie bei GR Mag. Josef Taucher und VBgm.in Mag. Bettina Emmerling, MSc.) Es ist aber halt so. Es ist eben auch das Budget von Bgm Ludwig. Dieses Budget ist kein einmaliger Betriebsunfall. Es ist kein Ergebnis unglücklicher Umstände und auch nicht von globalen Krisen. Es ist ein rotes Budget, das hausgemacht ist. Es ist ein hausgemachtes Desaster. Es hat schon viele, viele Jahre davor begonnen, aus dem Ruder zu laufen. Jetzt erleben wir den Höhepunkt, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der FPÖ.) Es geht aber schon weiter zurück. Wenn wir uns nur die Ära von Bgm Ludwig anschauen, so hat er noch vor über einem Jahr damit begonnen - ich habe mir das aus dem Archiv herausgeholt -, die Wienerinnen und Wiener zu beruhigen. Er hat gesagt, es sei alles unter Kontrolle. Er hat gesagt, Wien stehe solide da. Es gibt überhaupt keinen Grund zur Sorge, hat es geheißen. Das waren seine Zitate. Die Wahrheit ist: Das war Schönrederei - und zwar bewusst. Man hat schon damals gewusst, dass nichts im Wiener Budget okay ist. Man hat schon damals gewusst, dass Kürzungen anstehen werden. Bgm Ludwig - wenn er einmal da wäre - ist aber nicht irgendein Zuschauer in der Politik, sondern er ist ja ein Architekt dieser Politik. Er ist Strippenzieher dieser Politik - und das nicht nur in Wien, sondern auch im Bund. (GR Mag. Josef Taucher - erheitert: In der EU und im Ausland auch?) Er war ja damals verantwortlich, dass Herr Babler - jetzt Vizekanzler - dann diese Regierung gebildet hat. Er war ja Architekt dieser Verliererkoalition auf Bundesebene. Er war ja Strippenzieher dahinter. (GR Jörg Neumayer, MA - erheitert: Ein mächtiger Mann!) Warum? - Weil er schon damals die Hoffnung gehabt hat, dass man diese Misere, die er in Wien selbst verursacht hat, dann über die Budgettöpfe des Bundes abdecken und ausgleichen kann und man somit weitermachen kann wie bisher. Dieser Plan ist aber nicht aufgegangen. (Beifall bei der FPÖ.) Nachdem er dann beruhigt und beschwichtigt hat und gesagt hat, es sei alles in Ordnung, kam es irgendwann einmal ganz knapp danach zur Wien-Wahl. Da hat er dann noch aktiv gesagt, denn man musste ja Wahlen gewinnen, da ist ja die Wahrheit wurscht: Kürzungen wird es nicht geben. Das 365-EUR-Ticket ist sicher. Es ist nicht so, dass er, wie er gesagt hat, ja nur dieses Jahr gemeint hätte. Nein, es gibt aktive Postings. Es gibt Videos, dass das auch noch fürs kommende Jahr so ist. Er hat dann auch begonnen, auf SPÖ-Seiten und bei Facebook-Auftritten zu löschen. Die Videos sind nicht mehr auffindbar. Zum Glück gibt es aber noch Archive, wo man die noch abrufen kann. Man hat aber probiert, die Spuren zu verwischen, weil man gewusst hat, dass man aktiv Wahlversprechen brechen wird und gebrochen hat. Ja, was ist denn das für eine Ehrlichkeit in der Politik? Er hat gesagt: Alles bleibt leistbar, es gibt keine Erhöhungen, Wien ist auf Kurs. Meine sehr geehrten Damen und Herren, das war kein Optimismus, den man damals versprühen wollte. Das waren absichtliche Täuschung und List, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der FPÖ.) Dann hat man probiert, sich mit dem nächsten Marketinggag hinüberzuretten und hat gesagt: Jetzt kommt die Aufschwungskoalition. Es wird alles besser. Es wird alles großartig. Man wird es die nächsten Jahre sehen. Es wird alles florieren. Wir haben gesagt: Wenn man sich dieses Programm und die Zahlen anschaut, dann ist das keine Aufschwungskoalition, sondern eine Abschwungskoalition. Leider haben wir auch recht behalten. Das heißt, wenn man diese letzten Jahre bis zur Wahl und das, was jetzt passiert, zusammenfasst, dann muss man sagen, dass Wahlversprechen gebrochen wurden, dass Wählerinnen und Wähler belogen wurden und dass dafür jetzt leider die Wienerinnen und Wiener die Rechnung zahlen müssen, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der FPÖ.) Ich weiß nicht, ob es Ihnen allen bewusst ist: Wien steht vor einem gigantischen Schuldenberg, der noch nie so hoch war wie jetzt und in dem die Schulden explodieren. Herr Zierfuß hat es gesagt: Man hatte zuerst 400 Millionen EUR an Neuverschuldungen. Ich glaube, als ich 2010 in dieses Haus eingezogen bin, gab es 200 Millionen EUR an Neuverschuldungen. Jetzt sind wir bei mehreren Milliarden Euro an Neuverschuldungen. Ja, wohin soll denn das gehen? Sie sagen in Ihrem Fünfjahresplan ja sogar selber, dass sich die Schuldenlast bis 2031 auf 30 Milliarden EUR verdoppeln wird. Das habe nicht ich erfunden. Das rechne ich mir jetzt nicht mit den Fingern aus. Das sagen Sie selbst in Ihrem Fünfjahresplan. Ja, wie wollen Sie das denn jemals zurückzahlen? Sie sind ja nicht einmal irgendwie reformwillig. Sie wollen nicht irgendwie im System einsparen. Dann kommen Sie nachher heraus, Herr Taucher, und sagen Sie ehrlich: Ja, wir machen diese 30 Milliarden EUR Schulden. Wir werden aber nicht im System sparen, sondern wir holen es uns von den Wienerinnen und Wienern zurück. Das wäre wenigstens einmal rote Ehrlichkeit. (Beifall bei der FPÖ. - Zwischenruf von GR Mag. Josef Taucher. - GRin Dipl.-Ing. Selma Arapovic: Da haben Sie nicht aufgepasst!) Anstatt im System zu sparen und Ausgaben zu überdenken - und da gibt es zahlreiche Ausgaben - machen Sie eines: Sie erhöhen immer nur die Gebühren. Sie holen es sich von den Wienerinnen und Wienern. Sie erhöhen Gebühren. Sie erhöhen Abgaben. Sie greifen den Menschen immer tiefer ins Geldbörsel. Allein durch diese Erhöhungen erhofft man sich ja rund 60 Millionen EUR an Mehreinnahmen. Die sollen durch diese Gebührenerhöhungen hereinkommen. Das haben Sie ja budgetiert: 60 Millionen EUR. Meine sehr geehrten Damen und Herren, das ist bei einem Milliarden-Schuldendesaster nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Da gibt es woanders bessere Möglichkeiten, einzusparen. (GR Mag. Josef Taucher: 700 Millionen EUR!) 60 Millionen EUR klingen zwar im Gegensatz zu dem Milliardendefizit, das Sie aufreißen, nach wenig, aber für die Wienerinnen und Wiener sind 60 Millionen EUR irrsinnig viel. Die haben tagtäglich damit zu kämpfen, wie sie am Ende des Monats noch auskommen. Und Herr Meidlinger, gerade Sie von der Gewerkschaft - ich war gestern wieder einkaufen bei mir ums Eck und hatte beim BILLA ein sehr interessantes Gespräch mit einem Verkäufer. (GR Ing. Christian Meidlinger: Die Patientenmilliarde ist auch viel Geld!) Der hat mir gesagt: Herr Nepp, es wird alles so teuer, ich kann mir nichts mehr kaufen, ich kann mir nichts mehr leisten. Er muss vier Monate das Geld zurücklegen, wenn er sich neue Schuhe kaufen will, und da spreche ich nicht von Prada oder Valentino oder irgendetwas, sondern von einfachen, normalen Schuhen. - Vier Monate Geld zurücklegen, dass man das zahlen kann. (GR Jörg Neumayer, MA: ... Der kann sich nicht einmal einen Lipizzaner leisten! Nicht einmal einen Lipizzaner!) Der sagt, wenn er heimkommt, heizt er nur mehr eine halbe Stunde, und dann geht es in ein warmes Leiberl, in einen Pullover und in die Jacke, weil er Angst hat, dass wieder die Tarife erhöht werden, dass er am Ende des Jahres einen Batzen Nachzahlung hat. (Zwischenruf von GR Jörg Neumayer, MA.) Wenn Sie es nicht glauben - ich nehme Sie an der Hand und wir gehen hin, Herr Meidlinger, Herr Taucher, gehen wir gemeinsam zu dem hin! Der arbeitet 40 Stunden die Woche. (Zwischenruf von GR Ing. Christian Meidlinger.) Dann verstehe ich nicht, dass Sie keinen Einsparungswillen haben bei der Mindestsicherung (GR Mag. Josef Taucher: Der Babler ...), dass Sie dort nicht hingreifen wollen. Diese 700 Millionen EUR, die an Nichtstaatsbürger gehen, die nicht arbeiten gehen wollen, die nichts leisten wollen, nicht Teil unserer Gesellschaft werden wollen, das ist das Vielfache der Gebührenerhöhung. Ich verstehe nicht, dass Sie nicht dort einsparen, sondern den ehrlichen, arbeitenden Wienerinnen und Wiener ins Börserl greifen. (Beifall bei der FPÖ. - Zwischenruf von GR Jörg Neumayer, MA.) Das ist keine Frage der Ideologie, das ist eine Frage der Fairness, eine Frage der Verantwortung. (GR Jörg Neumayer, MA: Steuerflucht - 1,5 Milliarden!) Sie bestrafen jeden, der in der Früh aufsteht und arbeiten geht. Sie bestrafen jeden, der Arbeit gibt - allein beim Wohnbauförderungsbeitrag, das ist das Paradebeispiel dafür, dass Sie auf beiden Seiten den Menschen in die Tasche greifen. Sie greifen den Unternehmern in die Tasche, die eh nur Probleme haben im Moment - schauen Sie sich einmal die Insolvenzgefährdung bei Klein- und Mittelunternehmen an, weil sie sich die Miete nicht mehr leisten können, durch die erhöhten Personalaufwände ins Strudeln kommen, auf Grund der hohen Energie-, Produktions- oder Einkaufskosten der Ware in Probleme kommen - und nehmen ihnen noch etwas weg. Gleichzeitig nehmen Sie denen, die dorthin arbeiten gehen und sich 40 Stunden den Hintern aufreißen, um eine Familie durchzubringen, auch noch etwas weg. Das ist keine soziale Politik, das ist eine Selbstaufgabe der SPÖ, das ist eine Schande für diese Stadt! (Beifall bei der FPÖ.) Hauptsache Sie haben Ihre Pfründe, und Sie bleiben hier hocken. Sie bleiben verantwortungslos bis zum Schluss! Sie wollen anscheinend hier den Niedergang verwalten. (GR Jörg Neumayer, MA: Zuerst Schulden bauen ... Koste es, was es wolle!) Sie schieben die Verantwortung weiter, soweit es geht. (GR Jörg Neumayer, MA: Dorthin, wo sie verursacht wird!) Früher war es die Bundesregierung, da hat man jetzt ein bisschen ein Problem, weil man ja selbst Teil der Bundesregierung ist. Jetzt sucht man irgendwelche Konflikte weltweit. Früher war es die Finanzkrise, jetzt ist es ein Russlandkonflikt, der für alles herhalten muss. Das machen Sie. Sie schieben die Verantwortung weiter. Bezahlen kann es jeder Wiener und jede Wienerin. (GR Jörg Neumayer, MA: Bezahlen ...) Aber die Rechnung wird nicht verschwinden, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der FPÖ.) Darum brauchen wir einen Richtungswechsel, wir brauchen einen Kurswechsel in der Politik, wo der Staatsbürger wieder an erster Stelle steht. Wir brauchen Ehrlichkeit statt Schönrederei, wir brauchen Verantwortung statt Schuldenpolitik, und wir brauchen Fairness für die eigene Bevölkerung statt Umverteilungen für Menschen, die nicht Teil unserer Gesellschaft werden wollen. (Beifall bei der FPÖ.) Vorsitzender GR Armin Blind: Das waren exakt zwölf Minuten Redezeit. Als Nächster hat sich Herr Klubobmann Taucher gemeldet, und ich erteile ihm das Wort. - Bitte, Herr Kollege. Eingestellt sind die gewünschten 25 Minuten. GR Mag. Josef Taucher (SPÖ): Sehr geehrter Herr Vorsitzender, sehr geehrte Frau Finanzstadträtin, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrte ZuseherInnen und BürgerInnen von Wien vor den Bildschirmen! Es geht heute in unserer Debatte um das Budget 2026. Unsere Finanzstadträtin hat das schon klar und deutlich gesagt und einreferiert, dass es ein Budget ist, das schwierig ist, wo wir konsolidieren müssen. Wir haben uns auch mit den Ländern und dem Bund auf einen Stabilitätspakt geeinigt. Wir haben einen Konsolidierungspfad aufgesetzt, den gehen wir konsequent. Wir haben sogar im laufenden Vollzug dieses Jahres schon gesagt, ui, da ist so viel Mehrbedarf da, dass wir auch da schnell konsolidieren müssen, im Auftrag unseres Bürgermeisters. Das war kein lustiger Gang mit den Stadträtinnen und Stadträten, ihnen zu sagen, sie müssen runter von ihrem Budget. Jedes Konsolidierungsbudget, so wie jedes Budget überhaupt, ist immer in Zahlen gegossene Politik. Auch die Konsolidierung - wo man spart, ist in Zahlen gegossene Politik. Wir sind ja nicht hergegangen und haben einen Rasenmäher genommen und sind über das Budget sozusagen mit einem Strich drübergegangen und haben gesagt, okay, es muss runter, jeder so und so viel Prozent weg. Das wäre unmenschlich, unsozial und unbedacht und nicht politisch und werteorientiert. Wir haben uns mit dem Regierungspartner, mit den NEOS, zusammengesetzt, wir haben uns mit den Stadträtinnen und Stadträten zusammengesetzt und sind die Budgets durchgegangen, wirklich Stück für Stück, Bereich für Bereich, und haben uns genau angeschaut, wo geht das Sparen noch, wo geht es gar nicht mehr. Dadurch ist auch ganz klar erkennbar geworden: Bei den Frauen, bei Gewaltschutz, der Männerberatung, bei all diesen Bereichen wird nicht gespart. Wir bauen weiter Gemeindewohnungen, wir bauen weiter die geförderten Genossenschaftswohnungen. Ich meine, Frau Pühringer, Frau nicht amtsführende Stadträtin, Sie haben ja auf Social Media kampagnisiert: Der Gratiskindergarten wird abgeschafft. Das ist unwahr. Er wurde nicht abgeschafft, sondern er wurde erhalten, weil wir ganz intensiv mit unserem Regierungspartner das alles verhandelt haben und gemeinsam draufgeblieben sind (StRin Mag. Judith Pühringer: Sie haben ...), weil uns Vereinbarkeit von Beruf und Familie wichtig ist. (Beifall bei SPÖ und NEOS.) Aber man kann sich die Wirklichkeit immer konstruieren. Vielleicht haben wir das nur deswegen gemacht, weil Sie das Video gemacht haben auf Social Media. (Zwischenruf von StRin Mag. Judith Pühringer.) - Nein, uns sind die Kinder wichtig, uns ist Vereinbarkeit von Beruf und Familie wichtig. Deswegen gibt es diesen beitragsfreien Kindergarten auch weiter. Die Ganztagsschule - unsere Finanzstadträtin hat es schon gesagt - bleibt erhalten, selbstverständlich gratis, weil das die Grundpfeiler unserer Bildungspolitik sind. (StR Peter Kraus, BSc: Da wird das Essen um 10 Prozent teurer.) Natürlich, es gibt ja auch Anträge dazu für die Schulen mit dem Chancenindex und, und, und. Da arbeiten wir ja auch mit der Bundesregierung gut zusammen und werden auch Personal bekommen, um die Schulen zu unterstützen, damit die Kinder schneller Deutsch lernen, dass sie sich gut integrieren. All das sind wichtige Maßnahmen, die wir Hand in Hand machen, weil wir in der Bundesregierung sind. Sie als FPÖ haben sich davongeschlichen von der Verantwortung und wollen jetzt davon reden, Sie würden alles anders machen. Nichts! Sie hätten in die Bundesregierung gehen können mit der ÖVP, Sie sind davongeschlichen, weil Sie zu feig waren, die Verantwortung zu übernehmen! (Beifall bei SPÖ und NEOS.) Und Herr Nepp, dass Sie sich da herstellen und sozusagen heute ein bisschen skandalisieren: Die Stadtregierung ist nicht da! Ich meine, ich möchte keine Stricherlliste machen, wie oft Sie als nicht amtsführender Stadtrat da sind. (StR Dominik Nepp, MA: Oft! Oft! Oft!) Aber das brauchen wir nicht diskutieren, das ist eine Usance des Hauses (StR Dominik Nepp, MA: Dass man da ist?), dass wir so nicht miteinander umgehen. Aber für Sie gibt es keine Usancen, Sie brechen alles. (StR Dominik Nepp, MA: Oho!) Gerade unseren Bürgermeister anzugreifen, der einer ist, der jede freie Minute, wo er kann, herkommt und hier ist (StR Dominik Nepp, MA: Wo er kann? Was heißt, wo er kann? Geht's euch noch?) und sich auch der Debatte stellt. (StR Dominik Nepp, MA: Was hat er denn zu tun?) Das ist schäbig! Das ist schäbig! (Beifall bei der SPÖ.) Das ist letztklassig, was Sie da machen. Sie missbrauchen die Geschäftsordnung als Geschäftsordnungsdebatte, um hier Ihre schäbige Politik zu machen. Das ist traurig, und hören Sie auf damit. (Beifall bei SPÖ und NEOS. - StR Dominik Nepp, MA: Da haben wir einen wunden Punkt erwischt.) Ich möchte noch auf eines eingehen, weil Sie sagen, wir nehmen den Armen das Geld aus der Tasche. Das berührt mich auch sehr, wenn ich Leute sehe, die zu uns in die Volkshilfe kommen, die wir unterstützen, weil irgendein Elektrogerät kaputt ist, die wir unterstützen bei der Miete, bei den Energiekosten. Aber wir tun das, wir haben solche Organisationen. Warum passiert das? - Weil wir es seit Jahrzehnten mit Ihnen nicht und mit der ÖVP nicht schaffen, dass wir eine Reichensteuer einführen, eine Multimillionärssteuer. Tax the rich! Die Reichen in Europa tun sich schon zusammen, haben einen Verein gegründet und haben gesagt: Wir wollen besteuert werden! Bitte besteuert uns. Im "Weltjournal" war ein schöner Bericht. Besteuert uns bitte! (Zwischenruf bei den GRÜNEN: Na, macht es halt!) Na, selbstverständlich ist, wenn man immer wieder umverteilt zu den ganz Reichen, ist nichts da zum Verteilen, um ein gescheites soziales Netz zu haben. Wenn dann noch die FPÖ, die hier immer steht und sagt ... (GR Ing. Udo Guggenbichler, MSc: Wo ist die soziale Staffelung bei der Hundesteuer? Da nehmt ihr es den armen Leuten weg!) - Mein Gott, bist du schon wieder beim Hundeplatzwürschtel und Bier für Hundebesitzer, oder? Ja, ja das kennen wir eh. (StR Dominik Nepp, MA: Der Zynismus wird der SPÖ auch noch vergehen.) Wenn Sie sich da herstellen und dann sagen: Wir müssen die Schwächsten in der Gesellschaft unterstützen. Was machen Sie? - Schauen wir einmal in die anderen Bundesländer. Was macht die FPÖ, wenn sie in der Regierung ist? - Pflegebonus streichen, Kinderbetreuungsausbau kürzen, Wirtschaftsförderungen kürzen. Das ist Ihre Politik! Schauen Sie einmal, Sie haben hier gesagt, ich kann mich gut erinnern: Die Frau Svazek ist Ihr Vorbild, wie ein Land regiert gehört. Das ist die Politik für den kleinen Mann und die kleine Frau? Den Pflegebonus kürzen? Die Leute, die jeden Tag hart arbeiten, SchwerarbeiterInnen sind? - Denen nehmen Sie das Geld weg, wenn Sie in der Verantwortung sind! (GR Maximilian Krauss, MA: Die verdienen noch immer mehr als in Wien.) Und dann weinen Sie hier Krokodilstränen? - Schämen Sie sich! (Beifall bei der SPÖ.) Auch die ÖVP darf man nicht auslassen. Es wurde eh schon gesagt. Einerseits die türkis-blaue Regierung, die sagt: Eine Patientenmilliarde werden wir machen. Und hinterher kommt heraus, dass die Frau Hartinger-Klein, die am Rednerpult gekreischt hat: "Wer macht die Arbeit? - Die Wirtschaft", dann zugibt, dass sie eine Patientenmilliarde gemacht hat, die eigentlich eine negative ist und dass das alles nur ein PR-Gag war. So machen Sie Politik, wenn Sie in der Verantwortung sind! (Zwischenruf bei der ÖVP: Das stimmt ja gar nicht.) Sie nehmen den Versicherten eine Milliarde weg, nicht: Sie geben sie ihnen! (GR Ing. Udo Guggenbichler, MSc: Da ist die ... gestorben.) Nur aus eigenem Machtgelüst zerstören Sie die Sozialversicherung. Das ist Ihre Bilanz! (Beifall bei der SPÖ. - Zwischenruf von StR Dominik Nepp, MA.) Das ist öffentlich so nachzulesen. Sie hat gesagt, die Patientenmilliarde war ein PR-Gag. Das ist ÖVP-Politik. Der Magnus Brunner sagt, Zitat: "Wir haben zu viel ausgegeben", laut ORF-Beitrag vom 07.12.2024. Magnus Brunner hat einen riesigen Schuldenberg hinterlassen, und er sagt: "Es tut mir leid, wir haben zu viel ausgeben." Das war halt die Politik der ÖVP: Koste es, was wolle. Damit Sie Ihren Kurz hinaufstemmen und ihn zum Heiligen und zum Messias der ÖVP machen! (StR Dominik Nepp, MA: Eure Partner! Das ist euer Partner!) Das Geld ist weg! Jetzt zu sagen, das hat alles nichts mit den Ländern zu tun, das ist ja die nächste Chuzpe. (Zwischenruf von GR Ing. Udo Guggenbichler, MSc.) Wir leben in einem föderalen Staat, die Länder nehmen keine Steuern ein, der Bund hebt die Steuern ein und verteilt sie. Wenn der Bund weniger Steuern hat und wenn der Bund weniger Geld hat, dann gibt's weniger zum Verteilen auf Länder und Gemeinden. Nicht umsonst haben wir fast 50 Prozent Abgangsgemeinden in Österreich. Das kommt nicht, weil die alle nicht wirtschaften können - da sind ÖVPler dabei, FPÖler, wahrscheinlich Bürgerlisten und Rote dabei, alle -, sondern weil der Schlüssel nicht mehr passt, weil die Einnahme nicht passt und die Wirtschaft nicht angekurbelt wird. Wir brauchen Wirtschaftswachstum und Einnahmen im Staat, damit wir etwas verteilen können. Wien zeigt das vor. Wir sind das einzige Bundesland mit einem Wirtschaftswachstum, weil wir ankurbeln, weil wir investieren, weil wir Schulen bauen, Straßen bauen. Die StRin Ulli Sima und ihre Projekte "Raus aus dem Asphalt", der StR Jürgen Czernohorszky oder die Stadtwerke mit der ganzen Energietransformation, wo über die Jahre Milliarden hineinfließen, jetzt gerade mit ImWind. (StR Dominik Nepp, MA: Wo sind die heute alle?) - Das sind alles Investitionen, wo Arbeitsplätze entstehen, direkt dort, aber auch sekundär, denn wenn die Leute Geld haben, gehen sie zum Frisör, zur Nagelpflege und, und, und. Also auch in den ganzen Dienstleistungssektor kommt in Folge wieder Geld hinein, und es gibt Jobs, und es entwickelt sich die Wirtschaft. (Zwischenruf von GR Maximilian Krauss, MA.) Das ist kluge, mit Augenmaß gemachte Wirtschafts- und Finanzpolitik in Wien und deswegen funktioniert es bei uns auch. (Beifall bei SPÖ und NEOS.) Und die GRÜNEN - wenn Sie uns angreifen, muss ich den Budgetsprecher der GRÜNEN Jakob Schwarz zitieren. Er sagt in einer Presseaussendung, dass die Bundesländer endlich sinnvoll sparen müssen und begrüßt darin dezidiert den Konsolidierungskurs Wiens. Also die Bundes-GRÜNEN sehen etwas anderes als die Wiener GRÜNEN. Die GRÜNEN putzen sich sowieso immer ab, wenn sie nicht mehr in der Regierung sind. Am nächsten Tag wissen sie schon nicht mehr, dass sie dabei waren. Aber es ist halt so, das sind wir eh gewohnt. (StR Peter Kraus, BSc: Wir wissen wenigstens ...) - Ja, ja, ja, Peter, ich weiß, das berührt dich, aber es ist halt leider so. (GR Ing. Udo Guggenbichler, MSc: Er schaut sehr gerührt aus.) Schau, wir haben im Budgeterstellungsprozess diskutiert, weil die Ressorts ihre Mehrbedarfe eingemeldet haben. Es sind die Energiepreise gestiegen, die Inflation ist da, die Löhne sind gestiegen und, und, und. Jeder hat Mehrbedarfe. Allein, wenn man die Mehrbedarfe berechnet, wären wir bei weit über 4 Milliarden EUR gewesen, die wir neu verschulden müssten. Dank des wirklich feinfühligen und sensiblen Verhandlungsgeschicks unserer Finanzstadträtin ist es auch gelungen, diesen Mehrbedarf von 4,65Milliarden EUR auf 2,63 Milliarden EUR herunterzubringen und da gezielt einzusparen und zu konsolidieren. (StR Dominik Nepp, MA: Also habt's 2 Milliarden Gewinn gemacht.) Es ist heute auch schon zum Winterpaket gesagt worden, alles wird abgeschafft, das wurde schon im Vorfeld massiv kampagnisiert, für die Obdachlosen gibt es nichts mehr. Es gibt die Wärmestuben in Wien, es gibt das Winterpaket weiter. Es gibt in den Wärmestuben auch das warme Mittagessen weiter. Also wir haben da sehr genau darauf geschaut, dass die soziale Handschrift in dieser Stadt nicht verloren geht und dass das spürbar ist im öffentlichen Raum, dass wir das sehen, dass Menschen auch ein Netz haben und aufgefangen werden. (StR Dominik Nepp, MA: Da klatscht nicht einmal die eigene Partei.) - Nicht? Na, Wahnsinn. (Beifall von GR Mag. Thomas Reindl und GRin Dipl.-Ing. Selma Arapovic.) - Na, bitte, schau. (StR Dominik Nepp, MA - erheitert: Die NEOS glauben es selber nicht. - Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Wien ist einfach die Stadt des leistbaren Lebens. Wohn- und Mietbeihilfen werden weiter fortgeführt. Die Wohnbauförderung wird angehoben von 0,5 auf 0,75 Prozent. Das ist wichtig, damit wir investieren können in den geförderten Wohnbau und in die soziale Infrastruktur. Das haben wir auch so ausgemacht mit unserem Regierungspartner. Das ist wichtig, auch das sind einerseits Impulse in die Wirtschaft, sind Arbeitsplätze, aber gleichzeitig sind das die Grundfesten des sozialen Wiens, die wir weiterhin stärken und ausbauen müssen. Dann im Kulturbereich - das ist eh verwunderlich, dass der "Falter" einmal so positiv schreibt: Die Frau Kulturstadträtin konsolidiert das Budget mit der Pinzette und nicht mit der Kettensäge. (GR Anton Mahdalik: Der "Falter" ist ein ...) Ihr habt es eh gestern gesehen, auch im "Kulturmontag" ein Top-Interview. Ich möchte nur eine Zahl hervorheben, wenn man sich den Kulturbereich anschaut. Wieder ist da das soziale Wien mit im Jahr 11 000 Kulturveranstaltungen, die gratis sind, kostenlos für die Wienerinnen und Wiener. 11 000. (StR Dominik Nepp, MA: Das zahlen sie sich selber!) Zeigen Sie mir ein Bundesland, wo es das gibt! Das ist soziale Politik und Kultur für alle. (Beifall bei der SPÖ.) Natürlich, wir sehen auch, wir haben einen Antrag, FPÖ - weil Sie für den kleinen Mann sind -, das Jugend- College 25+ soll abgeschafft werden, Qualifizierungsoffensiven sollen abgeschafft werden. Nein, wir führen das fort! Wir führen die Ausbildungsoffensiven fort, die Frauenarbeitsstiftung, die Joboffensive 50+, die Joboffensive für Jugendliche, und die Pflegeausbildungsprämie, die Sie in Salzburg abschaffen, führen wir auch fort. (Beifall bei der SPÖ. - GR Ing. Udo Guggenbichler, MSc: Kriminelle Asyl...) Das heißt, Sie sehen: Wien ist einfach weiterhin die Stadt des Zusammenhalts, die soziale Stadt, eine Kulturstadt, aber auch der Wirtschaftsmotor Österreichs. Wir sehen das bei der Pflegeoffensive, man kann es nicht oft genug sagen: Wir haben das Ziel gehabt bis 2030 16 000 Pflegekräfte auszubilden. Wir haben dafür extra am FH-Campus eine Ausbildungsstätte gebaut. Wir sind am Weg, diese 16 000 Pflegekräfte auch zu haben. Wir brauchen sie in der Stadt. Das ist auch ein Versprechen an die ältere Generation, dass sie sicher sein kann, sozial und gesundheitlich gut aufgehoben zu sein. Nicht so wie in der Steiermark, wo der Herr Kunasek der Landeshauptmann ist und seinen Wahlkampf gewonnen hat damit, dass er die Spitalschließung in der Obersteiermark verhindert hat. Aber was machen sie jetzt dort? - Sie schließen nicht, aber sie dünnen die Angebote aus. Die Angebote werden immer schlechter, werden zurückgefahren. (Zwischenruf bei der FPÖ.) - Oh ja, sicher, das haben wir recherchiert. (GR Ing. Udo Guggenbichler, MSc: Frag' einmal die Leute in Wien ...) - Das ist eure Gesundheitspolitik! Wir sperren kein Krankenhaus. Wir modernisieren, wir bauen neu, wir machen neue Notfallaufnahmen! Wir investieren in das Gesundheitswesen. Und wenn wir das noch schaffen, dass dieses Auseinanderdividieren endlich aufhört, dass wir die Gesundheitsregion Ost gemeinsam mit dem Burgenland und mit Niederösterreich machen, dann werden wir noch einen großen, innovativen Schritt vorwärtskommen. (Beifall bei der SPÖ.) Fakt ist auch - da habe ich mir von Peter Hacker die Zahlen geholt -, Wien gibt im Sozialbereich das Dreifache von dem aus, was alle anderen Bundesländer miteinander ausgeben, also alle acht Bundesländer zusammengezählt. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Weil Wien die soziale Stadt ist. Natürlich kann man jetzt sagen, es ist zu wenig und what about is, das kennen wir eh. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Aber allein die Zahlen sagen schon aus: Es kann sich kein Bundesland mit uns messen. Wien gibt im Sozialbereich das Dreifache aus im Vergleich zu allen anderen acht Bundesländern. Also darauf können wir stolz sein, wir sind die soziale Hauptstadt Österreichs. (Beifall bei SPÖ und NEOS. - Zwischenrufe von StRin Mag. Judith Pühringer und StR Dominik Nepp, MA.) Vielleicht noch zum öffentlichen Verkehr - die ganze Diskussion mit U-Bahn-Ausbau und so, auch einige Anträge von euch. Wir bauen den öffentlichen Verkehr massiv aus. Auch das ist Sozialpolitik. Man muss sich in Wien kein Auto kaufen, man kann sehr günstig unterwegs sein mit dem Jugendticket um 300 EUR im Jahr, mit dem Seniorenticket um 300 EUR pro Jahr, mit dem Spezialticket für 300 EUR im Jahr, das ist weniger als 1 EUR am Tag. Da investieren wir massiv. Was machen sie dort in Oberösterreich, wo die Blauen dabei sind? - Das teuerste Öffi-Ticket von ganz Österreich! (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Das ist blaue Politik. Ihr nehmt die Leute aus und sackelt sie aus. (Beifall bei der SPÖ. - GR Ing. Christian Meidlinger: Schämt euch! - StR Dominik Nepp, MA. Stadt und Land - ja, ja.) Schämt euch! Und dann traust du dich da herstellen, ist dir das nicht peinlich, Dominik? - Das muss dir ja peinlich sein. Gut. Konsequenter Klimaschutz und Stadtentwicklung. Wien ist das einzige Bundesland, das ein Klimabudget hat, ein CO2-Budget. Auch darauf können wir sehr stolz sein. Unsere Finanzstadträtin hat schon gesagt, dass wir da intensiv investieren, weil der Klimaschutz nicht auf Konsolidierung wartet oder auf irgendwelche Finanzausgleichsverhandlungen. Wir müssen da investieren. Wir haben massiv investiert in Photovoltaik, sind da absolut im Plan mit unseren Zielen, was wir an Ausbauzielen haben. Wir haben jetzt ImWind gekauft und werden die Windkraft verstärken. Wir sehen, dass wir eine Milliarde direkt in den Klimaschutz investieren. Blaue Länder, wo ihr beteiligt seid - Klimaschutz wird zurückgefahren. Die Millionen werden heruntergefahren. (StR Dominik Nepp, MA: Zum Glück! Gott sei Dank! Ihr zerstört Industrie und Wirtschaft.) So ist Ihre Politik. Euch ist es egal, ob die Leute in der Hitze umkommen, wir Hitzetote haben und, und, und, die Übersterblichkeit - all das ist euch egal. Die Reichen haben eh eine Klimaanlage. Ihr seid die Partei der Reichen. (Beifall bei der SPÖ. - StR Dominik Nepp, MA: Ihr verbietet im Gemeindebau, Klimaanlagen einzubauen! Da wäre ich jetzt ganz leise.) Wir sichern die Daseinsvorsorge in Wien, das ist das Wasser, Müllabfuhr, Kanal, das läuft alles in höchster Qualität weiter. Wir investieren in Renaturierung. Ich habe mich heute schon so gefreut, weil die Barbara den Bahnhof Breitenlee genannt hat, weil das 90 Hektar im Herzen der Donaustadt sind und das ein neues Natura-2000-Areal wird. Dazu kommt noch ein riesiger Park der Artenvielfalt. Damit werden wir die Grünraumspangen vom Bisamberg bis in die Lobau schließen und den sogenannten einen Wienerwald Nord-Ost schaffen. (GR Anton Mahdalik: Das war vorher auch alles grün.) Das ist frische Luft für die Menschen, das ist Freizeit für die Menschen, und das ist für die Tiere und für die Biodiversität gut. Darauf sind wir stolz in Wien. (Beifall bei der SPÖ und von GRin Dipl.-Ing. Selma Arapovic.) Ich sage Ihnen zum Abschluss vielleicht, weil Sie eh so genau zuhören, Herr Nepp: So geht Wien. (StR Dominik Nepp, MA. Ja, leider.) Wien ist die soziale Hauptstadt und das Soziale bleibt gesichert. (StR Dominik Nepp, MA: Nein.) Wien ist der Wirtschaftsmotor, den wir ankurbeln. Wien ist die Stadt der Frauen. Wien ist die Stadt der Bildung. Wien ist eine klimaresiliente Stadt. Wien steht an der Seite der Wiener und Wienerinnen. - Danke sehr. (Beifall bei SPÖ und NEOS.) Vorsitzender GR Armin Blind: So, das waren jetzt 20 Minuten. Die Restredezeit der sozialdemokratischen Fraktion ist daher 51 Minuten. Als Nächste zu Wort gemeldet hat sich Frau StRin Greco. Die eingemeldete Redezeit ist 15 Minuten, die ist so eingestellt. - Frau Stadträtin, Sie haben das Wort. Bitte. StRin Dr. Katarzyna Greco, MIEM: Sehr geehrter Herr Vorsitzender, sehr geehrte Frau Stadträtin, geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Wir sprechen hier heute über die wirtschaftliche Zukunft dieser Stadt, über Verantwortung. Wir sprechen über Entscheidungen, die darüber entscheiden werden, ob diese Stadt weiterhin eine Stadt mit Perspektiven bleibt oder zu einer Stadt wird, die sich Schritt für Schritt selbst den Atem nimmt. Wirtschaftspolitik beginnt nämlich nicht hier im Rathaus. (GR Jörg Neumayer, MA: In der Bundesregierung! - GR Mag. Josef Taucher: Bei Magnus Brunner!) Sie beginnt da draußen - da draußen bei den Menschen, bei den Unternehmen. Sie sind genau diejenigen, die jeden Tag Leistungen erbringen und Verantwortung übernehmen. Genau dort hören wir jeden Tag: Es wird schwerer, es wird teurer, und es wird unsicherer. Denn Wien verliert wirtschaftliche Kraft, weil diese Stadtregierung die Finanzen nicht im Griff hat, weil die Strukturen nicht reformiert, sondern die Belastungen erhöht werden, und weil sie Innovationen eher verwaltet als zu gestalten. (Beifall bei der ÖVP.) Sehr geehrte Damen und Herren, das kann nicht die Lösung sein. Denn schauen wir uns die Realität an, wie das Budget hauptsächlich saniert wird - und das seit Jahren. Parken wird teurer, Wasser wird teurer, Müll wird teurer, Abgaben steigen, Tarife steigen. Das ist kein Budget, das auf Reformen setzt, das ist ein Budget, das lediglich in die Taschen der Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt greift. (Beifall bei der ÖVP.) Aber das ist bei Weitem noch nicht alles. Denn all das kommt noch zusätzlich dazu zu jenen Abgaben, die Wien ohnehin sozusagen exklusive einhebt: die Werbeabgabe, ein Relikt aus einer alten Zeit, die die Wirtschaft nur noch belastet, diverse Bagatellsteuern, die in keinem Zukunftsmodell für Standorte überhaupt einen Platz finden würden, Gebühren hingegen, die stabil jedes Jahr steigen. Zuletzt ein weiterer negativer Höhepunkt: die Leistungssteuer, oft getarnt als Wohnungsförderungsbeitrag. Aber da frage ich Sie: Wie sollen denn Lohnnebenkosten als positiver Impuls für die Wirtschaft gewertet werden? - Oft ist es nämlich ganz anders. Der Bund hat die kalte Progression abgeschafft, und Sie nehmen den Menschen dieses Geld wieder mit dieser Leistungssteuer aus den Taschen. Das ist nämlich wieder so eine Steuer, die getarnt ist, als würde sie etwas verbessern, aber in Wirklichkeit macht sie nur eines: den Bürgerinnen und Bürgern und Unternehmen in die Taschen zu greifen, um die Löcher zu stopfen, die Sie sehr oft selbst verursacht haben. (Beifall bei der ÖVP.) Das, sehr geehrte Damen und Herren, ist nicht Leistung, das ist nicht Gerechtigkeit, das ist ein Affront gegen all die Menschen in dieser Stadt, die täglich Leistung erbringen. Bei allem, was Sie erklären, was diese Stadt nicht Großartiges tut. Eines tut sie mit Sicherheit nicht, das ist, im System zu sparen. Sie sprechen immer wieder von Einsparungen. Aber sehen wir uns die Fakten doch einmal an. Sie feiern über 500 Millionen EUR an Einsparungen, aber in Wahrheit - wir wissen es - kommen rund 200 Millionen EUR zusätzlich vom Bund. Auch wenn es weniger ist als erwartet, sind es 200 Millionen, die zusätzlich vom Bund kommen. Das ist Fakt Nummer 1. Fakt Nummer 2: Es fließen Millionen mehr aus erhöhten Abgaben herein. Fakt Nummer 3: Die Stadt Wien hat im ersten Halbjahr 2025 262 Millionen EUR an Rücklagen aufgelöst, und wir haben alle gehört, im zweiten Halbjahr geht dies munter weiter. Das soll ein Sparpaket sein? - Nein, sehr geehrte Damen und Herren, das ist kein Sparen. Das ist eine Verhöhnung der Menschen in dieser Stadt. Das geht besser, das müssen wir besser machen. (Beifall bei der ÖVP.) Jeder Unternehmer, jede Unternehmerin weiß, was echte Konsolidierung bedeutet. Strukturen reformieren, Abläufe modernisieren und Ineffizienzen abbauen. Aber davon liest man im Budget nicht wirklich etwas. Keine Strukturreform, kein Mut, keine Priorisierungen. Stattdessen Leistungssteuer, Tariferhöhungen und Abgabensteigerungen. Sehr geehrte Damen und Herren, die Wirtschaft klagt ihre Sorgen. Aber ich bin mir nicht sicher, ob Sie diese hören. Das sage ich Ihnen nicht als Politikerin, das sage ich Ihnen als Unternehmerin, als jemand, der jeden Tag mit Unternehmerinnen und Unternehmern spricht. Wissen Sie, was die sagen? - Viele von ihnen zumeist: Das Einzige, was uns in Wien noch wirklich hilft, ist die Forschungsprämie. - Kleiner Funfact an der Seite: Die wird vom Bund bezahlt. Oft habe ich das Gefühl, Sie verstehen nicht wirklich, wie es den Unternehmen da draußen geht. Erlauben Sie mir ein kleines Beispiel: Wenn ein Arbeitnehmer, eine Arbeitnehmerin 2 500 netto verdient, dann kostet er den Arbeitgeber oft über 5 000 EUR, und das ist kein Vorwurf an die Sozialpartnerschaft, ich bin bekennende Sozialpartnerin, das ist einfach nur die Realität für die vielen Klein- und Mittelbetriebe in unserer Stadt, die das am allermeisten trifft. Aber was machen Sie? - Statt zu entlasten, wird munter weiter belastet, mit mehr Bürokratie, längeren Wartezeiten, höheren Gebühren und genauso vielen Verwaltungsstrafen. Dabei wäre es doch so einfach: zuerst beraten, dann bestrafen. Denn die Wirtschaft ist nun einmal die Basis unseres Wohlstandes, und dafür reichen kein vages Zukunftsbild, keine Schlagworte im Regierungsprogramm oder irgendein Satz im Budgetvorwort. Wir brauchen einen klaren Plan, einen klaren Zeitrahmen, Zuständigkeiten und Zielsetzungen, ein klares Bekenntnis zur Innovation. Doch was passiert? - Evaluierungen, Leistungssteuern und Schuldzuweisungen, kein klarer Plan. Lassen Sie mich bitte auf ein weiteres zentrales Zukunftsthema hinsehen: Life Sciences. Wien hätte da eine riesengroße Chance, wirklich, eine der größten Chancen überhaupt. Ja, ich weiß, Sie haben schon Boehringer Ingelheim und Takeda erwähnt. Aber da gibt es viele mehr. Schauen wir auch in die Schweiz, Basel zum Beispiel ist der Sitz von Novartis, von Roche. Diese Städte haben sich dort enorm entwickelt, massiv die Wirtschaftsleistung gesteigert. Oder Dänemark, Kopenhagen, wo Unternehmen wie Lundbeck und Novo Nordisk generell global neue Maßstäbe gesetzt haben, wirtschaftlich, wissenschaftlich und auch gesellschaftlich. Die EU und der Bund machen es mit der Life Science-Strategie genauso vor und sehen ein ganz klares Potenzial. Aber Wien? - Ich erfinde das nicht, den Begriff Life Sciences haben wir genau dreimal im Regierungsprogramm. Ich habe voller Zuversicht ins Budget hineingeschaut, aber ganz ehrlich, da findet das Wort Life Sciences nicht einmal aus dem Vorwort hinaus. Das ist kein Plan, sehr geehrte Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.) Das ist keine Struktur, keine Zeitachse, es fehlt die Einbindung der Industrie. Wie will denn Wien in einen Zukunftssektor investieren, wenn es nicht eine klare Roadmap gibt? - Im Regierungsprogramm lesen wir dazu weiter, ich darf zitieren: "Wir evaluieren die Potenziale für eine Ausbauphase." - Evaluierung ist wirtschaftlich gesehen enorm wichtig, kein Thema, aber Evaluierung ist noch lange keine Strategie. Man evaluiert Potenziale, man prüft Möglichkeiten, man sieht sich Konzepte an, aber wo ist die Entscheidung, wo ist der Wille, wo ist der Mut, es dann auch wirklich umzusetzen? - Ein Zukunftsstandort, der seine Strategie rein auf Evaluierungen basiert, ist kein Zukunftsmodell. Zahlreiche Gespräche mit Unternehmen gerade in diesem Bereich, vom Start-up bis hin zur Industrie, zeigen, die wären bereit, mehr zu investieren, die wollen erweitern, die würden auch neue Projekte starten. Aber sie stellen sich eine Frage: Wir sind bereit. Ist es Wien denn auch? Ich sage Ihnen, wir dürfen diesen Sektor nicht vernachlässigen, wir dürfen ihn nicht verlieren. Denn wer einen Zukunftssektor verliert, der tut sich enorm schwer, diesen wieder zurückzuerobern. (Beifall bei der ÖVP.) Wirtschaftspolitik, sehr geehrte Damen und Herren, ist kein Nebenthema. Ich freue mich sehr zu hören, dass Sie da mehr Fokus setzen wollen. Hoffentlich werden Sie das auch umsetzen. Denn ja, die Wirtschaft ist der Motor für alles, was sich diese Stadt leisten kann: Gesundheit, Pflege, Bildung, Soziales, Infrastruktur, Innovation. Nur, wenn dieser Motor stottert, dann stottert alles, sehr geehrte Damen und Herren. Wir sehen ja bereits die ersten Folgen. Wien hat laut derzeitigem Stand 3,25 Milliarden EUR an Neuschulden für heuer prognostiziert, 2026 sollen es 2,63 Milliarden EUR sein. Wenn wir weiter hinaufschauen in die Zukunft, bis 2030, sprechen wir bereits von knapp 30 Milliarden EUR an Gesamtschulden. Sie sprechen von Balance, wir sehen da eher eine enorme Schieflage, keine echten Reformen, keinen Plan, keine Weichenstellung, nur Erhöhungen und Verschiebungen! Das ist kein Zukunftsplan, sehr geehrte Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.) Sie kennen mich, ich will nicht nur kritisieren, wir wollen nicht nur kritisieren, das betone ich auch wirklich jedes Mal. Wir haben Vorschläge, wir haben Erfahrung und wir haben den Kontakt zu den Menschen, zu den Betrieben. Wir wollen Strukturen modernisieren, wir wollen die Leistungssteuer streichen. Wir wollen Life Sciences anstoßen und Innovationen ermöglichen, also eine echte Zukunftsstrategie für den Zukunftsstandort Wien schaffen - für ein Wien, das wieder Mut hat, das Chancen erkennt, Verantwortung übernimmt für die Menschen und für die Wirtschaft. Wien hat enormes Potenzial, und Wien ist eine großartige Stadt. Wien hat Unternehmen, die Weltklasse sind. Wien hat Menschen, die jeden Tag Leistung erbringen und ihr Bestes geben. Gerade um dieses Potenzial auch voll auszuschöpfen, braucht es eine Politik, die das unterstützt und nicht belastet und behindert. Wir können besser, sehr geehrte Damen und Herren, wir müssen besser und wir werden besser! Deswegen lassen wir uns nicht mit Ausreden begnügen, nicht mit Gebührenerhöhungen abspeisen, nicht einreden, dass Stillstand und Leistungssteuern die Zukunft dieser Stadt seien. - Vielen Dank! (Beifall bei der ÖVP.) Vorsitzender GR Armin Blind: Das waren elf Minuten. Wir haben jetzt eine tatsächliche Berichtigung. - Frau Kollegin Schneckenreither, bitte. Die maximale Redezeit ist drei Minuten. GRin Theresa Schneckenreither, MSc (GRÜNE): Meine tatsächliche Berichtigung bezieht sich auf den Vorredner. Klubobmann Joe Taucher von der SPÖ hat nämlich vorher behauptet, Jakob Schwarz, der GRÜNEN- Budgetsprecher im Nationalrat würde den Konsolidierungspfad der Stadt Wien begrüßen. Das muss ich eben tatsächlich berichtigen. (GR Mag. Josef Taucher: Hat er nicht gesagt?) Das Einzige, was Jakob Schwarz begrüßt, ist, Zitat, "dass auch Wien jetzt wie alle anderen Länder monatlich seine Zahlen offenlegen muss." Die Budgetpolitik in Wien kritisiert er hingegen sehr scharf. Wieder darf ich zitieren: "Durch die höheren Defizite der Länder kann der Gesamtstaat seine Defizitziele auch 2025 nicht einhalten. Eine wesentliche Rolle spielt dabei gerade das von SPÖ und NEOS regierte Wien", sagt Jakob Schwarz am 10.11. Jakob Schwarz kritisiert außerdem sehr klar den sozialen und ökologischen Kahlschlag, der in Wien und in Österreich gerade passiert, und der Fiskalrat gibt ihm dabei auch recht. - Vielen Dank. (Beifall bei den GRÜNEN. - GR Mag. Josef Taucher: Das hat uns erhellt. - Zwischenruf bei den GRÜNEN: Joe, wer schreibt deine Reden? - GR Mag. Josef Taucher - in Richtung der GRÜNEN: Das habe ich nicht nötig.) Vorsitzender GR Armin Blind: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Kollege Ornig. Die gewünschte Redezeit ist zehn Minuten. Diese ist dementsprechend eingestellt. - Herr Kollege, Sie haben das Wort. Bitte sehr. GR Markus Ornig, MBA (NEOS) (Der Redner tritt mit einer Schaufel mit türkisenem Schaft in einer Hand ans Rednerpult.): Herr Vorsitzender, werte Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrte Damen und Herren vor den Bildschirmen! Wir befinden uns in der Budgetdebatte für den Budgetvoranschlag 2026. In Wirklichkeit führen wir diese Debatte ja schon seit geraumer Zeit, weil wir uns als Aufschwungskoalition vorgenommen haben, schon laufend ab den Verhandlungen, als wir in die Koalition gegangen sind, uns dementsprechend um das Budget zu kümmern, weil es nötig ist. Ich musste heute tatsächlich sehr schmunzeln über die türkisene Schaufel, die uns der Klubobmann der ÖVP hier überreicht hat. Das ist schon ein geiler Aktionismus. (Heiterkeit bei GR Mag. Josef Taucher.) Also ich habe noch nie einen Aktionismus gesehen, der noch mehr verdeutlicht, wie realitätsfremd Sie sind und wahrscheinlich sein müssen als neue einstellige Partei in Wien (GR Harald Zierfuß: Ach so? - Zwischenruf bei der FPÖ: Wo seid ihr?), wenn man aktuellen Umfragen Glauben schenkt, ist es so, dass unter der Ära Zierfuß einiges weitergegangen ist. (GR Harald Zierfuß: Ach so?) Aber es ist nicht annähernd so viel weitergegangen, wie wenn man sich die Dekade anschaut, in denen ÖVP-Finanzminister am Werk waren. 1986 hat die Staatsverschuldung in Österreich - das war der Zeitpunkt, als die ÖVP wieder den Finanzminister gestellt hat, eigentlich relativ lückenlos bis zur jetzigen Bundesregierung - 57 Milliarden EUR betragen. In der gesamten Zeit von ÖVP-Finanzministern haben Sie es geschafft, sie auf 394 Milliarden EUR Staatsverschuldung zu steigern. Das heißt, eine Schaufel, die Sie mir geben, mit der Sie nur mit Kies Schuldenberge bauen können, muss ich Ihnen leider zurückgeben. (Zwischenruf von GR Harald Zierfuß.) Es tut mir leid, Kollege, das ist nicht die Schaufel, mit der wir arbeiten. Mit der will ganz Österreich nicht arbeiten. (Beifall bei NEOS und SPÖ. - Der Redner stellt die Schaufel mit türkisenem Schaft neben dem Rednerpult ab.) Aber weg vom ÖVP-Aktionismus, der nur vom eigenen Scheitern ablenkt, hin zu dem, was wir heute diskutieren in der Generaldebatte, nämlich unseren Zugang zu diesem Budget. Es ist mehrfach gesagt worden - ich werde es trotzdem nicht leid, zu wiederholen: Wir gehen einen Weg, der auch den Klimawandel berücksichtigt, den die FPÖ immer ausblendet, weil es den ja nicht gibt, das nur ein Marketing-Gag ist, sagt der Kollege Nepp immer, oder? (StR Dominik Nepp, MA: Ein Zynismus.) - Ein Marketing-Gag, der Klimawandel? (GR Maximilian Krauss, MA: Ein sehr teurer Marketing-Gag!) - Ein teurer Marketing-Gag, Entschuldigung. Wir sehen es nicht als Marketing-Gag, wir sehen es als eine der größten Aufgaben, die wir im Moment als Gesellschaft haben, nämlich diesem Klimawandel entgegenzuwirken. Es freut mich sehr, dass wir weiterhin sehr viel investieren, um dem Klimawandel entgegenzutreten. Wir investieren aber auch dort, wo es wichtig ist. Ich als Budget- und Wirtschaftssprecher und natürlich als Teil der NEOS bin besonders froh, dass wir in zwei Bereichen knapp 50 Prozent des Budgets investieren, nämlich zum einen in die Bildung mit 23 Prozent und zum Zweiten sozusagen in unser Ressort, in die Wirtschaft, auch mit 24 Prozent. Das zeigt mir klar die Säulen der Zukunft. Wien hat im Moment ein sehr zartes, aber doch ein Wirtschaftswachstum, im Gegensatz zu allen anderen Bundesländern in Österreich, und darauf ruhen wir uns sicher nicht aus. In dieses Wirtschaftswachstum werden wir weiter investieren. Noch mehr investieren wir in die Bildung. Deswegen muss ich auch ganz ehrlich sagen, ich habe mir die Aufrufe zu den Demos heute angeschaut, die Sie ja zum Teil durchaus ein bisschen mitgetragen haben. Ich sage nicht, dass Sie es gemacht haben. Aber ich fand das schon sehr schräg, dass da auch von einer Einsparung im Bildungsbereich gesprochen wird. Real ist es aber so, dass im Gegensatz zum Budget 2025 wir 2026 um 18 Prozent mehr investieren in die Bildung. (Zwischenruf von GR Georg Prack, BA.) Darauf sind wir sehr, sehr stolz und deswegen lassen wir uns sicher nicht unsere Bildung schlechtreden, wie Sie es ja auch schon mit Ihren diversen Ankündigungen gemacht haben (GR Maximilian Krauss, MA: Die muss man nicht schlechtreden, die ist schlecht genug.), die alle nicht eingetroffen sind. (Beifall bei NEOS und SPÖ. - StRin Mag. Judith Pühringer: Deutschkurse! Deutschkurse!) Aber es ist ein Budget, dass die Schulden der Stadt in Zukunft abbauen soll. Im Moment ist es so, dass wir, völlig richtig, noch neue Schulden machen müssen, einfach aus dem Grund, weil wir diese Stadt nicht ins Chaos stürzen wollen. Genau das würde sonst passieren. Von Ihnen allen habe ich nicht gehört, was der Weg ist. Es sind dann immer einzelne Initiativen, da sind es ganz viel neue Steuern und neue Abgaben (in Richtung der GRÜNEN), das ist alles viel zu wenig, man kann doch nicht die Leute noch viel, viel mehr belasten. Und da (in Richtung der FPÖ) ist es mehr oder weniger immer die Mindestsicherung, wo wir eh einsparen, aber es ist euch halt zu wenig. Das nehme ich zur Kenntnis, das ist der Weg. Aber alle beide Maßnahmen - selbst wenn ich Leerstandsabgabe und all diese Fantasien berücksichtigen würde - würden nicht den Effekt bringen, dass wir jetzt schon sozusagen Schulden abbauen können. Was wir aber geschafft haben mit diesem Budget (StR Dominik Nepp, MA: 2,5 Milliarden!) und das ist sehr wichtig, ist eine Trendwende (StR Dominik Nepp, MA: Zu noch mehr Schulden.), und die Trendwende ist enorm wichtig, denn wir wollen die nächsten Jahre Schritt für Schritt runter und haben ein ganz klares Ziel, das auch mit dem Bund akkordiert ist. Das zeigt der Stabilitätspakt, das zeigt auch der Pakt zwischen allen Ländern. Ja, da haben auch alle mitgemacht und zugestimmt. Wir sind ja alle irgendwo noch in Regierungsbeteiligungen in diesem Raum. Ich halte diesen Plan für sehr, sehr gut, weil er wichtig ist für Österreich und weil er auch wichtig ist für Wien. (Beifall bei den NEOS sowie von GR Petr Baxant, BA und GR Thomas Mader.) Es wurde bereits gesagt: Selbstverständlich wird es weiter einen beitragsfreien Kindergarten geben und selbstverständlich werden wir weiter dort ansetzen, wo es wichtig ist, und das hauptsächlich in der Bildung und auch in der Wirtschaftsförderung. Es gibt 100 Millionen EUR mehr als im Vergleich zum Voranschlag 2025, und es ist ein Bündel von Maßnahmen. Wir haben letzte Woche - und das hat niemandem hier Spaß gemacht, das hat uns sicher auch nicht Spaß gemacht - ein Bündel von Maßnahmen beschließen müssen einnahmenseitig. Das ist der Deal, das ist Teil des Stabilitätspaktes, das wird im Bund so gemacht, das wird auch in Wien so gemacht, dass wir ein Drittel einnahmenseitig stemmen müssen. Und mit stemmen müssen meine ich nicht, dass wir hier im Raum das stemmen müssen, damit meine ich, es muss leider Gottes jeder Wiener, jede Wienerin seinen und ihren Beitrag zahlen. Es ist hausgemacht, ja natürlich. Es ist aber alles hausgemacht, es ist in jedem Bundesland hausgemacht, es ist in jeder Gemeinde hausgemacht. Das war die Politik der letzten Jahre, die geht sich nicht mehr aus. (StR Dominik Nepp, MA: Wart ihr dabei?) Deswegen arbeiten alle auch so hart daran, zu konsolidieren und diese Trendwende zu schaffen. Wir in Wien, muss ich sagen, arbeiten extrem hart daran - und zwar nicht, weil jetzt vielleicht die Ergebnisse für alle hier im Raum zufriedenstellend wären, sondern weil für uns die erste Prämisse ist, die Wienerinnen und Wiener weiterhin abzuholen. Denn was brauchen die Wienerinnen und Wiener? - Die brauchen eine Perspektive, die brauchen eine Planung, und die brauchen einen Weg. Genau diesen Weg wollen wir ihnen geben in der Aufschwungskoalition. Ja, wir haben ein Thema im Wirtschaftswachstum, ein riesiges Thema. Wir haben aber auch ein Thema, dass die Menschen sehr wohl noch Geld haben. Wir haben die höchste Sparquote in ganz Europa. Wie erreichen wir, dass der Konsum wieder läuft, dass der Handel existiert, dass wir Leerstand bekämpfen, dass wir auch schauen, dass gewisse Maßnahmen greifen und die Leute wieder investieren, dass die Unternehmen wieder investieren? (StR Dominik Nepp, MA: Das wollt's jetzt auch noch haben?) - Indem wir ihnen eine positive Zukunft aufzeigen. (GR Ing. Udo Guggenbichler, MSc: Ich sag nur ...) Ganz ehrlich, das ist die einzige wirkliche Kritik, - alles andere ist Politik -, die ich heute hier an die Opposition habe (Zwischenruf von StR Peter Kraus, BSc.): Ihr Beitrag für eine positive Erzählung ist gleich Null. - Vielen Dank. (Beifall bei NEOS und SPÖ. - Der Redner übergibt die Schaufel mit türkisenem Schaft GR Harald Zierfuß. - GR Harald Zierfuß: Man merkt schon, dass ihr nicht sparen wollt.) Vorsitzender GR Armin Blind: Das waren jetzt acht Minuten konsumierte Redezeit, die Restredezeit der NEOS beträgt daher 13 Minuten. Als Nächster zu Wort gemeldet hat sich zu einer tatsächlichen Berichtigung Herr Klubobmann Zierfuß. - Bitte, Herr Kollege, drei Minuten sind als Maximalredezeit eingestellt. GR Harald Zierfuß (ÖVP): Sehr geehrter Herr Vorsitzender, ich weiß, für eine Partei, für die die politische Zeitrechnung wohl beginnt mit leeren Versprechen wie dem Bildungsversprechen oder den Bildungschancen, ist Geschichte schwierig. Ich möchte aber tatsächlich berichtigen, dass die ÖVP natürlich nicht ab 1986 den Finanzminister gestellt hat. (GR Markus Ornig, MBA: Mit Ausnahmen!) Das war nämlich Ferdinand Lacina, SPÖ, dann kam 1995 Andreas Staribacher, SPÖ, 1996 Viktor Klima, SPÖ, 1997 Rudolf Edlinger. Dann kam Karl-Heinz Grasser, FPÖ, und dann ab 2003 jemand Unabhängiger. Also man muss an der Stelle schon sagen, Herr Ornig: Schauen Sie sich lieber die Fakten an, schauen Sie in Ihr eigenes Budget, was Sie für Schulden machen, bevor Sie hier entsprechend an andere austeilen. (GR Markus Ornig, MBA: Ja, waren's die NEOS?) Ich sage Ihnen ganz offen, vielleicht wäre es besser, wenn Sie Ihre Arbeit machten, anstatt irgendeine Geschichtsverfälschung zu machen. - Vielen Dank. (GR Markus Ornig, MBA: Hören Sie genau zu: mit Unterbrechungen! Langsam wird es peinlich. - GR Anton Mahdalik: Seit 1986. Bravo, Ornig! - Der Redner geht zu GR Markus Ornig, MBA und beginnt mit ihm zu sprechen.) Vorsitzender GR Armin Blind: Herr Kollege, könnten Sie es entweder hinten fortsetzen oder ... Gut. Als Nächster zu Wort gemeldet hat sich Herr StR Kraus, die selbst gewählte Redezeit von elf Minuten ist eingestellt. - Bitte, Herr Stadtrat, Sie sind am Wort. StR Peter Kraus, MSc: Herr Vorsitzender, liebe Stadträtin, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Ich habe mir jetzt die Debatte, vor allem die Wortmeldungen der Regierungsparteien zu diesem Budgetvoranschlag, ein bisschen angehört. Man sieht ja auch an der Fülle der SPÖ-Wortmeldungen in der Generaldebatte und an der Fülle der leeren Bänke, wie begeistert die SPÖ von diesem Budget selbst ist, also das dürfte sich in Grenzen halten. Gleichzeitig legt sich irgendwie so eine rot-rosa Wolke des Marketingsprechs über dieses Budget, denn mit der Realität hat das, was Sie hier reden, eigentlich recht wenig zu tun. (Beifall bei den GRÜNEN.) Die Realität dieses Budgetvoranschlages ist, dass die SPÖ bei den Verletzlichsten in unserer Stadt kürzt und dass die SPÖ breite Teile der Bevölkerung und die Kaufkraft in unserer Stadt schwächt, sehr geehrte Damen und Herren. Das ist die Realität dieses Budgets. (Beifall bei den GRÜNEN.) Man muss schon betonen, dass neben den besonders gravierenden Einschnitten im Sozialbereich - Judith Pühringer hat das ausgeführt - das zweite große Problem ist, dass die volle Breitseite, mit der die rot-pinken Kürzungsmaßnahmen hier zugreifen, die Mitte unserer Gesellschaft trifft. Beim Öffi-Ausbau, bei den Fernwärmepreisen, bei den Gebührenerhöhungen, bei den Preisen, die beispielsweise im Kindergarten beim Essen nach oben gehen, bei der Erhöhung der Wohnbauförderung. Da wird überall pauschal abkassiert, das trifft alle, die in unserer Stadt arbeiten gehen, und das ist falsch, sehr geehrte Damen und Herren. (Beifall bei den GRÜNEN.) Ich möchte jetzt auf vier konkrete Punkte eingehen, die dieses Budget betreffen. Ich beginne mit der Höhe des Wohnbauförderbeitrages. Der Wohnbauförderbeitrag wird ja erhöht von 1 Prozent auf 1,5 Prozent. Das spüren alle in dieser Stadt, alle, Unternehmerinnen und Unternehmer, also ArbeitgeberInnen, aber auch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, indem einfach ein halber Prozentpunkt weniger da ist. Das ist nichts anderes als eine Lohnkostenerhöhung. Da muss ich schon sagen, es ist beachtlich, dass die NEOS als Partei, die gefühlt die letzten Jahre durch dieses Land gezogen ist und gesagt hat, es gibt nichts Wichtigeres, als dass die Lohnkosten sinken, dann als Erstes gleich einmal mit dabei sind, wenn die Lohnkosten in dieser Stadt erhöht werden, nämlich deutlich erhöht werden. Das spüren die Wienerinnen und Wiener, das spüren die Arbeitgeber in dieser Stadt, weil es einfach bedeutet, dass weniger überbleibt von dem, wofür man arbeiten geht, sehr geehrte Damen und Herren. (Beifall bei den GRÜNEN.) Die Geschichte des Wohnbauförderbeitrages hat ja noch einen zweiten Teil, das ist nämlich das, wofür dieses Geld eigentlich eingenommen wird. Eigentlich sollte der Wohnbauförderbeitrag da sein, um die Wohnbauförderung in unserer Stadt oder in unserem Land zu finanzieren. Insgesamt werden aber 329 Millionen EUR, die aus dem Titel der Wohnbauförderung eingenommen werden, gar nicht für Wohnbauförderung ausgegeben. Das sind immerhin 42 Prozent der Einnahmen aus diesem Titel, die nicht für Wohnbauförderung ausgegeben werden. Also wenn irgendwer noch einmal behauptet, es gibt eine Zweckbindung für den Wohnbau, dann ist das falsch, sehr geehrte Damen und Herren. (Beifall bei den GRÜNEN.) Jetzt wissen wir, dass die Zweckbindung irgendwie ausgeweitet werden soll auf andere Infrastrukturen. Wie das nachvollziehbar sein soll - dazu gab es letztens eine Anfrage im Gemeinderat -, wissen wir bis heute nicht. Wir wurden auf den Rechnungsabschluss verwiesen. Am Ende, sage ich Ihnen, sickert da einfach Geld aus dem Wohnbauförderbeitrag ins Budget, sehr geehrte Damen und Herren. Der zweite Punkt: Die Frau Stadträtin hat vorher gesagt, Wien ist am Weg zur Klimamusterstadt. Die Realität ist, dass der Punkt Klimamusterstadt von 100 Millionen EUR auf 0 EUR gekürzt wird. Das ist eine Vollbremsung auf diesem Weg. Wenn man sich überlegt, dass bislang 100 Millionen EUR dafür zur Verfügung gestanden sind, dass Projekte in Bezirken wie beispielsweise die Praterstraße oder die Argentinierstraße finanziert wurden, dann ist die Streichung dieses Budgettopfes der Klimamusterstadt auf null eine klimapolitische Bankrotterklärung dieser Stadtregierung, sehr geehrte Damen und Herren. (Beifall bei den GRÜNEN.) Diese Auswirkungen wird man in den nächsten Jahren spüren. Es geht ja auch einher mit einer generellen Kürzung der Bezirksmittel. Was bedeutet das? - Das bedeutet, dass die Wienerinnen und Wiener in ihrem Grätzel vor Ort spüren werden, dass sich die Stadt zurückzieht - beim Klimaschutz, bei der Umgestaltung des öffentlichen Raumes, wenn es darum geht, mehr Bäume zu pflanzen, die im Sommer die Wienerinnen und Wiener vor der Hitze schützen. Die Wienerinnen und Wiener werden das spüren und merken, wenn in Zukunft ihr Grätzel nicht mehr besser wird, wenn es im Sommer heiß wird, weil die Stadtregierung zwar viel Marketing macht in diesem Bereich - wirklich viel Marketing macht, viel Geld ausgibt -, aber gleichzeitig beim Klima bei den Bezirken vor Ort extrem kürzt, sehr geehrte Damen und Herren. (Beifall bei den GRÜNEN.) Der dritte Punkt, den die Wienerinnen und Wiener tatsächlich spüren werden und auch jetzt schon in ein paar Tagen spüren, ist der Bereich Öffis. Zum einen wird ab 1.1.2026 die Jahreskarte um über 100 EUR teurer, das spüren alle, die mit den Öffis unterwegs sind, die mit den Öffis zur Arbeit fahren, das spüren die Arbeitgeber, die ein Jobticket zur Verfügung stellen, und so weiter und so fort. Argumentiert wurde diese Tariferhöhung nicht nur bei der Jahreskarte, sondern bei allen Tarifen eigentlich damit, dass man sagt, es gibt Investitionen im Ausbau, es steht viel mehr zur Verfügung. Ein paar Wochen später ist jetzt das Ergebnis, dass die U2-Verlängerung verschoben wird, dass die U5-Verlängerung verschoben wird, dass die U5 zwar fertig gebaut, aber vier Jahre lang nicht eröffnet wird. Das ist ja besonders absurd: Die U-Bahn fertigbauen und sie dann jahrelang stillstehen lassen. Ich stelle mir schon richtig toll vor, wie gut das funktionieren wird, wenn man eine Infrastruktur mehrere Jahre lang stehen lässt und dann erst in Betrieb nimmt. Ich wünsche uns allen viel Glück, dass das auch funktioniert. Also während die Tickets massiv teurer werden, wird der Öffi-Ausbau verschoben und das heißt im Ergebnis: mehr zahlen für weniger Leistung. Das ist nichts anderes als eine Verhöhnung der Fahrgäste, sehr geehrte Damen und Herren. (Beifall bei den GRÜNEN.) Es zeigt auch die vollkommen falsche Prioritätensetzung, denn wenn wir über diesen Voranschlag reden, dann reden wir auch über das Jahr 2026. Das Jahr 2026 wird ein Jahr sein, wo Vertreterinnen und Vertreter der SPÖ wahrscheinlich irgendwo auf einer Wiese stehen und bei einem Spatenstich rund um die S1 Lobauautobahn klatschen werden, während gleichzeitig der Öffi-Ausbau verschoben wird und am Abstellgleis ist. Das versteht niemand, dass dafür unter Beifall der SPÖ Milliarden ausgegeben werden, während die Öffis verschoben werden, das sind die falschen Prioritäten, sehr geehrte Damen und Herren. (Beifall bei den GRÜNEN.) Der vierte Punkt, den die Wienerinnen und Wiener leider spüren werden, der beschäftigt gerade viele, weil es draußen kalt ist, weil geheizt wird. Die Wiener Fernwärmekundinnen und Fernwärmekunden spüren auch jetzt schon nach den extrem hohen Preiserhöhungen der letzten Jahre wieder eine Erhöhung um 15 Prozent bei den Kosten für die Fernwärme. Gleichzeitig - ich rufe uns das allen wieder in Erinnerung - hat die Fernwärme, die Wien Energie in den Jahren 2023 und 2024 jeden Tag über 1 Million EUR Überschuss aus dem Betrieb gemacht. Über 1 Million EUR Überschuss am Tag. Da hat einfach die Stadtregierung versagt! Die Fernwärme ist ein Monopolist, der gehört reguliert, da dürfen keine Übergewinne entstehen bei einem Monopolisten. Diese Übergewinne zahlen die Wienerinnen und Wiener mit hohen Energierechnungen, da hätte die SPÖ längst eingreifen müssen, sehr geehrte Damen und Herren. (Beifall bei den GRÜNEN.) Ich möchte vielleicht nur ein zweites aktuelles Thema dazulegen. Im Moment wird auf Bundesebene viel über die Elektrizitätsabgabe gesprochen, die ja gesenkt werden soll. Das würde die Wiener Haushalte, die Stromkundinnen und Stromkunden, natürlich auch entlasten. Seit letzten Freitag hat die Stadtregierung das Gebrauchsabgabegesetz neu beschlossen, das bedeutet auch, dass die Stromrechnungen um 1 Prozent teurer werden, weil die Gebrauchsabgabe auf Strom- und Netzkosten um 1 Prozent steigen. Das heißt, von dem, was die Bundesregierung da an Entlastung bringt, nimmt die Wiener Stadtregierung sofort einen Teil wieder rein. Das ist eine Verhöhnung der Stromkundinnen, sehr geehrte Damen und Herren. (Beifall bei den GRÜNEN.) Bevor ich zum Schluss komme - ein Punkt fehlt mir in dieser ganzen Debatte, und das ist nämlich die Frage, wo in dieser Stadt Geld versickert. Wo sind eigentlich Potenziale, die man im System dieser Stadt heben kann? - Da gibt es einige Punkte. Wir könnten viel über die Eigenwerbung reden und überlegen, ob man wirklich "Mein Wien"-Magazine braucht, wir könnten über alles rund um das Ausflugslokal Cobenzl reden oder die Eventarena St. Marx, die den Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern 215 Millionen EUR kosten wird. Aber es gibt auch andere Dinge, wie beispielsweise - erst letztens bekannt geworden -, wenn im Fonds Soziales Wien über Jahre ein IT-Programm entwickelt wird und es nie zur Anwendung kommt, weil es nicht funktioniert, dann verschlingt das gleich einmal 16 Millionen EUR. Also da sind überall noch Potenziale, die man heben kann, sehr geehrte Damen und Herren. (Beifall bei den GRÜNEN.) Zusammengefasst: Dieses Budget trifft nicht nur die Verletzlichsten in unserer Stadt, es würgt auch die Zukunft ab, weil die Kaufkraft der Wienerinnen und Wiener unter den hohen Energiekosten leidet, weil das Verschieben und Strecken von Investitionen in Klima, in Öffis, in Infrastruktur schlecht für die Konjunktur ist und weil es trotz Kürzungen keine Strategie gibt, wie man von diesem Schuldenberg wieder wegkommt. Dieses Budget schafft Probleme, anstatt sie zu lösen. - Danke schön. (Beifall bei den GRÜNEN.) Vorsitzender GR Armin Blind: Das waren jetzt elf Minuten, die verbliebene Restredezeit der GRÜNEN ist daher zwölf Minuten. Als Nächster zu Wort gemeldet hat sich Herr GR Krauss, die eingestellte Redezeit ist wie gewünscht zwölf Minuten. - Herr Gemeinderat, Sie haben das Wort. Bitte. GR Maximilian Krauss, MA (FPÖ): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Während bei der Bevölkerung abkassiert wird, "bleiben Reiche [...] unangetastet". Das ist kein Zitat aus der Rede von Klubobmann Taucher, mit der er versucht hat, von diesem katastrophalen Budget abzulenken, sondern das ist ein Zitat aus einer Presseaussendung der Sozialistischen Jugend, die sie heute Früh ausgeschickt hat, um so Ihr Budget zusammenzufassen. Während Ihre eigene Sozialistische Jugend sagt, dass Sie bei den Menschen abkassieren und die Reichen unbelastet bleiben, der Bürgermeister aus dem Saal flieht und der Klubobmann Taucher versucht, abzulenken, ist das das, was Ihre eigene Basis über Ihr Budget denkt. Das spricht wohl, glaube ich, wirklich für sich. (Beifall bei der FPÖ.) Ich frage mich, wer aus Ihren Reihen eigentlich aus der Sozialistischen Jugend kommt, und ich bin mir sicher, dass das einige von Ihnen sind. Wenn hier eben Ihre eigene Jugendorganisation klarmacht, dass bei der eigenen Bevölkerung abkassiert wird und gleichzeitig Reiche von Ihrem Budget unangetastet bleiben, dann ist, glaube ich, ein für alle Mal klar, dass Ihre Ablenkungsmanöver - wenn Sie sagen, da gab es einen Finanzminister, da gibt es in Salzburg eine Regierung, da gibt es dieses oder jenes - nur billige Polemik sind und Sie hier in Wien einzig und allein selbst dafür verantwortlich sind, dass die Menschen immer mehr belastet werden. (Beifall bei der FPÖ.) Während Sie dann eben behaupten, daran seien die anderen schuld, und die eigene Jugendorganisation schon weiß, dass Sie daran nur selbst schuld sind, während all das klar ist und sich der Kollege Klubobmann Taucher auch noch herausstellt und sagt, die Konzernen und die großen Firmen müssen belastet werden (GR Mag. Josef Taucher: Habe ich nicht gesagt!), und bei manchen Dingen ja vielleicht auch recht hat, während all das passiert, müssen wir gestern im "Kurier" lesen, dass die Stadt Wien in genau so einem Fall, in dem eine große Firma ein großes Geschäft gemacht hat, weil ein SPÖ-Bezirksvorsteher mutmaßlich Amtsmissbrauch begangen und ein Geheimnis verraten hat, 850 000 EUR von genauso einer großen Firma und dem zuständigen Bezirksvorsteher zurückverlangen könnte, ja, zurückverlangen müsste. Allein, Sie tun es nicht, weil Sie Ihren roten Genossen lieber decken, statt hier im Sinne der Wienerinnen und Wiener zu agieren. (Beifall bei der FPÖ.) Denn worum geht es hier genau? - Wir erinnern uns an die Causa Wienwert, Der Herr Bezirksvorsteher Nevrivy hat als Bezirksvorsteher gewusst, dass ein Grundstück noch billig ist, aber bald sehr teuer sein wird, weil er wusste, dass die Wiener Linien dieses Grundstück kaufen werden. Und was hat der Herr Nevrivy gemacht? - Er hat sich gedacht, er erzählt seinem Freund von der großen Firma, gegen die die SPÖ sonst ist: Schnell dieses Grundstück kaufen, dann kannst du es teurer an die Wiener Linien weiterverscherbeln! - Und genau das ist passiert. Der Schaden für die Wienerinnen und Wiener beträgt 850 000 EUR, und genau dafür wird der Herr Nevrivy seitens der WKStA auch angeklagt. Das sind nicht die Rechten, das sind nicht die Ultrarechten, das ist nicht die FPÖ, das ist auch nicht Ihr Gottseibeiuns Herbert Kickl. Das sind Ihre linken Freunde von der WKStA, die bei so einer Schweinerei nicht mehr wegsehen konnten, die sagen, wir machen dem Herrn Nevrivy die Anklage, diese 850 000 EUR hat er verraten. Und wenn einmal eine linke WKStA so eine Anklage zu Papier bringt und tatsächlich zur Verhandlung bringt, dann weiß man, dass diese Sache wirklich bis zum Himmel stinkt. (Beifall bei der FPÖ.) Und jetzt liegt diese Anklage auf dem Tisch. Der Herr Nevrivy ist natürlich weiter im Amt, die SPÖ tut so, als wäre nichts passiert. Und jetzt müsste sich die Stadt Wien natürlich als Opfer diesem Verfahren anschließen. Es würde nichts kosten, es birgt kein Risiko, aber es bringt den selbstverständlichen Nutzen, dass in der Folge dieser Schaden, der durch den Herrn Nevrivy und den Bauträger dort entstanden ist, bei der Stadt Wien wiedergutgemacht werden muss, dass das zurückbezahlt werden muss. Es wäre das Selbstverständlichste auf der Welt - und jeder Jurist wird Ihnen das bestätigen, und es gibt ja auch bei den NEOS einige JuristInnen hier -, dass die Stadt Wien sich in diesem Verfahren als Privatbeteiligte anschließen muss. Und wenn wir heute ein derart desaströses Budget vor uns haben, bei dem überall gespart wird, überall abkassiert wird und Sie gleichzeitig sich nicht einmal in diesem Verfahren als Privatbeteiligte anschließen, um dieses Geld für die Wienerinnen und Wiener zurückzuholen, dann ist das eine pure Verhöhnung der Menschen. Dann ist das ganz mieser Sozialismus in Reinkultur, wenn Sie lieber Ihren Genossen decken, als die Wienerinnen und Wiener an erste Stelle zu stellen. (Beifall bei der FPÖ.) Die Kolleginnen und Kollegen von den NEOS schauen alle ganz betreten (Zwischenrufe bei den NEOS.) in die Bank. Und ich verstehe es auch, denn wenn wir ein bisschen zurückblicken (Zwischenruf von GR Mag. Josef Taucher.), dann erinnern wir uns, dass Sie in einem Wahlkampf einmal eine Broschüre über die Grundstücksdeals der Stadt Wien, darüber, wo Sie da Transparenz schaffen und das alles aufdecken wollen, gemacht haben. Jetzt, nach bald sechs Jahren in der Regierung, haben Sie keinen einzigen Grundstücksdeal und keine einzige intransparente Struktur in der Stadt Wien aufgedeckt. Und dort, wo die WKStA es aufdeckt und zur Anklage bringt, sehen Sie sogar zu und machen beim Zudecken mit. Ja, das ist wirklich eine desaströse Bilanz von sechs Jahren NEOS in dieser Stadtregierung. (Beifall bei der FPÖ. - GR Mag. Josef Taucher: Was sagen Sie zu ... Pauli Stadler ... Wienwert?) Bleiben wir kurz bei den NEOS! Der Kollege Ornig hat ja schon das letzte Mal hier heraußen gesagt: Wir agieren mit Vernunft und mit Hausverstand! - Und heute hat er auch noch gesagt: Wir lassen uns die Bildung in Wien nicht schlechtreden! - Lassen wir diesen Satz einmal sickern: Wir lassen uns die Bildung in Wien nicht schlechtreden! Jetzt könnte man glauben, wenn man da nichts schlechtreden kann und darf, dann müssten wir ja tolle Schulen haben, dann müssten wir ein perfektes System haben, dann müssten wir genug Lehrer haben, dann müsste in Wien im Bildungsbereich nach fünf Jahren NEOS-Politik alles gut sein. Aber jetzt einmal Hand aufs Herz: Sie haben seit fünf Jahren die Verantwortung im Bildungsbereich in Wien. Sagen Sie mir eine Kennzahl, die in Wien in diesen fünf pinken Jahren Bildungspolitik besser geworden ist! Da gibt es keine. (Zwischenrufe von GR Markus Ornig, MBA und GR Georg Prack, BA.) Ich weiß, Ihnen fällt nichts ein, mir fällt nichts ein. Es gibt keine. Die Schulabbrecherzahlen sind schlechter geworden, die Deutschquoten sind von niedrigem Niveau aus noch weiter in den Keller gegangen. Wir haben so viele Schüler, die als außerordentliche Schüler in die Schule eintreten, wie noch nie im Volksschulbereich, teilweise 50 Prozent und mehr. Das ist das Ergebnis von fünf Jahren pinker Bildungspolitik. Sie haben gar nichts weitergebracht. Der Herr Wiederkehr hat zugeschaut, hat weggeschaut, hat nichts getan. Die Frau Emmerling redet die Dinge schön, macht am Ende gar nichts. Sie haben nicht nur bei der vorhin diskutierten Transparenz nichts weitergebracht, Sie haben auch in der Bildungspolitik keinen einzigen Erfolg zu verbuchen. Sie können selbst nicht einmal einen erfinden, weil es so offensichtlich ist, dass nichts weitergegangen ist. Die NEOS, die hergegangen sind und versprochen haben, den Kindern werden die Flügel gehoben, stehen heute hier und stehen in Wahrheit am Rande ihres politischen Bankrotts, der in Wahrheit schon fast genauso auffallend ist wie der Bankrott beim Wiener Budget. (Beifall bei der FPÖ.) Denn während Sie eben hier die Bildungspolitik, die so schlecht ist, dass man sie gar nicht mehr schlechtreden muss, nicht wirklich diskutieren wollen und die 850 000 EUR aus den Grundstückdeals von Herrn Nevrivy nicht für die Stadt Wien zurückfordern wollen, während all diese Dinge in Wien passieren, die SPÖ regiert und die NEOS das Ganze abnicken, werden gleichzeitig viele Menschen in dieser Stadt, die überhaupt nichts dafür können, die überhaupt nicht daran Schuld haben, dass sie in einer schlechten Lage sind, weiter belastet, und es wird weiter bei ihnen abkassiert. Wir haben es bereits besprochen: die Erhöhung des Wohnbauförderungsbeitrages, durch die Arbeitgeber und Arbeitnehmer, beide Seiten, belastet werden, die Verteuerung des Parkpickerls, bei dem Sie allein dieses Jahr wieder um die 30 Prozent draufschlagen, obwohl Sie ja bereits in allen vorangegangenen Jahren hier massive Erhöhungen durchgeführt haben. Das ist ja Ihre Ausrede bei der Jahreskarte. Da sagen Sie: Na, da müssen wir jetzt erhöhen!, obwohl der Bürgermeister im April noch versprochen hat, da wird nicht erhöht, weil da ja seit zehn Jahren nicht erhöht worden ist. Aber was war bei den Parkgebühren? Was ist bei den Menschen, die aus beruflichen Gründen, aus familiären Gründen, aus Mobilitätsgründen auf das Auto angewiesen sind? - Bei denen haben Sie über die letzten Jahre jedes Jahr zusätzlich abkassiert (GR Mag. Josef Taucher: ... Steiermark angehoben!), und jetzt gibt es dieses Jahr wieder um 30 Prozent mehr Belastungen. Das heißt, wir sehen hier, Ihre Ausrede beim Jahresticket ist keine ehrliche. Die ist eine billige, denn bei den Autoparkpreisen haben Sie auch in den letzten zehn Jahren schamlos zugegriffen. (Beifall bei der FPÖ.) Meine sehr geehrten Damen und Herren, all diese Belastungen ziehen sich ja quer durch die weiteren Lebensbereiche. Die Hundesteuer, die auch oft erwähnt wurde: Die Hunde werden von Ihnen teurer in der Haltung gemacht. Und besonders absurd: Der zweite und der dritte Hund sind teurer als der erste, als würde da für die Stadt irgendein anderer Aufwand anfallen. Meine sehr geehrten Damen und Herren, Sie greifen in allen Lebensbereichen zu. Und ein Thema, das man natürlich heute auch ansprechen muss, ist der ganze Energiesektor, wo der Bürgermeister in Person auch als Landeshauptmann tätig ist und als Preisregulator mit einem Strich seines Kugelschreibers das Heizen mit Fernwärme wieder billiger machen könnte. Da brauchen wir von Ihnen keine Polemik: Besteuern wir mehr die Reichen! Da brauchen wir von Ihnen kein Ablenken: Schauen wir nach Salzburg oder in ein anderes Bundesland! Schauen wir, wer 1986 Finanzminister war! Der Bürgermeister könnte in Wien die Fernwärmebezieher als Person in seiner Funktion als Landeshauptmann entlasten. Er tut es nur einfach nicht, weil er bei ihnen lieber abkassiert, um das Geld dann im Zentralbudget verwalten zu können. (Beifall bei der FPÖ.) Ja, meine sehr geehrten Damen und Herren, Ihr Budget, das uns heute vorliegt, ist das in Zahlen gegossene Versagen dieser Koalition. Es wird mehr als deutlich, dass Sie das Budget nicht mehr im Griff haben, dass Sie auf der einen Seite immer mehr Schulden machen, obwohl Sie auf der anderen Seite den fleißigen Menschen in dieser Stadt immer tiefer in die Taschen greifen. Und das ist eine unfaire Politik, das ist eine asoziale Politik, das ist eine Politik, vor der wir schon seit langem warnen. Wir bräuchten schleunigst einen Kurswechsel zu mehr Fairness und zu mehr Gerechtigkeit in dieser Stadt. (Beifall bei der FPÖ.) Vorsitzender GR Armin Blind: Das waren jetzt exakt zwölf Minuten. Verbleibende Restredezeit daher für die freiheitliche Fraktion: 36 Minuten. Als Nächster zu Wort gemeldet hat sich Herr GR Deutsch. Eingestellte Redezeit sind wie gewünscht 25 Minuten. - Herr Gemeinderat, Sie haben das Wort. Bitte sehr. GR Christian Deutsch (SPÖ): Danke schön, Herr Vorsitzender! Frau Stadträtin, meine sehr geehrten Damen und Herren! Der Budgetvoranschlag 2026 wurde unter der Prämisse erstellt, dass eine Konsolidierung mit Verantwortung durchzuführen ist. Und Sie wissen, ein Drittel hat hier einnahmenseitig und zwei Drittel haben hier ausgabenseitig zu erfolgen. Das ist eine klare Festlegung, die von Anfang an auch kommuniziert ist. Wien ist ja die Stadt mit der höchsten Lebensqualität, was uns im internationalen Ranking auch immer wieder bestätigt wurde. Jetzt geht es darum, diese Lebensqualität durch die Finanzierung von zentralen Leistungen auch zu sichern. So führen wir auch Anpassungen mit Augenmerk und faire, moderne, solidarische Abgabengrundlagen ein. Und was wir heute von der Opposition erlebt haben, war einmal mehr - das kann man so sagen - ein substanzloser Rundumschlag, bei dem es um keine konkreten Vorschläge gegangen ist, bei dem Sie zwar, wie wir jetzt schon sehen können, wieder über 100 Anträge einbringen, die viel Geld kosten, ohne sich zu überlegen, wie das zu finanzieren ist. Einsparungen werden generell abgelehnt, und Einnahmen werden ebenso bekämpft. Das ist keine seriöse Budgetpolitik. Die historische Verantwortung - ich konnte das bereits in der letzten Sitzung sagen - hat natürlich auch die ÖVP, die seit Jahrzehnten den Finanzminister gestellt hat. Die GRÜNEN waren bereitwillig als Ministranten tätig, die alles mitgetragen haben und sich jetzt nicht mehr erinnern wollen, was seinerzeit beschlossen wurde. Und die FPÖ hat bereits dort, wo sie in Regierungsverantwortung war - und das ist, Kollege Krauss, keine Polemik, sondern das ist ja auch nachzuvollziehen -, auf Bundes-, auf Landesebene bei Bildung, Wohnen, Gesundheit und Pflege zu Lasten der Menschen gespart. Das wollen wir nicht, aber ich hoffe, Sie merken, was Sie eigentlich in diesen letzten Jahren angerichtet haben. Daseinsvorsoge heißt für uns, dass jemand, der krank ist, nicht sofort seine Kreditwürdigkeit prüfen muss, dass jemand, wenn er ein Kind bekommt, sich nicht überlegen muss, ob es auch einen Kindergartenplatz gibt, und jemand, der älter wird, nicht Angst haben muss, in Würde gepflegt zu werden. Das heißt Daseinsvorsorge. Wir konsolidieren daher das Budget, aber wir kürzen nicht das erfolgreiche Wiener Modell der Daseinsvorsorge. (Beifall bei der SPÖ und von GR Dipl.-Ing. Dr. Stefan Gara.) Wien dreht hier an einem Konsolidierungsrad von 2 Milliarden - also hier zu behaupten, es sei keine Trendwende eingeleitet worden, verkennt eigentlich die wesentlichen Schwerpunkte dieses Budgets -, hält aber trotzdem an Kindergärten, Spitälern und Öffis fest. Das ist der Wiener Weg, auch in Verantwortung für zukünftige Generationen. Und, meine sehr geehrten Damen und Herren, dabei sind natürlich auch die Rahmenbedingungen zu beachten, weil ja die Stadt Wien nicht im luftleeren Raum budgetiert. Wir erleben die längste Rezessionsphase der Zweiten Republik. Die österreichische Wirtschaft tritt seit Jahren auf der Stelle, die Institute reden sogar von einem verlorenen Jahrzehnt. Das durchschnittliche Wirtschaftswachstum wird zwischen 2026 und 2030 mit rund 1,1 Prozent pro Jahr angenommen. Die Staatsschuldenquote des Bundes pendelt sich bei 85 Prozent des BIPs ein - und das trotz Sparpaketen und Rekordinflation. Aber gleichzeitig - und das trifft natürlich die Länder und Gemeinden auch besonders - explodieren jene Ausgaben, die unmittelbar bei den Städten landen, nämlich die Gesundheitskosten, die Kosten für Pflege, für Sozialleistungen und die Kosten der Kinderbetreuung. Unter diesen Rahmenbedingungen hat die Finanzstadträtin ein Budget für eine Zwei-Millionen-Metropole erstellt, die stetig wächst, die älter wird, die diverser wird und trotzdem leistbar und lebenswert bleiben soll. Meine sehr geehrten Damen und Herren, reden wir daher nicht die Stadt schlecht, sondern nehmen wir die Herausforderungen für die Zukunft an! Die Stadt schlechtzureden, hilft niemandem. Wien ist wirtschaftlich stärker als der Rest des Landes und verzeichnete zuletzt als einziges Bundesland von Österreich ein Wirtschaftswachstum von 0,9 Prozent, während Österreich gesamtwirtschaftlich im Minus lag. Die Bruttowertschöpfung ist in Wien als einzigem Bundesland gestiegen. Das Bruttoinlandsprodukt liegt bei über 110 Milliarden EUR und macht damit rund ein Viertel der gesamten Wirtschaftsleistung Österreichs aus. Und laut den Beschäftigungsprognosen von AMS und WIFO soll bis 2030 durchschnittlich 1 Prozent Beschäftigungswachstum pro Jahr zu verzeichnen sein. Das heißt, auch wenn die Wirtschaft in Europa insgesamt nur langsam wächst, bleibt Wien Wachstumsstandort, Innovationsstandort, Beschäftigungsstandort, vorausgesetzt, dass wir an unseren strategischen Investitionen festhalten, und genau das tun wir. Die Frau Finanzstadträtin Barbara Novak hat hier nachvollziehbar die Einnahmen, die Ausgaben, das voraussichtliche Defizit von 2,63 Milliarden EUR auf den Tisch gelegt und auch für alle hier, die zugehört haben, nachvollziehbar darstellen können, dass im Vollzug des Budgets heuer bereits massive Einsparungen vorgenommen werden konnten und wir daher bei etwa 3,25 Milliarden EUR landen. Das heißt, ohne Konsolidierungsschritte hätten wir diesen Wert gar nicht erreichen können. Also jetzt zu behaupten, da sei nichts passiert und wir würden nur mehr in der 30-Milliarden-Erzählung des Herrn Zierfuß leben, geht eindeutig am Thema vorbei. (Beifall bei der SPÖ und von GR Dipl.-Ing. Dr. Stefan Gara.) Das jetzige Budget senkt das Minus auf rund 2,6 Milliarden, es gibt also Konsolidierungsmaßnahmen von etwa 2 Milliarden EUR. Das ist etwas, was Sie wider besseres Wissen ignorieren. Die Konsolidierungswende ist eingeleitet. Und trotzdem - und das ist der wesentliche Balanceakt - ist der entscheidende Punkt, dass wir nicht die Daseinsvorsorge zusammenschneiden, sondern hier Prioritäten setzen. Wenn die ÖVP in ihren Wortmeldungen heute globale Krisen, Preissteigerungen auf dem Weltmarkt, die Koste-es- was-es-wolle-Politik der eigenen Regierung ignoriert, dann wundert es mich nicht, dass hier fern von jeder Realität diese 30-Milliarden-Erzählung aufrechterhalten wird, die ja nur dann gilt, wenn sozusagen keine Konsolidierungsmaßnahmen erfolgen. Also das ist zwar für Panikmache geeignet, aber als Grundlage ernsthafter Budgetpolitik untauglich, meine sehr geehrten Damen und Herren. Wer im Bund Steuerzuckerl verteilt und dann Sparen im System fordert, ohne zu sagen, wo dies stattfinden soll, der hat das Thema Verantwortung wirklich nicht verstanden. Und ich meine, die türkisene Schaufel ist zwar ein netter Gag, wenn man damit vielleicht symbolisch zum Ausdruck bringt, wie sehr man für diesen Schuldenberg verantwortlich ist. (Zwischenruf von GR Harald Zierfuß.) Aber wenn ich mir die Medienberichte anschaue, sehe ich, es geht der ÖVP vielleicht eher darum, in der Not symbolisch jetzt wieder den Sebastian Kurz auszugraben, und deshalb wurde diese Schaufel hier aufgestellt. (Heiterkeit bei der SPÖ.) Aber kommen wir wieder zum ernsten Thema zurück! Es geht darum, diesen Schuldenpfad schrittweise abzuflachen. Wir tun das mit diesem Budget der Konsolidierung, achten aber gleichzeitig auch stärker auf die Qualität der Ausgaben. Meine sehr geehrten Damen und Herren, ja, es wurden auch die Ertragsanteile des Bundes angesprochen. Also die waren ja in der Vergangenheit so verlässlich wie der Wetterbericht aus dem letzten Jahr. Also man konnte darauf ja wirklich auch nicht bauen, und daher ist das ein ganz schlechtes Argument. Was ganz wichtig ist, ist zu zeigen, wofür gibt die Stadt das Geld aus. Das ist aufschlussreich. Laut dem Voranschlag 2026 entfallen nämlich 33 Prozent der Ausgaben auf Gesundheit und Soziales, 23 Prozent auf Bildung - das kann man gar nicht oft genug wiederholen -, rund 9 Prozent auf Umwelt und Klimaschutz, 4 Prozent auf Wohnen und Frauen, jeweils 2 Prozent auf Mobilität und Kultur. Das heißt, umgerechnet jeder dritte Euro wird in die soziale Sicherung, in die Gesundheitsversorgung investiert, und fast jeder vierte Euro geht in die Bildung. Das ist die Realität des Budgets, auf die auch hinzuweisen ist. (Beifall bei der SPÖ und von GR Dipl.-Ing. Dr. Stefan Gara.) Und wenn der Kollege Kraus - jetzt der von den GRÜNEN, der andere - die Kürzungen angesprochen hat, dann muss ich Ihnen sagen, von Kürzungen ist in diesem Bereich keine Rede. Da brauchen Sie nur das Budget zu lesen. Im Vergleich zu 2025: Die Ausgaben in der Bildung werden um 18,5 Prozent erhöht, also um 453 Millionen EUR. Mehr Geld im Bereich Soziales, 23,2 Prozent mehr, also 640 Millionen EUR werden hier investiert. In der Gesundheit 12,2 Prozent mehr, immer gegenüber dem Voranschlag 2025, 394 Millionen EUR mehr. (Zwischenruf von GRin Theresa Schneckenreither, MSc.) Bei den Wirtschaftsförderungen um 63,8 Prozent, also 111 Millionen EUR, mehr. Und bei Wiener Wohnen um 16,2 Prozent, also plus 42 Millionen EUR mehr. (Zwischenruf von GR Georg Prack, BA.) - Na, wenn Sie von Zahlen sprechen, dann vergleichen Sie die Zahlen des Voranschlages! Ich weiß, das ist Ihnen unangenehm, weil es Ihre ganze Geschichte der letzten Wochen und Monate zerstört. Und eigentlich hätten die Demonstrationen schon abgesagt werden können, wenn wir sehen, dass im Voranschlag 2026 mehr investiert wird als im Voranschlag 2025. Aber die GRÜNEN ignorieren das offenbar konsequent aus politischen Gründen. Das ist nicht besonders vertrauensvoll, denn das Budget 2026 investiert weiterhin - ich habe es schon gesagt - massiv in Pflege, Gesundheit, Bildung und Infrastruktur. Das Klimaziel 2040 bleibt natürlich aufrecht. Programme wie "Raus aus dem Asphalt", U-Bahn-Ausbau und Radwege werden weiterfinanziert, bei Frauenhäusern, Gewaltschutz, Frauengesundheitszentren wird nicht gekürzt, sondern die werden abgesichert. Also wir streichen nicht in diesen Bereichen, aber was wir streichen, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist die Illusion (Zwischenruf von GRin Theresa Schneckenreither, MSc.), dass man ohne Konsolidierung auskommen könnte. Meine sehr geehrten Damen und Herren, gleichzeitig sparen wir aber - und das kann ich ja nur punktuell anführen; es wurde ja von meinen Vorrednerinnen und Vorrednern auch bereits erwähnt - bei Förderungen und Strukturen, bei Investitionsstreckungen - die automatische Erhöhung der Bezirksbudgets wurde ausgesetzt -, im Bereich der Mindestsicherung. Aber die Mindestsicherung bleibt als Notfallnetz, das ist auch ein wesentlicher Punkt. Und Finanzstadträtin Barbara Novak hat ja ohnehin auch im Detail dargelegt, wie hier in Bildung, Kindergärten, Soziales, Pflege, Gesundheit, Wohnen, Klimaschutz und Stadterneuerung investiert wird, auch in Mobilität und Infrastruktur, Kultur, Frauen und Gewaltschutz. Ja, und was die FPÖ betrifft, haben wir heute einmal mehr gesehen - es hätte ja ohnehin niemand etwas anderes erwartet, muss man sagen; es wäre eher eine Überraschung gewesen, aber es rechnet ja ohnehin niemand mehr damit -, dass hier keine Vorschläge, keine Ideen für die Zukunft eingebracht werden, sondern man sich auf Nebenfelder begibt, über die man halt gerne redet. (Zwischenruf von StR Dominik Nepp, MA.) Aber was Sie sich heute schon gefallen lassen müssen - und das ist keine billige Polemik -, betrifft, was die FPÖ zu verantworten hatte, als sie in Regierungsverantwortung oder auch in Landesregierungen tätig war. Die FPÖ sitzt in fünf Landesregierungen, stellt einen Landeshauptmann, war in den vergangenen 25 Jahren acht Jahre lang in der Bundesregierung, und die Erfahrung zeigt: Wenn die FPÖ an der Macht ist, wird bei Bildung, Gesundheit, Pflege und Wohnen gekürzt. (GR Ing. Udo Guggenbichler, MSc: Das stimmt überhaupt nicht!) Schauen wir uns das im Detail an, wenn Sie sagen, das stimmt nicht! Oberösterreich: Also die Mieten stiegen seit 2010 um 80 Prozent. Na, das ist eine ordentliche Leistung. Gleichzeitig kürzte die FPÖ Oberösterreich die Ausgaben für die Wohnbeihilfe um 40 Prozent. Nirgendwo ist der öffentliche Verkehr so teuer wie in Oberösterreich. Also 703 EUR zahlt man dort für das Öffi-Ticket. (GR Mag. Josef Taucher: Oh! Das ist Sozialpolitik, gel!) In Salzburg, wo sich die Landeshauptmann-Stellvertreterin weiterhin eine Gehaltserhöhung gegönnt hat, wurde gleichzeitig das Gehalt von 10 000 Pflegekräften um 170 EUR pro Monat gekürzt. Und die Begründung ist ja besonders zynisch, nämlich, die Gehälter in der Pflege seien ohnehin stark genug. Also es ist ja eigentlich unglaublich, mit welcher Begründung man das hier argumentiert hat. (StR Dominik Nepp, MA: Das stimmt nicht!) Steiermark trifft insbesondere den steirischen Mittelstand mit der Abschaffung der Häuselbauerförderung und des Sanierungsbonus. Vorarlberg - auch eine klar unsoziale Ansage: Die FPÖ streicht der Caritas 431 000 EUR, der Lebenshilfe 1,7 Millionen EUR. Und in Niederösterreich verkauft die FPÖ Wohnbaudarlehen im Wert von 300 Millionen EUR um 232 Millionen EUR an Banken. Also das ist sozusagen die Politik der FPÖ. Ich verstehe schon, dass Sie nicht darüber reden wollen. Da reden Sie lieber über alles Mögliche andere, über laufende Verfahren oder sonst was, aber das ist Ihnen natürlich entsprechend unangenehm. Aber der wesentliche Punkt ist: keine Ideen für die Stadt. Es ist kein Budgetkonzept, das Sie haben, sondern eine soziale Abrissbirne. Wir reformieren die Mindestsicherung, damit sie treffsicherer wird und Fehlanreize reduziert werden. Das Notfallnetz bleibt aber bestehen. Wir setzen auf Arbeitsmarktpolitik, Qualifizierung und Beschäftigungsprogramme. Und das Einzige, was Ihnen einfällt, Herr Nepp, ist, bei den Schwächsten zu sparen. Aber das ist keine Budgetpolitik, sondern soziale Brandstiftung, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ. - GR Ing. Udo Guggenbichler, MSc: ... was Sie behaupten!) Wer heute gegen dieses Budget auftritt, den lade ich wirklich dazu ein, zu sagen, wo stattdessen gekürzt werden soll: beim beitragsfreien Kindergarten etwa, beim Gratismittagessen in der Schule, bei den Frauenhäusern, bei der Pflegeoffensive, beim U-Bahn-Bau oder doch lieber beim Personal, das in Pflegeheimen und Spitälern ohnehin schon jeden Tag besonders beansprucht ist? Und es ist natürlich leicht, zu schreien: Keine Einsparungen!, und jeden Einnahmenschritt zu bekämpfen. Es ist aber gleichzeitig auch einfach, zu schreien: Schulden, Schulden!, und gleichzeitig jede Investition zu diffamieren. Also was wir schaffen müssen, ist dieser Spagat zwischen finanzieller Stabilität und sozialer Verantwortung. Genau diesen Balanceakt vollbringt dieses Budget. Es senkt das Defizit, es bremst das Schuldenwachstum, es nimmt die Risiken ohne Zweifel ernst und hält trotzdem am Ziel fest, in Bildung, Gesundheit, Pflege, leistbares Wohnen, Klimaschutz und sozialen Zusammenhang zu investieren. Daher ersuche ich Sie in diesem Zusammenhang um Ihre Zustimmung zum Budget, weil es verantwortungsvoll und auch zukunftsorientiert ist. - Vielen Dank. (Beifall bei SPÖ und NEOS.) Vorsitzender GR Armin Blind: So, die tatsächlich konsumierte Redezeit war zehn Minuten, deswegen beträgt die Restredezeit der sozialdemokratischen Fraktion 21 Minuten. Als Nächster zu Wort gemeldet hat sich GR Gara. Die gewünschte Redezeit von zehn Minuten ist eingestellt. - Herr Gemeinderat, Sie sind am Wort. GR Dipl.-Ing. Dr. Stefan Gara (NEOS): Sehr geehrter Herr Vorsitzender, sehr geehrte Frau Finanzstadträtin, Herr Finanzdirektor, geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Wir leben in Zeiten eines dramatischen Wandels. Das ist nicht nur eine Krise, sondern das ist etwas, das uns eigentlich in den letzten fünf, sechs Jahren verfolgt: Corona, der Krieg in der Ukraine - Dominik Nepp hat das als Russlandkonflikt bezeichnet; das möchte ich hier ganz klar trennen; es handelt sich um einen brutalen Überfall -, die explodierenden Gaspreise, die zu enormen Energiekosten geführt haben, die unsicheren Lieferketten und eine doch immer instabiler werdende Weltordnung. Und all das fordert uns massiv heraus. Wir erleben eine geopolitische Neuordnung, die vieles in Frage stellt, was uns eigentlich lange als selbstverständlich gegolten hat. Und Europa muss lernen, sich selbst zu schützen, demokratisch, wirtschaftlich und technologisch. Und mitten in diesem Wandel ist Wien. Wir sitzen im selben Boot wie viele andere Metropolen Europas, und doch gehen wir unseren eigenen Weg, und wir bleiben die lebenswerteste Stadt der Welt, trotz dieser multiplen Krisen. Ja, dieses Budget, dieser Voranschlag, ist ein Balanceakt. Das ist ein Balanceakt zwischen Sparen und Investieren. Unser Budget - und das sage ich ganz offen - ist dieser Balanceakt, weil es hier auch um Sparsamkeit geht. Und wir haben das in sehr, sehr vielen Bereichen dieses Budgets auch klar festgestellt: zwei Drittel Einsparungen, ein Drittel neue Maßnahmen. (Zwischenruf von GR Georg Prack, BA.) Was uns wichtig ist, haben wir auch hier mit unseren Prioritäten immer klargestellt. Uns ist die Bildung wichtig, und wir investieren in Bildung. Uns ist auch die Gesundheitsversorgung wichtig, wir investieren in die Gesundheitsversorgung. (Zwischenruf von StR Dominik Nepp, MA.) Und uns ist auch wichtig, den konsequenten Weg im Bereich Klimapolitik fortzusetzen, weil Klimapolitik, Klima und Wirtschaft zusammengehören, und das stärkt letztendlich auch den Technologie- und Innovationsstandort. Auch hier gehen wir konsequent weiter. (Beifall bei NEOS und SPÖ.) Es wurde heute schon mehrmals gesagt: Wien ist der Wirtschaftsmotor - 0,9 Prozent Wirtschaftswachstum, die meisten Unternehmensgründungen. Das bedeutet, dass hier schon sehr viel passiert, was Zukunft gestaltet. Und Wien steht vor diesem Hintergrund auch auf einem soliden Fundament. Und wenn jemand von der ÖVP mit Möglichkeiten kommt, damit, was man nicht alles tun kann: Ich weiß, die Wirtschaftspolitik der ÖVP hängt am Verbrennungsmotor. (GRin Dipl.-Ing. Elisabeth Olischar, BSc: Nein!) Wir setzen Schwerpunkte für die Zukunft, und wir setzen diese Schwerpunkte im Bereich der Life Sciences, ganz klar. Die Finanzstadträtin hat es auch gesagt: Hier sind alle Top-20-Unternehmen der Welt vertreten, von Boehringer bis zu Takeda. Und es gibt auch AITHYRA, dieses tolle Projekt in Sankt Marx. Das ist der Bogen zwischen Forschung und Industrie, das ist der Bogen zwischen künstlicher Intelligenz, Forschung und Zukunft. Wir setzen Schwerpunkte im Bereich der Digitalisierung, in der künstlichen Intelligenz und auch in der Quantentechnologie, einem Themenfeld, das spannende Perspektiven bietet, gerade für eine Stadt wie Wien, wo wir auch in der Wissenschaft führend sind, und dass alles unter dem Motto des digitalen Humanismus. Deswegen schaffen wir hier auch ein Zentrum des Digitalen Humanismus. Und es gibt viele Bereiche der sogenannten Green Industry, in denen wir auch viele, viele Maßnahmen setzen: Forschung für eine klimagerechte Stadt, neue Werkstoffe, neue Produktionstechnologien. All das macht Wien aus, das ist Wien 2025, das ist Wien 2026, eine Stadt der Wissenschaft, der Wirtschaft und der Nachhaltigkeit. Wir verweben diese Dinge miteinander. (Beifall bei NEOS und SPÖ.) Ich war letztens auf der TU Wien beim sogenannten "AI Festival". Das ist eine spannende Geschichte, bei der StudentInnen und Unternehmen zusammenkommen, bei der neue Ideen von künstlicher Intelligenz und Industrieanwendungen nicht nur entwickelt werden, sondern ganz konkrete Projekte in die Umsetzung gebracht werden. Also es ist sehr, sehr viel Aufschwung, sehr viel neue Gründerzeit in diesen technologischen Hotspots. Und auch das ist ein Ort, der Wien ausmacht. Und das ist auch ein Projekt, das wir als Stadt Wien über den WWTF fördern. Damit schaffen wir Zukunft, und - das ist mir auch wichtig - wir investieren in die Bereiche, die Zukunft schaffen, die neue Jobs schaffen, die diesen Wandel letztendlich auch beflügeln. Was mir auch wichtig ist: Wir müssen auch in Wien - und das tun wir - Europa als Chance begreifen. Denn eines ist klar: Wir erleben europaweit eine lange Rezession. Das spüren viele, das macht vielen auch ganz konkrete Sorgen, aber wir haben in Mitteleuropa auch alle Voraussetzungen, dieses Ruder herumzureißen, diesen Wandel zu schaffen, diesen Wandel aktiv zu gestalten. Also hören wir auf mit negativen Geschichten, hören wir auf mit nationalem Protektionismus, hören wir auf damit, Europa schwachzureden! Wir wollen, ich will ein starkes Europa. Und Wien ist ein Herzstück dieses starken Europas. (Beifall bei NEOS und SPÖ.) Wien ist eine europäische Metropole. Wir sind bekannt für Musik, für Kunst, für Kultur, und wir haben die Chance, auch bekannt, noch bekannter als Technologiestandort zu werden, als zentraler Technologiestandort in Europa. Es geht hier um unsere digitale und technologische Souveränität. Das werden wir voranbringen, und da haben wir große Möglichkeiten, vieles umzusetzen. Und ja, wir orientieren uns auch an internationalen Beispielen, etwa am Brainport Eindhoven in den Niederlanden. Da gibt es beeindruckende Beispiele, wie Wissenschaft, Start-ups, Industrie voneinander lernen können, wie sich Dinge weiterentwickeln. Und wir schauen uns das auch an, denn digitale und technologische Souveränität sind unsere Leuchttürme. Da haben wir auch schon einige Unternehmen in Wien. Wir haben einige Unternehmen im Bereich autonomer Roboter, die Infrastruktur inspizieren, oder auch im Bereich der Quantenkryptografie, bei allem, was in Richtung Cybersecurity geht. Das definiert letztendlich auch das Thema der Datensicherheit von morgen. Da hat Wien Potenzial, und da ist Wien stark, das ist Fortschritt made in Vienna. (Beifall bei NEOS und SPÖ.) Dass Klimaschutz ein Wirtschaftsmotor ist, ist mittlerweile ja schon ein No-Brainer. Das verstehen zwar nicht alle, aber es ist eigentlich ein No-Brainer. Und wir denken hier voraus, nämlich schon seit 2020 denken wir voraus, ja. In unserer ersten gemeinsamen rot-pinken Koalition haben wir, noch vor dem Krieg in der Ukraine, den Ausstieg aus fossilem Erdgas beschlossen. Und letztendlich war es ein richtiger Schritt - jetzt begreifen es auch die anderen -, es war ein wirklich richtiger, guter Schritt. Und wir haben es wirklich geschafft, hier viele, viele Projekte auf die Reihe zu bringen, aber nicht nur theoretisch, sondern ganz konkret umgesetzt. Wir haben die 100 Projekte "Raus aus Gas", wir beginnen diese Dinge für die Zukunft zu skalieren, um aus fossilem Erdgas auszusteigen, um energieunabhängig zu werden. (Beifall bei den NEOS.), um die Zukunftsjobs zu schaffen. All das gelingt uns. Und auch das Klimagesetz war ja ein wichtiger Schritt. Es schafft Planungssicherheit, es schafft die Governance über alle Ressorts hinweg. Das ist, glaube ich, einzigartig. Das hat kaum eine andere Stadt, auch keine in Europa. Ich glaube, da sind wir wirklich sehr, sehr fortschrittlich. Und wir skalieren diesen Ausstieg, wir skalieren diese Wärmelösungen, aber nicht nur für die Gebäude, sondern auch für die Betriebe. Und da schließt sich wieder der Kreis zum Bereich der Life Sciences. Takeda, das größte Pharmaunternehmen Österreichs, hat in diesem Sommer die größte Hochtemperaturwärmepumpe in Betrieb genommen. Das bedeutet minus 90 Prozent Treibhausgasemissionen. Also Klimaschutz wird zum Standortfaktor. Und wir erleben das in Wien, wir machen das, und wir setzen diese Projekte auch konkret um, denn Dekarbonisierung, Kreislaufwirtschaft, Carbon Management sind nicht Schlagworte, sondern Werkzeuge der Zukunft, das sind die Chancen für die Stadt. Sparen? - Ja, wir müssen auch sparen. Aber sparen bedeutet nicht nur Verzicht, sondern sparen heißt auch, dass wir Strukturreformen auslösen, und das ist notwendig. Wir brauchen mehr Freiheit in den Bereichen und in den Ideen, denn sehr viele Dinge sind verkrustet. Und wir gehen das an, denn das ist wichtig. Nachhaltige Finanzen sind die Basis für eine nachhaltige Politik. Daher müssen wir auch in vielen Bereichen sparen. (Beifall bei den NEOS und von GR Thomas Mader.) Strukturreformen passieren ganz konkret. Sie passieren im Gesundheitsbereich, sie passieren in dem, was wir vor einigen Wochen im Regionalen Strukturplan Gesundheit vorgelegt haben, wodurch der intra- und der extramurale Bereich viel, viel strenger verschränkt werden. Und auch da sind wir Vorbild in Österreich. Also meine Damen und Herren, wir stehen in einer Zeit von großen Umbrüchen. Vergessen wir aber nie, dass all diese Krisen auch sehr, sehr viele Chancen mit sich bringen! Wien bleibt nicht stehen. Wir gestalten, wir investieren, und wir denken voraus. Wir glauben an den Fortschritt und an die Kraft, Dinge besser zu machen. Und ich wünsche mir, dass Wien weiterhin Vorreiter bei Mut, bei Innovation, bei Zusammenhalt bleibt, und dass wir Schritt für Schritt, Tag für Tag zeigen: Diese Stadt kann Wandel, weil sie zusammenhält. Gemeinsam schaffen wir das! Wien für Wien, für Europa und für eine lebenswerte Zukunft. - Danke. (Beifall bei NEOS und SPÖ.) Vorsitzender GR Armin Blind: So, das waren jetzt tatsächliche elf Minuten Redezeit. Die Restredezeit der NEOS daher noch zwei Minuten. Als Nächster zu Wort gemeldet hat sich Herr GR Prack. - Ich stelle Ihnen wie gewünscht die Redezeit auf elf Minuten ein, Herr Gemeinderat. Sie sind am Wort. GR Georg Prack, BA (GRÜNE): Sehr geehrter Herr Vorsitzender, sehr geehrte Frau Stadträtin, sehr geehrte Damen und Herren! Zunächst muss ich schon auf etwas eingehen: Der Budgetvoranschlag 2025, mit dem der Kollege Deutsch jetzt Zahlen verglichen hat, hat ein Budgetdefizit von 2,3 Milliarden vorgesehen. Wir landen jetzt bei 3,2 Milliarden. Also das ist das Papier nicht wert, auf dem es geschrieben steht, und insofern sind auch diese Vergleiche nur bedingt zulässig, sehr geehrte Damen und Herren. (Beifall bei den GRÜNEN.) Der Bürgermeister hatte im Wahlkampf einen Talking Point, wie man das so nennt. Es sei wichtig, "nicht das zarte Pflänzchen der Konjunkturentwicklung abzuwürgen". Ich glaube alle, die die TV-Konfrontationen beobachtet haben, haben diesen Satz sehr oft gehört. Es werde zum Beispiel, hat er im ORF Wien noch gesagt, "viel Fingerspitzengefühl" brauchen, um "auf der einen Seite die Menschen, insbesondere die Haushalte, nicht zu stark zu beeinträchtigen, gleichzeitig auch den Wirtschaftsstandort, den Arbeitsmarkt zu fördern". Wir erleben, sehr geehrte Damen und Herren, eine schwierige budgetäre Situation und vor allem erleben wir eine sehr schwierige ökonomische Situation: die Pandemie und die von der Pandemie ausgelöste Wirtschaftskrise, der Angriffskrise in der Ukraine und die davon ausgelöste Energiekrise, die Österreich auf Grund der hohen Abhängigkeit vom russischen Gas besonders getroffen hat, die De-facto-Aufkündigung des Freihandels durch die USA und die Folgen für die besonders exportorientierte Wirtschaft in Österreich. Und das alles lässt Österreich, lässt Wien nicht unberührt. Und insofern hat der Bürgermeister recht, wenn er sagt, es ist wichtig, das zarte Pflänzchen der Konjunkturentwicklung nicht abzuwürgen. Jetzt frage ich Sie: Wo ist dieser Bürgermeister? Wo ist dieser Bürgermeister, wenn es darum geht, ein plan- und zielloses Kürzungsbudget zu verhindern? Wo ist dieser Bürgermeister, wenn es darum geht, die Kaufkraft der Wienerinnen und Wiener zu erhalten? Und wo ist dieser Bürgermeister, wenn es darum geht, das Einbrechen der Konjunktur zu verhindern? - Er ist seit Wochen abgetaucht, seit Wochen gibt es kein Wort zum Budget. Dieser Gemeinderat soll das zweithöchste Defizit der Geschichte dieser Stadt beschließen, dieser Gemeinderat soll brutale Kürzungen für die Wiener Bevölkerung abnicken, und das Stadtoberhaupt taucht ab. Das mag, sehr geehrte Damen und Herren, parteitaktisch verständlich sein, das mag den Schaden für den Bürgermeister und im Übrigen auch für die pinke Vizebürgermeisterin reduzieren. Stadtpolitisch, sehr geehrte Damen und Herren, ist es unverantwortlich. (Beifall bei den GRÜNEN.) Es ist schlicht und einfach unverantwortlich. Bei Seenot verlässt ein Kapitän die Kommandobrücke nicht. In Wien ist der Kapitän auf der Ausflugsinsel, und die erste Offizierin von den NEOS ist auf dem Sonnendeck. Währenddessen irrt das Schiff führungslos durch stürmische Gewässer. Ja, der Bürgermeister war heute während der Rede der Finanzstadträtin anwesend. Lassen Sie es mich klar und deutlich sagen: Teilnehmende Beobachtung ist nicht genug. Angesichts der größten ökonomischen Krise der letzten Jahrzehnte ist teilnehmende Beobachtung für ein Stadtoberhaupt nicht genug, sehr geehrte Damen und Herren. (Beifall bei den GRÜNEN.) Ich meine, wo und wann gedenkt denn der Bürgermeister sich der Verantwortung für dieses Budget zu stellen? Wo und wann gedenkt er sich zu erklären? - Die Finanzstadträtin und ihre KollegInnen werden vom Bürgermeister allein gelassen. Jeder Stadtrat und jede Stadträtin bastelt eine eigene Kürzungsphilosophie, es ist keine Strategie erkennbar, sie kürzen mit dem Rasenmäher. Und dann kann man halt schauen: Die Finanzstadträtin hat den Hang zu Austeritätspolitik entdeckt, beim Sozial- und Gesundheitsstadtrat werden soziale Dienstleistungen, auf die man sich in Wien jahrzehntelang verlassen konnte, plötzlich zu Fleißaufgaben, die Verkehrs- und Planungsstadträtin kürzt vorrangig bei den Klimaschutzprojekten, und der Bürgermeister schaut zu. Das Budget, das Sie heute vorlegen, ist ein Schlag für die Konjunkturentwicklung in Wien. Es ist kurzsichtig, es ist standortschädigend, und es macht die Wiener Bevölkerung ärmer, sehr geehrte Damen und Herren. (Beifall bei den GRÜNEN.) Der Bürgermeister hat gesagt, man darf das zarte Pflänzchen der Konjunkturentwicklung jetzt nicht abwürgen. Ihr Budget, sein Budget schwächt die Kaufkraft der Wienerinnen und Wiener. Ob Erhöhung des Öffi-Tickets, Erhöhung der Gebühren, Erhöhung der Wohnbauförderbeiträge - all diese Maßnahmen, sehr geehrte Damen und Herren, treffen die breite Masse der Wienerinnen und Wiener. Wer die Kaufkraft der breiten Masse schwächt, schwächt den Konsum. Wer den Konsum schwächt, schwächt die Wiener Wirtschaft. Auch wer Sozialleistungen bezieht, hat keinen Gürtel mehr, um ihn enger zu schnallen. Durch die Kürzungen der Sozialleistungen bricht deshalb eins zu eins der Konsum von Gütern des täglichen Bedarfs weg, weil die Miete jedenfalls gezahlt werden muss. Und für den Sozial- und Gesundheitsbereich fordert der zuständige Stadtrat Lohnabschlüsse deutlich unter der Teuerung. Die Beschäftigten der Stadt Wien sollen 2027 und 2028 analog zum Bund mit 1 Prozent Lohnerhöhung, also deutlich unter der Inflation, die zu erwarten ist, abgespeist werden. Die Partei der Arbeit schwächt die Kaufkraft der erwerbstätigen Bevölkerung - das muss man sich einmal überlegen, sehr geehrte Damen und Herren. Im Roten Wien hat man auf eine ähnliche Situation mit Abgaben auf Luxus und Spekulation reagiert. Man hat das Geld für die notwendigen Leistungen und Investitionen aufgestellt, ohne die breite Masse der Bevölkerung zu belasten. Hugo Breitner lässt grüßen. Höhere Gebühren für das Parken von Luxusschlitten, eine Abgabe auf Widmungsgewinne, zum Beispiel auch bei den Kleingärten, eine Abgabe auf spekulativen Leerstand, auf Freizeitwohnsitze. Das alles, sehr geehrte Damen und Herren, wären Maßnahmen, die die Kaufkraft der Wiener Bevölkerung nicht in der Breite treffen würden. (Beifall bei den GRÜNEN.) Aber Sie lassen den Luxus und die Spekulation unangerührt. Sie belasten die breite Masse der Erwerbstätigen, Sie kürzen bei Menschen mit Behinderung, Armen und Kranken. Die Kaufkraft der breiten Masse zu schwächen, statt Luxus zu besteuern - lassen Sie es mich so sagen: Hugo Breitner wäre erstaunt. Der Bürgermeister hat gesagt, man darf das zarte Pflänzchen der Konjunkturentwicklung jetzt nicht abwürgen. Ihr Budget, sein Budget heizt aber die Inflation weiter an. Es ist Ihr Budget, das Gebühren weit über der Inflation erhöht. Es sind Betriebe unter Ihrer Aufsicht, die die Preise für Fernwärme und Strom wieder und wieder anheben. Und es ist Ihre Entscheidung, gerade jetzt die Öffi-Tickets massiv zu verteuern. Wir sind nicht grundsätzlich gegen Valorisierung von Gebühren. Öffentliche Daseinsvorsorge muss finanziert werden, aber es ist kontraproduktiv, die Gebühren über dem Inflationsziel der EZB von 2 Prozent zu erhöhen, weil sie dann als Brandbeschleuniger wirken. Es ist völlig kontraproduktiv, die Erhöhung von jahrelang eingefrorenen Gebühren gerade dann nachzuholen, wenn die Teuerung schon von Grund auf hoch ist. Und es ist überhaupt nicht nachvollziehbar, dass man nicht in die Fernwärmepreise und in die Strompreise eingreift, sehr geehrte Damen und Herren. (Beifall bei den GRÜNEN.) Die Unternehmen der öffentlichen Daseinsvorsorge haben sich an gemeinnützigen Zeilen zu orientieren. Die Teuerung nicht anzuheizen, wäre so ein Ziel. Die Wien Energie aber macht Rekordgewinne und kann offenbar problemlos um 1 Milliarde bestehende, schon gebaute Windkraftwerke bauen, und gleichzeitig bleiben die Energiepreise der Wien Energie weiter ein Inflationstreiber. Die Abschaffung der Strompreisbremse, das Nichteingreifen bei der Fernwärme, die Effekte der Energiepreise auf die Dienstleistungen - das alles hat die Inflation wieder entgleisen lassen, nachdem sie zum Jahresende 2024 schon auf 2 Prozent zurückgeführt worden war. Diese Politik, die Sie da betreiben, ist planlos, sie ist kurzsichtig, und sie schadet der Wiener Wirtschaft, sehr geehrte Damen und Herren. (Beifall bei den GRÜNEN.) Der Bürgermeister hat gesagt, man darf das zarte Pflänzchen der Konjunkturentwicklung jetzt nicht abwürgen. Ihr Budget, sein Budget kostet aber viele Arbeitsplätze. Es ist noch völlig unklar, wie viele Beschäftigte im Sozial- und Gesundheitsbereich ihren Job verlieren werden. Klar ist, es werden nicht wenige sein, wenn man allein die Kürzungen im Bereich der Arbeitsmarktintegration, im Bereich der Integration von Flüchtlingen betrachtet. Aber auch die angekündigten Kürzungen von Investitionen werden viele Jobs kosten. Es sind gerade arbeitsplatzintensive Bereiche, die da betroffen sind. Die Förderung von sozialem Wohnbau, wo massiv gekürzt wird, die Sanierung der Spitäler, der Schulbau oder die Klimaanpassung im öffentlichen Raum - das alles wird massiv zurückgefahren. Das wird nicht ohne Folgen für die Beschäftigung in Wien bleiben. Und wer sich, sehr geehrte Damen und Herren, darauf verlässt, dass die Wirtschaft in Wien 2024 eh um 0,9 Prozent gewachsen ist, hat nicht verstanden, dass Wien 2024 noch vom Nachholeffekt der Pandemie profitiert hat. Wenn Private, wenn Unternehmen und der Staat gleichzeitig sparen, ist das das Rezept für eine ausgewachsene Rezession. Soweit sollten alle hier im Raum Keynes verstanden haben, sehr geehrte Damen und Herren. Insofern gehöre ich nicht zu denen, die sagen, das Sparen ist alternativlos. Im Gegenteil, wir brauchen gerade jetzt Investitionen in leistbaren Wohnraum, in Klimaschutz, in gute Bildungs- und Gesundheitsinfrastruktur. Sonst werden wir bald noch mehr Arbeitslose in Wien haben, und das gilt es mit allen Mitteln zu verhindern. Aber auch hier tun Sie nicht genug, sehr geehrte Damen und Herren. Dieses Budget ist eine ökonomische und ökologische Bankrotterklärung. Wien galt viele Jahrzehnte als lebenswerte, als leistbare, als soziale Stadt. Diese Gewissheit geht gerade verloren. Es wird, sehr geehrte Damen und Herren, lange dauern, den Schaden, den Sie heute hier anrichten, wieder aufzuräumen. Wir werden daran arbeiten, das ist unser Versprechen an die Wienerinnen und Wiener. (Beifall bei den GRÜNEN.) Vorsitzender GR Armin Blind: So, die konsumierte Redezeit war exakt elf Minuten. Restredezeit der grünen Fraktion daher eine Minute. Als Nächste zu Wort gemeldet hat sich Frau StR Nittmann. Eingestellte Redezeit: zwölf Minuten. - Frau Stadtrat, Sie haben das Wort. StRin Mag. Ulrike Nittmann: Sehr geehrter Herr Vorsitzender, sehr geehrte Frau Finanzstadträtin, werte Kollegen, werte Zuschauer vor den Bildschirmen! Der Voranschlag 2026 liegt vor, und er zeigt eindrucksvoll, wie sehr die Stadtregierung in den letzten Jahren vom Weg abgekommen ist. Zunächst vielleicht eines, ein kleiner Lichtblick: Offenbar ist die Stadt zur Einsicht gelangt, dass ein Doppelbudget, so wie wir es die Jahre zuvor hatten, weder Zukunftssicherheit noch Planung ermöglicht. Wir haben das von Anfang an kritisiert, und es ist positiv, dass man wieder zu einem Einjahresbudget zurückgekehrt ist. Aber damit ist es an Lichtblicken schon vorbei, wenn man sich die Zahlen ernsthaft anschaut. Noch im Doppelbudget 2024/2025 hat auch die Frau Stadträtin das Kredo ihrer Vorgängerin, der Frau Brauner, weitergeführt, sich aus der Krise hinausinvestieren zu wollen. Frau StRin Novak hat gesagt, die Stadt Wien investiert 2026 so viel wie noch nie in Bautätigkeit, um Vermögen für die Stadt zu schaffen und damit auch die Wirtschaft zu stärken. Das sind Versprechungen. Nur, die Realität schaut ganz anders aus. Wenn man sich die Tabelle der Investitionen anschaut, dann erkennt man, dass nichts davon richtig ist. Für 2024 waren Investitionen von 807 Millionen EUR geplant, für 2026 sind es 638 Millionen EUR, und bis 2031 sinken die Investitionen auf 333 Millionen EUR. Das ist ein Rückgang von 50 Prozent. Also ich kann die Aussage "Wir investieren so viel wie nie!" nicht nachvollziehen, wenn wir in der Fünfjahressicht einen Rückgang von 50 Prozent haben. (Beifall bei der FPÖ.) Und statt Vermögen für kommende Generationen zu schaffen - so wie es immer heißt: Wir investieren, um Vermögen zu schaffen! -, vererbt man den Wienern und Wienerinnen einen massiven Schuldenrückstau und Sanierungsrückstau in einer Stadt, in der die Infrastruktur tagtäglich verfällt. Wien kommt herunter, und das spürt die Bevölkerung jeden Tag. Schauen wir uns an, wo spart die Stadt bei den Investitionen am meisten? - Genau dort, wo es um die Lebensqualität der Wiener und Wienerinnen geht. Wiener Linien: 2025 noch 344 Millionen, 2031 240 Millionen; Pflichtschulen: 2026 gleicher Stand wie 2024, 147 Millionen, 2031 nur noch 40 Millionen; Kindergärten: 2026 7 Millionen, 2031 1,6 Millionen; Bäder: 2026 25 Millionen, 2031 5 Millionen; Sportamt: 2024 noch 133 Millionen, ab 2031 null, null Euro - und das, obwohl wir wissen, dass alles teurer wird. Das ist Ihr Investitionsplan, so schaffen Sie Vermögen für die Zukunft. (Beifall bei der FPÖ.) Aber im eigenem Verwaltungsapparat steigen die Investitionen, nämlich von 47 Millionen auf 52 Millionen. Das ist SPÖ-Politik: sparen bei den Menschen, aber nicht bei sich selber. Und dann, Frau Stadträtin: Sie sprechen von Wien als Wirtschaftsstandort, als Wirtschaftsmotor. In Wirklichkeit schaut es ganz anders aus. Sie reden gerne von Dynamik, von Innovation, aber wie schaut es wirklich aus? - Arbeitslosigkeit - da ist Wien der traurige Spitzenreiter. Österreichweit hatten wir zuletzt 244 000 Menschen in Arbeitslosigkeit, das sind rund 5 Prozent. In Wien waren es im Juni 2025 120 000 Menschen, das waren 7,8 Prozent. Und jetzt hat Wien die höchste Arbeitslosenquote mit 11,1 Prozent. Also wo Sie da erkennen können, dass Wien der Wirtschaftsmotor ist, ist mir nicht nachvollziehbar. Sie reden von Wirtschaftsaufschwung, und die Menschen erleben Arbeitslosigkeit und Perspektivenlosigkeit. Und wir sehen das auch bei den Bezirken. Die Bezirke werden ausgehungert. Das sind Ihre Einsparungsmaßnahmen: 17 Millionen EUR Budget, das eingefroren wird. Das heißt tatsächlich natürlich, dass, wenn man die Inflation berücksichtigt, wesentlich weniger Geld da ist, das den Bezirken zur Verfügung steht. Die Bezirke machen ja keine freiwilligen Aufgaben. Die haben Aufgaben, die in der Wiener Stadtverfassung festgelegt sind. Sie sanieren Schulen, Kindergärten, halten Straßen und Parks in Schuss, kümmern sich um Spielplätze, Grünräume, um alltägliche Infrastruktur, die die Menschen unmittelbar spüren. Sie erklären in Ihrer Eingangsrede: Wir investieren immer mehr! Tatsächlich hungern Sie die Bezirksbudgets aus. Wie soll das funktionieren? Das sind Pflichtaufgaben, die die Bezirke zu erfüllen haben und die sie mangels der entsprechenden Dotierung nicht erfüllen können. Und die Lebensqualität der Wiener und Wienerinnen leidet. Und wenn man sich noch ein paar weitere Kennzahlen des Voranschlages anschaut: Sie haben im Nettoergebnis, im Ergebnisvoranschlag, tatsächlich eine kleine Verbesserung, nämlich 2024 waren Sie noch mit 5 Milliarden im Minus, und jetzt sind Sie nur noch mit 318 Millionen im Minus. Das kommt daher, dass Sie einerseits Gebühren um 500 Millionen EUR plus erhöhen und der Transferaufwand von 3,6 Milliarden EUR sinkt. Es werden Haushaltsrücklagen aufgelöst. - So sanieren Sie das Budget. Gleichzeitig steigen die Finanzschulden bis 2031 bis auf 13,6 Milliarden EUR, was natürlich einen ganz massiven Zinsaufwand mit sich bringt. Und der Finanzierungsvorschlag zeigt ein zusätzliches Minus gegenüber 2025 von rund 2,6 Milliarden EUR. - Das bedeutet im Klartext, dass die Stadt Wien nicht in der Lage ist, den laufenden Betrieb der Stadt aus Eigenem zu finanzieren. Man lebt von der Substanz, und diese Substanz wird jedes Jahr weniger. (Beifall bei der FPÖ.) Wir sind mit enormen Ausgaben beziehungsweise Kostenblöcken konfrontiert. Und das ist ganz einfach, auch wenn Sie es nicht hören wollen, auf die Sozialeinwanderung zurückzuführen. Dabei verschweigt uns die Stadtregierung natürlich die wahre Dimension dieser Kosten. Wir brauchen durch den unkontrollierten Zuzug mehr Wohnraum und mehr Sozialleistungen. Die Schulen sind komplett überfordert. Das Gesundheitssystem ist überfordert. Wir wissen, dass die mittelbaren und unmittelbaren Ausgaben im Zusammenhang mit der Zuwanderung pro Jahr rund 2,5 Milliarden EUR ausmachen. Davon allein beträgt die Mindestsicherung 1,2 Milliarden EUR, und 700 Millionen EUR davon gehen an nicht österreichische Staatsbürger. Das System ist völlig außer Kontrolle. Und das ist kein Nebenfeld, Herr Kollege Deutsch, sondern das ist ein wesentlicher Kostenfaktor beziehungsweise ein wesentlicher Kostenbrocken, und den muss man endlich einmal angehen! (Beifall bei der FPÖ.) Gleichzeitig erhöhen Sie - das haben wir heute schon öfters gehört - die Gebühren unverschämt und erklären uns das mit Modernisierung. Tatsächlich sind diese Gebührenerhöhungen natürlich Inflationstreiber. Vom Wohnbauförderungsbeitrag haben wir heute schon gehört. Sie belasten damit natürlich auch den Wirtschaftsstandort. Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite werden gleichermaßen belastet. Die Öffi-Tarife steigen. Ohne unseren Druck hätten Sie wahrscheinlich auch noch den blinden Menschen die Jahreskarte genommen. Gott sei Dank gibt es jedoch eine Opposition, die hier entsprechenden Druck aufbaut. Ich nenne weiters: Ortstaxe, Kanal, Wasser, Müll, Sportförderung, Essen im Kindergarten. Dazu kommen die Fernwärmepreise. Auch im Hinblick darauf wissen wir, dass der Bürgermeister das in der Hand hat und jederzeit mit seiner Unterschrift die Fernwärmepreise regulieren könnte. Er tut es aber nicht. Die Fernwärmepreise steigen. Die Inflation steigt. Und die Leute können sich das Leben nicht mehr leisten. Ich erwähne jetzt die Parkometerabgabe, die Kosten für Büchereien, die Hundeabgabe. Vorige Woche haben wir ganz ausführlich von Kollegin Korosec gehört, was das bedeutet. Das bedeutet für viele Pensionistinnen und Pensionisten wahrlich ein Problem. Und es ist auch nicht nachvollziehbar, warum der zweite Hund mehr kostet als der erste Hund. Brauch der zweite Hund mehr Infrastruktur als der erste Hund? Verursacht er mehr Reinigungsbedarf als der erste Hund? (Zwischenruf von GRin Mag. Nina Abrahamczik.) Ja, tatsächlich ist der zweite Hund teurer als der erste! Damit ist es allerdings noch nicht getan, sondern das Ganze unterliegt auch automatischer Valorisierung. Das heißt, all diese Gebühren werden nicht mehr im Einzelnen diskutiert, sondern es wird ganz einfach automatisch valorisiert. Den Leuten wird automatisch immer tiefer in die Säcke gegriffen. Meine Damen und Herren, das ist kein Reformkurs, sondern das zeigt die soziale Kälte einer völlig überforderten Stadtregierung. Das ist jedenfalls kein sozial ausgewiesenes Budget, wie Sie behauptet haben. Die Frau Stadträtin hat gesagt, dass die Budgetkonsolidierung sozial verträglich und vorwiegend einnahmenseitig konzentriert sein wird und dass bei den Ausgaben eingespart werden wird. Was aber passiert tatsächlich? - In Wirklichkeit gibt es Bauverzögerungen. Das ist die Einsparung! Es gibt Bauverzögerungen, und mit Investitionen wird gespart. Ich habe Ihnen dargelegt, wie sehr die Investitionen zurückgehen. Das sind Ihre Einsparungen: Es gibt einen Rückgang von Investitionen, gleichzeitig werden Gebühren erhöht! Dennoch haben wir aber eine Rekordverschuldung für Wien im Jahr 2026. Ende 2025 stehen wir bei minus 15 Milliarden EUR, 2026 gibt es einen Anstieg um weitere 2,6 Milliarden EUR auf über 17 Milliarden EUR. Und 2031 werden wir 30 Milliarden EUR Schulden haben. Kollege Deutsch sagt, dass die Konsolidierungswelle eingeleitet ist. - Wir haben eine Verdoppelung der Schulden! Wo ist denn hier eine Konsolidierungswelle eingeleitet? Das müssen Sie mir einmal erklären! (Beifall bei der FPÖ.) Die Frau Stadträtin sagt, dass wir natürlich die Zinslast reduzieren müssen. Ich bin auch der Meinung, dass wir die Zinslast reduzieren müssen. Wie soll das aber gehen, wenn sich die Schulden auf 30 Milliarden EUR verdoppeln? Wie soll sich da die Zinslast reduzieren? Und vor allem: Wie sollen wir jemals in der Lage sein, bei dermaßen explodierenden Schulden den Schuldenberg abzubauen, geschweige denn ein ausgeglichenes Budget oder überhaupt einen Überschuss einzufahren? - Mit der Art von Politik, wie Sie sie betreiben, führen Sie die Stadt in den Abgrund. Das ist kein Zukunftsbudget! Sie haben kein Investitionsprogramm. Das ist kein Reformstart, sondern das ist ein Kriterium des Scheiterns. Sie verwalten die Arbeitslosigkeit, statt sie zu bekämpfen. Sie hungern Bezirke aus, statt sie zu stärken. Sie, finanzieren Migration statt Familien zu unterstützen. Sie verspielen die Zukunft, statt diese zu bauen. Wir werden dem nicht zustimmen. Wir stehen für einen Kurswechsel. (Beifall bei der FPÖ.) Vorsitzende GRin Dr. Jennifer Kickert: Die zwölf Minuten Redezeit sind eingehalten worden. Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr GR Mahdalik. Ich stelle ebenfalls zwölf Minuten ein. - Sie sind am Wort. GR Anton Mahdalik (FPÖ): Sehr geehrte Frau Vorsitzende, Frau Finanzstadträtin, werte Damen und Herren! Die Budgetrede von Barbara Novak war in der Tonalität sehr angenehm. Es war - zumindest aus unserer Sicht - eine wenig überzeugende Rede mit wenig Feuer. Ich glaube, sie hat das deswegen so rübergebracht, weil sie von diesen Zahlen beziehungsweise von der Interpretation dieses Zahlenwerkes selbst nicht so recht überzeugt ist. Hier herinnen geht das Ganze ja recht leicht. Hier sitzen immer ein paar Leute, die applaudieren. In der Früh bei der Rede der Frau Stadträtin war sogar der Bürgermeister anwesend und hat bis zum Ende ausgehalten, auch alle Stadträte waren da. Draußen wird es dann aber schon ein bisschen schwieriger. Ich möchte jetzt gar nicht wirklich von den Leuten auf der Straße reden, die sich ihr Leben nicht mehr leisten können. Wenn ich mir nun aber vorstelle, dass die Finanzstadträtin in die Sektion geht und sagt: Stellt euch vor, wir machen nächstes Jahr nur ein Defizit von 2,6 Milliarden! Sind wir leiwand, sehr leiwand, oder sind wir super? Da weiß ich nicht, ob das in der Sektion noch wirklich reingeht! Und so hat sie das Ganze heute auch dargebracht. Auch wir finden - und da möchte ich gleich Joe Taucher ansprechen, weil er jetzt wieder hier ist -, dass die Bürger haben von der angenehmen Tonalität der Budgetrede nichts, weil sie sich jetzt das Leben ganz einfach nicht mehr leisten können, weil die Belastungen immer massiver werden. Dabei handelt es sich zum Beispiel um die Öffi-Tarife, ums Parken - Klubobmann Krauss hat es angesprochen -, um die Mieten, ums Heizen. Das gilt aber auch für die Hundetarife. Über diese haben wir vorige Woche und auch heute schon gesprochen. Und Joe Taucher hat sich dann über die Hundebesitzer lustig gemacht. Dabei geht es im Extremfall zum Beispiel um ein altes Mutterl, das eh schon überall sparen muss, im Gemeindebau wohnt und nicht weiß, wie es das Heizen, also die Fernwärme, bezahlen soll. Das hat Klubobmann Krauss auch angesprochen. (Zwischenruf von GR Mag. Josef Taucher.) Joe! Du hast dich in deiner Rede sarkastisch beziehungsweise zynisch über Hundebesitzer lustig gemacht, die nicht wissen, ob sie ihren Hund noch weiter behalten können. (GR Mag. Josef Taucher: Nein, habe ich nicht!) Joe! Du hast ungefähr 70 Prozent deiner Rede dazu verwendet, jedem anzuschaffen: Geht euch schämen! Geht euch schämen! (GR Mag. Josef Taucher: Das ist eine Unterstellung!) Joe, ich sag dir: So sind wir Donaustädter nicht. Du gehst nachher ins Eckerl und genierst dich für diese Äußerung! (Beifall bei der FPÖ. - Zwischenruf von GR Mag. Josef Taucher.) Nein! Nein! Das war menschlich nicht in Ordnung, Joe! Ich schätze dich, doch das war nicht in Ordnung. Entschuldige dich bei den Hundebesitzern! Das ist nicht in Ordnung. Natürlich kann man es sich leicht machen, so wie die Stadt Wien das macht: Man prognostiziert sich selbst bis zum Ende der Legislaturperiode 33 Milliarden EUR Schulden. Später prognostiziert man sich nur mehr 27 Milliarden EUR und sagt: "Bist du gscheit! Wir sind so sparsam, wir sind die Sparmeister! Wir sind so diszipliniert beim Budgetvollzug." - Das könnt ihr in der Sektion auch nicht erzählen. (Zwischenruf von GR Mag. Josef Taucher.) Joe! Ich kann mir auch, wenn ich mich mit meinen Freunden am Abend im Wirtshaus treffe, prognostizieren: Ich trinke heute 17 Bier. Dann trinke ich bei Wirten aber nur 14 Bier und sage nachher - wenn ich es noch rauskriege: Hey, ich bin aber diszipliniert! (Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ. - Zwischenruf von GR Mag. Josef Taucher.) Im Taxi werde ich trotzdem einschlafen und meiner Frau daheim erzählen: Du Schatzi, ich bin so diszipliniert, ich habe nur 14 Bier getrunken. - Das ist wenig glaubwürdig, und solche Zahlentricks ziehen jedenfalls draußen nicht mehr. Sie ziehen vielleicht hier herinnen beziehungsweise in der Sektion, wo die Frau Finanzstadträtin Sektionschefin ist. Sonst braucht sie diesen Schwachsinn aber niemandem mehr zu erzählen - und schon gar nicht den Bürgern! (Beifall bei der FPÖ.) Gefühlt im dritten Satz hat die geschätzte Stadträtin schon die Krisen erwähnt. Natürlich hat uns die Corona-Krise getroffen, vor allem, weil der vorsichtige Wiener Weg von Bgm Ludwig, den sie auch ein- oder zweimal angesprochen hat, Folgendes gebracht hat: Etwa, dass Sie - und da waren die NEOS auch mit schuld - die Kinder aus den Kindergärten und Schulen mehr ausgesperrt haben als alle anderen Bundesländer. Und dieser Lockdown-Fetisch des Bürgermeisters und der SPÖ hat auch dazu geführt, dass zahlreiche Betriebe in den Jahren danach schließen mussten. Das sind hunderte beziehungsweise tausende Betriebe. Dieser Wiener Weg hat schon bei Corona über sehr viele Menschen Unglück gebracht. Dieser Wiener Weg bringt auch jetzt und in den nächsten Jahren sehr viel Unglück im Budgetvollzug. Darum werden wir von den Freiheitlichen diesen Wiener Weg beim Budget auch heuer nicht mitgehen. (Beifall bei der FPÖ.) Klubobmann Krauss hat es angesprochen: Es sind nicht immer nur der Bund oder Schwarz und Grün schuld. Letztere haben in der Bundesregierung natürlich viel angestellt, jetzt seid ihr aber mit den Schwarzen auch in der Regierung. Und ihr tut sehr viel selbst aus eigenem Antrieb, um die Budgetlöcher zu sanieren. Maximilian Krauss hat zum Beispiel die Fernwärmetarife angesprochen. Diese sind natürlich ein Inflationstreiber, und der Bürgermeister hat sie mit seiner Unterschrift eigenhändig verdoppelt. Das könnte er mit seiner Unterschrift jederzeit wieder rückgängig machen. Er tut es aber nicht, weil ihm die Leute, die unter diesen Kosten im Gemeindebau und sonst wo stöhnen, wurscht sind, genau wie ihm die ganze Budgetdebatte heute wurscht ist, denn sonst wäre er länger als für die Dauer der Budgetrede dageblieben. Wir finden, dass dieses Verhalten des Bürgermeisters nicht in Ordnung ist. Ich möchte nicht sagen, dass es niederträchtig ist, es zeigt aber mangelnden Respekt vor den anderen Abgeordneten und vor der Bevölkerung, und das lehnen wir von den Freiheitlichen ganz massiv ab. (Beifall bei der FPÖ.) Der Budgetsprecher von den NEOS war ganz stolz, dass Wien klimaresilient ist und klimaresilient bleibt. - Ich weiß nicht, was er damit genau gemeint hat. Das meiste von dem, was er heute gesagt hat, war jedoch so falsch, dass nicht einmal das Gegenteil davon wahr ist. Der Budgetsprecher hat aber einen Vorteil: Er bringt das immer so sympathisch rüber. (Zwischenruf von GR Mag. Dolores Bakos, BA.) Er bringt das so sympathisch wie etwa Sepp Schellhorn, so sympathisch wie Wolfgang Sobotka, so sympathisch wie Helmut Brandstetter oder so sympathisch wie Beate Meinl-Reisinger, immer richtig auf Augenhöhe, nicht von oben herab, sondern bodenständig beziehungsweise erdverbunden. Solche Leute muss man einfach mögen. Schade, dass er nicht da ist. Ich mag es echt, wie er das rüberbringt! (Beifall bei der FPÖ. - Mag. Dolores Bakos, BA: Sagen Sie endlich etwas Sachliches!) Aber ganz abgesehen davon, wenn wir schon von Klima und Umwelt reden: Darüber habe ich ihn nichts sagen gehört. Wenn Jürgen Czernohorszky oder Ulli Sima irgendwo drei vertrocknete Bäume und vier Stauden neu präsentieren, dann heißt es, dass Wien klimafit wird, dass der Petersplatz klimafit wird, dass da und dort eine Straße klimafit wird und so weiter und so fort. All das ist natürlich für die Wetti-Tant, das bringt dem Klima nichts. Das bringt vielleicht der kleinräumigen Umwelt etwas. Das Klima wird aber insgesamt ganz woanders gemacht. Was wirklich etwas in einer wachsenden Stadt bringen würde, wäre, dass man den U-Bahn Bau so vorantreibt, wie er geplant war. Es wurde heute schon angesprochen, dass das eben nicht getan wird. Es gibt einen De-facto-Baustopp U2/U5, und folgende Geschichte hat mir überhaupt am besten gefallen. Es wurde gesagt: Wir stellen die U5 fertig, eröffnen sie aber nicht, damit wir uns ein paar Millionen Betriebskosten ersparen. - Ich kaufe mir eigentlich selten einen Anzug und hänge ihn dann vier, fünf Jahre in den Kasten und sage: Da erspare ich mir die Putzerei. (Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ.) Ich kann mir nicht vorstellen, dass das die Finanzstadträtin bei ihren Kleidern so handhabt! - Ich nehme an, dass das U2/U5-Projekt ganz einfach deshalb nicht fertig wird, weil ihr die Marie nicht habt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass 2026 eine große Eröffnungsveranstaltung kommt und die für die Stadtwerke zuständige Stadträtin dann eine Führung durch die fix und fertige Station Frankhplatz macht und sagt: Schaut euch an, wie schön wir das gemacht haben! Das hat sehr viel gekostet. Wir eröffnen das jetzt aber nicht, kommt in vier, fünf Jahren wieder! Das glaube ich aber nicht. Das Ganze wird einfach nicht fertig sein beziehungsweise weiß die SPÖ nicht, ob das fertig wird. Darum wird das jetzt einmal so formuliert. - Aber es ist doch Blödsinn, Infrastruktur so lange unbenutzt leer stehen zu lassen. Das schadet der Infrastruktur. Die SPÖ ist dippelneger. Die Stadt Wien ist dippelneger. Das muss ich jetzt in dieser Form so sagen. Es wird leider mit Geschichten hantiert, die so schwach sind, dass Ihnen das nicht einmal mehr die Leute in der Sektion abnehmen. Ich würde sagen, wir leben in einer wachsenden Stadt. Ich habe es schon paarmal hier erwähnt. In der Seestadt und rund um die Seestadt werden in den nächsten Jahren 20 000 Wohnungen mit entsprechend vielen Zuzüglern entstehen, und im Hinblick darauf brauchen wir natürlich einen Ausbau der Infrastruktur - und zwar in der gesamten Stadt. Überall wird gebaut. Der 22. Bezirk - Joe, da sage ich dir nichts Neues - hat jetzt schon 220 000 Einwohner und wird 2040 300 000 Einwohner beziehungsweise vielleicht sogar mehr haben. Und wir werden es nur mit dem massiven Ausbau der Öffis schaffen, die Leute von A nach B zu transportieren - und zwar auch deshalb, weil ihr das Parken immer teurer macht und die Parkplätze vernichtet. Mit einem De-facto-Baustopp wie etwa beim U2/U5-Projekt erweist ihr der Umwelt - nicht dem Klima, denn dieses wird, wie gesagt, woanders gemacht - in Wien einen Bärendienst. Überlegt euch das also bitte nochmal! Die genannten und hundert andere Gründe bewegen uns von den Freiheitlichen nämlich dazu, diesem Budget nicht zuzustimmen. (Beifall bei der FPÖ.) Vorsitzende GRin Dr. Jennifer Kickert: Die tatsächliche Redezeit betrug elf Minuten. Als Nächster zum Wort gemeldet ist Herr StR Berger. Selbst gewählte Redezeit: zwölf Minuten. - Eine Minute können Sie mit Ihrer Gesamtredezeit überziehen. StR Stefan Berger: Sehr geehrte Frau Vorsitzende, Frau Stadträtin, meine sehr geehrten Damen und Herren hier im Sitzungssaal und vielleicht auch noch zu Hause vor den Bildschirmen! Meine sehr geehrten Damen und Herren, diese Vormittagsdiskussion zum Budget 2026 kann man tatsächlich unter mehreren Stichworten zusammenfassen, nämlich: Misswirtschaft, Inkompetenz und Unvermögen. Wir finden wahrlich für nächstes Jahr ein Budgetdesaster vor, das seinesgleichen sucht, und das, meine sehr geehrten Damen und Herren, hat sich diese rot-pinke Stadtregierung schlichtweg selbst zuzuschreiben. (Beifall bei der FPÖ.) Und weil Herr Klubobmann Taucher von der SPÖ hier so lässig lehnt und mich anschmunzelt, möchte ich auch auf ihn Bezug nehmen. Er hat sich heute Vormittag schon ganz heldenhaft vor den Herrn Bürgermeister geworfen, und das ist schlussendlich auch seine Aufgabe, das sei nur festgehalten. (Zwischenruf von GR Mag. Josef Taucher.) Ich möchte allerdings an dieser Stelle auch ganz klipp und klar sagen: Die Debatten über den Budgetvoranschlag und den Rechnungsabschluss sind halt die Tage der Wahrheit. Dabei geht es sozusagen um die nackten Zahlen der Stadt Wien geht. Und das, was Herr Bgm Ludwig vor der Wahl im Frühjahr dieses Jahres kundgetan hat, dass nämlich die Stadtfinanzen eh alle stabil sind und es keine Gebühren- und Preiserhöhungen geben wird, stellt sich heute nur noch einmal als schlichtweg unwahr beziehungsweise falsch heraus. Bgm Ludwig hat die Bevölkerung, uns alle, ganz einfach hinters Licht geführt. Es ist aber nun einmal so - das ist Demokratie, Herr Klubobmann Taucher! -, dass man sich nicht nur die Sonntagsreden der Stadtregierung anhören muss, sondern auch die knallharte Kritik der Opposition. Und wenn Herr Bgm Ludwig das nicht aushält, dann ist er wahrscheinlich in seiner Funktion fehl am Platz, Herr Kollege! (Beifall bei der FPÖ.) Andererseits ist Ihnen aber durchaus auch wieder zu gratulieren, was nämlich Ihre machttaktischen Spielchen anbelangt. Es ist Ihnen nämlich noch vor dem Sommer wirklich phänomenal gelungen, Ihren kleinen Junior- Regierungspartner schlichtweg über den Tisch zu ziehen. Die SPÖ war natürlich ... (Zwischenruf von GR Mag. Josef Taucher.) Ja, du lachst jetzt so schelmisch, ich kann aber anhand deiner Mimik durchaus deine Gedanken lesen! Es ist euch von der SPÖ wahrlich gelungen, die NEOS bis zum Juni wirklich über den Tisch zu ziehen beziehungsweise den Sack schlichtweg zuzumachen und die NEOS wieder in eine Koalition hinein zu locken. Unter allen vier theoretischen Möglichkeiten habt ihr euch wieder den billigsten Partner angeln können. Jetzt aber, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist halt die Stunde der Wahrheit angebrochen, nämlich die Stunde der Budgetwahrheit, welche den NEOS nach und nach scheibchenweise dargestellt wurde. Und jetzt sind sie eben mit im Boot, jetzt sitzen die NEOS selbst mit in der Budgettitanic in voller Fahrt Richtung Eisberg. Meine sehr geehrten Damen und Herren von den Pinken! Ihr seid auch dafür mitverantwortlich. Ihr trägt all das, diese unselige Schuldenpolitik, mit - und zwar mittlerweile bereits die letzten sechs Jahre. Ihr habt kein Recht, nach Transparenz oder sonst irgendetwas zu schreien. (Zwischenruf von GR Mag. Lukas Burian.) Ihr habt euch selbst über den Tisch ziehen lassen. Ihr seid schlichtweg mitverantwortlich dafür, was in der Stadt vonstattengeht! (Beifall bei der FPÖ.) Da bringen auch irgendwelche salbungsvollen PR-Titel von einer Aufschwungskoalition nichts. Das, was sich in dieser Stadt tatsächlich im Aufschwung befindet, sind die Schulden der Stadt und die Zinslast, die die Bevölkerung schlichtweg zu tragen hat. Ebenso befindet sich beispielsweise auch die Arbeitslosenquote in Wien in exorbitanter Höhe, allein heuer beträgt sie 11,8 Prozent und liegt damit weit über dem Österreichdurchschnitt. Ich glaube, wenn man Wien, das selbst diesen Österreichschnitt hebt, herausrechnen würde, wäre das in allen anderen Bundesländern beziehungsweise in Restösterreich nicht einmal die Hälfte. Daran sehen wir, was in einer Stadt, in der eine einstige Arbeiterpartei nach wie vor an der Regierung ist, im Bereich der Arbeitslosigkeit los ist, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der FPÖ. - GR Mag. Josef Taucher: Ihr seid die Arbeiterverräter!) Mittlerweile ist es heute auch eine allseits bekannte Strategie der SPÖ, sich dann, wenn irgendwas gut funktioniert - auch wenn die SPÖ null dazu beigetragen hat, sondern es sich ganz einfach um Verdienste der arbeitenden Bevölkerung in dieser Stadt handelt -, all das selbst auf die Fahnen zu heften. Ja, dass es im Prater grün ist, ist schön. Das war aber auch schon vor der SPÖ so. Dass es im Park Schönbrunn grün ist, ist weniger der Klimapolitik der SPÖ zu verdanken, sondern das war schon unter den Habsburgern so. Immer dann aber, wenn etwas aus dem Lot läuft in dieser Stadt, dann sind irgendwelche anderen Leute schuld. Dann sind andere Ebenen wie zum Beispiel der Bund schuld, wenn die Ertragsanteile halt nicht in dem Ausmaß sprudeln, um das Budgetloch der Stadt Wien zu tilgen. Außerdem ist dann plötzlich auch die EU schuld, weil es halt diese furchtbaren Defizitkriterien gibt, die wir jedoch eh seit Jahren kennen. Nur für die Stadt Wien sind sie halt mittlerweile ein Problem, weil das Budget ganz einfach schlichtweg aus dem Ruder läuft. Im Hinblick darauf empfehle ich Ihnen ganz eindringlich: Suchen Sie die Verantwortung bei sich selbst! Tragen Sie die Verantwortung selbst. Nehmen Sie diese Verantwortung wahr, und schieben Sie diese nicht anderen zu, meine Damen und Herren! (Beifall bei der FPÖ.) Das ist ja im Grunde genommen nichts Neues. Auch in Zeiten der Hochkonjunktur war diese Stadt durchaus in der Lage, Schulden in exorbitantem Ausmaß aufzubauen. Ich habe mir schon damals in der vorvergangenen Periode im Hinblick auf dieses Gruselkabinett, bestehend aus Häupl, Brauner, Frauenberger, Wehsely, und wie sie alle geheißen haben, gedacht: Schlimmer geht es nicht mehr. Bgm Ludwig hat es aber mit seiner Regierung tatsächlich zusammengebracht, den Schuldenstand seit seinem Amtsantritt mittlerweile zu verdoppeln. Und wir haben die Prognosen gehört: Bis 2031 werden wir irgendwo in der Gegend von 30 Milliarden EUR liegen, meine sehr geehrten Damen und Herren! Gute Nacht, SPÖ, ihr fahrt diese Stadt finanziell an die Wand! (Beifall bei der FPÖ.) Das Einzige, was der SPÖ in alter sozialistischer Manier dann wieder einfällt, wenn halt das Geld ausgeht, ist natürlich: Dann müssen wir die Steuern erhöhen beziehungsweise neue Steuern einführen. Wir müssen unbedingt die Grundsteuer erhöhen. - Was glaubt ihr: An wen werden Eigentümer, die von einer erhöhten Grundsteuer betroffen sind, das unter dem Strich weitergeben? - Das werden wahrscheinlich die Mieter sein, die zu vertreten ihr vorgebt! Und diese werden sich dann ganz ordentlich bei Ihnen bedanken, meine sehr geehrten Damen und Herren von der SPÖ! (Beifall bei der FPÖ.) Auch das Thema Infrastrukturpolitik ist in dieser Stadt natürlich mittlerweile ziemlich elendslang. Kollegin Nittmann hat angesprochen, in welchem Ausmaß es hier in den nächsten Jahren zur Reduktionen kommen wird. Man hat auch schon in der Vergangenheit, insbesondere was die Bevölkerungsentwicklung beziehungsweise den Bevölkerungszuwachs anbelangt, den Sie von der SPÖ ja maßgeblich vorangetrieben haben, gesehen, dass die Infrastrukturentwicklung dem schichtweg nicht standhält. Das betrifft vor allem einmal die Spitäler, wo man immer wieder jeden Winter aufs Neue ganz überrascht von irgendeiner Grippewelle ist, bei der dann Menschen auf dem Gang liegen beziehungsweise nicht nur auf dem Gang, sondern schlichtweg auf einer Matratze auf dem Boden liegen müssen. Das betrifft unterschiedlichste Bereiche im Zusammenhang mit Zuwanderung. Es kommt zu entsprechenden Integrationskosten. Mittlerweile kommt man plötzlich doch drauf, dass es eigentlich nicht schlecht wäre, dass jeder, der zu uns kommt, doch Deutsch kann, weil er sonst nicht gescheit arbeiten kann und weil er somit der Allgemeinheit auf der Tasche liegt. All das treibt natürlich die Kosten in die Höhe. Meine Damen und Herren, Sie sind, insbesondere was den sozialen Wohnbau anbelangt, mittlerweile jahrelang, wenn nicht schon jahrzehntelang in Verzug. Ich habe heute sehr interessiert zugehört, als die Frau Finanzstadträtin über die neuen Gemeindebauten berichtet hat, deren Bau auf Schiene ist. Letzteres ist immer ein sehr netter Begriff, über den selbst die Finanzstadträtin schmunzeln musste. Sie bleiben ja selbst unter den selbst angekündigten Kapazitäten, die Sie in Aussicht stellen. Nicht einmal das schaffen Sie, selbst umzusetzen, von den Sanierungen, meine Damen und Herren, einmal ganz zu schweigen. Der Rechnungshof zerpflückt Ihr Vorgehen jedes Mal in seinem Bericht. Sie liegen irgendwo bei einem Sanierungszyklus von etwa 60 bis 70 Jahren, obwohl er an sich bei 30 Jahren liegen sollte. In Wien müssen mittlerweile ganze Gemeindebausiedlungen geschliffen werden, weil die SPÖ in dieser Stadt diese schlichtweg verfallen lässt. Das, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist Ihre Politik: Sie tragen den sozialen Wohnbau in dieser Stadt zu Grabe! (Beifall bei der FPÖ.) Meine Damen und Herren, was fällt Ihnen dazu ein, außer neue Steuern einzuführen oder Gedankenspiele und -experimente anzustellen? - Sie ziehen schlichtweg die finanziellen Daumenschrauben bei der Bevölkerung entsprechend enger an. Sie erhöhen die Gebühren, sie erhöhen die Abgaben, sie pressen die Bevölkerung in dieser Stadt mittlerweile wie Zitronen aus. Sie schrecken nicht vor Kürzungen bei Pensionisten, Senioren, Hundebesitzern und so weiter und so fort zurück. Es ist zuvor bereits angeklungen: Sie treiben natürlich auch damit die Inflation entsprechend in die Höhe. Wenn Sie die Parkgebühren in dieser Stadt erhöhen, dann freut sich natürlich auch jeder private Garagenbetreiber darüber, denn er kann die Preise dann auch entsprechend erhöhen. Das ist somit ein Teufelskreis, meine sehr geehrten Damen und Herren, der sich gewaschen hat. Das Finanzbudget dieser Stadt befindet sich seit Jahren mittlerweile in einer Abwärtsspirale. In dieser Abwärtsspirale sind wir auch mit diesem neuen Budgetvorschlag wieder gefangen. Auch dieses Budget für 2026 ist alles andere als ein Befreiungsschlag. Dieses Budgetdesaster wird schlichtweg prolongiert, meine sehr geehrten Damen und Herren! Dieser Wiener Weg ist ein Holzweg, und den werden wir Freiheitlichen in dieser Form sicherlich nicht mitgehen. (Beifall bei der FPÖ.) Vorsitzende GRin Dr. Jennifer Kickert: Zur allgemeinen Beratung des Voranschlagentwurfs für das Jahr 2026 sowie des Gebührenprüfungsantrages liegt keine Wortmeldung mehr vor. Wir kommen daher zur Beratung der Geschäftsgruppe für Finanzen, Wirtschaft, Arbeit, Internationales und Digitales. Zum Wort gemeldet ist Herr GR Taborsky. Selbst gewählte Redezeit, die ich jetzt einstelle: 15 Minuten. (GR Mag. Josef Taucher: Er kommt mit Taferln! Die ÖVP ist kreativ!) GR Hannes Taborsky (ÖVP): Ein bisschen zur Erinnerung, worum es heute geht, auch für die Frau Stadträtin, der ich übrigens danke, dass sie hier ausharrt. Im Unterschied zu anderen Abgeordneten von der SPÖ möchte ich mich ganz explizit beim Herrn Klubobmann und bei der Frau Stadträtin bedanken, dass sie heute hier anwesend sind. Bei der Opposition und auch bei den anderen Abgeordneten der Regierung herrschen ja eher große Abwesenheit und Desinteresse an den eigenen Budgetzahlen. Aber gut. Ich habe mich einmal ein bisschen schlau gemacht, nachdem wir ja Zeit hatten, weil hier auch zwischendurch von einer WIFO-Studie der Frau Stadträtin gesprochen wurde. Ich habe mir gedacht, ich fange mit dieser Sache an, denn die Frau Stadträtin hat uns gesagt, dass die Konjunktur- und Arbeitsmarktprognosen so hervorragend seien. Das stimmt, wenn man die erste Seite dieser Studie liest. Wenn man allerdings weiterliest und bis zur letzten Seite kommt, dann findet man das Problem in dieser Studie. Für Österreich stellt die notwendige Budgetkonsolidierung nämlich ein zusätzliches Konjunkturrisiko dar. Die Finanzlage der Länder und Gemeinden stellt sich ungünstiger dar, als ursprünglich prognostiziert. Dies könnte eine Verschärfung der Sparmaßnahmen auf Bundesebene erforderlich machen und die verfügbaren Haushaltseinkommen weiter belasten. Meine sehr geehrten Damen und Herren, man muss halt die Geschichten immer zu Ende lesen und kann sich nicht nur die Punkte herauspicken, die besonders nett sind. (Beifall bei der ÖVP.) Was mich in diesem Zusammenhang etwas gewundert hat - und Herr Ornig ist jetzt auch nicht da -, ist, dass die NEOS jetzt auch schon langsam durch komplette Abwesenheit glänzen. (Zwischenruf bei den NEOS.) Ah nein, Entschuldigung, drei Abgeordnete sitzen noch hier! Es hat mich wirklich fasziniert, als Kollege Ornig gesagt hat, dass er den Stabilitätspakt so toll findet. Das stimmt aber natürlich, denn im Stabilitätspakt geht es um die Neuverschuldung der Länder, und da werden 6 Milliarden EUR für alle Länder zusammengenommen genannt. Wenn man jetzt Wien nach dem Bevölkerungsschlüssel aufteilen würde, dann würde das eine Neuverschuldung von 1,3 Milliarden EUR ergeben. Was daran toll sein soll, dass Wien im Voranschlag mit 2,6 Milliarden EUR Milliarden aufscheint, weiß ich nicht. Aber Herr Ornig kommt ja nach mir dran, und vielleicht kann er uns dann erklären, was er daran so toll findet. Ah, da ist er ja! Er wird uns das dann hoffentlich erklären, nachdem genau dieser Stabilitätspakt, der soeben unterschrieben wurde, gleich wieder gebrochen wird von der Stadt Wien und die NEOS hier in der Stadtregierung sitzen, sehr geehrter Herr Abgeordneter! (Beifall bei der ÖVP.) Aber das ist halt bei den NEOS so. Sie sind weit weg von dem, was Sie sagen. Sie sagen das eine und meinen offensichtlich das andere. Sie stimmen bei Abgabenerhöhungen und bei Leistungssteuern und so weiter und sofort zu. Der Herr Finanzsprecher der SPÖ hat in seiner Rede von Steuerzuckerln gesprochen, und das hat mich insofern auch fasziniert, weil er dabei offensichtlich die Abschaffung der kalten Progression gemeint hat. Ich möchte Sie nur kurz daran erinnern: Das war eine Forderung der SPÖ, des ÖGB, der Arbeiterkammer und der Wirtschaftskammer. Alle Parteien haben das bei einer Podiumsdiskussion 2019 entsprechend gefordert. Die SPÖ hat beim Beschluss Kritik geübt, ÖVP und GRÜNE haben es dann aber gemacht. Was jahrzehntelang diskutiert wurde, hat die Bundesregierung aus ÖVP und GRÜNEN umgesetzt, und die Kritik der SPÖ war, dass dieses eine Drittel zurückgehalten wurde. Es war also nicht so, dass sie dagegen waren, sondern sie wollten noch mehr, als derzeit Beschlusslage ist. Meine sehr verehrten Damen und Herren, man sollte halt auch in diesem Zusammenhang bei der Wahrheit bleiben. (Beifall bei der ÖVP.) Meine sehr verehrten Damen und Herren, ich komme jetzt auch zum Budget. Mich hat auch gewundert - Herr Abg. Mahdalik hat das vorher gesagt -, dass jetzt plötzlich die EU daran schuld sein soll, dass wir hier ein schlechtes Budget haben. Ich war schon bisher von der FPÖ gewohnt, dass quasi grundsätzlich an allem, was in Österreich irgendwie nicht funktioniert, die EU schuld sein soll. Dass uns aber eine Neuberechnung der EU-Budgetzahlen retten kann, kommt mir ein bisschen so vor, als ob man auf dem eigenen Bankkonto ein Minus von 100 000 EUR hätte und zur Bank geht und folgenden Vorschlag macht: Ich brauche einen Kredit für ein neues Auto. Wir schreiben das jedoch nicht auf das Konto, und ihr werdet das Geld wahrscheinlich auch nie wiedersehen, dadurch ist das Ganze aber saniert. - Das ist die Art und Weise, wie man offensichtlich agiert. Ich kann jetzt nicht einmal mehr von einem Taschenspielertrick reden, sondern das ist das neue Budget-Voodoo der SPÖ und der NEOS, das man hier anzubringen versucht. An dem Schuldenberg ist nämlich - wie auf der Grafik, die ich mitgebracht habe, ersichtlich - niemand anderer schuld, weder eine Bundesregierung noch die EU oder sonst jemand, sondern das ist die Budgetpolitik von SPÖ und NEOS, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.) Ich bin bekannterweise nicht der größte Freund der GRÜNEN, wenn ich mir aber diese Tafel anschaue, dann sieht man eine Neuverschuldung von 400 Millionen EUR pro Jahr unter Rot-Grün und dann von satten 2,5 Milliarden EUR durch Rot-Pink. Das ist eine echte Leistung! Das ist Ihre Budgetleistung, meine sehr verehrten Damen und Herren, und dazu gratuliere ich Ihnen wirklich! (Beifall bei ÖVP und GRÜNEN.) Es gibt ja - Pädagogen kennen das - einen entsprechenden Ausdruck, den man manchmal in ein Zeugnis schreibt, dass sich derjenige bemüht hat. Es gibt, glaube ich, ein paar Pädagogen hier im Saal - einige lachen jetzt -, und jeder wird wissen, was das heißt. Das ist gemeinhin auch nachzulesen: Es ist dies quasi die schlechteste Variante einer Benotung. Diese Formulierung impliziert, dass die Leistung trotz Anstrengung nicht den Anforderungen entsprach und oft nur mithilfe Dritter erbracht wurde. Bis jetzt war es auch so, dass der Bund in Wien ausgeholfen hat, und er hilft noch immer aus, denn die Ertragsanteile steigen ja bekanntlich. SPÖ und NEOS machen allerdings ihre Arbeit nicht, wie auch in der WIFO-Studie angeführt wurde. Ich komme jetzt zu den einzelnen Bereichen. Es ist in diesem Zusammenhang schon viel gesagt und kritisiert worden. Es ist aber wirklich ein gewisses Schmankerl, wenn man liest, dass der Voranschlag 2025 2,3 Milliarden EUR betragen hat. Anfang Jänner wurden wir dann von der Stadtregierung informiert, dass 3,8 Milliarden EUR prognostiziert waren. Und dann hat man es als großen Erfolg verkauft, dass man hier Maßnahmen gesetzt hat, dass es letztlich nur 3,3 Milliarden EUR waren, denn Wien hat im Jänner höhere Ertragsanteile als geplant bekommen, es gab mehr Abgaben als im Voranschlag, und Rücklagen wurden aufgelöst. Alles zusammen hat eine entsprechende Verminderung dieses Defizits ergeben. Wir sind aber immer noch weit weg vom Voranschlag 2025. Deswegen sind wir auch reserviert dem gegenüber, was hier auf dem Papier vorliegt. Denn es hat die Vergangenheit bewiesen, dass die Gegenwart nicht das hält, was die Zukunft bei der SPÖ und bei den NEOS verspricht, und deswegen lehnen wir diesen Voranschlag natürlich vollkommen ab. (Beifall bei der ÖVP.) Ich komme jetzt zu den Details. Höchste Neuverschuldung im Jahr 2026 laut Voranschlag, Gesamtverschuldung wird 2026 auf über 20 Milliarden EUR steigen. Bei Amtsantritt 2020 hat man Schulden in der Höhe von 7,8 Milliarden EUR übernommen, Ende 2026 planen Sie einen Schuldenberg von 17,52 Milliarden EUR. Rechnet man die Schulden der drei Unternehmungen hinzu, sind wir auf 20,4 Milliarden EUR. Wien hat so viele Schulden wie alle anderen Bundesländer zusammen. In diesem Zusammenhang möchte ich auch einmal mit einem Mythos aufräumen. Wir haben gesagt: Wien hat 60 Prozent der Schulden aller anderen Bundesländer zusammengenommen. Dafür wurden wir kritisiert, und es hat geheißen: Man muss die Gemeinden dazuzählen. Gut. Dann sind wir bei 43 Prozent. Wien hat 22 Prozent der Bevölkerung Österreichs. Diese Rechnung stimmt also noch immer nicht. Wien ist der Schuldentreiber der Republik, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.) Sie brechen den Stabilitätspakt bereits, bevor dieser in Kraft tritt - das habe ich gerade vorher entsprechend angeführt -, und eine Schuldenexplosion auf 30 Milliarden bis 2030 zeichnet sich hier entsprechend ab, denn der Schuldenanstieg geht ungebremst weiter. Ihre Zinsenzahlungen steigen von 200 Millionen auf wahrscheinlich 600 Millionen, das heißt, diese gehen durch die Decke. Meine sehr verehrten Damen und Herren, der Bund ist nicht für das Defizit verantwortlich, das möchte ich hier noch einmal klar sagen, denn durch die Abschaffung der kalten Progression sind jedem Wiener und jeder Wienerin rund 300 EUR netto geblieben. Wien hat durch die Abschaffung der kalten Progression Anfang 2023 trotzdem um rund 100 Millionen EUR mehr an Ertragsanteilen bekommen als veranschlagt. Meine sehr verehrten Damen und Herren, das ist die Wahrheit. Weiters zu den Rücklagen. Sie plündern die Reserven, um ihr Budget irgendwie darzustellen zu können. Was sind die Rücklagen? - Dabei handelt es sich in Wirklichkeit um das Sparbuch der Wienerinnen und Wiener. Begonnen haben wir mit einem Plus von 2,2 Milliarden EUR. In der Zwischenzeit sind wir herunten auf rund 900 Millionen beziehungsweise auf 890 Millionen, um genau zu sein. Ende 2026 werden es nur mehr 786 Millionen sein. Das heißt, die Rücklagenquote pro Kopf ist von 1 060 EUR auf 454 EUR gesunken. Das heißt, Sie haben de facto die Sparrücklagen der Wienerinnen und Wiener um die Hälfte reduziert. Sie haben auf das Konto der Menschen in dieser Stadt gegriffen, um Ihr eigenes Budget irgendwie zu retten. Weiters ist die Pro-Kopf-Verschuldung von 4 700 EUR im Jahr 2021 bis 2026 auf 8 600 EUR gestiegen. Gleichzeitig sind alle Wienerinnen und Wiener ärmer geworden, denn in ganz Österreich betragen die Einkommen im Schnitt rund 30 000 EUR, in Wien aber nur 28 000 EUR. Die Steigerung des Einkommens hat in Österreich 6 900 EUR betragen, in Wien nur 6 200 EUR. Es wurde heute schon mehrfach angesprochen: Die Arbeitslosigkeit ist in Wien mit 11,4 Prozent auf einem traurigen Höchststand. Sie wird wahrscheinlich Ende des Jahres, so wie es in der WIFO-Studie steht, auf 11,8 Prozent steigen. Der Österreichdurchschnitt liegt bei 5,6 Prozent, meine sehr verehrten Damen und Herren. Das ist eine vollkommene Niederlage für eine sozialdemokratische Partei. Wirtschaftsliberale haben in diesem Zusammenhang andere Interessen, das verstehe ich schon, aber dass die Sozialdemokratie so fuhrwerkt, wenn es um Arbeitslose beziehungsweise um Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und um Familieneinkommen geht, ist für mich vollkommen unverständlich, meine sehr verehrten Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.) Ich komme zu den Bezirksmitteln. Diese wurden ja mit 323 Millionen eingefroren, meine sehr verehrten Damen und Herren. Die 280 Millionen EUR an Zinsen entsprechen in etwa genau dem, was die Bezirke de facto insgesamt an Budget, vielleicht mit ein paar Euro dazu, haben. Wenn Sie wissen wollen, wo Sie mit Ihren Schulden enden, dann ist es genau das, was ich gerade zitiert habe. Sie müssen den Bezirken das Budget entsprechend kürzen, weil Sie Ihre Hausaufgaben nicht machen und weil Sie Ihr Budget nicht im Griff haben. Es gibt weiters kein ausgabenseitiges Sparen bei der SPÖ- und NEOS-Stadtregierung. Einer der Taschenspielertricks beziehungsweise des Budget-Voodoo ist ja die Geschichte mit den Öffi-Tarifen. Sie schreiben da wirklich, dass der geplante Betriebskostenzuschuss bei den Wiener Linien sinkt. Das stimmt natürlich. Allerdings verschweigen Sie, dass Sie gleichzeitig die Öffi-Tarife um denselben Tarif erhöht haben. Wenn das eine ausgabenseitige Reduktion sein soll, dann bleibt mir das Lachen im Hals stecken! De facto zahlt nämlich die Bevölkerung in dieser Stadt genau diese Zuschüsse, die Sie nicht mehr zahlen, jetzt selbst dadurch aus der eigenen Tasche, dass Sie die Öffi-Tarife erhöht haben, meine sehr verehrten Damen und Herren. Das ist keine Budgetpolitik, das ist schlichtweg Budget-Voodoo! Großprojekte: Wien Holding-Arena, geplanter Öffnungstermin 2024, Stand heute 2030. Fernbusterminal: Es gab einen wunderbaren Spatenstich. Laut unserer Rückfrage in der letzten Finanzsitzung hat man diesen Spatenstich vorgenommen. Spaten waren ja heute schon Thema. Wir hoffen nur, dass der Spaten nicht steckenbleibt! Der Stadtrechnungshof hat nämlich gesagt, dass es keine Finanzierung für diesen Fernbusterminal gibt. Ich möchte jetzt noch einmal sagen: Wir von der ÖVP sind nicht gegen den Fernbusterminal. Wir haben allerdings im Ausschuss dagegen gestimmt, weil keine Finanzierung vorliegt. Man kann doch nicht allen Ernstes ein Projekt in Kraft setzen, wenn man nicht weiß, woher das Geld kommen soll! Jetzt sind die ursprünglichen Kosten von 120 Millionen EUR bereits auf 158 Millionen EUR gestiegen. Im Hinblick auf unsere Frage, ob darin die Abschlagszahlung an die Firma Muzicant, die ja entsprechend involviert war, bereits enthalten war, wurde geschwiegen. Wir wissen also nicht genau, was da noch auf uns zu kommt! U2 bis Matzleinsdorfer Platz beziehungsweise U5 bis Frankhplatz: geplante Inbetriebnahme ursprünglich 2023, heute 2030. Vierte Ausbaustufe statt 950 Millionen 2,03 Milliarden. Das zum Thema, dass die Inflation schuld ist, dass das Budget nicht funktioniert. Mir ist anscheinend entgangen, dass wir im letzten Jahr eine Inflationsrate von100 Prozent hatten, meine sehr verehrten Damen und Herren! Eine solche hat es, glaube ich, nicht einmal in Wien gegeben. Damit kann also niemand argumentieren. Bei der fünften Ausbaustufe ebenso 4,3 Milliarden statt 2,7 Milliarden. Die Gesamtsumme beträgt somit 6,45 Milliarden. Das sind Stadtrechnungshofdaten, diese haben wir nicht erfunden, sondern diese stehen im Stadtrechnungshofbericht. Sie können Großprojekte nicht managen, meine sehr verehrten Damen und Herren! Und dass Sie sich bei Großprojekten nicht einmal einig sind, sieht man ja an den Vorgängen rund um den Lobautunnel. Die NEOS in Wien sind hier dagegen, auf Bundesebene sind sie dafür. Vielleicht könnten Sie sich interfraktionell einmal erkundigen, ob man Wirtschaftspolitik auch in Form von Infrastrukturinvestitionen hier gut findet oder auch nicht. Das wäre natürlich erfreulich. (Beifall bei der ÖVP.) Sie drehen an der Inflationsspirale durch permanente Gebührenerhöhungen, das Wiener Valorisierungsgesetz, die Leistungssteuer. Ein Schmankerl ist, dass ausgerechnet die NEOS für Lohnnebenkostenerhöhungen sind. Und da, wie bereits vorher gesagt wurde, die Zweckbindung gefallen ist, bedeutet das natürlich nichts anderes, als dass das zum Stopfen von diversen Budgetlöchern zur Verfügung gestellt werden wird. (Zwischenruf von GRin Dipl.-Ing. Selma Arapovic.) Weiters ist - wie ich schon gesagt habe - das verfügbare Einkommen in Wien gesunken. Das Budgetdefizit Wiens wird zum Konjunkturrisiko, und der Stadtrechnungshof sieht eine Überforderung des Haushalts. Das haben nicht wir uns ausgedacht, sondern das hat der Stadtrechnungshof gesagt. Es wurde schon die Frage in den Raum gestellt: Was will eigentlich die Opposition? - Wir fordern einen Neustart auf dem Arbeitsmarkt, meine sehr verehrten Damen und Herren. Wir haben in einem Antrag auch geschrieben, dass die Arbeitslosigkeit in Wien endlich auch ein Thema werden soll und wir von der einzigen Zweistelligkeit bei Arbeitslosigkeit in Österreich wegkommen müssen. Es soll keine Leistungssteuer, keine Lohnnebenkostenerhöhungen und keine weiteren Belastungen für die Wienerinnen und Wiener geben, meine sehr verehrten Damen und Herren. Weiters fordern wir eine Entlastung von Unternehmen und die Sicherung von Arbeitsplätzen. In der Zwischenzeit hat die Europäische Union - der entsprechende Ausschuss behandelt ja auch Internationales - mehrere Maßnahmen gesetzt, und wir sind derzeit im Gespräch etwa zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit sowie europäischer Arbeitsplätze, hinsichtlich der Aufweichung des geplanten Verbotes von Verbrennerautos im Sinne einer Technologieoffenheit beziehungsweise betreffend die Entschärfung der EU-Entwaldungsverordnung und so weiter und so fort. Im EU-Parlament gibt es nämlich eine konservative Mehrheit, meine sehr verehrten Damen und Herren, und unter EVP-Führung ist das so. Was mich sehr gefreut hätte - und das wäre ein kleiner Hinweis für die FPÖ: Es hat dort eine Richtlinie für europäische Betriebsräte gegeben. Da die FPÖ immer auch so tut, als ob sie für den kleinen Mann oder die kleine Frau und für die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen wäre, frage ich Sie: Warum haben Ihre Abgeordneten dort dagegen gestimmt? - Das müssen Sie mir erklären! Vielleicht haben Sie eine Erklärung dafür. Ich kann Ihnen Entsprechendes gerne zur Verfügung stellen. Briefen Sie eventuell die Leute, damit das, was Sie hier sagen, dann auch dort passiert. Dabei ist es um eine Stärkung von Europa-Betriebsräten gegangen. Die FPÖ war dagegen. Das wollte ich jetzt auch nur noch kurz mitteilen. Vorsitzende GRin Dr. Jennifer Kickert (unterbrechend): Zur Info, nur damit Sie es wissen: Sie sind zwei Minuten über Ihrer gewählten Redezeit. GR Hannes Taborsky (fortsetzend): Ich weiß. Weiters gibt es betreffend Bekenntnis zu verschärften Asylgesetzen eine hervorragende Initiative zu dieser Thematik - Etablierung von Rückkehrzentren, Konsequenzen bei fehlender Mitwirkung und Erweiterung sicherer Herkunftsländer. Und unter den Titel "Ehrlichkeit statt Panikmache" auch noch ein kleiner Hinweis für die FPÖ: Es gibt gesetzliche Regelungen im Europäischen Parlament, die sich positiv auf unsere Sicherheitsarchitektur auswirken werden. Es gibt zukünftig die Möglichkeit, dass unsere Polizei im Rahmen der Gefährder-Überwachung näher an Terroristen heranrückt. Außerdem wurde das EU-Anpassungsgesetz beschlossen, in welchem es einen Datenabgleich für die Verhinderung von illegalen Grenzübertritten und zur besseren Organisation von Maßnahmen gegen Terroristen gibt. Ich möchte nur kurz anmerken: Auch dagegen war die FPÖ auf europäischer Ebene. Ich frage mich also wirklich, wofür Sie dort stehen. Sie sprechen ständig von Festungen. Wenn es aber darum geht, einmal betreffend Sicherheit tatsächlich etwas zu tun, sind Sie leider nicht vor Ort. In diesem Sinne gibt es von uns zum Budget eine klare Ablehnung, und zu den verschiedenen Maßnahmen gibt es auch entsprechende Anträge, damit es nicht heißt, dass wir als Opposition nur kritisieren. Tatsächlich machen wir nämlich auch entsprechende Vorschläge. - Ein herzliches Dankeschön. (Beifall bei der ÖVP.) Vorsitzende GRin Dr. Jennifer Kickert: Die tatsächliche Redezeit hat jetzt 18 Minuten betragen. Als Nächster zum Wort gemeldet hat sich Herr GR Ornig. Selbst gewählte Redezeit zehn Minuten, die ich einstelle. - Ich erteile Ihnen das Wort. GR Markus Ornig, MBA (NEOS): Frau Vorsitzende, werte Kolleginnen und Kollegen! Etwas steht, glaube ich, fest: Wiens Unternehmerinnen und Unternehmer sind und bleiben der Motor der wirtschaftlichen Entwicklung dieser Stadt. Und unsere Aufgabe im Rahmen einer verantwortungsvollen Stadtpolitik ist es, diesen Motor nicht nur am Laufen zu halten, sondern auch die Rahmenbedingungen für die Weiterentwicklung dieses Motors zu schaffen. Diesbezüglich gibt es natürlich verschiedene Meinungen. Wenn man über Motoren allgemein nachdenkt, kann es ein Elektromotor sein, der sehr schnell beschleunigt, der nachhaltiger ist. Es kann aber natürlich aber auch ein Dieselmotor sein oder ein Motor mit irgendeiner anderen rückschrittlichen Technologie. Genau das ist es, worüber wir hier auch streiten, wie man nämlich die Themen angeht. Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten zeigt sich aber, wie wichtig ein starker und zukunftsorientierter Wirtschaftsstandort ist. Und Wien beweist in diesem Zusammenhang einmal mehr, dass es mit Verantwortung und Selbstbewusstsein in Richtung Zukunft geht. Die Zahlen, die wir heute diskutieren, bestätigen diesen Weg. Nach der Erwerbspersonen-Prognose der Statistik Austria aus dem Jahr 2024 wird Wien, im Gegensatz zu allen anderen Bundesländern, weiterwachsen. Bis 2030 rechnen wir mit einem Plus von zirka 20 Prozent. Das ist kein Zufall, sondern das ist das Ergebnis von erfolgreicher und zielgerichteter Standortpolitik. (Beifall bei NEOS und SPÖ.) Auch die wirtschaftliche Entwicklung spricht eine klare Sprache. Wir haben eine positive Entwicklung mit den bereits erwähnten 0,4 Prozent Wirtschaftswachstum und einer steigenden Bruttowertschöpfung von 0,8 Prozent 2025 und 1,3 Prozent prognostiziert für 2026. Zeitgleich haben wir auch ein Beschäftigungswachstum von 1,1 Prozent. - Das ist jetzt kein Abfeiern dieser Zahlen, denn die Zahlen sind zwar okay, wenn auch kein Grund zum Feiern, doch sie zeigen: Es geht in die richtige Richtung. Besonders erfreulich dabei ist, dass wir vor allem Wachstumsimpulse in den zukunftsweisenden Bereichen setzen können, nämlich in der IKT, bei den Finanzdienstleistungen und im öffentlichen Sektor, also genau dort, wo Innovation, Wissen und qualifizierte Arbeit zusammenkommen. Genau hier setzt dieses Budget an. Mit dem Portfolio der Wirtschaftsagentur Wien bilden wir weiterhin die ganze Breite der Wiener Wirtschaft ab. Von den Gründungen bis zur Internationalisierung, von einem Ein-Personen-Unternehmen bis zu einem global tätigen Leitbetrieb - für jede Branche und für jede Phase gibt es ein passendes Angebot. Dafür werden 73 Millionen EUR im Jahr 2026 zur Verfügung gestellt und investiert werden. Wir investieren weiterhin gezielt dort, wo das Wachstum schafft. Wir investieren in Ausbildungsoffensive, von der Frauenstiftung bis hin zur Joboffensive 50plus, in Forschung und Innovation mit Projekten wie AITHYRA, dem Quanten-Hub, dem Zentrum für Digitalen Humanismus und der AI-Gigafactory, für die wir uns ja beworben haben. Damit schaffen wir die Grundlage für einen Wirtschaftsstandort, der Arbeitsplätze sichert, Wertschöpfung erzeugt und international wettbewerbsfähig bleibt, insbesondere in den Zukunftsfeldern wie Life Sciences, Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und Quantenforschung. (Beifall bei NEOS und SPÖ.) Ein zentraler Hebel dabei ist auch die Digitalisierung der Verwaltung. Wien nützt digitale Services und moderne IT- Strukturen, um Prozesse zu beschleunigen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu entlasten und langfristig Kosten zu senken. Effizienzsteigerungen und personelle Strukturmaßnahmen - etwa in der MA 63 und MA 68 - bringen Einsparungen von rund 20 Millionen EUR gegenüber 2025. Ein weiterer wichtiger Punkt sind natürlich strukturelle Reformen. Bei der Wien Holding werden wir durch die Zusammenlegung von Gesellschaften Synergien heben. Es werden tatsächlich auch mehrere teure Geschäftsführerposten eingespart beziehungsweise nicht nachbesetzt. Zusätzlich leisten die städtischen Unternehmen höhere Dividenden von rund 65 Millionen EUR, die 2026 ausgeschüttet werden sollen. Wenn man von Wien als Wirtschaftsstandort redet - wir haben das vorige Woche intensiv diskutiert -, muss man auch über den Tourismus- und Kongressstandort reden. Hier wird sich ebenso einiges tun. Die Ortstaxe wird im ersten Schritt um 5 Prozent erhöht, ein Modell für Tagestouristinnen und -touristen wird erarbeitet. All das ist wichtig für uns und für das Budget, zeigt aber auch, dass es mit dem Wiener Tourismus trotzdem positiv in die Zukunft geht. Wir werden diese Mehreinnahmen natürlich auch immer verbinden mit Entlastungen und Investitionen, die miteinander einhergehen. Eine Entlastung der Betriebe erfolgt zum Beispiel über die Luftsteuer. Bei den Gebrauchsabgaben haben wir auch sichergestellt, dass im ersten Schritt jetzt zum Beispiel - das wurde zum Beispiel von Herrn Arsenovic letzte Woche thematisiert - im gesamten Schanigartenbereich nicht erhöht wurde. In der Gastronomie, einem doch sehr wichtigen Wirtschaftszweig dieser Stadt, haben wir also einige wichtige Signale gesetzt. Zudem investieren wir auch in die Infrastruktur, etwa beim Busterminal oder beim Wiener Hafen, und wir werden auch die Entwicklung des Otto-Wagner-Areals vorantreiben. Wir werden bald - wie ich hoffe - die Event Arena in Sankt Marx realisieren können. All das sind wichtige Investitionen in die Standortqualität und in Internationalität, und das bringt wirtschaftliche Impulse. (Beifall bei NEOS und SPÖ.) Meine Damen und Herren, unser Anspruch bleibt es, das unternehmerische Wien dabei zu unterstützen, sich entlang der aktuellen Herausforderungen weiterzuentwickeln und für die Zukunft noch besser zu positionieren. Das festigt Wien als Standort, sichert unseren Wohlstand und legt den Grundstein für eine erfolgreiche wirtschaftliche Zukunft der Stadt. Zu guter Letzt, denn ich spreche zu diesem Thema zumindest heute das letzte Mal, möchte ich mich natürlich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der diversen Magistratsabteilungen bedanken, vor allem auch - wenn ich das so sagen darf - beim Stadtratsbüro für Wirtschaft und Finanzen. Dort hat sich, wie wir alle wissen, tatsächlich ein komplettes Team völlig neu formiert. Sie haben es geschafft, innerhalb kürzester Zeit sozusagen das Werkel ins Laufen zu bringen. Deshalb richte ich meinen Dank auch an die Frau Stadträtin, die nicht mehr da sitzt, wie ich bemerkt habe. Mahlzeit, Frau Stadträtin, du hast es dir verdient! Aber auch der Ausschussvorsitzende hat seinen Beitrag geleistet, und ich danke ihm. Ich bin der Meinung, dass man das Ganze hier mit ein wenig besserer Laune angehen kann. Granteln ist zwar in Wien Lebensphilosophie, aber man versucht es zumindest. Deswegen nehme ich jetzt auch die Gelegenheit wahr und gehe kurz nochmals auf meine letzte Rede ein. Herr Zierfuß, bitte hör jetzt zu. (GR Harald Zierfuß: Ich höre zu!) Herr Zierfuß! Ich kann mir auch eingestehen, wenn ich etwas falsch gesagt habe. Ich habe tatsächlich die Wirtschaftsminister mit den Finanzministern verwechselt. Das war das Erste, was ich falsch gesagt habe. Und was ich auch falsch gesagt habe, das waren die Zahlen. Sie haben richtig gesagt, dass es von 1970 bis 1997 SPÖ- Finanzminister gab. Die darauffolgenden ÖVP-Finanzminister haben es aber geschafft, die Staatsschulden von 140 Milliarden - und den Höhepunkt hat Herr Brunner geschafft - auf 459 Milliarden hoch zu wirtschaften. Ist das deswegen besser? - Ich glaube nicht. (Zwischenruf von GR Harald Zierfuß.) Sie hatten ein bisschen recht, und ich habe gesagt, dass ich mich geirrt habe. Ich glaube, insofern haben wir alle etwas davon, und in diesem Sinne schließe ich. - Vielen Dank. (Beifall bei NEOS und SPÖ.) Vorsitzende GRin Dr. Jennifer Kickert: Die tatsächliche Redezeit war jetzt neun Minuten. Als Nächste zum Wort gemeldet hat sich Frau GRin Schneckenreither. Selbst gewählte Redezeit 15 Minuten, die ich hiermit einstelle. - Sie sind am Wort. GRin Theresa Schneckenreither, MSc (GRÜNE): Sehr geehrte Damen und Herren! Eine Zahl ist heute ein bisschen zu kurz gekommen, nämlich die Zahl 1 300. 1 300 Stellungnahmen sind heuer zum Budget eingelangt. Es haben sich also 1 300 Menschen die Mühe gemacht, sich mit diesem Budget zu beschäftigen. 1 300 Menschen haben teils massive Einsprüche erhoben.1 300 Menschen sagen im Wesentlichen: So kann man mit dieser Stadt nicht umgehen! Was da passiert, ist purer Wahnsinn! Sehr geehrte Frau Vorsitzende, sehr geehrte Frau Stadträtin, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Zuseherinnen und Zuseher! Wir haben uns in den letzten Wochen intensiv mit dem vorliegenden Voranschlag beschäftigt. Ich habe mir die Zahlen genau angeschaut und habe mich vor allem auch immer wieder gefragt: Wie kann man eigentlich die Dramatik, die sich hinter diesen Zahlen verbirgt, rüberbringen? - Ich hätte auch ein Taferl gehabt, aber Kollege Taborsky hat das schon vorweggenommen. Dann ist gestern aber plötzlich ein USB-Stick in mein Büro geliefert worden - und zwar ein USB-Stick mit 1 300 Stellungnahmen aus der Bevölkerung zum Budgetvoranschlag. Ich habe versucht, möglichst viele davon durchzulesen, und werde auch aus einigen davon heute zitieren. Wenn ich die brutalen Kürzungen höre, die meine Kolleginnen und Kollegen heute schon des Öfteren aufgezählt haben, wenn ich die teilweise wirklich enttäuschten und teils verzweifelten Stellungnahmen lese, dann stellt sich aber immer wieder die Frage: Wohin soll das eigentlich noch führen, wo wird die rot-pinke Stadtregierung noch überall kürzen? - Ja, Wien hat ein massives Problem, die Schulden sind viel zu hoch und sie steigen immer weiter. Wir haben es heute schon ein paarmal gehört, Wien wird heuer und nächstes Jahr die zwei höchsten Milliardendefizite der Geschichte der Stadt Wien haben, und das trotz jetzt schon brutalster Kürzungen. 2025 rechnet die Stadtregierung mit einem Defizit von 3,25 Milliarden, 2026 kalkulieren Sie immer noch mit 2,6 Milliarden. Also, knapp 6 Milliarden neue Schulden in zwei Jahren. Und die Schulden, wir haben es heute auch schon gehört, werden auch laut rot- pinkem Plan in den Jahren weiter steigen und steigen. Die Neuverschuldung kann man grundsätzlich verringern, indem man die Ausgaben senkt oder die Einnahmen erhöht. Die Stadtregierung konzentriert sich sehr stark auf die Reduktion der Ausgaben, also von Leistungen. Da steckt ja was dahinter. Ich vergleiche ein öffentliches Budget gerne mit einer Verteilungsmaschine. Die öffentliche Hand nimmt und sie gibt, das kann man einfach nicht vergleichen mit einem privaten Unternehmen. Wie genau sie nimmt und gibt, das entscheiden die Regierungen und die Parlamente. Im Fall von Wien nimmt die öffentliche Hand knapp ein Viertel der Einnahmen von den WienerInnen direkt über eigene Steuern und Abgaben, Gebühren und Leistungsentgelte. Den überwiegenden Teil, mehr als die Hälfte aller Einnahmen, bekommt Wien aber vom Bund über die Ertragsanteile und andere Finanzzuweisungen. Da nimmt also der Bund von den Österreicherinnen und Österreichern. Ganz wesentlich dabei ist aber, dass mehr als die Hälfte aller Einnahmen, die die öffentliche Hand in Österreich einnimmt, von den erwerbstätigen Menschen eingenommen werden, also durch Steuern auf Arbeit. In Wien gibt die öffentliche Hand auf Grund der Kompetenzverteilung vor allem für Gesundheit, Pflege, Bildung und die soziale Sicherheit Geld aus. Das sind die mit Abstand größten Budgetposten im Wiener Budget. Und das sind vor allem auch ganz zentrale Leistungen, von denen die breite Masse, die Bevölkerung, profitiert, wenn nicht sogar abhängig ist, und, das ist auch immer wichtig dazuzusagen, von denen auch die am meisten profitieren, die mit einer gesunden und gut ausgebildeten Bevölkerung viel Geld verdienen. Die Stadtregierung hat sich aber dazu entschieden, massiv bei diesen wichtigen Leistungen zu streichen oder, wie Christina S. in einer Stellungnahme schreibt: "Jetzt werden Existenzen zerstört, und es ist einfach nur unbegreiflich und traurig, dass in einem sozialen Österreich so etwas geschehen kann." - Wobei ich auf Grund der Debatte heute auch noch kurz anmerken möchte, dass diese zwei Drittel ausgabenseitige Kürzungspolitik der Stadtregierung ein Marketing-Schmäh ist, denn ihr müsstet eigentlich selber wissen, dass die Ticketpreiseerhöhungen bei den Wiener Linien kein ausgabenseitiges Sparen ist, sondern ein einnahmenseitiges Sparen. (Beifall bei GRÜNEN und ÖVP. - GR Mag. Josef Taucher: Hat das Auswirkungen auf den Betriebszuschuss?) - Aber das ist ja ein Blödsinn, wenn ich die Ticketpreise erhöhe, als ob die Bevölkerung sagen würde, das ist jetzt ausgabenseitiges Sparen. Ich meine, Entschuldigung, fragen Sie einmal die Wienerinnen und Wiener dazu. (Beifall bei GRÜNEN und ÖVP. - GR Mag. Josef Taucher: Das ist echt schwach!) Wenn sich die Stadtregierung dann doch einmal dazu überwindet, einnahmenseitig mehr einzunehmen, dann trifft es genau wieder die, die in Österreich eh schon alles zahlen, nämlich die arbeitende Bevölkerung, und vor allem auch da die mit den niedrigen und mittleren Einkommen. Dabei tut die Stadtregierung, als ob ihr Handeln alternativlos wäre, "die fetten Jahre sind vorbei", heißt es dann zynisch im Gemeinderat. Wie zynisch, das verdeutlicht auch die Stellungnahme von Caroline P., die schreibt: "Jede Kürzung trifft reale Menschen, ihren Alltag, ihre Sicherheit, ihre Gesundheit und ihre Zukunftschancen." - Mit diesen massiven und planlosen Kürzungen zerstört die rot-pinke Stadtregierung den sozialen Zusammenhalt. Sie setzt unser Gesundheitssystem aufs Spiel, sie gefährdet würdevolle Pflege, sie verspielt die Zukunft unserer Kinder im Bildungssystem, und Klimaschutz ist sowieso nur mehr eine hohle Phrase. (Beifall bei den GRÜNEN.) Und trotzdem wachsen die Schulden weiter und weiter, denn auch in den nächsten Jahren wird es Defizite geben, wir haben es heute schon ein paarmal gehört. Um die Dramatik ein bisschen besser zu verdeutlichen ... (GR Mag. Lukas Burian: Noch mehr Geld ausgeben? Ist das euer Gegenvorschlag?) - Ich komme gleich zu meinem Gegenvorschlag, ihr wisst, dass ich einen habe. Kollege Taucher, Sie haben selber heute schon davon geredet. - Also, um die Dramatik ein bisschen zu verdeutlichen, selbst wenn die Stadtregierung jedes Jahr eine weitere halbe Milliarde einspart, quasi ihr Defizit linear abbaut, wird die Stadtregierung, wird der Bürgermeister den Schuldenstand vom Beginn dieser Periode bis zum Ende mehr als verdoppeln. Wir starten eben mit knapp 12 Milliarden in dieser Periode, zum Ende der Periode wird der Schuldenstand mindestens 24 Milliarden EUR betragen. Ich bin ein bisschen gnädiger mit euch als die Kolleginnen und Kollegen von der ÖVP und FPÖ. Mich würde einmal grundsätzlich interessieren, ob Sie diesen Plan für den Schulden- beziehungsweise Defizitabbau für die nächsten Jahre offenlegen werden. Das Erbe von Bgm Michael Ludwig wird also sein, er wird den brutalsten Sozialabbau der Geschichte der Stadt Wien tragen, beschließen lassen und den höchsten Schuldenstand der Geschichte der Stadt Wien hinterlassen. Und das muss man erst einmal zusammenbringen. (GR Jörg Neumayer, MA: Auf Grund von eurem Budgetdefizit!) Das Problem dabei ist, wir haben es heute auch schon ein paarmal gehört, die Zinslast steigt. Für heuer sind ja zirka 280 Millionen alleine für Zinszahlungen budgetiert. Die Strafzahlungen auf Grund des Nichteinhaltens des neuen Stabilitätspaktes werden höher. Und beide Gelder können wir definitiv besser für andere Sachen brauchen. Und, ich habe es auch schon einmal gesagt, die Rufe der Konservativen und der Rechten nach dem Verkauf von Gemeindebauwohnungen, nach dem Verkauf von Spitälern und anderer Infrastruktur werden in den nächsten Jahren wohl immer lauter werden. Zu glauben, dass das in Wien nicht passieren kann, das ist im wahrsten Sinne des Wortes blauäugig. (Beifall bei den GRÜNEN.) Die große Frage also ist. Wo wird die Stadtregierung noch überall kürzen? Wenn die Stadtregierung jetzt schon so große Einschnitte macht, eine grausige Kürzung jagt die nächste, eine Belastung der Mittelschicht jagt die nächste, wie geht es dann in den nächsten Jahren weiter? Schließlich muss ja, wie für den oben skizzierten Pfad, jedes Jahr eine weitere halbe Milliarde gekürzt werden. Und diese Kürzungen sind im relevanten Ausmaß in Wien nur möglich, wenn sie auch die Bereiche Gesundheit, Bildung, Pflege, soziale Sicherheit betreffen. Und da sind jetzt schon die Kürzungen gravierend. Die Antwort auf die Frage, wie geht es weiter, wo wird noch überall gekürzt, ist leider ernüchternd, weil die Antwort ist: Die SPÖ weiß es selber nicht. Sie hat keine Ahnung, wo sie in den nächsten Jahren noch überall hin greifen soll, ohne dass sie sich selber aufgibt. Dabei ist die Alternative klar - und jetzt komme ich auch zu meinem Vorschlag, wie man das sonst machen könnte -, Überreiche leisten ihren fairen Beitrag für unser Zusammenleben, oder das Rote Wien wird ein Fall fürs Wien Museum. Oder, wie Sam D. in seiner Stellungnahme schreibt: "Statt Menschen, die ohnehin mit sehr wenig auskommen müssen, die letzte Existenzsicherung zu nehmen, sollten reiche Menschen besteuert werden." (Beifall bei den GRÜNEN.) Und auch wenn der Klubobmann der SPÖ, Joe Taucher, heute schon davon erzählt hat, dass er sich das "Weltjournal" zu Überreichtum und "Tax the rich!" angeschaut hat, die Stadtregierung lässt genau diese Gruppe an Menschen aus, Menschen, die überreich sind, die einfach große Vermögen angehäuft haben. (GR Jörg Neumayer, MA: Sie hätten das in der Bundesregierung machen können!) Die Vermögensungleichheit steigt weltweit seit Jahrzehnten (GR Jörg Neumayer, MA Wie lange waren Sie in der Bundesregierung?) und Österreich ist ganz vorne dabei. Wir haben mittlerweile in Österreich 400 Ultrareiche mit mehr als 100 Millionen Privatvermögen, 50 MilliardärInnen mit einem Gesamtvermögen von 210 Milliarden. Und Österreich hat laut der EZB die höchste Vermögensungleichheit im Euroraum. (GR Jörg Neumayer MA: Wie lange waren Sie in der Bundesregierung?) Um das ein bisschen bildhafter darzustellen: Eine einzige Familie in Österreich hat mehr Geld als die gesamte ärmere Hälfte der Bevölkerung, eine Familie hat mehr Geld als 4,5 Millionen ÖsterreicherInnen. (Zwischenrufe von StR Peter Kraus, MSc und GR Mag. Thomas Reindl.) Vorsitzende GRin Dr. Jennifer Kickert (unterbrechend): Einen kurzen Augenblick, Frau Kollegin. Ich würde auch bei der Kollegin Schneckenreither um Zuhören ersuchen. Es wird gerade ein bisschen laut. Offensichtlich muss in der Bank über das, was die Kollegin Schneckenreither spricht, diskutiert werden. Machen Sie das bitte außerhalb des Gemeinderatsaales, falls Sie nicht zuhören können. Sehr geehrte Frau Kollegin, Sie dürfen jetzt bitte weiterreden, und ich hoffe, das Auditorium hört tatsächlich zu. GRin Theresa Schneckenreither, MSc (fortsetzend): Herzlichen Dank. Ja, warum ist das vor allem auch jetzt relevant? - Historisch hat es sich schon gezeigt, in Konsolidierungsphasen war es bis jetzt immer so, dass die Armen ärmer geworden sind und die Reichen immer reicher. Und die SPÖ-NEOS- Regierung zeigt genau das jetzt auch vor. Statt die Überreichen ihren fairen Beitrag zahlen zu lassen, wird bei den Ärmsten gekürzt und die Mittelschicht noch weiter belastet. Das ist ein Armutszeugnis, das ist unfair und das ist vor allem fahrlässig, denn damit setzt man nicht nur unseren Sozialstaat aufs Spiel, wir setzen die Unabhängigkeit unserer Medien, unser Klima sowieso und damit vor allem unsere Demokratie aufs Spiel. Dann steht eben nicht mehr das Wohl von uns allen im Mittelpunkt, sondern einzig und allein die Profitmaximierung von wenigen auf Kosten der vielen. Oder wie Manuel E. schreibt: "So wird Armut nicht bekämpft, sondern nur verschärft, mit Ansage". Also es gibt Alternativen, vor allem auch demokratiepolitisch wahnsinnig wichtige Alternativen - und zwar müssen Vermögende und Überreiche ihren fairen Beitrag zur Konsolidierung und vor allem auch zu unserer Gesellschaft leisten. (Beifall bei den GRÜNEN.) Und ja, wir haben es schon paarmal diskutiert, es ist auch in Wien möglich, die Stadtregierung lässt so wirklich wichtige Chancen liegen. Beispiel Leerstandsabgabe: Menschen, die es sich leisten können, eine Wohnung zu besitzen und diese dann leer stehen lassen, müssen einen fairen Beitrag zahlen. Freizeitwohnsitzabgabe - genau das Gleiche. Widmungsabgabe - Menschen, deren Grundstück durch eine Umwidmung plötzlich um ein Vielfaches mehr wert ist, müssen einen fairen Beitrag leisten. (Beifall bei den GRÜNEN.) Und natürlich braucht es auch die großen Hebel auf der Bundesebene, damit Vermögende und Überreiche ihren fairen Beitrag leisten. Die Grundsteuerreform haben wir heute schon von der Frau Stadträtin gehört. Aber vor allem braucht es natürlich auch die Einführung und Erhöhung von vermögensbezogenen Steuern, wie die Einführung von Steuern auf Millionenerbschaften und vor allem auch progressive Kapitalertragssteuern. Das wären wirklich die großen Hebel für mehr Fairness, und es würde vor allem auch die Budgetsituation in Wien verbessern. (Beifall bei den GRÜNEN.) Ich bin wirklich davon überzeugt, dass sich da jetzt in Österreich gerade ein Fenster auftut. Nicht nur Wien, auch der Bund, andere Bundesländer und vor allem die Gemeinden haben eine schwierige budgetäre Situation. Überall wird bei den Ärmsten gespart und die Mittelschicht nur mehr belastet. Da gibt's jetzt definitiv ein Fenster für Veränderung. Wenn die Krise dann einmal bewältigt ist, dann kann man auch die Menschen, die arbeiten, endlich für ihre Leistung fair bezahlen. Also liebe SPÖ, lieber Herr Bürgermeister, hört auf zu jammern, dass euer Handeln alternativlos ist, dass eure Kürzungen alternativlos sind. Hört auf, euch dauernd auf die Vergangenheit rauszureden, und hört vor allem auf zu hoffen, dass ein Wunder passiert, das wird nämlich nicht vom Himmel fallen. Denn entweder die Vermögenden zahlen einen fairen Beitrag oder unser Gesundheitssystem, unser Pflegesystem, unser Bildungssystem und unsere soziale Sicherheit sind nicht mehr finanzierbar. (Beifall bei den GRÜNEN.) Jetzt komme ich noch kurz zu einem anderen Thema. Gleichzeitig muss natürlich auch das Versickern von Steuergeldern aufhören, das Versickern in Beton, Eigenwerbung und schlecht gemachten Großprojekten. Laut Stadtrechnungshof gibt die Stadt Wien für Eigenmedien, wo auch "Mein Wien" dazugehört rund 16 Millionen im Jahr aus, 17,8 Millionen zahlt Wien für das gescheiterte Ausflugslokal am Cobenzl, über 200 Millionen zahlt die Stadt für die private Eventarena Sankt Marx, 40 Millionen soll ein Mistplatz kosten, der in Niederösterreich in vergleichbarer Größe nur ein Zehntel kostet, 16 Millionen hat der FSW bei der Entwicklung eines IT-Programms versenkt. Letzte Woche ist noch bekannt geworden, dass allein der Vergleich mit einem Investor zum Fernbusterminal 9,5 Millionen EUR gekostet hat. Den zweiten Geschäftsführer der Wirtschaftsagentur erwähne ich jetzt gar nicht. Wie lang soll diese Liste noch werden? Und jetzt ein kurzer Exkurs zu einem weiteren Lieblingsthema von mir: die Bezirke. Wir haben es heute schon ein paarmal gehört, die Bezirke leisten einfach eine wahnsinnig wichtige Arbeit: Barrierefreiheit, Klimaschutz, Klimawandel, Politik nahe bei den Menschen und so weiter und so fort. Für diese Aufgaben waren die Bezirke schon in den letzten Jahren komplett unterfinanziert und die Kürzung der Mittel beziehungsweise das Streichen der Förderung für das Budget 2026 wird die Lage noch verschärfen. Was mich dann ganz besonders ärgert, ist, wenn ich im Voranschlag 2026 dann folgenden Satz lese: "So stehen etwa den Bezirken trotz Einfrieren von Bezirksmittel mehr Mittel als im Voranschlag 2025 zur Verfügung." - Echt jetzt? Das ist eine Verhöhnung von allen Menschen, die sich im Bezirk engagieren. Sie müssen es eigentlich besser wissen, nachdem Sie ja schon länger im Haus sind, dass dieser Voranschlag 2025 Ende 2023 beschlossen wurde und der Ansatz für die Bezirksmittel noch vor Start des Jahres 2025 an die neue Bezirksmittelverordnung angepasst worden ist. Somit ist es einfach nur zynisch und unfair denen gegenüber, die sich da engagieren. Zum Schluss noch ein Satz zu den Stellungnahmen: 1 300 Stellungnahmen wurden abgegeben, 1 300 Menschen haben da Beschwerde eingelegt. Nur als Vergleich und zum Abschluss: Wie viele waren es beim letzten Voranschlag zum Doppelbudget? - Null, keine einzige Stellungnahme wurde zum letzten Budgetvoranschlag eingereicht. Nur einmal, um die Dramatik von dieser Zahl an Stellungnahmen darzulegen. Deswegen zum Schluss noch die Frage an den Herrn Bürgermeister: Warum wird der Voranschlag trotzdem unverändert zum Beschluss vorgelegt? Warum werden diese Menschen ignoriert? - Vielen Dank. (Beifall bei den GRÜNEN.) Vorsitzende GRin Dr. Jennifer Kickert: Tatsächliche Redezeit war 16 Minuten. Als Nächster ist GR Guggenbichler zu Wort gemeldet, selbst gewählte Redezeit sind zehn Minuten. - Sie sind am Wort. GR Ing. Udo Guggenbichler, MSc (FPÖ): Sehr geehrte Frau Vorsitzende, sehr geehrte Frau Stadträtin! (Zwischenruf von GR Mag. Josef Taucher.) Der Joe Taucher ist schon nervös, bevor ich zum Reden angefangen habe, weil du wahrscheinlich weißt, dass wir über die Hunde reden werden, wo ihr einfach in einer unsäglichen Art und Weise, nicht sozial ausgeglichen die Hundesteuer erhöht und behauptet habt, ihr habt es seit Jahrzehnten nicht gemacht. Dabei ist die letzte Steuererhöhung 2012 passiert, um 70 Prozent. (GR Mag. Thomas Reindl: Das ist über zehn Jahre her!) Und der Toni Mahdalik hat es dir eh gesagt: So sind die Donaustädter nicht. Nein, man verhöhnt keine alten Menschen, die sich am Ende des Tages das Heizen nicht mehr leisten können, damit sie ihr Lieblingstier, den Hund, nicht aufgeben müssen (Beifall bei der FPÖ), weil sie einfach die Hundesteuer bei jenen erhöhen. Ich wurde gestern gefragt: Was hätte man tun können? - Man hätte viel tun können, man hätte sozial staffeln können. Und es gibt sicher einige Leute, die können sich das auch leisten, aber nichts haben Sie getan. Sie sagen selber, Sie sind eine sozialdemokratische Partei. Und das S in SPÖ ist nicht für sozialdemokratisch, das ist wahrscheinlich für "Sauerei" und "Sinnlos" zu betrachten. Aber das, was Sie hier am Ende des Tages mit den alten Leuten machen, und nicht einmal auf die Idee kommen, dass Sie einem Mindestpensionisten sagen können, bei denen setzen wir die Pension aus! Und da habt ihr ja nicht angefangen, ihr habt es ja auch bei den Behinderten gemacht, wo ihr gesagt habt, ihr streicht ihnen die Freifahrt. Wenn wir nicht hier aufgeschrien hätten, wäre das heute noch so. Das ist die Leistung der FPÖ und unserer Kampagnisierung (Beifall bei der FPÖ), dass Hörbehinderte und Blinde jetzt noch eine Vergünstigung bei den Wiener Linien haben. Ihr hättet es einfach beinhart durchgezogen. Und wenn ihr es nicht absichtlich gemacht hättet, wäre es einfach eure Ignoranz gewesen. Das ist gleich schändlich, wenn ihr nicht einmal merkt, dass ihr eine eingeschränkte Gruppe in dieser Art und Weise beschränkt, Herr Kollege. (Zwischenruf bei den NEOS: Das ist falsch!) - Das ist nicht falsch, es ist im Entwurf gestanden und Sie haben es dann korrigiert, nachdem wir es öffentlich gemacht haben. (GR Mag. Josef Taucher: Es ist immer sozial!) - Ja, aber ihr habt es dort hineingeschrieben. Das ist keine soziale Kompetenz, wenn man den Ärmsten der Armen, die, die sich im Leben eh schon schwertun, die entweder nichts hören oder nichts sehen, die Gebühren erhöht. Entschuldigung, das ist einer Sozialdemokratie unwürdig. (Beifall bei der FPÖ. - GR Mag. Josef Taucher: Schau auf deine eigene Partei!) - Ich schau auf unsere eigene Partei ganz gut, und ich muss sagen, wir haben eine relativ schöne und tolle Entwicklung in unserer Partei. Weil wir eines tun, weil wir nämlich nach der Wahl das sagen, was wir vorher sagen, und deswegen haben die Bürger bei uns von Monat zu Monat mehr Vertrauen. Schaut euch die letzten Umfragen an. Es sind 38 Prozent, das ist mehr als SPÖ und ÖVP gemeinsam haben, liebe Freunde von der Sozialdemokratie. (Beifall bei der FPÖ.) Und weil die Kollegin Kickert vorhin gesagt hat, dass wir der grünen Kollegin nicht genau zugehört haben: Ich habe ihr genau zugehört. Ich habe mich in die erste Reihe gesetzt, weil es mich interessiert, was der politische Mitbewerb so sagt. Aber was hat sie am Schluss gesagt? - Sie hat Enteignungsfantasien gehabt. Sie hat von so viel Reichen geredet. Ihr wart fünf Jahre in der Regierung, sogar fünfeinhalb, weil die ÖVP noch einen Koalitionspoker gemacht hat. Wen von diesen Reichen, denen mehr als die Hälfte oder 80 Prozent gehören - ich weiß das nicht genau, was ihr in euren Sitzkreisen besprecht -, habt ihr in diesen fünfeinhalb Jahren beschnitten? - Ihr wart bis April in diesem Jahr in der Regierung, mehr als eine gesamte Legislaturperiode. Das war die längste Legislaturperiode in der Zweiten Republik, weil da noch keiner über fünf Jahre regiert hat. Also, liebe GRÜNE, besprecht das bitte in eurem Sitzkreis, wo ihr selber versagt habt. Ihr kommt da raus und sagt, die sind alle so reich, denen gehört so viel. Was habt ihr getan? - Eine einzige Maßnahme der GRÜNEN in den letzten fünf Jahren, wo ihr die beschnitten habt, über die ihr euch jetzt da aufregt, würde mich wirklich interessieren. (Beifall bei der FPÖ.) - Es gibt eh noch zwei grüne Redner, denn fünf Jahre sind ja nicht wenig Zeit. Dann haben Sie weitergeredet über Leerstandsabgaben. Und dann habe ich noch gehört: Abgabe, Abgabe, Abgabe, Steuer, Steuer, Steuer. Das waren Ihre letzten drei Minuten. Also das ist Ihre Finanzpolitik, das ist Ihre soziale Politik, da wollen Sie's irgendwo holen, aber wenn Sie selbst in der Kompetenz sind - und die Stadt Wien ist ja eigentlich gar nicht so in der Kompetenz, Steuern zu erlassen. Noch einmal, ich erinnere Sie, fünfeinhalb Jahre Bundesregierung, dort haben Sie eine Mehrheit gehabt, haben Gesetze beschließen, Steuern erlassen können. Sie haben es eh gemacht. Aber Sie haben es dort auch nicht bei denen gemacht, wo Sie sich heute beschweren. Sie haben das Füllhorn für irgendwelche Klimaprojekte ausgeschüttet, die Sie nicht gegenfinanziert haben, mit dem, was Sie jetzt behaupten, dass die anderen einfach zu viel haben. Also, liebe Freunde von den GRÜNEN, Sie haben einmal fünf Jahre die Chance gehabt, all jene Ideen, die Sie hatten, zu verwirklichen, im finanzpolitischen Teil, in dem Teil, wo es darum geht, wer Eigentum haben darf und wer es nicht haben darf. Ich finde es sehr eigentümlich, dass man das überhaupt anspricht, denn Eigentum ist aus meiner Sicht Eigentum. Da sollte man nicht darüber diskutieren, wer es haben darf. Aber ihr habt einfach versagt und deswegen ist jegliche Wortmeldung in Zukunft zu diesem Thema eigentlich sinnlos. Macht es bitte in euren verkifften Arbeitskreise. (Beifall bei der FPÖ. - GR Jörg Neumayer, MA: Geh bitte!) - Ziehe verkifft zurück. Vorsitzende GRin Dr. Jennifer Kickert (unterbrechend): Der Ordnungsruf kommt dann am Schluss. (GR Markus Ornig, MBA: Kriegst dann einen Kombi-Ordnungsruf!) GR Ing. Udo Guggenbichler, MSc (fortsetzend): Die Kollegin Novak hat am Ende des Tages über den Wiener Weg gesprochen. Ja, wir haben den Wiener Weg kennengelernt: strukturelles Defizit, strukturelles Minus. Als ich in den Gemeinderat gekommen bin, haben wir 4 Milliarden Schulden gehabt, mittlerweile sind wir über 15 und in fünf Jahren sind wir bei über 30. Das ist der Wiener Weg. Woher kommt der Wiener Weg, worauf ist er begründet? - Durch ein strukturelles Defizit, durch Stecken von Geldern in sozialdemokratische Vorfelder, in soziale Organisationen. Ja, reden wir einmal über eine Organisation, die ich sehr gut finde, wie den waff. Eine sehr gute Organisation. Sie haben das AMS, Sie haben den waff in Parallelstruktur und haben trotzdem die höchsten Arbeitslosenzahlen in Wien. Darüber können wir reden. Und dort sage ich Ihnen auch, wo man sparen kann, dazu wird es heute noch einen Antrag geben: 50 Prozent der Gelder vom waff gehen in Förderungen von nicht österreichischen Staatsbürgern, sehr geehrte Damen und Herren. Und das werden wir uns auch einmal genau anschauen müssen. Wir haben jetzt auch natürlich einen neuen Antrag beim waff gehabt, der vielleicht auch nicht besonders gescheit ist, muss ich sagen. Wen sollte man fördern im Arbeitsmarkt? - Wir sollten Menschen fördern, die im Arbeitsmarkt stehen, damit sie im Job nicht rausfliegen können, damit sie in der Arbeit bleiben. (GR Jörg Neumayer, MA: Sie haben schon mitgekriegt, dass wir Arbeitskräfte brauchen? Die momentane Wirtschaftslage ist Ihnen bekannt?) - Hören Sie mir bitte zu, Herr Kollege, ich weiß schon, dass Sie das aufregt, dass Ihnen das weh tut. - Und jetzt haben wir Förderungen für Pensionsberechtigte. Ich muss ganz ehrlich sagen, ich habe mit vielen Pensionsberechtigten geredet. Wann arbeiten die weiter? - Wenn sie in einer Firma sind, wenn sie einen Job haben, wenn sie vom Unternehmen gebraucht werden. Und da brauche ich keine zusätzliche Förderung. Das muss ich in junge Menschen stecken, das muss ich in die nächsten Generationen stecken. Und auch hier sind Sie falsch gewickelt, leider Gottes. Also, Beweis genug: die höchste Arbeitslosigkeit in ganz Österreich in Wien trotz Doppelstruktur. (Beifall bei der FPÖ.) Ist so. 40 Prozent der Insolvenzen in ganz Österreich gibt es in Wien, eine Steigerung von 23 auf 24 Prozent. (GR Jörg Neumayer, MA: Wir haben die meisten Neugründungen. Du kennst die Zahlen!) 20 Prozent der Bevölkerung von Österreich sind in Wien, aber Sie haben 40 Prozent der Insolvenzen. Also auch hier ist Ihre Wirtschaftspolitik nicht besonders gut. Darf ich Ihnen was rein Finanzpolitisches sagen: Ihr habt im April beschlossen (GR Jörg Neumayer, MA: Du kennst die Zahlen!) - Sie regen sich sehr auf darüber, aber die Wahrheit tut schlicht und ergreifend weh. Ich weiß schon, dass die Wahrheit weh tut und dass man sich als Landessekretär das dann auch gar nicht mehr anhören will, welche fehlgeleitete Politik Sie morgen wahrscheinlich vor den Journalisten vertreten müssen. Ich verstehe Ihre Sorgen. (GR Jörg Neumayer, MA: Du kennst die Zahlen!) Ist auch ein Grund, warum viele Stadträte nicht da sind. Der Joe Taucher hat gesagt: Schämen Sie sich! Wahrscheinlich schämen Sie sich auch gerade, weil Sie das hören müssen, weil es ja Ihre Politik ist, die Sie hier von mir dargebracht bekommen. (Beifall bei der FPÖ.) Ein wichtiges Thema worüber wir reden sollten: Die Stadt Wien hat sich ja irrsinnig abgefeiert mit dem Klimagesetz, EU-weites Goldplating. Wir haben es, glaube ich, heuer im April beschlossen, weil es gemeinsam mit den NEOS noch in der letzten Legislaturperiode ausgemacht war, haben wir es noch schnell vor der Wahl durchgezogen, damit Sie im Regierungsplan ein Hakerl machen können. Vollkommen undurchdacht. Und ich kann mich erinnern, als der Klimafahrplan vor fünf Jahren hier beschlossen worden ist, habe ich Ihnen damals 20 oder 50 Fragen gestellt: Wie finanziert ihr das? - Und diesmal habe ich nur zwei Fragen gestellt, eine Frage an die Stadträtin für Finanzen und eine Frage an den Stadtrat für Klima. Denn man muss ja am Ende des Tages davon ausgehen, dass, wenn ich etwas beschließe, weiß, was es kostet, und schon gar in einer Situation, wo ich weiß, dass sich meine Schulden in den nächsten fünf Jahren verdoppeln. Also, von beiden habe ich keine Antwort bekommen. EU-weit haben wir eine CO2-Neutralität 2050, in Wien haben wir uns verpflichtet, das 2040 zu machen, auf Kosten der Bürger, die das am Ende zahlen müssen. Wer zahlt es? - Jeder Wohnungsbesitzer zahlt. Wir zahlen es mit den Energiekosten, denn ich zahle es mit vielen Gebühren am Ende des Tages, aber Sie sind nicht bereit, hier ehrlich zu sein. Und ich glaube, es ist ja technisch nicht einmal möglich, was Sie hier wollen. Es ist einfach schlicht und ergreifend ein teures Hirngespinst, was hier betrieben wird. (Beifall bei der FPÖ.) Um es abzukürzen: Man kann auch noch über die Bezirke reden, 17 Millionen Einsparung in die zukünftige Struktur. Kollegin Nittmann hat es ja vorhin gesagt, bei den Wiener Linien wird gespart, bei den Pflichtschulen wird gespart, bei den Kindergärten wird gespart und bei den Bädern wird gespart, nur um einige plakative Punkte rauszunehmen. Dafür wird erhöht bei den Öffi-Tarifen, Ortstaxe, Wien Kanal, Sportförderungen, Essen im Kindergarten wird teurer, auf der anderen Seite sparen wir dort. Fernwärmepreise: Man darf nie vergessen, der Preisregulator Ludwig, der heute leider nicht da ist, hätte mit einer Unterschrift jeden Wiener entlasten können, der an die Fernwärme angeschlossen ist. Und was hat er getan? - Er hat ihn vor zwei Jahren um 98 Prozent erhöht, er hat ihn doppelt belastet. Also der Preisregulator Ludwig hat hier nicht viel getan für das soziale Umfeld in Wien. Über die Parkometerabgabe will ich gar nicht diskutieren, Büchereien, Hundeabgabe - lieber Joe Taucher, wirklich schändlich, was ihr mit den armen Pensionisten hier macht, ich finde das nicht in Ordnung. Und über die Tourismusgeschichte haben wir schon einmal geredet, einfach standortfeindlich. Ich muss Ihnen ehrlich sagen, Sie werden es auch schaffen, die letzte Branche, die wir in Wien haben, die noch super floriert, kaputt zu machen. - Nein, wir werden diesem Budget nicht zustimmen. (Beifall bei der FPÖ.) Vorsitzende GRin Dr. Jennifer Kickert: Tatsächliche Redezeit war jetzt zwölf Minuten. Kollege Guggenbichler, ich erteile Ihnen einen Ordnungsruf für den Vergleich SPÖ steht für "Sauerei" und für die Unterstellung der verkifften Arbeitskreise. Als Nächster ist GR Reindl zu Wort gemeldet. Selbst gewählte Redezeit sind fünf Minuten. Sie sind eingestellt. GR Mag. Thomas Reindl (SPÖ): Ja, ich habe es nicht gewählt, Frau Vorsitzende, das war meine Fraktion. Frau Vorsitzende, sehr geehrte Frau Stadträtin! Man sieht recht trefflich, über Geld lässt sich streiten und sehr gut streiten. Das, was mir ein bisschen weh tut, ist, dass ich glaube, dass bei manchen die Argumentation noch ein bisschen nachgeschärft werden sollte und müsste, weil es einfach halt schon richtig ist, dass wir von 20 Milliarden 12 Milliarden für Soziales, Gesundheit, Schulen und Kindergarten ausgeben. Also wer immer der Meinung ist, hier wird kaputtgespart, hier wird auf dem Rücken der Bevölkerung Massensparen gemacht, dann weiß ich nicht, was die 12 Milliarden darstellen sollen. Das ist halt einfach die Realität. Natürlich - und das macht niemandem Spaß - ist halt da oder dort eine Ausgabe, die auch in diesen 12 Milliarden budgetiert ist, die vielleicht nicht mehr in dieser Art und Weise stattfinden kann, wie es in der Vergangenheit war. Das ist keine einfache und keine lustige Übung. Wir wissen natürlich, dass jeder Euro, der nicht weitergeht in eine Einrichtung, in eine Institution, auch gewissen Auswirkungen hat. Aber wir haben eben versucht, das mit Augenmaß und Ziel zu machen, um den sozialen Status unserer Stadt, das soziale Wien, und ja, auch das Rote Wien so zu halten, wie es ist, nämlich Nummer 1 in Österreich, Nummer 1 in Europa. Und das ist unser Weg, meine Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ sowie von GR Mag. Lukas Burian und GR Thomas Weber.) Unser Budget ist, auch wenn wir einen Abgang haben, achtsam erstellt worden, ist mit sozialen Aspekten erstellt worden, und es ist auch ausgewogen erstellt, es hat jede Geschäftsgruppe ihren Beitrag leisten müssen. Auch das ist sehr wichtig, dass man nicht einfach in einem Bereich mit dem Kamm drüber schert, sondern dass man gemeinsam diese Übung stemmt. Und eines sage ich auch, ich bin der Frau Stadträtin und auch dem Herrn Bürgermeister sehr dankbar, dass die Vorgaben des Bundes, so wie sie nämlich am Beginn des Jahres waren, dass wir maximal 1 Milliarde oder 1,5 Milliarden EUR Neuverschuldung machen dürfen, nun gelungen ist, in langwierigen Verhandlungen, auch auf diesem Niveau, auf das wir uns jetzt eingependelt haben, zu landen. Und ich will Sie fragen: Was, glauben Sie, worüber wir heute reden würden, wenn wir den vom Bund vorgeschlagenen Weg auf eine 1,5 Milliarden Neuverschuldung für nächstes Jahr eingeschlagen hätten? Da hätte ich gerne Ihre Kritik gehört, da hätten wir aber wahrscheinlich auch in unserer Partei massive Kritik gehabt. Also, ich bin der Frau Stadträtin wirklich dankbar, dass sie diese harte Schlacht mit dem Bund, auch wenn das ein SPÖ-Finanzminister ist, geführt hat und hier auch Wien absichert. Das ist sehr wichtig. (Beifall bei der SPÖ und von GR Dipl.-Ing. Dr. Stefan Gara.) Und kurz, damit es nicht heißt, ich bashe jetzt schon wieder die GRÜNEN und ÖVP und auch die FPÖ, aber eines möchte ich schon sagen: Die Koste-es-was-es-wolle-Politik ... (StR Peter Kraus, MSc: Das war die ÖVP!) - Nein, das waren ÖVP und GRÜNE gemeinsam, da könnt ihr keine Kindesweglegung machen. Und es würde euch auch gut anstehen, zu dem zu stehen, was passiert ist. Das Schlimme ist ja jetzt nicht, dass Gestaltung passiert ist, das Schlimme ist, dass die Gestaltung dazu geführt hat, dass jegliche Spielräume in der Finanzpolitik, auf Bundesebene, auf Länderebene und auf Gemeindeebene ausradiert wurden. Dieser Spielraum ist einfach nicht da und wir befinden uns in einer Einsparungsdiskussion quer durch ganz Österreich, die zum Teil gravierende und massive Folgen hat. Es ist heute eh schon gesagt worden, die Hälfte der Gemeinden sind Abgangsgemeinden. Was heißt das? - Da werden Hallenbäder zugesperrt, da werden Kindergartenöffnungszeiten verkürzt oder überhaupt der Kindergarten zugesperrt. Das ist die Politik. Wiener Neustadt muss, um überhaupt seine Leistungen aufrecht zu erhalten, die Gemeindewohnungen verkaufen. Ich beneide die Kollegen nicht, die das dort entscheiden müssen. Das ist nicht lustig, Gemeindewohnungen dem privaten Markt zuzuführen. Was mich auch stört, das möchte ich auch sagen, ist die neoliberale Maastricht-Diskussion. Kollege Taborsky, du hast ja gemeint, wir setzen uns deswegen ein, dass unsere Investitionen in die Infrastruktur, in den öffentlichen Verkehr, in Schulen, in Kindergärten oder auch in ein Krankenhaus eben Maastricht-neutral behandelt werden, aber nicht, weil wir es in unserem Budget verstecken wollen. Natürlich stehen die mit dem Betrag, was es kostet, in unserem Budget, und das müssen wir auch schultern, das müssen wir auch tragen und das müssen wir auch letztlich zahlen. Aber es geht darum, dass Österreich und auch die Stadt Wien keine Strafzahlungen bekommen, weil wir halt in die soziale Infrastruktur investieren. Um das geht es, und das verstehe ich. Ich verstehe, dass die EU die Aufrüstungsausgaben, die Kriegsdividende sozusagen, nicht mehr darstellen kann und daher muss ja Europa jetzt in Aufrüstung investieren. Dass das aus Maastricht ausgenommen wird, genau nämlich aus dem Grund, das verstehe ich. Aber es würde auch gut anstehen, dass man diese sozialen Infrastrukturdinge, genau definiert, auch rausnimmt. Und da geht es nicht darum, Schulden zu verstecken, sondern da geht es einfach - um bei dem Beispiel mit dem Auto zu bleiben - darum, dass ich zum Beispiel als Bürge komme und dir für den Kredit bürge. Und so etwa in der Art, ohne dass Maastricht jetzt eine Bürgschaft ist, würde ich das auch sehen. Ich möchte noch kurz auf ein Thema kommen, weil heute auch sehr viele Bundesthemen gekommen sind. Ich habe gehört, wir sollen hier im Gemeinderat eine Vermögenssteuer einführen. Also ich werde meine Fraktion bitten, einen entsprechenden Antrag zu stellen, ich schlage vor, 15 Prozent für alle über 5 Millionen-Einkommen im Jahr. Ich hoffe, die GRÜNEN gehen dabei mit. Also Entschuldigung, die Kompetenz haben wir nicht, das wisst ihr auch! Und ich finde es wirklich schade, dass die Finanzsprecherin der GRÜNEN hier die Hälfte ihrer Rede über Vermögenssteuer spricht. Diese Rede ist im Parlament gut aufgehoben, aber dafür sind wir nicht zuständig. Genauso ist es auch mit der Arbeitsmarktpolitik. Arbeitsmarktpolitik ist Bundessache. Entschuldigung, dass wir mit dem waff gemeinsam mit dem AMS Wien (Zwischenrufe bei den GRÜNEN.) in Abstimmung bestimmte Programme machen, nämlich dort, wo die Lehrlingsausbildung versagt, weil die Firmen leider keine Lehrlinge ausbilden, oder wo wir sehen, dass wir in der Pflege viele Pflegekräfte brauchen und wir hier ein Programm starten, gemeinsam mit der Fachhochschule über das waff und auch mit dem AMS, partnerschaftlich. Das ist gut und ist wichtig. Es ist aber zusätzliches Geld, das wir in die Hand nehmen. Man könnte schon auch fragen, warum zahlt das nicht das AMS, aber wir bekennen uns dazu und werden diesen Weg auch weitertragen. Aber die Arbeitsmarktpolitik in Österreich ist einerseits Bundessache, und wir tragen unseren Beitrag dazu bei. Und wenn auch gesagt wird, das Wirtschaftswachstum 2024 ist wegen dem Corona-Nachzug, wegen Investitionen in Corona und deswegen hat Wien ein positives Wirtschaftswachstum gehabt. Okay, ich akzeptiere das Argument, lieber Kollege Taborsky. Aber dann frage ich mich, warum alle anderen Bundesländer beim Wirtschaftswachstum negativ waren. Also irgendwie muss das Argument da ein bisschen nachgeschärft werden, das ist noch nicht ganz nachvollziehbar. Und zum Schluss zu den GRÜNEN: Der Herr Klubobmann hat eigentlich eine Lanze dafür gebrochen, dass wir in der Stadt den Keynesianismus weiterbetreiben sollen. Von der Frau Finanzsprecherin wird uns vorgeworfen, dass wir so viele Schulden machen. Bitte diskutiert das intern, Keynesianismus bedeutet, in der schlechten Zeit mache ich viele Schulden, in der guten Zeit zahle ich es zurück. Ich hoffe, dass nächstes Jahr bessere Zeiten beginnen, dass wir positives Wirtschaftswachstum haben, das wird für unser Budget, für die Bevölkerung und für unser Land gut sein. - Bitte um Zustimmung für unser Budget morgen am Abend. Danke. (Beifall bei SPÖ und NEOS.) Vorsitzende GRin Dr. Jennifer Kickert: Tatsächliche Redezeit war jetzt zehn Minuten, schauen wir einmal, wie es sich dann am Ende der Diskussion für die Wortmeldungen ausgeht. Als Nächste ist GRin Keri zu Wort gemeldet, selbst gewählte Redezeit sind zehn Minuten, die ich hiermit einstelle. - Sie sind am Wort. GRin Sabine Keri (ÖVP): Sehr geehrte Frau Vorsitzende, sehr geehrte Frau Stadträtin, werte Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrte Damen und Herren! Wir haben jetzt gerade vom Kollegen Reindl und auch von Vorrednern relativ viel über den Stabilitätspakt gehört, und ich möchte da jetzt auch noch einmal ein bisschen darauf eingehen. Der Stabilitätspakt ist das Fundament eines jeden Budgets. Es war so, dass im November der Bund auf die Länder zugegangen ist, um einen neuen Stabilitätspakt zu verhandeln. Man hat sich geeinigt, alle Länder tragen diesen Stabilitätspakt mit. Alle Länder haben unterschrieben, auch die Stadträtin - und zwar ging es um eine Höchstneuverschuldung von 1,3 Milliarden EUR, nicht 1 Milliarde, nicht 1,5, es sind 1,3 Milliarden EUR. Es war schon ein Entgegenkommen des Bundes, denn der Bund hat gesagt, wir machen weniger Schulden, und die Länder dürfen dafür mehr Schulden machen. Jetzt haben wir aber im Budgetvoranschlag die doppelte Neuverschuldung, das heißt, im gleichen Atemzug, wo die Stadt Wien sagt, wir akzeptieren die 1,3-Milliarden-Grenze, haben wir einen Budgetvoranschlag von 2,6 Milliarden. Das ist so, als würde eine Familie eine Wohnung kaufen, einen Kredit von 500 000 aufnehmen, und dann ist es ihnen aber wurscht, denn sie machen 1 Million Schulden. Das geht nicht. Eine Bank würde nie sagen: Passt schon, braucht's ein bissel mehr, gar kein Problem, macht 1 Million, macht das Doppelte, gar kein Problem! Und das ist das, was mir extrem fehlt. Ich sehe bis jetzt keinen einzigen Versuch, keine einzige Zahl, keinen einzigen Inhalt, wie man diese Lücke zwischen den 1,3, die man vereinbart hat, wo man einen Pakt gemacht hat, zu den 2,6 schließt. Und das würde mich schon sehr interessieren, wie die Stadt Wien das verantworten kann, hier sagen kann, wir machen das. Denn, ganz ehrlich, ich hoffe, dass Sie sich nicht auf die anderen Bundesländer verlassen, dass die wenigen Schulden machen als vereinbart. (Beifall von GR Harald Zierfuß und GR Lorenz Mayer.) Und der Kollege Ornig hat mich dann vollkommen verwirrt, indem er herausgegangen ist und sagt, er findet den Stabilitätspakt total super. Aber in Wirklichkeit halten sich die NEOS auch nicht daran. Das ist halt schon etwas, wo man sagt, da muss man einmal genauer hinschauen. (Beifall bei der ÖVP.) Drei einfache Fragen beantworten diese Vereinbarung. Wie viel darf ein Bundesland ausgeben? Wie stark dürfen die Ausgaben wachsen? Und wo ist die Grenze, damit Schulden nicht außer Kontrolle geraten? - Und da sind wir mittlerweile außer Kontrolle geraten. (Beifall bei der ÖVP.) Die Schulden gehen ja nicht weg, die werden an die nächste Generation weitergegeben. Das müssen ja die Jungen ausbaden, was Sie sozusagen da gerade in den Sand setzen. Noch einmal, das ist ja nicht irgendein kleiner Rechenfehler, die 2,6 Milliarden EUR sind ja kein Rechenfehler, sind keine kleine Abweichung, das ist das Doppelte von dem vereinbarten Ganzen. Und das ist ein politisches Problem, das wir haben. Da müssen wir genau hinschauen. Und eine doppelt so hohe Verschuldung, die jetzt schon im Raum steht, wo wir im November gerade etwas anderes ausgemacht haben, ist eigentlich ziemlich fahrlässig, ist hart. Aber ganz ehrlich, es ist ziemlich unter der Gürtellinie, und da muss man echt ein bissel Verantwortung übernehmen. (Beifall bei der ÖVP.) Die Wienerinnen und Wiener spüren es nämlich jetzt schon. Die Wienerinnen und Wiener spüren erstens, dass wir weniger Spielraum für Zukunftsinvestitionen haben. Wir haben einen Druck auf die Gebühren und auf die Abgaben, und wir haben keine Sicherheit in Krisenzeiten. Die Bädertarife steigen, haben wir schon gehört, Hundegebühren, Essensbeiträge in den Kindergärten, Wohnbauförderungsbeitrag, Parkgebühren, Öffi-Tarife und vieles mehr. Das sind keine abstrakten Zahlen, sondern das ist ein Griff in die Geldbörse der Menschen. Das machen Sie, und das ist Ihre Antwort. Und das nächste Problem, das wir haben, ist, die Schulden, die wir mittlerweile in der Stadt Wien haben, betragen 281,2 Millionen EUR nur für Zinsen. 281,2 Millionen, die nicht bei den Menschen ankommen, sondern die wir nur als Zinsen zurückzahlen müssen. Und zusätzlich lösen Sie auch noch die Rücklagen auf, und eine Auflösung von Rücklagen ist auch immer ein Warnsignal. Das Interessante ist, seitdem die NEOS mit in der Stadtregierung sind, sind die Rücklagen um die Hälfte halbiert worden. Und das ist so, als würde man die Notgroschen einer Familie verwenden, um laufende Rechnungen zu bezahlen. Das ist wirklich schwierig, denn Rücklagen sind als Sicherheitsnetz in einem Budget. (Beifall bei der ÖVP.) Ich wünsche mir ein bissel mehr Mut, dass man auch schaut, wo man wirklich sparen kann. Wir haben zum Beispiel die Tatsache, dass 70 Prozent der Ausgaben von 56 Magistratsabteilungen sozusagen von fünf Magistratsabteilungen ausgehen. Fünf Magistratsabteilungen geben 70 Prozent des Budgets aller Magistratsabteilungen aus. Und wenn wir über die Verantwortung sprechen, dann müssen wir dorthin schauen, uns das anschauen und einmal schauen, können wir was ändern, sind Einsparungspotenziale da. Da hätten Sie auch unsere Unterstützung, dass wir sagen, schauen wir uns das genau an, denn ein Stabilitätspakt ist ja auch kein Selbstzweck, es ist ein Versprechen an die Bevölkerung, da müssen wir natürlich einen Rundumblick machen. Das, was uns vorliegt, ist ein sehr riskanter Voranschlag, und den tragen wir nicht mit. (Beifall bei der ÖVP.) Ich möchte gerne mit einem Zitat enden, und das möchte ich vorlesen, damit ich nichts falsch sage: "Nur echte Strukturreformen, die nachhaltige Einsparungen bringen, können die Ausgabendynamik dauerhaft bremsen, den Schuldenrucksack den, die Jungen zu tragen haben, leichter machen und wieder Spielraum für Zukunftsinvestitionen und für eine finanzielle Entlastung der Bürgerinnen und Bürger schaffen." - Liebe NEOS, das ist ein Antrag von euren NEOS in Neubau. Vielleicht nehmt ihr euch es zu Herzen. - Danke. (Beifall bei der ÖVP.) Vorsitzende GRin Dr. Jennifer Kickert: Tatsächliche Redezeit war acht Minuten. Der GR Taborsky hat sich zu einer tatsächlichen Berichtigung gemeldet, diese erfolgt jetzt. GR Hannes Taborsky (ÖVP): Der Herr Kollege Reindl, der jetzt leider nicht da ist, hat vorher gesagt, dass die Maastricht-Kriterien aufzuweichen wären, damit weiter Investitionen in Wien möglich sind. Ich habe mir das angeschaut und möchte mit einem Bibelwort antworten: Fürchtet euch nicht vor Maastricht - das kommt nämlich 365 Mal in der Bibel vor. 370 Jahre braucht ihr für die Rückzahlung der Schulden, denn die Investitionsquote in Wien sinkt nach eurem Budget von 2,3 auf 2,1 Milliarden, also sie sinkt auf 9,92 Prozent. Das heißt, ihr könnt locker weiter investieren, das ist nicht der Grund, warum man die Maastricht-Kriterien auflösen müsste. Es wird wohl andere Gründe geben, die dahinterstehen, und die liegen in eurem vollkommen aus der Spur geratenen Budgetdefizit und nicht im Investitionsproblem. - Danke schön. Vorsitzende GRin Dr. Jennifer Kickert: Als Nächste ist GRin In der Maur-Koenne zu Wort gemeldet, zehn Minuten selbst gewählte Redezeit, die jetzt eingestellt sind. - Sie sind am Wort. GRin Dr. Maria In der Maur-Koenne (NEOS): Frau Vorsitzende, sehr geehrte Frau Stadträtin, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrte Zuschauer auf der Galerie und im Livestream! Wir haben es heute, glaube ich, in jeder bisherigen Rede gehört, die Budgetsituation ist sehr herausfordernd. Wir stehen vor der Aufgabe, in nahezu allen Bereichen zu sparen. Gerade deshalb ist es entscheidend, wo wir sparen und wie wir sparen. Wenn wir von den Wienerinnen und Wienern, von Organisationen und von Betrieben Ausgabenkürzungen und Gebührenerhöhungen verlangen, dann müssen wir als Politik da auch mit gutem Beispiel vorangehen. Die Stadt muss auch bei sich selbst sparen, nicht symbolisch, sondern verantwortungsvoll, nicht kurzfristig, sondern nachhaltig. Ein zentraler Bereich, bei dem wir genau das tun, ist die Stadtkommunikation, genauer gesagt und konkret der Rahmenkommunikationsplan. Der Rahmenkommunikationsplan 2026 sieht eine Reduktion der Ausgaben um rund ein Drittel auf 14,4 Millionen EUR brutto vor. Das ist ein starkes Signal, ein Signal, dass die Stadt Wien auch dort spart, wo es um ihre Eigenkommunikation geht, und ein klares Bekenntnis dazu, dass Budgetsanierung nicht nur gefordert, sondern auch umgesetzt wird. (StRin Mag. Ulrike Nittmann: Das Budget für den PID steigt!) - Na ja, ich glaube, im Rahmenkommunikationsplan ist eine große Rede davon. (StRin Mag. Ulrike Nittmann: Offiziell um 2 Millionen!) - Na ja, Sie haben einen Punkt, was den ESC betrifft, aber der Rahmenkommunikationsplan wird definitiv um ein Drittel gekürzt. (Beifall bei NEOS und SPÖ.) Der Rahmenkommunikationsplan 2024 und 2025 war um ein Drittel mehr. Sehr geehrte Damen und Herren, aber auch in Zeiten knapper Budgets ist es selbstverständlich, dass Investitionen in Bildung, in Aus- und Fortbildung wichtig und notwendig sind, gerade auch am Arbeitsmarkt, wenn es um die Qualifikation, um den beruflichen Einstieg oder auch Wiedereinstieg von jungen Menschen und Frauen geht. Alles andere wäre zukunftsvergessen und langfristig sehr teuer, denn eines ist klar, gute Arbeit entsteht heute nicht mehr alleine durch einen einmal erlernten Beruf. Arbeitsmärkte verändern sich rasant, Digitalisierung, ökologische Transformation und demografischer Wandel stellen neuen Anforderungen. Wer dauerhaft gute Chancen am Arbeitsmarkt haben will, braucht Möglichkeit zum lebenslangem Lernen und Weiterbildung. (Beifall bei den NEOS.) Und genau hier setzt der waff an. Der waff steht für einen arbeitsmarktpolitischen Zugang, der Qualifikation, soziale Absicherung und Zukunftsperspektiven zusammendenkt. Er ermöglicht Weiterbildung, nicht nur für jene, die ohnehin gute Chancen haben, sondern auch für jene, die die Unterstützung brauchen. Besonders wichtig sind dabei zwei Stiftungen, nämlich die Frauenarbeitsstiftung und die Jugendstiftung. Die Frauenarbeitsstiftung leistet einen zentralen Beitrag zur Chancengerechtigkeit am Arbeitsmarkt. Frauen sind nach wie vor überdurchschnittlich von Teilzeit, niedriger Entlohnung und unterbrochenen Erwerbsbiografien betroffen, oft auf Grund von Care-Arbeit. Die Frauenarbeitsstiftung setzt genau hier an, sie ermöglicht Frauen den beruflichen Wiedereinstieg, den Umstieg in zukunftsfähige Branchen und das Nachholen von Qualifikationen. Bildung wird dabei nicht abstrakt gedacht, sondern praxisnahe, arbeitsmarktorientiert und individuell begleitet. Das ist nicht nur Gleichstellungspolitik, das ist kluge Arbeitsmarktpolitik, denn jede gut qualifizierte Frau stärkt nicht nur ihre eigene Existenz, sondern auch den Wirtschaftsstandort Wien. (Beifall bei den NEOS und von GRin Astrid Pany, BEd, MA.) Genauso wichtig ist auch die Jugendstiftung. Junge Menschen dürfen nicht in Warteschleifen hängenbleiben, weder nach der Schule, noch nach einem Ausbildungsabbruch. Jede Phase ohne Perspektive erhöht das Risiko von dauerhafter Arbeitslosigkeit. Die Jugendstiftung bietet jungen Menschen genau das, was sie brauchen: Orientierung, Qualifizierung und Begleitung. Sie verbindet Bildung mit Arbeit und gibt Jugendlichen die Möglichkeiten, ihre Talente zu entdecken und weiterzuentwickeln. Und auch hier zeigt sich, Bildung ist der Schlüssel, nicht als Selbstzweck, sondern als Türöffner für selbständige Lebensführung und gesellschaftliche Teilnahmen, und - sehr geehrter Herr Kollege Guggenbichler - selbstverständlich für alle Wienerinnen und Wiener und nicht nur für die Österreicher. (Beifall bei den NEOS und von GRin Astrid Pany, BEd, MA.) Sehr geehrte Damen und Herren, gerade in finanziell herausfordernden Zeiten müssen wir Prioritäten setzen. Wir sparen dort, wo es verantwortbar ist, etwa bei der Stadtkommunikation. Wir investieren dort, wo es langfristig Wirkung zeigt, in Bildung, in Qualifikation und faire Chancen am Arbeitsmarkt. Der waff, die Frauenarbeitsstiftung und die Jugendstiftung stehen exemplarisch für eine Politik, die nicht nur auf kurzfristige Einsparungen schaut, sondern auf nachhaltige Lösungen, auf lebenslanges Lernen, auf Zukunftsperspektiven und auf soziale Gerechtigkeit. Und das ist verantwortungsvolle Politik für diese Stadt. - Vielen Dank. (Beifall bei den NEOS sowie von GRin Astrid Pany, BEd, MA und GR Mag. Alexander Ackerl.) Vorsitzende GRin Dr. Jennifer Kickert: Tatsächliche Redezeit war sechs Minuten. Als Nächster ist GR Arsenovic zu Wort gemeldet, zehn Minuten selbst gewählte Redezeit sind eingestellt. - Bitte. GR Johann Arsenovic (GRÜNE): Sehr geehrte Frau Stadträtin, Frau Vorsitzende, werte Kolleginnen und Kollegen, werte Zuhörer oder -innen! Wenn wir über Finanzen und über Wirtschaft sprechen, dann geht es eben nicht nur um Zahlen und Budget und Defizite, es geht auch immer um grundlegende Fragen. Es geht zum Beispiel um Fragen wie, welche Art von Wirtschaft wollen wir überhaupt und für wen wollen wir das. Wien steht, wie wir schon gehört haben, wie ganz Österreich vor wirklich großen wirtschaftlichen Herausforderungen, vor steigenden Lebenserhaltungskosten, internationalen Unsicherheiten und vor allem dem notwendigen ökologischen Umbau und Fragen der sozialen Gerechtigkeit. Das haben wir heute schon von allen Fraktionen sehr oft gehört, deshalb möchte ich etwas sagen, was wir noch nicht gehört haben. Und ich möchte einen ganz neuen Aspekt einbringen, nämlich, dass das alles auch bedeutet, dass wir gleichzeitig vielleicht auch vor großen Chancen stehen. Wenn ich das sage, dann muss ich an einen österreichischen Volkswirt denken, an einen großen Ökonomen - nein, groß war er nicht -, an einen Wiener, Josef Schumpeter - eigentlich war er aus Böhmen, also quasi ein richtiger Wiener -, der übrigens nicht nur Volkswirt und Ökonom, sondern auch kurzfristig Politiker war. Damals zumindest sagten auch Politiker was Gescheites, er hat ja den Begriff der schöpferischen Zerstörung geprägt. Was er gemeint hat, ist, dass Fortschritt nicht entsteht, wenn wir einfach so weitertun, sondern dann entsteht, wenn alte Strukturen an ihre Grenzen kommen, denn dann entsteht Raum für etwas Neues. Um ein konkretes Beispiel zu sagen: Irgendwann reicht es nicht mehr, man kann eine Dampflokomotive schneller bauen, man kann sie kostengünstiger bauen, man kann sie bauen, dass sie weniger Kohle verbraucht, man kann sich noch effizienter bauen, aber irgendwann steht man an, und dann braucht es eben etwas völlig Neues. Das Neue bedingt aber auch quasi, dass Altes verschwinden muss, das ist eben diese schöpferische Zerstörung. Warum sage ich das heute? - Meiner Meinung nach steht Wien genau an so einem Punkt. Die Budgetlage ist angespannt, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind herausfordernd, aber, und deswegen sage ich das ganz klar, die Situation kann, muss eigentlich sogar ein Neuanfang sein. Und auch als Vizepräsident der Wirtschaftskammer Wien möchte ich festhalten - weil ich das heute auch schon gehört habe -, die Wiener Wirtschaft ist eben nicht Teil des Problems, sondern, ganz im Gegenteil, ein ganz zentraler Teil der Lösung. Wien verfügt über eine vielfältige, innovative Wirtschaftsstruktur, wir haben KMUs, wir haben Industriebetriebe, wir haben Handwerk, wir haben Tourismus, Kreativwirtschaft, Start-ups, und sehr viele dieser Betriebe sind bereits mitten in diesem Wandel hin zu mehr Effizienz, zu neuen Geschäftsmodellen und zu einer nachhaltigen Wertschöpfung. Meiner Meinung nach ist es die wichtigste Aufgabe der Politik, diesen Wandel zu ermöglichen. Die Wiener Wirtschaft braucht keinen Stillstand, sie braucht auch keine Angstpolitik, sie braucht eine Richtung. (Beifall bei den GRÜNEN.) Die Betriebe sind es, die Arbeitsplätze schaffen, die Steuern zahlen und investieren, wenn man sie nur lässt. Aber gerade in einer angespannten Budgetlage müssen wir uns deshalb genauer fragen, wozu und wo setzen wir die Mittel ein, dass sie eben Zukunft schaffen und nicht nur Löcher stopfen. Und aus grüner wirtschaftspolitischer Sicht ist die Antwort für mich ganz klar. Ich habe sechs Punkte zusammengeschrieben. Erstens, Klimaschutz ist Wirtschaftspolitik. Investitionen in Energieeffizienz, erneuerbare Energien, Sanierungen, klimafitte Gebäude, Kreislaufwirtschaft - Sie kennen das alles - sind alles konkrete Aufträge für Wiener Betriebe, denn sie senken Energiekosten, stärken Unabhängigkeit und sind ökologisch sinnvoll und finanzpolitisch vernünftig. Zweitens, nicht zu investieren ist die teuerste Option. Klimaschäden, hohe Energiepreise und veraltete Infrastruktur belasten zukünftige Budgets massiv. Wer heute spart, zahlt morgen doppelt, deshalb bedeutet für mich ein grünes Budgetverständnis, dass wir ganz gezielt hier investieren müssen, um künftig Milliardenkosten zu vermeiden. Drittens, schöpferische Erneuerung statt Kürzung mit der Gießkanne. Wenn wir bei Innovation, Forschung oder nachhaltiger Produktion sparen, zerstören wir Zukunft. Wir zerstören Zukunft ohne Neues zu schaffen. Wien muss ein Standort bleiben, an dem solche grünen Technologien und nachhaltigen Geschäftsmodelle weiter wachsen können. Viertens, die kleinen Betriebe bei ihrer Transformation unterstützen. Viele kleine und mittlere Betriebe wollen auf effiziente Prozesse, auf neue Energieformen, auf nachhaltige Produktion umstellen. Dafür brauchen sie einfachere Möglichkeiten, einfachere Verfahren, Beratung und gezielte Unterstützung. Ein zentraler Punkt dabei ist natürlich die Entbürokratisierung. Gerade für kleine Betriebe ist Zeit ein sehr, sehr knapper Faktor. Schnelle Verfahren, digitale Behördenwege und klare Zuständigkeiten kosten wenig, bringen aber im Endeffekt sehr, sehr viel. Und das ist eben keine Budgetbelastung, sondern eine Investition in die Wettbewerbsfähigkeit der Wiener Wirtschaft. Fünftens, Menschen müssen wir weiterhin qualifizieren und mitnehmen. Die ökologische Transformation braucht Fachkräfte, sie braucht auch Lehre, Weiterbildung und Umschulung in Zukunftsbranchen. Das sind daher meiner Meinung nach zentrale Bausteine dieser Wirtschaftspolitik. Sechstens, und dieser Punkt ist für mich ein ganz wichtiger, Dialog statt Gegeneinander. Wirtschaft und Sozialpartnerschaft, alle sitzen im selben Boot. Die aktuelle Budgetlage verlangt wirklich, gemeinsame Prioritäten und tragfähige Lösungen zu schaffen. Ich denke, dass Wien immer dann sehr, sehr stark war, wenn Kooperation stärker war als Ideologie. Wir können diese Budgetkrise also auch dafür nutzen, um Wien zukunftsfähiger zu machen, oder wir verwalten eben den Mangel. Wir können in eine klimafitte, innovative Wirtschaft investieren, oder wir sparen genau jene Grundlagen weg, die unser Budget morgen stabilisieren würden. Das ist keine ideologische Frage, das ist einfach eine Standortfrage, eine Standortentscheidung. Die Wiener Wirtschaft und die Unternehmen in Wien sind bereit, Verantwortung zu übernehmen. Sie sind viel weiter und in vielen Fällen auch viel grüner, als viele glauben. Sie entwickeln täglich Lösungen für Energie, für Mobilität, für Digitalisierung und auch für Ressourcenschonung. Was sie dazu aber brauchen, ist eine Stadtpolitik, die genau diese Richtung unterstützt und nicht bremst. (Beifall bei den GRÜNEN und von StRin Dr. Katarczyna Greco, MIEM.) Die Budgetkrise darf keinesfalls dazu führen, dass wir an den falschen Stellen sparen und die Zukunftsfähigkeit unseres Wirtschaftsstandortes gefährden. Ich denke, dass ein nachhaltiger Wirtschaftsstandort die beste Grundlage für ein zukünftiges solides Wiener Budget ist. Wirtschaftspolitik heißt für mich, heute mutig entscheiden, damit Wien morgen handlungsfähig bleibt. Dafür stehe ich, und dafür sollten wir hier gemeinsam Verantwortung übernehmen. - Herzlichen Dank. (Beifall bei den GRÜNEN.) Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Die Redezeit war neun Minuten. Zu Wort gemeldet ist GR Mag. Saurer. Gewählte Redezeit sieben Minuten. - Bitte. GR Mag. Bernd Saurer (FPÖ): Sehr geehrter Herr Vorsitzender! - Mir geht es so wie Ihnen, nicht selbst gewählt, sondern von der Fraktion! (Heiterkeit beim Vorsitzenden.) - Sehr geehrte Frau Finanzstadträtin, werte Kolleginnen und Kollegen, liebe Zuseher! Ich möchte auf ein paar Punkte im Budget eingehen, die noch nicht beleuchtet wurden, deren Tragweite aber natürlich an Brisanz zu messen ist und die auch beleuchten, wie sehr die Wienerinnen und Wiener zur Kasse gezwungen werden und in welcher Schieflage sich das Budget befindet. Punkt eins ist, das haben wir schon des Öfteren gehört und wir werden es auch noch einmal hören, das 2,6- Milliarden-EUR-Defizit. Das bedeutet, dass jeder Wiener, jede Wienerin mit 1 300 EUR neu verschuldet wird - das ist jetzt vielleicht nur ein fiskalischer Punkt, nichtsdestotrotz ist es irgendwann zurückzuzahlen -, aber er oder sie im Gegenzug dafür nichts bekommt, außer vielleicht ein neu aufgemotztes Asylwerberheim mit allem Pipapo vor der Nase. Punkt zwei, das Vorwort ist natürlich ein Ausblick für das kommende Jahr. Man liest drüber, man überfliegt die eine oder andere Passage, es ist natürlich, möchte ich jetzt nicht sagen, mit Lobhudelei verbunden, aber doch ein positiver Ansatz für das kommende Jahr. Es wird natürlich vom Verfasser so gestaltet, dass es auch Zukunftsperspektiven birgt. Doch normalerweise steht in diesem Vorwort nichts anderes drinnen außer positive, geschönte Vorgaben für das kommende Jahr. Und jetzt haben wir diese Novität, dass man zum ersten Mal sogar im Vorwort lesen muss, dass die Schieflage eminent und von hoher Brisanz ist. Es steht nämlich wörtlich drinnen: "Großbauprojekte werden zeitlich gestreckt." - Warum? - Weil sich Wien diese Projekte schlicht nicht mehr leisten kann. Wir werden das in den einzelnen Ressortdebatten soundso noch einmal hören. Ich gebe Ihnen zu bedenken: Also U-Bahn-Ausbau haben wir schon gehört, werden wir noch einmal hören, Sanierungsstau bei Wiener Wohnen und auch das Spitalskonzept kann man sich ausdrucken und es dann auf der Toilette tapezieren. Punkt drei, 500 Millionen EUR Mehreinnahmen durch Gebührenerhöhungen. Jetzt geht es wirklich an den Kassensäckel der Wienerinnen und Wiener. Was tut die Stadt, um das Defizit zu reduzieren oder einzudämmen oder den Neuzuwachs nicht explodieren zu lassen? - Nichts. Sie spart nicht, sie reformiert nicht und strukturiert auch nicht um. Sie greift in die Taschen der Wienerinnen und Wiener. (GRin Dr. Claudia Laschan: Stimmt ja gar nicht!) Jetzt rechnen wir das einmal herunter: 500 Millionen, das bedeutet 250 EUR Mehrbelastung pro Jahr für jeden Wiener, jede Wienerin oder 1 000 EUR für eine vierköpfige Familie. Ich kann unsere Gutmenschen gleich beruhigen: Die zwölf-, acht- oder zehnköpfige syrische Familie wird nicht belastet, ganz im Gegenteil, der Etat für die Mindestsicherung wurde erhöht. Sparen also nicht bei den Wienern, nicht bei den eigenen Lieblingsvereinen. Während die Gebühren steigen und die Belastung für die Bevölkerung explodiert, erleben wir auf der anderen Seite etwas ganz anderes, nämlich bei zivilgesellschaftlichen Initiativen, bei Projekten aller Art für diverseste Vereine und Substrukturen fließt das Geld weiterhin in Strömen. Dort wird nicht gestrichen, wie im Vorwort, dort wird auch nicht gestreckt. (Beifall bei der FPÖ.) Dorthin fließen also munter weiterhin Millionen und genauso im Asylbereich, wo Integrationsprogramme völlig unangetastet bleiben und, wie wir wissen, enorme Kosten verursachen. Für die Wiener Bevölkerung gibt es also Sparpakete, für die Integrationsindustrie Vollkasko. Punkt vier, die Finanzstadträtin darf 3 Milliarden EUR aufnehmen, am Gemeinderat vorbei. Das ist diese drei- bis vierseitige Ermächtigung durch Verordnung und das, das steht es in diesem Wust drinnen, bis zu einem Prozentsatz von 3 Prozent. Ich gebe zu bedenken, dass sich der EZB-Leitzins jetzt um die 2 Prozent bewegt. Wenn sich also die Frau Finanzstadträtin das Pouvoir herausnimmt und dazu ermächtigt wird, sich weit über den Marktpreisen zu refinanzieren, geht ganz klar hervor: Die Bonität Wiens hat Ramschniveau, sonst bräuchten wir nicht so eine weitreichende Ermächtigung. Das heißt auch, die Ratingagenturen wissen bereits davon, sie haben reagiert. Wien steht unter Beobachtung und ein Downgrading steht kurz bevor, was dieser 3-Prozent-Ermächtigungssatz auch bestätigt. (Beifall bei der FPÖ.) Und der letzte Punkt, der vielleicht ein bisschen unverfänglich klingt, wir haben es jetzt zweimal gehört, von der Frau Stadträtin explizit und auch von Klubobmann Taucher: Stadt der Frauen, Wien ist Stadt der Frauen. Da können wir jetzt sagen: gewesen. Ich möchte auf ein Diagramm eingehen, das am Ende des Voranschlages ist, das vielleicht den meisten von Ihnen, wenn Sie es durchgelesen haben, in seiner Aussagekraft gar nicht so aufgefallen ist, nämlich die geschlechterbezogene Altersstatistik. Früher waren über Generationen hinweg Frauen in jedem Altersdezil, in jeder Alterskohorte mehrheitlich vertreten, zwischen 51 und 55 Prozent. Wir wissen, Frauen werden älter, sie trotzen also der sozialistischen Politik scheinbar besser als wir Männer. (Zwischenrufe bei der SPÖ und von GRin Dr. Jennifer Kickert.) Jetzt haben wir den Fall, dass je jünger die Bevölkerung ist, desto höher liegt der Prozentsatz bei Männern. Das heißt nichts anderes - um Ihre Sprache zu bemühen -, Sie importieren toxische männliche Gewalt. Ich möchte mit dem Satz für Fußballenthusiasten schließen: Wien haben fertig. (Beifall bei der FPÖ.) Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Die Redezeit war sechs Minuten, die Restredezeit für die FPÖ ist daher zwölf Minuten. Zu Wort gemeldet ist GRin Rychly, gewählte Redezeit fünf Minuten. - Bitte. GRin Yvonne Rychly (SPÖ): Sehr geehrter Herr Vorsitzender, sehr geehrte Damen und Herren des Gemeinderates, werte Kolleginnen und Kollegen, liebe Zuseher und Zuseherinnen via Livestream! Wie viele VorrednerInnen vor mir schon gesagt haben, der Voranschlag der Stadt Wien für das Jahr 2026 steht unter herausfordernden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Steigende Lebenserhaltungskosten, ein dynamischer Strukturwandel am Arbeitsmarkt sowie weiterhin bestehende Arbeitslosigkeit erfordern ein Bundesbudget, das nicht kurzfristig spart, sondern langfristig stabilisiert. Wien setzt daher auch 2026 auf eine aktive, soziale und vorausschauende Sozialpolitik. Ziel dieses Budgets ist es, Wohlstand zu sichern, soziale Stabilität zu gewährleisten und Perspektiven für arbeitende Menschen zu schaffen. Investitionen in den Arbeitsmarkt, Bildung und Qualifizierung, soziale Sicherung, Frauen und Gewaltschutz sind dabei kein Kostenfaktor, sondern eine notwendige Grundlage für gesellschaftlichen Zusammenhalt und wirtschaftliche Stärke. Arbeit und Qualifizierung als zentrale Budgetpriorität. Für die Sozialdemokratie ist Arbeit mehr als ein Erwerbseinkommen. Arbeit bedeutet gesellschaftliche Teilhabe, Selbstbestimmung und soziale Sicherheit. Der Voranschlag trägt diesem Grundverständnis Rechnung, indem er den Fokus klar auf Qualifizierung und aktive Arbeitspolitik legt. Arbeitslosigkeit ist in vielen Fällen kein individuelles Versagen, sondern Ausdruck tiefgreifender struktureller Veränderungen. Digitalisierung, ökologische Transformationen und der demografische Wandel verändern Berufsbilder und Qualifikationsanforderungen. Die Antwort darauf kann nicht Stillstand oder Kürzungspolitik sein, sondern gezielte Investition in Bildung, Umschulung und Weiterbildung. Jede Investition in Qualifizierung stärkt die Beschäftigungsfähigkeit von ArbeitnehmerInnen, erhöht Einkommens- und Aufstiegschancen und sichert langfristig den Wirtschaftsstandort Wien. Wie auch schon oft erwähnt, der Wiener ArbeitnehmerInnenförderungsfonds ist seit dreißig Jahren ein verlässliches und wirkungsvolles Instrument in der Bildung, um arbeitsmarktpolitische Maßnahmen passgenau umzusetzen. Mit Programmen wie der neuen Frauenarbeitsstiftung, der altbewährten Joboffensive 50plus sowie Gründungs- und Forschungsförderungen stärken wir Wiens Innovationskraft und den Standort. Der Voranschlag stellt sicher, dass der waff seine Rolle als Brücke zwischen Arbeitsmarktqualifizierung und sozialer Sicherheit weiterhin erfüllen kann. Damit wird nicht nur die individuelle Beschäftigung gefördert, sondern auch der Fachkräftebedarf der Wiener Wirtschaft unterstützt. Frauen gezielt zu stärken und ökonomisch unabhängig zu sichern, ist ein wichtiger Faktor am Arbeitsmarkt. Derzeit sind Frauen noch immer häufiger in Teilzeit, sind überdurchschnittlich von Niedriglöhnen betroffen und erleben öfter Erwerbsunterbrechungen durch Betreuungs- und Pflegearbeit. Der Voranschlag trägt dieser Realität Rechnung und setzt gezielte Maßnahmen zur Stärkung von Frauen am Arbeitsmarkt. Qualifizierungs- und Weiterbildungsangebote über den waff leisten einen wesentlichen Beitrag dazu, die wirtschaftliche Unabhängigkeit von Frauen zu erhöhen und zu verstärken, verbessern die Einkommens- und Pensionsperspektiven, ermöglichen beruflichen Aufstieg und Neuorientierung und fördern echte Gleichstellung im Erwerbsleben. Gleichstellung ist damit nicht nur ein gesellschaftspolitisches Ziel, sondern auch eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Frauengewaltschutz, Qualifizierung und Arbeit - ein untrennbares Zusammenspiel. Für die SPÖ ist klar, Frauengewaltschutz ist untrennbarer Bestandteil moderner Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik. Wer von Gewalt betroffen ist, kann nicht frei arbeiten, sich nicht weiterbilden und kein selbstbestimmtes Leben führen. Gewaltschutz ist somit die Notwendigkeit und Voraussetzung für Arbeitsmarktintegration und wirtschaftliche Selbstständigkeit. (Beifall bei der SPÖ.) Seit vielen Jahren werden Frauenhäuser, Beratungsstellen und Gewaltschutz gesichert. Genau darin zeigt sich die Stärke des Wiener Modells. Schutz, Unterstützung und Perspektiven greifen ineinander. Gewaltschutz schafft Sicherheit, Qualifizierung schafft Perspektiven, gute Arbeit schafft Unabhängigkeit. Diese Strukturen sind lebenswichtig für Frauen, damit betroffene Frauen Stabilität gewinnen und wieder am gesellschaftlichen und beruflichen Leben teilnehmen können. Dieser ganzheitliche Ansatz bekämpft Armut, Gewalt und Arbeitslosigkeit nicht getrennt, sondern als gemeinsame Herausforderung. Jeder Euro, der in Qualifizierung, Arbeit und Gewaltschutz investiert wird, spart morgen Arbeitslosigkeit, soziale Folgekosten und gesellschaftliche Ausgrenzung. Der Voranschlag 2026 zeigt auch deutlich, Wien ist wirtschaftlich auf dem richtigen Weg. Während andere Bundesländer mit Stagnation oder Rückgängen zu kämpfen haben, verzeichnet Wien als einziges Bundesland ein wirtschaftliches Plus. Das ist kein Zufall. Dieses Plus ist das Ergebnis einer vorausschauenden sozialdemokratischen Wirtschafts- und Budgetpolitik, die auf Stabilität, Qualifizierung und Beschäftigung setzt. Dass Wien als einziges Bundesland ein Plus verzeichnet, ist auch die Bestätigung des Wiener Weges. Sehr geehrte Damen und Herren, der Budgetvoranschlag 2026 zeigt klar, Wien verbindet soziale Gerechtigkeit mit wirtschaftlicher Stärke. Wien bleibt nicht nur eine Stadt der Solidarität, sondern auch das wirtschaftliche Zugpferd Österreichs. Daher ist diesem Voranschlag auf alle Fälle zuzustimmen. (Beifall bei der SPÖ.) Zum Schluss möchte ich noch gerne auf zwei Wortmeldungen meiner Vorgänger eingehen. Das ist einerseits die Vermögenssteuer von den GRÜNEN. Ich finde das sehr spannend, Sie haben in der Vorgängerregierung fünf Jahre Zeit gehabt, die Vermögenssteuer umzusetzen. (Zwischenrufe von GRin Dr. Jennifer Kickert.) Es gab die Möglichkeit, wieso haben Sie es die letzten fünf Jahre nicht umgesetzt, die SPÖ war sicher nicht dagegen. (Weitere Zwischenrufe bei den GRÜNEN.) Herr Guggenbichler ist leider jetzt nicht da. (GR Ing. Udo Guggenbichler, MSc: Hier, in der ersten Reihe!) - Oh, du bist da, Entschuldigung. Warum wir Pensionisten, die auch in Zukunft weiterarbeiten dürfen und wollen, auch weiterqualifizieren, hängt mit Diskriminierung zusammen. Wir in Wien diskriminieren niemanden, und wir machen auch viel für die Jugend. Wir haben unser Jugendcollege, schon seit langem. - Danke, auf Wiedersehen. (Beifall bei der SPÖ.) Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Die Redezeit war acht Minuten. Die Restredezeit für die SPÖ ist daher 25 Minuten. Als Nächster zu Wort gemeldet ist GR Mayer. Er hat noch neun Minuten zur Verfügung. - Bitte schön. GR Lorenz Mayer (ÖVP): So, das Taferl ist wieder dabei. (Zwischenruf bei den NEOS: Das ist Teil der Kreislaufwirtschaft! - Der Redner stellt ein Taferl mit "Schuldenstand der Stadt Wien + Prognose" vor sich auf das Rednerpult.) Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrter Herr Vorsitzender, sehr geehrte Frau Stadträtin, liebe Zuseherinnen und Zuseher im Saal, liebe Kolleginnen und Kollegen! Heute ist wahrlich ein trauriger Tag für Wiens Zukunft. SPÖ und NEOS haben uns einen Voranschlag präsentiert, der das Gegenteil von zukunftstauglich oder um in der Diktion der NEOS zu bleiben, enkelfit ist. Was haben wir da präsentiert bekommen? - 2,63 Milliarden EUR an neuen Schulden, ein Gesamtdefizit inklusive ausgelagerter Unternehmen am Jahresende des kommenden Jahres von 20,41 Milliarden EUR und - Sie sehen es hier auf dem wirklich gut aufbereiteten Taferl vor mir - ein Defizit von 30 Milliarden EUR am Ende dieser Legislaturperiode, laut der eigenen Prognose. Das ist ein Schuldenberg, der der kommenden Generation von Rot-Pink aufgebaut wird. (Beifall bei der ÖVP.) Damit nicht genug. Erst vor wenigen Tagen, kann ich sagen, wurde der Stabilitätspakt verhandelt, von der Bundesregierung gemeinsam mit allen Bundesländern, und wenn man sich das bevölkerungsmäßig ausrechnet, dürfte Wien die nächsten Jahre ab 2026 1,3 Milliarden EUR Schulden machen. Ja, wenn man sich den Voranschlag anschaut, sieht man, das geht sich nicht aus. Und damit zeigen Sie jetzt schon, es ist Ihnen scheinbar egal. (Beifall bei der ÖVP.) Es sollte Ihnen aber nicht egal sein, denn Sie rauben gerade den jungen Wienern und den kommenden Generationen, die diesen Schuldenberg einmal abtragen müssen, die Zukunft. Genug aber zu den allgemeinen Zahlen, ich möchte mich noch ein bisschen näher mit dem Medienbudget beschäftigen, weil das natürlich auch immer ein Sinnbild für die Finanzgebarung einer Stadtregierung ist. Auch da geben SPÖ und NEOS eindeutig viel zu viel aus. Es gibt jetzt einmal, das muss man positiv sagen, die erste Reduktion, auch ein erster richtiger Schritt, auch wenn noch viele, viele weitere folgen müssen, wenn man es wirklich ernst meint. Wien ist, das ist ja weitreichend bekannt, Spitzenreiter bei den Werbe- und Marketingausgaben. Alleine im ersten Halbjahr 2025 hat Wien für Inserate 11 Millionen EUR ausgegeben, 17 Millionen EUR insgesamt sind es für alle Bundesländer zusammen. Das heißt, auch da gibt Wien mehr als die Hälfte alleine aus. Auch wieder ein schöner Vergleich: Das nach Einwohnern gleich große Niederösterreich gibt 1,3 Millionen EUR aus. Also man sieht, diese hohen Ausgaben sind mit der Bevölkerungszahl eindeutig nicht gerechtfertigt. (Beifall bei der ÖVP. - GR Ing. Christian Meidlinger: Städte und Gemeinden mitgerechnet?) Natürlich kommen da auch noch die ausgelagerten Unternehmen dazu. Wien Energie gibt alleine im ersten Halbjahr 2025 4,7 Millionen EUR aus. Das ist zirka so viel wie die Innere Stadt an Bezirksmitteln zur Verfügung gestellt bekommen hat oder um es in den Einsparungen, die die Stadt vornimmt, zu rechnen, sind das zwanzig Sommernachtskonzerte, die man damit veranstalten könnte. Ich glaube, auch da wüsste ich, wie sich die Wienerinnen und Wiener entscheiden würden, wenn sie es könnten. (Beifall bei der ÖVP.) Da kommt natürlich jetzt die spannende Frage, was eigentlich mit dem Geld passiert. Man kann dazu sicher die Kommunikationsschwerpunkte auf der Homepage der Stadt Wien anschauen und dort sieht man auch wieder zahlreiche weitere Einsparungspotenziale. Zum Beispiel den Wiener Eistraum beziehungsweise nicht den Eistraum selbst, sondern nur allein die Kommunikation dafür: 800 000 EUR gibt die Stadt Wien für die Information aus, dass der Eistraum stattfindet, eine Veranstaltung, die es seit 1996 in dieser Stadt gibt. Das heißt - ich glaube, es ist für keinen Wiener eine Überraschung, wenn er im Jänner einen Eislaufplatz vor dem Rathaus vorfindet -, 800 000 EUR Einsparungspotenzial. Aber auch die ausgelagerten Unternehmen haben natürlich Kommunikationsschwerpunkte. So hat zum Bespiel der Wiener Gesundheitsverbund vergangenes Jahr den Schwerpunkt "Am liebsten in Wien" gehabt und dafür 100 000 EUR in zwei Monaten ausgegeben. Ich möchte dazu aus den Quellen der Stadt Wien zitieren: "Um die Vielfalt des Leistungsspektrums im Wiener Gesundheitsverbund zu verdeutlichen und zu zeigen, dass der Wiener Gesundheitsverbund eine hochprofessionelle Anlaufstelle von der Geburt bis zum Notfall ist, wird eine Informationskampagne umgesetzt. Ziel ist es dabei, das Bewusstsein für und das Vertrauen in die Leistungen des Wiener Gesundheitsverbunds weiter zu stärken." Da frage ich mich schon: Ist das notwendig? Ich meine, der Gesundheitsverbund agiert ja nicht am privaten Markt, und ich bin als Wiener sowieso auf den Gesundheitsverbund angewiesen. Wenn man Vertrauen schaffen will, dann schafft man das nicht mit einer Imagekampagne, dann schafft man das durch eine Reduktion der OP-Wartezeiten, dann schafft man das durch entsprechende Qualität und moderne Spitäler, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.) Das alles aber ist noch nichts gegen "Mein Wien", dieses Magazin, das Sie alle sicherlich kennen, weil Sie es zweimal im Monat im Postkasten haben. Also wahrscheinlich kennen es nur 57 von Ihnen, weil laut Umfrage der Stadt Wien kennen es 57 Prozent der Wiener. (GR Ing. Christian Meidlinger: Mehr als die ÖVP! Bekannter als die ÖVP!) Jeder Haushalt bekommt das 24-mal im Jahr - künftig wenigstens nur mehr zwölfmal im Jahr -, egal, ob man das möchte oder nicht. Und was lesen die Wienerinnen und Wiener darin, was sehen sie? - Sie sehen hauptsächlich Bilder von Mitgliedern der Wiener Stadtregierung. Ich habe mir das im Rahmen eines nicht sonderlich fordernden Suchbildrätsels selber angeschaut, habe mir die letzten zwei Exemplare angesehen und habe selbst jeweils 15 Fotos von amtsführenden Stadträten gefunden. Der Rechnungshof war aber noch fündiger, er hat 23 Fotos auf insgesamt 24 Seiten gefunden. Das ist schon ein ziemlich ordentlicher Schnitt. Und da frage ich mich, was aus dem Kopfverbot geworden ist, das die NEOS, völlig zu Recht, immer besonders gefordert haben. Was ist daraus geworden? - Ich kann es Ihnen sagen. Es sind Fotos vom ehemaligen Vizebürgermeister Wiederkehr beziehungsweise der VBgm.in Emmerling in "Mein Wien" geworden. Sonst leider nichts. (Beifall bei der ÖVP.) Es gibt da die ganz aktuelle Ausgabe 17, ich habe sie mir durchgelesen. Dort wurde über das Budget, das wir heute hier verhandeln, geschrieben. Da heißt es: "Auch Wien wird einen Beitrag zu einem stabilen Budget Österreichs leisten. Für das kommende Jahr hat sich die Stadt vorgenommen, rund 1,35 Milliarden einzusparen, [...] Mehreinnahmen von 350 Millionen EUR." Das klingt ja großartig, aber ich lese da nichts von Rekordverschuldung und der großen Frage, wie man für die kommenden Generationen Möglichkeiten für Investitionen schafft. Das steht da nicht drinnen, und für das alles zahlen die Wienerinnen und Wiener. Die Kosten, die für "Mein Wien, "Stadt Wien intern", für Magazine wie "Wien Wissen", "Club Wien" und so weiter aufgewendet werden, beliefen sich laut Rechnungshof auf über 16 Millionen EUR in einem Jahr, oder wenn man es bei 1,2 Millionen Haushalte runterrechnet, auf 14 EUR pro Haushalt. 14 EUR zahlt jeder Wiener. Spannend auch, ich meine, laut ihrer Umfrage kennen 57 Prozent das Magazin. Und noch spannender fand ich, 23 Prozent der Wienerinnen und Wiener nehmen das Magazin gelegentlich mit nach Hause. (GR Ing. Christian Meidlinger: Immer noch mehr als die ÖVP!) Das heißt, 77 Prozent nehmen das Ding nicht einmal irgendwann einmal mit nach Hause. Ist das nachhaltig? - Eigentlich ist das maximal Müllproduktion. (Beifall bei der ÖVP.) Und wenn man dann die Wienerinnen und Wiener fragen würde, was ist euch lieber, "Mein Wien" oder die sofortige Inbetriebnahme der U5, ich glaube, ich wüsste, wie die Wienerinnen und Wiener antworten würden. Wir alle wüssten es. Ich komme zum Schluss. Bitte sparen wir da noch weiter ein. Ein paar Potenziale haben wir jetzt aufgezeigt, es gibt sicherlich noch ganz viele weitere. Egal, ob es bei den Informationskampagnen ist oder darüber hinaus bei der Eigen-PR, die Sparpotenziale sind da. Nutzen wir sie im Sinne der kommenden Generationen. - Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP. - Der Redner verlässt das Rednerpult ohne das Taferl mitzunehmen. - GR Mag. Josef Taucher versucht, es an sich zu nehmen. - Allgemeine Heiterkeit. - GR Mag. Josef Taucher: Kreislaufwirtschaft! - GR Lorenz Mayer: Es gehört euch! - GR Mag. Josef Taucher, das Taferl dem Redner überreichend: Ein bisschen Spaß muss sein!) Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Vielen Dank. Damit ist die Redezeit der ÖVP verbraucht. Als Nächste zu Wort gemeldet ist GRin Dr. Bernecker-Thiel. Ich erteile es ihr, gewählte Redezeit fünf Minuten, wobei noch zehn zur Verfügung stehen. - Bitte. GRin Dr. Arabel Bernecker-Thiel (NEOS): Sehr geehrter Herr Vorsitzender, Frau Stadträtin, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Zuschauerinnen und Zuschauer! In Volksschulen ist es manchmal üblich, dass die Schüler an einem Tag etwas mitnehmen dürfen, was ihnen besonders am Herzen liegt. In Amerika nennt man das "Show and Tell". Und ich glaube, heute ist Show-and-Tell-Tag im Wiener Gemeinderat. Die ÖVP bringt eine Schaufel mit, Abgeordnete bringen Papptäfelchen mit, die GRÜNEN haben leider vergessen, ihren Plastikhammer mitzunehmen. (GRin Dr. Jennifer Kickert: Das war kein Plastikhammer!) Aber auch ich habe etwas dabei - und zwar ein Working Paper, eine Studie. Ich war vor einigen Wochen in Bordeaux bei einer sozialwissenschaftlichen Konferenz. Dort lagen ungefähr 40 aktuelle Studien aus der ganzen Welt zur sozialen Stadtentwicklung auf und eine Studie davon beschäftigt sich mit dem sozialen Wohnbau in Wien. Ich spoilere nicht, wenn ich sage, es geht gut aus, also das Ergebnis wird gelobt. Worum es mir aber hier geht, ist aufzuzeigen, Wien steht international wirklich gut da. Wir sehen es natürlich auch an den ganzen Rankings, bei denen Wien immer führt. Das ist ja schon fast Standard für uns. Im "Economist" waren wir jetzt vier Jahre hintereinander Nummer 1 und jetzt einmal Nummer 2, und wir sind auch bei anderen Rankings weltweit ganz vorne. Diese Rankings werden ja nicht erfunden (Zwischenruf von GRin Dr. Jennifer Kickert.), die basieren auf Studien, auf Analysen von Experten, von Instituten, auf Befragungen von Expats und so weiter. Es geht da um Kriterien wie Gesundheit, politische Stabilität, Wirtschaft, das Bildungssystem, Wohnungssituation und Naturschutz. In all diesen Bereichen schneiden wir jedes Mal spitzenmäßig ab. Ich kann wirklich empfehlen, sich auf der Website der Stadt Wien den Bereich "Städtevergleiche, Studien und Auszeichnungen zum Nachlesen" anzuschauen. Wenn man sich das anschaut und sieht, wo Wien in welchem Ranking überall ist, dann geht einem sogar an einem grauen Tag wie heute innerlich die Sonne auf. (Beifall bei den NEOS und von GR Dr. Sascha Obrecht.) Dieser Erfolg ist natürlich nicht vom Himmel gefallen, da steckt viel Arbeit dahinter. Natürlich braucht es zum einen die funktionierende Stadtverwaltung, das ist ganz klar, aber das alleine reicht dann auch nicht. Ein Element ist auch der Austausch auf internationaler Ebene, und da ist Wien sehr aktiv. Auf europäischer Ebene, nur um ein Beispiel zu nennen, arbeitet Wien an seiner strategischen Positionierung - und zwar zum Beispiel durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und durch die Teilnahme an EU-Gesetzgebungsverfahren, die den Rahmen für die weitere Entwicklung Wiens schaffen sollen. Auf der internationalen Ebene, ich gehe gar nicht näher darauf ein, denn da gibt es so vieles, also UNO-Hauptsitz und Hauptsitz vieler internationaler Organisationen, EU-Organisationen. Was wir aber immer wieder sehen, ist vor allem noch etwas anderes: Wir sind international schon ein Vorbild für Stadtentwicklung. Es gibt jedes Jahr tausende Leute die kommen - und zwar Beamte und Beamtinnen aus anderen Städten, PolitikerInnen, ExpertInnen, die sich alle das Wiener Modell anschauen und unsere Lösungsansätze und dieses Wissen mit nach Hause tragen. Das ist aber nur eine Seite der Medaille. Die andere Seite der Medaille ist natürlich, dass wir auch etwas lernen wollen, und wir gehen deshalb auch in den Austausch. Es gibt eine ganze Reihe von Formaten. Ich möchte nur eines erwähnen: die Städtepartnerschaft. Wien ist aktuell in zwölf Städtepartnerschaften involviert, geographisch sind wir vor allem stark in unserer unmittelbaren Region. Wir haben eine Partnerschaft mit Bratislava, Brünn, Budapest, Krakau, Ljubljana, Prag, Zagreb, auch mit westlichen Städten wie Hamburg, Zürich, Paris und mit Ankara und Vancouver, wenn wir weiter in die Welt hinausschauen. Diese Städtepartnerschaften sind thematische Kooperationen, und da geht es um einen tieferen Erfahrungs- und Wissensaustausch auf kommunaler Ebene. Die Themen, um die es dann oft geht und wo wir uns aktiv austauschen, sind Stadtentwicklung, Abfall- und Energiewirtschaft, Wohnbau, öffentlicher Verkehr, Gesundheitswesen. Also es sind Werkzeuge, wo wir voneinander lernen, Probleme gemeinsam zu lösen und die europäische Zusammenarbeit greifbar zu machen. Meine Zeit ist fast vorbei, ich nehme aber noch die zwei Minuten Restzeit wahr, weil es ein wichtiges Thema ist. Wir planen nämlich auch, diese Städtepartnerschaft auf die Ukraine auszudehnen. Wien war immer sehr klar in seinem Bekenntnis zur Ukraine. Wir haben jetzt Friedensverhandlungen, die zumindest Hoffnung machen, dass man mittelfristig über das Kriegsgeschehen hinausschauen und auf den Wiederaufbau blicken kann. Das wird finanzielle und materielle Hilfe brauchen, aber wir wollen auch urbane Strukturen stärken, indem wir in eine Städtepartnerschaft hineingehen. Das steht auch in unserem Koalitionsabkommen. Ich hoffe, dass wir da in naher Zukunft weiter große Schritte machen können - neben der materiellen Hilfe, die die Ukraine teilweise schon tonnenweise von uns bekommen hat, gerade im medizinischen Bereich und wo wir auch weiter mit Notstromaggregaten in sehr betroffenen Gebieten helfen werden -, dass wir dann auf dieser städtepartnerschaftlichen Ebene unseren Beitrag leisten können. Ich fasse ganz kurz zusammen: Wien ist international erfolgreich, das ist etwas, worauf wir wirklich stolz sein können. Wien will es weiterhin bleiben und das heißt für uns auch, dass wir weiterhin unsere Erfolgsmodelle mit anderen interessierten Städten teilen. Und wir werden auch Lernende bleiben und uns weiterhin auf Augenhöhe partnerschaftlich austauschen und in die gemeinsame Zukunft durch Zusammenarbeit investieren. - Danke sehr. (Beifall bei NEOS und SPÖ.) Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Vielen Dank, das waren sechs Minuten, die Restredezeit für die NEOS ist damit vier Minuten. Als Nächster zu Wort gemeldet ist GR Bambouk. Acht Minuten Redezeit, Restredezeit ist 14 Minuten, aber ein Redner kommt ja noch. GR Jaafar Bambouk, MA (GRÜNE): Sehr geehrter Herr Vorsitzender, geschätzte Frau Stadträtin, Kolleginnen und Kollegen! Mit meiner heutigen Rede werde ich den Fokus dieser Debatte auf die europäische und internationale Ebene lenken und darauf zu sprechen kommen, welche Rolle Wien als fünftgrößte Stadt der Europäischen Union in Fragen europäischer, internationaler und geopolitischer Natur einnimmt und welche Rolle unsere Stadt eigentlich einnehmen sollte. Die Frau Finanzstadträtin hat das in ihren Ausführungen zu Beginn der Sitzung heute in der Früh angedeutet, indem sie den Krieg in der Ukraine und die Zollpolitik Trumps angesprochen hat. Die liberale Weltordnung steckt nämlich mehr denn je in der Krise und weltweit greifen rechte und rechtsextreme Kräfte diese liberale Demokratie an. Sie versuchen sie immer und überall zu schwächen, auszuhebeln, abzubauen und zu zerstören, und - so ehrlich muss man sein - diese Versuche der Zerstörung der liberalen Demokratie gelingen im vermehrten Ausmaß. Dieser Erfolg der autoritären Kräfte mag zwar regional unterschiedliche Gründe haben, aber global betrachtet hat der Abstieg der liberalen Demokratie mit zwei Faktoren zu tun, auf die ich gerne eingehen werde. Zum einen hat das damit zu tun, wie wir als liberale Demokratien mit autoritären Kräften umgehen. Jahrzehntelang haben die EU und ihre Mitgliedstaaten inklusive Österreich auf Putins völkerrechtswidrige Kriege und militärische Interventionen vergessen. Anstatt klare Kante zu zeigen und als Demokratien auf der Seite der liberalen Weltordnung zu stehen, begaben wir uns mehr und mehr in wirtschaftliche Abhängigkeit von einem autoritären Machthaber, vor allem auch in der Energiefrage. Nicht nur das, wir waren diejenigen, die die wirtschaftlichen und politischen Folgen tragen mussten. Einen blutigen Krieg nach dem anderen hat Putin in den vergangenen 10 bis 15 Jahren angefangen und geführt und dabei zehntausende, wenn nicht hunderttausende ZivilistInnen umgebracht oder vertrieben - zeitgleich in Syrien und auf der Krim und seit fast vier Jahren ununterbrochen im Rest der Ukraine. Die FPÖ kritisiert seit Jahren die Integrationspolitik und die Flüchtlinge, und von mir aus hat sie manchmal einen Punkt, aber meistens ist diese Kritik hetzerisch und immer ist sie unehrlich. Warum ist das so? - Weil wenn man ehrlich sein will, dann muss man auch sagen, wer für die Vertreibung dieser Flüchtlinge verantwortlich ist, und das ist in erster Linie Wladimir Putin. Putin macht uns von ihm abhängig, er nimmt uns das Geld weg, führt damit Kriege, vertreibt Menschen aus ihrem Zuhause. Dass Parteien der vermeintlichen Mitte dann mit seinen Freunden aus der FPÖ auf Landesebene und auch auf Bundesebene mitregieren und dann von liberalen Werten sprechen, das ist verantwortungslose Politik, und das geht sich nicht aus, meine Damen und Herren. (Beifall bei den GRÜNEN und von GRin Safak Akcay.) Bei diesem Punkt will ich zur Rolle Wiens kommen. Wien war in den letzten Jahren oft ein sicherer Hafen für Menschen, die vertrieben worden sind. Wien ist auf deren Seite gestanden und hat sie nicht alleine gelassen. Wien ist auf der Seite der Menschen gestanden, die ihr Zuhause verloren haben, weil ein autoritärer Putin Krieg gegen sie geführt hat und nach wie vor führt. Genau diese einzigartige Rolle wird Wien nun von dieser Stadtregierung weggenommen. Das passiert etwa dann, wenn die Stadt Wien das letzte Erstaufnahmezentrum für Geflüchtete aus der Ukraine mit Ende des Jahres - in zwei Wochen - einfach schließt. Ein Aufnahmezentrum, das noch im Sommer überfüllt war, wird trotzdem einfach geschlossen, und die Stadtregierung konsolidiert damit das kaputte Wiener Budget auf Kosten der liberalen Demokratie und der Menschenrechte. Anders kann ich mir das nicht erklären. Das ist aber wirklich unerträglich, meine Damen und Herren. (Beifall bei den GRÜNEN.) Wenn wir eine Stadt sein wollen, die die Gefahr autoritärer Kräfte ernst nimmt, dagegen ankämpft und auf der Seite der liberalen Demokratie stehen will, dann müssen wir unsere demokratischen Aufgaben erfüllen. Dazu zählt auch die Bereitstellung von finanziellen Mitteln, um Menschen zu unterstützen, die durch autoritäre Kräfte unmittelbar leiden. Wenn wir dies nicht tun, was sich anhand des heute und morgen zu beschließenden Budgets abzeichnet, dann brauchen wir uns nicht zu wundern, warum autoritäre Kräfte gewinnen und liberale Demokratien verlieren. Zum Zweiten hat der Abstieg der liberalen Demokratie damit zu tun, dass Regierungen und vor allem sozialdemokratische Regierungen weltweit, auf europäischer Ebene, in Österreich und heute auch in Wien das liberale Versprechen von Wohlstand und gutem Leben für alle nicht mehr einhalten. Immer mehr Menschen haben berechtigterweise Zukunftsängste, weil sie ökonomisch schlechter dastehen. Wirtschaftlicher Aufstieg ist heutzutage um einiges schwieriger als es einmal war, und das spüren die Menschen tagtäglich. Anstatt ihnen aber Perspektiven zu geben, visionäre Politik umzusetzen, die ihre Sorgen wegnimmt und sie im Herzen erreicht, anstatt den Menschen mutige Politik anzubieten oder schwierige wirtschaftliche Lagen mit progressiven Maßnahmen zu bekämpfen, bei denen zum Beispiel von ganz oben nach unten umverteilt wird oder anstatt in Frage zu stellen, warum die Art und Weise, wie wir wirtschaften, immer zu Krisen führt, nimmt man den Menschen, vor allem aber den Allerärmsten, einfach das Geld weg. Das ist eine globale Entwicklung, über die man sich nur wundern kann und die Sie in Wien genauso umsetzen. Denn nichts anderes macht die Sozialdemokratie mit der neoliberalen Unterstützung der NEOS beim heute und morgen zu beschließenden Budget in Wien. Mutlos werden die Ärmsten noch ärmer gemacht, Austerität ist das Motto an allen Ecken und Enden. Dass das einer Stadt wie Wien nicht würdig ist, darüber brauchen wir nicht zu reden. Das einst beinahe revolutionär Rote Wien wird heute von dieser Stadtregierung zu Tode gespart. Das ist ein großes politisches Armutszeugnis, meine Damen und Herren. (Beifall bei den GRÜNEN.) Denn mit diesem Budget werden die Wienerinnen und Wiener ärmer gemacht, ihre Sorgen werden auch größer gemacht. Noch einmal: Es sind Parteien der vermeintlichen Mitte, nämlich die Sozialdemokratie und die NEOS, die dafür verantwortlich sind. Mit diesem Budget bringen Sie das liberale Versprechen eines guten Lebens in Würde für alle in Wien ein weiteres Mal um. Das ist das Letzte, was wir im Kampf gegen autoritäre Kräfte brauchen. Was kann man stattdessen machen? - Die SPÖ und die NEOS werden morgen ihr hässliches Budget einfach beschließen. (Heiterkeit bei den NEOS.) Wir GRÜNE werden an der Seite der Wienerinnen und Wiener stehen. Sie lachen, Sie lachen. Es sind einfach nur Kürzungen in allen Bereichen. Ich glaube, die Menschen, die draußen demonstrieren, lachen nicht, sondern sie machen sich Sorgen, wie sie ihr Leben finanzieren werden. Dass Sie Ihr Leben gut finanzieren können, das weiß ich ja. (Beifall bei den GRÜNEN.) Wir werden für eine Politik sein, die Menschen mitnimmt und nicht verhöhnt. Der Kampf gegen autoritäre Kräfte weltweit kann nur gewonnen werden, wenn wir Politik für die Menschen machen und nicht gegen sie. (Beifall bei den GRÜNEN.) Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Die Redezeit war acht Minuten, die Restredezeit für die GRÜNEN ist sechs Minuten. Als Nächster zu Wort gemeldet ist GR Paul Johann Stadler, zwölf Minuten Restredezeit der Fraktion. (GR Paul Johann Stadler: Das werden wir nicht alles brauchen! - Heiterkeit beim Vorsitzenden.) - Bitte schön. GR Paul Johann Stadler (FPÖ): Meine sehr verehrten Damen und Herren, sehr geehrte Frau Stadträtin, sehr geehrter Herr Vorsitzender, sehr geehrte Zuseher via Livestream, liebe Kolleginnen und Kollegen! Den Voranschlag 2026 habe ich bekommen, ich habe mich davorgesetzt und habe mich wirklich bemüht, ihn durchzuackern, zu lesen, zu analysieren. 597 Seiten. Ich sage Ihnen ganz ehrlich, bei 212 Seiten bin ich dann ausgestiegen. Es war mir ganz einfach zu viel, das Ganze irgendwie noch zu behirnen, was da drinnen ist. Dann habe ich mir gedacht, na gut, du bist nicht mehr der Jüngste, du verstehst es nicht, du gehst zu einem Spezialisten. Ich bin zu meinem Steuerberater gegangen, einem Buchhalter und habe gesagt, kannst du mir da ein bisschen helfen, wie diese ganzen Verschachtelungen, wie sich das alles abspielt, dass man das wirklich hinterfragen kann, worum es da geht. Wissen Sie, was mir der gesagt hat? - Schwer bis unmöglich zu erklären, wenn du nicht ein Fachmann bist, ein Steuerberater oder Buchhalter. (Zwischenruf von GR Denis Šakic.) Es wird hier so viel getrickst - wörtlich getrickst! -, dass er mir es in dieser kurzen Zeit nicht erklären kann. Meine sehr verehrten Damen und Herren, als ehemaliger Bezirksvorsteher berufe ich mich aber natürlich jetzt auf die sogenannten Einsparungen im Bezirk. Die ganz großen Zahlen sind ja heute alle schon durch den Raum geflossen - mich wundert ja, dass die Mauern das aushalten -, die Milliarden, die da schon besprochen wurden und was sich da alles so richtig ergeben hat. Es ist mir aber auf der anderen Seite auch klar, dass Sie sparen sollten beziehungsweise müssen, und das wissen Sie auch. Ich sehe aber in Wirklichkeit keinen Sparwillen bei Ihnen, wenn ich mir diesen Voranschlag anschaue. Ich gehe als ehemaliger Bezirksvorsteher jetzt natürlich speziell auf die Bezirkssachen ein. Wie Sie wissen, in Simmering war immer zu wenig Geld da, denn wir hatten immer die Ausgaben für Schulen, Kindergärten, Straßen, Beleuchtung, Parkanlagen und vieles mehr. Die Ausgaben waren immer höher, als wir im Budget zu Verfügung hatten. Wir mussten mit dem Magistrat verhandeln und schauen, ob wir Projekte verschieben, Teilsanierungen machen, die immer teurer waren, um die Probleme lösen zu können. Meine sehr verehrten Damen und Herren, was machen Sie jetzt? - Sie frieren die Bezirksbudgets in Wien mit Stand 2025 in allen Bezirken ein und sparen sich angeblich 17 Millionen EUR. Ich sage Ihnen eines, das ist der falsche Weg zu sparen. Es kommt Ihnen im Endeffekt teurer, als Sie glauben. Sie geben ihnen dasselbe Geld wie 2025, aber die Ausgaben frieren Sie nicht ein. Das heißt, die Bezirke werden ihre gesetzlichen Kernaufgaben wahrscheinlich nicht immer erfüllen können, weil ja das Budget eingefroren ist, und die Ausgaben steigen. Es war immer so typisch, es hat geheißen, die Schulen muss der Bezirk nicht zahlen. Ja, das ist schon richtig. Aber wir müssen die Schulen erhalten, und das fällt in das Budget hinein. Das muss erhalten werden, das steigt mit der Inflation, das steigt mit allen mit. Um das hat der Bezirk weniger Geld, um es für andere Projekte auszugeben. (Beifall bei der FPÖ.) Die Bezirke sind die ersten Ansprechpartner für die Bürger mit ihren Problemen, nicht die Gemeinde Wien. Zum Bezirk kommen sie als Erstes, zum Bezirksvorsteher in die Bezirksvorstehung und bringen ihre Probleme vor. Angefangen bei den Behinderten, ob Gehsteigreparaturen sein müssen, Motorradabstellplätze, Parkplätze, Löcher in den Straßen, Parkbänke, Baumpflanzungen, Kinderspielplätze, Beleuchtungen - die Bezirksvorstehung ist der erste Ansprechpartner. Das wenige Geld, das zur Verfügung steht, spüren die Bürger jetzt als Erstes im Bezirk. Und das alles, weil Sie mit den Steuergeldern unserer Bürger nicht richtig umgehen können. Die Bezirksvorsteher von ÖVP und GRÜNEN haben Ihnen ihre Bedenken auch hier im Rathaus mitgeteilt. Sie waren ja da und haben schon allen gesagt, was los ist, was sich abspielt. Von der SPÖ war keiner da. Das ist klar, die werden nicht gegen ihre eigene Stadtregierung reden. Aber ich kenne etliche, die auch nicht zufrieden sind mit dem Budget, mit dem Einfrieren dieser Budgets. Ich kann Ihnen nur noch einmal sagen, Sie sparen hier am falschen Platz. Sie nehmen den Bezirken die Möglichkeit, ihre Kernkompetenzen umzusetzen. Überlegen Sie sich das bitte noch einmal sehr gut. Die Bezirke sind die ersten Ansprechpartner, das muss immer im Hintergrund sein. Auf der anderen Seite machen Sie alles teurer. Was machen Sie mit dem Geld? Verplanen Sie es falsch, kalkulieren Sie nicht richtig oder investieren Sie es in falsche Objekte? - Als Seniorensprecher meiner Partei muss ich Ihnen sagen, dass so viel teuer geworden ist und der Großteil der Pensionistinnen und Pensionisten nicht mehr weiß, wie sie über den Winter kommen sollen. Ich gebe Ihnen ein paar Beispiele: Nicht nur, dass die Sozialversicherung von 5,1 auf 6 Prozent erhöht wurde, haben Sie den Seniorenfahrschein gestrichen, die Wassergebühren erhöht, Abfall, Kanal, Kurzparktarife, Jahreskarte, die E-Card-Gebühr von 13,80 auf 25 EUR, die Hundesteuer wird um 65 Prozent erhöht, der Wiener Sportförderungsbeitrag wird um 12,5 Prozent angehoben. Ich könnte Ihnen noch viel, viel mehr aufzählen. Obwohl Sie das alles erhöht haben, ist trotzdem noch immer zu wenig Geld in der Kasse. Trotz dieser dramatischen Ausgangslage setzt Wien nicht auf konsequentes Sparen, sondern deutlich auf die Belastung für die Bürger. In anderen Ländern ist man stolz auf seine Senioren und Pensionisten, die jahrzehntelang gearbeitet und Steuern gezahlt haben. In Prag, Olmütz, Ostrava, Pilsen, können sie zum Beispiel ab 65 Jahren gratis mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, in Budweis und Brünn ab 70 Jahren. Es geht aber noch weiter, wir haben auch noch andere Länder. In Zagreb, Budapest, Tallinn, Riga oder Lissabon kostet es auch nur 65 EUR für die Senioren. Und was machen Sie? - Sie streichen den Seniorenfahrschein, erhöhen die Jahreskarte und belasten die Bevölkerung. Das finde ich wirklich schäbig. Da haben sich unsere Pensionisten etwas ganz anderes erwartet. (Beifall bei der FPÖ.) Wir sind doch die tolle Stadt, aber andere Städte zeigen uns, wie wir mit unseren Pensionisten und Senioren umgehen. Sie haben ein Leben lange einbezahlt, und jetzt nimmt man ihnen das Weiße aus den Augen. Leider können sich die Pensionisten nicht wirklich wehren. Die Inflation wird nicht richtig angepasst, die Energiekosten steigen, die Fernwärme steigt, die Lebensmittel werden teurer. Trotz dieser dramatischen Ausgangslage setzt Wien nicht auf konsequentes Sparen, sondern auf deutliche Belastung für die Bürger. Das Gas ist derzeit so billig wie noch nie, ich weiß wovon ich rede, ich komme nämlich aus der Mineralölbranche. Wir hatten erst unlängst ein Treffen der Mineralölbranche. Da haben uns die gesagt, das Gas hat so einen tollen Preis, in Deutschland hat man das schon an die Bürger weitergegeben. Dann habe ich gesagt, wie schaut das aus, Wien Energie wird dann auch den Gaspreis senken. Die haben mich alle entsetzt angeschaut und haben gesagt, das glaubst du aber selber nicht. Ich frage: Wieso nicht? - Er sagt: Frühestens wenn die Heizsaison aus ist, überlegt man, ob man den Gaspreis senken wird. Ich muss Ihnen sagen, das ist nicht korrekt, das ist wirklich ein Abzocken auf allen Ebenen. Wenn man weiß, man kauft so günstig ein, und jetzt kann man es noch teuer verkaufen. Wenn die Heizsaison aus ist und es keiner mehr braucht, dann geht man mit dem Preis hinunter. Wenn die nächste Heizsaison kommt, dann haut man das Ganze wieder drauf. Das kann es nicht sein. Auf der anderen Seite frage ich mich immer, was Sie mit dem ganzen Geld machen, das Sie da einnehmen. Ja, wir haben schon gehört, da wird gefördert, da wird etwas gemacht, aber Sie geben es anscheinend immer an falscher Stelle aus und schauen schon lange nicht mehr auf unsere Bürger. (Beifall bei der FPÖ.) Voriges Jahr haben Sie 936 Millionen EUR an Förderungen vergeben, teilweise an Vereine, bei denen man genauer hinterfragen muss, wo der Mehrwert für Wien ist - und gleichzeitig ungebrochene Förderströme für parteinahe Organisationen. Das ist sozial ungerecht und wirtschaftlich verantwortungslos. (Beifall bei der FPÖ.) Da könnte man die 17 Millionen EUR locker einsparen und den Bezirken wäre geholfen, und sie müssten nicht am Hungertuch nagen. Ich sage Ihnen eines, schauen Sie sich das bitte noch einmal genau an. Wenn ich mir das anschaue, dann steigt mir die Grausbirne auf, die grauen Haare habe ich schon, die können nicht mehr grauer werden, aber es ist so. (Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ.) Wenn wir schon über das Sparen reden: Als ich Bezirksvorsteher wurde, habe ich das Büro und die Möbel meiner Vorgängerinnen übernommen. Ich habe sogar die ganzen Angestellten übernommen (GR Mag. Josef Taucher: Gute Leute!) und habe mir niemand Neuen dazugeholt. Ich habe das ganze alte Büro gelassen. Der neue Vorsteher hat jetzt das Büro vergrößert - Frau Stadträtin, ich glaube, der hat schon fast ein größeres Büro als Sie! -, das ist schon riesig. Zu meiner Zeit waren wir sechs Personen, die im Bezirk gearbeitet haben, inklusive Büroleiter, jetzt haben wir neun Personen. Ich habe mir überlegt, was haben die jetzt so viel mehr Arbeit, dass man so ein Riesenbüro braucht, dass man so viel Angestellte braucht. Also ich verstehe nicht, was sich da alles abspielt, aber da hätte man sich einiges sparen können. Es ist immerhin das Geld der Steuerzahler, das da hinausgeworfen wird. (Beifall bei der FPÖ.) Ich kann nur eines sagen, von Sparen ist weit und breit nichts zu sehen. Dieser Voranschlag ist in meinen Augen nur eine Willenskundgebung. Er muss ja nicht eingehalten werden. Wir sehen ja, dass diese Voranschläge immer aus dem Ruder laufen. Ich habe es im Bezirk gesehen. Wir haben für ein Projekt 2 Millionen Voranschlag gehabt, im Endeffekt hat es 5 Millionen gekostet. Das kann es nicht sein, meine sehr verehrten Damen und Herren. Wo liegt das Problem? - Als ich Unternehmer war, haben wir für die ÖBB große Bauaufträge gemacht, haben bei diesen Ausschreibungen mitgetan und im Endeffekt war es dann so, dass wenn wir mit dem Budget nicht ausgekommen sind, die ÖBB dann gesagt hat, Pech gehabt, hättest besser kalkuliert, das Risiko trägst du. Nur wer trägt das Risiko in der Gemeinde Wien? - Der Bürger, weil alles teurer wird. Ich könnte noch lange, lange reden, aber da steht schon "Ende". Meine sehr geehrten Damen und Herren, nächste Woche ist Weihnachten. Ich möchte Ihnen von hier aus ein frohes Fest mit Ihren Familien wünschen. Und ich bin noch einer, der ein bisschen ans Christkind glaubt (Heiterkeit bei der FPÖ.) und dass Sie mit dem Geld der Steuerzahler sorgfältiger umgehen, besser kalkulieren und sparsamer sein werden. - Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.) Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Die Redezeit der FPÖ ist damit erschöpft. Als Nächster zu Wort gemeldet ist GR Dr. Obrecht, gewählte Redezeit ist fünf Minuten, Fraktionsrestredezeit ist 25 Minuten. Ich stelle aber einmal fünf Minuten ein. - Bitte. GR Dr. Sascha Obrecht (SPÖ): Vielen Dank, Herr Vorsitzender! - Werte Frau Stadträtin, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Es war bemerkenswert, was in der Vorrede gerade passiert ist: Zunächst sagt man, die Bezirke sind die erste Anlaufstelle, sie sind immens wichtig, sie brauchen jede Unterstützung, die sie von uns bekommen können - was ich alles unterstütze! Im nächsten Atemzug sagt man aber, wenn Personal in dieser Bezirksvorstehung, um die es gegangen ist, erhöht wird, dass das gleichermaßen falsch ist. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Es waren zwei Minuten in der Rede dazwischen, aber prinzipiell ist das schon ein bemerkenswerter Sprung in einer Rede. Wie man einerseits finden kann, es ist alles zu viel, was dort gemacht wird, auf der anderen Seite, wenn man mehr Personal hingibt, ist es auch falsch. Das ist ein bemerkenswerter Sprung, den Sie da haben, und damit wollte ich starten. Was auch noch spannend war, war natürlich, dass jemand zum Buchhalter geht, der Buchhalter soll sich das Budget der Stadt Wien einmal kurz anschauen und binnen dieser kurzen Zeit ist es nicht möglich sinnerfassend zu sagen, was da genau passiert. Na, ich will es hoffen, dass es bei einer Stadt mit knapp zwei Millionen Menschen nicht möglich ist, dass ein Buchhalter auf einen Blick gleich sagen kann, was da alles passiert, denn ein bisschen komplexer ist die Welt halt auch schon. Vor allem natürlich auch dann, wenn man weiß, wie die FPÖ Wien mit Buchhaltungsdaten umgeht. Denn da wissen wir auch aus der Vergangenheit, immer wenn es gerade nicht passt, verschwinden die. (StR Dominik Nepp, MA: Stimmt überhaupt nicht!) - Zumindest ist das so in den Zeitungen gestanden. Der "Spiegel" und der "Standard" haben natürlich beide falsche Informationen gehabt, natürlich, Kollege Nepp, so war das. (Beifall bei der SPÖ. - StR Dominik Nepp, MA: 120 000 EUR, der hat 120 000 EUR von Ministerin Holzleitner bekommen!) Was man bei der Debatte vielleicht ein bisschen außer Acht lässt - es kommt mir dann immer so vor, als würde nur Wien einen angespannten Haushalt haben -, ist, dass das natürlich auch eine europäische Dimension hat. Ich gebe Ihnen das Beispiel, das mir am meisten Sorgen macht: Frankreich hat momentan einen Schuldenstand von 3 300 Milliarden EUR. Der Schuldendienst, den Frankreich zu leisten hat, beträgt alleine 67 Milliarden EUR. Damit ist das der höchste Ausgabeposten des gesamten französischen Budgets. Sie geben mehr für Zinsen aus als für Bildung oder für das Militär. Das ist die Situation, in der sich Frankreich momentan befindet. Das bedeutet nicht nur ein Problem für Frankreich, sondern für die Europäische Union als Ganzes. Wie wir wissen, ist Frankreich kein unbedeutender Staat im Rahmen der Europäischen Union, einer Union, die von außen wie von innen attackiert wird. Wir erleben vom Westen, von einem langjährigen, jahrzehntelangen Verbündeten, der in unserer Geisteshaltung natürlich immer noch ein Verbündeter ist, dass er einen Präsidenten hat, der immer wieder durchaus ganz klar auch zum Ausdruck bringt, dass er für das europäische Projekt nicht nur Sympathien hegt. Wir erleben im Osten einen einseitigen Angriff auf die Ukraine, der einen Zustand, von dem wir geglaubt haben, dass er ewig währen wird, zumindest war das die Hoffnung, nämlich Frieden in Europa, aus dem Gleichgewicht gebracht hat, und das einseitig. Auch das ist eine Sache, die für die Europäische Union von zentraler Bedeutung ist. Wir erleben ein wirtschaftliches Problem, das alle europäischen Staaten gleichermaßen betrifft. In dieser Situation gibt es in Wahrheit nur eine Lösung, die man gemeinsam suchen kann, nämlich sich zu überlegen, wie sich Österreich einbringen kann, damit die Europäische Union stärker, sozial gerechter und demokratischer wird. Denn die Lösung liegt nicht beim Austritt aus der Europäischen Union, sondern darin, die Europäische Union näher an die Bürgerinnen und Bürger heranzubringen. (Beifall bei der SPÖ.) Besonders bemerkenswert dabei ist ja auch, wenn man sich anschaut, dass in der Administration Trump darüber gesprochen wird, wer denn potenzielle Verbündete dafür sind, dass Österreich aus dieser Europäischen Union austritt. Sie werden es nicht glauben: Es gibt eine Partei, die da besonders stark und oft genannt worden ist, nämlich die Freiheitliche Partei. Oh Wunder! Auf der zweiten Seite hofft die Administration auf die Rückkehr von Sebastian Kurz, denn auch da erhoffen sich die Kräfte rund um Präsident Trump, dass man einen Austritt aus der Europäischen Union in Erwägung zieht. Damit weiß man auch schon ganz klar, in welche Richtung das Ganze gehen soll. (Zwischenruf von GR Michael Niegl.) Umso wichtiger ist es, dass die progressiven Kräfte in diesem Haus von der Hauptstadt Österreichs aus ganz klar ein Bekenntnis dazu ... (GR Michael Niegl: Ihr habt dafür den Kern!) - Entschuldigung, noch einmal. (StR Dominik Nepp, MA: Kern! - GR Michael Niegl: Ihr grabt gerade den Kern aus!) - Wir graben niemanden aus. Ich habe auch nicht gesagt, dass die ÖVP Sebastian Kurz ausgräbt. Ich habe gesagt, auf wen die Administration Trump besonders hofft. Das ist Sebastian Kurz. Sie hoffen natürlich auch auf Sebastian Kurz - das weiß ich -, weil Sebastian Kurz null Berührungsängste mit Ihnen als Partei hatte und sofort bereit war, eine Koalition mit Ihnen zu bringen. Was hat die für Österreich gebracht? - Den 12-Stunden-Arbeitstag und eine Patientenmilliarde, die nicht angekommen ist, sondern das Gesundheitssystem teurer gemacht hat und genau auf jene Personen herabgetreten hat, für die Sie immer behaupten einzustehen. (Beifall bei der SPÖ.) Ich will aber vielleicht auch noch abseits der europäischen Dimension auf ein paar Dinge eingehen, die ich besonders erwähnenswert und auch aufklärungswert finde. So hat Kollege Saurer vorhin schon davon gesprochen, dass die Verordnungsermächtigung der Frau Stadträtin die Möglichkeit gibt, Mittel bis zu einem Zinssatz von 3 Prozent aufzunehmen. Er meint, das ist deswegen der Fall, weil die Ratingagenturen Wien jetzt downgraden werden und dadurch die Bonität schlechter wird. Spannend ist natürlich, woher er das weiß. Vielleicht war es ein Kurs bei Gerda Rogers, denn anders kann er das nicht wissen. Das ist ein Blick in die Zukunft. Der ist nicht möglich. Ich kann Ihnen eines garantieren: Es liegt völlig im politischen Interesse der Frau Stadträtin, der SPÖ Wien, der Koalition in Wien und hoffentlich aller Parteien in diesem Raum, dass kein Kredit zu schlechteren Bedingungen aufgenommen wird, als nur irgendwie möglich ist. Insofern sind diese Unterstellung und diese Argumentation völlig nichtig. Denn warum sollte man das machen? - Es gibt keinerlei Interesse daran, einen schlechten Kredit zu nehmen. Der Nächste war Kollege Mayer von der ÖVP, der natürlich mit besonders viel Ernsthaftigkeit in diese Debatte hineingegangen ist. Was hat er gesagt? - Wenn man die Wienerinnen und Wiener entscheiden lassen könnte, was würden Sie nehmen: das Magazin "Mein Wien" oder die sofortige Inbetriebnahme der U5? - Das ist natürlich ein super Vergleich. Da geht es wirklich um die gleichen Beträge. Wie seriös ist denn das? Sie sagen, Sie stehen für eine ordentliche Wirtschaft ein, und dann bringen Sie so einen Vergleich. Das ist völlig unter Ihrer Würde. Da arbeiten Sie mit Dimensionen die gar nicht zusammenpassen. (Beifall bei der SPÖ. - Zwischenruf von GR Georg Prack, BA.) Kollege Guggenbichler meint, Wien habe die höchste Arbeitslosenquote. Das hat er gesagt. Ja, das stimmt auch. Was er natürlich nicht erwähnt hat, ist, wie diese Zahl zusammenkommt. Was er nämlich nicht erwähnt, ist, dass Wien 200 000 Pendlerinnen und Pendler beherbergt, die natürlich in Wien arbeiten und sich nicht auf die Wiener Arbeitslosenquote auswirken, sondern auf die Arbeitslosenquote der Bundesländer, in denen diese Personen wohnen. (Beifall bei der SPÖ.) Was er nämlich gleichermaßen auch sagen könnte, ist, dass Wien natürlich gleichzeitig auch die Stadt ist, die in Österreich die höchste Arbeitsplatzdichte hat. Das ist eine Zahl, die vielleicht wesentlich mehr Auskunft darüber geben kann, wie innovativ dieser Wirtschaftsstandort ist und wie sehr sich die Stadt für Arbeitsplätze einsetzt. Wir haben schon am Freitag gehört - ich höre es von grüner Seite schon öfter -, dass wir hier Maggie Thatcher nachmachen. Wir gehen nach dem Motto: "There is no alternative" vor. Wir sind Anthony Giddens, Tony Blair - wer auch immer, you name it, was auch immer Sie sagen. Der Punkt ist: Natürlich gibt es eine Alternative. Man kann natürlich darüber reden, dass wir ein Wirtschaftssystem anders gestalten. Ich bin ein Verfechter davon, dass es etwas Höheres gibt als das Kapital und dass der Mensch im Zentrum stehen muss. Faktum ist nur leider auch in diesem Moment, dass wir in einem kapitalistischen System leben und dass wir, wenn wir nicht aufpassen, wie sich der Schuldenstand in dieser Stadt entwickelt, genau in das Desaster hineinschlittern, das gerade in Frankreich passiert. Insofern müssen wir sehr wohl darauf achten, dass unsere Schulden nicht aus dem Ruder laufen, und sehr wohl darauf achten, dass wir in dieser Stadt verantwortungsvoll regieren. Das hat nichts mit Alternativlosigkeit zu tun, sondern das hat etwas mit verantwortungsvoller Politik für diese Stadt zu tun. (Beifall bei der SPÖ. - StRin Mag. Judith Pühringer: Aber nicht bei den Ärmsten kürzen!) Weil Sie immer wieder sagen, dass es falsch wäre, diese Misere, in der wir uns momentan befinden und aus der wir uns hinauszumanövrieren versuchen, auch dem Bund umzuhängen, und weil Sie immer wieder sagen, es hat null empirische Evidenz: Sie wissen schon, dass das Budgetdefizit seit 2020 jedes Jahr gestiegen ist, vielleicht nicht kontinuierlich, aber es war immer höher, als es mit Stand 2020 war. Wir hatten es im Jahr 2024 auf einer Höhe von 4,7 Prozent - deutlich über dem, was Maastricht uns vorgibt. Sie wissen auch, dass Sie zeitgleich Maßnahmen beschlossen haben, bei denen jeder im Raum, wenn er darüber nachdenkt, sich überlegt: Vielleicht sollten wir über eine Gegenfinanzierung nachdenken. (Zwischenruf von GR Hannes Taborsky.) Sie haben nämlich einerseits gemeinsam als Schwarz-Grün die kalte Progression abgeschafft. Das sind 1,8 Milliarden EUR. Zweitens haben Sie die Körperschaftsteuer abgeschafft. Das ist die Konzernsteuer, deren Abschaffung wirklich nur großen Konzernen in Österreich zugutegekommen ist: 2 Prozent. Das macht mehr als eine Milliarde EUR im Jahr. Auch das haben Sie gemacht. Drittens haben Sie - das ist ein Punkt, den ich sogar befürworte - die Sozial- und Familienhilfe valorisiert. Auch das kostet aber natürlich Geld. Auch da haben Sie nicht an eine Gegenfinanzierung gedacht. Diese drei Punkte zusammen führen dazu, dass der Bund ein massives Problem hat. Wenn der Bund ein Problem hat, hat es auch die Stadt. Denn ob Sie es wissen oder nicht: 44 Prozent der Einkünfte dieser Stadt kommen von den Ertragsanteilen. (GR Hannes Taborsky: Die gestiegen sind!) Das heißt, es ist immer auch ein Bundesthema, wenn die Stadt ein Thema mit den Finanzen hat. Das können Sie wegleugnen, wie Sie wollen. (GR Hannes Taborsky: Nein, wir leugnen es nicht!) Es ist tatsächlich einfach ein Thema, Maßnahmen ohne Gegenfinanzierung zu machen. Man kann es dann nicht einfach wegleugnen. (GR Hannes Taborsky: Die Ertragsanteile sind gestiegen!) Wenn ein Sozialdemokrat so eine Budgetpolitik gemacht hätte wie Magnus Brunner, hätten Sie uns gesagt, wir sind völlig unfähig, den Staatshaushalt in Ordnung zu bringen. Sie hätten gesagt: Die Roten könnten nicht wirtschaften. (Zwischenruf bei der ÖVP. - GR Harald Zierfuß: Na ja! Das ist ein Stadthaushalt!) Bei Ihnen ist das aber natürlich völlig egal. Magnus Brunner wird auch noch zum EU-Kommissar hochgelobt, weil er sich für diese Republik so bewährt hat. Das ist es, was Sie machen. (Beifall bei der SPÖ. - StR Dominik Nepp, MA: Ihr habt den Nehammer mitbefördert!) Wunderbar, Herr Nepp, vielleicht melden Sie sich noch, dann könnten wir ... Obwohl: Das können Sie jetzt nicht mehr. Das ist ein Pech - für uns alle. (Heiterkeit bei GRin Luise Däger-Gregori, MSc.) Insgesamt kann man feststellen, dass dieses Stadtbudget vielleicht nicht eines ist, das wir mit Gloria und Trompeten feiern, weil es auch viele Maßnahmen trifft, die für uns nicht so schön sind und die uns nicht so gut gefallen, weil es auch Einsparungen betrifft, die wir so vielleicht nicht tragen würden. Dennoch gilt es, Verantwortung für diese Stadt zu übernehmen, damit die Stadt Wien eben auch in Zukunft das ist, was sie jetzt schon ist: ein leuchtendes Beispiel dafür, wie Menschen gut zusammenleben können, wie eine Stadtverwaltung funktionieren kann und wie ein gutes Leben für die Bevölkerung in dieser Stadt möglich ist. Das waren wir in der Vergangenheit. Das sind wir in der Gegenwart. Wir werden es auch in Zukunft sein. (Beifall bei der SPÖ und von GRin Dr. Maria In der Maur-Koenne.) Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Die Redezeit betrug elf Minuten. Die Restredezeit für die SPÖ würde daher 14 Minuten betragen. Kollege Taborsky, für deinen Zwischenruf "euer Kommunist Babler" bekommst du einen Ordnungsruf. (GR Michael Niegl - die Hand hebend: Nein, ich habe es gesagt! Das war ich! Den möchte ich haben! - Allgemeine Heiterkeit. - StR Dominik Nepp, MA: Aber wieso? Er bekennt sich ja selbst dazu!) - Okay, Entschuldigung. Ihr habt eine ähnliche Stimme, kein Problem. Also den Ordnungsruf erhält Kollege Niegl und nicht Kollege Taborsky. (GR Michael Niegl: Auch wenn ich nicht genau weiß, warum! Vielleicht wollen Sie es erklären!) - Danke. Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Kollege Ellensohn zu Wort gemeldet. - Bitte schön. GR David Ellensohn (GRÜNE): Herr Vorsitzender, meine Damen und Herren! Nachdem wir in der Budget- und Finanzdebatte sind, wäre es günstig, wenn wir die richtigen Zahlen nehmen. Sehr entrüstet wurde jetzt der Schuldenstand von Frankreich im Vergleich zu Wien genommen. Vergleichen wir einmal Frankreich mit Österreich, und dann vergleichen wir Paris mit Wien. Es sind halt sehr viel mehr Menschen in Frankreich. Dadurch sind die 3 300 Milliarden EUR natürlich ein Wahnsinn. In China sind noch mehr Menschen. Wenn man die alle zusammenzählt und so weiter. Die Pro-Kopf-Verschuldung in Frankreich beträgt ungefähr 48 000 EUR auf Bundesebene, in Österreich sind es 45 000 EUR. Das ist in der Nähe. Wir sollten aber nicht Frankreich mit Wien vergleichen, sondern vergleichen wir Paris mit Wien! Paris hätte dann eine Pro-Kopf-Verschuldung von ungefähr 4 200 EUR, Wien aktuell von ungefähr 7 500 EUR, geplant sind 15 000 EUR. Nur damit man das weiß, wenn man schon die Zahlen herwirft. (Amtsf. StR Mag. Jürgen Czernohorszky: Ist Paris ein Bundesland, David?) Dann gibt es noch eine kleine tatsächliche Berichtigung: Die Körperschaftsteuer wurde natürlich nicht abgeschafft, sondern gesenkt. (Amtsf. StR Mag. Jürgen Czernohorszky: Das ist eine tatsächliche Berichtigung! Du hast gerade gesagt ...!) - Dein Kollege vergleicht Frankreich mit Wien. Ich versuche, Punkte miteinander zu vergleichen. Es ist das Doppelte. Wien hat jetzt das Doppelte, und geplant ist das Vierfache von Paris. Abgeschafft wurde schon etwas in Österreich, was mit dieser Debatte zu tun hat. Das wäre die Vermögenssteuer unter Finanzminister Lacina, geführt von Finanzminister Lacina, was es sehr, sehr schwierig macht, sie neuerlich auf Bundeseben aufzustellen, weil wir dafür Verfassungsmehrheiten brauchen. Das haben Sie leider, glaube ich, 1993 im Nationalrat beschlossen. Nicht abgeschafft wurde die Körperschaftsteuer, schon abgeschafft wurde die Vermögenssteuer. Die Pro-Kopf- Verschuldung in Wien ist fast doppelt so hoch wie in Paris. In Frankreich und in Österreich ist sie ungefähr gleich. - Danke. (Beifall bei den GRÜNEN. - StRin Mag. Judith Pühringer: Das war jetzt sehr gut!) Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Zu Wort gemeldet ist GR Löcker. Ich erteile es ihm. Die gewählte Redezeit beträgt drei Minuten, die Restredezeit der Fraktion beträgt sechs Minuten. Die stelle ich auch ein. - Bitte. GR Theodor Felix Löcker (GRÜNE): Sehr geehrte Frau Stadträtin, sehr geehrter Vorsitzender, liebe KollegInnen, werte ZuseherInnen! Der Tag ist schon lang. Die erste Geschäftsgruppe neigt sich langsam dem Ende zu. Hoffentlich haben Sie trotzdem noch vielleicht vier oder fünf Minuten Aufmerksamkeit. Ich hatte sie auf jeden Fall vorhin bei der Rede vom Kollegen Ornig. Sie haben gesagt, Wien nutzt moderne IT-Systeme und kann dadurch Geld einsparen. Sie haben Beispiele angeführt. Das ist gut so. Es wäre schön, wenn das überall stimmt. Wenn Sie es als Wunsch formuliert haben, dass es so wäre, dann würde ich Ihnen beipflichten. Tatsache ist: Es ist leider nicht überall so. In der MA 40 müssen MitarbeiterInnen zusätzlich zu den elektronischen Akten immer noch Papierformulare verwenden, weil das EDV- System nicht in der Lage ist, alles zu bearbeiten. Das beste Beispiel ist das Betriebssystem VITA im FSW, wo wahnsinnig viel Geld für ein nicht voll funktionsfähiges System ausgegeben wird. Das ist weit weg vom State of the Art. Programmiert wurde die Software übrigens schon 1998. Da war ich noch lang nicht auf der Welt. Die Kosten betragen mindestens 16,5 Millionen EUR und wahrscheinlich noch deutlich mehr. Wofür? - Für ein IT-System, das den MitarbeiterInnen Wickel verursacht und Sicherheitslücken aufweist. Zudem sei es - Zitat im "Falter" - "ungewiss, wie lang diese alten IT-Lösungen in einer modernen Infrastrukturumgebung überhaupt noch funktionieren können". Auf Nachfrage des "Falter" heißt es - ich zitiere: "Kosten für VITA umfassen aktuelle Projektarbeit, technische Entwicklung, Wartung, Applikationsbetrieb sowie Support. Daher kann keine genaue Gesamtsumme genannt werden." Jetzt wird es wirklich spannend: "Eine entsprechende Erhebung ist für den FSW auch nicht erforderlich." - Nicht erforderlich? Das sind Millionen Euro an Steuergeld, die da versickern. In einer Zeit, in der Sie im Sozialbereich auf dem Rücken der Ärmsten kürzen, bräuchten wir diese Millionen doch bitterlich. Ich lasse mir einreden, dass ein IT-System für eine so komplexe Organisation wie den FSW Zeit braucht und viel Geld kostet und sicherlich auch mit der einen oder anderen Komplikation verbunden ist und dass nicht alles von heute auf morgen geht. Was ich mir aber nicht erklären kann, ist, dass am Ende des Tages nichts herauskommt außer vergossenen Mühen, Schwierigkeiten für das Personal im FSW und Millionen Euro, die weg sind und die wir doch an anderer Stelle so dringend bräuchten. (Beifall bei den GRÜNEN sowie von StR Dominik Nepp, MA und GR Armin Blind.) Wir finden, da braucht es Aufklärung. Deswegen haben wir den Rechnungshof eingeschaltet. Wir fordern digitale Lösungen am Puls der Zeit und eine Aufklärung über versickerte Steuermillionen, denn die KundInnen des FSW, die MitarbeiterInnen und letzten Endes die Leute, die das zahlen, die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler der Stadt, hätten sich diese Aufklärung und Transparenz verdient. Ich habe in meiner ersten Rede aber auch betont, dass ich einmal loben möchte, wenn etwas gut gemacht wird. Ich bin eigentlich ein echt konfliktscheuer Mensch. Wahrscheinlich ist Politiker der falsche Beruf dafür. Es wird hier aber die ganze Zeit so viel gestritten. Ich möchte sagen, dass sich Wien für die Gigafactory bewirbt, finde ich sehr, sehr gut. Die EU plant, weniger beizusteuern, als sie ursprünglich gesagt hat. Das stellt unsere Stadt vor gröbere finanzielle Herausforderungen, das Ganze zu finanzieren. Von unserer Seite sei aber gesagt: Bei den Bestrebungen, Wien bei digitaler Infrastruktur voranzubringen, die klaren ethischen Prinzipien folgt, haben Sie in der GRÜNEN Fraktion ganz sicherlich Partnerinnen und Partner. (Beifall bei den GRÜNEN und von GRin Dipl.-Ing. Elisabeth Olischar, BSc.) Es sind sogar noch zwei Minuten übrig, die ich Ihnen schenke. (Heiterkeit bei der SPÖ.) Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Die Redezeit betrug jetzt vier Minuten. Als Nächste ist nun die Frau Amtsf. StRin Novak zu Wort gemeldet. Die Redezeit beträgt 15 Minuten. - Bitte. Amtsf. StRin Barbara Novak, MA: Sehr geehrter Herr Vorsitzender, sehr geehrte Damen und Herren! Herzlichen Dank für die Debatte, die tatsächlich von vielen Superlativen und extrem vielen Metaphern getragen war, die ich jetzt einmal so im Raum stehen lassen würde. Tatsächlich möchte ich mich ganz herzlich für die Wortmeldung vom Kollegen Löcker, aber auch für die Wortmeldung vom Kollegen Arsenovic bedanken, die beide von einem sehr konstruktiven und produktiven Dialog, einer ebensolchen Wortwahl und auch einer klaren und vielleicht auch ein bisschen positiveren Perspektive dazu, wie man mit diesen Themen und diesem Budget auch umgehen kann, getragen waren. Ich versuche jetzt, auf die einen oder anderen Diskussionspunkte einzugehen beziehungsweise dort, wo ich glaube, dass es zu Missverständnissen und vielleicht manchmal auch zu absichtlichen Missinterpretationen gekommen ist, vielleicht noch die eine oder andere Anmerkung zu machen. Tatsächlich ist es so, dass die Wirtschaftsförderung in diesem Budget mit 4,074 Milliarden EUR bei den Investitionen auf einem Rekordniveau zum Tragen kommt. Damit - ich habe das auch in meinen Eingangsworten erwähnt - wird seitens der Stadt auch sehr nachfragewirksam in den Standort Wien investiert. Ich glaube, dass das für den Standort sehr wichtig ist, um auch diese Unterstützung zu geben. Sehr, sehr viele Bereiche, die auch sehr stark steigen, befinden sich im Dienstleistungssektor. Auch die Bereiche der Bildung, der Kinderbetreuung und des Zukaufs von Leistungen, die dort auch notwendig sind, tragen dazu bei, den Wirtschaftsstandort Wien insbesondere im Handel, in der Lebensmittelproduktion und in ähnlichen Bereichen massiv zu unterstützen. Das sei an dieser Stelle auch noch einmal erwähnt. Auch die reine Wirtschaftsförderung steigt. Das habe ich erwähnt. Ich glaube aber, ich habe bei meinen ersten Ausführungen keine Zahl dazugesagt. Es sind 284 Millionen EUR, die 2026 vorgesehen sind, in die konkrete Wirtschaftsförderung zu geben und an die Unternehmerinnen und Unternehmer auszuzahlen. Ja, da sind extrem viele innovative Projekte dabei. Das sind sehr, sehr viele Nachhaltigkeitsinvestitionen der Unternehmerinnen und Unternehmer, von kleinen bis zu mittleren Betrieben. Natürlich sind es auch große, wobei sehr viele aus den Klein- und Mittelbetrieben Förderungen bekommen. Sehr viele bringen im Bereich Digitalisierung ihrer Dienstleistung und ihres Unternehmens etwas voran oder sind auch aus der Grätzelförderung heraus für die Nahversorgung unserer Stadt ganz wichtig. Genau diese Mittel sind auch für das nächste Jahr sichergestellt. Das wird auch notwendig sein, um dort zu unterstützen und Innovation, Digitalisierung und Nachhaltigkeit in diesen klein- und mittelbetrieblichen Unternehmen weiter voranzubringen. Da gibt es mit dem Instrument der Wirtschaftsagentur natürlich ein sehr gutes Instrument, das auch im Bereich von Start-ups - als eines der erfolgreichsten Festivals in Wien ist ViennaUP zu erwähnen - sehr gut und effizient unterwegs ist und ihre Arbeit auch immer sehr klar überprüft. Einige der Förderprogramme aus den letzten Jahren werden in den nächsten Jahren neu definiert und noch stärker auf den Wiener Wirtschaftsstandort ausgerichtet. Ja, es braucht Strategien. Wien hat eine Strategie, nämlich die Forschungs- und Innovationsstrategie, die auch die Basis unserer Schwerpunktsetzungen darstellt. Es ist ja kein Zufall, dass die 20 größten globalen Pharmaunternehmen hier in Wien ansässig sind. Das basiert natürlich auch auf dieser Strategie, die sich schon lang mit Biotech und Life Sciences beschäftigt. Ich hoffe daher, dass es bald eine Life-Science-Strategie des Bundes gibt, die dann auch viele Forderungen der Pharmaindustrie aufnimmt, die ja auch in einer Resolution und einem Programm der Pharmig niedergeschrieben wurden. Denn das sind sehr wichtige Bereiche, die zum Beispiel den Forschungsbereich Medizin dabei unterstützen würden, Produkte schneller in die Anwendbarkeit und in die Produktion zu bekommen. Da braucht es Rahmenbedingungen, damit wir dort einfach an Tempo gewinnen können. Denn genau dieses Tempo werden wir brauchen, um diesen Standort auch nachhaltig zu stärken. Ich wünsche mir, dass es bald auch eine Industriestrategie des Bundes gibt. Auch das ist eine Strategie, die ich gerade für Wien als wichtig erachte, damit wir auch wissen, wie wir uns da im Konzert des Bundes sowie aller Bundesländer, Regionen und Städte schwerpunktmäßig einordnen können. Ich glaube, es ist wichtig, dass wir auch in Kooperationen über die Stadtgrenzen hinaus in einer Region denken, und dass wir uns dabei auch gegenseitig unterstützen könnten. Ich will auch noch kurz ein paar Dinge zu den Ertragsanteilen sagen, weil das offensichtlich ein ewiges Thema ist. Ein bisschen verwundert es mich, dass es ein Thema ist. Mir geht es jetzt gar nicht um die Frage, wer Schuld hat oder nicht. Mir geht es - wie übrigens auch all meinen Kollegen aus den LandesfinanzreferentInnenkonferenzen - rein um die Feststellung, dass es schlichtweg ein Fakt ist, dass es auf steuerlicher Seite Maßnahmen des Bundes gegeben hat - ob und mit welcher Mehrheit ist vollkommen irrelevant. Es gibt Maßnahmen, die zu einer starken Veränderung der Ertragsanteile geführt haben, nämlich zu einer Herabsetzung der ursprünglichen Prognose. Die ursprüngliche Prognose basierte ja nicht auf Luft, sondern die war auf Grund des damaligen Steuersystems berechnet. Danach hat es maßgebliche Änderungen im Steuersystem gegeben. Das hat nun auch zu Veränderungen der Ertragsanteile und damit zur Aufteilung geführt. Das ist einmal Fakt. Jetzt kann man das inhaltlich bewerten, wie man will, ob das gut oder schlecht war. Fakt ist: Es gibt keine Gegenfinanzierung für diese Ertragsanteile, die nicht kommen, weil die Einnahmen fehlen. Das ist die Kritik aller Bundesländer. Deshalb gibt es im Stabilitätspakt auch erstmalig eine Klausel, die festhält: Wenn der Bund wieder große steuerliche Veränderungen vornimmt, die die Ertragsanteile für Länder und Gemeinden in einem erheblichen Ausmaß herabsetzen, werden automatisch auch die Defizitgrenzen für Länder und Gemeinden verändert, weil das sonst wieder in eine ähnliche Situation führt. Jetzt kann man sagen: Vielleicht gibt es in den nächsten Jahren keine große Steuerreform. Das wird wahrscheinlich so sein. Dass dieser Passus aber drinnen ist, war wichtig, weil damit auch anerkannt wurde, dass diese Maßnahmen dazu geführt haben, dass weniger Ertragsanteile geflossen sind. Das ist ja kein Helfen und kein Schenken. Es ist etwas, das wir gemeinsam staatlich vereinbart haben, dass Steuern über den Bund gemeinschaftlich eingenommen und dann nach Leistung und Aufgaben verteilt werden. Dazu muss man sich, glaube ich, auch bekennen. Es ist auch nichts Böses, wenn man das so sieht. Es zahlt sich dann, glaube ich, nicht aus, zu sagen, ihr bekommt das eh, seid also zufrieden, oder dass der Bund irgendjemandem aushilft. Das ist eine gemeinsam erwirtschaftete Abgabe. (Beifall bei SPÖ und NEOS.) Ich habe es in der Fragestunde eh kurz erwähnt. Es passiert halt sehr schnell. Es passiert dann manchmal in kleineren Bereichen. Der Herr Finanzdirektor hat mir heute schon gesagt: Es werden rund 40 Millionen EUR sein, die uns schon jetzt auf Grund der Beschlussfassung des Billigstromgesetzes im kommenden Jahr im Budget fehlen werden, wenn man so will, weil die Ertragsanteile auch dadurch wieder sinken. Unser Anteil aus Wiener Perspektive sind 40 Millionen EUR. Wir zwei werden in den nächsten Wochen auf die Suche gehen, wo wir die 40 Millionen EUR für das Budget irgendwie wieder herbekommen. Ich wollte nicht sagen: Das ist halt so, wir nehmen das eh zur Kenntnis. Wenn aber so etwas immer öfter passiert und sich kumuliert, dann wird es natürlich auch in einem Budgetvollzug nicht ganz so einfach. Sei es darum. Das einmal auch zum Thema Ertragsanteile. Ich bin sehr dankbar, dass wir kurz auch über den Bereich Internationales und Europa weitergesprochen haben. Ich möchte dazu vielleicht nur kurz ausführen: Auch dort stehen wir vor der großen politischen Herausforderung, gemeinsam mit den Regionen und Städten durchzusetzen, dass wir es in der nächsten mittelfristigen Finanzplanung der Europäischen Union schaffen, dass die Budgetmittel, die jetzt in regionalen Fördertöpfen zur Verfügung stehen, erhalten bleiben. So wie es im Moment aussieht, geht der Weg dorthin, dass die Fördertöpfe grundsätzlich vereinfacht und zusammengefasst et cetera werden, dass aber auch die regionale Förderpolitik zurückgedrängt wird und die Verantwortung in die nationalen Kompetenzen übergeben wird. Das ist eigentlich das Gegenkonzept davon, wie wir, glaube ich, die Europäische Union verstehen. Es geht natürlich auch dabei darum, die Töpfe für die Kohäsionspolitik zu erhalten und sie weiterhin auch Richtung Städte, Gemeinden und Regionen führen zu können. Die Debatte werden wir in den nächsten Monaten intensiv führen. Es gibt einstimmige Beschlüsse des Ausschusses der Regionen, da auch dranzubleiben - auch das übrigens über alle Fraktionen hinweg. Jedenfalls muss es uns gelingen, wenn es nationale Zuständigkeiten in diesen Fördertöpfen gibt, dass das nur im Einvernehmen mit den Ländern und den Gemeinden auf nationaler Ebene in den Vollzug geht. Denn dabei geht es auch um sehr viele Fördermittel und sehr viel Geld, das gerade im Bereich der Kohäsion ganz immens wichtig ist. Ich möchte abschließend vielleicht noch einen Bereich ansprechen, der die Steuerpolitik betrifft. Um es relativ einfach zu sagen: Für viele der Steuern und Abgaben, die mir im Bereich der vermögensbezogenen Steuern einfallen würden, fehlt mir die Zuständigkeit. Für einige fehlt mir zwar nicht die Zuständigkeit, aber die Mehrheit. Das geht auch euch so. Es ist euch in den letzten Jahren so gegangen. Das halte ich auch niemandem vor. Ich weiß auch, dass mir in der letzten Legislaturperiode für eine Zweitwohnungsabgabe zum Beispiel die Zustimmung des Bundes gefehlt hat. Das wissen wir auch gemeinsam. Das wird sich auch in der jetzigen Konstellation nicht geändert haben. Manchmal gehen also die Dinge, die man machen möchte, und die, die dann auch realisierbar sind, ein Stück weit auseinander. Es gibt aber aus meiner Sicht natürlich ein grundsätzliches Bekenntnis für solche Maßnahmen, weil ich sie für sinnvoll erachte, so wie ich auch die Grundsteuererhöhung, wie schon erwähnt, für sinnvoll erachte. Das ist natürlich eine vermögensbezogene Steuer. Darüber brauchen wir überhaupt nicht zu reden. Sie findet aber meine volle Unterstützung. Ich möchte mich noch einmal für die Debatte bedanken - meine Zeit läuft schon davon - und mich noch einmal ganz herzlich beim ganzen Team bedanken, insbesondere auch bei Kollegen Maschek und seinem Team. Es ist tatsächlich ein großes Budget mit über 35 000 Konten, glaube ich, wenn ich das richtig in Erinnerung habe. Kollege Stadler, es hat als nichts mit dem Alter zu tun. Es ist einfach wirklich komplex und schwer zu lesen. Ich hoffe, es gelingt uns, sehr zügig zwischen allen Klubs auch die Frage der Darstellung zu klären und im Zuge der Budget- und Rechnungsabschlussdebatte mehr Nachvollziehbarkeit und Lesbarkeit in unser Vorhaben hineinzubekommen. Ich glaube, es wäre nicht nur für die Bevölkerung interessant und einfacher. Es wäre, glaube ich, auch für alle Mitglieder dieses Hohen Hauses nicht unwesentlich und einfacher. - Danke herzlichst für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei SPÖ und NEOS.) Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Ich danke der Frau Stadträtin für das Schlusswort. Zur Geschäftsgruppe Finanzen, Wirtschaft, Arbeit, Internationales und Digitales liegen keine Wortmeldungen mehr vor. Wir kommen nun zur Beratung der Geschäftsgruppe für Klima, Umwelt, Demokratie und Personal. Ich schlage vor, die Debatte zu dieser Geschäftsgruppe mit Postnummer 4 - das ist der Wirtschaftsplan der Unternehmung Wien Kanal für das Jahr 2026 - gemeinsam durchzuführen, die Abstimmung über den Vorschlag der Bundeshauptstadt Wien sowie über den Wirtschaftsplan Wien Kanal jedoch getrennt vorzunehmen. Wird dagegen ein Einwand erhoben? - Das ist nicht der Fall. Damit darf ich die Damen und Herren des Gemeinderates ersuchen, so vorzugehen. Wir kommen nun zur Beratung über die Geschäftsgruppe für Klima, Umwelt, Demokratie und Personal. - Schönen Nachmittag, Herr Stadtrat! Herzlich willkommen! Zu Wort gemeldet ist Frau GR Dipl.-Ing. Olischar. Ich erteile es ihr. Die gewählte Redezeit beträgt 12,5 Minuten, ich stelle also 13 Minuten ein. (GRin Dipl.-Ing. Selma Arapovic - in Richtung der mit einer Tafel ans Rednerpult tretenden GRin Dipl.-Ing. Elisabeth Olischar, BSc: Schon wieder? - GRin Dipl.-Ing. Elisabeth Olischar, BSc - ans Rednerpult tretend: Ich war noch nie mit Schild!) GRin Dipl.-Ing. Elisabeth Olischar, BSc (ÖVP): Hält das? (Die Rednerin lehnt eine Tafel mit einem Liniendiagramm und der Aufschrift "Schuldenstand der Stadt Wien" ans Rednerpult.) Damit ihr es euch merkt! Es hat sich leider nichts verändert! (Beifall bei der ÖVP. - GR Mag. Josef Taucher: Kreislaufwirtschaft!) - Genau, Kreislaufwirtschaft! Wir verwenden diese Dinge wieder! (GR Mag. Josef Taucher: Urban Mining!) - Genau! Es hat an Aktualität seit der Früh nichts verloren! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrter Herr Stadtrat, sehr geehrter Herr Vorsitzender, werte Kolleginnen und Kollegen! Wir kommen jetzt zur Geschäftsgruppe für Klima. Ein oder zwei Dinge möchte ich aber vielleicht schon noch von der Zeit bisher rekapitulieren. Ich weiß nicht, ob die Frau Stadträtin jetzt schon hinausgehuscht ist. Weil sie aber am Schluss angemerkt hat, es wird Bemühungen geben, zur besseren Verständlichkeit beizutragen: Ich hätte da auch einen Vorschlag, der nicht zuletzt auch in Ihrem eigenen Regierungsprogramm festgehalten ist. Der Vorschlag war, dass in den Ausschüssen, bevor es zu den Budgetbeschlüssen - also sowohl zum Rechnungsabschluss als auch zum Voranschlag kommt -, auch der Finanzdirektor für Fragen zur Verfügung steht. Das haben wir heuer ein bisschen vermisst. Vielleicht wäre das also einmal ein erster Schritt, den man hier tun kann. (Beifall bei der ÖVP.) Wir haben heute schon vieles generell zum Budget gehört. Die Teflon-Politik, die seitens der SPÖ zum Ausdruck gebracht wird, ist immer wieder beeindruckend. Jegliche Ideen, Vorschläge, aber auch Kritik, die aus unserer Sicht durchaus angebracht sind, perlen ab. Es wird an den Bund verwiesen. Ich muss sagen, es ist wirklich ermüdend, wenn die SPÖ es nicht schafft, die eigenen Kompetenzen und Themen, die sie sich selbst hier aufgemacht hat, anzuerkennen und durchaus auch Kritik zuzulassen. Ein gewisses Problembewusstsein würde uns in dieser aktuellen Situation durchaus nicht schaden, sehr geehrte Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.) Wir haben auch schon von verschiedenen Umverteilungsideen der GRÜNEN gehört. Da war durchaus einiges Schockierendes für mich dabei. Was mich aber jetzt wirklich schockiert hat, war das Geburtsjahr von Theo. (Heiterkeit bei der Rednerin sowie Heiterkeit bei ÖVP und GRÜNEN.) Das hat mich kurz ein bisschen geschreckt. So viel also dazu. Ich komme jetzt zum Thema Klima. Die Voranschlagsdebatte findet ja immer gegen Jahresende statt. Am Jahresende ist es - zumindest in der Wirtschaft oder auch in Unternehmen - oft üblich, dass man ein bisschen einen Realitätstest macht. Was hat funktioniert? Was hat nicht funktioniert? Gerade die Wirtschaft muss da natürlich auch beinhart sein, sonst wird man nicht überlebensfähig bleiben. Projekte, die ohne Wirkung sind und nicht liefern, werden eingestellt. In Wien erleben wir zu diesem Jahresende oft eher etwas anderes. Anstatt Wirkungen zu überprüfen, werden neue Strategien formuliert. Statt Prioritäten zu setzen, verliert man sich im Nirgendwo. Statt Maßnahmen zu beenden, wurschtelt man weiter. Ich möchte heute exemplarisch auf zwei Projekte näher eingehen. Eines haben wir dann noch einmal im Gemeinderat am Donnerstag. Nachdem es aber für mich schon eine Budgetfrage und auch eine Transparenzfrage ist, was das Budget betrifft, möchte ich es auch heute in der Klimadebatte entsprechend ansprechen. Das eine Projekt, das mir eigentlich schon seit seinem Beginn Bauchschmerzen beschert, ist das Wiener Klimateam. Nicht weil ich die grundsätzliche Idee von Bürgerbeteiligung schlecht finde, sondern weil ich das Budget, die Entscheidungsstruktur und die fehlende Transparenz bei diesem Projekt stark kritisiere. Vielleicht zur kurzen Einordnung: Begonnen hat das Projekt 2022 als Pilot, damals mit 13 Millionen EUR für die ersten zwei Jahre dotiert. In den nächsten Jahren wurde das Projekt auch weiter ausgerollt, immer in unterschiedlichen Bezirken. Was hat das Projekt kurz gesagt zum Inhalt? - Menschen sind eingeladen, Ideen einzubringen und Projekte vorzuschlagen, die positiv auf das Klima wirken können. Ziel dieses Projektes ist verkürzt gesagt - das ist jetzt meine Interpretation, aber ich glaube, sie ist durchaus auch objektiv - eine unbürokratische Möglichkeit für BürgerInnen, sich einzubringen und konkrete Projekte zu unterstützen. Mittlerweile befinden wir uns im vierten Durchgang. Am Donnerstag wird dann quasi auch im Akt die Weiterdotierung vorliegen. Insgesamt sind wir jetzt bei 20 Millionen EUR, die dieses Projekt kosten soll. Da wären wir auch schon bei einem Einsparungsvorschlag. Denn wir haben ja gerade erst gehört: Die Bezirksbudgets werden in einer Höhe von 17 Millionen EUR eingefroren. Diese 20 Millionen EUR wären also vielleicht schon einmal eine Möglichkeit, dem entgegenzuwirken und sie im Budget zu verwenden. (Beifall bei der ÖVP.) Warum konkret ist dieses Projekt für mich zu kritisieren? - De facto sind es zwei Punkte. Der erste Punkt ist: So löblich die Grundidee ist, Projekte unbürokratisch und schnell umzusetzen und die Menschen dabei auch zu involvieren, halte ich es demokratiepolitisch teilweise für ein bisschen schwierig. Denn was passiert da? - Es wird de facto ein Topf - quasi ein Scheck oder ein Persilschein - für Projekte zur Verfügung gestellt, die sich jeglicher politischen gremialen Auseinandersetzung und Meinungsbildung entziehen. Das finde ich ehrlicherweise ein bisschen schwierig, denn dadurch könnte man die Politik eigentlich komplett abschaffen. Wir haben Maßnahmen, die eigentlich auch inhaltlich in den Bezirken verortet sind und über die die Bezirksräte und die Bezirksvertretung diskutieren und sie eigentlich auch beschließen sollten. Sie werden aber de facto ausgelagert. Projekte können über diesen Topf quasi eins zu eins umgesetzt und finanziert werden. Das kann man machen. Das ist ein politischer Zugang. Das ist eine Entscheidung, die getroffen wurde. Ich finde das nicht richtig, vor allem nicht in diesem Ausmaß. Aber okay, das kann man so machen. Was aber, wie ich finde, politisch nicht zu diskutieren ist, ist der zweite Punkt, den ich kritisiere - und zwar die fehlende Transparenz. Es ist zwar so, dass dieses Projekt auch durch eine Website begleitet wird. Auf dieser Website finden sich aktuelle Informationen über die laufenden Prozesse und über Veranstaltungen, die dort aufscheinen. Es wird de facto mit den Teilnehmenden, die bei diesem Klimateam dabei sind oder sich darüber informieren möchten, kommuniziert. Als Opposition stelle ich mir aber schon vor, dass es in irgendeiner Art und Weise auch eine Kostenaufstellung gibt, wenn Budgetmittel in Höhe von 13 Millionen EUR in der ersten Zeit - bis zu 20 Millionen EUR jetzt bis Donnerstag - freigemacht werden. Ich glaube, ich bin dem Tätigkeitsbericht, den ich ab Tag eins eingefordert habe, de facto mindestens zwei Jahre lang nachgelaufen. Dann bekommen wir diesen Tätigkeitsbericht, und es findet sich darin keine einzige Zahl, was mit dem Geld passiert ist. Jetzt frage ich mich: Wie kann das sein? Wie kann das aus Transparenzgründen sein, liebe NEOS? Wie kann das aber auch politisch dargestellt für die Opposition zu begrüßen sein? Ich glaube, diese Kritik ist schon angebracht, dass wir nicht wissen, wie viele Projekte mit diesen budgetären Mitteln jetzt konkret umgesetzt wurden. Nicht nur, was die Projekte betrifft, sondern auch, was die sonstigen Kosten dahinter betrifft: Administratives, Organisatorisches, Personal - sowohl intern als auch extern. Was passiert mit diesem Geld? Wenn man es jetzt systemisch sehen möchte, dann bleiben mir zwei Möglichkeiten zur Interpretation. Das spiegelt sich dann ja auch in anderen Bereichen und auf höheren Ebenen wider. Entweder man möchte uns diese Informationen nicht geben, oder man hat selber keinen Überblick mehr darüber. Ich weiß ehrlicherweise nicht, was schlimmer ist, sehr geehrte Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.) Das zweite Projekt, das ich hier jetzt noch kurz ansprechen möchte - vielleicht ahnt es der Herr Stadtrat schon, es ist eines meiner Lieblingsprojekte, das ich immer wieder zur Sprache bringe -, ist das Projekt Wiener Gusto. Wiener Gusto ist eine Eigenmarke, die seitens der Stadt Wien vor einigen Jahren - ich glaube, 2022 - gestartet wurde. Auch sie war mir von Anfang an ein Dorn im Auge, vor allem auch aus einem politischen Zugang heraus, weil ich nicht verstehe, wie es sein kann, dass die Stadt Wien als produzierender Betrieb in dieser Form auftritt und damit eigentlich der heimischen Landwirtschaft Konkurrenz macht. Der Rechnungshofbericht dazu, der die Zahlen zum Marketingbudget beziehungsweise zum Kommunikationsbudget von Wiener Gusto aus dem Jahr 2022 kritisiert, ist erst sehr aktuell herausgekommen. Gegipfelt hat es darin - dort wird es auch erst so richtig sichtbar, ich glaube, ich habe das damals sogar als Vergleich gezogen -, dass für denselben Zeitraum, ich glaube drei Monate, mehr Budget für die Bewerbung von Wiener Gusto ausgegeben wurde als für die Bewerbung des Wiener Parkpickerls. Da stelle ich mir schon die Frage: In welchem Verhältnis stehen diesen beiden Maßnahmen oder diese zu kommunizierenden Initiativen der Stadt? Aus meiner Sicht ist es schon auch ein virulentes Thema, wie es überhaupt um Wiener Gusto steht. Denn auch das wissen wir nicht. Wir wissen nicht, wie viel tatsächlich verkauft wird, wie viel tatsächlich eingenommen wird und wie sich auch die seinerzeit gesetzten Marketing- und Kommunikationsmaßnahmen auf dieses Betreiben ausgewirkt haben. Für mich braucht es dieses Projekt nicht. Wenn Sie aber schon der Ansicht sind, dass Sie dieses Projekt als Stadt brauchen, dann wäre aus meiner Sicht Transparenz das Gebot der Stunde, um überhaupt einmal wirksam sichtbar zu machen, was das überhaupt bedeutet. (Beifall bei der ÖVP.) Kollege Reindl hat den Vorsitz. Weil, wie ich glaube, letzte Woche im Landtag kritisiert wurde, dass die Opposition keine Vorschläge macht oder auch keine Ideen einbringt: Das wären jetzt zum Beispiel zwei Vorschläge gewesen, durch die durchaus Einsparungspotenzial und zumindest auch Transparenzpotenzial da wären, die von Seiten der Opposition gemacht werden, ohne nur zu kritisieren, sondern um sich aktiv einzubringen. Das werden wir als Wiener Volkspartei auch weiterhin tun. - Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP.) Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Vielen Dank. - Die Redezeit betrug 13 Minuten, die Restredezeit für die ÖVP beträgt daher zwölf Minuten. Als Nächster ist GR Dipl.-Ing. Dr. Gara mit zehn Minuten Redezeit zu Wort gemeldet. GR Dipl.-Ing. Dr. Stefan Gara (NEOS): Sehr geehrter Herr Vorsitzender, geschätzter Herr Stadtrat, liebe Kolleginnen und Kollegen! Die Budgetvoranschlagsdebatte ist ein Blick nach vorn auf das, was 2026 passiert. Es ist aber natürlich auch interessant, was mit den Mitteln im Bereich Klimaschutz 2025 passiert ist. Zuerst einmal geht wirklich ein Dank an alle Mitarbeiter der Geschäftsgruppe. Es sind sehr, sehr viele Projekte passiert, die auch mit sehr vielen transparenten Berichten dargestellt sind. Auf einen möchte ich dann noch ganz gern im Detail eingehen. Eines steht fest: Wien gehört in den Bereichen Klimaschutz und Klimapolitik zu den absolut führenden Städten Europas und der Welt. (Beifall bei NEOS und SPÖ.) Wir haben nicht nur im letzten Jahr, sondern in diesen letzten fünf Jahren so viel weitergebracht wie nie zuvor. Wir haben 2025 das erste Klimagesetz in Österreich beschlossen - bis dato das einzige. Wir haben hier mit unseren drei Ks eine sehr klare Klima-Gouvernance festgelegt: Klimaschutz, also Treibhausgasreduktion, Klimawandelanpassung - extrem wichtig in einer heißer werdenden Stadt - und Kreislaufwirtschaft. Wir haben das Thema der Kreislaufwirtschaft weitergeführt, das in die Kreislaufwirtschaftsstrategie gemündet ist. Nicht nur wir sind stolz darauf, sondern es haben uns auch sehr viele ExpertInnen gesagt, dass das ein sehr klarer Zugang zum Thema Kreislaufwirtschaft ist, der einem sehr klar aufzeigt, welche Projekte und Initiativen hier in der Stadt laufen und was auch in Zukunft passieren wird. Wir haben unseren Klimafahrplan seit 2021 evaluiert, um zu sehen, wie all die Maßnahmen ganz konkret wirken. Letztendlich kann man sagen - man kann das auch an ganz konkreten Wirkungszielen festmachen: Die Treibhausgasemissionen sind von 2024 bis jetzt um knapp 6 Prozent gesunken - mehr als doppelt so stark wie in allen anderen Bundesländern und mehr als doppelt so stark wie in Österreich. Zwei Bereiche waren dabei besonders verantwortlich. Das eine ist der Gebäudebereich - auf den möchte ich noch kommen -, der zweite Bereich war der Verkehr. Man kann also sagen, es ist, glaube ich, eine gute Messzahl. Die Klima-Gouvernance, also die Steuerung aller Klimaaktivitäten in der Stadt, wirkt nämlich ressortübergreifend. Auch das ist einzigartig. Sie ist nicht nur bei einem Ressort, also beim Klimastadtrat, verankert, sondern wirklich in allen Geschäftsgruppen. Das ist wichtig. Wir haben das hier auch mit dem Klimabudget festgelegt. All das sind also Facetten, an denen man sieht: Die Dinge wirken. Da kann ich den GRÜNEN in keiner Art und Weise recht geben. Nein, wir sparen nicht im Klimaschutz. Wir haben so vieles an Projekten aufgegleist. Es wird in dem Ressort insgesamt knapp 1 Milliarde EUR investiert - wie selten zuvor. (StR Peter Kraus, MSc: 100 Millionen EUR!) Die Projekte laufen ganz konkret weiter. Die Energiewende schreitet voran wie selten zuvor. Ich kann mich noch an sehr viele Diskussionen - auch damals in der Opposition - erinnern. Also, "Raus aus fossilem Gas" wurde nicht unter eurer Regierungsbeteiligung beschlossen. Das haben wir gemacht. (StR Peter Kraus, MSc: ... haben wir eingeführt!) Die Sonnenstromoffensive lag bis zum Jahr 2019/2020 bei fast 50 Megawatt-Peak. Wir liegen heuer bei 315 Megawatt-Peak. Ziel waren 250 Megawatt-Peak. Wir haben es also deutlich überschritten. Das ist ein Megaprojekt. Diese 315 Megawatt sind Strom für 90 000 Haushalte. Knapp 17 000 PV-Anlagen sind es in ganz Wien. Bis 2030 haben wir noch einmal einen riesengroßen Sprung in Richtung 800 Megawatt-Peak. Das bedeutet Strom für ein Viertel der Wiener Haushalte. Das ist eine Riesenaufgabe. Das ist nicht trivial. Das ist eine Riesenaufgabe, die wirklich dieses Ineinandergreifen der verschiedenen Ressorts notwendig macht. Das passiert auch. Der Bereich der Wärmewende ist ja der zentrale Hebel, um die Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Vor allem aber war Wien das erste Bundesland, das die alternative Beschaffung geschafft hat. Das war uns immer ein wichtiger Punkt. Ich habe 2020 noch vor dem Krieg in der Ukraine gesagt: Raus aus Gas. Ich habe gesagt: Raus aus russischem Erdgas. Das wirkt, und wie es wirkt! Es sind eben nicht nur Strategiepapiere, die wir haben, sondern wir haben auch konkrete Umsetzungspapiere. Papier ist hier untertrieben. Es ist eigentlich ein dickes Buch mit großen Projekten - "Raus aus Gas" -, um zu zeigen, dass man die Wärmeversorgung in Gebäuden auch ohne Erdgas sicherstellen kann, aber nicht nur in den neuen Gebäuden, sondern in verschiedensten Gebäudetypologien: im Bestand, in 70er-Jahre-Bauten und so weiter. Da sind so viele ganz konkrete Beispiele drinnen. Warum ist das so wichtig? - Weil sich jeder Hausbesitzer einmal anschauen kann: Na ja, welche Gebäudetypologie würde denn meinem Gebäude entsprechend? - Man kann hier Anlehnung nehmen und hat die verschiedensten Möglichkeiten, Technologie zu kombinieren, um dann letztendlich von Erdgas unabhängig zu sein. Was bedeutet das für die Menschen? - Stabile Energiepreise. Ja, so stabilisieren wir auch die Energiepreise. So können wir auch langfristig sicherstellen, dass Energie leistbar ist. (Beifall bei NEOS und SPÖ.) Natürlich ist diese Übergangsphase in der Transformation für alle Beteiligten immer sehr schwierig. Die Kosten können kurzfristig auch steigen. Langfristig stabilisiert sich das System aber. Ich glaube, diese hundert Projekte zu "Raus aus Gas" sind ein wunderbares Beispiel dafür, wie es funktioniert. Wir gehen hier weiter. Wir betrachten jetzt nämlich nicht nur die Gebäude, sondern wir betrachten auch "Raus aus fossilem Gas" für Gewerbebetriebe und Industriebetriebe. Ich habe heute schon ein Beispiel zum Thema Life Sciences erwähnt. Takeda, der größte Pharmastandort in Österreich, hat bewiesen, dass man die Energieversorgung auch in der Produktion bei den Hochtemperaturprozessen, also bei über 120 oder 130 Grad, mit Hochtemperatur- Wärmepumpen sicherstellen kann. Das ist ein Zeichen, dass es auch geht. Das ist letztendlich auch ein Beweis dafür, dass diese technologische Veränderung dazu führt, dass es für den Standort Planbarkeit gibt. International große Unternehmen wie Takeda haben es quasi auch in ihrer Unternehmensstrategie, dass sie bis 2030 aus fossilen Energieträgern herauswollen. Wien zeigt, dass es gemeinsam mit den Unternehmen geht. Hier sieht man also, wie Klimapolitik, Standort und Wirtschaftspolitik perfekt ineinandergreifen - ein weiteres Beispiel dafür, was alles passiert. 2026 setzen wir diese Maßnahmen fort, um noch mehr Gewerbebetriebe dabei zu unterstützen, aus fossilem Erdgas und aus der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern herauszukommen. Wir haben - ganz kurz - den Themenbereich auch im Bereich der ökologischen Beschaffung um die klimaverträgliche Beschaffung ergänzt. Auch sie ist im Klimagesetz verankert. Auch das hat in der Form niemand. Es sind also viele, viele, viele Maßnahmen, die hier ineinandergreifen. Das sind nicht nur Einzelprojekte. Das sind nicht nur Strategien. Das sind ganz konkrete Projekte in der Umsetzung. Da gilt mein Dank wirklich allen MitarbeiterInnen der Stadt, die das möglich gemacht haben. (Beifall bei NEOS und SPÖ.) Wir werden diesen Weg weitergehen. Wir werden auch unsere Förderangebote, unsere Beratungsangebote und diesen Mix weiter optimieren und verbessern. Natürlich, ein Budget, in dem wir auch sparen müssen, bedeutet auch effizientere Förderungen und bessere Kombinationen, um diesen Anreiz zu schaffen. Das machen wir. Wir bleiben trotzdem auf diesem Zielpfad. Die Klimapolitik in Wien ist sicherlich nicht nur jetzt, sondern auch in Zukunft vorbildlich. (Beifall bei NEOS und SPÖ.) Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Die Redezeit betrug neun Minuten, die Restredezeit für die NEOS liegt bei 16 Minuten. Als Nächste ist GRin Wirnsberger zu Wort gemeldet. Die gewählte Redezeit beträgt neun Minuten. - Bitte schön. GRin Christina Wirnsberger (GRÜNE): Sehr geehrter Herr Vorsitzender, geschätzter Herr Stadtrat, werte KollegInnen hier im Raum, liebe WienerInnen! Kollege Ornig von den NEOS hat sich vorhin gewünscht, dass wir GRÜNEN auch ein bisschen mit positiven Erzählungen etwas zu dieser Debatte beitragen. Er ist jetzt leider nicht da. Ich verstehe natürlich, dass Ihnen unsere treffende Kritik keine große Freude macht. Ich möchte diesem Wunsch jetzt dennoch ein bisschen nachkommen und über Dinge sprechen, bei denen wirklich etwas gelingt. Bis 2040 wird die Anzahl der Straßenbäume verdoppelt. Das hat die Stadt mit großer Mehrheit beschlossen, nachdem 30 000 BürgerInnen dafür unterschrieben haben. Damit nimmt die Politik nicht nur die Anliegen der BürgerInnen ernst, sondern sie zeigt, dass sie erkannt hat, dass die Investitionen in Resilienz und Hitzeschutz auch in budgetär angespannten Zeiten einfach grundlegend und essenziell sind. Denn es ist doch so: Wenn wir das heute nicht tun, dann wird es morgen erst richtig, richtig teuer. (Beifall bei den GRÜNEN.) Eine Millionen Bäume werden 2040 also die Stadt kühlen und mit ihren großen grünen Blätterdächern Schatten spenden. Das ist doch echt großartig, oder? Also, ich finde das super. Ich finde, dazu kann man auch wirklich gratulieren - halt nur leider nicht den WienerInnen, sondern den Menschen in Berlin. Dort ist das nämlich gerade erst beschlossen worden. In Wien nimmt sich die rot-pinke Koalition bis 2030 gerade einmal 20 000 Bäume vor. Wenn wir uns das Budget anschauen, dann ist nicht einmal gesichert, dass für diese 20 000 Bäume genug Geld da ist. Über Biodiversität ist heute auch schon viel gesprochen worden. Es war schon öfter Thema. Da habe ich auch etwas Positives, Herr Kollege Ornig, um Ihren Wünschen zu entsprechen, dass wir über gute Dinge reden - und zwar ein riesiges Projekt für Artenvielfalt mit Blühwiesen rund um eines der zentralsten Denkmäler und eines der beliebten touristischen Ziele der Stadt. Es ist nicht einmal kostenintensiv, ganz im Gegenteil: Es ist sogar billiger als ganz normaler Rasen, der sehr pflegeintensiv ist. Was hat man gemacht? - Man hat einfach 20 Millionen Wildblumensamen ausgestreut. Das ist nicht nur ein wunderschön anzusehendes Blumenmeer, sondern das zieht auch Bestäuber und unterschiedliche Arten von Wildbienen an. Es ist ein Paradies für die Artenvielfalt. Es ist ein einzigartiges Statement, so etwas mitten in der Stadt zu machen, wo es alle sehen und in die Welt hinaustragen. Es ist eine weitere Attraktion für die BewohnerInnen und BesucherInnen dieser Millionenstadt. (GR Mag. Josef Taucher: Wo ist das?) Die WienerInnen müssen dafür allerdings nach London reisen und dort zum Tower gehen. Denn dort wurde dieses Blütenmeer im ehemals kargen Burggraben geschaffen. (Beifall bei den GRÜNEN.) Ich möchte Ihnen allen aber wirklich wärmstens empfehlen, dass Sie dorthin fahren und sich das anschauen. Es ist nämlich wirklich ein super gelungenes Beispiel dafür, wie man echt neue Flächen für die Artenvielfalt schaffen kann, statt nur gutes und teures Marketing zu machen. Okay, wir haben Bäume, wir haben Diversität. Der dritte wichtige Bereich in der Umwelt- und Klimapolitik ist der Boden: 5 500 Quadratmeter sind in wenigen Monaten seit April 2025 unter großer Beteiligung der knapp zwei Millionen StadtbewohnerInnen gemeinsam mit Unis, Schulen, Unternehmen und privaten GrundbesitzerInnen entsiegelt und begrünt worden. - Bravo, Hamburg. (Beifall bei den GRÜNEN. - GR Mag. Josef Taucher: Na, Wahnsinn!) Dort hat man nämlich mit "Abpflastern" diese große Entsiegelungsoffensive gestartet. Ja, Wien hat eh auch entsiegelt. Das will ich gar nicht abstreiten. Wenn wir uns jetzt aber das Budget anschauen, dann gilt hier das, was Sie uns hier im Gemeinderat immer gesagt haben: Die fetten Jahre sind vorbei. Möglicherweise wird es auch zu dem meiner Meinung nach ein bisschen unlauteren Vergleich zwischen Äpfeln und Birnen kommen, wonach Wien eh den geringsten Bodenverbrauch von allen Bundesländern hat. Ja, aber wir sind auch das am dichtesten bebaute Bundesland. So viel Fläche, wie Sie gern zubetonieren würden, haben wir in Wien ja gar nicht mehr. Trotzdem werden hier täglich 800 Quadratmeter Boden versiegelt. (Beifall bei den GRÜNEN. - GR Mag. Josef Taucher: Weil es nachhaltig ist! Das ist nachhaltig!) Aber nicht einmal das ist Ihnen genug. Andere Städte wie Paris begrünen sukzessive ehemals stark befahrene Autostraßen, machen daraus Flaniermeilen für Menschen, holen die Natur zurück mitten in die Stadt. Und Sie? - Sie holen stattdessen mit der Lobauautobahn mitten durch das kostbarste Naturschutzgebiet ein fossiles Monsterprojekt aus der Mottenkiste und wollen damit eine zusätzliche Fläche in der Größe von Rudolfsheim-Fünfhaus zubetonieren. (Anhaltende Zwischenrufe von GR Mag. Josef Taucher.) Ich weiß nicht, wie Sie Straßen bauen, aber für Straßen braucht man in der Regel eine versiegelte Fläche. (Beifall bei den GRÜNEN.) Was will ich mit diesen Beispielen aus anderen Städten sagen? - Andere Städte schaffen trotz Spardruck (Zwischenruf von GR Mag. Josef Taucher.) notwendige Investitionen in die Zukunft, in Baumoffensive, Förderung von Artenvielfalt, Bodenschutz, Entsiegelung und Begrünung. Und Wien? - Da heißt es von hundert auf null, unser StR Peter Kraus hat es heute schon gesagt. Dieses Budget, Ihr Budget ist eine Vollbremsung für den Klimaschutz. (Beifall bei den GRÜNEN.) Die lebenswerte Klimamusterstadt, über die wir heute schon oft gesprochen haben, hat in den letzten fünf Jahren Schatten, Bäume, Begrünung, Wasser, Entsiegelung finanziert. Und das ist alles, was den WienerInnen das Leben in der zunehmenden Hitze leichter gemacht hat, direkt vor ihrer Haustür. Und das ist komplett gestrichen. Und die Bezirksbudgets, mit denen das umgesetzt wurde, sind eingefroren. Sie zeigen mit diesem Budget nicht nur soziale Kälte, sondern Sie lassen auch die WienerInnen bei der Hitze im Stich. Und alles das machen Sie nicht, Kollegin Schneckenreither hat es schon erwähnt, weil es einen Sparzwang gibt, der Ihnen keine anderen Möglichkeiten gibt: Wir haben auch Vorschläge dazu gemacht, wie man mehr Budget einnehmen könnte, und auch Sie, Herr Kollege Taucher, SPÖ-Klubobmann, haben es heute in der Generaldebatte schon gesagt, Sie investieren ja weiterhin, aber Sie investieren nicht in die Lebensqualität der Menschen, sondern Sie investieren in Ihre Prestigeprojekte, die man mit dem weiterhin sehr satten Marketingbudget gut verkaufen kann. Sie investieren in fossile Mobilität, die der Umwelt schadet. Und Sie investieren, um die Lücken Ihrer Misswirtschaft zu stopfen. (Beifall bei den GRÜNEN.) Und ja, natürlich muss auch Wien zur Konsolidierung beitragen. Aber nichts und niemand zwingt Sie, dass Sie das nicht sozial und nachhaltig machen. Das ist eine Frage von Prioritäten und von politischen Entscheidungen. Und dass man diese Entscheidungen auch anders treffen kann, beweisen die grün-regierten Bezirke. Die erkennen, was die Menschen jetzt gerade in Zeiten der Klimakrise brauchen. Die wissen, dass die Kosten der Klimakrise explodieren, wenn wir sie nicht jetzt eindämmen. 1 EUR, den wir in Klimaanpassungsmaßnahmen und Klimaschutz investieren, spart uns 10 EUR an Folgekosten. Das ist ein nachhaltiges, ökologisches Budget und deshalb investieren die grünen Bezirke weiterhin - es wurde übrigens mit breiter Mehrheit beschlossen - in sichere Schulvorplätze für die Kinder, in schattige Bäume, in kühle begrünte Straßen und in Orte, an denen man nicht nur gerne wohnt, sondern auch gerne einkaufen geht, anstatt bei großen Online-Konzernen zu bestellen. So stärkt man den lokalen Handel, so hält man die Wertschöpfung am Ort, so fördert man die Kreislaufwirtschaft. Und genau so macht man Wien lebenswert, indem man den Menschen den Alltag vor ihrer Haustüre leichter macht, den Zusammenhalt stärkt, die Verletzlichsten nicht zurücklässt. Und das, meine Damen und Herren, ist ein budgetärer Weg für echte Nachhaltigkeit, sozial, ökologisch und wirtschaftlich. (Beifall bei den GRÜNEN) Ein Weg, bei dem Sie bei SPÖ und NEOS eine klare Entscheidung getroffen haben, nämlich ihn nicht zu gehen. (Beifall bei den GRÜNEN.) Vorsitzender GR Armin Blind: Das waren jetzt neun Minuten, verbleibende Restredezeit der GRÜNEN 19 Minuten. Als Nächster hat sich GR Stumpf zu Wort gemeldet, die gewünschte Redezeit von sieben Minuten ist eingestellt. - Herr Kollege, Sie haben das Wort. GR Michael Stumpf, BA (FPÖ): Sehr geehrter Herr Vorsitzender, Herr Stadtrat, sehr geehrte Damen und Herren! Ich möchte heute zu drei Beschlussanträgen reden, die ich im Zuge dieser Geschäftsgruppe gerne einbringen möchte, die vielleicht auf den ersten Blick unterschiedliche Themen behandeln, aber in Wahrheit ein großes gemeinsames Problem sichtbar machen. Das Problem, das ich sehe, ist, Sie, geschätzte Damen und Herren von Rot- Pink, sind meistens Ankündigungsriesen, aber dann Umsetzungszwerge. Das ist einmal das erste Problem. Versprochen wird immer viel im Wahlkampf, es wird immer erklärt, was man alles machen will, gleichzeitig vergessen Sie, dass Sie regieren, und danach erklären Sie uns als Opposition und den Bürgern, die etwas wollen, warum etwas nicht geht. Also, im Alltag hapert es da ganz gewaltig. Sehen wir uns ein paar Beispiele an, praktische Beispiele, die auf Bürgerwünsche zurückzuführen sind und natürlich unseren öffentlichen Lebensraum betreffen. Mein erster Antrag geht auch gleich in diese Richtung, der Antrag auf Errichtung einer Toilettenanlage am Schwarzenbergplatz. Wir alle kennen den Schwarzenbergplatz, er ist einer der bekanntesten und meist besuchten Plätze unserer Stadt, er ist Tourismus-Hotspot, er ist auch Aushängeschild Wiens - und natürlich täglich stark frequentiert. Trotzdem fehlt dort bis heute eine funktionierende öffentliche WC-Anlage. Die Folge ist für jeden sichtbar, wenn man sich dort umschaut. Die Menschen verrichten teilweise ihre Notdurft entlang der Mauern des Palais Schwarzenberg oder hinter dem Russendenkmal, vor dem Russendenkmal, neben dem Russendenkmal, mitten im öffentlichen Raum. Ich kann jetzt nachvollziehen, dass es manchen vielleicht psychologisch eine gewisse Befriedigung bringt, auf das Russendenkmal zu urinieren, aber es ist halt trotzdem nicht der richtige Zugang für eine Millionenmetropole wie Wien, wo auch die Stadtregierung ganz prominent im Koalitionspapier auf Seite 38 festgelegt hat, dass die Errichtung von mehr WC-Anlagen ausdrücklich erwünscht und auch gefördert wird. Am Schwarzenbergplatz nicht. Und dann kommt man mit irgendwelchen Ausreden: Das geht nicht, denn es gibt einen Staatsvertrag von damals, also die Russen erlauben uns quasi nicht, eine Toilettenanlage zu installieren! - Bei allem Respekt, Ihre Ausreden werden immer kreativer, geschätzte Damen und Herren, wirklich immer kreativer. Wir haben natürlich dazu eine Anfrage an den Bürgermeister eingebracht, damit er uns einmal erklärt, wo der sogenannte Russe was dagegen hätte, dass es eine öffentliche Toilettenanlage am Schwarzenbergplatz gibt. (Beifall bei der FPÖ.) Wenn man Millionen in irgendwelche Imagekampagnen investiert, in denen die Aufenthaltsqualität und wie lebenswert die Stadt Wien ist erklärt wird, und was man alles geschafft hat, und dann scheitert es an so grundlegenden Dingen, das kann es ja wohl nicht sein. Mein zweiter Antrag bemüht das Thema Petitionsrecht und Bürgerbeteiligung. Bürgerbeteiligung ist ja ein Begriff, der von allen Fraktionen zur Genüge strapaziert wird, gerne verwendet wird. In der Praxis erleben wir dann gleichzeitig immer öfter, dass diese Bürgerbeteiligung eher mehr am Papier steht als in der Realität vorhanden ist. Wenn wir uns das Petitionsrecht, den Petitionsausschuss anschauen, dann hat man das Gefühl, es gibt gewisse Projekte, die, obwohl die Petitionswerberin dafür wirbt, nicht gestartet werden sollen und das enderledigt wird, bevor überhaupt die Petition begründet abgeschlossen ist. Dann kann man von nichts anderem reden als von einer Inszenierungsshow auf Kosten dieses wichtigen demokratischen parlamentarischen (Beifall bei der FPÖ) Bürgerrechts. Und das ist gerade in Zeiten, wo die Politikverdrossenheit immer größer wird, nicht wirklich vorteilhaft, sondern im Gegenteil, brandgefährlich, das steht wohl außer Frage. Ich war 2015 bis 2020 Mitglied des Petitionsausschusses, bin es jetzt nicht, das machen jetzt andere engagierte Kollegen, aber ich habe schon damals erlebt, in welche Richtung das Ganze geht. Da werden, so wie damals im Jahr 2021, namhafte Petitionswerber, die sich damals gegen dieses Heumarkt-Projekt mit dem Hochhaus und mit dem Tojner-Investor ausgesprochen haben, geladen. Und da saß eine damalige grüne Vizebürgermeisterin, die den Werbern einfach kein Ohr geschenkt und sich sogar erdreistet hat, während die Petitionswerber ihr Herzensanliegen auf den Tisch gelegt haben, am Handy zu spielen und sich die Nägel zu machen - also ein ganz, ganz skurriler Auftritt der damaligen Frau Vizebürgermeisterin. Und ein paar Monate später kam dann der Handychat-Leak, und das war ja klar, nachdem eine hochrangige Büromitarbeiterin des damaligen Investors Tojner geschrieben hat: Vassi und Chorherr sind eh brav! - Ja, wie brav man ist und wie man mit Petitionsrechten umgeht, das hat man gesehen, sehen wir bis heute, also wenn die GRÜNEN über Bürgerbeteiligung reden, dann ist das, glaube ich, mit Vorsicht zu genießen. (Beifall bei der FPÖ.) Oder eine Petition vor ein paar Jahren mit dem Titel "Rettet den Ahornbaum". In der Kaunitzgasse im 6. Bezirk haben sich die Petitionswerber dafür ausgesprochen, dass man diesen über 60 Jahre alten Ahornbaum nicht fällt, weil dort ein Lüftungsschacht für den U-Bahn-Bau installiert werden soll. Da hätte man auch Möglichkeiten prüfen können. Was hat man gemacht? - Am 10. Jänner, also bevor die Stellungnahme des Stadtrates eingeholt und im Petitionsausschuss darüber gesprochen worden wäre, hat man den Baum gefällt. Das ist wirklich eine Sauerei, und das hat sogar der Bezirksvorsteherstellvertreter des 6. Bezirks in einem Interview gesagt. Ich zitiere: "Es ist gelinde gesagt eine Sauerei, dass man nicht einmal das Ergebnis eines Petitionsausschusses abgewartet hat. Damit wird ein Tool der aktiven Bürgerbeteiligung zur Farce!" - Vollkommen richtig! Deswegen beantragen wir auch, dass Projekte erst dann gestartet werden sollen, wenn die dazugehörige Petition ordnungsgemäß abgeschlossen wurde. (Beifall bei der FPÖ.) Der dritte Antrag, den ich eingebracht habe, betrifft das Bauprojekt an der Donaustadtstraße und den Umgang mit Grün- und Waldflächen, Sie können es lesen, ich habe nur mehr 15 Sekunden Zeit. In der Vorweihnachtszeit soll man auch was Gutes sagen. Ich bedanke mich beim Herrn Stadtrat für die immer ausführliche und gewissenhafte Beantwortung von Anfragen, die wir stellen. Da gibt's einen meilenweit erkennbaren Unterschied zu seiner Vorgängerin, die damals das Gegenteil gemacht hat und im Verkehrsausschuss noch immer diesen Stil an den Tag legt. Ich freue mich, dass es im Umweltausschuss anders ist. Wir stellen ja die Anfrage nicht, um Sie zu sekkieren, sondern auch, um unsere Ideen für Wien weiterzuentwickeln. Vorsitzender GR Armin Blind: Das waren jetzt genau sieben Minuten, verbleibende Restredezeit 23 Minuten. Als Nächste zu Wort gemeldet ist GRin do Amaral Tavares da Costa. - Frau Gemeinderätin, Sie haben das Wort. GRin Sara do Amaral Tavares da Costa (SPÖ): Sehr geehrter Herr Vorsitzender, sehr geehrter Stadtrat, liebe Kolleginnen und Kollegen, verehrte Zuhörerinnen und Zuhörer, liebe Wienerinnen und Wiener! Vielleicht kurz zur Kollegin Olischar: Das Klimateam bespricht das ja am Donnerstag noch einmal, aber ich empfehle auf jeden Fall die Homepage www.klimateam.wien.gv.at. Dort finden Sie das Budget für jeden Bezirk, alle ausgewählten Projekte und den Umsetzungsstatus. Ich hoffe, das führt dazu, dass wir am Donnerstag auch eine aufgeklärtere Debatte darüber führen können, was diese Klimateams machen. Eigentlich wollte ich mit einem ganz anderen Thema starten, nämlich einem, das uns diese gesamte Debatte schon begleitet. Denn ja, tatsächlich, wir haben ein Verteilungsproblem. Wir wissen auch alle, wo man dieses Geld für unseren Sozialstaat und unsere gemeinsame Infrastruktur herbekommt. Das sind nämlich die superbreiten Schultern der Überreichen. Und wir wissen auch alle, welche Parteien dafür sind und welche nicht und dass es trotz gesellschaftlicher Mehrheit leider keine parlamentarische Mehrheit für die Besteuerung von Überreichtum gibt. Ich werde mich also auf das fokussieren, was ist, denn den meisten Herausforderungen, denen wir als Gesellschaft aktuell begegnen, ist das Budget egal, daher braucht es sehr kluges Arbeiten und kluges Überlegen. Ich will deshalb gleich an den Anfang ein großes Danke stellen, einen Dank an all jene, die täglich in und für unsere Stadt arbeiten, die sich genau angesehen haben, was es braucht, worauf man sich fokussieren muss und wie man dieser Konsolidierung begegnen kann, ohne dabei unsere Vorgaben wie Klimafahrplan oder Kreislaufwirtschaft- Strategie aus dem Blick zu verlieren, ohne dabei auf maßgebliche Maßnahmen für das Klima zu verzichten. Es zeigt sich an den Stellen, die ich heute herausheben darf, ganz klar, wie hier alle an einem Strang ziehen, egal, ob es Stellen sind, die sehr sichtbar sind, oder deren Arbeit sehr stark im Hintergrund passiert. Alle verdeutlichen ihr Bewusstsein für unsere Stadt und das, was sie ausmacht. Eine Stadt, die einen Wert darauf legt, dass ihre Infrastruktur als eine Infrastruktur der vielen erhalten bleibt und ausgebaut wird. Eine dieser Einrichtungen der vielen, die unsere Lebensqualität so prägen, ist die MA 44, unsere Wiener Bäder. Die Erneuerung des Döblinger Bades, die wir heuer ja schon im Gemeinderat thematisiert haben, zeigt sehr deutlich, dass wir mit den Energieeinspar-Contracting-Klimaschutzmaßnahmen nicht nur unsere Lebensqualität sichern und unsere Bäder modernisieren, sondern eben auch wirtschaftlich klug sind. Die CO2-Tonnen, die eingespart werden, der Strom, der nun weniger Kosten bereitet, finanzieren de facto den Umbau. Ich werde nicht müde werden, wo immer ich kann, darauf hinzuweisen, wie zentral, wie unglaublich wichtig und sehr einzigartig unsere Bäderstruktur und wie elementar die Arbeit der MA 44 für die Wienerinnen und Wiener ist. (Beifall bei der SPÖ.) Diese Arbeit lässt sich übersetzen in "Sommer für alle", sie ist aber auch Gesundheitsvorsorge und ein sportliches Angebot, wo uns kaum eine andere Stadt das Wasser reichen kann. Mit 22,4 Millionen EUR investieren wir weiterhin im Rahmen der Bäderstrategie 2030 in moderne Schwimmhallen und eine bauliche Aufwertung unseres umfangreichen Bestandes, immer mit dem Ziel im Blick, ein flächendeckendes und bedarfsgerechtes Angebot für die Wienerinnen und Wiener zu schaffen. Rutschen-Erneuerungen, um den veränderten Sicherheitsstandards nachzukommen und um unsere Bäder attraktiv für alle Altersgruppen zu behalten, Schwimmkurse für Groß und Klein, 6 Millionen EUR für die Instandhaltung der Bäder - das sind nur einige Projekte der MA 44. Besonders wichtig ist aber die klimafitte Modernisierung der Infrastruktur mit Hilfe der bereits erwähnten Energieeinspar-Contractings. Um nur zwei Beispiele zu nennen: Im Kongressbad sollen 1 800 Megawattstunden Fernwärme, im Floridsdorfer Bad sogar 3 400 eingespart werden. Gemeinsam sparen sich beide Bäder 56 800 Kubikmeter Wasser und Abwasser sowie 188 Tonnen CO2 im Jahr. Das ist wirklich beachtlich. Ich möchte jetzt auf eine wichtige Stütze für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Stadt eingehen. Mit den Gleichbehandlungsbeauftragten haben nämlich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt eine Anlaufstelle, die sie solidarisch begleitet und unterstützt, wenn sie von Diskriminierung am Arbeitsplatz betroffen sind. Darüber hinaus arbeiten sie auch proaktiv, um Gleichstellung unter den Beschäftigten voranzutreiben. Da gibt es Projekte wie "Väter haben ein Recht darauf", damit fördern sie aktive Vaterschaft unter den Mitarbeitern der Stadt. Sie werden dazu bewegt, ihrer Verantwortung nachzugehen. Das ist nicht nur besonders wichtig für Kinder, sondern eine Entlastung der Mütter, die leider nach wie vor die Hauptlast der Betreuung und Organisation der Familie tragen. Umso wichtiger, dass bei so einem großen Arbeitgeber wie unserer Stadt auf aktive Vaterschaft geachtet wird. Die Gleichbehandlungsbeauftragten informieren und unterstützen schwangere Frauen und werdende Eltern, aber auch pflegende Angehörige, um zu ihren Rechten zu kommen. Mit dem Gleichstellungsprogramm, welches immer wieder analysiert wird, um neue Maßnahmen zu erarbeiten, gibt es ein zentrales Werkzeug, um einem diskriminierungsfreien Arbeiten in unserer Stadt näherzukommen. Im kommenden Jahr werden zwei EU-Richtlinien umgesetzt, die die Gleichbehandlungsbeauftragten in ihrer Arbeit nicht nur stärken, sondern tatsächlich auch beschäftigen werden. Einerseits die Richtlinie über die Standards für Gleichbehandlungsstellen im Bereich der Gleichbehandlung und Chancengleichheit von Frauen und Männern in Arbeits- und Beschäftigungsfragen sowie die EU-Lohntransparenzrichtlinie, wo ja bereits von Seiten der Bundesregierung und insbesondere unserer Frauenministerin an der längst überfälligen Umsetzung gearbeitet wird. Wir tragen in unserer Stadt aber nicht nur Verantwortung für Menschen und ihre Umwelt, mit der Tierschutz- Ombudsstelle in Wien haben Tiere eine Lobby, die auf ihre Rechte schaut. Dabei wird besonders auf die Sensibilisierung der potenziellen Tierhalterinnen und Tierhalter geachtet. Generell gilt es hier ein Bewusstsein zu schaffen, dass Tiere ein Recht auf ein artgerechtes Leben haben und dass dieses Recht über dem persönlichen Recht ein Haustier zu halten stehen muss. Daher entsteht neben dem bereits existierenden Sachkundenachweis für exotische Heimtiere im kommenden Jahr eine Plattform, die bei der Entscheidung unterstützen soll, wenn man ein Haustier aufnehmen will. Habe ich denn überhaupt Zeit für ein Haustier? Habe ich genug Platz? Was braucht dieses Tier denn eigentlich wirklich? - Diese Fragen sollte man sich vielleicht stellen, wenn man sich ein Haustier zulegen will. Sowohl die Tierschutz-Ombudsstelle als auch die MA 60 - Veterinäramt und Tierschutz - leisten mit Publikationen, Einkaufsratgebern, Tierschutzbildung für Kinder, einer Studie zur Pferdehaltung in Zeiten des Klimawandels - auch sehr zentral, hatten wir auch im Petitionsausschuss - oder den Wiener Hundeteams und vielem mehr einen vielfältigen Beitrag, um das Miteinander zwischen Menschen und Tieren zu organisieren und um Tierrechte einzumahnen. Abschließen möchte ich mit der Wiener Umweltanwaltschaft. Seit 1993 ist sie Sprecherin für das, was wir alle zum Leben brauchen - ein intaktes Lebensumfeld, gute Lebensqualität, mit einem starken Fokus auf Bildungsangebote, um die kommenden Generationen zu sensibilisieren und inhaltlich auszurüsten. Sie begleiten Verfahren und begutachten Gesetze. Oder mit dem Programm für Umweltmanagement im Magistrat, wo sie Umweltschutz nicht nur zusammentragen, sondern auch zur Umsetzung bringen. Die Wiener Umweltanwaltschaft ist darüber hinaus Teil eines breiten Netzwerkes für Atomschutz, ein Thema, das uns im kommenden Jahr sicher begleiten wird, wenn wir der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl, die sich im April 1986 zugetragen hat, gedenken werden. Ich bedanke mich an dieser Stelle nochmals sehr für all ihre Arbeit, für die große Eigenmotivation, die die MitarbeiterInnen, die Magistratsbediensteten täglich zeigen und an den Tag legen. Es ist immer wieder beeindruckend, in die Details der vielen einzelnen und kleinen Rädchen blicken zu dürfen, die unsere Stadt am Laufen halten. - Vielen Dank. (Beifall bei SPÖ und NEOS.) Vorsitzender GR Armin Blind: Die tatsächlich in Anspruch genommene Redezeit war acht Minuten. Das heißt, es verbleiben für die sozialdemokratische Fraktion noch 35 Minuten. Als Nächste hat sich Frau GRin Keri zu Wort gemeldet hat, 13 Minuten sind eingestellt. - Bitte sehr. GRin Sabine Keri (ÖVP): Sehr geehrter Herr Vorsitzender, sehr geehrter Herr Stadtrat, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrte Damen und Herren! Wenn wir heute über den Budgetvoranschlag 2026 sprechen, dann geht es ja nicht nur um Zahlen, sondern es geht auch darum, wie sich politische Entscheidungen ganz konkret im Alltag auf die Wienerinnen und Wiener auswirken. Ich möchte heute auf drei Punkte zu sprechen kommen, Sie können es sich schon denken: die Bürgerbeteiligung, die Bädertarife und die Hundeabgabe. Die Bürgerbeteiligung wird bei Rot-Pink ja immer ganz groß gehalten, es wird immer gesagt, wie wichtig Demokratie und Bürgerbeteiligung sind. Ja, Bürgerbeteiligung stärkt Demokratie und schafft Vertrauen, aber nur, wenn sie wirklich ernstgenommen wird. (Beifall bei der ÖVP.) Oft verweist die Stadtregierung auf den Einsatz der verschiedenen Bürgerbeteiligungsformate, die partizipativen Prozesse. Sie betont immer wieder, wie bürgernah sie ist. Und doch erleben wir eine Unzufriedenheit bei den Wienerinnen und Wienern, weil sie zwar gehört werden, aber nicht das Gefühl haben, wirklich mitwirken zu können. Man muss sich sehr wohl auch bei Bürgerbeteiligungsverfahren zentrale Fragen stellen. Eine davon ist: Gibt es eine messbare Wirkung der unterschiedlichen Beteiligungsmodelle? Gibt es wirklich eine spürbare Umsetzung der eingebrachten Vorschläge? Und steigt dadurch tatsächlich die Zufriedenheit der Bürgerinnen und Bürger? - Leider haben wir darauf bis heute nie eine Antwort bekommen. (Beifall bei der ÖVP.) Dann braucht es uns nicht wundern, dass die Menschen auch frustriert werden, denn Sie sagen immer, wir reden mit ihnen, aber entschieden wird oft etwas ganz anderes beziehungsweise ganz woanders. Wien gibt wirklich viel Geld für Vereine, Projekte, Beteiligungsprozesse aus, aber es ist eben am Ende des Tages oft keine Verbesserung in Sicht, die von den Anrainerinnen und Anrainern oder Wienerinnen und Wienern wirklich mitgetragen wird. Deswegen haben wir auch das Problem, dass viele sagen: Es sind nur Alibiveranstaltungen, wir werden nicht ernstgenommen. Und das sind Dinge, wo wir besonders bei großen Vorhaben wirklich endlich umdenken müssen. Wir brauchen eine umfassende Evaluierung aller laufenden und geplanten Aktivitäten der Stadt Wien im Bereich der Partizipation und der Bürgerbeteiligung. Es muss geklärt werden, welche Programme und Maßnahmen aktuell bestehen, welche Stellen wofür zuständig sind, welche finanziellen und personellen Ressourcen eingesetzt werden, ob es Synergien oder vielleicht Doppelstrukturen gibt, welche Ziele und Zielgruppen und Erfolgsindikatoren definiert sind und wie die Ergebnisse wirklich dokumentiert und evaluiert werden. Gerade in Zeiten, wo wir eh schon eine sehr angespannte finanzielle Situation haben, müssen wir uns wirklich ehrlich damit auseinandersetzen, was das eingesetzte Geld konkret den Menschen in dieser Stadt bringt. (Beifall bei der ÖVP.) Ich möchte jetzt auf die Bädertarife zu sprechen kommen. Wir wissen, dass im Jänner 2026 eine Erhöhung geplant ist. Ich muss Ihnen sagen, dass das natürlich insbesondere die Familien mit Kindern trifft, aber auch die regelmäßigen Nutzerinnen und Nutzer. Für viele Menschen ist das öffentliche Bad wie ein Kurzurlaub, ein wichtiger Aufenthaltsort für die Kinder, und im Sommer ist es für viele Wienerinnen und Wiener die einzige Möglichkeit zur Abkühlung. Wenn aber die Eintrittspreise steigen, dann bedeutet das, dass man zum Überlegen anfängt, wie lange man sich einen Aufenthalt leisten kann. Es kann sein, dass es zu weniger Besuchen kommt, und im schlimmsten Fall müssen Familien ganz darauf verzichten. Das kann es nicht sein, denn die Bäder sind ja nicht nur Freizeitangebote, sondern haben sehr wohl auch einen gesundheitlichen Aspekt. Bewegung ist gesund und macht fit. Es ist auch ein wichtiger jugend- und familienpolitischer Ansatz, den Bäder hier vertreten, wenn man das so sagen darf. Die Erhöhung ist für uns nicht nachvollziehbar, denn die zusätzlichen Kosten im Erholungs- und Freizeitbereich, die dabei entstehen, sind eine zusätzliche Belastung zu den anderen Gebühren und den anderen Griffen in das Geldbörserl der Wienerinnen und Wienern. Leistbare Bäder dürfen kein Luxus, sondern müssen Teil einer verantwortungsvollen Daseinsvorsorge sein. Nun zur Hundeabgabe: Meine Kollegin Ingrid Korosec hat ja am Freitag sehr detailliert darüber berichtet, welchen sozialen Aspekt Hunde auch für ältere Menschen haben. Ja, Hunde sind der tägliche Begleiter, sind ein Teil der Familie und gerade eben für ältere Menschen oft ein wichtiger sozialer Kontakt. Die steigende Hundeabgabe ist natürlich nicht nachvollziehbar. Sie schreiben zwar, dass das für die Infrastruktur wichtig ist, für die Hundezonen und die Auslaufplätze, für die Kotsackerlspender. Aber ich sage Ihnen eines: Bis jetzt haben Sie es nicht geschafft die Hundezonen wirklich flächendeckend mit Trinkwasserstellen zu versorgen. Wir haben 179 Hundezonen für über 60 000 Hunde und lediglich bei 84 Hundezonen gibt es Trinkwasserstellen. Wenn es aber um Tierschutz geht - und wir wissen, was das im Sommer oft bedeutet -, dann erwarte ich mir, dass, wenn man jetzt schon diese Gebühren erhöht, man hier ansetzt, damit wirklich der Mehrwert bei den Hundehalterinnen und Hundehaltern beziehungsweise bei den Hunden ankommt. (Beifall bei der ÖVP) Ja, was braucht es? - Wirksame Bürgerbeteiligung statt teurer Symbolpolitik, leistbare Freizeitangebote und wirklich mehr Augenmaß bei Gebühren und Abgaben. - Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP.) Vorsitzender GR Armin Blind: Die Redezeit betrug sechs Minuten, daher verbleiben der ÖVP-Fraktion auch sechs Minuten Redezeit. Als Nächste ist Frau GRin Pipal-Leixner zu Wort gemeldet. - Bitte, Frau Gemeinderätin, Sie haben das Wort. GRin Mag. Angelika Pipal-Leixner, MBA (NEOS): Herr Vorsitzender, lieber Herr Stadtrat, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Zuhörende im Saal und im Livestream! Wir haben uns natürlich auch in diesem Koalitionsprogramm und in diesem Budget wieder die vielen notwendigen Schritte vorgenommen, um Wien bis 2040 klimaneutral zu machen und die hohe Lebensqualität der Stadt auch in immer heißer werdenden Sommern zu erhalten. Wir führen diese großen Programme wie Sonnenstromoffensive, Ausbau der Geothermie, des öffentlichen Verkehrs, die Radwegeoffensive fort und implementieren die Kreislaufwirtschaftsstrategie. Im Rahmen der Grünraumoffensiven entstehen bis zu 400 000 Quadratmeter neue oder neugestaltete Grünflächen und Parks, der Verkehr wird beruhigt, um mehr Raum für klimafreundliche Mobilität zu schaffen, also für das zu Fuß gehen, das Radfahren und für den öffentlichen Verkehr. Dazu gehört auch die Entflechtung des Fuß- und Radverkehrs auf der Ringstraße, die Begrünung von Straßen und Plätzen, die Reduktion der Versiegelung und das Programm "Raus aus dem Asphalt" für mehr Grün, mehr Abkühlung und so für lebenswerte Grätzel für alle Wienerinnen und Wiener. (Beifall bei den NEOS und von GRin Astrid Pany, BEd, MA.) Damit machen wir ganz bewusst auch in Zeiten eines herausfordernden Budgets weiter. In Zeiten, in denen wir das Budget sanieren müssen, sparen wir nicht beim Klimaschutz und nicht bei der Klimawandelanpassung, sondern machen mit Konsequenz weiter. In Wien - jetzt ein kurzer Exkurs zum Thema Personal, das auch in dieser Geschäftsgruppe liegt - sparen wir auch bei uns selbst. Am Freitag haben wir im Landtag die Nulllohnrunde für die Politikergehälter beschlossen. Ein sehr wichtiger Schritt, denn wir können in dieser Zeit nicht unsere Gehälter erhöhen, wenn die Wienerinnen und Wiener überall sparen müssen. Außerdem erhöhen wir das Mindestantrittsalter für Frühpensionierungen im Bereich der Gemeinde Wien und erhöhen Pensionen über 2 500 EUR nicht im vollen Ausmaß der Inflation. All dies sind Maßnahmen für mehr Generationengerechtigkeit und Sparsamkeit in der Wiener Stadtverwaltung. Nun im Detail zur Umwelt: Biodiversität und Renaturierung sind hier ganz zentrale Punkte unserer Vorhaben der nächsten Jahre. Wir haben uns vorgenommen, österreichweit eine Vorreiterrolle bei der Umsetzung der EU- Renaturierungsrichtlinie einzunehmen. Unser Anspruch ist es, die Liste der europäischen Großstädte in puncto Renaturierung und Biodiversität anzuführen. (Beifall bei den NEOS und von GR Georg Niedermühlbichler.) In Vorbereitung darauf erarbeiten wir auch eine umfassende Biodiversitätsstrategie, auf der wir dann die weiteren Vorhaben im Detail aufsetzen können. Wir arbeiten daran, dass unsere Wälder vielfältig bleiben oder, wo sie es noch nicht sind, vielfältig werden, das heißt, heimische resiliente Gehölzarten, das ist der biodiverse Dauerwald mit vielfältigen Strukturen, also nicht nur viele alte hohe Bäume, ein typischer Bewirtschafter im Forst, sondern auch Jungbäume, Sträucher und Totholz, damit sich alle Lebewesen von klein bis groß dort wohl fühlen. Ein paar Projekthighlights: Wir entwickeln das Areal des ehemaligen Verschiebebahnhofs Breitenlee zu einem hochwertigen Natura 2000-Gebiet, mit dem Biodiversitätskorridor verbinden wir die Areale Nordwestbahnhof, Nordbahnhof und Augarten miteinander und Stadtwildnisprojekte berücksichtigen bestehende Naturflächen bei der Planung neuer Erholungsräume - da sind die Blumenwiesen, die die Kollegin Wirnsberger angesprochen hat, schon mit dabei. Wir wollen aber nicht nur Klima und Wirtschaft verbinden, wie es mein Kollege Stefan Gara vorher schon angesprochen hat, sondern auch Klima und Umwelt. Da gibt es wunderbare Beratungsangebote von OekoBusiness Wien zur Kreislaufwirtschaft zum einen und jetzt auch neu zur Biodiversität. Das neue Programm BiodiversitätsFit! berät Wiener Betriebe dabei, Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität zu setzen. Im Rahmen der Grünraumoffensive setzen wir einerseits auf große Parkanlagen wie Gasometervorfeld und Grüne Mitte Nordwestbahnhof, aber auch auf viele mittelgroße und kleinere Projekte, unter anderem in Form von Wiener Gartenstraßen, Grätzeloasen, Wiener Wäldchen, Pocket Parks, damit alle Wienerinnen und Wiener eine Grünoase ums Eck haben. Dabei planen wir auch in Umsetzung der Kinder- und Jugendstrategie Erlebnisspielplätze mit einem Augenmerk auf Inklusion. Erlauben Sie mir ein Wort zur Kollegin Wirnsberger von den GRÜNEN, die jetzt leider gerade nicht da ist. Sie hat die Stadt Wien kritisiert, dass beim Ausbau von Grünraum zu wenig weiterginge und hat dafür andere Städte als Beispiele hergenommen. Ich finde es immer gut, von anderen Städten zu lernen und sich dort Best Practice-Beispiele abzuschauen. Das machen wir auch, aber umgekehrt sind auch wir ganz oft Best Practice-Beispiel und Vorbild für andere Städte. Es ist wunderbar, voneinander zu lernen. Wir brauchen nicht die eine Stadt gegen die andere ausspielen. Ich glaube, die meisten Städte in Europa bemühen sich da ganz viel zu machen. Wien ist international bekannt als eine der grünsten Städte der Welt mit über 50 Prozent Grünraumanteil. Ich habe mir auf die Schnelle ein paar Zahlen rausgesucht. Wien hat 480 000 Stadtbäume, ohne den Wienerwald, das sind noch einmal Millionen Bäume. In Berlin, das wesentlich größer ist, sind es 430 000, in Paris 484 000, wovon aber 300 000 in den Stadtwäldern sind, also netto Standbäume wären es 184 000. Nach diesen Zahlen hat Wien also mehr als zweieinhalbmal so viele Stadtbäume wie Paris, und Blumenwiesen gibt es bei uns auch. (Beifall bei den NEOS.) Zu den kleinen feinen Projekten, da möchte ich zur Lokalen Agenda 21 etwas sagen. Das Aktionsprogramm Grätzeloasen wird nämlich um den Bereich des Tactical Urbanism weiterentwickelt, das sind innovative, partizipative Formen der Grünraumgestaltung, wo die Wienerinnen und Wiener direkt in ihrem Wohnumfeld, in ihrem Grätzel freche Sachen ausprobieren können, die auch nicht permanent sein müssen. Es ist eine Möglichkeit, mutige Ideen auch einfach einmal auszuprobieren und zu schauen, wie sie sich bewähren, Feedback einzuholen, und dann kann man vielleicht einige davon auch ausrollen. (Beifall bei den NEOS sowie von GR Georg Niedermühlbichler und GRin Astrid Pany, BEd, MA.) Und last but not least, ein budgetär immer sehr großer Brocken, aber eine Selbstverständlichkeit für die Wienerinnen und Wiener - und auch hier in diesem Haus können sich alle darauf einigen - ist die zuverlässige und sichere Versorgung mit erstklassigem Trinkwasser. Hier machen wir natürlich damit weiter, dass Rohrnetz sukzessive zu erneuern, sodass es auch für die Zukunft resilient bleibt. Am Schluss möchte ich die Gelegenheit noch nutzen, mich bei allen MitarbeiterInnen der Stadt zu bedanken, die tagtäglich an unserer so lebenswerten Stadt arbeiten. - Danke schön. (Beifall bei NEOS und SPÖ.) Vorsitzender GR Armin Blind: Tatsächliche Redezeit war acht Minuten, verbleibende Restredezeit der NEOS auch acht Minuten. Als Nächste hat sich GRin Kickert zu Wort gemeldet. - Frau Kollegin, die gewünschte Redezeit ist eingestellt, Sie haben das Wort. GRin Dr. Jennifer Kickert (GRÜNE): Sehr geehrter Herr Vorsitzender, sehr geehrter Herr Stadtrat! Dieses Ressort umfasst sehr viele Bereiche. Nachdem die Redezeit bei der Budgetdebatte eingeschränkt ist, werde ich mich auf einen Bereich in diesem großen Ressort beschränken, nämlich Demokratie mit - Klammer auf - Partizipation - Klammer zu. Demokratie, dieser Bereich ist sicher nicht der große Hebel mit riesigem Sparpotenzial für das Budget, aber, und das ist auch, glaube ich, möglicherweise die Stärke dieses Themas, es braucht nicht die großen Mittel, es braucht in diesem Bereich hauptsächlich verlässliches Dranbleiben und Glaubwürdigkeit. Und weil der Kollege Ornig gefunden hat, wir reden alles quasi nieder - ich habe die Worte nicht so genau im Kopf, aber es war sowas wie Schwarzmalerei oder in die Richtung -, habe ich mir gedacht, statt den Sorgen, die ich habe, werde ich es rhetorisch umdrehen und daraus eine Wunschliste machen. Aber es kommt ungefähr auf das Gleiche hinaus, denn die Wunschliste entsteht aus meiner Besorgnis. Und wenn ich bei der Demokratie ansetze, dann möchte ich mir in die Zukunft für die Folgejahre von 2026 und weitere die Umsetzung der gerade erst beschlossenen Demokratiestrategie wünschen - als Herausforderung. Und was ich glaube, was es hier braucht und, ich gebe es zu, in einer Budgetdebatte seltsam, da nicht budgetrelevant ist, ist ein Kulturwandel - und zwar mehr Kulturwandel statt Marketing, und da wäre dann Sparpotenzial da. (Beifall bei den GRÜNEN.) Also was würde die Demokratie in den nächsten Umsetzungsschritten stärken? - Da kann man nachsehen, was in der Demokratiestrategie an Kapiteln oder an Bereichen angesetzt worden ist, und einer wäre sozusagen ein Mehr an AnsprechpartnerInnen. Besonders erwähnt wurde da die Bezirksvertretung, die Bezirke. So, und jetzt ist gerade die Kürzung der Bezirksmittel nicht unbedingt ein Unterstreichen dieses Vorhabens, aber, wenn ich wieder meine Hoffnung ausdrücken könnte, dann würde ich sagen, okay, vielleicht braucht es nicht die Mittel, sondern die Ernsthaftigkeit, nämlich die Ernsthaftigkeit von 23 Bezirksvertretungen, sich wirklich in Sachen Demokratie und Beteiligung einzusetzen, sich zu überlegen, in welchen Prozessen können sie die Bewohnerinnen und die Bewohner Wiens miteinbeziehen. Damit wäre ein kostengünstiger Kulturwandel nicht nur angedacht, sondern mit so einem Schritt würden wir in der Partizipation und in der Demokratie wirklich was weiterbringen. (Beifall bei den GRÜNEN.) Ein anderer Bereich ist, sozusagen die Standards umsetzen. Und da steht in der Demokratiestrategie bei der Frage, wie wir es umsetzen sollen: verbindliche Standards für Beteiligungsprozesse erarbeiten. Dieser Satz tut mir weh - ich glaube ich habe das auch schon beim Beschluss der Demokratiestrategie gesagt -, denn wir haben verbindliche Standards. Es gibt verbindliche Standards, die irgendwann am Anfang dieses Jahrtausends auf der Bundesebene erarbeitet worden sind. Wir haben das Praxishandbuch Beteiligung, wir haben auch andere Standards. Worum es ginge, wäre, sie anzuwenden und umzusetzen. Daher auch hier ein Kulturwandel, bitte in der Stadtregierung, in den einzelnen Umsetzungsbereichen der Stadtregierung, in den einzelnen Ressorts, denn würden wir das, was wir an Standards bereits erarbeitet und sogar schon hier im Gemeinderat beschlossen haben, anwenden und umsetzen, wäre das schon ein Teil von einem nächsten Umsetzungsschritt, nämlich erproben und aneignen. Auch das würde nicht viel kosten, Kulturwandel kostet Kopfarbeit, aber nicht unbedingt finanzielle Mittel. (Beifall bei den GRÜNEN.) Und beim Erproben und Aneignen glaube ich, dass es wirklich mehr braucht als nur den Ausbau des bereits Vorhandenen. Wir brauchen mehr Kreativität, mehr Möglichkeiten, es ist also nicht nur so, dass wir die Gebietsbetreuung loben, die ich lobe, dass wir nicht nur die Grätzeloase und die Grätzelzentren loben, die ich lobe, sondern ich glaube, wir brauchen in all unseren Prozessen, das, was wir machen. Nachdem ich nur mehr eine Minute und 35 Sekunden Zeit habe, möchte ich noch einen Appell aussprechen. Immer wieder reden wir von "Raus aus Asphalt" und ich plädiere, dass doch auch in Wien diese 50 cm Freiheit von Asphalt zwischen Hausmauer und Gehsteigbeginn möglich sein sollte. Diese 50 cm Freiheit an der Hausmauer würden bodengebundene Fassadenbegrünung, würden Rosen, würden alles Mögliche ermöglichen, und das würde so vieles in dieser Stadt verschönern, es würde so vieles ermöglichen. (Beifall bei den GRÜNEN.) In Eisenstadt geht es, es geht in Amsterdam, es geht in Brüssel, es geht in so vielen Städten. Ich habe bis heute nicht wirklich verstanden, warum Wien das nicht zulassen kann. Bitte 50 cm Freiheit für Fassadenbegrünung und für eine lebenswerte Stadt, auch das kostet nicht viel. (Beifall bei den GRÜNEN.) Vorsitzender GR Armin Blind: Die verbleibende Restredezeit der GRÜNEN-Fraktion ist zwölf Minuten. Als Nächster hat sich Herr GR Harald Stark zu Wort gemeldet. - Herr Gemeinderat, die gewünschte Redezeit von sieben Minuten ist eingestellt. Sie haben das Wort. GR Harald Stark (FPÖ): Sehr geehrter Herr Vorsitzender, sehr geehrter Herr Stadtrat, geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Schulden, die heuer um 25,6 Prozent steigen und 2026 noch einmal um 16,8 Prozent. Und diese Stadtregierung spricht von sparen. Ich würde ja Ihren Kindern oder auch Enkelkindern gerne ein leeres Sparschwein unter den Christbaum legen, denn Kinder sind wissbegierig, und sie werden dann zu Ihnen kommen und fragen: Oma, Opa, Mama, Papa, was ist denn das? Was kann ich damit machen? - Und Sie von der SPÖ und Sie von den NEOS können dann nur mit den Schultern zucken, weil Sie diese komplexe Frage nicht beantworten können. (Beifall bei der FPÖ.) Wenn der Kollege Ellensohn immer davon spricht, dass die Reichsten höher besteuert werden sollen, um diese Stadt aus dem finanziellen Desaster zu retten, dann hat er vergessen, dass diese Stadtregierung nicht wirtschaften kann. Wenn jetzt im Zuge der Budgetsitzungen die reichsten Wiener sich entschließen, die Schulden von knapp 15 Milliarden zu übernehmen, das sind immerhin 150 Tonnen an 100 Euro-Scheinen, gestapelt 19,5 km hoch, umgelegt die Strecke von hier bis nach Mödling. Würde dieser Betrag heute übernommen werden - und wir beginnen somit bei null -, dann sind wir nicht in 15 Jahren, nicht in zehn Jahren, sondern bereits am Ende dieser Legislaturperiode genau wieder in derselben Situation wie heute. Schulden in der Höhe von 15 Milliarden, eine Stadt, die auch dann wieder kurz vor der Pleite steht, weil diese Stadtregierung schlicht und einfach nicht wirtschaften kann. (Beifall bei der FPÖ.) Im Umweltausschuss beginnen die Probleme eine Spur früher, denn dort scheitert es auch am Rechnen. Ich darf Sie an den Lagerwarenkredit der MA 48 erinnern, der jahrelang nicht erhöht wurde und zusätzliche Aufgaben übernehmen musste. Es ist daher absolut nachvollziehbar, dass dieser angepasst werden musste. Ich darf aus dem diesbezüglichen Antrag zitieren: "Da der Verbraucherpreisindex (VPI 2005) seit 2009 um 58 % gestiegen ist, wird eine Erhöhung im selben Ausmaß auf EUR 6 035 000 als sinnvoll erachtet." - Man wollte 3,83 Millionen um 58 Prozent erhöhen, herausgekommen sind aber nur 57,7 Prozent. Jetzt kann man sagen, ein Rechenfehler kann schon einmal passieren, ja, das ist menschlich. Aber Herr Stadtrat, ich habe Sie im Umweltausschuss am 5.11. auf diesen Rechenfehler hingewiesen, korrigiert wurde er nicht, sondern genau so im Gemeinderat beschlossen. Das zeigt wieder einmal, wie abgehoben diese Stadtregierung aus SPÖ und NEOS ist. (Beifall bei der FPÖ.) Wir sind aber froh, dass nun auch protokollarisch festgehalten wurde, dass Sie nicht rechnen können. Und wenn Sie sagen, es sind ja nur 0,3 Prozent, die kann man schon verkraften, dann darf ich Sie daran erinnern, dass jedes Jahr ab Herbst auch Ihre Gewerkschafter in den Kollektivvertragsverhandlungen sitzen und gerade gegen Ende der Verhandlungen kämpfen sie stundenlang um jedes Zehntel Prozent, um ja das Beste für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer herauszuholen. Und dann kommen Sie von der SPÖ, Sie von den NEOS und schießen diese mühsam erkämpften Zehntel mit der Erhöhung des Wohnbauförderungsbeitrages direkt vom Lohnzettel wieder runter. (Beifall bei der FPÖ.) Sie strafen damit die Arbeitgeber ab, Sie strafen damit die Arbeitnehmer ab, und Sie verraten Ihre eigenen Gewerkschafter. Im Gesundheitsbereich sprechen sowohl Bgm Ludwig als auch Gesundheitsstadtrat Hacker davon, dass die Gastpatienten aus Niederösterreich und dem Burgenland das Spitalssystem gefährden. Also im Gesundheitsbereich sind die Niederösterreicher und die Burgenländer unerwünscht, wenn sie aber bei einem Wiener Unternehmer beschäftigt sind und Sie ihnen daher ins Geldbörsel greifen können, ja dann sind die Niederösterreicher und Burgenländer wieder gut genug. Jeder spricht davon, dass die Lohnkosten gesenkt werden müssen, aber Sie verteuern diese noch. Die Produktivität im Privatsektor ist inzwischen auf unter 49 000 EUR gesunken, die Dienstgebergesamtkosten für das Durchschnittsgehalt eines ganzjährig Vollzeitbeschäftigten sind auf 66 697,39 EUR gestiegen. Diese Zahlen schließen nicht nur ein Wirtschaftswachstum aus, sondern erklären auch die Pleitewelle, die gerade durch unser Land rauscht. Nehmen Sie Ihre Gebührenlawine zurück, und lassen Sie den Menschen ein wenig Luft zum Atmen. (Beifall bei der FPÖ.) Vorsitzender GR Armin Blind: Verbleibende Restredezeit der Freiheitlichen Fraktion ist 17 Minuten. Als Nächster ist GR Spitzer zu Wort gemeldet, eingestellte Redezeit sind neun Minuten. - Herr Gemeinderat, Sie sind am Wort, bitte sehr. GR Mag. Gerhard Spitzer (SPÖ): Herr Vorsitzender, sehr geehrter Herr Stadtrat, liebe Kolleginnen und Kollegen! Für diese wunderbare Stadt arbeiten so viele wunderbare Menschen an so vielen wirklich tollen Projekten, dass man vermutlich statt der zwei Tage fünf Tage darüber reden könnte und würde trotzdem nicht fertig werden. Keine Sorge, wir werden das vermutlich nie tun, aber ich bin trotzdem der Meinung, dass die Menschen, die für diese Stadt arbeiten, zumindest einmal fünf Tage durchgehend Applaus verdient hätten. (Beifall bei der SPÖ und von GRin Mag. Angelika Pipal-Leixner, MBA.) Und alle diese Menschen haben eines gemeinsam, sie sind sozusagen unter dem Dach der MA 2 beheimatet, und die hat vor, ein sehr, sehr großes Projekt zu stemmen, auf das wir schon sehr gespannt sind, nämlich den elektronischen Personalakt, den wir für die nächsten beiden Jahre vorhaben. Derzeit werden die Personalakten ja noch in Papierform geführt, bis spätestens 2028 sollen alle Personalakte digitalisiert werden. Und das bringt uns viele Vorteile. Erstens einmal werden wir künftig durch die elektronische Verwaltung viel Zeit sparen, wir sparen aber auch Platz, weil die Akten natürlich auch räumlich irgendwo abgelagert werden. Und indem wir Platz sparen, ersparen wir dann natürlich auch künftig Kosten. Wir werden die Akten künftig schneller finden und der Vorteil ist auch, dass mehrere Menschen dann gleichzeitig auf einen Personalakt zugreifen können - also viele Vorteile. Ich freue mich jetzt schon, dass die MA 2 das mit Bravour umsetzen wird. Die Unternehmung Wien Kanal hat sich auch sehr viel vorgenommen, nämlich die Investitionen in den Vollausbau des Wiener Kanalnetzes, in den Kanalumbau, aber auch in die Neuerrichtung einiger Gebäude. Im Zuge des Vollausbaues des Kanals darf ich vielleicht exemplarisch aus dem 19. Bezirk die Krottenbachstraße herausgreifen, aus dem 22. Bezirk das Obere Hausfeld, aber auch den Wiental-Kanalvollausbau und ein ganz, ganz wichtiges Projekt, nämlich im 23 Bezirk der integrative Hochwasserschutz Liesingbach, denn das unterirdische Speicherbecken im 23. Bezirk wird dann bis zu 10 Millionen Liter Regenwasser aufnehmen. Das heißt, viele Investitionen betreffen zu Recht auch die Klimawandelanpassung. Wir erinnern uns ja noch mit Schrecken an die Starkregenereignisse der letzten Zeit. Es wird also das Kanalnetz erfolgreich neu gebaut, umgebaut, instandgehalten, es werden einige Fahrzeugflotten modernisiert und erneuert. Daher von dieser Stelle ein riesengroßes Danke an die oft lebensrettende Arbeit des Wien Kanal-Teams. (Beifall bei der SPÖ sowie von GR Mag. Lukas Burian.) Über die Arbeitsschwerpunkte der MA 20 wurde heute schon gesprochen. Sie entwickeln, begleiten und setzen Maßnahmen oder Initiativen im Energiebereich. Die großen Themen, die hier anstehen, sind die Dekarbonisierung des Energiesystems, die Steigerung der Energieeffizienz, die Forcierung der erneuerbaren Energien und auch die Weiterentwicklung der Energieraumplanung. Denn wichtig ist für die MA 20 auch die Mitarbeit an unserem sehr engagierten Umsetzungsprogramm "Raus aus Gas", über das wir heute schon gesprochen haben, aber auch die Erstellung der Kältestrategie, die neben der Wärme ein zweites wichtiges Thema in Wien ist. Also Schwerpunkte Energieeffizienz, aber auch in der Beratung dazu - Kollege Gara hat es erwähnt, deswegen kann ich es mir jetzt sparen - die Umsetzung und Koordinierung unserer tollen Sonnenstromoffensive mit einem Ziel von bis zu 800 Megawatt Peak, das die MA 20 mitbegleiten wird und auf das wir zu Recht sehr stolz sind. Die MA 36 hat künftig auch große Aufgaben. Ich darf erinnern, bei Veranstaltungen ab Juli des nächsten Jahres wird ab 2 000 Besucherinnen und Besuchern ein Umwelt- und Abfallkonzept zu erstellen sein. Fix darin müssen Anreize zur Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln oder Fahrrädern für die An- und Abfahrt zur oder von der Veranstaltung sein. Gesprochen haben wir auch schon über den Eurovision Song Contest, eine große Herausforderung. Auch den wird die MA 36 mit Bravour stemmen. Für Veranstaltungen ab 300 BesucherInnen ist zusätzlich ein Awareness-Konzept zur Vermeidung von Belästigungen von Besucherinnen und Besucher auszuarbeiten, auch das ist leider wichtig. Darüber hinaus wird die 36er auch noch das Wettengesetz den Geldwäscherichtlinien der EU anpassen. Also auch an das bravouröse Team der MA 36 ein großes Danke für ihre Arbeit. (Beifall bei SPÖ und NEOS.) Die MA 49 hatte auch in den letzten krisengebeutelten Jahren vieles zu stemmen, aber auch sie wird ihre Schwerpunkte zum Teil auf die Neupflanzung der Wiener Wälder setzen. Ich denke an die Aktion "Wald der jungen WienerInnen". Jetzt kann man natürlich diese 20 000 künftigen neuen Bäume für nächstes Jahr belächeln, man kann es mit anderen Städten vergleichen, wobei die Kollegin Pipal-Leixner hat es ja eh schon vorgerechnet. Ich darf übrigens den Klubobmann der GRÜNEN zitieren, wenn man vergleicht, dann muss man das auch richtig tun. Denn, wenn man jetzt sagt, die Berliner haben 500 000 Bäume und werden dann auf eine Million erweitern, übrigens bis 2040, nicht bis nächstes Jahr, und man dann die Jahre durchdividiert, sind es jetzt auch nicht so wahnsinnig viel über unseren 20 000, dann sind es halt 33 000. Wobei, die haben sie dann auch noch nicht, schauen wir einmal. Aber Sie haben dann eine Million Bäume. Die Kollegin hat es uns ja schon vorgerechnet, ich habe es jetzt gegoogelt und genau zusammengerechnet, Wien hat jetzt schon 8,5 Millionen Bäume. Bei aller Wertschätzung den Berlinerinnen und Berlinern gegenüber, da werden die sich noch fest anstrengen müssen, dass sie dort landen, wo Wien jetzt schon ist. Aber der Schutz der Naturräume liegt uns natürlich am Herzen, der Nationalpark Donauauen, aber auch der Wienerwald, die Schaffung neuer Erholungsgebiete - der Joe hat sich heute schon über Breitenlee gefreut -, aber auch das Neuerholungsgebiet Berresgasse, und auch in Inzersdorf und in meinem Heimatbezirk wird im Donaufeld ein neues Gebiet entstehen, da freuen wir uns sehr. Wichtig ist aber auch die vorbildliche Arbeit der 49er im Bereich der Umweltbildung. Ich denke an die tollen Waldschulen, das Nationalparkhaus und das Nationalparkcamp. Also die 49er leistet wirklich tolle Arbeit. Abschließen möchte ich meinen Redebeitrag mit der MA 54. Heute ist auch schon die Zentrale Einkaufsabteilung der Stadt Wien kurz erwähnt worden, die uns ja in vielen Bereichen unterstützt, beim zentralen Einkauf, bei der Beschaffung, beim Transport, der Lagerung vieler Produkte. Sie hat sich auf die Fahnen geheftet - und wird es auch künftig tun -, eine klimaverträgliche Beschaffung nach den strengen, ökologischen Kriterien der ÖkoKauf Wien durchzuführen. Auch da ist die Integration von Klimakriterien federführend, und dafür sind wir wirklich auch europaweit ein Beispiel. Als Vorsitzender der Personalkommission darf ich sagen, nicht nur die Abteilungen, die ich jetzt erwähnen durfte, sondern alle MitarbeiterInnen dieser Stadt: Ihr leistet wirklich tolle Arbeit, ein großes Danke dafür. (Beifall bei SPÖ und NEOS.) Vorsitzender GR Armin Blind: Verbleibende Restredezeit der sozialdemokratischen Fraktion: 27 Minuten. Als Nächster zu Wort gemeldet: GR Burian. Eingemeldete Redezeit: Fünf Minuten sind eingestellt. - Herr Kollege, Sie sind am Wort. GR Mag. Lukas Burian (NEOS): Vielen herzlichen Dank, Herr Vorsitzender! Lieber Herr Stadtrat, sehr geehrter Herr Stadtrat, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Ich darf mich heute wieder zum Wiener Petitionsrecht zu Wort melden. Da geht es, wie wir alle wissen, um mehr als um ein formales Instrument. Wir sprechen über einen zentralen Pfeiler demokratischer Beteiligung, über das Recht aller Menschen, die in Wien leben, ihr Recht, Anliegen einzubringen, und auch über die Möglichkeit, gehört zu werden. Und wir sprechen auch über die Verantwortung der Politik, mit diesen Anliegen ernsthaft und transparent umzugehen. Und genau dafür haben wir vor wenigen Jahren das neue Wiener Petitionsrecht geschaffen. Es ist niederschwellig, klar geregelt und für alle Wienerinnen und Wiener zugänglich, und es hat sich bis dato auch bewährt. Petitionen sind kein symbolischer Akt, sondern ein strukturiertes Dialoginstrument zwischen Stadtpolitik, Verwaltung und eben all den Menschen, die in Wien leben. Sie ermöglichen es, Themen aus der Zivilgesellschaft sichtbar zu machen, unabhängig davon, ob sie gerade politisch bequem sind oder eben nicht. Und genau darum geht es ja in Wirklichkeit. Gleichzeitig ist es aber auch wichtig, klar festzuhalten: Petitionen sind kein Automatismus, sie sind auch kein Ersatz für politische oder parlamentarische Entscheidungsprozesse. Und sie sind auch kein Instrument, um politische Verantwortung auszulagern. Wer eine Petition einbringt, hat das Recht auf Prüfung, auf Befassung, auf transparente Behandlung, aber nicht auf ein vorweggenommenes Ergebnis. Und das ist kein Mangel des Systems, sondern das ist seine demokratische Logik. (Beifall bei NEOS und SPÖ.) Und genau deshalb ist die Wiener Regelung ausgewogen. Sie verbindet Offenheit mit Verlässlichkeit, Beteiligung mit parlamentarischer Verantwortung. Sie verhindert genau das, was Demokratien langfristig schadet: falsche Erwartungen. Denn Demokratie lebt nicht davon, dass jede Forderung eins zu eins übernommen wird. Sie lebt davon, dass Argumente gehört, abgewogen und in einen größeren Zusammenhang gestellt werden. Das Petitionsrecht in Wien stellt sicher, dass Anliegen öffentlich behandelt werden, mit einem Anspruch auf Präsentation, Liveübertragung, dass sie strukturiert eingebracht werden können und dass sie nicht im informellen Raum oder im Hinterzimmer verschwinden. Und gleichzeitig schützt es aber uns, den Gemeinderat, davor, zu einer bloßen Abnickinstanz zu verkommen. Und genau das ist entscheidend für die Glaubwürdigkeit politischer Prozesse. Immer wieder wird gefordert, das Petitionsrecht weiter zu formalisieren, zu verschärfen oder mit zusätzlichen Verpflichtungen zu versehen, ich möchte sagen, zu überfrachten. Und genau da müssen wir als Gemeinderat hinschauen, denn mehr Bürokratie macht Demokratie nicht besser, mehr Formalismus bedeutet nicht automatisch mehr Beteiligung, mehr Verfahrensschritte bedeuten ganz sicher nicht automatisch mehr Qualität, und mehr Statistik ersetzt ganz sicher nicht ein politisches Urteil. (Beifall bei NEOS und SPÖ.) Was wir brauchen, ist ein funktionierendes Zusammenspiel, ja, aus Beteiligung, Transparenz und politischer Entscheidung. Und genau das leistet das Wiener Petitionsrecht. Mit dem geltenden Petitionsgesetz haben wir eines der stärksten Instrumente dieser Art in Europa geschaffen. Ich fordere uns alle auf, diesem Gesetz die Zeit und auch den Raum zu geben, zu wirken, statt es auf Zuruf und im Hau-ruck-Verfahren ändern zu wollen. Konkret heißt das auch: Die geforderte Ausweitung des Petitionsrechtes auf alle stadteigenen Unternehmen würde die klare rechtliche Trennung zwischen öffentlicher Hand und ausgelagerten Gesellschaften verwischen. Das schafft keine zusätzliche demokratische Qualität, sondern rechtliche Unschärfe und falsche Erwartungen. Ebenso wenig hilft es der Demokratie, wenn laufende Projekte automatisch blockiert werden sollen, nur weil eine Petition noch nicht abgeschlossen ist. Petitionen müssen ernsthaft behandelt werden. Sie dürfen aber nicht zu einem faktischen Vetorecht ohne parlamentarische Abwägung verkommen. Und gerade in Zeiten gesellschaftlicher Spannungen ist das ein enormer Wert, denn Beteiligung bedeutet nicht, Konflikte zu vermeiden, sondern Konflikte geordnet auszutragen. Das Wiener Petitionsrecht ist dafür ein geeignetes Instrument, vielleicht nicht für alle perfekt, aber auf alle Fälle funktional. Und wenn es jemandem nicht spektakulär genug ist, es ist auf alle Fälle wirksam. Vielen Dank an dieser Stelle wie immer an die MA 62, die jeden Tag aufs Neue einen großartigen Job macht. Beteiligung heißt Gehör finden, Entscheidung heißt Verantwortung übernehmen, beides gehört zusammen. Und genau deshalb ist das Wiener Petitionsrecht wohltemperiert und findet in der aktuellen Fassung sein Auslangen. - Vielen Dank. (Beifall bei NEOS und SPÖ.) Vorsitzender GR Armin Blind: Das waren jetzt exakt fünf Minuten. Verbleibende Restredezeit: drei Minuten. Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Kollegin Wirnsberger gemeldet. Drei Minuten nach der Geschäftsordnung, das ist bekannt. Ich stelle es ein. - Sie sind am Wort. GRin Christina Wirnsberger (GRÜNE): Danke schön. Meine tatsächliche Berichtigung bezieht sich auf die Rede des Herrn Kollegen Spitzer, der gesagt hat, Wien habe 8 Millionen Bäume, und was ich denn da aus Berlin vorrechne, weil ich gesagt habe, Berlin hat zum Ziel, bis 2040 die Zahl der Straßenbäume zu verdoppeln. Und da muss man unterscheiden. Es gibt tatsächlich einen Unterschied zwischen den Bäumen. Straßenbäume sind die Bäume, die direkt dort stehen, wo die Leute vor die Haustüre gehen und das zur Klimawandelanpassung brauchen. Davon hat die Stadt Wien 98 000. Und wir haben im Statistischen Jahrbuch nachgeschaut - da können Sie gerne auch nachschauen und noch einmal nachrechnen. Von 2020 bis 2024 wurden 9 828 Straßenbäume zusätzlich gepflanzt, das sind knapp 2 500 im Jahr. Das ist ungefähr ein Achtel von dem, was wir bräuchten, um der Klimakrise in der Stadt Herr zu werden. (Beifall bei den GRÜNEN.) Vorsitzender GR Armin Blind: Als Nächste zu Wort gemeldet: Frau GRin Sequenz. Gewünschte Redezeit: Sechs Minuten sind eingestellt. - Bitte, Frau Kollegin, Sie sind am Wort. GRin Mag. Heidemarie Sequenz (GRÜNE): Sehr geehrter Herr Stadtrat, sehr geehrter Herr Vorsitzender, liebe Kolleginnen und Kollegen! Auch die ZuseherInnen via Livestream begrüße ich ganz herzlich. Wir haben heute im Zuge der Generaldebatte, der Budgetdebatte, sehr viele große Worte gehört. Die Wiener Stadtregierung übernimmt Verantwortung für, ja, alles - für das Klima, die Gesundheit, um ein paar zu nennen -, während sich gleichzeitig massive Kürzungen wie ein roter Faden durch alle Ressorts ziehen. Und die zuständige Stadträtin tut, als wäre nichts, gar nichts, als sei alles paletti. Und das ist eigentlich schon alles, was ich zur allgemeinen Gemütslage hier zu sagen habe. Mehr kommt morgen dazu. Und angesichts dieser Kürzungen ist es besonders ärgerlich oder unverständlich, dass Maßnahmen, die nichts kosten, die sehr wirksam sind, ganz selten ergriffen werden. Und ich komme jetzt gleich zur Sache und zu meinem Antrag, den ich hier einbringe. Eigentlich immer im Winter zieht eine ganz, ganz unangenehme Verhaltensweise in Wien ein, nämlich das Warmlaufenlassen von Motoren am Stand. Und wer kennt sie nicht, diese Leute, die das Eis herunterkratzen, während der Motor läuft, die während des Parkens den Motor laufen lassen oder überhaupt, wenn sie auf jemanden warten? Das ist nicht nur schädlich für Umwelt und Gesundheit, sondern auch gesetzwidrig. Und das Kraftfahrgesetz ist hier eigentlich unmissverständlich: Jede unnötige Verunreinigung der Luft ist zu vermeiden. Dieses Warmlaufenlassen des Motors fällt einfach ganz, ganz klar darunter. (GRin Dipl.-Ing. Selma Arapovic: Frau Kollegin, machen Sie Anzeigen!) - Ich komme gleich dazu. Und besonders kalte Motoren haben einen sehr, sehr hohen Schadstoffausstoß, weil eben die Abgasreinigung noch nicht richtig funktioniert. Und ich muss ehrlich sagen, in meinem ganzen Leben habe ich noch nie eine Szene beobachtet, in der so etwas von der Exekutive sanktioniert worden ist, noch nie. Und selbst wenn - ich habe einmal gegoogelt, was so die Durchschnittstrafe für diese Vergehen ist. Das sind so zwischen 75 und 100 EUR. Also das wäre auch überschaubar, würde ich sagen. Aber was ist die Folge von diesem Wegschauen? - Das ist eine massive Erhöhung der Staub- und Stickoxidwerte in dicht verbautem Gebiet - und zwar sammeln sich vor allem im Winter bei einer Inversionswetterlage diese Schadstoffe vor allem in Bodennähe und belasten besonders gefährdete Personen. Und würden wir die WHO-Grenzwerte in Wien anwenden, dann würden wir sehen, dass eigentlich fast jeden Tag diese Grenzwerte überschritten werden. Und die WHO-Werte orientieren sich rein an der Gesundheit der Menschen. Da werden keine Kompromisse mit irgendwelchen Fossillobbys eingegangen, bei denen es heißt: Wenn wir den Grenzwert hernehmen, dann können wir unsere Autos gar nicht mehr verkaufen!, sondern bei der WHO geht es rein darum: Was schadet den Menschen, und was schadet ihnen nicht? Und ironischerweise sind es sehr oft die Verursacher selbst, die auch zu Schaden kommen, denn wenn man mit laufendem Motor die Scheiben rein kratzt, dann steht man eigentlich mitten in einer Abgaswolke, die nicht unproblematisch ist. Außerdem schadet es dem Motor, es vergeudet Benzin, und so wirklich, wirklich warm wird das Auto eigentlich auch nicht, das wissen wir alle. Aber das Schlimmste ist, es kommen unbeteiligte Personen zu Schaden, und vor allem jene, die besonders empfindlich sind - das sind Kinder, ältere Personen, Schwangere oder Personen mit Atemwegserkrankungen. Und weil die Selma gerade: "Anzeigen!", gesagt hat. (GRin Dipl.-Ing. Selma Arapovic: Ja!) Ich glaube immer an die Vernunft, ja, und ich weiß nicht, wie oft du schon jemanden aufgefordert hast, das zu unterlassen. Ich habe das schon getan (GRin Dipl.-Ing. Selma Arapovic: Anzeigen, einfach anzeigen!), und man wird eigentlich nur angeschnauzt, und es gibt da sehr wenig Problembewusstsein. (GR Michael Stumpf, BA: Verständlich! Ich täte Sie auch anschnauzen!) - Ich komme schon dazu. Es gibt da sehr, sehr wenig Problembewusstsein. Und die meisten Leute scheuen eigentlich deswegen diese Konfrontationen. Genau da kommt jetzt die Stadt zum Zug. Man muss nämlich dafür sorgen, dass bestehendes Recht auch durchgesetzt wird. Und genau darum geht es in meinem Antrag. Wenn man ein Gesetz hat, muss man auch den Mut haben, zu schauen, dass es auch wirkt. Alles andere ist Symbolpolitik und die atmen wir eigentlich im Winter jetzt regelmäßig ein. Und genau darum geht es in meinem Antrag, nämlich darum, dass es Gespräche mit der Polizei gibt, in denen man wirklich sagt: Schaut darauf, dass diese Gesetzesübertretung sanktioniert wird! - und um eine Informationskampagne auf den Kanälen von Wien. Das kostet nichts. Und ich würde einmal sagen, all jene, die meinen, sie müssen da heute nicht zustimmen, sagen eigentlich klipp und klar, die Gesundheit der WienerInnen ist ihnen wurscht. Und ich glaube, niemand von Ihnen würde das gerne über sich sagen lassen. Deswegen: Stimmen Sie unserem Antrag zu! Es geht um die Gesundheit der WienerInnen, es geht um die Umwelt, und das Ganze ist extrem budgetschonend. - Vielen Dank. (Beifall bei den GRÜNEN.) Vorsitzender GR Armin Blind: Das waren nun sechs Minuten. Verbleibende Restredezeit daher: sechs Minuten. Als Nächster zu Wort gemeldet: GR Gudenus. Gewünschte Redezeit: Sieben Minuten sind eingestellt. - Herr Gemeinderat, Sie haben das Wort. GR Clemens Gudenus (FPÖ): Sehr geehrter Herr Vorsitzender, werter Herr Stadtrat, sehr geehrte Damen und Herren! Es geht um ein Thema, welches noch gar nicht vorkam und das ich in den letzten Monaten hier nicht gehört habe - und zwar um die Entwaldungsverordnung der EU. Das ist ein Riesenthema, betrifft Wien mit 41 000 Hektar Forstbetrieb, die die MA 49 verwaltet, sehr. Die Europäische Union hat sich mit der Entwaldungsverordnung, abgekürzt EUDR, ein grundsätzlich ehrenwertes Ziel gesetzt: Kampf gegen globale Entwaldung, gegen illegale Rodung und gegen die Zerstörung von Regenwäldern. Ich glaube, das ist ein Ziel, welches wir hier alle teilen. (Zwischenruf von GRin Dr. Jennifer Kickert.) Aber - und das ist entscheidend - diese Verordnung verfehlt ihr Ziel dort, wo sie angewendet wird, und sie trifft jene, die seit Jahrzehnten alles richtig machen. Und genau deshalb sage ich heute hier ganz klar, die Anwendung der Entwaldungsverordnung auf Wien und auch auf ganz Österreich ist sachlich nicht gerechtfertigt, administrativ unverhältnismäßig und politisch falsch. (Beifall bei der FPÖ. - Zwischenruf von GR Georg Prack, BA.) Erstens hat Wien kein Entwaldungsproblem, sondern Wien ist Teil der Lösung. Die Wiener Stadtwälder, ebenso wie die in Niederösterreich gelegenen Flächen, die von Wien verwaltet werden, werden nachhaltig zertifiziert und streng kontrolliert bewirtschaftet. Wir sprechen hier von PEFC-Standards, Forstgesetzen, Bewirtschaftungsplänen, jahrzehntelanger Dokumentation. In Wien - wie in ganz Österreich - wächst mehr Holz nach, als entnommen wird. Es gibt keine Entwaldung, kein illegales Holz, kein Risiko, und dennoch sollen nun Forstbetriebe so behandelt werden, als stünden sie unter Generalverdacht. Meine Damen und Herren, das ist nicht nur absurd, sondern ein Misstrauensvotum gegen nachhaltige Forstwirtschaft. (Beifall bei der FPÖ.) Zweitens: Bürokratie statt Klimaschutz. Die Verordnung verlangt unter anderem Geodaten jeder einzelnen Erntefläche, lückenlose Rückverfolgbarkeit bis zur Parzelle, komplexe Risikoanalysen, IT-Systeme, Datenbanken, Sorgfaltserklärungen, laufende Dokumentations- und Berichtspflichten. Die Frage ist doch: Wem nützt das hier in Wien? - Nicht dem Klimaschutz, nicht der Biodiversität und nicht den Wienern. (Beifall bei der FPÖ.) Aber leider bindet es Personal, verursacht hohe Kosten, zwingt die MA 49 zu zusätzlicher Bürokratie - und zwar auf Kosten der eigentlichen Arbeit im Wald. Zeit, die Förster im Büro verbringen müssen, fehlt draußen bei Pflege, Schutz und nachhaltiger Bewirtschaftung. Drittens: massive Mehrkosten ohne Mehrwert. Wir sprechen hier nicht von Peanuts. Diese EUDR tritt am 30.12. dieses Jahres für Groß- und Mittelbetriebe, also für die Wiener Betriebe, in Kraft. Die Umsetzung der Verordnung bedeutet zusätzliche Personalkosten, externe Beratung, neue Softwarelösungen, Schulungen und höhere laufende Betriebskosten. Das alles ohne jeden ökologischen Mehrwert. Meine Damen und Herren, das ist keine verantwortungsvolle Verwendung öffentlicher Mittel, sondern reine Verwaltung um der Verwaltung willen. (Beifall bei der FPÖ.) Wo versteckt sich Ihr Deregulierungsminister Schellhorn? Wo wird hier dereguliert? Wo bleiben die Reformen? - Mit dieser Verordnung schlägt das Bürokratiemonster namens Europäische Union erneut zu, und das in einer der wichtigsten und größten Branchen Österreichs, in der Forstwirtschaft. Die Forst- und Holzwirtschaft macht 8 Prozent des Bruttoinlandsproduktes Österreichs aus - nur damit das noch einmal verinnerlicht wird. Hier geht es wirklich um was. Viertens: technisch kaum praktikabel, vor allem im stadtnahen Forst. Gerade Wien ist von kleinen Schlägerungen, vielen Parzellen, stadtnahen Flächen, Schutz- und Erholungsfunktionen geprägt. Die geforderte Rückverfolgbarkeit bis auf einzelne Flächen ist rein theoretisch umsetzbar, praktisch aber nicht. Und dann stellt sich die nächste Frage. Ganz offen: Sind die gesetzlichen Fristen überhaupt realistisch? - Nein, sind sie nicht, nicht nur für kommunale Forstbetriebe, nicht nur für kleinere Strukturen, nicht nur für jene, die bisher vor allem eines gemacht haben: nachhaltig gearbeitet, statt Formulare auszufüllen. (Beifall bei der FPÖ.) Deshalb brauchen wir hier in Wien weniger EU-Hörigkeit, weniger Bürokratie und weniger Rot-Pink. Fünftens: Gefahr für Holzbaustadtentwicklung und regionale Wertschöpfung. Wir sollten bewusst auf Holz setzen, doch mit der Entwaldungsverordnung wird genau das erschwert. Wenn Holz aus eigenen nachhaltigen Wäldern plötzlich mit einem zusätzlichen bürokratischen Risiko behaftet ist, dann schwächt das Holz als klimafreundlichen Baustoff, und das ist klimapolitisch kontraproduktiv. Ihre Politik ist ein ständiger Widerspruch in sich. Sechstens: Wir fordern Differenzierung statt Pauschalverdacht. Sehr geehrte Damen und Herren, die Entwaldungsverordnung braucht dringend Nachbesserung - eine klare Risikoklassifizierung, Ausnahmen oder vereinfachte Verfahren für Niedrigrisikogebiete, wie Wien oder ganz Österreich, längere Übergangsfristen, eine Anerkennung bestehender nationaler Forst- und Kontrollsysteme. Wer nachhaltig wirtschaftet, darf nicht gleich wie Regionen mit realem Entwaldungsrisiko behandelt werden. Aktuell werden von der EU vier Länder als Länder mit hohem Risiko eingestuft. Raten Sie einmal, welche! Nordkorea, Myanmar, Russland und Weißrussland. Spannend, oder? Doch Länder, wo wirklich Entwaldung stattfindet, sind Standardrisikogebiete, wie Brasilien, Indonesien oder diverse Länder in Afrika. Das ist vielleicht alles politisch bequem, aber fachlich einfach falsch. Anhand der Nennung der angeblichen vier Hochrisikoländer erkennt man, dass das keine klimapolitische Debatte ist, sondern eine geopolitische. Das ist für mich auch in Ordnung. Aber dann reden wir ehrlich darüber, und lassen wir uns nicht die heimische Forstwirtschaft verbürokratisieren und schlechtmachen! (Beifall bei der FPÖ.) Forstbetriebe haben langfristig vielleicht 0,25 bis 0,5 Prozent Rendite. Also wenn man einen Forstbetrieb kauft, rentiert sich das dann nach 200 bis 400 Jahren. Und denen soll jetzt noch weniger bleiben? Die privaten Forstbetriebe werden eh schon de facto immer mehr enteignet. Doch das Problem hat Wien ja nicht, weil da im Notfall der Steuerzahler dafür aufkommt. Liebe Kollegen, Sie machen wirklich eine Fehlentscheidung nach der anderen, und deshalb laufen uns die Wähler zu Recht immer mehr in die Hände. Wien muss hier klar Position beziehen, und deshalb richte ich mich abschließend ganz bewusst an die Stadtregierung: Hat Wien diese Kritik klar und deutlich an den Bund und an die EU kommuniziert? Unterstützt Wien andere Bundesländer und Forstorganisationen, um Anpassungen zu fordern? Ist Wien bereit, selbst die Initiative zu ergreifen? Denn eines ist klar: Schweigen heißt zustimmen. Deshalb habe ich dazu einen Antrag eingebracht, denn zu dieser Verordnung in der jetzigen Form darf Wien nicht schweigen. (Beifall bei der FPÖ.) Meine Damen und Herren, Klimaschutz braucht Zielgenauigkeit, nicht pauschale Verdächtigungen. Es braucht Vertrauen, ein funktionierendes System und nicht zusätzliche Hürden. U und es braucht den Mut, in Brüssel zu sagen: Nein, so nicht! Die Wiener Wähler sind kein Problemfall, sondern ein Vorzeigebeispiel. Und deshalb sage ich heute klar und unmissverständlich, diese Verordnung in Wien und Österreich umzusetzen, wäre nicht nur ein absoluter Nonsens, sondern eine Teilhinrichtung der heimischen Forstwirtschaft. Deshalb sagen wir Freiheitliche und ich selbst als Waldbewirtschafter Nein zu dieser Verordnung. (Beifall bei der FPÖ.) Vorsitzender GR Armin Blind: Das waren jetzt tatsächlich neun Minuten. Daher verbleibende Restredezeit der freiheitlichen Fraktion: acht Minuten. Als Nächste zu Wort gemeldet: GRin Anderle. Gewünschte Redezeit: Neun Minuten sind eingestellt. - Frau Gemeinderätin, bitte. Sie sind am Wort. GRin Patricia Anderle (SPÖ): Sehr geehrter Herr Vorsitzender, sehr geehrte Damen und Herren, lieber Herr Stadtrat, werte Kolleginnen und Kollegen! Wir beraten heute ein Budget, das weit mehr als eine Sammlung von Zahlen ist. Es ist ein Versprechen an die Menschen in dieser Stadt, dass Wien auch in Zukunft lebenswert, gerecht und klimafit bleibt. 2026 fließt rund 1 Milliarde EUR in Maßnahmen. Dabei geht es um die Fragen: Wer hat Schatten im Sommer? Wer hat einen Park ums Eck? Wer kann sich Reparaturen leisten oder braucht Unterstützung? Wer ist auf eine saubere und gut organisierte Stadt angewiesen? Und unsere Antworten darauf müssen solidarisch sein. Wir reden zum Beispiel über Schatten, Abkühlung, Wasser und Entsiegelung. Die Wiener Stadtgärten setzen hier einen Schwerpunkt. Bis Ende 2026 werden rund 240 000 Quadratmeter an Parkanlagen neu gestaltet oder umgestaltet: neue Wege, neue Aufenthaltsbereiche, mehr Beschattung, mehr Trinkbrunnen, mehr naturnahe Zonen. Gute Beispiel sind die Freie Mitte oder der Bert-Brecht-Park im 3. Bezirk. Und ein Beispiel dafür, wie wir heute anders planen als früher, ist das Gasometervorfeld. Hier wird ausdrücklich auf Kreislaufwirtschaft gesetzt, also Materialien erhalten, weiterverwenden, Ressourcen sparen. Und dann sind da noch die vielen anderen Maßnahmen in Bestandparks, die umgebaut werden, Bereiche, die entsiegelt werden, wie zum Beispiel im Arenbergpark im 3. Bezirk. Und die Stadtgärtner erfassen und betreuen auch rund 500 000 Bäume. Allein 2026 sind im Straßenraum 1 212 zusätzliche Bäume vorgesehen. Und wir wissen auch aus Erfahrung, dass Bäume zu pflanzen allein nicht reicht. Da braucht es das Schwammstadt-Prinzip, das Regenwassermanagement, gute Böden, Bewässerung, damit die Bäume in der Stadt auch wirklich gut überleben können. Und Umweltschutz heißt nicht nur mehr Grün, sondern auch Natur schützen, Artenvielfalt erhalten und Lebensräume sichern. Ich möchte hier das Europaschutzgebiet Breitenlee hervorheben. Das Gebiet wurde im November 2025 als Europaschutzgebiet verordnet. Insgesamt geht es da um 82,2 Hektar. Ab 2026 werden hier konkrete Maßnahmen umgesetzt - da geht es um Pflege, Monitoring, Partizipation, Öffentlichkeitsarbeit und so weiter -, gemeinsam mit ganz vielen PartnerInnen wie der MA 49, der MA 48, dem Naturhistorischen Museum. Und Umweltschutz ist auch Gesundheitsschutz, und der muss messbar sein. Für 2026 ist eine neue Luftmessstelle am Gürtel vorgesehen, und zusätzlich wird im Bereich des AKH eine Großmessstelle eingerichtet. Ein Punkt, der auch oft unterschätzt wird, aber für das Klima und für das Budget gleichermaßen entscheidend ist, ist die Kreislaufwirtschaft. Wien hat dazu eine klare Strategie: "Zirkuläres Wien: Eine runde Sache". Die sagt im Kern etwas ganz Bodenständiges: Weg vom Nehmen, Produzieren und Wegwerfen, hin zu langlebig, reparierbar und wiederverwendbar. Wien will den Konsum und materialbasierten Fußabdruck pro Kopf gegenüber 2019 deutlich senken, um 50 Prozent bis 2050. Zirkuläres Planen und Bauen sollen ab 2030 Standard werden. Das sind nur Beispiele. Mit der Kreislaufwirtschaftsstrategie wurden insgesamt 33 Hebel identifiziert. (Beifall bei der SPÖ und von GR Mag. Lukas Burian.) Ein weiteres konkretes Beispiel ist der Reparaturbon der Stadt Wien. Seit 2020 wurden so mehr als 48 000 Gegenstände sozusagen gerettet, mit über 3 100 Tonnen CO2-Einsparung. Kreislaufwirtschaft heißt auch wiederverwenden statt wegwerfen, zum Beispiel ganz praktisch durch die Second- Hand-Angebote wie den 48er-Tandler oder durch Aktionen wie das Mistfest und weitere Initiativen zur Abfallvermeidung. Ja, und das ist auch Wirtschaftspolitik: weniger Abhängigkeit von instabilen Lieferketten, mehr regionale Strukturen, mehr Handwerk, mehr Reparatur. (Beifall bei der SPÖ.) Damit das nicht nur eine Strategie bleibt, arbeitet die MA 22 ab 2026 an ganz konkreten Hebeln, etwa über das OekoBusiness Wien. Außerdem läuft das Programm BiodiversitätsFit! für die Wiener Betriebe weiter. Eine klimafitte Stadt braucht auch eine funktionierende Daseinsvorsorge - und zwar verlässlich und das jeden Tag. Die MA 48 setzt auch 2026 wichtige Schritte in Richtung emissionsärmere Flotte. Es werden fünf neue Müllsammelfahrzeuge mit Elektroantrieb beschafft, gleichzeitig läuft die Basisleistung weiter. Und wir reden auch über Arbeitsbedingungen. Es gibt Investitionen in Unterkünfte und Infrastruktur. Gerade wenn Budgets enger werden, darf die Antwort nicht sein, bei jenen zu sparen, die bei jedem Wetter draußen ihre Arbeit machen. Besonders wichtig ist uns auch, dass Menschen trotz angespannter Zeiten das Gefühl haben: Ich kann etwas beitragen! Meine Stimme zählt! Mein Grätzel zählt! Die Lokale Agenda 21 wurde mit 2025 in zwölf Bezirken quasi als Grätzellabor neu gestartet, noch niederschwelliger, zugänglicher, um die lokale Demokratie einfach zu steigern. Bereits 2025 konnten 150 000 EUR direkt in Projekte umgesetzt werden, 2026 werden es sogar 240 000 EUR sein. Und es sind bereits 25 neue Grätzelprojekte daraus entstanden. Zum Beispiel bei uns im Bezirk arbeiten wir an neuen Mobilitätsangeboten, an sozialen Projekten oder auch an Erinnerungskultur im öffentlichen Raum. Und auch die Grätzeloase zeigt, wie tief diese Kultur in Wien verankert ist: zehn Jahre, über 1 000 Projekte, von Parklets bis zu Pop-up-Spielstraßen. Und damit das alles nicht Stückwerk bleibt, braucht es Steuerung. Zum Schluss noch ein Punkt, der zentral ist. Wien hat sich mit dem Klimagesetz verbindlich verpflichtet. Da sind zwei Dinge zentral: das Klimabudget und die Fortschreibung des Klimafahrplanes mit den klaren Aufgaben Klimaschutz, Klimaanpassung, das Ziel, eine Zero-Waste-Stadt zu werden. Weil das ohne die Menschen nicht geht, wird ab 2026 die Klimakompetenz im Magistrat auch noch weiter gezielt gestärkt. Zu den Klimateams kann ich nur sagen, dass die Budgets der Bezirke öffentlich sehr wohl kommuniziert worden sind. Und in den ersten drei Jahren wurden mehr als 4 000 Ideen eingebracht und in 75 Projekten in neun Bezirken umgesetzt. Als Beispiel kann ich da nur den Vorplatz der U3-Endstation in Ottakring nennen. Man kann das alles auf klimateam.wien.gv.at nachlesen. Die Opposition spricht immer von zu viel oder von zu wenig. Bei den GRÜNEN hat man das Gefühl, dass wir sofort alle das Land verlassen müssen, weil es hier einfach so schrecklich ist. Da kann ich nur sagen, Reisende soll man nicht aufhalten. (GRin Dr. Jennifer Kickert: Wir wohnen hier!) - Ja, aber offenbar sind Sie nicht glücklich hier. Wenn man sich anhört, dass es überall besser ist als in Wien, haben Sie vielleicht auch vergessen, dazuzusagen, dass man in diesen anderen Ländern einen Kleinkredit braucht, wenn man seine Miete bezahlen möchte, wenn man die Gesundheitsleistungen in Anspruch nimmt oder wenn man mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren möchte, sofern sie überhaupt kommen. (Beifall bei SPÖ und NEOS.) Wir gehen den Wiener Weg, weil der transparent ist und niemanden zurücklässt. Und da muss man auch keine Schaufel mitbringen, weil die Menschen ohnehin wissen, wer sie seit Jahren auf die Schaufel nimmt. (Beifall bei der SPÖ und von GRin Dr. Arabel Bernecker-Thiel.) Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, der Voranschlag ist kein Schönwetterbudget - das wissen wir -, aber er steht für eine Politik, die nicht wegschaut, die auch unter Druck ihren sozial gerechten Kompass nicht verliert. Wir machen Politik für die Menschen in dieser Stadt, für ihre Gesundheit und für ihre Lebensqualität. Ich möchte mich am Ende auch noch bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Dienststellen bedanken, die diese Stadt Tag für Tag am Laufen halten, draußen und bei jedem Wetter und auch oft im Hintergrund und ohne großes Aufsehen. Danke auch an das Büro von unserem Klimastadtrat, Danke, dass ihr immer und wirklich zu jeder Uhrzeit für uns erreichbar seid und alles immer möglich macht. Ein besonderer Dank auch an meine Ausschussvorsitzende, die uns immer zusammenhält und dafür sorgt, dass der Ausschuss auch arbeitsfähig bleibt. Und natürlich möchte ich mich auch bei unserem Klimastadtrat bedanken: Danke dafür, dass du Klimaschutz in Wien nicht nur als Ziel, sondern als spürbare Politik ansiehst. Ich ersuche um Zustimmung zu diesem Antrag. - Vielen Dank. (Beifall bei SPÖ und NEOS.) Vorsitzender GR Armin Blind: Die in Anspruch genommene Redezeit war zehn Minuten, daher 17 Minuten Restredezeit für die Sozialdemokraten. Als Nächste zu Wort gemeldet ist die GRin Huemer. Gewünschte Redezeit sechs Minuten ist eingestellt. - Bitte, Frau Kollegin. Sie haben das Wort. GRin Mag. Barbara Huemer (GRÜNE): Vielen Dank, sehr geehrter Herr Vorsitzender! Sehr geehrter Herr Stadtrat, geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Ich möchte dort anfangen, wo meine Vorrednerin aufgehört hat, nämlich beim Bedanken bei den Beschäftigten der Stadt Wien, die unser Wien doch noch immer sehr lebenswert erhalten und sehr für hohe Lebensqualität sorgen. Also vielen, vielen Dank von meiner Fraktion dafür. (Beifall bei den GRÜNEN.) Wir GRÜNE stehen sehr deutlich auf der Seite der ArbeitnehmerInnen, wir stehen für starke ArbeitnehmerInnenrechte, für faire Löhne, Equal Pay, aktive Frauenförderung, Gleichstellung, Inklusion, Antidiskriminierung auf allen Ebenen. Und ich glaube, man muss keine Prophetin sein, um zu sehen, dass mit diesem Budget im nächsten Jahr und vermutlich in den nächsten Jahren den Beschäftigten der Stadt Wien schwere Zeiten bevorstehen. Der große Schuldenberg wird nicht spurlos an den Bediensteten vorbeigehen, und einmal mehr werden es die Frauen sein, die das besonders deutlich spüren werden. Die Stadt Wien ist in der Verwaltung weiblich, in der Pflege weiblich, in der Gesundheit weiblich, in der Bildung weiblich. Also gerade dort spüren die MitarbeiterInnen die Sparmaßnahmen ganz, ganz deutlich. Und die ersten negativen Vorboten sehen wir ja schon. Ich möchte es als Reallohnverlust bezeichnen. Die Nulllohnrunden sind für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst zwar vom Tisch, aber das, was an Gehaltserhöhung angeboten wird, ist deutlich unter der Inflation. Sie wissen es alle, die Kosten von Wohnen, von Energie, von Lebensmitteln steigen. Die Gebühren werden von Ihnen angehoben. Also alles wird teurer, aber die Kaufkraft und das reale Einkommen der Bediensteten sinken. Zweitens - wir haben es vorigen Freitag im Landtag diskutiert - kommt es zu einer Verschlechterung bei der Altersteilzeit. Ja, der Bund ist verantwortlich. Aber wer ist der Bund? - Das sind Rot, Pink und Schwarz, also Ihre Kolleginnen und Kollegen, die hier für eine Verkürzung der Altersteilzeit gesorgt haben. Das ist aus unserer Sicht eine ganz schlechte Maßnahme, die wiederum Frauen stärker betrifft, vor allem ältere Arbeitnehmerinnen, Frauen in der Pflege, im Kindergarten, in den Gesundheitsberufen. Wir haben als GRÜNE daher diese Novelle auch deutlich abgelehnt und im Gegenzug einen Rechtsanspruch auf Altersteilzeit gefordert, denn nur Rechte schaffen Sicherheit, Gesundheitsschutz und Vertrauen. Der Willkür, die derzeit in den Dienststellen herrscht, wenn Altersteilzeit überhaupt gewährt wird, könnte damit entgegengewirkt werden. (Beifall bei den GRÜNEN.) Was sehen wir darüber hinaus noch? - Also wir haben einfach zu wenig Personal für die wachsende Stadt. Wenn man die Dienstposten im Budget anschaut, dann sieht man: Bei einigen Dienststellen steigt es, aber bei vielen bleibt es gleich. Und dahinterliegend sehen wir, dass ganz viele Dienstposten gar nicht besetzt werden, dass Karenzen ganz spät nachbesetzt werden, und das, obwohl die Aufgaben in der Stadt Wien, in einer wachsenden Stadt, steigen. Also das heißt, es wird zu einer Arbeitsverdichtung kommen. Ganz besonders hart wird es den Wiener Gesundheitsverbund treffen. Dort ist der Personalbedarf viel höher, und trotzdem wird der Personalstand de facto eingefroren. Arbeitsverdichtung, Mehrstunden, Überstunden, gesundheitliche Belastungen sind vermutlich die Folge. Das können wir GRÜNE natürlich nicht gutheißen. Wir haben schon länger eine Arbeitszeitverkürzung vorgeschlagen, besonders für die Pflege, als eine Antwort auf die Arbeitsverdichtung. Aber leider Gottes stoßen wir hier nach wie vor auf taube Ohren. Der demografische Wandel, meine sehr geehrten Damen und Herren, wird uns noch sehr, sehr intensiv beschäftigen. Wenn wir auf die Pflege schauen, wo eine Pflegekrise herrscht, gleichzeitig ganz viele Pflegekräfte demnächst in Pension gehen, dann sehen wir, wir steuern auf ein sehr großes Problem zu. Und ich sehe personalpolitisch keine Gegenmaßnahmen. Das, meine sehr geehrten Damen und Herren, halte ich wirklich für sehr unverantwortlich, weil es sich um etwas handelt, das planbar wäre, nämlich, dem entgegenzusteuern. Auch das Thema Klimaerhitzung betrifft die Bediensteten bei der Stadt Wien, nicht nur im Freien draußen, sondern zunehmend auch in den Büros und auch noch einmal die im Wiener Gesundheitsverbund, der ja seine Sanierungen und Neubauten hintanstellen muss. Das betrifft natürlich auch den Klimaschutz beziehungsweise den Umbau in klimafitte Gebäude. Einmal mehr müssen es die Bediensteten ausschwitzen. Das ist auch ein Versäumnis, das wir nicht gutheißen können. (Beifall bei den GRÜNEN.) Zum Schluss, meine sehr geehrten Damen und Herren, möchte ich noch das Thema Einkommensgerechtigkeit ansprechen. Die Kollegin von der SPÖ hat gemeint, es würde in diese Richtung etwas passieren. Das ist gut, und hoffentlich passiert schnell was, denn - und das gibt mir wirklich zu denken - obwohl es eigentlich rechtlich gar keinen Gender-Pay-Gap geben dürfte, gibt es den bei der Stadt Wien, und der wird in den letzten Jahren sogar größer. Also da braucht es dringend mehr Maßnahmen. Die Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie kann hier wirklich einen entscheidenden Fortschritt bieten. Gehen Sie diese Sache rasch an! Warten Sie nicht auf den Bund, sondern gehen Sie voran! (Beifall bei den GRÜNEN.) Meine sehr geehrten Damen und Herren, also insgesamt ist aus personalpolitischer Sicht in diesem Budget einfach für eine Personaloffensive nichts drinnen. Die ArbeitnehmerInnenrechte werden zu Gunsten einer nicht einmal zu schaffenden Budgetkonsolidierung abgebaut. Für die Beschäftigten bleiben weniger Geld und weniger Kaufkraft. Es gibt keine innovativen Arbeitszeitkonzepte, und von Equal Pay sind wir weit entfernt. Daher können wir diesem Budget nicht zustimmen. (Beifall bei den GRÜNEN.) Vorsitzender GR Armin Blind: Das waren jetzt etwas mehr als sechs Minuten. Die Redezeit der grünen Fraktion ist damit konsumiert. Als Nächster zu Wort gemeldet hat sich GR Roman Schmid. Die gewünschte Redezeit von sieben Minuten ist eingestellt. - Herr Gemeinderat, bitte. Sie haben das Wort. GR Roman Schmid (FPÖ): Sehr geehrte Damen und Herren im Saal und an den Bildschirmen! Ich denke, dass jedem hier im Raum klar ist, dass es bei einer Rekordverschuldung von 15 Milliarden nicht so weitergehen kann. Eine Folge Ihrer Budgetmisere sind nun das Einfrieren und damit auch die Kürzung der Bezirksbudgets. Weil Sie nicht ordentlich haushalten können, beschneiden Sie jetzt die Bezirke, und das lehnen wir Freiheitliche ganz entschieden ab. (Beifall bei der FPÖ.) Die Bezirke sind eine Schnittstelle zwischen Politik und Bürgern, und das ist ein ganz wichtiger Punkt. Aber ja, auch in den Bezirken gibt es Einsparungsmöglichkeiten, und damit meine ich nicht, dass wir jetzt bei Schulen, Kindergärten, Parkanlagen oder Straßensanierungen sparen sollen. Aber da gibt es Projekte, bei denen man schon längst sparen können und sparen müssen hätte, und das ist leider nicht passiert. Als Beispiel nenne ich die Lokale Agenda 21 und die Grätzellabore, einen Bürgerbeteiligungsprozess. Bei uns in Liesing gibt es die Agenda sicher bereits seit 20 Jahren, und in den Anfangsjahren war ich selber in der Steuerungsgruppe. Daher kann ich sagen, dass dort nicht schlecht gearbeitet wurde. Aber nach 20 Jahren kann ich auch sagen, dass die Lokale Agenda im Bezirk fast niemand kennt und dass sich immer nur dieselben Personen und dieselben Personengruppen dort einbringen. Also eine breite Wirkung ist bis heute nicht erzielt worden. (Beifall bei der FPÖ.) Ich kann auch sagen, dass dieser Verein viel Geld kostet. Allein in Liesing waren es 2025 81 000 EUR, und für 2026 wurden wieder 81 000 EUR budgetiert - und das für ein Projekt, das nur Insider kennen. Das ist in Zeiten wie diesen eindeutig zu viel, werte Stadtregierung. (Beifall bei der FPÖ.) Aber der Hauptgrund, warum wir Freiheitliche die Lokale Agenda seit einigen Jahren ablehnen, ist, dass hier Aufgaben an einen Verein ausgelagert werden, die genau genommen Aufgaben der Bezirksvertretungen sind, denn für diese Aufgaben sind die Bezirksmandatare zuständig. Dafür wurden sie gewählt, und dafür werden sie auch vom Steuerbezahler bezahlt. (Beifall bei der FPÖ.) Und jetzt sehen Sie sich das einmal aus der Sicht der Steuerzahler an! Die bezahlen nämlich mit ihrem Steuergeld die Bezirksvertretungen, die tragen auch die Kosten für Ihre Teuerungen und Gebührenerhöhungen. Mehr Leistung bekommen sie dafür aber nicht. Dann finanzieren sie auch noch Vereine, an die Sie Arbeiten auslagern, die eigentlich in den Aufgabenbereich der Politik fallen. Keine Frage, Bürgerbeteiligung kostet Geld, und Bürgerbeteiligung muss uns auch etwas wert sein, aber diese Bürgerbeteiligung muss auch bei den Bürgern ankommen, ohne dass die dafür doppelt zur Kassa gebeten werden. Deshalb wiederhole ich unsere Forderung: Anstatt die Bezirksbudgets auszusetzen, sollten Sie, werte Stadtregierung, endlich die Förderungen für entbehrliche und teure Vereine kürzen. (Beifall bei der FPÖ.) Vorsitzender GR Armin Blind: Das waren jetzt drei Minuten, nein - Entschuldigung! -, vier Minuten. Das heißt, die verbleibende Restredezeit der Freiheitlichen beträgt vier Minuten. Als Nächste zu Wort gemeldet hat sich Frau GRin Haase. Die gewünschte Redezeit von neun Minuten ist eingestellt. - Frau Gemeinderätin, bitte, Sie sind am Wort. GRin Mag. (FH) Susanne Haase (SPÖ): Sehr geehrte KollegInnen, sehr geehrter Herr Stadtrat, liebe Zusehende via Livestream, falls noch jemand da ist! Ich möchte in meiner Rede noch zwei Dienststellen sehr gerne ein bisschen hervorheben. Die eine ist die MA 62. Die MA 62 ist eine wirklich wichtige Dienststelle in dieser Stadt, sie ist das Rückgrat unserer demokratischen Infrastruktur. Die MA 62 organisiert Wahlen, Volksbegehren, Volksabstimmungen, Volksbefragungen. Sie ist die zentrale Ansprechpartnerin für das Melde- und Passwesen, und sie übernimmt auch wichtige Aufgaben im Bereich von Zivildienst, Stiftungen und Fonds. Besonders möchte ich natürlich auch den Bereich der Petitionen hervorheben, der ebenfalls in den Aufgabenbereich der MA 62 fällt. Als Vorsitzende des Petitionsausschusses ist es mir auch ein Anliegen, dazu noch ein paar Dinge zu sagen. Erstens, wie schon erwähnt wurde und wie der Kollege Burian auch schon sehr gut ausgeführt hat: Der Petitionsausschuss ist kein Superministerium. (Beifall bei SPÖ und NEOS.) Wien hat in den letzten Jahren ganz klare Schritte gesetzt, um die politische Arbeit hier im Gemeinderat mit dem Petitionsausschuss greifbarer, transparenter und zugänglicher für alle BürgerInnen zu machen. Mit 1. Jänner 2023 haben wir das 2013 eingeführte Petitionsrecht den aktuellen Bedürfnissen angepasst und es auch umfassend modernisiert. Die Sitzungen sind jetzt öffentlich, sie können live vor Ort oder auch mittels Videoaufzeichnung verfolgt werden, und technisch hat sich sehr, sehr viel verbessert. Petitionen können online per QR-Code unterstützt werden, alle relevanten Informationen, von Stellungnahmen bis zu Empfehlungen des Ausschusses, sind öffentlich einsehbar. Der Petitionsbericht wird zweimal im Jahr veröffentlicht und zeigt ganz klar, dass dieses Instrument zunehmend in Anspruch genommen wird und sich auch immer größerer Beliebtheit erfreut. Im ersten Halbjahr 2025 haben wir nun schon 26 Petitionen behandelt. Und ich möchte auch nicht unerwähnt lassen, dass Wien damit über eines der modernsten Petitionsrechte Europas verfügt. Und gerade in Zeiten, in denen demokratische Institutionen zunehmend unter Druck stehen, zeigt Wien, wie Einbindung funktionieren kann: strukturiert, transparent und mit klaren Verfahren. Die MA 62 sorgt dafür, dass diese Beteiligung korrekt, fair und nachvollziehbar abläuft und berät die PetentInnen von dem Moment an, in dem eine Petition eingebracht wird. Deshalb ist die Arbeit der MA 62 eine Investition in das Vertrauen der Menschen in unsere Demokratie. Ich bedanke mich an dieser Stelle ausdrücklich für die gute Zusammenarbeit und die großartige Unterstützung, die wir als Petitionsausschuss erhalten. Ich weiß, das ist viel Arbeit, aber ihr macht das wirklich großartig. (Beifall bei SPÖ und NEOS.) Danke an das gesamte Team der MA 62, und ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit. Damit komme ich zu einer Dienststelle, die sich um das Herzstück unserer Stadt kümmert, um den Puls dieser Metropole und um eine der wichtigsten Lebensadern: die MA 31, das Wiener Wasser. Liebe Kolleginnen und Kollegen, Wien verfügt über ein Wasserrohrnetz von rund 3 000 Kilometern. Das entspricht etwa einer Strecke von Wien bis Lissabon. Dieses Netz ist eine unsichtbare Lebensader unserer Stadt und versorgt rund 104 000 Anschlüsse in ganz Wien. Das bedeutet ganz konkret für alle WienerInnen sauberes Trinkwasser, Gesundheit, Standardqualität und Versorgungssicherheit in jeder Stunde, jeden Tag, und das an 365 Tagen im Jahr. Genau dafür nehmen wir im kommenden Jahr wieder Geld in die Hand. 78,6 Millionen EUR sind dafür veranschlagt, das Wassernetz unserer wachsenden Metropole in Stand zu halten, zu erneuern und weiter auszubauen. Das ist kein Nice-to-have, sondern Daseinsvorsorge im besten Sinne. Der Kollege Guggenbichler hat am Freitag im Landtag behauptet, das Wiener Wasser sei kein Verdienst der SPÖ Wien (Zwischenrufe bei der FPÖ.), weil doch die Hochquellenwasserleitungen vom Kaiser erbaut worden ist - nur, um den Herrn Kollegen Guggenbichler zu zitieren. Aber dazu möchte ich schon noch ein paar Dinge richtigstellen. Ja, es ist richtig, die Wiener Hochquellwasserleitungen wurden zur Zeit von Kaiser Franz Joseph errichtet. Und ja, wir sind sehr dankbar dafür, dass diese Leitungen damals errichtet wurden, sie waren der Beginn einer großen Erfolgsgeschichte. Aber das wirklich Entscheidende ist doch: Die Stadt Wien hat dieses hohe Gut stets gepflegt, weiterentwickelt und der Wiener Bevölkerung als Gemeingut zur Verfügung gestellt. Sie hingegen, liebe Kolleginnen von der FPÖ und auch von der ÖVP, hätten diese Infrastruktur in all diesen Jahrzehnten wahrscheinlich schon dreimal verkauft, privatisiert und dem sogenannten freien Markt überlassen (Beifall bei der SPÖ.), so wie Sie es immer tun, wenn Sie Zugriff auf das öffentliche Familiensilber haben. Ich sage dazu nur das Stichwort BUWOG. (Beifall bei der SPÖ.) Und ich sage auch dazu, zum Glück waren Sie hier in Wien noch nie in Verantwortung. Denn seien wir ehrlich, dann hätten wir wahrscheinlich weder das kommunale Wasser noch unsere Gemeindebauten in der Stadtverwaltung. (Beifall bei der SPÖ.) Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, genau das ist der Unterschied zwischen Ihrer Politik und unserer Politik. Wir wissen, wie wichtig die Daseinsvorsorge für eine Metropole wie Wien ist, und wir schützen sie auf allen Ebenen. Damit schützen wir auch unser Wiener Wasser. Das hat nichts mit dem Kaiser zu tun, sondern ist eine starke kommunale Politik. Genau dafür stehen wir als Sozialdemokraten und als Stadt Wien ein. (Beifall bei der SPÖ.) So, was macht nun die MA 31 im kommenden Jahr? - Sie setzt große Projekte um und schließt laufend Projekte erfolgreich ab. Aus Zeitgründen möchte ich nur zwei Beispiele kurz anführen. Ein Beispiel ist die Hauptleitung Favoritner Ast: Planungsstart 2021, Umsetzung seit 2022, geplante Fertigstellung bis 2027. Die Leitung hat eine Länge von sieben Kilometern, davon sind fünf Kilometer Transportrohrleitungen und zwei Kilometer Versorgungsleitungen. Warum? - Weil die Stadt insbesondere auch im Süden wächst und die Menschen dort bestmöglich versorgt werden müssen. Ein weiteres Beispiel ist der Wasserbehälter Neusiedl am Steinfeld. Wenn wir über die Zukunft der Wiener Wasserversorgung sprechen, dann sprechen wir über Vorsorge, über Infrastruktur, die man nicht täglich sieht, die aber im Ernstfall den Unterschied macht. Dieser Behälter ist Teil der ersten Wiener Hochquellleitung und einer der wichtigsten Trinkwasserspeicher der Stadt. Bereits jetzt kann der Behälter rund 600 Millionen Liter Trinkwasser speichern. Aktuell wird er massiv erweitert, in der Endausbaustufe soll er über 1 Milliarde Liter Trinkwasser fassen können. Damit entsteht einer der größten geschlossenen Trinkwasserspeicher der Welt. Was heißt das konkret? - Mehr Sicherheit bei Hitzewellen, mehr Reserven bei Trockenperioden, mehr Stabilität bei Störungen im Netz, kurz: Versorgungssicherheit in Wien. (Beifall bei SPÖ und NEOS.) Abschließend noch ein paar Zahlen, Fakten und Daten zur MA 31. Für rund 2 Millionen Wienerinnen und Wiener stehen etwa 600 Bedienstete im Einsatz. Sie betreuen rund 100 Quell- und Wasserfassungen, rund 31 Wasserbehälter, rund 130 Aquädukte, 19 Düker, 26 Pumpwerke, 12 500 Hydranten und einen Großteil der Wiener Trinkbrunnen. Und sie betreuen auch 48 Monumental- und Denkmalbrunnen, wie zum Beispiel auch den Jubiläumsbrunnen im 10 Bezirk. (Beifall bei der SPÖ.) Die MA 31 sichert nicht nur die Wasserversorgung, sondern produziert auch Energie. Mit 16 Trinkwasserkraftwerken und mehreren Photovoltaikanlagen erzielt sie über rund 21 Millionen Kilowattstunden pro Jahr und deckt damit nahezu ihren gesamten Eigenbedarf. So funktioniert die MA 31, so funktioniert das Wiener Wasser. Und an die Kollegen von der FPÖ, auch wenn es Sie und Ihre Partei jetzt vielleicht ärgert: Das Wiener Wasser ist ein Erfolgsmodell weit über die Grenzen von Wien hinaus. Auch wenn der Grundstein in der Kaiserzeit gelegt wurde, war es die Stadt Wien, die unter maßgeblichem Einfluss der Sozialdemokratie dieses Modell möglich gemacht hat, und sie führt es bis heute erfolgreich weiter. In diesem Sinne: Danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei SPÖ und NEOS.) Und ich bitte um Zustimmung zum Budget. - Danke schön. (Beifall bei SPÖ und NEOS.) Vorsitzender GR Armin Blind: Das waren jetzt zehn Minuten. Der sozialdemokratischen Fraktion bleiben daher sieben Minuten Restredezeit. Als Nächster zu Wort gemeldet hat sich Herr GR Stumpf. Ich weise darauf hin, die Restredezeit der Freiheitlichen beträgt noch vier Minuten. - Ich stelle Ihnen das so ein, Herr Gemeinderat, Sie sind am Wort. GR Michael Stumpf, BA (FPÖ): Danke schön. Bei Kaisers Bart, so viel Geschichtsunterricht bin ich von den sozialdemokratischen Abgeordneten gar nicht gewohnt. Aber wir müssen gar nicht so weit zurückgehen. Anfang der 2000er-Jahre hat die Stadt Wien Teile der Kanalinfrastruktur im Rahmen eines sogenannten Cross-Border-Leasing-Modells wirtschaftlich an einen ausländischen Investor übertragen und gleichzeitig wieder zurückgeleast. Formal blieb die Infrastruktur im Wiener Eigentum, faktisch ging es um ein Finanzierungsmodell, das kurzfristig Liquidität bringen sollte. Dieses Modell war rechtlich komplex, stark von steuerlichen Sonderregelungen abhängig und mit langfristigen Risiken verbunden. Die Stadt hat daraus ihre Lehren gezogen, meint man, und den Vertrag 2019 vorzeitig beendet. Gerade bei Wasser und Abwasseranlagen zeigt sich, öffentliche Daseinsvorsorge, Frau Kollegin, darf nicht zum Finanzinstrument werden. Wenn Sie uns das vorwerfen mit: Hätte, hätte, Fahrradkette!, und wenn die FPÖ dies und das ... Es reicht, wenn Sie ein paar Jahre zurückschauen. Was haben Sie selber gemacht? Und dann, wie es heute so oft zitiert worden ist, können Sie sich schämen gehen. (Beifall bei der FPÖ.) Vorsitzender GR Armin Blind: Das war jetzt eine Minute. Verbleibende Restredezeit: drei Minuten. Als Nächsten auf meiner Liste habe ich Herrn Amtsf. StR Czernohorszky. Die Bestimmungen über die Redezeit sind bekannt. - Ich stelle Ihnen die 15 Minuten ein. Herr Stadtrat, ich bitte um Ihre Ausführungen. Amtsf. StR Mag. Jürgen Czernohorszky: Sehr geehrter Herr Vorsitzender, sehr geehrte Frau Vorsitzende, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrte Zuhörerinnen und Zuhörer via Livestream und liebe Frau Stadträtin! Wie ja schon jetzt in der engagierten Debatte recht klar geworden ist und wie ja in diesem Haus eh alle wissen. Es ist ein sehr, sehr großes und sehr breites Ressort. Zum Glück ist sehr viel von Ihnen behandelt worden, und ich habe daher einen Versuch übrig, nämlich den, eine Klammer zu schaffen. Das möchte ich gerne tun. Ich möchte vielleicht in diesem Zusammenhang kurz nach hinten schauen und an eine großartige Frau erinnern, die vor zweieinhalb Monaten von uns gegangen ist. Die Rede ist von Jane Goodall. Warum tue ich das? - Für mich ist sie eine Heldin. Ich habe das Glück gehabt, sie persönlich kennenzulernen und bin sehr beeindruckt von ihr. Und das hat mit unserem Budget und der Debatte insofern was zu tun, als ich der Meinung bin, dass sie zu Lebzeiten in die Annalen der Weltgeschichte eingegangen ist, weil sie auf der einen Seite ihr Leben den Tieren gewidmet hat, aber auf der anderen Seite immer hervorgestrichen hat, dass das Leben der Tiere zugleich das Wohl der Menschen bedeutet. Und das ist das, was ich sagen wollte. Dinge wie Tierschutz, Artenschutz, Klimaschutz, Umweltschutz, Daseinsvorsorge stehen nicht für sich allein. Sie sind immer auch die Basis, die Grundlage für ein gutes Leben von uns Menschen, sie verbessern das Leben von uns Menschen. Insofern sind auch alle Maßnahmen, die in Wien in den letzten Jahren, aber ich möchte sagen, in den letzten Jahrzehnten - wir haben ja jetzt bis zum Beginn der Hochquellleitungen zurückgeschaut -, getroffen worden sind, Maßnahmen, die mit Weitblick getroffen worden sind, immer mit einem Ziel: Gemeinsinn zu stärken und die Zukunft der Wienerinnen und Wiener abzusichern. Und das tun wir mit unserem Ressort an jedem einzelnen Tag. (Beifall bei SPÖ und NEOS.) Das Ergebnis dieser Entscheidungen mit Weitblick ist, dass wir heute einen großen Startvorteil haben, ja, in einer Zeit, in der alle Gemeinden in Österreich, alle Bundesländer, aber auch der Bund richtig große finanzielle Herausforderungen haben. Ich würde sogar sagen, es ist ein weltweites Phänomen. Aber wir haben die Gelegenheit, von einer Basis aus zu starten, die wir absichern können, die wir im Zusammenhang mit der Lebensqualität der Wienerinnen und Wiener auch ausbauen können. Diese Basis ist gerade in den letzten Jahren noch einmal ordentlich ausgebaut worden. Gerade was den Klimaschutz betrifft, bin ich stolz darauf, dass wir regelrechte Quantensprünge gegangen sind. Ich darf kurz an ein paar Punkte erinnern, die alleine in der letzten Periode umgesetzt worden sind. Wir haben uns hier gemeinsam über Treibhausgasreduktionen freuen können, die doppelt so hoch waren wie der Bundesschnitt, wir hatten mehrerer Jahre in Folge einen Energieverbrauchrückgang um 33,7 Prozent, doppelt so hoch wie der Bundesschnitt. Das hat alles mit konkreten politischen Maßnahmen zu tun, beispielsweise mit der Versechsfachung der Sonnenstromleistung oder mit 500 000 Quadratmeter neuem, umgestaltetem Grünraum, mit 25 000 neuen Bäumen - das war alles heute schon in Diskussion und soll an dieser Stelle nur exemplarisch genannt sein. Gerade weil Klimaschutz so wichtig für die Lebensqualität ist, werden wir ihn auch jetzt nicht aus den Augen verlieren. Wenn das jetzt oft in Diskussion war oder als Frage gestellt wurde, dann gebe ich gerne die Antwort darauf. Das Wort Klima ist im Regierungsprogramm genau 240-mal zu finden. (StR Stefan Berger: Wahnsinn.) Der Grund dahinter ist: Es ist die Grundlage unserer Politik in allen Ressorts. Dass da auch ordentlich viel dahintersteckt, was wir vor uns haben, sieht man auch am heuer zum ersten Mal in dieser Dimension mitbeschlossenen Klimabudget. Das weist nämlich 1 Milliarde EUR des Gesamtbudgets aus - nur in den Großprojekten, die wir miterfasst haben. 2026 fließen also 1 Milliarde EUR in Projekte, die dem Klima in Wien zugutekommen. Das investieren wir unabhängig von den traurigen oder vielleicht auch bösen Meldungen, die wir heute hier gehört haben. Bei den GRÜNEN hat man den Eindruck, sie gehen gerade durch ein depressives Jammertal und würden gerne in jeder anderen möglichen Stadt unterwegs sein, in Paris, Hamburg, London, Brüssel, Amsterdam, sogar in Eisenstadt, statt in Wien. (Heiterkeit bei Amtsf. StRin Mag. Veronica Kaup-Hasler und GRin Dipl.-Ing. Selma Arapovic.) Okay, wir waren jetzt mehrere Wochen ohne Sonne, ich verstehe, dass man mal weg will. Wir kümmern uns in der Zwischenzeit um die hohe Lebensqualität und darum, dass sie nicht auf das Niveau anderer Städte absinkt. (Beifall bei SPÖ und NEOS.) Es betrifft übrigens auch unsere Demokratie. Gerade das letzte Jahr war getragen von einem Zugang, der, wie ich finde, ein schöner ist gerade in einer Zeit - und das ist leider oft so in einer Zeit wirtschaftlicher Schwierigkeiten -, wo Populistinnen und Populisten, jene, die von Problemen leben und nicht von Lösungen, ein bisschen stärker werden. Das letzte Jahr, das Jahr der Demokratiehauptstadt war ein Jahr der Lösungen. Die Klimateams sind es auch, es ist von vielen VorrednerInnen schon gesagt worden, über 70 Projekte sind bereits in Umsetzung in neun Bezirken, mehrere kommen dazu. Auch bei den Grätzeloasen haben wir die Tausendergrenze überschritten. Sie bringen jeden Tag hunderte Leute zusammen und sind ein kleiner Bestandteil der Umsetzung unserer Demokratiestrategie. Aber es geht ja um die Zukunft. Was kann man 2026 erwarten? - Wir haben eine hohe gemeinsame Basis geschaffen, und wir werden diese Basis absichern und haben dabei sehr, sehr viel vor. Es gab schon die Sorge darüber, dass kein Geld zur Verfügung steht für neue Projekte. Es stimmt, es schmerzt mich auch, dass in den nächsten Jahren die zusätzliche Unterstützung für Bezirke, was Entsiegelungsprojekte betrifft, ausgesetzt werden muss. Es sind ja über 300 Maßnahmen in ganz Wien entstanden. Es geht da um zusätzlich Projekte, die wir gemacht haben. Aber keine Sorge, das zusätzliche Geld - es sind 20 Millionen EUR pro Jahr, das die Bezirke zusätzlich im Rahmen der Dezentralisierungsreform durch den neuen Grüntopf bekommen haben -, ist eine große Unterstützung. Darüber hinaus freuen wir uns allein bis Mitte 2027 über 240 000 Quadratmeter neue Parkanlagen. Also, das ist weit entfernt von Stillstand. Wir können uns auf richtig viel neues Grün freuen. (Beifall bei der SPÖ.) Richtig viel neues Grün - das betrifft Großprojekte wie den Park in der Meiereistraße oder den Bert-Brecht-Park, den Albert-Schulz-Park, aber auch viele, viele kleinere Parkanlagen, die gerade im dicht verbauten Gebiet für gutes Mikroklima sorgen. Aber natürlich auch Riesenprojekte, wie das neue Naturschutzareal im Güterbahnhof Breitenlee, so groß wie die Josefstadt, damit es eine Sicherheit dafür gibt, dass unsere Kinder diesen so zentralen Naturraum auch noch gesichert haben, den wir heute so schätzen. Auch Wiener Wäldchen werden zu den 14 viele neue dazukommen. Wasser - was heute schon in aller Munde war und im übertragenen Wort ist, es ist schon erwähnt worden: Es sind besonders große Investitionen geplant, was das Wasser betrifft - fast 80 Millionen EUR nur in die Instandhaltung des Rohrnetzes. Da rede ich noch nicht vom Wasserwerk auf der Donauinsel, da rede ich noch nicht vom Wasserbehälter in Neusiedl am Steinfeld. Und ich rede noch nicht von den Rieseninvestitionen, den größten in der hundertjährigen Geschichte von Wien Kanal, in das Kanalnetz. Wien bleibt also auch in Zukunft gut hydriert. Apropos hydriert, kommen wir zu den Wiener Bädern. Man braucht nur ein bisschen Zeitung lesen und sieht die große, große Not, die viele Gemeinden in Österreich haben. Eine Not, die dazu führt, dass Bäder schließen müssen, wenn ihnen das Wasser buchstäblich bis zum Hals steht. Wir planen in Wien neue Standorte. Das Höpflerbad wird gerade umgesetzt, wir sanieren das Bad in Hietzing, wir sanieren das Bad in Döbling. Und liebe ÖVP, wir schauen auch darauf, dass Bäder leistbar bleiben. Wir haben ja heute gehört, wie alt der GR Löcker ist und seine gesamte Generation, die Gen Z, und ich nehme jetzt die Gen Alpha auch noch mit, ihnen sei eine kurze Geschichte erzählt: Es gab eine kurze Periode der Regierungsbeteiligung der ÖVP. Da gab es eine Koalitionsbedingung, und das war: Bäder privatisieren. Das ist keine besonders gute Idee, was die Leistbarkeit betrifft. Das führt nämlich zu hohen Preisen und dazu, dass Bäder schließen. Ungefähr zur ähnlichen Zeit gab es auch einen Finanzminister, und ich wandle jetzt einmal ein Zitat von ihm ab und sage: Ich würde lieber einen Hund auf meine Wurst aufpassen lassen als die ÖVP auf öffentliche Bäder. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.) Zum Thema Energie: "Raus aus Gas" ist voll im Gange. Wir haben unsere Ziele für das aktuelle Jahr schon vor ein paar Wochen übererfüllt, um 65 Megawatt Peak übertroffen. Die hundert Projekte "Raus aus Gas" - auch das haben wir uns für das Ende dieses Jahres vorgenommen - sind fertig, und wir fangen mit neuen Projekten an. Ganz im Zentrum stehen eine Kühlstrategie der Stadt und das Thema betriebliche Abwärme. Kreislaufwirtschaft ist das zentrale Thema im nächsten Jahr und zugleich die Grundlage für die Fortschreibung unseres Klimafahrplanes. Das wird uns auch 2026 betreffen und sicherstellen, dass wir übrigens unsere gesetzliche Verpflichtung mit dem Klimagesetz in Bezug auf Klimaschutz, Klimaanpassung und Kreislaufwirtschaft umsetzen können. Es geht um das gute Leben in Zukunft. 2026 wird also ein ordentlich aktives Jahr, ein Jahr, in dem wir trotz aller Herausforderungen garantiert nicht still stehen werden - und das trotz der angespannten Lage. Wir werden vorwärtsgehen. Um noch einmal Jane Goodall ins Spiel zu bringen, möchte ich sie kurz zitieren mit einem wunderbaren Satz, der lautet: "Die Entscheidungen, die wir jeden Tag treffen, können dazu beitragen, eine Welt zu erschaffen, wie wir sie uns wünschen." - Das sind die Entscheidungen, die wir in Wien tagtäglich treffen, es sind Entscheidungen, wie jetzt schon an der Wasserversorgung 2050 zu arbeiten. Es sind die Entscheidungen, wie ein riesengroßes neues Naturschutzareal zu schaffen. Es sind Entscheidungen, wie auch in einer derartig schwierigen Zeit noch einmal weiter den Grünraum auszubauen, neue Bäume zu pflanzen, den Sonnenstromausbau fortzusetzen, die Energiewende anzutreiben, die Wasserversorgung zu sichern, die Demokratieversorgung auszubauen. Wer macht es? - Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Stadt. Ihnen gilt unser Dank, ihnen gilt auch unser allerhöchster Respekt und ihnen gilt alle unsere Kraft, wenn es darum geht, die richtigen Rahmenbedingungen für diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schaffen in guter, enger und bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern naher sozialpartnerschaftlicher Tradition. Das Team der Stadt Wien - das sind übrigens 64 500, 1 000 sind alleine im letzten Jahr dazugekommen, liebe Kollegin Huemer, auch 225 neue Lehrlinge, weil wir da darauf schauen, dass die Aufgaben erfüllt werden - ist das stärkste Team Österreichs. Eine noch bessere Nachricht: 63 Prozent dieser 64 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind Frauen - und genau die Hälfte in Führungs- und Managementpositionen. Ein großer Dank an sie. (Beifall bei SPÖ und NEOS.) Unser Ressort ist zuständig für 23 Einheiten, Sie werden verstehen, dass ich aus Zeitgründen nicht jede einzeln erwähne. Ich möchte aber schon jeden einzelnen Mitarbeiter, jede einzelne Mitarbeiterin in diesen Einheiten und weit darüber hinaus erwähnen und ihnen von Herzen danken und auch eine gute Zeit über die Feiertage wünschen. Das gilt auch für die Klubs, die großartig zusammenarbeiten, wenn wir uns hier treffen zu einem Marathon. Das gilt auch für alle Gemeinderätinnen und Gemeinderäte, speziell jenen in meinen Ausschüssen, dem Gemeinderatsausschuss, dem Petitionsausschuss, die GPK und dem Vorstand der KFA. Ich finde, es ist eine ausgesprochen produktive, engagierte Arbeit, die Sie hier alle unabhängig von den Fraktionen leisten. Dafür möchte ich mich von Herzen bedanken. (Allgemeiner Beifall.) Ihnen allen wünsche ich schöne Feiertage, Zeit mit Ihren Lieben, beste Gesundheit und die Möglichkeit, Batterien aufzutanken. Wir brauchen Ihre volle klimaneutrale Energie 2026. Jetzt geht es zu allem Menschgemachten, der Kultur. (Beifall bei SPÖ und NEOS.) Vorsitzende GRin Dr. Jennifer Kickert: Zur Geschäftsgruppe Klima, Umwelt, Demokratie und Personal und zum Wirtschaftsplan der Unternehmung Wien Kanal liegt keine Wortmeldung mehr vor. Wir kommen daher zur Beratung der nächsten Geschäftsgruppe, nämlich derjenigen für Kultur und Wissenschaft. Zu Wort gemeldet ist Frau GRin Edelmann, und Sie sind am Wort. Die selbst gewählte Redezeit ist zwölf Minuten, die ich Ihnen jetzt einstelle. - Bitte. GRin Ing. Judith Edelmann (ÖVP): Sehr geehrte Frau Vorsitzende, sehr geehrte Frau Kulturstadträtin, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, liebe Zuseherinnen und Zuseher! Ich fange mit einem Thema an, das wir alle unterstreichen können. Wien braucht unserem Antrag entsprechend eine Landeshymne. Wien ist seit 1920 ein eigenständiges Bundesland und damit das einzige österreichische Bundesland, das bisher über keine offizielle Landeshymne verfügt. (GR Dipl.-Ing. Dr. Stefan Gara: Das wichtigste Kulturthema.) In acht von neun Bundesländern ist eine Landeshymne ein anerkanntes Identitäts- und Kultursymbol, das Tradition, Geschichte und Werte eines Landes musikalisch zum Ausdruck bringt. In den vergangenen Jahrzehnten gab es verschiedene Initiativen, Wettbewerbe und Projekte zur Entwicklung einer Wiener Landeshymne. Diese Bemühungen sind jedoch ohne offizielle Unterstützung des Landes Wien wirkungslos geblieben. Sogar der 10. Bezirk hat anlässlich seines 150-jährigen Jubiläums erfolgreich einen offenen Aufruf zur Einreichung einer Bezirkshymne gestartet und damit gezeigt, dass Bürgerbeteiligung und musikalischer Wettbewerb nicht nur eine hohe Resonanz, sondern auch erfolgreich neu geschaffene Hymnen ergeben können. Die Stadt Wien hat über soziale Medien unlängst selbst eingeräumt, dass es nicht ohne Wien-Hymne weitergehen könne und eine mit künstlicher Intelligenz generierte Version präsentiert. Diese Initiative zeigt wieder einmal, dass gut gemeint nur ganz selten gut ist. In der Weltstadt der Musik soll doch eine Landeshymne von Menschen geschaffen werden. Damit stärkt sie regionale Identität, fördert den Stolz auf die Stadt und kann pädagogisch in Schulen, Vereinen und bei Festakten eingesetzt werden. (Beifall bei der ÖVP.) Ich spreche mich dafür aus, die Entwicklung einer offiziellen Landeshymne für Wien einzuleiten, die von Wiener Künstlerinnen und Künstlern komponiert und getextet wird. Damit wird ein sichtbares Zeichen für die Wertschätzung der Wiener Kunst- und Kulturszene gesetzt und den Wienerinnen und Wienern ein neues Symbol ihrer gemeinsamen Identität geschenkt. Im NEOS-Wahlprogramm für die Gemeinderatswahl im Frühjahr 2025 war eine Forderung zu hören: Stärkung des Musikschulangebotes. Davon scheint nicht wirklich viel übrig geblieben zu sein. Die Wiener Musikschulen sind ein wesentlicher Bestandteil der kulturellen Bildung in dieser Stadt, und sie ermöglichen Kindern den Zugang zu musikalischer Ausbildung unabhängig vom sozialen Hintergrund. Aktuelle Zahlen zeigen jedoch deutlich, dass das derzeitige Angebot nicht ausreicht um die steigende Nachfrage abzudecken. In Wien gibt es derzeit lediglich in 15 Bezirken eine Musikschule, ergänzt um eine Singschule. Damit ist ein flächendeckender Zugang nicht gewährleistet. Das Interesse an einem Musikschulplatz in Wien ist in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Im Schuljahr 2014/15 gab es 10 800 Anmeldungen, im Schuljahr 2024/25 liegen die Anmeldungen bei 17 223. Damit haben sich die Anmeldungen innerhalb von zehn Jahren um 60 Prozent erhöht. Dem gegenüber stehen im Schuljahr 2024/25 nur 8 025 reguläre Musikschulplätze zur Verfügung. Zwar wurden Kooperationsplätze geschaffen, doch bleiben 4 362 Kinder ohne jeden Platz. Das sind rund 25 Prozent aller angemeldeten Kinder. Ein Blick in andere Bundesländer zeigt, dass deutlich höhere Standards möglich sind. In Niederösterreich nämlich bestehen derzeit 113 Musikschulen mit über 47 000 MusikschülerInnen sowie zusätzlich mehr als 15 000 Kooperationsplätzen. Damit werden in Niederösterreich bei geringerer Bevölkerungszahl als in Wien mehr als viermal so viele Kinder und Jugendliche musikalisch ausgebildet. (Beifall bei der ÖVP.) Dieses Beispiel demonstriert, welches Niveau der musikpädagogischen Versorgung durch konsequenten Ausbau erreichbar ist, und verdeutlicht den akuten, bestehenden Handlungsbedarf in Wien. Dazu kommt die immense Preissteigerung. Mir kommt das Grausen, wenn ich daran denke. Ab kommendem Schuljahr wird massiv erhöht. So müssen Eltern etwa für 50 Minuten Einzelunterricht statt bisher 362 EUR pro Semester nun 471 EUR berappen, das ist eine Preissteigerung von 30 Prozent. In verständlichen Zahlen: Bei drei Kindern kostet Eltern das Musikschulgeld ab nun fast 3 000 EUR im Jahr. Mit dieser neuen Gebührenerhöhung wandert der Kostendeckungsgrad der Musikschulen aber nicht in ungeahnte Höhen, oh nein, wir bewegen uns von mickrigen 9 Prozent auf gerade einmal 12,5 Prozent hinauf. Jedes musikbegeisterte Kind in dieser Stadt soll die Chance bekommen, sein Talent zu entfalten. Wir möchten auch in Zukunft auf die Erfolge unserer Wiener Musikerinnen und Musiker stolz sein und diese gebührend feiern. (Beifall bei der ÖVP.) Sehr geehrte Frau Stadträtin, gestern haben wir Sie wieder im ORF-Kulturmontag sprechen gehört vom sogenannten Kultureuro. Viel versteht man nicht davon. Die Kritik am geplanten Wiener Kultureuro, eine geplante Touristenabgabe, und am Kulturbudget 2026 ist ja recht vielfältig. Während Sie, sehr geehrte Frau Kulturstadträtin, die Notwendigkeit dieser Einführung betonen, äußert vor allem die freie Szene Sorgen über wieder einmal mangelnde Transparenz und konkrete Zahlen. Die Details zum Kultureuro sind völlig unklar. Es fehlt an konkreten Plänen. Wie hoch sind die Einnahmen? Wie wird es verwertet? Das Thema Transparenz wird wohl auch wieder aufpoppen. Werden uns die maßgeblichen Stellen wohl Einblick gewähren? - Wie wir die Stadtregierung kennen wohl eher nicht. Die Ortstaxe in Wien wird erhöht. Bis Juli 2027 steigt sie von aktuell 3,2 Prozent gestaffelt, damit es nicht gleich so schmerzhaft ist, auf sage und schreibe 8 Prozent. Ursprünglich sollte diese drastische Erhöhung bereits jetzt in Kraft treten, doch nach einem Aufschrei der Hotellerie wurde die Anpassung zur Eingewöhnung zeitlich gestreckt. Wohin fließen die Mehreinnahmen? Ist der Kultureuro da schon drin oder kommt er da noch dazu? Können Sie, sehr geehrte Frau Kulturstadträtin, uns das vielleicht schon einmal beantworten? - Da wäre ich Ihnen sehr dankbar. Eine weitere Baustelle der absoluten Intransparenz: der Kultursommer Wien. Der Kultursommer Wien wurde im Pandemiejahr 2020 geschaffen, um trotz der damals geltenden Einschränkungen Kulturangebote im öffentlichen Raum zu ermöglichen und Künstlern eine Auftrittsmöglichkeit zu geben. Gratulation, ein wirklich gelungenes, tolles Projekt! Inzwischen hat sich diese mehrwöchige wienweite Veranstaltung im Wiener Kulturkalender etabliert. Laut offiziellen Angaben nahmen im Jahr 2025 über 90 000 Personen an den Veranstaltungen teil. Mehr als 500 Acts mit über 2 000 Künstlern aus den Bereichen Musik, Kabarett, Theater und Performance, Literatur et cetera traten auf Bühnen in verschiedenen Teilen Wiens auf. Der Kultursommer ermöglicht durch dezentrale Spielstätten und freie Zugänglichkeit ein niederschwelliges Kulturerlebnis. Zugleich standen für das Jahr 2025 4 Millionen EUR an Budgetmittel zur Verfügung. Eine transparente Darstellung der Mittelverwendung ist angesichts dieser extremen Höhe vor allem auf Grund der aktuellen budgetären Situation unbedingt erforderlich, wie bereits in früheren Jahren von uns gefordert. Während das allgemeine Kulturbudget der Stadt Wien für das kommende Jahr 2026 auf Grund von Sparmaßnahmen um etwa 7,6 Prozent gesenkt werden soll, blieben die Mittel für den Kultursommer 2025 stabil. Das steht zum Beispiel im gravierenden Widerspruch zur Abschaffung der gesamten Subvention von 250 000 EUR für das Philharmonische Sommernachtskonzert. (Beifall bei der ÖVP.) Mein Lieblingsthema! Das Sommernachtskonzert der Wiener Philharmoniker in Schönbrunn bringt Wien immense Wertschöpfung durch weltweite Markenbildung und Tourismusförderung. Das kostenlose Konzert wird über hundert Fernsehstationen weltweit übertragen und erreicht Millionen Menschen, was Wien als attraktive Kultur- und Tourismusstadt bewirbt. Bis zu 100 000 Besucher vor Ort stärken Wiens Image als Kulturhauptstadt. Das bedeutet direkte Einnahmen durch den Tourismus sowie mediale Präsenz, die über Jahre wirkt. Die Stadt Wien hat die Förderungen für 2026 zur Gänze gestrichen und die Philharmoniker vor die einfache Tatsache gestellt, diese wichtige Kulturveranstaltung völlig neu denken zu müssen. Die neuerliche Durchführung des Konzertes ist alles andere als gesichert. Laut Vorstand Professor Froschauer wird überlegt, in einer kleineren Umgebung, einem Schönbrunner Innenhof, aufzutreten und Eintritt zu verlangen. Lassen Sie das bitte nicht zu, Frau Kulturstadträtin. Suchen Sie bitte das Gespräch mit dem Vorstand der Wiener Philharmoniker. (Beifall bei der ÖVP.) Wir können nicht riskieren, dass dieses Konzert in dieser Form nicht mehr stattfindet. Es ist gratis, für alle hunderttausend Zuseher ist es gratis. Ich habe mir sagen lassen, Sie als Kulturstadträtin sind auch für den Wiener Altstadterhaltungsfonds zuständig. Frage: Der Wiener Altstadterhaltungsfonds existiert anscheinend ab nächsten Jahr nicht mehr. Kann das sein? - Die Instandhaltung unseres historischen Stadtbildes ist nicht nur für die Wiener Bevölkerung, sondern vor allem auch für unseren Tourismus essenziell. Seit den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts gab es diese sinnvolle Einrichtung zum Schutz von historischen Wohnbauten in vorwiegend privater Hand, damit diese Instandhaltung wirtschaftlich zumutbar ist. Die Aussetzung dieser Förderung kommt einer Aufforderung zum Abriss alter Gebäude nahe, denn die Abbruchbewilligungen werden dann erteilt, wenn eine Sanierung wirtschaftlich unzumutbar ist. Nun reduzierte sich der Förderbetrag des Wiener Altstadterhaltungsfonds von 6 Millionen EUR im Jahr 2006 bis zum Jahr 2026 auf 0 EUR. Auch der dazugehörige Beirat wird anscheinend aufgelöst. Sehe ich das richtig, Frau Stadträtin? (Amts. StRin Mag. Veronica Kaup-Hasler: Nein.) - Das höre ich gerne. Das schwächt die Wiener Denkmalpflege immens und gefährdet den UNESCO-Weltkulturstatus dieser Stadt. Was Sie mit der ersatzlosen Streichung dieser Förderung erreichen, ist in Wirklichkeit ein Veräußerungsgebot. Denn was bleibt einem privaten Hauseigentümer anderes übrig als zu verkaufen, wenn er sich eine Renovierung nicht mehr leisten kann? (Beifall bei der ÖVP.) Wer wird kaufen? Wer kann sich das leisten? - Große Immobilienentwickler und das selbstverständlich profitorientiert, was Mieterhöhungen und Immopreise anfeuert und somit weiter auch die Inflation. Sehr geehrte Frau Stadträtin, Sie schildern gestern im ORF-Kulturmontag sehr plastisch die vermeintliche Ursache für die budgetäre Situation der Stadt Wien. Oh, wie kann es anders sein, diese läge natürlich in der vorhergehenden Bundesregierung, die es nicht geschafft habe, die Inflation in den Griff zu bekommen. Durch ununterbrochenes Wiederholen dieses Satzes, der eine Vorgabe des Bürgermeisters an seine Stadträte zu sein scheint, können Sie auch nicht verbergen, dass in den vergangenen Jahren ausgabenseitig ein budgetäres Fiasko in Wien angerichtet wurde. Das Wiener Sparpaket besteht hauptsächlich aus der Erhöhung von Gebühren und Abgaben - der Erhöhung von Essensgeld im Kindergarten, von Ticketpreisen im Museum, vom Tiergartenticket, Bädern und vielem mehr. Die Ortstaxe für Touristen wird schmerzhaft angehoben, die Wiener Linien-Tickets und die städtischen Büchereien werden teurer, auch die Hundesteuer erhöht sich drastisch. Die Müll- und Wasserkosten wurden ja schon heuer saftig angehoben. Was werden Sie wohl damit bewirken mit der Tatsache, nämlich nicht genug einzusparen, sondern immer mehr Abgaben und Gebühren zu erhöhen? - Eine Befeuerung der Inflation werden Sie damit bewirken! Was Sie der vorigen Bundesregierung vorwerfen, machen Sie mit diesem Budget 2026 selbst. - Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.) Vorsitzende GRin Dr. Jennifer Kickert: Die tatsächliche Redezeit war 13 Minuten. Als Nächster zu Wort gemeldet ist GR Weber. Die selbst gewählte Redezeit ist 12,5 Minuten, die ich versuche einzustellen. - Bitte, Sie sind am Wort. GR Thomas Weber (NEOS): Sehr geehrte Frau Vorsitzende, liebe Frau Stadträtin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Zurück zum Kulturbudget. Ich möchte die Rede damit beginnen, dass ich mache, was mir wirklich wichtig ist, nämlich meinen Dank auszudrücken, erstens den Künstlerinnen und Künstlern unserer Stadt, den Menschen, die Räume öffnen, Fragen stellen, irritieren, trösten, verbinden, mit ihrer Kunst, mit ihrer Kultur unsere Gesellschaft bereichern. Kunst und Kultur sind kein Luxus, sie sind ein unverzichtbarer Teil unseres demokratischen Fundamentes. Sie machen Wien lebendig, vielfältig, offen. Genau deshalb prägen Kunst und Kultur auch das Herz unserer Stadt und genau deshalb möchte ich allen Menschen auch danke sagen, die Kunst und Kultur in unserer Stadt schaffen. Vielen Dank! (Beifall bei NEOS und SPÖ.) Ich möchte aber auch die Möglichkeit nutzen, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der MA 7, der MA 8, der MA 9 und des Stadtratsbüros meinen Dank auszusprechen. Sie stehen stellvertretend für eine Verwaltung, die mit enormer Fachkompetenz, großer Sorgfalt und oft unter sehr hohem Zeitdruck dafür sorgt, dass Kulturpolitik nicht nur hier angekündigt, sondern auch tatsächlich umgesetzt wird. Sie tragen Verantwortung für tausende Entscheidungen, für komplexe Verfahren, für Fairness und für Qualität. Das verdient unsere Anerkennung und vor allem auch unser Vertrauen. Vielen Dank. (Beifall NEOS und SPÖ.) Mein Dank gilt natürlich auch dem Publikum - den Wienerinnen und Wienern, die Kunst und Kultur nicht nur konsumieren, sondern sie tragen, indem sie hingehen, sich auf Kunst und Kultur einlassen, diskutieren, widersprechen, wiederkommen. Kultur entsteht nämlich immer erst dort, wo sie geteilt und wo sie gemeinsam erlebt wird. Herzlichen Dank auch dem Publikum! (Beifall bei NEOS und SPÖ.) Wir diskutieren heute das Kulturbudget 2026. Ich möchte zu Beginn gleich etwas ganz Wichtiges feststellen: Dieses Kulturbudget ist kein Sparbudget gegen die Kultur, es ist ein verantwortungsvolles, strategisches Budget für die Zukunft der Wiener Kulturlandschaft. Ja, das Kulturbudget 2026 ist niedriger als jenes des Vorjahres, aber nicht, weil wir Kultur geringschätzen und schon gar nicht, wie manche behaupten, weil wir Kultur zu Tode sparen. Der Grund ist ein anderer. Einmal laufen Maßnahmen aus, Maßnahmen, die in den vergangenen Jahren bewusst und richtig gesetzt worden sind, als Antwort auf Pandemie, Energiekrise und massiver Teuerung. Dazu kommt, dass große Institutionen ihren Beitrag leisten, weil sie das können. Gleichzeitig setzen wir mit diesem Budget auch ganz gezielte Maßnahmen um, mit denen wir die Vielfalt der Wiener Kulturszene weiterhin erhalten, sichern, ausbauen, denn die Förderlandschaft bleibt weitgehend erhalten. Wenn wir über Budgets reden, ist immer der langfristige Ausblick entscheidend, und dieser langfristige Ausblick zeigt eines eigentlich ganz deutlich: Seit 2018 haben wir das Wiener Kulturbudget massiv erhöht, nominal über 44 Prozent, das heißt inflationsbereinigt um rund 11 Prozent. Die Erhöhung dieser Jahre seit 2018 ist kein Zufall, das ist das Ergebnis einer klaren kulturpolitischen Haltung, für die die Kulturstadträtin auch verantwortlich ist und die wir alle hier auch mittragen mit fachlicher Expertise und mit einem konsequenten Blick auf die langfristige Wirkung statt auf kurzfristige Effekte. Die gute Nachricht ist, von dieser langfristigen Entwicklung seit 2018 können wir heute tatsächlich auch profitieren, denn diese langfristige Entwicklung ist Grundlage dafür, dass wir in diesen aktuell besonders herausfordernden Zeiten die Stabilität und die Vielfalt der Wiener Kunst- und Kulturszene nachhaltig absichern können. Dahinter steht eine jahrelange und klare Entscheidung, nämlich konsequent in die Resilienz der Wiener Kunst- und Kulturszene zu investieren - und zwar nicht kurzfristig, sondern vor allem nachhaltig und strukturell, nicht nach dem Gießkannenprinzip, sondern ganz gezielt und wirksam. (Beifall bei NEOS sowie von GRin Mag. Dr. Ewa Samel und GR Petr Baxant, BA.) Ich möchte an dieser Stelle daher klar und deutlich sagen: Mit diesem Budget schützen wir die Vielfalt der Wiener Kulturlandschaft. Wir sorgen weiterhin für leistbare, frei zugängliche Kulturangebote für alle Wienerinnen und Wiener, und den besonderen Fokus - und das freut mich ganz besonders - setzen wir dabei auf Kinder- und Jugendkultur. Das ist kein Lippenbekenntnis, das ist die Leitlinie dieses Kulturbudgets. Der Vorwurf, die Stadt spart Kultur kaputt, ist - entschuldigen Sie - absurd. Weder zerstören wir Strukturen, noch lassen wir die Szene im Stich. Was wir tun, ist, verantwortungsvoll zu konsolidieren, nämlich dort, wo es möglich ist. Gleichzeitig schützen wir die Vielfalt der freien Szene und die kulturelle Teilhabe. Das zeigt sich vor allem auch darin, dass wir es schaffen, mit diesem Kulturbudget alleine im Jahr 2026 11 000 geförderte, frei zugängliche Kulturveranstaltungen zu ermöglichen. 11 000, das sind mehr als 30 pro Tag. (Beifall bei NEOS und SPÖ.) Das ist Kulturpolitik, die Teilhabe ernst nimmt, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Zwischenrufe von der Zuschauergalerie.) Vorsitzende GRin Dr. Jennifer Kickert (unterbrechend): Darf ich Sie (in Richtung der Zuschauergalerie) bitten ... Danke. Ich darf Sie ersuchen, auf der ZuschauerInnengalerie einfach nur zuzuhören, sonst müssen Sie tatsächlich gehen. (GR Georg Prack, BA: Echt jetzt?) GR Thomas Weber (fortsetzend): Weil wir hier über Verantwortung sprechen, sprechen wir auch über verantwortungsvolle Politik und über verantwortungsvolle Verwaltung. Da ist es mir besonders wichtig, eines zu sagen: Alle Fördernehmerinnen und Fördernehmer, die von Kürzungen im Kulturbereich betroffen waren, wurden im Vorfeld in persönlichen Gesprächen informiert. Diese Gespräche wurden von der Leitung der MA 7 geführt. Es wurde erklärt, es wurde transparent kommuniziert - und zwar nicht erst, nachdem die Entscheidung getroffen worden war, sondern davor. Ich weiß, das waren mit Sicherheit keine einfachen Gespräche. Aber so sieht verantwortungsvolles Change Management aus. Ich möchte mich für diese Vorgangsweise auch wirklich sehr herzlich bedanken bei der MA 7, vor allem beim Leiter der MA 7, den ich heute hier schon gesehen habe, bei Patricio Canete-Schreger, der diese Gespräche geführt hat. Ich weiß, das waren keine leichten Gespräche, aber noch einmal: So sieht verantwortungsvolles Change Management aus. Mein Dank gilt in diesem Zusammenhang natürlich allen bei der MA 7, die in diesen Prozess eingebunden waren. (Beifall bei NEOS und SPÖ.) Ich habe schon gesagt, Kinder- und Jugendkultur, verantwortungsvolle Kulturpolitik heißt nicht nur, mit Veränderungen gut umgehen, sondern auch klar in die Zukunft zu investieren. Das machen wir mit diesem Budget und richten einen ganz klaren Blick nach vorne. Ein besonderer Schwerpunkt dabei ist die Kinder- und Jugendkultur, denn wenn wir wollen, dass die Kultur von Morgen auch noch Publikum hat, dass kulturelle Teilhabe nicht von der Herkunft oder vom Einkommen der Eltern abhängt, dann ist es wichtig, in Kinder- und Jugendkultur zu investieren. 2026 werden daher alle kulturellen Bildungsprojekte und alle Bildungsprojekte für Kinder und Jugendliche fördertechnisch stabil gehalten. Darüber hinaus investieren wir auch weiter. Das "Junge Theater Wien" in etwa wird weiter ausgerollt oder das Zentrum für Kinderkultur Floridsdorf - ein echter Leuchtturm nicht nur im Zentrum der Stadt, sondern bewusst in einem Außenbezirk, ein Ort für kulturelle Bildung, für künstlerisches Erleben, für Neugier, für Fantasie. Ein Ort, der vor allem eines sagt: Kultur gehört den Kindern unserer Stadt. Neben der Kinder- und Jugendkultur sind es auch strukturelle Maßnahmen, weil Kultur ja in Wirklichkeit mehr als Projekte braucht. Da blicke ich dieser Tage auf den Spatenstich am Otto-Wagner-Areal, ein starkes Symbol. Dort entstehen Atelierräume, Werkräume, Residenzen, ein Ort, wo nicht nur Kultur gezeigt wird, sondern vor allem ein Ort, wo Kultur gemacht wird. Wissen Sie, was das ist? - Das ist verantwortungsvolle Resilienzpolitik. Ich möchte hier auch ganz bewusst das Jüdische Museum nennen, denn beim Jüdischen Museum erhöhen wir das Budget. Aber nicht nur erhöhen wir das Budget, wir investieren dort auch zusätzlich in den Stadttempel, ein klares und wichtiges Signal. Wir stehen zu unserer jüdischen Geschichte, wir stehen zu unserer jüdischen Gegenwart und vor allem zum jüdischen Leben in Wien in der Zukunft. (Beifall bei NEOS und SPÖ. - GR Mag. Josef Taucher: Bravo!) Ein Thema, über das auch medial viel diskutiert worden ist im Zusammenhang mit dem Kulturbudget, sind die Arbeitsstipendien. Ja, die Zahl der Arbeitsstipendien wird reduziert, und das hat einen klaren Hintergrund, weil die Arbeitsstipendien bei Einführung eine gezielte Corona-Übergangslösung waren, richtig und notwendig in der damaligen Ausnahmesituation, in der viele künstlerische Arbeitsmöglichkeiten weggebrochen sind. Jetzt gehen wir einen nächsten Schritt, denn wir schaffen mehr Flexibilität bei der Vergabe. Konkret heißt das, es gibt zukünftig keine starren Kontingente mehr nach Sparten, sondern die Möglichkeit, die Mittel dort einzusetzen, wo der tatsächliche Bedarf liegt. Das erlaubt nicht nur gezielter zu fördern, man reagiert damit besser auf unterschiedliche Arbeitsrealitäten der unterschiedlichen Kultursparten und stärkt im Prinzip die Steuerungsmöglichkeit der Förderung. Kurz gesagt: Ja, es gibt weniger an der Zahl, aber ja, dafür gibt es auch deutlich weniger starre Vorgaben, deutlich mehr Spielraum, um auf die tatsächliche Realität der einzelnen Kultursparten einzugehen. (Beifall bei NEOS und SPÖ.) Dann möchte ich noch auf das Thema Transparenz eingehen, ein Dauerbrenner bei unseren Budgetdebatten. Ich finde das gut, weil es mir ein echtes Anliegen ist. (StR Stefan Berger: Das hat es vor den NEOS aber auch schon gegeben. Für das hat es die NEOS nicht gebraucht.) Genau diese Transparenz gibt es in diesem großartigen Kunst-, Kultur- und Wissenschaftsbericht. Wo immer Sie aufblättern, Sie werden Spalten mit Summen sehen. Jede Förderung, die im Kunst-, Kultur- und Wissenschaftsbereich gegeben ist, finden Sie in diesem wunderbar großartigen Bericht. Ein Vorbild, ein Leuchtturm, wenn es darum geht, von Transparenz zu reden. Apropos, bei diesem Kunst-, Kultur- und Wissenschaftsbericht möchte ich neben den Kolleginnen und Kollegen aus der Verwaltung auch die Kolleginnen und Kollegen aus den Jurys und aus den Beiräten erwähnen, also die vielen unabhängigen Expertinnen und Experten der jeweiligen Kultursparten, die die Qualität beurteilen, fachlich abwägen. (StR Stefan Berger: Was heißt unabhängig? Wenn du erzählst, ...) Politik kann und soll kulturpolitische Rahmenbedingungen festlegen, aber sie kann und soll mit Sicherheit nicht tausende Förderentscheidungen im Detail treffen. Ich sage dazu: Das soll sie nicht. Gute Politik braucht nämlich eines ganz wesentlich: Vertrauen in fachliche Expertise. (Beifall bei NEOS und SPÖ.) Ich sage das mit Blick auf die Anträge sehr klar: Nein, abgelehnte Förderanträge würden keine zusätzliche Transparenz schaffen. Es würde Künstlerinnen und Künstler stigmatisieren, Karrieren beschädigen, Szenen verunsichern. (StR Stefan Berger: Also vielleicht ... - GR Klemens Resch: Das ist Transparenz!) Das ist möglicherweise das, was der Kollege von der FPÖ möchte, aber ich bin der Meinung, dass Transparenz nicht zur Bloßstellung führen darf und führen soll. Unser Ziel ist eine ... (StR Stefan Berger: Schwachsinn! Absurd! Das ist Schwachsinn! Das ist Schwachsinn!) - Passen Sie auf, Herr Kollege, Sie wollen KünstlerInnen stigmatisieren. Das weiß man, wenn man Ihnen zuhört, das weiß man, wenn man in Ihre Weltanschauung geht. Ich möchte das anders, ich möchte eine starke und vielfältige Kulturlandschaft und dafür gibt es klare Regeln, klare Verfahren, verantwortungsvolle Entscheidungen, Menschen, die ihre fachliche Expertise einbringen, und mein ausdrücklicher Dank gilt daher allen Menschen, die in den Jurys, in den Beiräten und darüber hinaus mit großem Engagement, mit Sachkenntnis und großer Verantwortung dieser Aufgabe nachkommen. (StR Stefan Berger: ... Fördergeldgebern ...) Liebe Kolleginnen und Kollegen, dieses Kulturbudget ist Teil eines langfristigen Weges, auf dem wir in der Vergangenheit viel gemeinsam erreicht haben. Wir haben mehr Stabilität und deutlich mehr Resilienz im Kulturbereich geschaffen. Wir haben mehr Teilhabe und mehr Zugänglichkeit im Kulturbereich geschaffen. Wir haben um so viel bessere Arbeitsbedingungen für Kunst- und Kulturschaffende in dieser Stadt in den letzten Jahren geschaffen. Wir haben eine stärkere kulturelle Infrastruktur geschaffen. Dieser Weg endet nicht mit diesem Kulturbudget, ganz im Gegenteil, er geht weiter, gemeinsam mit der Kulturszene und einem engagierten Publikum. Ich bin davon überzeugt, mit diesem Kulturbudget sichern wir weiter die Vielfalt, die Freiheit und die Zukunft der Wiener Kulturlandschaft, und das ist gut so. Ich sage Danke an alle, die dazu ihren Beitrag leisten. (Beifall bei NEOS und SPÖ.) Vorsitzende GRin Dr. Jennifer Kickert: Die tatsächliche Redezeit war 13,5 Minuten. Als Nächste zu Wort gemeldet ist GRin Berner. Die selbst gewählte Redezeit ist 14 Minuten, die ich einstelle. - Bitte, Sie sind am Wort. GRin Mag. Ursula Berner, MA (GRÜNE): Sehr geehrte Zusehende im Livestream, sehr geehrte Gäste auf der Galerie, liebe Frau Stadträtin, liebe Frau Vorsitzende, liebe Kolleginnen und Kollegen! Auch als GRÜNE möchte ich mich fürs Erste dem Dank anschließen. Es war ein anstrengendes Jahr für die MitarbeiterInnen der MA 7, der MA 8, der MA 9, für die MitarbeiterInnen des StadträtInnenbüros, da sind auch welche da, und auch für uns alle hier. Aber ich finde, die MitarbeiterInnen haben einmal einen großen Applaus verdient, ich finde, das können wir ihnen schon geben. (Beifall bei GRÜNEN, SPÖ, NEOS und ÖVP.) Ich danke natürlich auch allen KünstlerInnen in der Stadt, die bereit sind, auch unter schwierigen Bedingungen weiterzuarbeiten. Wir wissen es alle, die Bedingungen sind nicht einfach und werden auch nicht einfacher die nächsten Jahre. Ich stelle voraus, die Resilienz der Wiener Kulturszene ist schon ziemlich herausgefordert, Herr Weber, und ich werde dann auch später darauf eingehen. Aber wir sehen manches trotzdem ähnlich. Kultur ist kein Luxus und soll deshalb nicht in guten Zeiten leistbar sein und in schlechten Zeiten gekürzt werden. Kultur ist für mich eine demokratische Infrastruktur, da bin ich total bei Ihnen (in Richtung der NEOS), und die muss erhalten werden, damit wir auch die Demokratie in dieser Stadt stärken. (Beifall bei den GRÜNEN.) Wenn wir also über das Wiener Kulturbudget reden, reden wir auch über die demokratische Zukunft in dieser Stadt. Das klingt ein bisschen dramatisch, aber ich finde, wir können das durchaus so sehen. Das Kulturbudget hat - Sie wissen es alle - den geringsten Anteil von allen Budgets hier, es sind nicht einmal 2 Prozent, aber Kulturinitiativen und Kulturangebote haben eine riesige Wirkung in dieser Stadt und deshalb gilt es, die auch massiv zu verteidigen und zu schauen, dass die Rahmenbedingungen für alle, die sich engagieren, möglichst gut sind. Da geht es nicht nur um die Künstlerinnen und Künstler, es geht auch um die Leute, die Eventmanagement machen und im Hintergrund die Grafik und all diese Dinge erledigen, damit es überhaupt zu einer Kulturstadt Wien kommen kann. Wo nämlich Menschen sich gegenseitig etwas erzählen, wo sie miteinander spielen, streiten, musizieren und experimentieren können, dort lernen sie auch Widersprüche auszuhalten, sie lernen auch, Vielfalt zu leben, und sie lernen - und das halte ich für besonders wichtig -, Machtverhältnisse zu hinterfragen. Wer an dieser Stelle den Sparstift ansetzt, spart also nicht nur bei Projekten und Programmen, sondern auch am Fundament einer offenen Gesellschaft, die miteinander in Kontakt tritt. (Beifall bei den GRÜNEN.) Wenn wir heute über das Wiener Kulturbudget sprechen, dann sprechen wir auch über die Frage, wohin diese Stadt ihre öffentlichen Mittel lenkt - in demokratische Teilhabe und künstlerische Vielfalt oder in immer größere kommerzielle Leuchttürme. Ich wiederhole: Kultur ist eine demokratische Infrastruktur, kein verzichtbarer Luxusposten. Das ist mir total wichtig, deshalb werden Sie es heute ein paarmal hören. Wer da kürzt und umschichtet, entscheidet, wer in Zukunft noch eine Stimme hat und wer aus der Stadt hinausgedrängt wird. Da bin ich auch bei Ihnen oben auf der Zuschauergalerie. Das Amerlinghaus zuzusperren, ist eine Form, Menschen aus dieser Stadt hinauszudrängen und bestimmte Stimmen nicht zuzulassen. Das halte ich für eine Gefahr. Wir werden morgen Vormittag weiter darüber reden, weil es im anderen Ressort ist, aber ich finde es wichtig, das immer wieder anzumerken. Es braucht die Freiräume in dieser Stadt. (Beifall bei den GRÜNEN.) Die Stadtregierung argumentiert, es muss gespart werden, die Budgetlage sei angespannt. Das wissen wir, deshalb gibt es reale Kürzungen und Nulllohnrunden. Tatsächlich gibt es auch schon Kulturinstitutionen, die Leute entlassen müssen, weil Inflationsanpassungen nicht ausreichend da sind, um Löhne zu bezahlen. Das ist in verschiedenen Vereinen so, es ist in Institutionen so, und es ist auch im Amerlinghaus so, um das noch einmal zu sagen. Gleichzeitig brachten wir GRÜNE vorige Woche einen konkreten Vorschlag auf den Tisch, wie Mann oder Frau diese Einsprüche ausgleichen könnte. Jetzt werden Sie sich wundern, liebe ÖVP - ich spreche vom Kultureuro, also der Zweckwidmung von 1 EUR pro Nächtigung aus der Wiener Tourismusabgabe für die Kultur. Das könnte auf der Basis der Nächtigungszahlen von 2024 und 2025 rund 19 Millionen EUR oder sogar 20 Millionen EUR pro Jahr ins Kulturbudget fließen lassen. Das ist eine Größenordnung, die wir heuer heraussparen müssen, und deshalb macht es einen großen Sinn, da weiter darüber nachzudenken. Wien ist nämlich nicht nur eine Tourismus-, sondern auch eine Kulturhauptstadt Europas. Viele Gäste kommen genau deshalb, weil es so ein vielfältiges Kulturprogramm gibt, und dann könnte mit der Tourismusabgabe dieses Geld wieder zurück in die kulturelle Infrastruktur fließen. Diese Idee haben Sie, liebe Frau Stadträtin, auch schon öffentlich vorgestellt, danke dafür. Unser Antrag dazu, den vergangene Woche mein Kollege Hans Arsenovic vorgestellt hat, wurde leider von der Mehrheit im Haus abgelehnt. Aber wir haben noch Hoffnung, dass gute Ideen sich langfristig doch durchsetzen lassen, und wir werden jede Entwicklung in diese Richtung unterstützen. (Beifall bei den GRÜNEN.) Während wir also darüber diskutieren, ob es sich die Stadt noch leisten kann, Arbeitsstipendien zu erhalten, Mehrjahresförderungen zu sichern oder Initiativen wie Hunger auf Kunst und Kultur oder Superar auch inflationsangepasst zu unterstützen, werden gleichzeitig hunderte Millionen Euro in Großprojekte wie die CTS EVENTIM-Halle in Neu Marx gesteckt. (GR Thomas Weber: Aber nicht von der Stadt! Nicht von der Stadt!) Wenn gerade jene Projekte, die Menschen mit wenig Ressourcen Zugang zur Kultur ermöglichen, nicht einmal wertangepasst gefördert werden können, widerspricht das dem Anspruch einer sozialgerechten Kulturpolitik. (Beifall bei den GRÜNEN.) Nach den vorliegenden Unterlagen und nach unserem Gemeinderatsbeschluss aus dem Frühjahr - wir haben dagegen gestimmt - trägt die Stadt bis zu 215 Millionen EUR für Bau- und Umfeldgestaltung dieser Eventhalle in Neu Marx, das entspricht etwa zwei Drittel dessen, was Wien in einem Jahr insgesamt für Kultur ausgibt. Das muss man sich schon auf der Zunge zergehen lassen, das muss man sich klarmachen. Für eine einzige stark kommerziell ausgerichtete Veranstaltungshalle steht auf einen Schlag fast so viel öffentliches Geld bereit wie für die gesamte Vielfalt von Theater, Musik, Literatur, Soziokultur, Off-Spaces und freien Initiativen in Wien in einem ganzen Jahr. Das ist eigentlich eine Absage an Wien als quirlige, innovative Kulturhauptstadt Europas, wie wir sie gerne alle bezeichnen. (Beifall bei den GRÜNEN.) Diese Prioritätensetzung verschiebt die kulturpolitische Balance massiv in Richtung kommerzielle Großevents. CTS EVENTIM ist ein internationaler Konzern mit Milliardenumsätzen, die Stadt übernimmt einen Großteil des Investitionsrisikos und die Gewinne aus Betrieb und Ticketverkauf bleiben in erster Linie bei dem Unternehmen. Das kann keine sinnvolle Kulturpolitik sein. Ich weiß, dass das Geld aus verschiedenen Budgets kommt, aber insgesamt ist das Budget ein großes, aus dem wir alle schöpfen müssen. Das ist keine Politik für eine lebendige, diverse Kulturszene, sondern eine Politik, die Kultur vor allem als wirtschaftlichen Faktor und als Marketinginstrument versteht. Das ist eine Absage an die kulturpolitische Tradition, die die SPÖ in dieser Stadt seit den 1920er-Jahren verfolgt hat. Kultur für alle, hat es früher geheißen. (Zwischenruf bei der SPÖ.) Ich hoffe, dass das weitergeht, allerdings muss man dann über die Finanzierungen nachdenken. Diese Schieflage hat längst andere Konsequenzen, das zeigt sich auch bei der angekündigten Schließung der Kammeroper. Statt in nachhaltige Nachwuchsförderung, Experimenttierräume und die Entwicklung junger KünstlerInnen zu investieren, fließen die Mittel für die VBW, für die Vereinigten Bühnen Wien, in Zukunft zunehmend in hochkommerzielle Musicals. In Wien werden Musicals, die in anderen europäischen Städten ohne öffentliche Zuschüsse laufen oder sogar hohe Renditen einbringen, hoch subventioniert. Wir haben das schon mehrmals kritisiert, wir kritisieren es immer wieder. Ich finde aber besonders, wenn dann die Kammeroper gleichzeitig zugesperrt wird, ist das eine Katastrophe. (Beifall bei den GRÜNEN.) Mit der Aufgabe der Kammeroper ab Herbst 2026 sendet die Stadt ein fatales Signal. Risikobereite, kleine Formate und Ausbildungsstufen werden zurückgefahren, während großformatige Blockbuster wieder abgesichert werden. Das können Sie nicht ernsthaft wollen, liebe Kolleginnen und Kollegen der SPÖ, das mag kurzfristig glamourös wirken, wenn man große Produktionen hat, es ist aber kulturpolitisch sehr kurzsichtig, weil es der nächsten Generation von Künstlerinnen und Künstlern Perspektiven und auch Bühnen nimmt. Das können wir alle nicht wollen. Wir werden in der Gemeinderatssitzung am 18. Dezember noch weiter darüber reden. (Beifall bei den GRÜNEN.) Dann zu den Arbeitsstipendien - weil Sie das auch gesagt haben, Herr Weber, da habe ich ein bisschen eine andere Einschätzung. Arbeitsstipendien sind ein zentrales Instrument, um freie Künstlerinnen und Künstlern ein Jahr lang ein planbares Einkommen, Zeit für konzentrierte Arbeit und vor allem sozialversicherte Tätigkeiten zu ermöglichen. Das ist ein klassisches Win-Win für Stadt und Kunst. Just dieses Instrument wird nun geschwächt. Statt bisher 84 gibt es ab 2026 nur noch 48 Arbeitsstipendien. Das finde ich einen gefinkelten Zahlendreher, man merkt am Anfang gar nicht, dass es ja nur noch die Hälfte der Stipendien sind. (Zwischenruf bei den NEOS.) - Natürlich haben wir einstimmig gestimmt, sollen wir dagegen stimmen? - Das würde dann heißen, dass wir gegen alle Arbeitsstipendien sind. (StR Peter Kraus, MSc: Dann müssten wir für jede Kürzung sein, das ist absurd.) Was sollen wir denn aus der Opposition heraus machen? - Es könnte einen Abänderungsantrag geben, dem Sie aber auch nicht zustimmen würden, also haben wir mitgestimmt, weil wir dafür sind, dass Menschen Arbeitsstipendien bekommen. In einer Zeit, in der die soziale Schieflage freischaffender KünstlerInnen extrem angespannt ist und zusätzlich Verschärfungen im Sozialsystem drohen, ist das eine schwierige Ansage. Ich sage nur: Stichwort AMS- Zuverdienstgrenzen. Das Verbot des Zuverdienstes zum Arbeitslosengeld gefährdet in der Kulturszene Existenzen, und das wissen Sie. Es hält Menschen vom Arbeitsmarkt fern. Warum? - Weil es nicht mehr möglich sein wird, einen Drehtag, eine Lesung oder einen Auftritt als Stand-in in einer Band zu übernehmen, ohne das Arbeitslosengeld für den ganzen Monat zu verlieren. Das destabilisiert Erwerbsbiografien, und das trifft am härtesten jene, die ohnehin keine stabilen Ressourcen haben. Im Übrigen sind das nicht nur Künstlerinnen und Künstler, aber besonders auch diese. Es sind auch viele andere Leute, die Hop-on-, Hop-off-Jobs haben. (Beifall bei den GRÜNEN.) Die Stadt verkauft die Reduktion der Arbeitsstipendien als mehr Flexibilität in den Richtlinien. Tatsächlich ist es eine konkrete Kürzung auf dem Rücken derer, die ohnehin nur von Projekt zu Projekt leben - und nicht weniger. So, das haben wir jetzt gesagt. Aber jetzt kommt noch eine problematische Sache. Sie kennen sie auch, und Sie haben es im Moment noch übergangen. Das ist die neue Praxis, Förderungen nur mehr für ein Jahr anzuerkennen, selbst bei Häusern und Institutionen, die tatsächlich über mehrere Jahre planen und langfristige Verträge abschließen müssen. Theater- und Produktionshäuser und auch Vereine müssen ihre Spielzeiten über ein Kalenderjahr hinaus planen und strukturieren können. Die brauchen diese Planungssicherheit, um künstlerische Risiken einzugehen, so nennt man das, aber einfach auch, um ihre Verträge einhalten zu können. Wenn aber Mehrjahresverträge faktisch auf Eis gelegt werden, bereits zugesagte Förderungen nur noch ein Jahr lang bestätigt werden, dann verlangt die Stadt de facto, das Risiko bei Finanzierungsausfall auf die Vorstände beziehungsweise Geschäftsführungen der Einrichtungen zu verlegen. Wer unter diesen Bedingungen einen Vertrag unterschreibt, muss im schlimmsten Fall mit privater Haftung rechnen. Gerade für kleine Vereine kann das existenzgefährdend sein. Es ist absurd, weil es auch für große Theater eine wirkliche Herausforderung darstellt und juridisch nicht haltbar ist. Die müssen sich ins Kriminal begeben, damit sie ihr Programm machen können. Das halte ich wirklich für einen dramatischen Zugang in der Stadt. (Beifall bei den GRÜNEN.) Und noch einmal: Gleichzeitig wird für eine Eventhalle in Neu Marx auf einen Schlag ein Vielfaches von dem aufgebracht, was in hunderten kleineren Projekten dauerhaft Strukturen sichern könnte. So trocknet man die freie Szene aus. Ich glaube nicht einmal, dass es aus bösem Willen getan wird, sondern weil man im Budget immer wieder dieselben Sparlogiken anwendet und gleichzeitig die größeren kommerziellen Projekte schont. Eine Demokratie stärkende Kulturpolitik würde genau umgekehrt vorgehen. Sie würde erstens den Kultureuro rasch umsetzen und sich zusätzlich etwa 20 Millionen EUR zweckwidmen lassen, um aktuelle Kürzungen zurücknehmen zu können und damit die Szene zu stabilisieren. Sie würden zweitens Großprojekte wie die EVENTIM-Halle kritisch hinterfragen und zumindest sicherstellen, dass deren Finanzierung nicht zu Lasten von Vielfalt, Nachwuchs und Risikobereitschaft geht. Ich weiß, dass ich schon am Ende der Redezeit bin, aber ich werde ein bisschen länger brauchen. Wir haben noch acht Minuten zusätzlich. Sie würde drittens Institutionen wie die Kammeroper und andere Ausbildungs- und Experimentierorte als strategische Investition in die künstlerische Zukunft dieser Stadt behandeln und nicht als verzichtbare Nebenschauplätze. Viertens würde sie sich darum kümmern, dass Fair-Pay-Bezahlung endlich auch im Kulturbereich flächendeckend möglich ist. Damit das möglich ist, braucht es dringend eine echte Fair-Pay-Strategie, die selbst im Sparmodus der Stadt funktionieren kann, das heißt mehr soziale Absicherung bringt, statt Prekarität zu vertiefen. Wer unter den aktuellen Sparbedingungen einfach "weiter so" sagt, nimmt billigend in Kauf, dass Kulturarbeiter noch immer schlechtergestellt werden. Deshalb haben wir einen Antrag eingebracht, "Fair Pay trotz Sparprogramm", der vorhat, das Kulturbudget so zu adaptieren, dass trotz Sparvorgaben die Fair-Pay-Standards der IG-Honorarkataloge erreicht werden können. Das heißt konkret, bitte kümmern Sie sich darum, dass die Fair-Pay-Strategie unter den Sparbedingungen mehrere Hebel kombiniert. Erstens eine Mittelumschichtung von hochsubventionierten kommerziellen Produktionen zu arbeitsintensiven Projekten, Priorisierung von Personalkosten in den Förderentscheidungen, kriterienbasierte Vorgaben für Mindesthonorare und mehrjährige Vereinbarungen, damit soziale Absicherungen und Planungssicherheit möglich werden. Fair Pay ist in unserem Verständnis kein Nice-to- have, das man bei Budgetknappheit einfach streicht, sondern ein demografisches Muss. Eine Stadt, die Kulturarbeit systematisch unterbezahlt, unterläuft ihren eigenen Anspruch auf ein sozial gerechtes Wien der Zukunft und verengt den Kreis derer, die sich Kunst überhaupt noch leisten können, nicht nur als KonsumentInnen, sondern auch als ProduzentInnen. Schließlich als fünften und vorletzten Punkt in meiner Liste: Eine demokratische Kulturpolitik braucht natürlich auch Transparenz, besonders bei Großprojekten wie dem Johann-Strauss-Jubiläumsjahr. Seit 2022 sind 23 Millionen EUR in eine eigens gegründete GesmbH geflossen. Das sind großartig viele Produktionen und 250 Spieltage gewesen, ein gigantisches Projekt. Aber wer solche Summen verwendet, muss auch lückenlos offenlegen, welche Veranstaltungen wie besucht worden sind, welche Kooperationen sinnvoll waren, wie die versprochene touristische Wertschöpfung tatsächlich ausgesehen hat und wo die Gelder hingeflossen sind. Genau darum geht es in unserem Antrag zur konkreten Evaluierung des Johann-Strauss-Jahres. Ich bitte auch den zu unterstützen. Nur wenn nachvollziehbar ist, wofür die Stadt Geld ausgibt, kann die Kulturpolitik auch demokratiestärkende Wirkung entfalten. Auch das haben wir schon öfters gesagt. Damit komme ich zum Schluss. Gute Kulturpolitik kann die Demokratie stärken, wenn sie Räume schützt, in denen viele unterschiedliche Stimmen zu Wort kommen, und nicht nur jene, die große Ticketumsätze versprechen. Ein Kulturbudget, das auf Sparen ohne Gesamtkonzept setzt, ein Kulturbudget, das die Austrocknung der freien Szene zulässt und das einseitige Förderungen kommerzieller Großprojekte unterstützt, schwächt diese demokratischen Räume. Ein Kulturbudget, das den Kultureuro nutzt, Fair Pay ernst nimmt und Mittel vom Beton großer Arenen hin zu lebendigen dezentralen Strukturen umschichtet, stärkt solche demokratischen Räume. Darum geht es uns GRÜNEN: um eine Kulturpolitik, die demokratische Teilhabe und Diskussionsräume öffnet und künstlerische Vielfalt stärkt und natürlich transparent agiert. Um nichts weniger muss es auch in dieser Budgetdebatte gehen. - Herzlichen Dank. (Beifall bei den GRÜNEN.) Vorsitzende GRin Dr. Jennifer Kickert: Die tatsächliche Redezeit war 18 Minuten. Als Nächster zu Wort gemeldet ist GR Brucker, die selbst gewählte Redezeit ist sieben Minuten. - Bitte, Sie sind am Wort. GR Lukas Brucker, MA (FPÖ): Sehr geehrte Frau Vorsitzende, sehr geehrte Frau Stadträtin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Kurz möchte ich auf den Kollegen Weber zurückkommen. Sein flammender Appell gegen die Offenlegung von abgelehnten Fördernehmern war ein flammender Appell gegen Transparenz. Ich kann mir eigentlich gar nicht vorstellen, dass Sie sich das selbst glauben, was Sie da gesagt haben. Es ist dermaßen absurd. (Zwischenruf bei den NEOS.) Sie sind gegen Transparenz im Kulturbereich sowie gegen Transparenz in allen anderen Dingen. Das zeigt einmal mehr, Sie von den NEOS haben sich längst selbst aufgegeben. Es ist nur mehr ein peinliches Schauspiel, was Sie hier abliefern. (Beifall bei der FPÖ.) Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, die heutige Debatte über das Wiener Kulturbudget ist vor allem eine Debatte über Prioritäten in Zeiten des Sparens. Dank der desaströsen Finanzpolitik der SPÖ der letzten Jahre unter tatkräftiger Mithilfe der NEOS muss man sparen. Es ist ja immer nur die Frage entscheidend: Wo wird gespart? Wo sind die Prioritäten? - Es gibt keine ausgewogene Sparpolitik, nein es gibt eine rot-pinke Schwerpunktsetzung, die mit Fairness wenig zu tun hat, keine objektive Kulturpolitik, sondern eine linkspolitische Agenda, und diese lehnen wir entschieden ab. (Beifall bei der FPÖ.) Es wird immer wieder der Sparzwang hervorgehoben und betont, dass man unbedingt sparen muss, aber gleichzeitig gibt es Projekte, die unter einem politischen Artenschutz stehen. Diese Ungleichbehandlung ist der Kern unserer Kritik. Schauen wir uns einmal an, wo Sie den Sparstift ansetzen. Das Sommernachtskonzert der Wiener Philharmoniker im Schlosspark Schönbrunn - Frau Stadträtin, ich kann Ihnen diese Kritik auch nicht ersparen, Sie haben da eine absolute falsche Schwerpunktsetzung, indem Sie da die Förderungen einstellen. Dieses Konzert zählt zu den bedeutendsten kulturellen Aushängeschildern Wiens. Jährlich verfolgen Millionen Menschen weltweit die Übertragung des Konzertes, die Bilder gehen um die ganze Welt und sind eine unbezahlbare, internationale Werbewirkung. Gleichzeitig ist das Sommernachtskonzert auch ein kostenloses Kulturerlebnis für die Wiener Bevölkerung - niederschwellig, offen, verbindend, eigentlich genau jene Art von Kultur, die man stärken sollte. Bislang hat die Stadt Wien 250 000 EUR für dieses Event zur Verfügung gestellt, ein Betrag, der angesichts dieser weltweiten Strahlkraft nicht nur gerechtfertigt, sondern eigentlich überschaubar ist. Jetzt wird diese Unterstützung zur Gänze gestrichen, und das ist aus unserer Sicht kulturpolitisch nicht nachvollziehbar. Die Frau Stadträtin hat gesagt, es ist zwar schmerzhaft, dass man da kürzen muss und streichen musste, aber die Wiener Philharmoniker haben andere Möglichkeiten, das Event ist sowieso gesichert, und es wird sowieso stattfinden. Der Vorstand der Wiener Philharmoniker hat dem widersprochen und gesagt, dass das Event nicht gesichert ist. Ich hoffe, Sie können uns jetzt eine Garantie abgeben, dass es in der Form stattfindet, wie es auch bisher stattgefunden hat. Also ich bin schon gespannt. Ich sage einmal, das ist alles nicht nachvollziehbar, was passiert. Während man solche Leuchtturmprojekte einstellt oder nicht mehr fördert, fließen gleichzeitig Millionenbeträge in andere Projekte und auch in Projekte, die einen sehr fragwürdigen kulturellen Mehrwert haben, beispielsweise 25 000 EUR für die FreundInnen des pornographischen Films. Diese Schieflage ist offensichtlich, sehr geehrte Damen und Herren, und da machen wir nicht mit. (Beifall bei der FPÖ.) Wo setzen Sie noch den Sparstift an? - Beispielsweise beim Altstadterhaltungsfonds. Dieser Fonds ist kein Luxusprojekt, sondern ein zentrales Instrument zum Schutz der historischen Bausubstanz Wiens und damit ein wesentlicher Teil unserer kulturellen Identität. Kurz die Summen: 2006 wurde dieser Fonds mit 8,7 Millionen EUR gespeist, 2024 waren es 2,6 Millionen EUR, jetzt null. Das bedeutet, Sie sparen an der Substanz dieser Stadt. Es wird mehr Schandflecken statt gepflegter Alltagskultur geben, und dafür tragen Sie mit diesem Budget die Verantwortung. (Beifall bei der FPÖ.) Wo wird noch gespart? - Heute via "Krone Online" plötzlich zu Mittag stillheimlich aufgetaucht, wahrscheinlich hat man versucht, es jetzt mit dieser Debatte ein bisschen unter den Teppich zu kehren, es wird bei den Sehenswürdigkeiten der Stadt Wien gespart. Schuberts Sterbewohnung wird mit nächstem Jahr zugesperrt, und das vor dem Schubert-Jahr 2028. Auch die Johann-Strauss-Wohnung und das Haydn-Haus werden dichtgemacht. Das ist auch kein Renommee für die Tourismus- und Kulturhauptstadt, sehr geehrte Damen und Herren. (Beifall bei der FPÖ.) Wo wird nicht gespart? - Nicht gespart wird beispielsweise bei den Wiener Volkshochschulen. Diese Volkshochschulen, wir wissen es alle, befinden sich de facto im Eigentum der Wiener SPÖ, und da geht es eindeutig nicht um zu wenig Geld, nein, hier geht es um zu viel Geld und um nachgewiesene Missstände. Der Stadtrechnungshof hat schon vor Jahren massive Probleme aufgezeigt und die Misswirtschaft und die Steuergeldverschwendung bei den Volkshochschulen festgestellt. Die Volkshochschulen sind ein rotes Fass ohne Boden. Trotz jährlich steigender Millionenzuschüsse aus der Stadtkasse stecken die VHS nach wie vor im strukturellen Chaos, in wirtschaftlicher Schieflage und im Missmanagement. Genau hier gäbe es die Möglichkeit zu sparen. Durch die Einbehaltsklausel könnte man im ersten Jahr 2,5 Prozent und im zweiten Jahr 5 Prozent der Fördersumme einbehalten und einige Millionen einsparen. Davon habe ich bis jetzt noch nichts gehört. Also bitte, Frau Stadträtin, wenn Sie heute sagen, dass das stattfindet, okay, gut, aber bitte tun Sie es auch, und dann sagen Sie auch, was Sache ist. Alles andere wäre eine Schonung statt finanzieller Verantwortung. Wo wird auch nicht gespart? - Bei den Wiener Festwochen. Ich habe schon öfters hier meine Kritik angebracht, auch im nächsten Jahr 13,5 Millionen EUR an öffentlichen Mitteln. Damit zählen sie zu den teuersten Kulturprojekten dieser Stadt. Überall wird gespart, aber nicht bei den Wiener Festwochen. Das ist nicht nachvollziehbar, weil doch die Kritik laut ist und wir das immer wieder äußern, dass es sich bei den Wiener Festwochen eigentlich hauptsächlich um ein Festival politischer Agitation handelt. Es gibt zahlreiche Kritik daran, auch am Intendanten der Wiener Festwochen, Milo Rau, der sich in einem Brief auf einer Onlineplattform der Festwochen auch antisemitisch geäußert hat und trotzdem immer den Schutz der Stadträtin und der Stadt Wien genießt. Es gibt sehr deutliche Kritik des ehemaligen Staatsoperndirektors Ioan Holender, der davon gesprochen hat, dass es sich bei Milo Rau um einen Intendanten auf Abwegen handelt und vor einem Vertrauensverlust in die öffentliche Kulturförderung warnt. Die Frau Stadträtin hat zur Kritik von Herrn Holender ein bisschen despektierlich gesagt, na ja, sie ist froh, dass dieser alte Mann noch lebt. Also das ist schon relativ respektlos. Ansonsten gibt es eigentlich immer nur Schweigen zu diesen Zuständen. Und ich sage einmal, das geht nicht, so darf es nicht sein. Es darf keine politische Einseitigkeit geben, die hier toleriert wird. Nein, es muss bei den Festwochen endlich auch Konsequenzen geben, sehr geehrte Damen und Herren. (Beifall bei der FPÖ.) Das Problem des Wiener Kulturbudgets ist nicht die Höhe der Mittel, sondern die Verteilung und die Priorisierung. Sie ziehen sich vom Sommernachtskonzert der Wiener Philharmoniker zurück, Sie sparen beim Altstadterhalt, Sie schauen bei den Missständen der Wiener Volkshochschulen weg, und Sie schonen ideologisch aufgeladene Prestigeprojekte. Das ist keine verantwortungsvolle Kulturpolitik, sondern eine falsche Schwerpunktsetzung in schwierigen budgetären Zeiten. Wir Freiheitliche sagen klar: Sparen erfordert Mut zur Konsequenz, nicht politisches Wegschauen. Wien braucht eine Kulturpolitik mit Maß, Fairness und Verantwortung gegenüber den Steuerzahlern. Diese wird nicht gemacht, und deshalb lehnen wir dieses rot-pinke Kulturbudget entschieden ab. (Beifall bei der FPÖ.) Vorsitzende GRin Dr. Jennifer Kickert: Tatsächliche Redezeit war neun Minuten. Als Nächste zu Wort gemeldet ist GRin Samel. Sie hat sich zehn Minuten vorgenommen, die ich jetzt einstelle. - Sie sind am Wort. GRin Mag. Dr. Ewa Samel (SPÖ): Herzlichen Dank. - Sehr geehrte Frau Stadträtin, sehr geehrte Frau Vorsitzende, sehr geehrte Zuseherinnen und Zuseher via Livestream! Bevor ich mit meiner Rede beginne, möchte ich noch darauf aufmerksam machen, dass für das Amerlinghaus seit 1976 die MA 13, also das Bildungsressort zuständig ist, und nicht die Kulturabteilung, also die MA 7. Die Förderung, die über die Kulturabteilung abgewickelt wird, nämlich der Verein Exilliteratur, wird natürlich auch weiterhin gefördert und die Förderung bleibt natürlich auch 2026 weiterhin erhalten. Ich möchte aber natürlich auch auf das Budget eingehen. Das Wiener Budget 2026 ist definitiv ein Balanceakt, das haben wir auch schon mehrere Male gehört. Es ist ein Budget, das spart, aber natürlich mit Augenmaß, ein Budget, das konsolidiert, aber mit sozialer Haltung, ein Budget, das Stabilität sichert und gleichzeitig auch die Zukunft ermöglicht. Wien zeigt damit, dass wir mit Verantwortung konsolidieren. Trotz herausfordernder wirtschaftlicher Rahmenbedingungen werden zentrale Leistungen fortgeführt und auch gezielt Zukunftsinvestitionen getätigt. Die Stadt Wien hat frühzeitig mit der Sanierung begonnen und setzt diesen Kurs natürlich auch konsequent fort. Genau in diesem Spannungsfeld bewegen wir uns heute auch in dieser Geschäftsgruppe der Kultur und Wissenschaft. Die Geschäftsgruppe steht für Vielfalt, sie steht für Qualität, sie steht für den niederschwelligen Zugang zu Kunst und Kultur für alle Wienerinnen und Wiener. Das bleibt auch im Jahr 2026 unser ganz klarer kulturpolitischer Auftrag. Das Kulturbudget 2025 enthielt einmalige Projektkosten, die im kommenden Jahr nicht mehr anfallen. Diese auslaufenden Sonderprojekte ermöglichen nun spürbare Einsparungen, die zur Budgetkonsolidierung beitragen, ohne aber das laufende kulturelle Angebot zu gefährden. Die Förderungen können 2026 überwiegend stabil gehalten werden. Anpassungen erfolgen zielgerichtet und verantwortungsvoll, vor allem aber bei starken Institutionen, die Einschnitte tragen können, ohne ihr Angebot grundlegend verändern zu müssen. Grundlage dafür sind unsere kulturpolitischen Schwerpunkte, die wir uns selbst gesetzt haben und natürlich auch die Kulturstrategie 2030, die gemeinsam erarbeitet wurde. Noch ein Blick auf die Zahlen, die sehr deutlich zeigen, 2018 lag das Kulturbudget bei rund 223 Millionen EUR, 2026 liegen wir bei über 322 Millionen EUR und das ohne die Volkshochschulen, die ja erst in dieser Legislaturperiode zum Kulturressort dazugekommen sind. Das bedeutet ein Plus von 44,1 Prozent, inflationsbereinigt sind das immerhin noch plus 11 Prozent. Dass wir heute auf diesem Niveau stehen, ist kein Zufall. Es ist das Ergebnis konsequenter kulturpolitischer Arbeit der vergangenen acht Jahre. An dieser Stelle möchte ich mich auch ganz herzlich bei unserer Kulturstadträtin bedanken. - Liebe Veronica, dank deines unermüdlichen Einsatzes in den letzten Jahren unter deiner Leitung ist das Kulturbudget nicht nur gewachsen, sondern wurde auch krisenresilienter gemacht und dafür ein ganz, ganz großer Dank. (Beifall bei der SPÖ.) Ja, wir müssen leider auch in unserer Geschäftsgruppe sparen. Im Jahr 2026 wird es rund 27 Millionen EUR weniger für die Kultur geben, konkret reden wir da von einem Minus von 7,6 Prozent. Das schmerzt natürlich, aber ich glaube, es ist gelungen, diese Konsolidierung im Dialog umzusetzen, gemeinsam mit KulturpartnerInnen, KünstlerInnen, aber auch mit den Interessensvertretungen. Gemeinsam wurden daher Lösungen entwickelt, die die Vielfalt und Strahlkraft Wiens als Kulturstadt weiterhin sichern. Wo wird nun also konkret gespart? - Ein wesentlicher Erfolg ist, wie schon vorher erwähnt, dass die Konsolidierung nun vor allem über auslaufende Sonderprojekte erfolgt und nicht über pauschale Kürzungen quer durch alle Bereiche. Ein zentrales Bespiel ist, wie bereits erwähnt, das Johann-Strauss-Festjahr. Dieses war 2025 mit einem Fördervolumen von 9,5 Millionen EUR budgetiert und mit dem Ende des Festjahres endet auch die Förderung. Auch für die Entwicklung des Zentrums für Kinderkultur wurden im Jahr 2025 einmalig 9,5 Millionen EUR zur Verfügung gestellt. (Zwischenrufe.) Ja, ich komme auch noch zu weiteren. Ein weiterer Konsolidierungsbeitrag ist auch in den stadteigenen Betrieben, bei den Vereinigten Bühnen Wien in der Höhe von 5 Millionen EUR und so weiter und so fort. Also da gibt es viel zu berichten. Was natürlich auch schmerzt, die Arbeitsstipendien, die während der Pandemie als Unterstützungsmaßnahme geschaffen wurden, werden von 84 auf 48 reduziert. Gleichzeitig bietet diese Kürzung aber natürlich auch mehr Flexibilität für die MA 7. Die 48 Stipendien können künftig spartenübergreifend nach Qualität und auch nach Antragslage vergeben werden. Fixe Kontingente entfallen in diesem Bezug. Was besonders freut, ist, dass im Wien Museum die Dauerausstellung weiterhin bei freiem Eintritt möglich sein wird, aber auch das Wien Museum leistet einen Beitrag zur Budgetkonsolidierung, vor dem Hintergrund einer äußert erfolgreichen Entwicklung. Seit der Wiedereröffnung am Karlsplatz wurden bereits über 1,2 Millionen Besucherinnen und Besucher verzeichnet. Das Wien Museum bleibt somit ein Leuchtturm für Zugänglichkeit und Qualität, auf das wir wirklich stolz sind und das auch international große Aufmerksamkeit findet. (Beifall bei der SPÖ.) Was ich noch hervorheben möchte, ist, dass in den vergangenen Jahren die Stadt Wien gezielt in bessere Strukturen für KünstlerInnen investiert hat. Das ist ganz, ganz wichtig und an diesen Strukturen halten wir auch fest. Besonders geschützt werden jene Bereiche, in denen viele Menschen unter prekären Bedingungen arbeiten, wie die freie Szene, die Kulturinitiative in den Grätzeln, aber auch die Kulturankerzentren, die leistbare Arbeits-, Proben- und Aufführungsräume sichern. Was besonders beachtlich ist, in Wien finden pro Tag durchschnittlich 30 von der Stadt geförderte, frei zugängliche Kulturveranstaltungen statt. Ich glaube, das ist ein wirklich sehr, sehr toller Wert. Das ist auch kein Zufall, sondern ein klares kulturpolitisches Bekenntnis: Kultur darf kein Luxus sein. (Beifall bei der SPÖ.) Unser Ziel bleibt daher weiterhin, freie und leistbare Kulturangebote zu ermöglichen, unabhängig vom sozioökonomischen Hintergrund. Um diese Schwerpunkte aber auch abzusichern, gibt es daher keine pauschalen prozentuellen Kürzungen über alle Institutionen und Sparten. Einsparungen erfolgen dort, wo tragfähige Strukturen und zusätzliche Einnahmemöglichkeiten vorhanden sind oder sich Angebote überschneiden. Im Musikbereich, das wurde auch schon erwähnt, betrifft das etwa den Entfall der städtischen Förderung von 250 000 EUR für das Sommernachtskonzert der Wiener Philharmoniker. Gleichzeitig muss man aber erwähnen, dass das Prater-Picknick mit den Wiener Symphonikern als frei zugängliches Konzert für alle Wienerinnen und Wiener erhalten bleibt, ebenso natürlich auch niederschwellige Formate wie der Kultursommer. Parallel zu den Ausgabenanpassungen arbeitet die Stadt Wien natürlich auch an der Einnahmenseite. Diesbezüglich wird ein zweckgebundener Kultureuro angedacht, um die Kulturlandschaft langfristig breiter und auch stabil abzusichern. Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich möchte aber auch noch auf den Wissenschaftsbereich eingehen, weil es sehr, sehr wichtig ist, diesen auch zu thematisieren. Wien ist heute einer der bedeutendsten Wissenschaftsstandorte Europas. Renommierte Universitäten, außeruniversitäre Einrichtungen und internationale ForscherInnen prägen unsere Stadt. Dieses Ökosystem entsteht nicht von selbst, es braucht verlässliche Rahmenbedingungen, die geschaffen werden, langfristiges Denken und eine Politik, die Wissenschaft auch als gesellschaftlichen Auftrag versteht. Investitionen in die Wissenschaft sind auch Investitionen in die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt. Gerade in den letzten Jahren haben wir gezeigt, wie wichtig eine starke Wissenschaft ist, zum Beispiel in der Pandemie, im Kampf gegen den Klimawandel, bei der digitalen Transformation, aber natürlich auch im Umgang mit Desinformation. Wissenschaft liefert natürlich auch immer wieder keine einfachen Antworten, aber sie schafft Fakten, was wichtig ist, sie schafft Vertrauen, und sie schafft Handlungssicherheit. Auch im Wissenschaftsbereich leistet Wien einen Beitrag zur Budgetkonsolidierung, aber bewusst ohne Substanzverlust. Beim WWTF zum Beispiel werden die bestehenden vertraglichen Anpassungsklauseln genutzt. Konkret bedeutet das eine Reduktion von 2,5 Prozent. Diese Maßnahme ist aber verantwortungsvoll gewählt, weil sie laufende und geplante zukunftsweisende Projekte nicht gefährdet. Der WWTF bleibt damit ein wesentlicher, zentraler Motor des Wiener Wissenschaftssystems. Er stärkt Exzellenz, bringt relevante PartnerInnen zusammen, was ganz, ganz wichtig ist, und ermöglicht neue, auch interdisziplinäre Kooperationen. Ein weiteres, besonders starkes Signal setzt Wien auch mit dem Ludwig Boltzmann Institut für Wissenschaftsvermittlung und Pandemievorsorge, das bereits seine Arbeit aufgenommen hat. Das Institut steht für eine Wissenschaft, die nicht im Elfenbeinturm passiert, sondern verständlich, zugänglich und auch dialogorientiert ist. Die Stadt Wien unterstützt dieses Projekt, weil gut erklärte Wissenschaft eines unserer wichtigsten Werkzeuge ist, um gesellschaftliche Resilienz aufzubauen und um auf künftige Krisen vorbereitet zu sein. Es gibt in diesem Bereich noch ganz, ganz viele weitere Punkte, wie auch zum Beispiel das Institut für den Digitalen Humanismus und so weiter. Wichtig ist zu sagen, dass trotz der notwendigen Budgetkonsolidierung die Förderungen im Wissenschaftsbereich für über 80 Prozent der FördernehmerInnen gleich bleiben. In einzelnen Schwerpunkten, etwa im Bereich Digitaler Humanismus oder auch beim Ludwig Boltzmann Institut werden sogar gezielt Investitionen getätigt. Das zeigt klar, ja, wir sparen, aber wir sparen mit Maß, wir sparen mit Verantwortung und mit einem Blick auf die Zukunft. (Beifall bei der SPÖ.) Meine sehr geehrten Damen und Herren, abschließend lässt sich noch einmal sagen: Einschnitte erfolgen im Kulturbereich vor allem dort, wo große Institutionen die Kraft haben, sie zu tragen. Wir konsolidieren mit Achtsamkeit, und wir konsolidieren mit Sorgfalt. Wir sichern Vielfalt, schützen den Zugang und stärken jene, die das kulturelle Leben Wiens täglich tragen. Wien bleibt stabil und gut positioniert. Dieses Budget sendet trotz notwendiger Einsparungen ein klares Signal für Kultur, Wissenschaft und auch für die Zukunft. In diesem Sinne ersuche ich Sie um Zustimmung. - Herzlichen Dank. (Beifall bei der SPÖ.) Vorsitzende GRin Dr. Jennifer Kickert: Tatsächliche Redezeit war elf Minuten. Als Nächster zu Wort gemeldet ist GR Gorlitzer, selbst gewählte Redezeit und gleichzeitig auch Restredezeit der Fraktion, zwölf Minuten. - Bitte. GR Dr. Michael Gorlitzer, MBA (ÖVP): Sehr geehrte Frau Vorsitzende, sehr geehrte Frau Stadträtin, meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir reden heute über die Geschäftsgruppe Kultur und - lange Pause! - Wissenschaft. (Heiterkeit.) Ja, es gibt auch Wissenschaftler in dieser Stadt. Mir ist nur aufgefallen, in der einstündigen Rede der Finanzstadträtin ist das Wort "Wissenschaft" kein einziges Mal genannt worden. (Beifall. - Zwischenrufe.) Von den 322 Millionen EUR Kulturbudget stehen nicht einmal 7 Prozent für das Wissenschaftsthema zur Verfügung und in dem Voranschlag gibt es eine einzige konkrete Maßnahme im Bereich der Wissenschaft. Sie betrifft den Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds, und der wird um 2,5 Prozent gekürzt. - Na, das ist ein gutes Zeichen. Ich sage Ihnen, wie das bei den anderen Städten ausschaut. München zum Beispiel investiert seit Jahren gezielt in Forschung, Exzellenzcluster und Technologietransfer, auch in wirtschaftlich sehr angespannten Zeiten. Zürich verbindet seine Stadtentwicklung ganz intensiv mit Universitäten und Forschungseinrichtungen, und da steht das Credo, jeder Euro in Wissenschaft kommt mehrfach zurück, sei es in Innovation, in Wertschöpfung oder internationaler Sichtbarkeit. Kopenhagen ist heute schon oft genannt worden - das ist übrigens die lebenswerteste Stadt derzeit in Europa und auf der Welt -, hat eine urbane Zukunftsstrategie. Wer einmal in Kopenhagen war, das ist sehr spannend, die haben wirklich eine Region mit ganz vielen Start-up-Companies und Forschungseinrichtungen, die auch mit ganz klaren Budgets, klaren Zielen und klaren Verantwortungen gestützt werden. Eine Stadt, die bisher nicht im Fokus stand ist Lissabon, die seit einigen Jahren Wissenschaft als Motor der Erneuerung der Stadt erkannt hat. Sie investieren dort gezielt in internationale Forschungszentren, junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die aus ganz Europa anreisen. Und was macht jetzt Wien? - Wien kürzt den zentralen Forschungsfonds und nennt diese Kürzung dann auch noch, ich zitiere, "Nutzung vertraglicher Anpassungsklauseln". (Heiterkeit.) Das versteht kein Mensch, aber es ist zumindest keine Zukunftsvision, vor allem nicht im Bereich der Wissenschaft. (Beifall bei der ÖVP.) Es ist auch besonders bezeichnend, man findet kein Wort zur Nachwuchsförderung, kein Wort zu internationalen Talenten, und man findet auch kein Wort, wie Wien im Wettbewerb mit anderen Städten da bestehen möchte. Sehr geehrte Frau Stadträtin, Wien konkurriert nicht mit sich selbst, sondern konkurriert im internationalen Kontext mit Städten wie München, Zürich oder Kopenhagen. Was diese Städte machen, sie bauen Wissenschaft aus und auf und Wien verwaltet den Bereich Wissenschaft eher nach unten. Besonders entlarvend ist der Umgang mit dem wissenschaftlichen Nachwuchs. Da gibt es den sogenannten Rahmenbetrag für Wissenschaft und Forschung, der um 23 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gekürzt wird, ein Minus von 440 000 EUR. Das bedeutet Kürzung von Stipendien, es besteht offenbar kein Bedarf an Doktoratsförderung, kein Wort zu jungen Forscherinnen und Forschern, die auf Grund fehlender Perspektiven die Stadt verlassen. Auf der anderen Seite werden statt Wissenschaftspolitik schöne Worte gesagt, viel über Vielfalt, über Szene, über Picknickdecken und über Festwochen geredet. Ein paar Zahlen: Zur Wissenschaftsförderung werden 22 Millionen EUR veranschlagt. Im Gegensatz dazu nicht gekürzt wird bei den Wiener Festwochen, wo hoffentlich nicht wieder Terroristen eingeladen werden, mit 13 Millionen EUR. Nicht gekürzt wird das Picknick im Prater mit dem Kultursommer mit 4 Millionen EUR. Und das Pratermuseum, das auch 4 Millionen EUR statt 1,8 Millionen EUR gekostet hat, sperrt allerdings, das ist ja ganz lieb, im Herbst wieder für ein halbes Jahr zu. Wenn man das zusammenrechnet, alleine diese drei Positionen ergeben schon fast das Gleiche wie die gesamte Wissenschaftsförderung der Stadt, und das ist eigentlich nicht akzeptabel. Wir als Wiener ÖVP stehen für mehr wissenschaftliche Exzellenz statt linker Agitation und Provokation. (Beifall bei der ÖVP.) Gehen wir noch einmal die Zahlen kurz durch: 2020 hatten wir eine Inflation von rund 20 Prozent, im Bereich der wissenschaftsbezogenen Förderungen gab es keine Valorisierung. Das bedeutet, dass das Budget in den Forschungsforderungen eigentlich real gekürzt wurde. Die Forschungseinrichtungen verlieren damit an Substanz und die wissenschaftliche Qualität sinkt damit. Auch bei den Museen, wir haben tolle Museen, auch das Wien Museum. Wir haben auch ein spannendes Museum, zum Beispiel das Jüdische Museum in Wien, das nicht nur einen gesetzlichen Auftrag zur Forschung hat, sondern auch einen moralischen Auftrag. Auch hier werden Forschungsförderungen nicht umgesetzt. Es endet damit, dass es befristete Verträge gibt, ein Projekthopping und ein Verlust von Expertise stattfindet. Ein Museum ist nicht nur ein Veranstaltungsbetrieb, ein Museum muss und soll auch ein Bereich der Forschung sein. (Beifall bei der ÖVP.) Dann haben wir zwei andere wichtige Archive und Bibliotheken, zum Beispiel das Stadt- und Landesarchiv oder die Wienbibliothek im Rathaus. Das sind tolle Institutionen, aber auch hier wird die notwendige Digitalisierung verschleppt. Es gibt dort zu wenig wissenschaftliches Personal, und es gibt dort auch fehlende Perspektiven für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Das heißt, die Stadt sabotiert selbst das Gedächtnis dieser hervorragenden Stadt. Auch die Wissenschaftsvermittlung ist eigentlich ein Lippenbekenntnis statt eine wirkliche Struktur. Das Programm der Wiener Vorlesungen oder auch andere wissenschaftliche Vermittlungsarbeiten in den Museen stehen vor allem unter Kurzfristigkeit statt Planungssicherheit, einer kurzfristigen Projektförderung statt einer langfristigen Struktur (Zwischenruf.) und meistens Ankündigungspolitik statt einer langfristigen Perspektive. Das heißt zusammenfassend, das vorliegende Budget hat keine eigene Wissenschaftslinie, keine Mehrjahresfinanzierung. Wer forschungsmäßig unterwegs war, weiß, bis man ein Projekt aufzieht, braucht es einmal ein halbes Jahr, und es endet nicht nach einem Jahr, und es gibt auch eine wirkliche Verzahnung zwischen Innovations- und Standortpolitik. Meine Damen und Herren, diese Stadt verwaltet sich im Bereich der Wissenschaft und Forschung selbst zu Tode. (Beifall bei der ÖVP.) Wir haben in einem Zehnpunkteprogramm hier einen Antrag vorgelegt, dass man Forschung und Wissenschaft mehr sichtbar machen sollte, über europäische und globale Communitys, eine Anregung stärkerer Forschungskooperationen mit Transferaktivitäten und Open-Access-Strategien, eine Investition in die Spitzenforschungsinfrastruktur und die Gründung interdisziplinärer Forschungszentren. Man kann ruhig auch einmal ein Benchmarking machen, zum Beispiel einen Vergleich von Publikationsvolumen und eine Zitierfähigkeit, eine verstärkte Subvention von Förder- und Karrieremöglichkeit. Was uns fehlt ist ein Mentoringprogramm für junge WissenschaftlerInnen und ForscherInnen und eine Talentbildung und Entwicklung. Weiters kann relativ einfach ein Dashboard für Publikationen, Kooperationen und Open-Access-Publikationen installiert werden und regelmäßige Strategiereviews mit Universitäten, Wirtschaftsorganisationen, Politik, Wissenschaft und Wirtschaft erstellt werden. Sie sagen, das ist wieder wahnsinnig viel, was die ÖVP da zusätzlich fordert. Nein, das kann man ganz leicht finanzieren, indem man - in meinem Antrag steht es auch - eine detaillierte Prüfung von Doppel- und Mehrfachförderungen vornimmt, einschließlich solcher, die von verschiedensten Ressorts stammen und auch von anderen städtischen Stellen kommen. Ich nehme einmal die Rosa Lila Villa her, die Förderungen aus drei verschiedenen Töpfen bekommt. Auf Basis dieser Evaluierung könnte man eine effizientere Mittelverwendung sicherstellen und eine bestmögliche Wirkung der finanziellen Mittel entfalten. (Beifall bei der ÖVP.) Des Weiteren fordern wir einen verpflichtenden Bericht über wirtschaftliche Kennzahlen der geförderten Einrichtungen, vor allem wenn es um Auslastungszahlen geht. Ich erinnere Sie an die Anti-Muttertagslesung mit zehn Vortragenden und 20 Besucherinnen um 20 000 EUR. Ich meine, das ist natürlich ein Schwachsinn. (Beifall bei der ÖVP.) Zuletzt noch, wir bringen auch einen Antrag zur Verkehrsflächenbenennung ein. Wir haben in allen Bezirken eine ganz lange Liste von historisch wertvollen Persönlichkeiten, die entscheidend zur Erinnerungskultur in Wien beitragen. Diese Lebenswege und Verdienste sichtbar zu machen, ist wichtig für unsere Stadt, und wir sind eigentlich dagegen, dass man Plätze, so wie jetzt im 22. Bezirk, mit Kunstfiguren oder mit Sachbezeichnungen wie zum Beispiel den Momo macht. Sehr geehrte Damen und Herren, Albert Einstein hat gesagt, die wahre Intelligenz zeigt sich in der Fähigkeit, sich zu ändern, wenn es erforderlich ist. Wir haben im Moment Zeiten, die anstrengend und sehr herausfordernd sind. Ich glaube, gerade im Bereich der Wissenschaft und Forschung wird sich in Wien einiges ändern müssen, damit wir wirklich eine gute Wissenschafts- und Forschungsstelle werden. (Beifall bei der ÖVP.) Zurzeit ist Wissenschaft ein Nebenprodukt, ein Beiwagerl der Kulturverwaltung, gerade nicht einmal 7 Prozent. Dieses Kulturbudget 2026 ist kein Aufbruch, es ist ein Stillstand mit Ansage. Aus Verantwortung für den Wissenschaftsstandort Wien lehnen wir deswegen dieses Budget ab. - Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP.) Vorsitzende GRin Dr. Jennifer Kickert: Tatsächliche Redezeit war jetzt elf Minuten. Für den Fall, dass sich noch jemand zu Wort meldet, die ÖVP hat eine Restredezeit von einer Minute. Als Nächster zu Wort gemeldet ist GR Gara, elfeinhalb Minuten stehen zur Verfügung. GR Dipl.-Ing. Dr. Stefan Gara (NEOS): Sehr geehrte Frau Vorsitzende, geschätzte Frau Stadträtin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Wissenschaft ist unser gesellschaftspolitischer Auftrag in Wien, und das hat schon eine lange, lange Tradition. Ich glaube, es ist auch für die ÖVP ganz wichtig, ein bisschen zuzuhören, denn man muss da schon das gesamte Ökosystem betrachten. Gerade das Ökosystem Wissenschaft und Forschung ist ja nicht nur bei der Frau Stadträtin. Einiges davon ist bei der Finanzstadträtin, sehr viele Bereiche der Forschung, einiges ist auch in ausgegliederten Einheiten wie zum Beispiel der Wiener Wirtschaftsagentur. Ich glaube, die kennen Sie. Daher muss man all diese Dinge zusammensetzen, zusammenspielen, das ist nicht ganz unwesentlich, wenn wir hier über Wissenschaft reden, denn das ist ein gesamtes Ökosystem. (Beifall bei den NEOS.) In diesem Ressort sprechen wir natürlich speziell über den Aspekt der Wissenschaft mit einem sehr, sehr großen Topf, eines der Flaggschiffe dieser Wissenschaftslandschaft, den Wiener Wissenschafts- und Technologiefonds. Das ist eine Erfolgsgeschichte über einen langen, langen Zeitraum. Und ja, Kollegin Samel hat schon gesagt, wir müssen auch da etwas an Einsparungen vornehmen. Das will keiner, aber das erfolgte wirklich in guter Abstimmung mit den entsprechenden Förderträgern, denn auch hier sagt man, gut, mit dem Budget können wir trotzdem sehr gut auskommen und wichtige Projekte realisieren. Das heißt, wir führen diese Erfolgsgeschichte des Wiener Wissenschafts- und Technologiefonds weiter, das ist ein guter Aspekt, und ich komme noch ein bisschen im Detail darauf. Wir etablieren auch, das haben wir auch im Regierungsprogramm vereinbart, dieses Zentrum des Digitalen Humanismus. Auch hier, das ist ein wichtiger Aspekt, ist nicht alles, was die Stadt Wien alleine fördert, das Budget dieser Institution. Da gibt es viele andere, die auch beitragen, und es ist natürlich auch extrem mit der Wissenschafts- und Forschungspolitik auf Bundesebene verwoben. Wir wollen in vielen Bereichen auch eine bessere Koordination, eine bessere Zusammenarbeit, was das betrifft. Ich glaube, dass wir das jetzt auch Stück für Stück schaffen. Wir bauen am Otto-Wagner-Areal einen interdisziplinären Exzellenzstandort aus. Auch das finde ich wichtig, das ist ein Standort, wo es um Wissenschaft, Bildung, Kunst und Forschung und Neuverbindung zwischen wissenschaftlichen und künstlerischen Institutionen geht. Es ist also ein Ort, wo die verschiedenen Institutionen sich auch gegenseitig befruchten. Wir gehen auch große Projekte an, auch das ist wichtig. Eines meiner großen, leidenschaftlichen Projekte, Sie wissen es, ist die Bewerbung um eine AI-Gigafactory, also ein Hochleistungsrechnungszentrum für künstliche Intelligenz. Das ist es aber nicht alleine, es geht auch weiter zu einem gesamtstrategischen Plan, auch in Richtung Ausbau von Rechenzentrumskapazitäten. Wir haben einen starken Fokus auf den Themenbereich der Quantentechnologien, vieles natürlich auch in Abstimmung mit dem Bund, weil es da um zentrale Schlüsseltechnologien für Österreich insgesamt geht. Wir haben aber auch hier in Wien einige Firmen, also nicht nur auf der wissenschaftlichen Ebene, sondern schon auch im Bereich der Innovation. Das heißt, da setzen wir auf Quantenkommunikation, Quantenkryptographie, Quantensensorik und hier entsteht auch ein Hub für Quantenforschung, ein Technologietransferzentrum. In dieser Gemengelage passieren also sehr, sehr viele Dinge. Natürlich kann es immer noch viel mehr sein und klar, wir erheben auch den Anspruch, in Europa zu einem der führenden Standorte zu werden. Vielleicht ganz kurz zum Wiener Wissenschafts- und Technologiefonds. Das ist insofern wichtig, weil wir im Regierungsprogramm auch geschrieben haben, wir wollen auch Förderungen evaluieren, wir wollen die Wirkung dieser Förderungen evaluieren, wie effizient diese Förderungen sind. Das ist ein ganz zentraler Punkt, wir wollen ja keine Gießkannenförderungen machen. Deswegen hat sich der Wiener Wissenschafts- und Technologiefonds auch einer externen Evaluierung unterworfen, mit internationalen Fachleuten et cetera und die sind eigentlich zu einem sehr guten Ergebnis gekommen. Diese sogenannte Impact Evaluation 2025 hat da von einer herausragenden wissenschaftlichen Exzellenz und auch Wettbewerbsfähigkeit gesprochen. Durch diese Struktur des Wissenschafts- und Technologiefonds sind die Mittel wirklich sehr, sehr gut investiert. Das zeigt sich auch an den geförderten Forschungsprojekten, die auch einen sehr hohen Output an Publikationen et cetera erzielen. Der WWTF ist auch in der Vorstufe ein wichtiger Impulsgeber und Brückenbauer, auch für strategische Themen, schon langfristig gesehen, und fördert sehr stark auch die Interdisziplinarität in vielen Bereichen. Sie haben davon gesprochen, dass wir nichts für junge StudentInnen oder auch wenig für Forschungstalente machen. Deswegen gibt es ja die sogenannte Vienna Research Group. Es ist genau das Ziel hier, auch internationale Forschungstalente anzuziehen. Wir haben vor dem Hintergrund der geopolitischen Veränderungen in den USA gesagt, dass das eigentlich auch eine Chance ist, Talente nach Wien zu bringen. Das macht jetzt nicht nur diese Institution, das passiert auch direkt über die Universitäten bei verschiedenen Nachbesetzungen. Auch da gibt es eine gemeinsame Brücke zwischen Wien und dem Bund. Diese Vienna Research Groups funktionieren sehr, sehr gut, und man kann das auch wieder evaluieren, und das ist ein wichtiger Aspekt. Sie haben von Kennzahlen gesprochen, wir wollen wissen, wie gut wir denn eigentlich sind. Da gibt es auch Kennzahlen: 84 Prozent der StipendiatInnen der Vienna Research Group können in höhere akademische Positionen aufsteigen. Also das ist tatsächlich ein Multiplikator und ein Talenteförderer. Soviel zum Thema junge Talente. Die verschiedenen Calls, also Ausschreibungen des Wiener Wissenschafts- und Technologiefonds waren im Bereich Digitaler Humanismus, Präzisionsmedizin. 2026 findet auch ein großer Call im Bereich Life Sciences statt, auch einer der Schwerpunkte für den Standort in Wien. Ein großer Call im Bereich der Computerwissenschaften, da gehen sehr viele Mittel in ein Thema, das für Wien von besonderer Relevanz ist im Sinne der digitalen Souveränität also auch das ganze Thema der Cybersecurity. Ein neuer Call wird im Bereich des digitalen Humanismus kommen und im Sinne dieser Interdisziplinarität auch ein Call zum Thema Krise und Resilienz. (Beifall bei den NEOS.) Mit den Mitteln können wir also ziemlich viel bewegen. Das ist es, was es auch ausmacht. Uns war es auch wichtig, die Wirkung dieser Mittel zu erzählen. Ich habe es bereits am Vormittag erwähnt, ich war eben bei dem AI-Festival auf der TU Wien, auch eine Veranstaltung, wo der WWTF Mitveranstalter war. Auch das sind Beispiele, wo Wissenschaft, Unternehmen und Industrie zusammenkommen, an gemeinsamen Lösungen arbeiten, diese entwickeln. Das sind genau diese offenen Formate, die auch wichtig sind, die wir auch weiter beschleunigen wollen. Das ist das, was eine lebendige Wissenschafts- und Forschungsmetropole Wien ausmacht. Für uns ist auch klar, wir bleiben da nicht stecken. Wir orientieren uns auch an internationalen Beispielen, schauen uns die an, um davon einfach auch zu lernen. Das ist ein ganz wichtiger Prozess. Ein Thema, das uns auch sehr wichtig ist, ist das Thema der Wissenschaftskommunikation, denn wir leben in einem Zeitalter, auch in diesen geopolitischen Verwerfungen, wo die Skepsis bezüglich der Wissenschaft massiv steigt. Ich halte das für ein demokratiepolitisches Problem. Daher gibt es als ein schönes Beispiel auch regelmäßig "Wien will es wissen" als Beilage zu einer österreichischen Tageszeitung, ganz konkrete Beispiele zu den verschiedenen Forschungsprojekten, zu den verschiedenen Initiativen, zu den verschiedenen Calls. Das ist auch eine Möglichkeit, das Thema der Wissenschaft und der Forschung den Menschen besser darzulegen, darzubringen und sie auch entsprechend einzubinden. Wichtige Themen, die Frau Stadträtin hat es am Vormittag auch gesagt, sind der gesamte Bereich der MINT- Fächer, der Fokus vor allem auch auf MINT für Mädchen und für Frauen, der Bereich der Digital Days, auch das gehört alles dazu. Das sind alles nicht unbedingt Budgets, die Sie hier unmittelbar wiederfinden, wie gesagt, es ist ein Gesamtökosystem, und so muss man es sehen, es ist die Kooperation von vielen. Ich glaube, dass sich dieses Ergebnis auch wirklich sehen lassen kann und freue mich, dass wir hier massiv weiter in Richtung Technologie-, Wissenschafts- und Innovationsstandort in Europa gehen. - Vielen Dank. (Beifall bei den NEOS.) Vorsitzende GRin Dr. Jennifer Kickert: Tatsächliche Redezeit war jetzt zehn Minuten. Als Nächster zu Wort gemeldet ist GR Felix Stadler, selbst gewählte Redezeit sieben Minuten, die ich einstelle. - Bitte. GR Felix Stadler, BSc, MA (GRÜNE): Vielen Dank. - Sehr geehrte Frau Vorsitzende, sehr geehrte Frau Stadträtin, liebe Kolleginnen, liebe Kollegen! Herr Kollege Gorlitzer hat eigentlich genau die zwei Punkte und die zwei Zahlen schon genannt, die ich ansprechen wollte. Ich könnte es uns allen leicht machen und mich einfach wieder hinsetzen und sagen, hören Sie sich das noch einmal an. (Heiterkeit und Beifall.) Ich freue mich aber, dass ich nach fünf Jahren in diesem Haus auch einmal in einer anderen Geschäftsgruppe sprechen kann als in der Bildungsgeschäftsgruppe. Es freut mich auch besonders, dass es diese Geschäftsgruppe ist, deswegen erlauben Sie mir vielleicht zwei, drei Bemerkungen. Das Thema ist ja auch der Bildung sehr verwandt, es geht um Wissenschaft und Forschung. Bevor ich auf die zwei Zahlen des Budgets zu sprechen komme, auf die ich näher eingehen will, ein paar grundlegende Bemerkungen: Wissenschaft und Forschung sind kein Luxus, kein Nice-to-have, keine Sache, die man streichen kann, wenn es budgetär einmal eng wird. Wissenschaft und Forschung sind eigentlich die Basis und die Grundlage unserer modernen Gesellschaft, und Wissenschaft sollte auch die Basis und die Grundlage unserer Zukunft sein. Wenn es um Innovation geht, wenn es um Arbeitsplätze geht, aber auch wenn es um den Wirtschaftsstandort dieser Stadt geht, ist die Wissenschaft unabkömmlich. Dass genau in diesem Bereich von SPÖ und NEOS jetzt auch gespart werden soll, ist des Wissenschaftsstandorts Wien leider tatsächlich unwürdig und muss von uns stark kritisiert werden. (Beifall bei den GRÜNEN.) Ein Großteil der Forschungs- und Wissenschaftsförderung kommt natürlich vom Bund, das ist klar. Das entbindet aber die Stadt nicht davon, dort aktiv zu werden, wo sie aktiv werden kann und dort aktiv zu sein, wo sie es in der Vergangenheit auch war. Wien hat lange viel getan. Wien hat auch jetzt noch einige gute Initiativen, wir haben schon Ausführungen dazu gehört, die aber leider in den kommenden Jahren - nächstes Jahr, aber vor allem auch übernächstes Jahr - immer weiter gekürzt werden. Ich möchte dabei auf zwei Punkte eingehen, die tatsächlich für uns besonders besorgniserregend sind. Der erste Punkt ist der schon oft genannte WWTF. Am 3. Dezember dieses Jahres haben Sie, sehr geehrte Frau Stadträtin, bekanntgegeben, dass Sie die Mittel des WWTF für nächstes Jahr um 2,5 Prozent kürzen werden. Damit sich alle etwas darunter vorstellen können, das sind 300 000 EUR weniger, die der WWTF an Forschende, an junge Forschende, an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vergeben kann. Das ist jetzt nicht nur eine abstrakte Summe, das sind konkrete Förderprojekte, die nicht mehr stattfinden können. Das sind vielleicht wissenschaftliche Karrieren, die gar nicht starten können wie sie geplant waren. Das sind wissenschaftliche Karrieren, die vielleicht auch beendet oder unterbrochen werden müssen, weil der WWTF nächstes Jahr um 2,5 Prozent weniger Geld bekommen soll. Das ist tatsächlich auch des Wissenschaftsstandorts Wien unwürdig. Da sagen wir ganz klar, das kann nicht der Fall sein. Wir fordern, dass diese Förderung weiterhin so hoch bleibt wie sie jetzt ist. (Beifall bei den GRÜNEN.) Was mich besonders wundert, ist, Kollege Gara hat es genannt, dass die Effizienz dieser Förderungen überprüft wurde und als besonders effizient und als besonders impactful gesehen wird. Dann wundert es mich noch mehr, dass Sie dieser Institution, die so einen Impact hat, nächstes Jahr 2,5 Prozent weniger Geld geben und, wenn man den Medienberichten glauben darf, übernächstes Jahr 5 Prozent weniger Geld. Sie kürzen einer Institution, die Sie mit einem besonders großen Impact darstellen, das Geld. Das ist tatsächlich unverständlich von unserer Seite aus. Ein Schmankerl möchte ich Ihnen auch nicht vorenthalten. Der WWTF beschreibt auf seiner Homepage - da kann man sich auch die anderen Förderprojekte, die der WWTF unterstützt, anschauen, die Forschung die dort passiert ist tatsächlich sehr spannend -, Zitat: "Wir bringen vielversprechende junge ForscherInnen nach Wien und binden diese längerfristig an den Standort." - Eine Kernaufgabe des WWTF ist also, junge Forscherinnen und Forscher, die vielleicht woanders keine Wissenschaftsheimat finden, hierherzuholen und hier in ihrer Forschung zu unterstützen. Das ist genau das, was Kollege Gara und die NEOS in den letzten Monaten, richtigerweise, getrommelt haben, nachdem in den USA viele Forscherinnen und Forscher mehr oder weniger aus ihren Institutionen gehaut und vertrieben wurden. Man sieht in den letzten Monaten ganz viele Sujets von Seiten der NEOS und auch von Seiten der Abgeordneten der NEOS, die sagen, und ich darf wieder zitieren: "Dear scientists, Vienna waits for you." Sie müssten eigentlich all diese Sujets ergänzen: "Dear scientists, Vienna waits for you, but unfortunately, we don't have any money for you and your research." - Also wenn Sie schon diesen Anspruch stellen, es dürfte ähnlich sein wie in der Bildung. Sie werden in der Politik, die Sie betreiben, Ihrem Anspruch nicht gerecht. (Beifall bei den GRÜNEN.) Der zweite Punkt, auf den ich zu sprechen kommen will, wurde auch schon genannt, das ist der Rahmenbetrag Wissenschaft und Forschung. Die erste Rate für das nächstes Jahr 2026, wir hoffen, dass die zweite Rate tatsächlich dann keine Kürzung darstellt, beträgt nur noch rund 1,5 Millionen EUR, während die erste Rate heuer noch etwas über 1,9 Millionen EUR betragen hat. Das ist eine Kürzung dieses Rahmenbetrages um rund 23 Prozent nächstes Jahr. Auch das trifft ganz konkrete Projekte, ganz konkrete Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und viele Institutionen, die dieses Geld dringend brauchen würden. Auch diese Kürzung müssen wir vehement kritisieren, und auch bei dieser Kürzung fordern wir in unserem Antrag heute, dass die Beträge für diese Institutionen gleich bleiben sollen. (Beifall bei den GRÜNEN.) Die Auswirkungen dieser Einschnitte - sowohl die Kürzungen beim WWTF als auch beim Rahmenbetrag - werden wahrscheinlich nicht nächstes Jahr, übernächstes Jahr gleich spürbar werden, aber wenn man in der Wissenschaft kürzt, hat das vor allem mittelfristige und auch langfristige Auswirkungen. Es führt zu weniger Innovation, zu weniger jungen, innovativen und wissbegierigen Menschen, die in dieser Stadt arbeiten wollen, die in dieser Stadt Wissenschaft betreiben wollen. Das werden wir dann auch bei innovativen Unternehmen, bei anderen innovativen Institutionen in der Zukunft spüren. Das kann tatsächlich nicht das Ziel einer Wissenschaftspolitik in dieser Stadt sein. Daher stellen wir heute auch den Antrag, dass die Budgetmittel für Wissenschaft und Forschung, insbesondere im Rahmenbetrag, erhalten bleiben sollen. Das ist keine radikale Forderung, wir wollen, dass sie nur so weit erhalten bleiben, dass diese Institutionen weiterhin ihren Job machen können und weiterhin Wissenschaft in dieser Stadt gut fördern können. - Vielen Dank. (Beifall bei den GRÜNEN.) Vorsitzende GRin Dr. Jennifer Kickert: Als Nächster zu Wort gemeldet ist StR Berger, selbst gewählte Redezeit sieben Minuten, die schon eingestellt sind. - Bitte. StR Stefan Berger: Sehr geehrte Frau Vorsitzende, Frau Stadträtin, meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich komme von der Wissenschaft zurück zur Kultur. Einige Punkte sind schon angesprochen worden, nicht nur das Gesamtbudget, sondern auch die einzelnen Ressorts stehen unter einem Spar- und Kürzungsbudget. Es ist tatsächlich so, wie ich meine, dass Wien mit diesem Budget in seinem Ruf als Kulturstadt einen erheblichen Reputationsschaden erlebt. Es ist mit Sicherheit so, wir haben das in den vergangenen Jahren auch immer wieder diskutiert, dass die eine oder andere Fördersumme, der eine oder andere Förderantragsteller durchaus begünstigt wurde, in einem Ausmaß, das so auf Grund der Aktenlage, auch auf Grund des Programmes und so weiter und sofort nicht nachvollziehbar war, und insofern auch für mich durchaus persönlich. Diese Kürzungen, wir haben immer wieder auch in vergangenen Budgetreden davor gewarnt, waren durchaus vorhersehbar. Wieso sage ich das? - Weil die sozialistische Budgetpolitik, wie wir sie in den vergangenen Jahren erlebt haben - hier im Kulturbereich sehen wir es im Kleinen, aber es ist in den vergangenen Jahren auch absolut im Großen passiert -, schlichtweg gezeigt hat, dass es so etwas wie eine mittelfristige Perspektive in der Vergangenheit nicht gegeben hat und wir jetzt in den einzelnen Bereichen, auch in den einzelnen Ressorts, wie auch hier in Kultur und Wissenschaft, gewissermaßen vor einem Scherbenhaufen Ihrer Budgetpolitik stehen, sehr geehrte Damen und Herren von SPÖ und NEOS. (Beifall bei der FPÖ.) Es sind schon mehrere Redner der Regierungsfraktionen hier ausgerückt und haben gesagt, wir haben nicht quer durch alle unterschiedlichsten Bereiche von Musik bis zur darstellenden Kunst und so weiter und so fort kategorisch um 10 Prozent gekürzt. Ja, aber was wir anhand der Kürzungsmaßnahmen, die uns bis jetzt schon bekannt sind, sehr wohl sehen, ist, dass Sie sehr wohl eine entsprechende Willkür haben walten lassen und das auch in Zukunft ganz offensichtlich tun werden. Einige Punkte sind schon angesprochen worden, ich brauche nicht mehr alle im Detail zu wiederholen. Der Altstadterhaltungsfonds ist etwas, das für uns aus freiheitlicher Sicht mit Sicherheit nicht in Frage gekommen wäre, nämlich den gesamten Fonds de facto zu streichen. Es ist nett, wenn der Beirat noch eingesetzt bleibt, nur wenn der Beirat keine Mittel zur Verfügung hat, dann gibt es auch keine Maßnahmen zu setzen. Minus 10 Prozent beim Musikverein, minus 10 Prozent beim Konzerthaus wäre mit Sicherheit etwas, was aus freiheitlicher Sicht und mit freiheitlicher Politik nicht nachvollziehbar ist. Selbst bei den Wiener Symphonikern, sozusagen beim Orchester der Stadt Wien, gibt es diesmal deutlich weniger Finanzausschüttungen. Es ist nicht so, dass wir die Summe in der Vergangenheit nicht kritisch hinterfragt hätten, vor allem was mit Altverträgen und Pensionen da immer wieder ansteht, aber das wäre mit Sicherheit auch nicht eine der ersten Adressen, wo man kürzen sollte. (Beifall bei der FPÖ.) Das Sommernachtskonzert ist schon angesprochen worden, nahezu einhundert Sender weltweit übertragen das Konzert, 100 000 Besucher. Ich glaube, die Bilder, die davon um die Welt gehen, sollten der Stadt Wien die vergangene Fördersumme durchaus wert sein. Es hat da auch freien Eintritt gegeben, aber offensichtlich soll es freien Eintritt nur zu jenen Veranstaltungen geben, die von oberster politisch verantwortlicher Seite ermöglich werden. Zum Thema Vereinigte Bühnen Wien: Musicalbühnen sind in Wien hochsubventioniert, aber auch durchaus sehr erfolgreich. Von diesen Auslastungsquoten können viele andere Theater mit Sicherheit nur träumen. Etwas, was ich an dieser Stelle auch sehr gezielt anmerken möchte: Ich habe im Gemeinderatsausschuss für Kultur explizit danach gefragt, wie diese rund zehnprozentige Förderreduzierung geplant wird. Es sind Einsparungen erwähnt worden im Bereich der Personalaufstellung, moderate Anhebungen bei Tickets, aber was ganz offensichtlich verschwiegen wurde, ist der Umstand, dass die Kammeroper de facto geschlossen werden soll, Sie sagen jetzt hier, zumindest einmal für ein Jahr. Wir haben heute insbesondere in der Finanzdiskussion und auch in der Generaldebatte gehört, wie die Schuldenprognose bis 2030, 2031 ausschaut. Also da verdoppeln wir in etwa noch einmal den Schuldenstand der Stadt Wien. Jetzt auf bessere Budgetzeiten zu verweisen, das halte ich ganz offen für einen Scherz. Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich und die Kollegen meiner Fraktion lassen uns hier mit Sicherheit nicht einlullen, was die Zukunft der Kammeroper anbelangt. Wir wissen, dass sie sanierungsbedürftig ist. Auch da haben wir in der Vergangenheit immer wieder auch verlangt, entsprechende mittelfristige Sanierungskonzepte auf den Tisch zu legen, meine Damen und Herren. (Beifall bei der FPÖ.) Womit wir auch schon beim Thema Transparenz wären, meine sehr geehrten Damen und Herren und insbesondere Kollegen der NEOS - ja, Herr Weber fühlt sich schon angesprochen. Wenn ein politischer Entscheidungsträger hier heraußen steht und sich dessen rühmt, dass er den Leiter einer Magistratsabteilung zu Fördernehmern vorgeschickt hat und ihn verkünden lässt, wo überall Förderungen gestrichen werden, dann sage ich Ihnen ganz offen, wirklich mutig, wirklich couragiert wären Sie - von den politischen Entscheidungsträgern, von der Stadträtin begonnen bis zu den Mandataren der Regierungsfraktionen -, wenn Sie das diesen Fördernehmern auch tatsächlich ins Gesicht sagen oder gesagt hätten. Einen Beamten vorzuschicken, das ist alles andere als mutig, niederschwellig oder welche Vokabeln Sie sonst hier gebraucht haben, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der FPÖ.) Dann steht der Herr Kollege hier heraußen und winkt mit dem Kunst- und Kulturbericht herum, wie supertransparent nicht alle Förderungen der Stadt Wien darin kundgemacht werden. Also diesen Bericht hat es auch schon vor den NEOS gegeben. Ich weiß nicht, wieso Sie sich dessen rühmen. In puncto Transparenz haben die NEOS genau null weitergebracht, was Förderanträge oder auch gewissermaßen Ablehnungen im Kulturbereich anbelangt. Ich lade Sie auch ein, dass durchaus interessante Interview der Frau Stadträtin gestern in der ORF-Sendung einmal nachzuschauen beziehungsweise nachzuhören. Es ist dort nicht nur ein Fördernehmer zu Wort gekommen, sondern es gibt eine Vielzahl anderer Fördernehmer, für die es schlichtweg nicht nachvollziehbar ist, wieso sie gerade diese Fördersumme gewährt bekommen oder, wie insbesondere im Falle von 3 000 oder 4 000 Förderantragstellern in dieser Stadt, wieso sie gar keine Förderung gewährt bekommen. (Zwischenrufe.) Das ist der große Mangel insbesondere in puncto Transparenz, insbesondere in puncto Fairness und Gerechtigkeit in dieser Stadt und hier geht schlichtweg genau null weiter, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der FPÖ.) Ich komme schon zum Abschluss. Sie rühmen sich auch noch dessen, dass es diverse Beiräte und eine Jury gibt, die dann über Förderungen entscheidet. Wir haben uns das einmal durchaus so sporadisch angeschaut. Wenn von den Beiräten, von diesen Jurymitgliedern selbst entsprechende Mehrheiten dann wieder in diesem Gremium, in einem Abhängigkeitsverhältnis der Stadt Wien stehen, weil sie in einer Tochter-GmbH der Stadt Wien angestellt sind oder wiederum selbst Fördernehmer sind, meine sehr geehrten Damen und Herren, dann kann hier nicht von Freiheit, nicht von Unabhängigkeit gesprochen werden. In diesem Bereich gilt es schlichtweg, nachzujustieren. Insbesondere wenn es zu Kürzungen kommt, stellt sich die Frage nach der Gerechtigkeit und nach der Transparenz noch viel mehr als bei Regelbudgets. - Vielen Dank. (Beifall bei der FPÖ.) Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Die Redezeit war zehn Minuten, die Restredezeit für die FPÖ ist daher elf Minuten. Als Nächster zu Wort gemeldet ist GR Baxant, ich erteile es ihm. - Bitte. GR Petr Baxant, BA (SPÖ): Danke, Herr Vorsitzender! - Meine sehr geehrten Damen und Herren, sehr geehrte Frau Stadträtin! Vorweg möchte ich etwas erwähnen. Ich bin seit über 20 Jahren in diesem Haus und jedes Mal in der Kulturdiskussion kommen Themen, die nichts mit diesem Ressort zu tun haben. Ich sage nur Themenverfehlung Musikschulen - das gehört nicht in dieses Ressort; Themenverfehlung Amerlinghaus - gehört nicht zur MA 7; Themenverfehlung Radio Orange -, gehört nicht da her, bitte schön, das kommt dann morgen. Oder zum Beispiel, ganz absurd, von der Frau Kollegin von den GRÜNEN, die Eventhalle. Was hat die Eventhalle mit der MA 7 oder mit der Kulturpolitik zu tun? - Was ich überhaupt nicht zulässig finde, Frau Berner, ist diese Gegenrechnung. Wenn wir die Eventhalle nicht bauen würden, könnten wir das ganze Geld in die Kultur stecken. Das ist absoluter Traum, das ist Träumerei. Ich würde aber sogar noch weiter gehen. Wenn ich nett bin, sage ich, das ist Freestyle-Mathematik. Wenn ich böse bin, sage ich, das ist Populismus. Ich würde Sie wirklich bitten, kommen Sie wieder zurück. Wir kennen Sie ganz anders, nämlich nicht populistisch, sondern sehr vernünftig und sehr am organischen Kulturleben interessiert. Bitte hören Sie damit auf. Ich kann ja vielleicht noch ein Beispiel nennen. Sie haben es ja nicht nur im Ausschuss gesagt. Sie haben es ja auch ausgeschickt und auf Ihrer Website dargestellt. Ich sage Ihnen nur ein Beispiel. Der Verein "Hunger auf Kunst und Kultur" möchte 110 000 EUR, bekommt aber seit Jahren 100 000 EUR und kann mit diesen 100 000 EUR natürlich supertoll das Programm abführen. Frau Kollegin Berner behauptet und sagt es dann in der Szene auch, dass "Hunger auf Kunst und Kultur" tatsächlich gestrichen wurde, dass 10 000 EUR gestrichen wurden. Das führt natürlich zu unglaublicher Irritation und Verwirrung. Das ist nicht nur Irreführung. Das ist meiner Meinung nach zum Teil auch schon demokratiepolitisch gefährdend und schwerstpopulistisch. Bitte, hören Sie damit auf. (Beifall bei der SPÖ.) Meine Damen und Herren, wenn in wirtschaftlich schwierigen Zeiten über Budgets gesprochen wird, dann wird oft zu groben Werkzeugen gegriffen. Dann wird rasch, pauschal, zum Teil brutal und oft mit der Kettensäge gekürzt. Wien hat sich bewusst für einen anderen Weg entschieden, der zielgerichtet, verantwortungsvoll und zutiefst kulturpolitisch ist. Herr Dusini im "Falter" hat das sehr schön als "Sparen mit der Pinzette und nicht mit der Kettensäge" beschrieben. Denn wir sagen klar: Es ist nicht alles gleich belastbar. Nicht jede Institution trifft eine Kürzung von 1 EUR gleich. Nicht überall sind die langfristigen Folgen dieselben. Was heißt das konkret? Erstens: Wien spart dort, wo es möglich ist - bei großen, stabilen und finanziell robusten Institutionen, bei auslaufenden Sonderprojekten und bei einmaligen Schwerpunkten, die ihren Zweck bereits erfüllt haben. Wien spart nicht beziehungsweise nur sehr wenig dort, wo Kürzungen das kulturelle Ökosystem irreversibel zerstören würden - bei der freien Szene, bei kleinen Kulturinitiativen in den Grätzeln und bei der Kinder- und Jugendkultur. Das ist keine Schonung aus Bequemlichkeit. Das ist eine bewusste politische Setzung von Prioritäten. Zweitens: Dieser Weg ist nur möglich, weil in den vergangenen Jahren nachhaltig und vorausschauend aufgebaut wurde. Das Kulturbudget ist seit 2018 nicht zufällig gewachsen. Es ist gewachsen, weil Strukturen gestärkt wurden, weil Fair Pay-Themen angegangen wurden und weil Räume geschaffen wurden - von Kulturankerzentren bis zu neuen Produktionsorten. Heute, in einer Phase der Konsolidierung, zeigt sich: Diese Arbeit macht die Stadt krisenresilient. Um es anders zu sagen: Wir können heute umsichtig konsolidieren, weil wir gestern solide Fundamente gelegt haben. Drittens - das ist vielleicht der wichtigste Punkt: Dieser Weg ist mittel- und langfristig positiv. Warum? - Weil kleine Kulturinitiativen, freie Gruppen, Off-Theater, soziokulturelle Zentren und Kinderkultureinrichtungen der kulturelle und organische Humus dieser Stadt sind. Sie sind nicht dekoratives Beiwerk. Sie sind das, woraus Innovation entsteht, woraus Teilhabe wächst und woraus neue künstlerische Stimmen erwachsen. Würde man dort pauschal kürzen, dann würde es Jahre dauern, bis diese Strukturen wieder nachgewachsen sind - wenn überhaupt. Sperrt man nämlich ein kleines Haus zu, verschwindet oft nicht nur ein Programm, sondern ein ganzes Netzwerk: KünstlerInnen, TechnikerInnen, ProgrammiererInnen, VermittlerInnen und vor allem - das ist das Wichtigste - das Publikum. Wien hat sich daher bewusst entschieden, es anders zu tun und in der Krise bei den Großen und nicht bei den Kleinen zu sparen. Das hat mehrere positive Effekte. Die Vielfalt bleibt erhalten. Die Stadt bleibt kulturell breit, experimentierfreudig und intentional anschlussfähig. Die soziale Zugänglichkeit bleibt gesichert. Wir haben es heute schon öfter angesprochen - Herr Kollege Weber und auch Kollegin Samel haben es gesagt: Es gibt in dieser Stadt 30 Gratiskulturevents täglich. Drittens: Der Nachwuchs wird nicht abgeschnitten. Die Kinder- und Jugendkultur - von Dschungel Wien bis zu neuen Formaten, etwa dem neuen Kinderkulturhaus in Floridsdorf - wird stabil gehalten. Denn wir wissen, wer dort spart, zahlt später doppelt - gesellschaftlich und demokratiepolitisch. Die freie Szene bleibt tatsächlich arbeitsfähig und zukunftsfähig. Das ist mir und uns ein besonders wichtiges Anliegen. Gerade dort, wo viele Menschen unter prekären Bedingungen arbeiten, wäre jede pauschale Kürzung unverhältnismäßig. Meine Damen und Herren, werte Kolleginnen und Kollegen, dieser Weg entsteht nicht am Reißbrett. Er basiert auf hunderten Gesprächen mit KünstlerInnen, KulturarbeiterInnen, Initiativen, Institutionen und Interessenvertretungen. Dabei gilt mein besonderer Dank den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der MA 7 sowie dem MitarbeiterInnenstab von Frau StRin Veronica Kaup-Hasler. Ich danke Ihnen sehr. (Beifall bei der SPÖ.) Diese Konsolidierung ist in dieser Form möglich, weil dort Menschen arbeiten, die die Szene kennen - nicht aus Akten, sondern aus dem echten Leben, aus jahrelanger Praxis -, mit kundigem Szenewissen, Erfahrung über Arbeitsrealitäten, organische Zusammenhänge und Wirkungen sowie einer Haltung, die man selten genug betonen kann - ich habe sie im Magistrat bis jetzt sehr selten erlebt -, nämlich einer behördlichen Empathie. Empathie heißt dabei aber nicht Nachsicht, sondern Verantwortungsbewusstsein, zu wissen, wo ein Einschnitt tragbar ist und wo er Strukturen zerstören würde, die sich nicht einfach wiederaufbauen lassen. Meine Damen und Herren, nicht alles bleibt einfach. Einjährige Förderzusagen sind eine große Herausforderung, das stimmt. Es gibt sie aber auch noch nicht seit Ewigkeiten. Das wird offen benannt, und das ist allen bewusst. Es wäre aber unseriös und auch populistisch, langfristige Versprechungen ohne gesicherte Mittel zu geben. Auch das ist Teil des Wiener Weges: Ehrlichkeit statt schönreden. Diese Form der Konsolidierung ist kein Rückzug aus der Kulturpolitik. Sie ist das Gegenteil: Sie ist Ausdruck einer attraktiven, verantwortungsvollen und zukunftsorientierten Kulturpolitik. Wien konsolidiert bewusst und nicht blind - mit Achtsamkeit, nicht mit der Brechstange, mit der Pinzette dort, wo es möglich ist, und mit Schutz dort, wo Kultur sonst Schaden nehmen würde. So bleibt Wien, was es ist und was es bleiben soll, eine Stadt der Vielfalt, eine Stadt der Teilhabe und eine Kulturstadt mit Zukunft. - Ich danke Ihnen und bitte um Zustimmung. (Beifall bei der SPÖ.) Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Die Redezeit betrug acht Minuten, die Restredezeit für die Fraktion liegt bei 24 Minuten für die SPÖ. Als Nächster ist GR Stumpf zu Wort gemeldet. Er hat sieben Minuten vorgesehen. - Entschuldigung, Kollege Stumpf. Das war jetzt mein Irrtum. Kollegin Berner hat sich zu einer tatsächlichen Berichtung gemeldet. Entschuldige bitte. Das war nicht mit Absicht. - Bitte schön. GRin Mag. Ursula Berner, MA (GRÜNE): Ich verstehe, wenn es schmerzhaft ist, wenn man aus der Opposition heraus das macht, was die Rolle der Opposition ist, nämlich auf Dinge hinzuweisen, die unangenehm sind. Es kann manchmal auch populistisch sein. Ich möchte aber jetzt tatsächlich berichtigen, was Sie falsch von meiner Website zitiert haben. Auf meiner Website steht nicht, dass etwas nicht ausgezahlt worden ist, sondern dort steht - ich lese es Ihnen jetzt vor, damit es alle auch wirklich haben: "Was mich schmerzt, ist, dass der Sparstift auch an kleinen solidarischen Projekten nicht vorbeigeht: Für 110 000 EUR hat "Hunger auf Kunst und Kultur" angesucht - bekommen haben sie nur dieselben 100 000 EUR wie im Vorjahr. Ebenso wie Superar, die in ihr Ansuchen eine kleine Indexanpassung von 5 000 EUR geschrieben hatten. Auch hier wurde nicht stattgegeben, also de facto gekürzt. In einer Zeit, wo Musikschulen ihre Elternbeiträge massiv erhöhen, verstehe ich wirklich nicht, warum diese niederschwellige zugängliche Musikausbildung für Familien mit wenig Ressourcen nicht zumindest wertangepasst werden kann." Genau das steht hier. Es ist keine Rede davon, dass es komplett gestrichen ist. Ich finde also, dass es eigentlich populistisch war, was Kollege Baxant, den ich auch anders kenne, hier gemacht hat, nämlich mir zu unterstellen, ich hätte das populistisch ausgenutzt. - Danke schön. (Beifall bei den GRÜNEN.) Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Aber jetzt, Kollege Stumpf, bist du am Wort. Bitte schön. GR Michael Stumpf, BA (FPÖ): Sehr geehrter Herr Vorsitzender, Frau Stadträtin, geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Die Geschäftsgruppe Kultur ist ja eine Geschäftsgruppe, in der sehr viel über Kultur und manchmal weniger über die Wissenschaft gesprochen wird. Was mir heute als Zuhörer komplett abgegangen ist, war das Thema Gedenkkultur. Es gibt sie in vielen verschiedenen Facetten. Wir kennen es aus den letzten Jahren: Es wird zum Beispiel immer sehr viel - manchmal etappenweise - über das Lueger-Denkmal diskutiert und debattiert. Um wie viel Grad sollen wir es versetzen? Welche Zusatztafeln sollen angebracht werden? Es wird generell viel über Zusatztafeln und Kontextualisierung diskutiert. Was mir fehlt, ist ein Gedenkstein zur jüngsten Vergangenheit, der vor fünf Jahren aus einem traurigen Anlass heraus nötig wurde, nämlich am 2. November 2020, einem Tag, der Wien grundlegend verändert und erschüttert hat und unser gesamtes gesellschaftliches Gefüge in Wien auf den Kopf gestellt hat. Es ist ein Tag der manifestierten Entwicklungen, die auf eine Politik der unkontrollierten Massenzuwanderung und auf ein falsches Toleranzverständnis von Seiten der Regierenden in Wien und auch auf Bundesebene zurückzuführen sind. (Beifall bei der FPÖ.) Es geht um einen Gedenkstein, der daran erinnern soll, dass am 2. November 2020 ein islamistischer Terrorattentäter in der Wiener Innenstadt mit einer Kalaschnikow vier Menschen getötet und 23 Menschen schwer verletzt hat, ein Tag, der mir bis heute eine Gänsehaut bereitet. Jeder von uns weiß wahrscheinlich - ähnlich wie am 11. September -, was er an diesem Abend, als die Nachrichten hereingeschossen sind, gemacht hat. Es ist ein Tag, der uns alle aufgerüttelt hat und in Wirklichkeit hoffentlich auch in vielen Köpfen der hier Anwesenden zumindest die Frage aufgeworfen hat: Kann es so weitergehen? Sind die Maßnahmen, die bis jetzt gesetzt worden sind, die richtigen gewesen? Können wir so etwas in Zukunft verhindern? Wenn ja, wie? Wollen wir das verhindern, oder leben wir mit dieser neuen Realität? - Offenbar glauben manche, dass das der richtige Weg ist. In meiner Rede geht es aber konkret um diesen Gedenkstein. Ich war zu Allerseelen dort und habe mir das zum ersten Mal auch persönlich angeschaut. Ich stand dort und habe eine Kerze angezündet. Ich kannte indirekt auch Leute, die an diesem Abend dort waren und zum Glück mit dem Leben davongekommen sind. Das hat mich auch sehr berührt. Ich bin dort vor dem Gedenkstein gestanden und war ehrlich gesagt fassungslos. Ich war fassungslos über die Textierung des Gedenksteines. Es stehen dort ein Satz auf Deutsch und ein Satz auf Englisch. Auf Deutsch steht der Satz: "Im Gedenken an die Opfer des Terroranschlages vom 2. November 2020". Auf Englisch: "In memoriam of the victims of the attack on 2nd november 2020". Das Erste, was ich mir gedacht habe, ist, dass in der deutschen Fassung ganz klar der Hinweis auf den islamistischen Hintergrund dieses Anschlags fehlt. Es wird nicht erwähnt, dass es sich um einen islamistisch motivierten Anschlag handelt, obwohl dieser Hinweis auch wirklich wesentlich für das Verständnis dieses schrecklichen Ereignisses ist. (Zwischenruf.) - Warum die Aufregung, Kolleginnen und Kollegen von den NEOS? Warum? In der englischen Fassung geht es ja noch wesentliche Schritte weiter. Da wird die eindeutige Bezeichnung als "terrorist attack" nicht verwendet, sondern lediglich das Wort "attack", also Attacke, obwohl dieser Begriff im englischsprachigen Kontext eindeutig verwendet werden muss, um den Charakter des Ereignisses korrekt wiederzugeben. Somit fehlt sowohl in der deutschen als auch in der englischen Version der Inschrift des Gedenksteins die Präzisierung der Tat. - Was Sie daran lustig finden, Herr Kollege, werde ich noch im persönlichen Gespräch mit Ihnen klären. (Beifall bei der FPÖ.) Eine eindeutige, genaue und unmissverständliche Formulierung auf diesem Stein ist wohl, geschätzte Damen und Herren, ein Mindestmaß an Respekt gegenüber den Opfern, gegenüber den Angehörigen der Opfer und gegenüber der gesamten Öffentlichkeit. Es ist nicht nur angemessen und notwendig. Es sollte eigentlich eine politische Selbstverständlichkeit sein. (Beifall bei der FPÖ.) Eine Kontextualisierung könnte anders ausschauen. Aus einem falschen Toleranzverständnis von dieser Seite wird sie aber offenbar zurückgehalten. Das ist jetzt meine Interpretation. Ich lade die Kolleginnen und Kollegen aber gern ein, nach mir das Wort zu ergreifen und zu erklären, warum das so mangelhaft durchgeführt wurde. Auf Deutsch könnte der Text auf dem Stein etwa lauten: "Im Gedenken an die Opfer des islamistischen Terroranschlages vom 2. November 2020". (Beifall bei der FPÖ.) Auf Englisch könnte der Satz etwa lauten: "In memoriam of the victims of the islamist terrorist attack of 2nd november 2020". Die Umsetzung obliegt Ihnen. Es ist die Frage, ob Sie es als wert empfinden, das umzusetzen - den Opfern und Angehörigen gegenüber im Sinne einer wirklich gelebten Gedenkkultur. Das tun Sie nicht. Das wollen Sie nicht - oder Sie tun es. Sie können unserem Antrag zustimmen. Wenn Sie es nicht gleich per sofortiger Abstimmung tun wollen, dann lade ich Sie dazu ein, beim nächsten Kulturausschuss darüber zu debattieren, welche Möglichkeiten es gibt, hier eine korrekte Kontextualisierung sicherzustellen. Das haben sich die Wiener verdient. Das ist ehrliche Politik. (Beifall bei der FPÖ.) Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Die Restredezeit der FPÖ beträgt vier Minuten. Als Nächste ist GRin Anderle zu Wort gemeldet. Die gewählte Redezeit beträgt acht Minuten, die Restredezeit beläuft sich auf 24 Minuten. - Bitte. GRin Patricia Anderle (SPÖ): Sehr geehrter Herr Vorsitzender, liebe Frau Stadträtin, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Welche Stadt wollen wir sein, wenn es enger wird? - Kultur ist nicht Dekoration. Kultur ist das, was eine Stadt zusammenhält, wenn der Alltag drückt. Es wurde heute schon mehrfach zitiert: Kultur darf kein Luxus sein - nicht für die, die sie besuchen, und nicht für die, die sie machen. Wien zeigt das jeden Tag ganz konkret. Peko hat es vorhin schon erwähnt: Es gibt 30-mal am Tag ein offenes Angebot. Der Kultursommer in Wien ist dafür ein Paradebeispiel - kostenlos und dezentral. Denn Kultur beginnt dort, wo jemand stehen bleibt. Kultur, die nichts kostet, ist nicht weniger wert. Sie ist ein Mehrwert für unsere Stadt. Dazu gehört auch eine zweite ebenso wichtige ganz klare Setzung. Fair Pay bleibt - gratis fürs Publikum, aber niemals gratis für die Arbeit dahinter. 2025 wurden neue Kultursommerbühnen im 10., im 20. und im 23. Bezirk eröffnet. Sie waren so erfolgreich, dass sie auch in diesem Jahr weitergeführt werden. Weil heute dieser Antrag zum Thema Transparenz beim Kultursommer diskutiert worden ist: Transparenz ist wichtig. Was aber in diesem Antrag steht, finde ich schon sehr kreativ. Da werden 4 Millionen EUR für sechs Wochen, für ganz Wien sowie für hunderte Auftritte gegen 250 000 EUR für eine einzelne Förderung gestellt. Das bedeutet nicht, Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Das sind eher Äpfel mit ein bisschen einem Obstsalat, würde ich sagen. Der Kultursommer ist nämlich kein einzelnes Event, sondern eine kulturelle Nahversorgung. Man darf nicht vergessen: Er wurde 2020 als Antwort auf die Pandemie geschaffen und hat eine Tür aufgestoßen, die wir nie wieder zumachen dürfen - Gratiskultur bis in den letzten Winkel dieser Stadt zu bringen, weil viele Menschen eben nicht die Möglichkeit haben, regelmäßig Karten zu kaufen. Manche docken bei diesen öffentlichen Bühnen überhaupt zum ersten Mal an Kultur an. Das ist nicht nur schön, sondern gesellschaftlich sehr relevant. Das bedeutet auch Gesundheit und Zusammenhalt für diese Stadt. Wenn ich an die tausenden Menschen beim Prater-Picknick denke, dann spürt man dort: Wien kann miteinander. Bei den Gartenkonzerten in den Häusern zum Leben kommt Kultur direkt zu jenen, die nicht mehr so mobil sind. Ich habe mir das heuer in Döbling im PensionistInnenhaus angeschaut. Dort war ein hochkarätiges Programm mit Karl Markovic und Tini Kainrath. Da haben die älteren Menschen getanzt und gesungen. Genau dafür machen wir das. In der jetzigen budgetären Lage ist es verantwortungsvoll, frei zugängliche Angebote für alle Wienerinnen und Wiener zu sichern, statt Debatten zu führen und die Bereiche gegeneinander auszuspielen. Denn wer Kultur gegeneinander ausspielt, hat Kultur nicht verstanden. Wenn ich bei Kulturveranstaltungen bin, dann höre ich auch immer wieder eines: leistbare und planbare Proberäume, Arbeitsräume und Aufführungsräume. Genau deshalb sind die Ankerzentren so wichtig. Dort bleibt alles erhalten. F23, Kulturhaus Brotfabrik, Soho Studios, Bears in the Park, Atelierhof Schlinger Markt 1210 Wien, Fluc und der Hof der Kulturen, der sich aktuell am Otto-Wagner-Areal befindet und ab 2027 wieder in die Josefstadt zurückzieht: Alle diese Orte geben der Kultur ein Zuhause. Ich war letztens auch bei der Jahresausstellung mit dem Titel "Was zwischen uns wächst" in den Soho Studios dabei. Die kann ich wirklich nur sehr empfehlen. Da möchte ich auch den Kollegen ansprechen, der vorhin so ein Problem mit der Förderung der "FreundInnen des Pornographischen Films" hatte. Als kleines Vorprogramm oder als softer Einstieg gibt es dort ein ganz tolles Projekt: "Vagina, die Mikroben und ihr Ökosystem". (Zwischenruf.) - Mir hat es sehr gut gefallen. Es ist spannend und gut anzusehen. Es verbindet die Menschen dort im Grätzel. Es war bummvoll dort. Mit MEZEKERE eröffnen wir im Mai 2026 im 7. Bezirk einen neuen Kunstraum - rund 300 Quadratmeter im Dachgeschoß des Kenyon-Pavillons mit Ausstellungen, Perfomances, Austauschformaten, Residenzen und langfristigen Projekten. Ich konnte mir das schon ein bisschen ansehen. Ich bin wirklich schon sehr gespannt auf die Eröffnung. Ich will ganz bewusst auch "kültür gemma!" nennen, weil es seit mehr als zwölf Jahren eine ganz wichtige Arbeit macht. Es fördert in Wien die künstlerische Arbeit von MigrantInnen und BIPoC und vergibt jährlich auch Arbeitsstipendien und Fellowships. MEZEKERE passt genau in diese Linie. Es macht sichtbar, was längst da ist, und gibt einem Ort einfach einen fixen Standort - nicht die Vielfalt des Etiketts, sondern Vielfalt als Infrastruktur. Auch die Basiskultur möchte ich kurz erwähnen. Da geht es eben oft um ehrenamtliches Engagement - oft neben dem Beruf unter schweren Bedingungen. Deshalb wird die Basiskultur auch 2026 ihre wichtigen zentralen Formate weiterführen: die Kulturraumbörse und den Musikmarkt. Die Vereinsakademie wird ausgebaut. Kulturangebote in ganz Wien bleiben durch Kooperationen mit lokalen AkteurInnen der teilhabenden Grätzel nachhaltig verankert. Auch unsere Bezirksmuseen gehören ins Zentrum. Wien hat 23 davon - in jedem Bezirk eines - und sechs Sondermuseen bei freiem Eintritt. Diese Museen werden ausschließlich ehrenamtlich geführt. Das ist eine Leistung, die man gar nicht hoch genug schätzen kann. Die Wiener Bezirksmuseen sagen es selbst so schön: "Meine Stadt. Mein Grätzl. Mein Museum." Es geht darum, dass diese Häuser wieder sichtbarer, zeitgemäßer und offener werden und Erinnerungskultur ganz nah an den Menschen ist. Deshalb ist es mir auch so wichtig, dass Erinnerungskultur keine Spielwiese für politische Inszenierung ist. Zum Antrag hinsichtlich des Gedenksteins für die Opfer vom 2. November 2020 sage ich ganz klar: Der Gedenkstein hat eine Aufgabe. Er soll an die Opfer erinnern und Respekt erweisen. Das tut er. (Beifall bei der SPÖ.) Was hier versucht wird, ist etwas anderes: Auf dem Rücken von Opfern politisches Kleingeld machen. Das ist erbärmlich. Ihr Populismus ist erbärmlich. Ich sage es jetzt ganz klar und unmissverständlich, damit Sie es verstehen: Schämen Sie sich! Auf Englisch: Shame on you! (Beifall bei der SPÖ.) In der Angewandten ist zur Ehrung der ermordeten Studentin ein Preis ins Leben gerufen worden. Dieser würdigt das Leben der Studentin. Zum Abschluss: Ja, wir konsolidieren, aber wir tun das nicht mit dem Rasenmäher, sondern mit Verantwortung. Wien ist dann Kulturstadt, wenn es nicht nur glänzt, sondern trägt, und wenn die Grätzeln nicht nur wohnen, sondern leben. Weil diese Budgetrede immer am Ende eines Jahres stattfindet, möchte ich zum Abschluss jetzt auch Danke sagen. Danke an die MitarbeiterInnen der MA 7, der MA 8 und der MA 9. Weil ich vorhin Anita Eichinger gesehen habe: Die Ausstellung "Monument der Stadt" in der Wienbibliothek ist sehr zu empfehlen. Danke auch an die MitarbeiterInnen im Büro der Kulturstadträtin für die gute Zusammenarbeit und den guten Austausch. Danke auch dir, liebe Eva, die du den Austausch immer so besonnen und ruhig leitest, und dir, liebe Kulturstadträtin, für deine klare Linie und Haltung. Allen alles Gute! Ich bitte um Zustimmung zu diesem Voranschlag. - Danke. (Beifall bei der SPÖ.) Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Die Redezeit betrug neun Minuten, die Restredezeit für die SPÖ liegt bei 15 Minuten. Zu Wort gemeldet ist GRin Weninger. Ich erteile es ihr. Entschuldigung, ich stelle acht Minuten ein, aber theoretisch wären noch 15 Minuten möglich. - Bitte. GRin Katharina Weninger, BA (SPÖ): Diese werde ich nicht mehr ausschöpfen. - Herr Vorsitzender, sehr geehrte Frau Stadträtin, sehr geehrte Damen und Herren! Der Schluss der Debatte gibt einem immer ein bisschen die Möglichkeit, zusammenzufassen und vielleicht noch die eine oder andere Sache richtigzustellen. Allerdings - das hat auch Kollege Baxant vorhin schon angesprochen - betrifft das nur Dinge, die auch in die Geschäftsgruppe fallen. Das heißt, weder die Musikschulen noch die Eventhalle oder die Hymne gehören in unsere Geschäftsgruppe, auch wenn sie vielleicht mit Musik zu tun haben - und eben auch nicht das Amerlinghaus. Was aber übrig bleibt, sind die beiden von Frau Berner angesprochenen Förderungen. Ich will jetzt nicht die Populismuskeule schwingen, denn das wurde einander vorhin eh schon sehr hart gegenseitig vorgeworfen. Es kommt aber schon immer ein bisschen darauf an, was und wie viel man von der Geschichte erzählt. Ja, bei Superar wurden zum Beispiel nicht die 110 000 EUR genehmigt, die es gefordert hat. Die Förderung wurde aber schon dieses Jahr um 10 000 EUR erhöht. Da wurde sie auf ... (Zwischenrufe) - Entschuldigung, das war "Hunger auf Kunst und Kultur". Da wurde die Förderung dieses Jahr von 90 000 EUR auf 100 000 EUR angehoben. Bei Superar wurde die Förderung im Jahr 2023 von 50 000 EUR auf 100 000 EUR angehoben. Es ist also schon immer ein bisschen die Geschichte, die man erzählt, um auch die ganze Wahrheit nach außen zu bringen. Ja, wir haben heute über Einsparungen und über ein Budget gesprochen, das kleiner ist als im letzten Jahr. Ich habe aber halt leider auch viel Dramatik gehört. Ich finde, das wird der Sache gerade im Kulturbudget nicht gerecht. Ein großer Teil der Einsparungen kommt aus Projekten, die einfach auslaufen. Beim Rest haben wir eine ganz klare Linie: Wer stark ist, trägt mehr bei. Wer schwach ist, wird gestützt. Die Vereinigten Bühnen Wien mit ihren Musicalproduktionen und internationalen Koproduktionen können einen Beitrag leisten. Ja, das Sommernachtskonzert der Philharmoniker wird nicht mehr gefördert. Das ist schmerzhaft, aber es ist verkraftbar. Es ist für die Philharmoniker verkraftbar. Die Mittelbühnen werden aber von uns geschützt - Volkstheater, Josefstadt und Festwochen - stabile Förderungen. Auch die freie Szene wird stabil. Das war nämlich die ganz klare rote Linie. Denn wir wissen genau, wo in dieser Stadt Menschen oft unter schweren, leider zu oft auch immer noch prekären Bedingungen arbeiten, wo aber gleichzeitig experimentiert wird, wo Bewegung ins Feld gebracht wird, und wo das künstlerische Herz schlägt. Deshalb bleibt die freie Szene auch in diesem Budget ein wesentlicher Fokus. Das ist sozialdemokratische Kulturpolitik. (Beifall bei der SPÖ.) Ich habe heute gehört, wir würden die Kultur kaputtsparen - und das auch noch mit sehr absurden Quervergleichen zu anderen Geschäftsgruppen. Ich sage: Schauen wir uns die Fakten an! Das Theater bleibt stark, das Theater bleibt vielfältig, und vor allem bleibt das Theater für alle da. (Beifall bei der SPÖ.) Genau das ist der Punkt, um den es wirklich geht - da gebe ich Kollegin Berner natürlich recht: Kultur darf kein Luxus sein. Der Kultursommer bleibt, die Gratiskultur bleibt, der freie Eintritt ins Wien Museum bleibt. Denn wir wollen nicht, dass Kultur nur für die da ist, die es sich leisten können. Jedes Kind in unserer Stadt soll Zugang zum Theater, zu Musik und zu Kunst haben - und das in ganz Wien. Ja, es ist ein herausforderndes Budget. Ja, bei gleich bleibenden Förderungen und steigenden Kosten entsteht Druck. Das verschweigen wir auch nicht. Was es aber ganz klar nicht geben wird, sind pauschale Kürzungen bei allen - 10 Prozent hier, 10 Prozent da. Die Kleinen hätten das nicht überlebt. Stattdessen wird differenziert. Es wird hingeschaut. Es werden Prioritäten gesetzt. Danke, Frau Stadträtin. (Beifall bei der SPÖ.) Wir denken auch an die Zukunft. Das Atelierhaus am Otto-Wagner-Areal wird eröffnet. Das Kinderkulturhaus kommt 2028, ein ganz wunderbares Projekt. Der Kultureuro wird erarbeitet, um Kultur langfristig breit abzusichern. Meine Damen und Herren, ist dieses Budget perfekt? - Nein. Würden wir uns mehr wünschen? - Natürlich. Wir haben aber die Vielfalt gesichert. Wir haben unsere Werte nicht aufgegeben. Genau das ist es: Das Theater bleibt, und die Kultur bleibt - für alle. - Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ.) Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Die Redezeit betrug vier Minuten. Als Nächste ist Frau Amtsf. StRin Mag. Kaup-Hasler zu Wort gemeldet. Es sind 15 Minuten Redezeit. - Bitte schön. Amtsf. StRin Mag. Veronica Kaup-Hasler: Sehr geehrte Damen und Herren! Am Ende eines langen Tages möchte ich Sie via Livestream, Sie auf den Bänken da oben und Sie alle, Kolleginnen und Kollegen, ganz herzlich willkommen heißen und noch einmal daran erinnern, wofür wir hier stehen und was uns in der gemeinsamen Arbeit an Kunst und Kultur in dieser Stadt verbindet. Ich darf Ihnen heute eben vorschlagen, was am Ende eines sehr langen Arbeitsprozesses gestanden ist, einem Nachdenken, wie wir in dieser Stadt mit diesem Budget und diesen Budgetvorgaben, die wir uns nicht ausgesucht haben, umgehen. Ich kann Ihnen versichern: Jeder Cent, der weniger in Wissenschaft und Kultur ausgegeben wird, schmerzt mich persönlich sehr. Es freut mich, dass wir uns hier alle einig sind. Es ist schade, wenn gespart werden muss. Es kommt aber nicht vom Himmel, sondern es hat eine große Geschichte. Sie hat auch etwas mit den letzten beiden Bundesregierungen zu tun. Das ist so. Kein Land hat so schlecht gegen die Inflation gekämpft wie dieses Land. Wir sind Schlusslicht. (Beifall und Zwischenruf.) Das hat eine wissenschaftliche Betrachtung. (Neuerlicher Zwischenruf.) - Hören Sie doch auf! Hören Sie doch einmal zu! Ich höre Ihnen auch zu. Benehmen Sie sich, bitte! (Beifall bei der SPÖ.) Ich glaube, wir müssen Politik in einem großen Zusammenhang begreifen und sehen: Wie gehen wir denn mit diesen Sparvorgaben um? - Das ist das Entscheidende. Wir müssen hier kulturpolitische Prioritäten setzen. Wir haben in diesem Konsolidierungspfad ganz klare Linien vorgegeben, das stimmt. Sie wurden schon genannt. Wir sparen dort, wo wir Resilienzen geschaffen haben. Zum Beispiel gab es gerade beim Konzerthaus in den letzten Jahren wegen Corona und der Herausforderungen eine Steigerung, die enorm war. Das hat aber dazu geführt, dass wir diesen Publikumsverlust wieder auffangen konnten. Jetzt wird es besser besucht denn je - so wie auch andere Institutionen. Das heißt, dass diese gleichgebliebene Förderung in diesem Maße gar nicht mehr notwendig war. Es war daher in diesen vielen Gesprächen, die wir geführt haben, durchaus möglich und auch von Verständnis getragen, dass wir gesagt haben: Bitte, helft jetzt auch mit, dass wir diesen Humus der Vielen, die kleinen Szenen und Vereine, wie zum Beispiel eben auch im Amerlinghaus, ... Das ist wichtig. Wir sind das kleinste Ressort in der Stadt. Wir haben gerade bei den kleinen Vereinen und Institutionen keine Kürzungen vorgenommen, weil wir wissen: Die sind fatal. Ich kann ja nicht alles kompensieren, was sozusagen anderweitig gespart wurde, aber wir sind auf einem guten Weg. Der Ausgabenrahmen für das Kulturbudget 2026 beträgt 354 Millionen EUR. Das bedeutet von 2025 auf 2026 eine Steigerung um rund 5 Millionen EUR oder um 1,4 Prozent. Das ist ein bisschen komisch, hat aber damit zu tun, dass wir jetzt die VHS dazubekommen haben. In Wahrheit ist es also natürlich eine Einsparung, die wir verkraften müssen, nämlich um 26,5 Millionen EUR. Das entspricht einer Reduktion um 7,6 Prozent. Die Tragweite dieser Einsparungen ist mir völlig bewusst. Wir müssen aber einfach schauen, wie wir als Gemeinschaft und als demokratisches Gemeinwesen jetzt auch unsere Verantwortung tragen ohne zu skandalisieren, ohne populistisch aufzuheizen und ohne hier ein Bild zu prägen, das die Leute, die sowieso verunsichert sind - wer ist das nicht in diesen Zeiten - noch mehr in Verunsicherung und Angst treibt. Denn egal woher diese Zurufe und das Skandalisieren kommen: Es ist eine Attacke auf die Demokratie, würde ich sagen, wenn wir jetzt anfangen, politisches Kapital herauszuschlagen, wissend, dass wir alle hier jetzt aufgefordert sind, gemeinsam durch diese Zeiten zu gehen. Wir müssen sachlich argumentieren. Kritik ist immer erlaubt, aber bitte bleiben wir auf der sachlichen Seite. (Beifall bei der SPÖ.) Ich hätte die budgetären Vorgaben, die mir einfach vorgegeben waren, niemals geschafft, hätte ich die unterschiedlichsten freien Szenen - vom Volksliedwerk bis hin zur Basiskultur und zu so vielen Kleininitiativen - jetzt einfach prozentuell gekürzt. Wir hätten wirklich einen Kahlschlag. Stattdessen möchte ich jetzt nicht nur verteidigen, was wir erhalten. Ich möchte eigentlich sagen: Dieses Budget macht auch Raum für Neues auf. Dieses Budget lässt zu, dass wir weiterhin am Ausbau der Kinderkultur arbeiten und dass wir im Sophienspital einen neuen Kulturraum für Künstlerinnen und Künstler aus dem globalen Süden haben, der nicht nur den Süden, sondern auch den Osten und unterschiedliche Weltregionen umfasst. Es gibt neue Räume. Es gibt Räume für die freie Szene. Es gibt Proberäume. Es gibt für die freie Szene mehr Möglichkeiten denn je, in unterschiedlichen Institutionen Platz zu finden, zu probieren und Aufführungen zu machen. Das ist um Gottes Willen nicht nur eine linke Ecke. Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, was das sein soll. Das ist ein sehr wunderbarer, vielfältiger und bunter Strauß von Kulturinitiativen, von Musik, von Genres und von unterschiedlichen Bereichen, die wir stärken, die wir weitergeben und die wir sich auch weiterentwickeln lassen. Die Raumoffensive ist so wichtig. Ich habe gerade am Otto-Wagner-Areal den Spatenstich für das Atelierhaus gemacht. Daran halten wir fest. Die Kulturankerzentren werden weiterhin gestärkt und ausgebaut. Die versorgen nämlich die Grätzeln kulturell in unterschiedlichen Regionen dieser Stadt. Das ist wichtig. Die Leute müssen das spüren. Der Bürger und die Bürgerin sowie alle, die in dieser Stadt leben, müssen in unmittelbarer Nähe Kontakt zu Kunst und Kultur haben. Ja, das ist halt wichtig. Ich kenne auch Daniel Froschauer gut und bin den Philharmonikern - abgesehen davon, dass ich als junge Studierende mit ihnen im Chor singen durfte - natürlich verbunden. Das ist ja alles klar. Davon können wir ja ausgehen. Sie sind aber mächtig und stark. Sie bekommen große Sponsoren. Sie können anders als kleine Vereine einfach große Unterstützer aus der Wirtschaft gewinnen. Unser Anteil, der im Übrigen vor Jahren auch noch von einem anderen Ressort, nämlich vom Tourismus, mitgetragen wurde, ist ein kleiner. Es sind 12 Prozent. Bei aller Liebe, ich war Intendantin. Ich weiß, mit einer solchen Einschränkung kann man noch reagieren. Man kann es trotzdem leben lassen. Auch das "Junge Theater Wien" wird weitergeführt, eine Initiative, die für die nächste Generation wichtig ist, weil wir wollen, dass unsere Theater auch in 20 oder 30 Jahren, wenn wir längst nicht mehr hier im Amt sind, noch voll sind. Es bleibt mein Credo: Kultur und Kunst für alle. Jedem und jeder, egal mit welchem akademischen oder nicht akademischen Background und mit welchem sozialen oder finanziellen Background er oder sie, he, she oder it ausgestattet ist, muss es ermöglicht werden, Kunst und Kultur zu genießen. Deswegen ist das Wien Museum wirklich ein leuchtendes Beispiel. Ja, wir spüren: Auch dieses muss einen Teil tragen. Diese 2,5 Prozent und die 5 Prozent 2027 treffen das Wien Museum, die VHS und auch den WWTF. Das schmerzt. Diese Rückhalteklauseln, die wir in den Verträgen haben und die bei guter Gebarung eigentlich immer mitbedacht werden müssen, sind nicht auf Dauer möglich. Das wissen wir alle. Das ist so in diesen Jahren, die wir durchstehen werden. Wir werden sie gut durchstehen - sozial, vielfältig und einer Metropole entsprechend. Das werden wir schaffen. Deswegen nehmen wir einander echt an der Hand und gehen durch diese Zeiten. Ich habe sie nicht gebucht. Sie haben sie nicht gebucht. Wir sind damit konfrontiert. Wir schaffen das aber, und wir schaffen das nur in Gemeinsamkeit und im Respekt voreinander. Auch wenn es mir manchmal schwerfällt, werde auch ich versuchen, mich immer wieder an der eigenen Knollnase zu packen. Ich habe viel Temperament, Sie wissen das. Ich bin schlagfertig. Ich denke aber schon, dass wir hier auch ein Beispiel für die Zukunft und für die Menschen dieser Stadt geben müssen. Die haben es sich verdient, dass sie sich auf die Kultur der Politik in dieser Stadt verlassen können. Die haben wir. Dafür danke ich Ihnen auch. Ich danke Ihnen auch, dass Sie in der Wissenschaft den Weg gehen. Sie haben völlig recht, Herr GR Gorlitzer: Das ist nur ein Ausschnitt. Das ist nur ein Teil eines großen Geflechts. Für mich kann es nie genug Geld geben. Ich hätte auch genug Ideen für die Wissenschaft. Es gibt jetzt aber tolle Beispiele. Gerade jetzt haben wir erstens ein Institut für Digitalen Humanismus. Das werden wir gemeinsam mit der TU und anderen Universitäten kreieren. Wir haben eine internationale Konferenz zum digitalen Humanismus, weil wir sagen, wir wollen diese Stadt mit diesen ganzen großen internationalen Agenden, der UNO und so weiter, und diesen vielen internationalen Institutionen auch zum Hub des digitalen Humanismus und der digitalen Diplomatie werden lassen. Wir haben mit Florian Krammer, der aus Amerika zu uns gekommen ist, jetzt das LBI SOAP, um hier auch ein partizipatives Forschungsprojekt zu lancieren, das sich um die Wissenschaftsvermittlung und um die Virusresilienz kümmert. Es gibt hier also schon wunderbare Zeichen, die wir auch in die Welt tragen können. Vieles entsteht also. Ich danke, dass dieses Handwerk, mit dem wir das alles erstellt haben - ich will mich da eher wie eine Maßschneiderin am Körper der Stadt, am Körper der Kunst- und Kulturschaffenden beschreiben - mit meinem Team möglich war, mit einer fantastischen MA 7 und ihren ReferentInnen, mit der MA 8 und der MA 9, mit einem wirklich engagierten Kulturausschuss und mit Ihnen allen. Ich bin Ihnen wirklich zu großem Dank verpflichtet und freue mich, dass wir mit Zuversicht in ein neues Jahr gehen können. Glauben Sie mir, auch ich werde an einer Mehrjährigkeit arbeiten. Wenn es möglich ist, werde ich sie auch schaffen. Ich bin da aber in einem bestimmten Punkt sozusagen auch Befehlsempfängerin und muss das auch mittragen. Mir ist aber bewusst, dass wir da selbstverständlich eine Perspektive für die gesamte Kulturlandschaft brauchen. Das werden wir hinbekommen. Wir werden es schaffen. Jetzt wünsche ich Ihnen wirklich eine ruhige, besinnliche und friedvolle Zeit im Restadvent. Weihnachten steht vor der Tür. Kommen Sie gut und sicher und mit Hoffnung und Zuversicht in ein gutes neues Jahr! - Ich danke Ihnen allen. (Beifall bei der SPÖ.) Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Vielen Dank, Frau Stadträtin. - Zur Geschäftsgruppe Kultur und Wissenschaft liegen keine Wortmeldungen mehr vor. Wir unterbrechen nun die Sitzung und setzen sie morgen mit der Beratung der Geschäftsgruppe für Bildung, Jugend, Integration, Transparenz und Märkte um 9 Uhr fort. (Unterbrechung um 21.46 Uhr.) Gemeinderat, 22. WP 16. Dezember 2025 8. Sitzung / 2