Baustart für Wiens ersten "Cooling-Park" im Esterházypark

Ein spektakuläres Parkkonzept gegen die Klimawandel-Hitze feiert im Esterházypark im 6. Bezirk Premiere. Im März 2020 begannen unter strengsten Coronavirus-bedingten Auflagen die Bauarbeiten.

Grafik eines Parks mit Menschen, Bäumen und Wasserfontänen

Bis zum Herbst 2020 gestalten die Wiener Stadtgärten gemeinsam mit dem Bezirk und dem Haus des Meeres den 10.600 Quadratmeter großen Esterházypark zu einem "Cooling-Park" um.

Kühlung um 6 Grad im "Coolspot"

Im Zentrum steht ein einzigartiger rund 30 Quadratmeter großer "Coolspot": ein kreisförmiger, bepflanzter und beschatteter Aufenthaltsort. Der "Coolspot" besteht aus 3 Ringen mit Nebeldüsen und ist knapp 3,40 Meter hoch. Durch die intelligente Bauweise kühlt er die Umgebungstemperatur um bis zu 6 Grad ab.

Spektakulär sind auch die zwei "Klimabäume": die fast 3 Meter hohen Nebelduschen mit einem Durchmesser von bis zu 2,20 Meter kühlen die Umgebung mit feinem Sprühnebel.

Kampf gegen "urbane Hitzeinseln"

Stadträtin Ulli Sima und Bezirksvorsteher Markus Rumelhart

Stadträtin Ulli Sima und Bezirksvorsteher Markus Rumelhart bei der Präsentation des "Cooling-Parks"

Der Beginn der Bauarbeiten findet inmitten der Corona-Krise statt, wodurch strengste Auflagen einzuhalten sind. "Es sind herausfordernde Zeiten und jeder von uns hat sich den Baustart für dieses Pilotprojekt anders vorgestellt. Aber ich gehe davon aus, dass die nun arbeitenden Firmen ein großes Eigeninteresse an der gewissenhaften Umsetzung haben und ich bin froh, dass damit auch wichtige Arbeitsplätze gehalten werden können", sagen Umweltstadträtin Ulli Sima und Bezirksvorsteher Markus Rumelhart. "Gleichzeitig blicken wir in die Zukunft und möchten, dass die Bürgerinnen und Bürger nach der Krise an heißen Tagen im neuen Esterházypark eine angenehme und kühle Zeit verbringen können", so Sima und Rumelhart.

Entsiegelung und neue Bepflanzung

Neben der Kühlung durch Wasser sind Pflanzen ein wesentliches Gestaltungselement des "Cooling-Parks". Durch Entsiegelung von Beton und Asphaltflächen kommen zu den bestehenden Bäumen und Pflanzen neue Gräser- und Staudenbeete sowie Bäume hinzu.

Mehrere schlangenförmige Bänke, die einer ganzen Schulklasse Platz bieten, und über 30 neue Bänke und Stühle schaffen zusätzliche Sitzgelegenheiten für die Besucherinnen und Besucher. Zudem wird der Park durch den Abbruch der Rampe neben der Schadekgasse um mehr als 200 Quadratmeter vergrößert.

Wissenschaftliche Begleitung

Beim innovativen Parkprojekt fließt nicht nur viel Know-how in die Planung und Errichtung. Der "Cooling-Park" wird 2 Jahre lang als Forschungsprojekt begleitet. Dieses beinhaltet sowohl die Evaluation als auch die Anpassung der technischen Maßnahmen und vor allem auch den Wissenstransfer zwischen Forschung und praktischer Umsetzung.

Kooperationen

Die Planung des "Cooling-Parks" erfolgt in enger Zusammenarbeit zwischen dem 6. Bezirk, den Wiener Stadtgärten und dem von der Stadt Wien beauftragten Wiener Landschaftsarchitekturbüro Carla Lo, das für die Planung der Parkneugestaltung im Esterházypark verantwortlich ist. Das Designteam Breathe Earth Collective und die Green4Cities GmbH ergänzen das Konzept mit der kühlenden Architektur und Technik im Park im Rahmen des Forschungsprojektes "Tröpferlbad 2.0". Dabei wurde eine ähnliche Form des "Coolspot" im Mai 2019 am Schlingermarkt errichtet. Dort wurde seine kühlende Wirkung von den Marktbesucherinnen und –besuchern erprobt. Das Projekt "Tröpferlbad 2.0" ist ein Forschungsprojekt im Rahmen des Förderprogramms "Smart Cities Demo - Living Urban Innovations" des Klima-und Energiefonds.

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