Barnabitengasse feiert 30 Jahre Fuzo mit Skulpturenmeile

Die FußgängerInnen-Zone in der Barnabitengasse ist 30 Jahre alt geworden. Zum Jubiläum wurde eine Kunstmeile mit Skulpturengarten eingerichtet.

Skulpturengarten in Mariahilf anlässlich 30 Jahre Fußgängerzone Barnabitengasse

Die FußgängerInnen-Zone in der Mariahilfer Barnabitengasse ist die älteste im Bezirk. Zwischen Mariahilfer Straße und Gumpendorfer Straße rollte so lange der Verkehr, bis sich 1989 ein Teil des barocken Freskos von der Decke der Mariahilfer Kirche löste. Die tonnenschweren Fahrzeuge brachten die Kirche zum Zittern. Noch im selben Jahr setzte sich eine BürgerInneninitiative mit ihrer Forderung durch, in der 200 Meter langen Gasse eine Fuzo zu schaffen.

30 Jahre später feierte der Bezirk den runden Geburtstag. Zum Jubiläum gab es einen Geburtstagskuchen und einen neuen Skulpturengarten in der Gasse. Mariahilfer Künstlerinnen und Künstler erschufen Werke, die als "Kunst im öffentlichen Raum" bis Oktober in der Barnabitengasse stehen bleiben.

Der Skulpturengarten

"Stem Cell Potential" (Stammzellenpotenzial) von Eva Petric

BV Markus Rumelhart und Künstler Eva Petric am Fritz-Grünbaum-Platz vor der Plexi-Glasskulptur Stem Cell Potential

Eva Petric und BV Markus Rumelhart vor dem Kunstwerk "Stem Cell Potential"

Die lebensgroße Plexi-Glasskulptur "Stem Cell Potential" (Stammzellenpotential) fungiert als Totem für die vielen und oft unsichtbaren Arten, über die wir miteinander verbunden sind. Gleichzeitig nimmt das Werk auf das Potential des Flakturms Bezug: als Totem für die Wandlung des 6. Bezirkes sowie als Feier des Lebens. Das Objekt mit seinem freiliegenden, komplizierten Lochmuster symbolisiert die Verbindungen zu den Mariahilferinnen und Mariahilfern, die im Schatten des Flakturms leben.


"Rita" von Helga Schörg

Helga Schörg und ihre Keramikbüste "Rita"

Helga Schörg und ihre Keramikbüste "Rita"

Die Mariahilfer Künstlerin Helga Schörg formte ihre Skulpturen aus Ton. Mit den Fertigkeiten und Kenntnissen des Handwerks begibt sie sich auf das Abenteuer der künstlerischen Umsetzung. Es ist ihr nicht ein Anliegen, einen perfekten Körper darzustellen. Sie konzentriert sich vielmehr auf die Ausdruckskraft ihrer Werke: "Eine innere Vision, im Zustand gesammelter Kraft und offen für Zufälle - den Ton in den Händen" - so arbeitet Helga Schörg. Ton und Glasur ergeben das Zusammenspiel der hochgebrannten Skulptur "Rita".


"Anderssein 1 & 2" von Maja Ettinger-Cecic

Acyrl-Segeltücher mit Vögelmotiven von Maja Ettinger-Cecic zwischen zwei Häusern über die Gasse gespannt

Acyrl-Segeltücher von Maja Ettinger-Cecic

Maja Ettinger-Cecic spannte zwei Segel aus Acryl über die Barnabitengasse. Sie stellen eine Auseinandersetzung mit dem Schwarm und dem Einzelgänger dar. Individuen, die sich in Schwärmen zusammenschließen, machen das aus Schutz vor Räubern. In der Masse fällt man weniger auf, Masse bietet Schutz. Individualität erfordert Mut und Stärke.


"Sputnik" - Kunstobjekt des Wissens und Erinnerns von Rolf Laven

Die Skulptur "Sputnik" aus Metall mit Künstler Rolf Laven

Skulptur "Sputnik" von Rolf Laven

Der Wunsch des Bildhauers Rolf Laven, sich auf nahezu enzyklopädische Weise eine Vorstellung von der Welt und ihren aufgeladenen Objekten zu machen, bestimmt seine Themen, Ausdrucksformen und künstlerischen Prozesse. Es spielt keine Rolle, ob es sich dabei um kulturhistorisch bedeutsame Urformen, morphologische Versatzstücke wie stählerne Kapseln und Kartuschen oder um philosophische Auseinandersetzungen mit Themen wie "Post-Positivismus" oder "Sputnik Shock" handelt. Sie bedeuten im Rahmen seines künstlerischen Schaffens zugleich eine Auseinandersetzung mit Alltagsästhetik, Design und (Kunst-)Geschichte. Für seine Skulptur aus Stahl baut der Künstler Köpfe von industriell genutzten Gasflaschen zusammen. Das Überführen der geometrischen Elemente in neue Fragestellungen und Ästhetiken mündet in die konstruktivistisch-konkrete (Kunst-)Form, wobei die humorige Titelfindung Hinweise für mögliche Narrative gibt.


"Kopffüßler" von Gerald Martineo

Künstler Gerald Martineo neben seiner Skulptur Kopffüßler

Gerald Martineo neben seiner Skulptur "Kopffüßler"

Zum zweiten Mal ist eine Büste von Gerald Martineo, der in der Gumpendorfer Straße sein Atelier hat, in der FußgängerInnen-Zone aufgestellt. Das Objekt "Kopffüßler" entstand bei der Auseinandersetzung mit Hieronymus Bosch. Der Künstler sägte es mit einer Motor-Kettensäge aus einem Lindenstamm. Der "Kopffüßler" soll Licht ins Dunkel der Ausgrenzungen bringen sowie der Betrachterin und dem Betrachter einen weiten Horizont der Vielfalt.

Heinrich Lerschs Skulptur

Überwiegend aus Wellpappe formte der Mariahilfer ein in sich verwobenes Wahrzeichen verschiedenster Bauwerke des 6. Bezirkes. Er durchmischt malerisch und plastisch Gründerzeit-Architektur mit der Ornamentik der europäischen Kunstgeschichte und schlichten Nachkriegsbauten. Auf die Spitze setzte Heinrich Lersch den Flakturm. Kunstharz macht das Objekt wetterresistent.

"Planetarier": Skulpturen von De Es Schwertberger

Die "Planetarier" wurden 1996 zum ersten Mal beim Stadtfest in der Wiener Innenstadt gesichtet. Im Sommer 2000 umgaben 100 Dieser Skulpturen den Lebensbaumkreis Am Himmel. Zwei davon haben nun vor der Mariahilfer Kirche Platz gefunden. Die freundlichen Botschafter aus der Dimension der Ganzheit erinnern uns an unsere wahre Größe und innere Stärke. Sie wurden alle aus Polyester hergestellt, haben dieselbe Form und unterscheiden sich durch individuelle Bemalungen. Sie sind integraler Bestandteil des Gesamtkunstwerkes Friedensdom und stehen für Welteinheit, Weltfrieden und Weltkultur.

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