Online an Opfer gedenken

Mit dem virtuellen Werkzeug "Memento" lassen sich die Schicksale und Wohnorte von rund 900 Mariahilfer Opfern des Nationalsozialismus recherchieren.

Im Smartphone sieht man das historische Gebäude, vor dem die Person mit dem Smartphone steht.

Das Online-Tool für mobile Endgeräte informiert über Mariahilfer Opfer des Nationalregimes.

Das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes bietet ab sofort auf Memento Wien eine umfangreiche Datenbasis zu den Opfern des Nationalsozialistischen Regimes im 6. Bezirk. Das für mobile Endgeräte optimierte Online-Tool informiert über etwa 900 Mariahilfer Todesopfer. Über den Stadtplan rückt die Internetseite die letzten Wohnadressen der Ermordeten, eine Reihe von Archivdokumenten sowie einige Fotos zu Personen und Gebäuden in den Blickpunkt. Interessierte haben dadurch die Möglichkeit, die Geschichte ihrer Umgebung zu erforschen. Sie erfahren Wissenswertes über die Schicksale der Verfolgten.

Das jüdische Leben vor 1938 in Mariahilf

In Mariahilf war vor dem "Anschluss" 1938 eine rege jüdische Gemeinde beheimatet. Laut Volkszählung 1923 lebten im 6. Bezirk 8.941 jüdische Bewohnerinnen und Bewohner. Im Sommer 1938 finden sich noch rund 3.650 Jüdinnen und Juden aus Mariahilf in der Auswanderungskartei der Israelitischen Kultusgemeinde Wien. Ab 1939 konzentrierten die Nationalsozialisten die jüdische Bevölkerung durch massenhafte Zwangsumsiedlungen innerhalb Wiens entlang des Donaukanals.

Nationalsozialistische Einrichtungen, die für die Vertreibung und Deportation eine wichtige Rolle spielten, werden durch Memento Wien ebenso erkennbar gemacht wie mehrere jüdische Institutionen, die Menschen bei der Flucht und dem Überleben in Wien beistanden.

Infos zu politischem Widerstand in Mariahilf ab 2019

Das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes erweitert Memento kontinuierlich um neue Informationen. Ab März 2019 werden auch Opfer der politischen Verfolgung berücksichtigt und die Geschichte von Widerstand und politischer Verfolgung an verschiedenen Punkten Mariahilfs gezeigt. "Ziel ist ein lebendiges Archiv, das Einzelschicksale in der unmittelbaren Umgebung aufzeigt", erklärt Bezirksvorsteher Markus Rumelhart.

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