Malva-Schalek-Hof: Mariahilf ehrt vom NS-Regime ermordete Künstlerin

Ein Gemeindebau in der Dürergasse im 6. Bezirk wurde nach Malva Schalek benannt. Die Mariahilfer Malerin wurde 1944 von den Nazis im KZ Auschwitz ermordet.

Stadträtin Kathrin Gaál und Bezirksvorsteher Markus Rumelhart betrachten die Gedenktafel für Malva Schalek

Stadträtin Kathrin Gaál und Bezirksvorsteher Markus Rumelhart vor der Gedenktafel für Malva Schalek

Am 17. Oktober 2019 fand die feierliche Namensgebung durch Wohnbaustadträtin Kathrin Gaál und Bezirksvorsteher Markus Rumelhart statt.

"Mit der Hofbenennung erinnert die Stadt Wien nicht nur an eine besondere Persönlichkeit der heimischen Kunstszene, sondern auch an das unvorstellbare Leid Malva Schaleks und der jüdischen BewohnerInnen Wiens während des Nationalsozialismus", so Stadträtin Kathrin Gaál.

Erinnerung und Anerkennung

Der Malva-Schalek-Hof befindet sich in der Dürergasse 5, nur wenige Gehminuten vom ehemaligen Atelier der Künstlerin über dem Theater an der Wien entfernt.

Bezirksvorsteher Markus Rumelhart: "1938 floh die Mariahilfer Künstlerin Malva Schalek vor den Repressalien des NS-Regime. Mit der Benennung der Wohnhausanlage erinnern wir an ihr Schicksal und möchten ihre Leistungen gebührend anerkennen".

Malva Schalek - Künstlerin als Opfer des Nationalsozialismus

Malva Schalek wurde am 18. Februar 1882 in Prag in eine deutschsprachige jüdische Familie geboren. Bereits in ihrer Kindheit hatte sie häufig Kontakt mit Intellektuellen, die sich im Buchladen ihres Vaters trafen.

Schalek begann ihre künstlerische Karriere in München an der Frauenakademie, ehe sie ihr Kunststudium in privatem Unterricht in Wien fortsetzte. In ihrem Atelier über dem Theater an der Wien arbeitete sie vor allem als Portraitmalerin. Damit erwarb sie sich schnell einen Namen innerhalb der Kunstszene. Für großes öffentliches Aufsehen sorgte Schalek damals auch mit einer Ausstellung über Frauen in Beruf und Gesellschaft.

Vor den Nazis nach Prag geflohen, wurde sie von dort 1942 nach Theresienstadt deportiert. Hier entstanden hunderte Zeichnungen und Aquarelle, die die Lebensumstände der Verfolgten zeigten.

Am 18. Mai 1944 wurde Malva Schalek in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert und dort in weiterer Folge ermordet.

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