Mariahilfer Kirche

Die erste Friedhofskapelle

Die Mariahilfer Kirche anno 2004

Am höchsten Punkt des Hügels an den Abhängen des linken Ufers des Wienflusses wurde eine kleine hölzerne Friedhofskapelle errichtet. Sie wurde gemeinsam mit dem Friedhof am 19. April 1660 von Bischof Philipp Friedrich von Breuner geweiht. Der einzige Schmuck dieser bescheidenen Kapelle war das gestiftete Gnadenbild "Mariahülf", das bald das Ziel vieler Wallfahrer aus Wien und Umgebung wurde.

Diese Mariendarstellung ist eine Nachbildung des Gnadenbildes am Mariahilfer Berg bei Passau, welches wieder eine Kopie des Gnadenbildes in der Stadtpfarrkirche zu Innsbruck darstellt. Allen drei Bildern sagt die Geschichte wundertätige Kräfte nach. In vielen "Mirakelbüchern" - teilweise bis heute in der Mariahilfer Bibliothek erhalten - wird über wundersame Heilungen berichtet.

Das Wallfahrtswesen wurde immer intensiver. So errichteten die Barnabiten in den Jahren 1668 und 1669 eine steinerne Kapelle samt Wohngebäude für Priester. Bei der Zweiten Türkenbelagerung Wiens im Jahre 1683 wurden das Gebäude zerstört. Das Gnadenbild konnte jedoch rechtzeitig vom damaligen Mesner Eduard Lampel innerhalb der Stadtmauern in Sicherheit gebracht werden.

Die neue Kirche

In den Jahren 1686 bis 1689 erbauten Sebastian Carlone und der Steinmetz Ambrosio Ferrati eine neue Kirche. Am 14. August 1689 wurde das Gnadenbild von Kardinal Kollonitsch im Geleit des Kaiserhauses und rund 30.000 Wienern und Wienerinnen wieder zurückgebracht. Bis heute findet zum Gedenken daran jeden Herbst eine Prozession von Sankt Stephan nach Mariahilf statt. Das Gnadenbild wird jedoch nur noch zu besonderen Anlässen in diesem Zug mitgetragen.

Die Kirchenerweiterung

Ab 1711 wurde nach den Plänen von Franziskus Jänckl die Kirche in ihrer heutigen Gestalt errichtet. 1714 wurden die Chorpartien umgebaut und das Langhaus errichtet, 1715 waren die Türme der Westfassade - zur heutigen Mariahilfer Straße gerichtet - im Rohbau fertig. Zwischen 1721 und 1726 wurden die Türme mit Kupfer gedeckt und die Westfassade mit Statuen und Reliefs von J. Jakob und Ignatius Gunst geschmückt.

Bauliche und denkmalpflegerische Maßnahmen der letzten Jahrzehnte

Im Jahre 1960 wurden anlässlich der Dreihundertjahrfeiern die teilweise hölzernen Marmoraltäre neu bemalt. In den Jahren 1950 bis 1955 und 1982 wurden die Außenfassaden der Kirche saniert und restauriert, von 1986 bis 1988 wurde der Innenraum der Kirche ebenfalls saniert und die Fresken an Decken und Wänden restauriert.

Massive Putzschäden, die Durchfeuchtung des Mauerwerkes und die zunehmende Verschmutzung machten im Jahr 2003 eine neuerliche Fassadeninstandsetzung dringend erforderlich, um ein noch größeres Schadensausmaß zu verhindern. Vorerst wurde an der Westfront und den beiden Kirchtürmen samt den Statuen und Reliefs gearbeitet.

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