Von den Vorstädten zum Bezirk

Am 6. März 1850 wurde durch eine kaiserliche Entschließung die völlige Einbeziehung der Vorstädte zu Wien rechtskräftig. Durch den Zusammenschluss der Vorstädte Gumpendorf, Laimgrube, Windmühle, Mariahilf und Magdalenengrund entstand ein neuer Bezirk mit dem Namen "Mariahilf". Die alten Vorstädte hatten damals durch ihr immer stärkeres Zusammenwachsen bereits ihren ländlichen Charakter verloren. Aus mehreren voneinander getrennten Dörfern war ein geschlossenes städtisches Viertel entstanden.

Durch die Eingemeindung der Vorstädte vergrößerte sich das Gebiet der Residenzstadt Wien auf acht Bezirk. Mariahilf war damals der fünfte Bezirk. 1861 wurde der Bezirk Wieden geteilt. Der Bezirk Margareten entstand und infolge der Nummerierungsverschiebung ist Mariahilf seither der 6. Wiener Gemeindebezirk. Mariahilf verlor allerdings einen beträchtlichen Teil der alten Vorstädte Laimgrube und Mariahilf (mit fast 8.000 Einwohnerinnen und Einwohnern) an den 7. Bezirk, da die Mariahilfer Straße zur Bezirksgrenze erklärt worden war.

Bevölkerungszahlen anno dazumal

Im Jahr 1862 standen auf dem Gebiet des 6. Bezirkes mit einer Fläche von 137 Hektar insgesamt 1.052 Häuser. Die Bevölkerungszahl betrug im Jahr 1869 genau 66.391 Einwohnerinnen und Einwohner. 1892 wurde die Bezirksgrenze bis zum Gürtel hinaus gerückt, dadurch wurde die Grundfläche Mariahilfs auf 145 Hektar vergrößert.

Im Zuge der weiteren Entwicklung erhöhte sich zwar die Zahl der Häuser. 1910 waren es 1.163. Die Bevölkerungszahl nahm jedoch stetig ab. Hatte Mariahilf 1910 noch 64.218 Einwohnerinnen und Einwohner, so waren es 1934 nur mehr 49.785. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte sich diese Tendenz weiter fort.

Quelle: Mariahilf - Das Buch zum Bezirk

Verantwortlich für diese Seite:
Bezirksvorstehung Mariahilf
Kontaktformular