Der Vorort Mariahilf

Er entstand aus drei Rieden: "Im Schöff", "Im Gern" und "Grüner Scho" (Grüner Anger). Zwischen 1571 und 1574 wurde gegenüber der Vorstadt Windmühle inmitten der Weinberge das erste Häuschen errichtet. Fast neunzig Jahre lang blieb es dann das einzige Haus in diesem Gebiet.

In den Weingärten des Bürgerspitals wurde dann im Jahr 1660 von den Barnabiten ein Friedhof mit Holzkapelle und einem Mesnerhaus gebaut. In der Kapelle wurde eine Kopie des Passauer Gnadenbildes von Lukas Cranach dem Älteren mit dem Namen "Maria Hilf" aufgestellt. Heute befindet es sich in der Mariahilfer Kirche. Rund um diese Kapelle wurden dann mehrere Häuser errichtet. Diese kleine Siedlung war der Ausgangspunkt für die spätere Vorstadt. Schon vor der zweiten Türkenbelagerung war der westliche Teil der Mariahilfer Straße verbaut. Hier bestanden schon damals drei Wirtshäuser mit Weinausschank.

Kaum war die Pestepidemie von 1679 halbwegs überwunden, kam schon die zweite Türkenbelagerung: Aus strategischen Gründen wurden alle Häuser außerhalb der Stadtmauern in Brand gesteckt. Die Weinkeller verwüsteten dann die Türken.
Nach erfolgreicher Abwehr der heidnischen Heerscharen dehnte das Domkapitel von Sankt Stephan seine Grundherrschaft über die Vorstadt durch massive Zukäufe aus, bis es schließlich 1708, mit Ausnahme des Barnabitenfriedhofes, über ganz Mariahilf verfügte.

Reichspoststraße bringt Aufschwung

Das Gebiet wurde nun einheitlich parzelliert und verbaut. Dies geschah in für damalige Zeiten rasantem Tempo. Der Umstand, dass die Reichspoststraße nach Linz und die Straße nach Schönbrunn durch Mariahilf führte, trug mit zum Aufschwung des Vorortes bei. Mitte des 18. Jahrhunderts erwarb Fürst Kaunitz hier ein großes Anwesen, das von der Mariahilfer Straße bis zum Wienfluss reichte.

Quelle: Mariahilf - Das Buch zum Bezirk

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