Der Vorort Magdalenengrund

Klein und gar nicht fein

Der Ort gehörte zu den kleinsten Vorstädten Wiens und entwickelte sich auch relativ spät. Erst um 1700 entstand dieser zwischen Gumpendorf und Laimgrube gelegene Bezirksteil. Er lag an einer steilen Anhöhe des Wienufers, deshalb waren die Häuser in den Hang gebaut und bildeten finstere, winkelige Gässchen. Zuerst hieß er "Im Saugraben an der Wien auf der Gstätten", wurde aber bald vom Volksmund "Ratzstadl" genannt.

Der Name "Magdalenengrund" leitet sich von der am Stephansplatz gelegene Maria-Magdalenen-Kapelle ab, deren Bruderschaft damals Grundeigentümer dieses Gebietes war. Die Umrisse der ehemaligen Kapelle sind heute durch eine mehrfärbige Pflasterung am Stephansplatz markiert. Durch Grundstücksspekulation in kleinem Rahmen kam es zu einer äußerst engen Verbauung des Gebietes, das noch dazu von Ungeziefer und Wassermangel geplagt wurde. Während sich unten am Ufer des Wienflusses Obst-, Blumen- und Gemüsekulturen mit gastlichen "Salettln" ausbreiteten, herrschte in den verwinkelten Treppenanlagen des "Kauntizbergls" oft das nackte Elend.

1799 erwarb die Stadtgemeinde Wien den Magdalenengrund vom Religionsfonds, 1832 zählte er bereits 1.240 Einwohnerinnen und Einwohner. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts wurde mit der systematischen "Regulierung" des engen Viertels begonnen. Der letzte Teil des alten Baubestandes fiel schließlich einer nach dem zweiten Weltkrieg durchgeführten Sanierung zum Opfer.

Quelle: Mariahilfer Bezirksbuch

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