Der Vorort Laimgrube

Er wurde nach den Gruben benannt, in denen an den Abhängen des Wienflusses Lehm für die Ziegelgewinnung abgebaut wurde. Im Bajuwarischen hießen diese Lehmgruben "Lamgrueben". Bereits 1370 war hier eine Lehmgrube bekannt. Es entstanden zahlreiche Ziegelhütten, die damals noch von Weingärten umgeben waren. Ein Plan aus dem 16. Jahrhundert zeigt die Gegend durchsetzt mit Wein- und Safrangärten, Ziegelhütten, Gebäuden und Gärten.

Die Laimgrubenkirche wird gebaut

Herzog Albrecht II. ließ gemeinsam mit seiner Gemahlin unweit der heutigen Laimgrubenkirche eine Kapelle errichten, die dem Heiligen Theobald und der Heiligen Katharina geweiht war. 1348 gründeten sie ein Versorgungshaus (Spital), das 1354 in ein Kloster der Clarissinnen umgewandelt wurde. Solche Spitals- und Klostergründungen erfolgten meistens dort, wo große Fernstraßen das Wiener Stadtgebiet erreichten. So wollte man Reisende noch vor den Toren der Stadt auffangen, um zu verhindern, dass sie möglicherweise Krankheiten und Seuchen einschleppen.

1451 übergab Kaiser Friedrich III. Kloster und Kirche dem Franziskanerorden. Einer der bedeutendsten Männer des Ordens, Johannes von Capistran, kam nach Wien und wirkte hier durch seine berühmten Bußpredigten. Die "Capistrankanzel" an der Außenseite des Stephansdomes erinnert noch heute daran. Mitte des 15. Jahrhundertes wurde bei Sankt Theobald eine Befestigungsanlage mit Torturm errichtet. Diese zerstörten jedoch die Türken samt dem Kloster im Jahre 1529. Nur der alte Pfarrhof an der Ecke Mariahilfer Straße und Rahlgasse überstand den Türkensturm. Bei der zweiten Belagerung 1683 wurde aber auch er schwer beschädigt.

Im 18. Jahrhundert gehörte der Spittelberg zur Laimgrube

Zur Zeit Maria Theresias dehnte sich die Vorstadt bis über die Mariahilfer Straße aus. Sogar ein Teil des Spittelbergs gehörte damals zur Laimgrube. Die Häuser müssen recht groß gewesen sein, denn 1733 zählte die Laimgrube zwar nur 40 Häuser aber bereits über 6.000 Einwohnerinnen und Einwohner.

Quelle: Mariahilf - Das Buch zum Bezirk

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