Der Vorort Gumpendorf

Er entstand rund 1000 nach Christus entlang einer römerzeitlichen Straße (später: Liesinger Weg). Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte in den Jahren 1135/40. Der Name dürfte sich aus der Bezeichnung "Gumpe" herleiten, was soviel wie Tümpel bedeutet - und derer gab es nach den Überschwemmungen des Wienflusses genügend.
Im 15. Jahrhundert kam es zu vermehrtem Zuzug. Während der Türkenbelagerung 1529 wurde der Ort aber samt dem dazugehörigen Herrschaftssitz, dem Gumpendorfer Schloss, zur Gänze zerstört. Bei der zweiten Belagerung 1683 wurde das Dorf abermals zerstört. 1704 erfolgte der Bau des Linienwalls, wodurch Gumpendorf weitgehend vor Überraschungsangriffen gesichert war, aber auch seinen natürlichen Westausgang verlor. Weiters hatte die Ortschaft ständig unter den Hochwässern des Wienflusses zu leiden: Ein ganz besonders verheerendes ereignete sich im Jahre 1785.

Gumpendorf: Beliebtes Ausflugsziel für Adelige

Im 18. Jahrhundert war der idyllische Vorort eine beliebte Sommerfrische für viele Adelsgeschlechter, die hier ihre Sommersitze und Gärten unterhielten, zum Beispiel die Familie Kaunitz, Ahrenberg und Khevenhüller. 1798 gelangt der Vorort Gumpendorf nach Jahrhunderten wechselnder Herrschaft (unter anderem durch die Familien Capellen, Muschinger, Mollard und Meraviglia sowie durch das oberösterreichische Frauenkloster Pulgarn und das Schottenstift) unter die Verwaltung des Wiener Magistrates, nachdem die Gemeinde Wien Grund und Herrschaft käuflich erwarb. Im 19. Jahrhundert erfolgte im Zuge der beginnenden Industrialisierung ein sprunghafter Bevölkerungsanstieg. Gumpendorf wurde neben dem Schottenfeld Mittelpunkt der Wiener Industrie. Im Jahr 1783 existierten erst 165 Häuser mit 4.821 Bewohnerinnen und Bewohnern. 1827 verzeichnete man bereits 605 Häuser und 29.478 Einwohnerinnen und Einwohner.

Quelle: Mariahilf - Das Buch zum Bezirk

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