Ausstellungen der Wienbibliothek

"So schön kann Wissenschaft sein!" Zeitkapseln aus der Sammlung Brigitte Hamann

Am 4. Oktober 2016 verstarb mit der Historikerin und Biografin Brigitte Hamann eine der populärsten Wissenschaftlerinnen Österreichs und des deutschsprachigen Raums.

Ihr Credo formulierte sie 1995 in einem Text zur Frankfurter Buchmesse so: "Es ist eine Freude, in Österreich Historiker zu sein. Öffentliche wie private Archive sind bis zu den Dachböden vollgestopft mit oft noch ungesichteten Quellen aus früheren Jahrhunderten. Wer die richtige Spürnase hat, kann jederzeit wichtige Funde machen."

Viele Materialien erwarb Brigitte Hamann mit dem Ziel, sie auch in Buchform publik zu machen. Was ihr verwehrt blieb, unternimmt nun die Ausstellung der Wienbibliothek im Rathaus, die unter dem Titel "So schön kann Wissenschaft sein!" erstmals diese spannenden Zeitkapseln öffnet und präsentiert.

Zu sehen von 2. Juni 2017 bis 26. Januar 2018 im Ausstellungskabinett der Wienbibliothek.


"BLITZLICHTER" - Das Populärkulturelle Archiv der Wienbibliothek

Ausstellungsplakat Blitzlichter

Seit dem Jahr 2015 baut die Wienbibliothek im Rathaus kontinuierlich das Pop(ulär)kulturelle Archiv auf und sammelt Vor- und Nachlässe sowie Konvolute an Materialien von zeitgenössischen Musikschaffenden aus Wien.

Vorläufer und Grundlagen für dieses Projekt waren die Übernahme der Sammlung Stefan Weber im März 2002, die laufende Sammeltätigkeit im Bereich der Populärkultur in den fünf Sammlungen der Wienbibliothek und die Kooperation mit den Herausgebern der Publikation "WienPop. Fünf Jahrzehnte Musikgeschichte, erzählt von 130 Protagonisten", erschienen 2013 im Falter Verlag.

Die Ausstellung "Blitzlichter" zeigt erstmals eine Auswahl an Materialien der neu übernommenen Musikersammlungen. Zu sehen sind zweidimensionale Objekte wie Songtexte, Fotos, Flyer, Plakate, Programme, Pressestimmen, Korrespondenzen sowie persönliche Dokumente der Band Bambis, des Bluesmusikers Al Cook, der Band Geduldig und Thimann, des Liedermachers Sigi Maron, des Schlagzeugers Rudi Staeger, der Bands Graf Hadik und Chuzpe, der Frauen-Punkband A-Gen 53 und Teile des Konvoluts an Flyern und Plakaten von Conny de Beauclair.

Zu sehen von 8. September 2017 bis 2. Februar 2018 im Foyer der Wienbibliothek.


"Der Pianist Wiens" Alfred Grünfeld (1852-1924)

Druck "Alfred Grünfeld auf einem "Vollblut-Bösendorfer Imperial" die hohe Schule reitend"

Alfred Grünfeld war vor 100 Jahren eine der berühmtesten Künstlerpersönlichkeiten der Stadt und der "Pianist Wiens". Seine Konzerte waren künstlerische und gesellschaftliche Top-Ereignisse in Wien. Er spielte neben dem klassischen und romantischen Klavierrepertoire Werke von Freunden und Zeitgenossen, begeisterte mit seinen Schumann-, Schubert- und Brahms-Interpretationen sowie mit eigenen Kompositionen.

Berühmt geworden ist Alfred Grünfeld schon zu Lebzeiten mit seinen virtuosen Transkriptionen nach Melodien von Johann Strauss. Grünfeld komponierte an die 100 Klavierwerke (Virtuosenstücke, Salonmusik, Lieder), der Großteil davon ist zu seinen Lebzeiten nicht gedruckt worden.

Er nutzte auch aktuelle Aufnahmetechniken für sich: 1889 spielte er die Wachsrollen für Edison Phonograph ein, ab 1899 machte er Schallplatten-Aufnahmen und ab 1905 wurden nach seinem Spiel Notenrollen für Reproduktionsklavier (Welte Mignon) und Kunstspielklavier (Phonola) gestanzt.

Die Ausstellung in der Musiksammlung der Wienbibliothek porträtiert den vielseitigen Künstler anhand von Exponaten aus dem Alfred-Grünfeld-Teilnachlass in der Wienbibliothek im Rathaus, dem Wien Museum Karlsplatz und dem Privatbesitz Isabella Sommer.

Zu sehen von 10. November 2017 bis 4. Mai 2018 in den Loos-Räumen in der Bartensteingasse.


"Wir wissen es, daß diese Beamtenschaft ihre Pflicht auch im neuen Wien tun wird" - Die Wiener Stadtverwaltung 1938

Cover des Begleitbandes "Wir wissen es, daß diese Beamtenschaft ihre Pflicht auch im neuen Wien tun wird" Die Wiener Stadtverwaltung 1938

Die Wienbibliothek nimmt das Jahr 2018 zum Anlass, im Rahmen einer Ausstellung einen Blick auf die Wiener Stadtverwaltung nach dem "Anschluss" im März 1938 zu werfen. Dieser Blick lässt sich aus zwei Perspektiven einnehmen: aus jener der öffentlichen Wahrnehmung mit den mehr oder weniger bekannten Bildern der Propaganda, Repräsentation, Repression und Verfolgung, aber auch aus jener der städtischen Bediensteten.

16 Stationen im Ausstellungskabinett behandeln - jeweils aus einer öffentlichen und einer "Schreibtisch"-Sicht - unterschiedlichste Facetten kommunalen Handelns. Der zeitliche Bogen spannt sich von der Machtergreifung im März 1938 bis zur Einführung der Gauverfassung durch das "Ostmarkgesetz" im Mai 1939.

Weitere Elemente der Ausstellung bieten einen Blick auf die politische Topographie des Rathauses in der NS-Zeit (Gang vor der Bibliothek sowie an ausgewählten Stellen im Rathaus) und behandeln Kontinuitäten wie Diskontinuitäten in der Arbeit der Bibliothek von 1938 bis 2018 (Foyer).

Zu sehen von 23. Februar bis 21. September 2018 im Ausstellungskabinett und im Foyer der Wienbibliothek.

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