Ausstellungen der Wienbibliothek

"100 % Schlager - Wiener machen Schlager 1918-1938"

Ausstellungsplakat 100% Schlager

Der Schlager ist das erfolgreichste Produkt der Musikindustrie im 20. Jahrhundert.

Er ist hitverdächtiges Einzelphänomen oder konstitutiver Bestandteil von Unterhaltungsformaten wie Operette, Revue, Kabarett und Film. Seine Stilistik für die Funktion als Tanzmusik, insbesondere als Foxtrott und Tango, verfestigt sich nach 1918 zu normierten Formen. Zusätzlich sind für den Schlager Radio und Tonfilm, die neuen Massenmedien der 1920er-Jahre, wichtige Multiplikatoren.

Die Bestände in der Musiksammlung der Wienbibliothek im Rathaus bieten einen repräsentativen Querschnitt der Unterhaltungsmusik dieser Zeit, von der Fülle an Musikdrucken bis hin zu Originalpartituren für Filmmusik, beispielsweise von Hans Lang und Anton Profes.

Die in Wien beziehungsweise in Österreich-Ungarn geborenen Komponisten, Textautoren und eine Komponistin, die zum Genre des deutschsprachigen Schlagers zwischen 1918 und 1938 einen prominenten Beitrag leisten, stehen in dieser Ausstellung im Vordergrund.

Zu sehen von 26. September 2018 bis 8. März 2019 in den Loos-Räumen in der Bartensteingasse.

"Geist versus Zeitgeist: Karl Kraus in der Ersten Republik"

Porträtaufnahme Karl Kraus

Karl Kraus (1874 bis 1936) zählt zu den einflussreichsten und sprachgewaltigsten Persönlichkeiten der Wiener Moderne. Viele seiner Aphorismen sind weltweit präsent und sein Antikriegsdrama "Die letzten Tage der Menschheit" wird in vielen Sprachen aufgeführt.

Dennoch ist er, wie der Bestsellerautor Jonathan Franzen schrieb, eigenartig "fremd", weil seine Arbeit auf so besondere Weise an längst vergessene Kontroversen und Konflikte der österreichischen und deutschen Zeitgeschichte geknüpft war. Sein scharfer Blick für Phrasen und Lügen wie auch sein erhellender, aufklärerischer Sprachwitz sind allerdings in Zusammenhang mit politischen Entwicklungen und neuen Medien aktuell wie nie zuvor.

Die Ausstellung der Wienbibliothek im Rathaus zeigt den "Zeitkämpfer" Karl Kraus in der politisch bewegten Periode zwischen dem Ende des Ersten Weltkriegs und der Machtergreifung faschistischer Regime in Europa.

Vier "Räume" sind dem Leben von Karl Kraus abseits seiner Tätigkeit als Herausgeber und Autor der 922 Nummern umfassenden "Fackel" gewidmet. In all diesen Räumen und ihrer Umgebung werden die reichen Bestände des Kraus-Archivs erstmals in ihrer Fülle gezeigt und geben einen Eindruck von den vielen Facetten des Karl Kraus.

Zu sehen von 19. Oktober 2018 bis 29. März 2019 im Ausstellungskabinett der Wienbibliothek.

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