Ausstellung "Wir wissen es, daß diese Beamtenschaft ihre Pflicht auch im neuen Wien tun wird" - Wienbibliothek im Rathaus

Die Wiener Stadtverwaltung 1938

Cover des Begleitbandes "Wir wissen es, daß diese Beamtenschaft ihre Pflicht auch im neuen Wien tun wird" Die Wiener Stadtverwaltung 1938

Cover des Begleitbandes "Wir wissen es, daß diese Beamtenschaft ihre Pflicht auch im neuen Wien tun wird" - Die Wiener Stadtverwaltung 1938

Die Wienbibliothek nimmt das Jahr 2018 zum Anlass, im Rahmen einer Ausstellung einen Blick auf die Wiener Stadtverwaltung nach dem "Anschluss" im März 1938 zu werfen. Dieser Blick lässt sich aus zwei Perspektiven einnehmen: aus jener der öffentlichen Wahrnehmung mit den mehr oder weniger bekannten Bildern der Propaganda, Repräsentation, Repression und Verfolgung, aber auch aus jener der städtischen Bediensteten.

Welche Auswirkungen hatten die politischen Änderungen auf die Beamtenschaft? In welchem Ausmaß kamen sie ihrer "Pflicht" nach, wie es im Eingangszitat von NS-Bürgermeister Hermann Neubacher (zitiert nach: Das Kleine Blatt, 18. März 1938) formuliert wurde? Konnten sie individuelle Spielräume nutzen?

16 Stationen im Ausstellungskabinett behandeln - jeweils aus einer öffentlichen und einer "Schreibtisch"-Sicht - unterschiedlichste Facetten kommunalen Handelns. Der zeitliche Bogen spannt sich vom "Anschluss" im März 1938 bis zur Einführung der Gauverfassung durch das "Ostmarkgesetz" im Mai 1939. Thematisch behandelt die Ausstellung - die fast ausschließlich aus Beständen der Wienbibliothek gespeist wird - temporäre Erscheinungen jener Zeit wie die Eingemeindung von 97 niederösterreichischen Ortschaften zu "Groß-Wien" oder die Verpachtung Wiener Gründe für den Betrieb des KZ Mauthausen ebenso wie bis heute gültige Veränderungen im Magistrat, etwa die Einrichtung des Kulturamtes der Stadt Wien oder die Schaffung von Standesämtern.

Weitere Elemente der Ausstellung bieten einen Blick auf die politische Topografie des Rathauses in der NS-Zeit (Gang vor der Bibliothek) und behandeln Kontinuitäten wie Diskontinuitäten in der Arbeit der Bibliothek 1938/2018 (Foyer).

Begleitend erscheint ein reich illustrierter Sammelband, in dem unter anderem der Zeithistoriker Gerhard Botz die Entwicklung des Forschungsfeldes "Wien im Nationalsozialismus" anhand seiner eigenen Forschungsbiografie Revue passieren lässt.

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