Franz Liszt

Franz Liszt (1811 bis 1886) ist einer der bedeutendsten Komponisten und Klaviervirtuosen, die Österreich je hervorgebracht hat. Er erhielt seine Ausbildung in Wien und kehrte im Laufe seines Lebens immer wieder nach Wien zurück.

Liszt im Alter von der Seite fotografiert, mit langem weißen Haar und in schwarzem Anzug

Franz Liszt im Jahr 1886

Sein Geburtsort Raiding (heute Burgenland) befand sich zur Zeit seiner Geburt auf dem Gebiet des Kronlandes Ungarn der Habsburgermonarchie.

Liszt wurde in eine deutschsprachige Familie hineingeboren. Sein Vater, Adam List (er schrieb seinen Namen ohne das zusätzliche "z"), war Amtsschreiber beim Fürsten Esterházy und ein Amateurmusiker, der in der Esterházyschen Hofkapelle Violine und Cello spielte. Er entdeckte und förderte das musikalische Talent seines Sohnes, der ein Wunderkind war, in höchstem Maße.

Unterricht bei Czerny und Salieri in Wien

Seinen ersten öffentlichen Klaviervortrag gab Liszt im November 1820 im Alter von neun Jahren in Ödenburg (heute Sopron). Bald darauf folgte ein weiteres Konzert in Pressburg (heute Bratislava), dieses bereits mit eigenen Kompositionen. 1822 beschloss der Vater, mit seiner Familie von Raiding nach Wien zu übersiedeln, um seinem Sohn eine profunde musikalische Ausbildung zu ermöglichen. Esterházy und andere ungarische Magnaten hatten ihm ein großzügiges Stipendium gewährt.

Zunächst fragte der Vater bei dem wohl berühmtesten österreichischen Pianisten seiner Zeit, Johann Nepomuk Hummel, an, ob er Franz unterrichten würde, was aber an zu hohen finanziellen Forderungen des Meisters scheiterte. Schließlich wurde Liszt vom Beethoven-Schüler Carl Czerny im Klavierspiel unterrichtet und Hofkapellmeister Antonio Salieri übernahm die Unterweisung des Knaben in der Komposition. Salieri setzte sich dann auch besonders für die weitere Förderung des jungen Talentes ein.

Umzug nach Paris

1823 quittierte Vater Adam seine Stellung beim Fürsten Esterházy und widmete - ganz ähnlich wie vor ihm bereits Leopold Mozart - sein ganzes weiteres Leben der Ausbildung und Unterstützung des Sohnes. Durch Vermittlung Czernys konnte er noch im selben Jahr mit seinem Sohn Beethoven besuchen. Der Ehrgeiz des Vaters trieb die Familie kurze Zeit später nach Paris weiter, in die Welthauptstadt der Musik im 19. Jahrhundert.

Verbindung reißt nicht ab

Lizst am Klavier, mit Blumen bekränzt; Saal dicht mit Publikum gefüllt, Kaiser in erster Reihe mit Familie und Gefolge

Franz Liszt gibt ein Konzert für Kaiser Franz Joseph I.

Im Laufe seines Lebens sollte Franz Liszt nur noch zweimal wieder für längere Zeit nach Wien zurückkommen. Als er sich im Jahr 1838 während einer Italienreise als bereits angesehener Pianist in Venedig aufhielt, las er in einer deutschen Zeitung von der verheerenden Überschwemmungskatastrophe in Pest und beschloss sofort nach Wien zu fahren und dort Wohltätigkeitskonzerte zugunsten der Hochwassergeschädigten zu geben. Aus ursprünglich zwei geplanten Abenden wurden insgesamt zehn, die sich über zwei Monate verteilten und wesentlich dazu beitrugen, die Not der Opfer zu lindern. Unter dem Eindruck dieser Konzerte schrieb Johann Strauss (Vater) noch im selben Jahr den "Furioso-Galopp" nach Motiven Liszts.

Das zweite Mal machte Liszt vor Beginn einer Konzertreise, die ihn in den Osten Europas bis nach Konstantinopel führte, im Jahre 1846 in Wien Station. Danach hielt er sich in seinen letzten zwei Lebensjahrzehnten nur mehr aus Anlass von kurzen Konzertauftritten in Wien auf.

Innovativer Komponist

Franz Liszt ist als Komponist der sogenannten "Neudeutschen Schule" zuzuzählen. Er darf sogar als einer deren Begründer angesehen werden. Das Anliegen dieser fortschrittlichen Musikrichtung war es, außermusikalische Inhalte mit musikalischen Mitteln zu beschreiben, also der Musik ein Programm zu unterlegen. Sie stand dabei in Konflikt mit den besonders in Wien stark vertretenen konservativen Musikerkreisen um Johannes Brahms und Eduard Hanslick. Deshalb hatten es Liszts Werke zunächst sehr schwer, in Wien aufgeführt zu werden, was sich dann aber im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts ändern sollte.

Gedenkorte

In Wien erinnern mehrere Gedenktafeln, darunter an seinen Aufenthaltsorten der späten Jahre wie dem Schottenhof oder dem Hotel "Zur Kaiserin Elisabeth" in der Weihburggasse sowie die Lisztstraße im 3. Bezirk, an den großen Komponisten und Klaviervirtuosen.

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