Themenschwerpunkt "Säulen der kommunalen Gesundheitspolitik - Wiener Spitäler vom Mittelalter bis zur Gegenwart"

Anlässlich von Jubiläen oder anderen aktuellen Themen setzt das Wiener Stadt- und Landesarchiv im Wien Geschichte Wiki redaktionelle Schwerpunkte, die als Themenschwerpunkte mit begleitenden Veranstaltungen präsentiert werden.

Geschichte der Wiener Spitäler im Wien Geschichte Wiki

Der Themenschwerpunkt "Säulen der kommunalen Gesundheitspolitik - Wiener Spitäler vom Mittelalter bis zur Gegenwart behandelt die Entstehung und Entwicklung des Wiener Spitalwesens von den Anfängen im frühen 13. Jahrhundert bis in die heutige Zeit.

Medizinisches Personal bei einer Operation in der Semmelweis-Klinik 1947

Die Geschichte der Wiener Spitäler, Kranken- und Pflegeanstalten ist von der Entwicklung des Gesundheitswesens und der Medizin nicht zu trennen. Die Palette der Beiträge des Themenschwerpunkts reicht daher von der Geschichte einzelner Anstalten über den Spitalsbetrieb bis zur Ausbildung des Personals und Funktionswechsel in Kriegszeiten. Veränderungen im Spitalswesen werden zu jenen der medizinischen Forschung und der Gesundheitspolitik in Beziehung gesetzt. In diesem Zusammenhang wird auch die Rolle einzelner Reformer näher beleuchtet.

Um die stadträumliche Dimension zu zeigen und rezente organisatorische Bezüge herzustellen, werden die historischen und aktuellen Spitäler auf einer interaktiven Karte dargestellt.

Vom Bürgerspital zu den "Wiener Kliniken"

Die mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Spitäler dienten mehr der materiellen und nicht der medizinischen Versorgung alter und gebrechlicher Personen. Unter Kaiser Joseph II. wurden mit der Gründung des Allgemeinen Krankenhauses 1784 die Kranken- und Armenversorgung getrennt.

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich ein Netz von Spitälern über das gesamte Stadtgebiet. Erst der Fortschritte der Medizin, ein Kommunalisierungsschub im Gesundheitswesen ab den 1920er-Jahren und vollends der Aufbau des Sozialstaates ab den 1950er-Jahren führten zu einem die gesamte städtische Bevölkerung erfassenden Gesundheitswesen. In diesem sind die Wiener Krankenanstalten, nicht zuletzt auch als Forschungsstätten, eine fixe Säule.

Wiens Spitäler während der NS-Zeit

Besonders thematisiert werden auch die mit der NS-Herrschaft verbundenen Folgen für das Gesundheitswesen hinsichtlich der Vertreibung und Ermordung jüdischer Ärztinnen und Ärzte, der Ausbildung des Personals im Sinn der NS-Rassenideologie und der Umsetzung von Euthanasieprogrammen in Wiener Krankenanstalten.

Originaldokumente zum Themenschwerpunkt

Begleitend zum Themenschwerpunkt im Wien Geschichte Wiki werden vom 1. März bis 25. Juni 2021 in den Vitrinen im Wiener Stadt- und Landesarchiv beispielhaft ausgewählte Dokumente gezeigt, darunter ein Gästebuch und Detailpläne von Krankenanstalten, ein Buch über ungewöhnliche Geburten aus dem Allgemeinen Krankenhaus aus dem Jahr 1846, Krankengeschichten, Unterlagen sowie Fotos zur Ausbildung von Spitalspersonal und dem Spitalsbetrieb.

Aufgrund der Corona-Bestimmungen ist für den Besuch der Ausstellung eine Anmeldung erforderlich.

Zur Anmeldung

Online-Vortrag zum Wiener Spitalswesen

Am 15. April um 18 Uhr gibt es einen Online-Vortrag, der die Entstehung und Entwicklung des Wiener Spitalwesens von den Anfängen im frühen 13. Jahrhundert bis heute vertiefend erläutert.

  • Vortragende: Dr.in Susanne Fritsch-Rübsamen, Dr.in Susanne Claudine Pils und Univ.-Doz. Dr. Andreas Weigl (alle vom Wiener Stadt- und Landesarchiv)
  • Moderation: Dr.in Susanne Claudine Pils

Der Vortrag findet über den Online-Dienst ZOOM statt.

Eine Anmeldung per E-Mail post@geschichte-wien.at ist erforderlich.

Verantwortlich für diese Seite:
Stadt Wien | Wiener Stadt- und Landesarchiv
Kontaktformular