Wirtschaftswunder - Stadtgeschichte Wiens

Menschen, Autos und Busse an Kreuzung beim Albertinaplatz um 1965

Belebte Kreuzung um 1965

In den 1950er und 1960er-Jahren erlebte Wien einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung. Durch massive Investitionen wurde beinahe Vollbeschäftigung erreicht. Mit dem Wirtschaftsaufschwung wurde die Stadtverwaltung vor neue Probleme gestellt. So war das steigende Verkehrsaufkommen im Stadtgebiet trotz eines umfassenden Ausbaus der öffentlichen Verkehrsmittel von einer starken Zunahme des Individualverkehrs begleitet. Es kam im Rahmen von Straßenbauten zur Demolierung historischer Gebäude und der radikalen Fällung von Alleebäumen. Diese Maßnahmen kollidierten mit dem wachsenden Umweltbewusstsein der Bevölkerung.

Öffentlicher Verkehr

Ab den frühen 1960er-Jahren erfolgte im städtischen Budget eine deutliche Neuorientierung auf die Förderung des Ausbaus öffentlicher Verkehrsmittel. 1966 fasste der Wiener Gemeinderat den Beschluss zur Errichtung einer U-Bahn. 1978 wurde die erste Linie in nord-südlicher Richtung verwirklicht. Heute ist das Wiener U-Bahn-Netz stark ausgebaut. Es verbindet das nördliche Donauufer mit dem südlichen Stadtrand und weist eine leistungsfähige West-Ost-Verbindung quer durch die Stadt auf.

Medizinische Versorgung

Auch auf dem Sektor des Gesundheitswesens hat sich viel verändert. Im Bereich des Krankenhausbaus ist vor allem auf den Neubau des Universitätsklinikums AKH Wien hinzuweisen. Seine Verwirklichung lief nicht ohne Probleme ab. Die Konzeption als Großkrankenhaus war nicht frei von Kritik. Die medizinische Versorgung der nördlich der Donau gelegenen Stadtteile ist seit der erst in den 1990er-Jahren erfolgten Fertigstellung eines weiteren Krankenhauses, der Klinik Donaustadt (früher: Sozialmedizinisches Zentrum Ost (SMZ-Ost) - Donauspital) deutlich verbessert. Mit der Klinik Floridsdorf (früher: Krankenhaus Nord) wurde die medizinische Infrastruktur weiter ausgebaut.

Schutz der Altstadt

Neues Bewusstsein entstand nicht nur im Hinblick auf die städtische Umwelt. Die Bewahrung wertvoller historischer Bausubstanz wird in den letzten Jahrzehnten als immer wesentlicher angesehen. Dies hat sich in einer Reihe von Revitalisierungsmaßnahmen im dicht verbauten, alten Stadtgebiet niedergeschlagen. Das Bundesdenkmalamt unterstützt das durch die Möglichkeiten des "Ensembleschutzes" für gewisse Stadtteile. Große Bauvorhaben, die in den Jahrzehnten seit 1945/55 verwirklicht worden sind, sind für die Stadtentwicklung wesentlich. Dabei ist vor allem die tiefgreifende Umgestaltung des Donauraumes zu erwähnen. Dieser hat 1875 eine erste radikale Veränderung erfahren. Beinahe 100 Jahre danach, 1972, wurden neue Baumaßnahmen begonnen. Im "Überschwemmungsgebiet", dem breiten Uferstreifen am nördlichen Flussufer, wurde ein neues Flussbett gegraben. Zugleich wurde eine Insel, die Donauinsel, aufgeschüttet. Damit gelang es nicht nur, die stets vorhandene Bedrohung durch Hochwassergefahr zu bannen. Ein völlig neues Erholungsgebiet für die städtische Bevölkerung entstand.

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Stadt Wien | Wiener Stadt- und Landesarchiv
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