Die Römer in Wien - Stadtgeschichte Wiens

Römisches Lager aus Vogelperspektive

Legionslager Vindobona mit Lagervorstadt

Wie bei vielen Städten des europäischen Kontinents gehen die siedlungsmäßigen Anfänge Wiens auf die römische Antike zurück. Im ersten Jahrhundert nach Christus legten die Römer hier zum Schutz der Grenzen ihres Reichs ein Legionslager namens Vindobona an. Das Lager befand sich nahe der Donau im Herzen der modernen Innenstadt. Bis heute ist der Mauerverlauf des Lagers anhand einer Reihe markanter Straßenzüge erkennbar. Ab dem dritten Jahrhundert ist etwas außerhalb des Lagers eine Zivilsiedlung im Bereich des heutigen 3. Bezirks nachweisbar.

Das Legionslager Vindobona

Mehrere tausend Soldaten dienten in Vindobona zum Schutz der Nordgrenze des römischen Reichs. Rund um das Lager entwickelte sich eine blühende Wirtschaft. So lebten bald über 30.000 Menschen im Wiener Raum, ein buntes Völkergemisch aus allen Teilen des Reichs. Allerdings kam weder dem Lager noch der Lagervorstadt eine bedeutende Stellung innerhalb der antiken Städtelandschaft der Region zu. Das Verwaltungszentrum der Provinz Pannonien befand sich etwas weiter östlich in Carnuntum.

Römische Spuren in Wien

In der gesamten Innenstadt haben die Römer Spuren ihrer Kultur hinterlassen. Eine Untersuchung des Michaelerplatzes hat ergeben, dass sich hier ein Teil der Lagervorstadt und eine Straßenkreuzung befanden. Am Hohen Markt entdeckte man Offiziersquartiere und große Thermen. Am Judenplatz befanden sich Kasernenbauten, die, wie Ausgrabungen ergeben haben, ab dem vierten Jahrhundert vermehrt für zivile Zwecke genutzt wurden. Dies steht vermutlich im Zusammenhang mit dem allgemeinen Niedergang des römischen Reichs, der sich auch auf Vindobona auswirkte. Eine schwere Brandkatastrophe im Lagerareal zu Beginn des fünften Jahrhunderts beschleunigte den zunehmenden Bedeutungsverlust Vindobonas.

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