Kunst und Kultur vom 16. bis ins 19. Jahrhundert - Stadtgeschichte Wiens

Neben den aufwendig inszenierten Renaissance- und Barockfesten, die der habsburgische Hof in Wien veranstaltete, war es vor allem die Musik, die den Ruhm der Stadt begründete.

handschriftliches Testament

Testament von Ludwig van Beethoven (1827)

Musik und Theater am Wiener Hof

Als Beginn der Wiener Hofkapelle wird das Jahr 1498 angesehen. Unter Maximilian I. waren die Hofkapelle und das Trompeterkorps eine selbstverständliche Repräsentationspflicht. Die Hofkapelle fand allerdings erst mit der endgültigen Verlegung der Residenz nach Wien ihren fixen Platz in der Stadt. Ab der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts erweiterte sie ihren Aufgabenbereich von der Kirchenmusik zur Tafel- und Kammermusik. Nach 1600 wurden Oper, Ballett und Singspiel immer wichtiger. Es dominierte der italienische Kompositionsstil. Die vorherrschende Rolle der Italiener sollte bis ins 18. Jahrhundert anhalten.

Wiener Klassik

Wien wurde zunehmend zum Mekka der europäischen Musik und zog die bedeutendsten Tonkünstler an, darunter Wolfgang Amadeus Mozart, Joseph Haydn oder Ludwig van Beethoven. Die Stadt brachte aber auch selbst zahlreiche Musikgenies wie etwa Franz Schubert hervor. Die bis dahin dominanten Auftraggeber, nämlich Hof und Adel, wurden ab der Mitte des 18. Jahrhunderts zunehmend von bürgerlichen Einrichtungen abgelöst. Es kam zu einer Blüte des öffentlichen Konzertwesens. Die 1771 gegründete "Tonkünstlersozietät" etwa veranstaltete zweimal jährlich Konzerte. Ihr Gewinn ging an notleidende Mitglieder, Witwen und Waisen.

1812 wurde die Gesellschaft der Musikfreunde ins Leben gerufen. Sie fand in dem von Theophil Hansen 1870 erbauten Musikvereinsgebäude ihre Heimstätte. 1842 fanden erstmals die auf die Initiative des an der Hofoper im Kärntnertortheater tätigen Hofkapellmeisters Otto Nikolai zurückgehenden Philharmonischen Konzerte statt. Sie werden seit 1860 in ununterbrochener Folge abgehalten. 1908 erfolgte die Vereinsbildung der Wiener Philharmoniker.

Walzer und Operette

Daneben nahm auch die Beliebtheit von Tanzveranstaltungen zu. Ab 1764 fanden bürgerliche Bälle statt. 460 Tanzsäle sollen dafür in Wien und den Vorstädten zur Verfügung gestanden haben. Der Walzer - populär gemacht durch Joseph Lanner und die Strauss-Dynastie - startete seinen Siegeszug durch ganz Europa und verdrängte das Menuett als Gesellschaftstanz. Gleichzeitig setzte sich mit den Werken von Franz von Suppé die Wiener Operette durch.

Theaterstadt Wien

Wien avancierte auch zur Theaterstadt von internationalem Rang. Hier sind Dichter wie Johann Nestroy, Ferdinand Raimund, Franz Grillparzer und Eduard von Bauernfeld zu nennen. Die Meinungsfreiheit wurde jedoch im Vormärz von der Zensur stark eingeschränkt.

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