Neues Pratermuseum entsteht im Wurstelprater

Bürgermeister Michael Ludwig, Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler und Wien Museum-Chef Matti Bunzl

Bürgermeister Michael Ludwig, Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler und Wien Museum-Chef Matti Bunzl (v.r.n.l.)

An der Straße des Ersten Mai nahe dem Riesenrad entsteht bis 2024 ein neues Pratermuseum. Dort wird künftig die Geschichte des Praters erzählt. Der Wiener Prater als traditionsreicher Ort des Freizeitvergnügens stellt einen besonderen Sammlungsschwerpunkt des Wien Museums dar. Seit Jahren unterstützen die Praterbetriebe die Sammlung der Stadt Wien mit ausgesuchten Exponaten ihrer Attraktionen.

Das Pratermuseum befindet sich derzeit in einem kleinen Raum im Planetarium. Derzeit kann dort nur ein kleiner Teil aus der Pratersammlung gezeigt werden. Dazu kommt, dass konservatorische Standards nicht gegeben sind, da es sich beim Planetarium nicht um einen klassischen Museumsbau handelt.

Bürgermeister Michael Ludwig: "Kaum ein anderer Vergnügungspark hat sich so stark in die städtische Identität und das Stadtimage eingeschrieben wie der Prater in Wien. Im Unterschied zu internationalen Vergnügungsparks ist der Wurstelprater für alle offen und frei zugänglich; auch das macht ihn zu einem einzigartigen Ort. Die Praterbetriebe mit ihren immer wieder neuen Attraktionen halten den Prater lebendig."

Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler: "Der Wurstelprater und der grüne Prater waren und sind für Kulturschaffende eine nie versiegende Inspirationsquelle. Man denke an Schnitzler oder Polgars Molnar-Übersetzung des 'Liliom', in der Musik von Robert Stolz bis Ernst Molden oder an Josef Haders 'Wilde Maus' - der Prater ist immer wieder anregender Gegenstand künstlerischer Arbeiten. Im Prater trafen nicht nur unterschiedliche gesellschaftliche Schichten aufeinander, hier wurden auch erstmals technische Innovationen einem breiten Publikum präsentiert. Im neuen Pratermuseum wird die Geschichte des Orts als magischer und prägender Teil unserer Stadt zeitgemäß aufbereitet werden, die sicher zahlreiche WienerInnen und auch TouristInnen begeistern wird".

Große Pratersammlung

Die Pratersammlung geht auf die Sammelleidenschaft von Hans Pemmer zurück. Der ehemalige Hauptschullehrer und Heimatforscher schenkte seine Sammlung 1964 der Stadt, die diese im damals neuen Wiener Planetarium unterbrachte. Seither verzeichnet die Sammlung beständig Zuwächse, die von den Praterbetrieben zur Verfügung gestellt werden. Dazu zählen Hutschpferde, ein Modell der Weltausstellung und ein Heiratsvermittlungsautomat, eine Ausgabe des typischen Watschenmanns, ein beleuchteter Teufelskopf und Fotos des österreichischen Fotografen Emil Mayers. Die jüngste Donation ist ein Entenkarussell aus den 1950er Jahren der Familie Lang.

Prater als Inspirationsquelle

Seit Jahrhunderten ist der Wiener Prater künstlerische Inspirationsquelle für Künstlerinnen und Künstler aller Genres. Insbesondere in der Literatur entstanden wichtige Texte mit dem Prater als Schauplatz von Autorinnen und Autoren wie Glaßbrenner, Stifter, Salten, Schnitzler, Altenberg, Zweig, Auernheimer, Veza Canetti, Graham Green, Artmann, Qualtinger, Jelinek, Seethaler und vielen mehr. Auch im Film ist der Prater ein beliebtes Motiv, beispielsweise im "Dritten Mann" von 1949 oder im Film "Wilde Maus" von 2017.

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