Broschüre "Erinnern für die Zukunft"

Wien pflegt sorgsamen Umgang mit seiner Vergangenheit. Eine Broschüre zeigt die wichtigsten Orte der Erinnerung auf.

Cover der Broschüre "Erinnern für die Zukunft": Mann tauscht Straßenschild "Dr.-Karl-Lueger-Ring" gegen "Universitätsring"

Jahrhundertealter Schmelztiegel im Herzen des Kontinents, geistiges Zentrum Europas rund um die Jahrhundertwende und Bühne turbulenter Zeitgeschichte: Die österreichische Hauptstadt war seit jeher ein Ort, wo sich Weltgeschichte ereignet hat. Die Kulturabteilung (MA 7) beschäftigt sich damit, die Vergangenheit wachzuhalten und durch Zusatztafeln oder Kunstwerke erklärend zu ergänzen. Nun sind einige wichtige davon in der Broschüre "Erinnern für die Zukunft" zusammengefasst.

Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny: "Die Geschichte - ihre herausragenden Momente, aber auch ihre Schattenseiten - wachzuhalten, ist eine wichtige Aufgabe der Stadt. Denn nur wer seine Geschichte kennt, kann auch aus ihr lernen. Darum macht die Stadt seit Jahren auf historische Namen, Orte und Ereignisse aufmerksam."

Bei allen Projekten geht es immer darum, einen zeitgemäßen Blick auf Geschehnisse aus der Vergangenheit zu ermöglichen, sie in den heutigen Kontext zu bringen. Der einhergehende Diskussions- und Reflexionsprozess ist dabei jedoch genauso wichtig.

Geschichte ist so nicht einfach vorbei. Sie lebt in uns weiter, manchmal als Mahnung, manchmal als Vorbild.

Bestellen oder herunterladen

Geschichte im Stadtbild

Schoah Mahnmal am Judenplatz

Schoah Mahnmal von Rachel Whiteread am Judenplatz

Die aktive Auseinandersetzung mit der Geschichte kann durch erläuternde Zusatzschilder bei Straßentafeln, Ausstellungen, Installationen im öffentlichen Raum, Kunstwerken oder Denkmälern geschehen. Straßennamen werden nur in höchst seltenen Fällen umbenannt, beispielsweise wenn die Person eine eindeutig geklärte NS-Vergangenheit hatte oder menschenverachtende Meinungen vertrat. In den letzten Jahrzehnten war dies lediglich bei sechs Straßennamen der Fall.

Zahlreiche Erinnerungsprojekte werden auch vonseiten engagierter Bürgerinnen und Bürger angestoßen oder durchgeführt. Im Servitenviertel recherchierten die Bewohnerinnen und Bewohner zu den vor 1938 hier lebenden jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern. Sie realisierten gemeinsam mit "KÖR Kunst im öffentlichen Raum" einen Gedenkort. Seither erinnern die "Schlüssel gegen das Vergessen" an Deportierte aus diesem Grätzel am Alsergrund.

Verantwortlich für diese Seite:
wien.at-Redaktion
Kontaktformular