Denkmal für Verfolgte der NS-Militärjustiz

2014 wurde das von Olaf Nicolai als überdimensionales, liegendes, dreistufiges X gestaltete Denkmal am Ballhausplatz eröffnet.

Denkmal für Verfolgte der NS-Militärjustiz in Form eines liegenden X

Die nationalsozialistische Militärjustiz verhängte während des Zweiten Weltkrieges mehr als 30.000 Todesurteile, wovon die meisten gegen Deserteure und sogenannte "Wehrkraftzersetzer" ergingen. 2009 rehabilitierte der Nationalrat die Opfer der Verfolgung durch die Wehrmachtsgerichte. Die Stadt Wien beschloss daraufhin die Errichtung eines Denkmals für die Verfolgten der NS-Militärjustiz.

Bürgermeister Michael Häupl: "Es ist an der Zeit, dass unser Land denjenigen gedenkt, die sich den Befehlen des menschenverachtenden Regimes des Nationalsozialismus widersetzten und eine eigene Entscheidung getroffen haben."

Beschreibung

Die Skulptur des deutschen Künstlers Olaf Nicolai greift die klassischen Elemente eines Mahnmals "Sockel" und "Inschrift" auf, arrangiert diese aber anders als traditionelle Kriegerdenkmäler. Ein überdimensionales, liegendes X bildet den dreistufigen Sockel, in dessen dritte Ebene die nur von oben lesbare Inschrift "all alone" eingelassen ist. Es ist ein Gedicht des schottischen Künstlers Ian Hamilton Finlay.

Das Zusammenspiel von Sockel und Inschrift inszeniert die Situation der beziehungsweise des Einzelnen in und gegenüber gesellschaftlichen Ordnungs- und Machtverhältnissen. Die Skulptur erweist jenen Respekt, die eine eigene Entscheidung treffen, sich der Fremdbestimmung widersetzen und sich durch ihr eigenständiges Handeln gegen das geltende System stellen.

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