Fachkonferenz 2011: "Regenbogenfamilien - Kinder in gleichgeschlechtlichen Familien. Herausforderungen und mögliche Wege für Gesellschaft, Pädagogik und Community"

Am 10. November 2011 lud die Wiener Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen ins Hotel Lindner am Belvedere.

Zwei Männer und zwei Frauen sitzen nebeneinander an einem Tisch, einige halten Programme in den Händen.

v.l.n.r.: Prof.in Beate Schuster, Dipl.-Psych. Dominic Frohn, Mag. Wolfgang Wilhelm und Stadträtin Sandra Frauenberger

Die Konferenz beleuchtete das Thema Regenbogenfamilien aus verschiedenen Blickwinkeln. Sie stellte bewusst das Kindeswohl und das, was gelingende Erziehung braucht, an den Anfang des Vortragsvormittags und präsentiert aktuelle Studienergebnisse über Kinder in Regenbogenfamilien.

Sie ging der Frage nach, in wieweit das Thema Regenbogenfamilie ein Modetrend ist und verortete es in einem historischen Bezugsrahmen zu den Themen der Schwulen- und Lesbenbewegung des 20. Jahrhunderts.

Workshops für Lesben, Schwule und Transgender-Personen sowie Workshops, die sich an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Leiterinnen und Leiter von pädagogischen Einrichtungen und andere Expertinnen und Experten wendeten, vertieften zahlreiche relevante Themenaspekte. Diese wurden abschließend im Plenum zusammengeführt.

Die WASt stellte während der Konferenz qualifizierte Kinderbetreuung vor Ort zur Verfügung.

  • Programmüberblick, Vortragende und Vorträge: 9 MB PDF

Was sind Regenbogenfamilien?

Regenbogenfamilien sind Familien, in denen zumindest ein Elternteil homosexuell ist. Es gibt unterschiedliche Konstellationen, in denen das Konzept Regenbogenfamilie heute gelebt wird. Diese reichen von lesbischen oder schwulen Alleinerzieherinnen und Alleinerzieher bis hin zu Familiensystemen mit zwei Mamas und zwei Papas.

Für lesbische Frauen ist es deutlich einfacher, ihren Kinderwunsch in die Realität umzusetzen, für schwule Männer ist es schwierig, diesen ohne einen präsenten mütterlichen Elternteil zu leben. Obwohl es heute längst empirisch abgesichert ist, dass Kinder in Regenbogenfamilien gleich gut aufwachsen wie in anderen Familien, haben noch viele Menschen die Meinung, gleichgeschlechtlich liebende Menschen könnten ihre Elternrolle nicht gut erfüllen.

Diese in unserer Gesellschaft leider immer noch präsenten homophoben Ansichten machen auch vor Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in pädagogischen, psychosozialen, betreuenden, beratenden und juristischen Einrichtungen nicht halt. Mangels Aus- und Fortbildung zu diesem Thema gibt es Unsicherheiten und Berührungsängste Regenbogenfamilien gegenüber.

Regenbogenfamilien - ein neues Thema in der LGBT-Community

Die Schwulen-, Lesben- und Transgender-Bewegungen haben in den letzten Jahrzehnten erfolgreich gegen Verbote und Diskriminierungen sowie gegen ein gesellschaftliches Klima aus Homophobie und Heteronormativität angekämpft. Sie haben ihre Themen im öffentlichen Diskurs etabliert und ihre Anliegen als nicht mehr ignorierbare Fragen der Menschenrechte verankert.

Das Thema Regenbogenfamilie ist ein relativ junges Thema in der Schwulen-, Lesben- und Transgender-Community, das sich gerade erst etabliert. Lesben und Schwule, die schon seit vielen Jahren Kinder aufziehen, sind nach wie vor Pionierinnen und Pioniere. Sie mussten vieles auf sich alleine gestellt erkämpfen - in der Gesellschaft, im pädagogischen System und auch in der Community, die zunehmend mehr Initiativen und Selbsthilfegruppen für Lesben und Schwule mit Kindern oder Kinderwunsch hervorbringt.

Veranstaltungsdetails

Die Fachkonferenz wurde von der Wiener Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen in Kooperation mit den Wiener Volkshochschulen veranstaltet.

  • Wissenschaftliche Leitung und Organisation: Mag. Wolfgang Wilhelm
  • Moderation: Mag. Wolfgang Wilhelm und Angela Schwarz
  • Eröffnung: Stadträtin Sandra Frauenberger

Konferenzprogramm und Konferenzmappe

Einladung mit Schriftzug "Fachkonferenz - Regenbogenfamilien: Kinder in gleichgeschlechtlichen Familien"

Konferenzprogramm: 115 KB PDF , Konferenzmappe: 9 MB PDF


Verantwortlich für diese Seite:
Mag. Wolfgang Wilhelm (Wiener Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche und transgender Lebensweisen)
Kontaktformular