Newsletter 36 des Wiener Programms für Frauengesundheit

Aus dem Wiener Programm für Frauengesundheit

Stadträtin Sandra Frauenberger vereint Frauen und Gesundheit in einem Ressort

Stadträtin für Soziales, Gesundheit und Frauen Sandra Frauenberger, Portrait

Mit der Übernahme des Gesundheits- und Sozialbereichs durch Stadträtin Sandra Frauenberger ist auch eine ihrer bisherigen Agenden, der Frauenbereich, in ihr neues umfangreiches Ressort "mitgewandert".

So sind nun die Frauen- und die Gesundheitsagenden der Stadt im Verantwortungsbereich einer amtsführenden Stadträtin vereint. Was aus Frauengesundheitsperspektive eine erfreuliche Entwicklung darstellt. Stadträtin Sandra Frauenberger hat bereits als Frauenstadträtin die Aktivitäten des Wiener Programms für Frauengesundheit unterstützt und mitgetragen.


"Eine Auszeit für Ihr Baby: Infos zu Alkohol und Rauchen für werdende Mütter"

Cover der Publikation "Eine Auszeit für ihr Baby"

Eine neue Broschüre des Büros für Frauengesundheit und Gesundheitsziele informiert über Fakten und Risiken zum Thema Alkohol und Rauchen in der Schwangerschaft. Alkohol und Zigaretten während der Schwangerschaft und Stillzeit sind nach wie vor ein großes Tabuthema. Beides kann für die Entwicklung des heranwachsenden Kindes schwerwiegende Folgen haben. Schätzungen gehen davon aus, dass jede fünfte Schwangere raucht und/oder gelegentlich Alkohol trinkt.

Die Broschüre wurde in Kooperation mit dem Rauchfrei Telefon und der Sucht- und Drogenkoordination Wien erstellt. Sie wird dem Mutter-Kind-Pass beigelegt, wodurch gewährleistet wird, dass jede Schwangere in Wien diese wichtigen Informationen erhält.

Die Broschüre wird auf Publikationen zum Download angeboten.


Die fem vital als erfolgreiche Gesundheitsmesse für Mädchen und Frauen

Schriftzug "Femvital Wiener Mädchen- und Frauengesundheitstage"

Rückblick in den Herbst - Ende Oktober fanden im Wiener Rathaus die Mädchen- und Frauengesundheitstage fem vital statt. Der Mix aus Informationsangebot, Vorträgen, Workshops, musikalischen Live-Acts und Podiumsdiskussionen mit prominenten, vor allem weiblichen Expertinnen begeisterte über 7.000 Besucherinnen und Besucher, und dies zum 16. Mal.

Diese Gesundheits-Informationsplattform für Frauen und Mädchen jeder Herkunft, Lebenslage und Altersgruppe rückt körperliche, psychische, soziale und ökonomische Aspekte eines Frauenlebens ins Zentrum. Speziell für die Altersgruppe Jugendliche und junge Frauen waren Programmteile abgestimmt, die in Kooperationen mit dem Stadtschulrat und dem Wiener Krankenanstaltenverbund organisiert wurden.

2.000 in Ausbildung befindliche Personen konnten Vorträge über Prüfungsangst, Energydrinks, Muskelmacher und Schlankheitspillen, Sexualität, Liebeskummer, sowie gewalttätige Kommunikation im Klassenzimmer verfolgen. Themen wie Schichtdienst, Ausbildung, Familie und Arbeit sowie Suchtgefahr wurden von den KrankenpflegeschülerInnen interessiert aufgenommen. Ausstellungsstände, Activity Center und Live-Acts rundeten das Angebot ab.

Konferenz "Flucht aus Frauenperspektive: Bleibt die Gesundheit auf der Strecke?": Großer Zuspruch durch das Fachpublikum

450 Personen aus dem Gesundheits- und Sozialbereich folgten der Einladung des Büros für Frauengesundheit und Gesundheitsziele zur Fachtagung am 18. Oktober ins Rathaus. Die Tagung stellte gesundheitliche und psychosoziale Belastungen sowie Chancen und Potenziale von Frauen und Mädchen, die Flucht und Vertreibung überlebt haben, in den Mittelpunkt.

Soziologin Jane Freedman mit der Medizinanthropologin Christine Binder-Fritz am Podium

Als Eröffnungsrednerin sprach die britische Soziologin Jane Freedman über geschlechtsspezifische Fluchtgründe wie häusliche Gewalt oder strukturelle Gewalt und Diskriminierung von Frauen. Sie zeigte auf, dass Frauen auf der Flucht von sexualisierter Gewalt durch Schlepper oder Mitreisende betroffen sind sowie von fehlenden Schutzräumen und Mangel an Privatsphäre in Flüchtlingslagern.

Die Anthropologin Elena Jirovsky berichtete über erste Resultate einer Studie, für die Bewohnerinnen und Bewohner in Flüchtlingsquartieren um eine Einschätzung der gesundheitlichen Situation gebeten wurden. Einblick in die therapeutische Arbeit mit traumatisierten Frauen gewährte die Psychologin Barbara Preitler vom Verein Hemayat.

Drei parallele Sessions am Nachmittag boten Gelegenheit sich mit den Themen interkulturelle Kommunikation im Gesundheitsbereich, mit frauenspezifischen Angeboten zur Partizipation und Empowerment oder mit geschlechtsspezifischer Gewalt und Flucht intensiver zu befassen.

Frauengesundheit im Zentrum

Gendermedizinerin Kautzky-Willer ist "Wissenschaftlerin des Jahres 2016"

Professorin für Gendermedizin Alexandra Kautzky-Willer

Univ.-Prof.in Dr.in med. Alexandra Kautzky-Willer, Professorin für Gendermedizin, Leiterin der Gender Medicine Unit und Leiterin des Universitätslehrgangs für Gender Medicine an der MedUni Wien sowie Mitglied des ExpertInnenbeirats des Wiener Programms für Frauengesundheit, wurde vom Klub der Bildungs- und WissenschaftsjournalistInnen zur "Wissenschaftlerin des Jahres 2016" gewählt.

Gewürdigt wurden insbesondere ihre Pionierinnenarbeit - Kautzky-Willer war 2010 die erste Professorin für Gendermedizin in Österreich - und ihre Fähigkeit, das Thema leicht und verständlich einer breiten Öffentlichkeit zu vermitteln. Kautzky-Willer, Internistin mit Fokus auf Hormone und Stoffwechsel, erforscht als Gendermedizinerin biologische und psychosoziale Unterschiede zwischen Männern und Frauen, die das Gesundheitsbewusstsein, die Entstehung und Wahrnehmung von, wie auch den Umgang mit Krankheiten betreffen.

Beate Wimmer-Puchinger wurde mit dem Frauenpreis der Stadt Wien geehrt

Beate Wimmer-Puchinger mit Frauenpreis

Der Pionierin der Frauengesundheit in Wien, der ehemaligen Frauengesundheitsbeauftragten Univ.-Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger wurde im Dezember der Wiener Frauenpreis 2016 in der Kategorie "Frauengesundheit" verliehen.

Frauengesundheit ist in Wien Programm und das ist in hohem Ausmaß dem langjährigen Bemühen und Engagement der Psychologin, Psychotherapeutin und Frauenforscherin Beate Wimmer-Puchinger zu verdanken, die sich seit den Anfängen der Frauengesundheitsbewegung in den 70er-Jahren bei wesentlichen Themen rund um Selbstbestimmung und gesundheitliche Chancengerechtigkeit für Frauen eingesetzt hat. Für sie war und ist die Gesundheit von Frauen ein Beitrag zu Chancengleichheit und Geschlechtergerechtigkeit und ihre Arbeit setzte einen wesentlichen Meilenstein zur Gesundheit von Frauen in Wien. Wir gratulieren!

Gewalt im Internet: Neue Broschüre der Frauenabteilung "Mädchen im Netz"

Ausschnitt vom Cover mit zwei jungen Frauen und "Safer im Cyberspace - Mädchen im Netz"

Das Leben online wird in einer zunehmend digitalisierten Gesellschaft immer bedeutender. Doch ist das Internet von den sexistischen Strukturen der Gesellschaft geprägt. So sind Mädchen und Frauen beispielsweise laut einer Studie aus 2015 drei Mal häufiger von Hasskommentaren betroffen.

Die Geringschätzung von Mädchen und Frauen zeigt sich in mehreren Formen, indem ihre Meinungen abgewertet beziehungsweise nicht ernst genommen werden, ihr Äußeres kritisiert wird oder auf veraltete Rollenbilder verwiesen wird.

Der Leitfaden zum Umgang in (a)sozialen Medien "Mädchen im Netz" richtet sich speziell an Mädchen, da sich verbale Gewalt im Internet ganz eigener Mechanismen speziell gegen Frauen bedient.

Studie: MA 24 erhob die Erwartungen von Zugewanderten an Pflege im Alter

Plan von Wien mit Stichwörtern Migration, Pflege, Wohnen, Inklusion etc.

Eine aktuelle Studie der MA 24 untersuchte die Inanspruchnahme von Pflege- und Betreuungsleistungen durch Migrantinnen und Migranten: Im Rahmen der Studie "Einfluss der Migration auf Leistungserbringung und Inanspruchnahme von Pflege- und Betreuungsleistungen in Wien" wurden mehr als 400 Migrantinnen und Migranten (56 Prozent der Befragten waren Frauen) zu ihren Erwartungen an die Pflege- und Betreuungsangebote befragt, um Gründe für die vergleichsweise geringe Inanspruchnahme identifizieren zu können.

Da höhere Altersgruppen überwiegend weiblich sind und mit steigender Alterskategorie in allen Herkunftsgruppen der Frauenanteil zunimmt, sind die Studienergebnisse besonders für ältere Migrantinnen relevant. Die Ergebnisse der Befragung wurden neben dem Geschlecht und der Herkunft auch nach den Kategorien Alter, Ausbildung und Migrationskontext ausgewertet und sind in eine Strukturanalyse der älteren Wohnbevölkerung Wiens, Good-Practice Beispiele, eine Kontextualisierung durch Expertinnen und Experten sowie Handlungsempfehlungen eingebettet.

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Gesundheits- und Sozialplanung (Magistratsabteilung 24)
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