Influenza-Pandemieplanung für Wien

Ausgangspunkt für die Influenza-Pandemieplanung für Wien ist der vom Bundesministerium für Gesundheit und Frauen herausgegebenen "Influenza-Pandemieplan - Strategie für Österreich". Die den Bundesländern zukommende konkrete, landesspezifische Detailplanung wird in Wien von der Landessanitätsdirektion koordiniert.

Inhalt der Influenza-Pandemieplanung

Die Wiener Influenza-Planung ist ein grundlegendes Maßnahmenpaket zur größtmöglichen Minimierung der Auswirkungen einer Influenza-Pandemie auf die Wienerinnen und Wiener. Sie wurde von den relevanten magistratsinternen Stellen gemeinsam mit wissenschaftlichen Expertinnen und Experten, der Wiener Ärztekammer, der Wiener Apothekerkammer und den Wiener Hilfs- und Einsatzorganisationen erarbeitet.

Die Influenza-Pandemieplanung für Wien sieht unter anderem Folgendes vor

Medizinisches Krisenmanagement

Im Falle einer Pandemie wird unter der Leitung der Wiener Landessanitätsdirektion ein "medizinisches Krisenmanagement" implementiert, in dem alle relevanten Bereiche der medizinischen Versorgung der Stadt vertreten sind. Das Kernteam besteht aus Bediensteten der Wiener Landessanitätsdirektion, des Gesundheitsdienstes (MA 15), des Wiener Krankenanstaltenverbundes (KAV), der Wiener Berufsrettung (MA 70), des Presse- und Informationsdienstes (MA 53) und je nach Bedarf aus weiteren Expertinnen und Experten. Das medizinische Krisenmanagement entscheidet anhand der Beurteilung der jeweils aktuellen Lage über die zur Eindämmung der Weiterverbreitung der Influenza und damit zum Schutz der Bevölkerung vorrangig zu setzenden Maßnahmen.

Gewährleistung der Spitalsversorgung

Für die stationäre Versorgung von Patientinnen und Patienten stellt der Krankenanstaltenverbund (KAV) 506 Betten zur Verfügung. Dabei wurde darauf geachtet, dass diese sich in abgeschlossenen Bereichen befinden, um eine Isolierung der Influenza-Patientinnen und -Patienten zu gewährleisten. Zusätzlich werden 182 Betten in verschiedenen Wiener Privatspitälern bereitgestellt.

Medizinische Betreuung zu Hause

Für den Großteil der Patientinnen und Patienten wird eine medizinische Behandlung und Betreuung zu Hause möglich und auch sinnvoll sein. Die ärztliche Betreuung übernehmen in diesem Fall die Hausärztinnen und Hausärzte sowie der Ärztefunkdienst, der sein Leistungsangebot ausweiten wird. Unter der Telefonnummer des Ärztefunkdienstes werden im Falle einer Pandemie rund um die Uhr Ärztinnen und Ärzte erreichbar sein. Die mobile Betreuung von pflegebedürftigen Personen wird vom Fonds Soziales Wien (FSW) koordiniert werden. Auch das Angebot der Apotheken wird im Ernstfall ausgebaut werden. Derzeit stehen für die Versorgung mit Medikamenten in Wien untertags 296 öffentliche Apotheken zur Verfügung, jeweils 33 hiervon auch während der Nachtstunden.

Hygienevorkehrungen

Für den Umgang mit Influenza-Patientinnen und -Patienten sind spezielle hygienische Maßnahmen für den Ernstfall vorgesehen. Dazu zählt auch die Verwendung von Schutzkleidung wie Schutzmasken, Einmalhandschuhen, Augenschutz, Schutzkittel. Um die Verfügbarkeit der Schutzmasken auch über eine längere Zeit zu gewährleisten, werden von der Stadt Wien entsprechende Vorräte angelegt.

Schutzimpfung

Eine Influenza-Pandemie ist gekennzeichnet durch das Auftreten eines völlig neuen Grippe-Virus-Subtyps. Daher kann ein wirksamer Impfstoff erst nach dessen Auftreten entwickelt werden. Dies kann einige Wochen dauern. Zwischenzeitlich ist die prophylaktische Einnahme von so genannten Neuraminidasehemmern (blockieren die Vermehrung der Influenza-Viren im Körper) für definierte Schlüsselpersonen vorgesehen. Zu dieser Zielgruppe zählen Personen, die Patientinnen und Patienten betreuen, sowie Bedienstete von Einrichtungen, die für die Aufrechterhaltung der städtischen Infrastruktur unverzichtbar sind. Zu diesem Zweck werden 80 Fässer des Neuraminidasehemmers Tamiflu® für Wien bevorratet werden. Sobald ein auf das Pandemie-Virus abgestimmter Impfstoff verfügbar ist, soll schrittweise die gesamte Bevölkerung geimpft werden. Auch auf die Lagerung und Verteilung der Medikamentenvorräte und die Verteilung und Durchführung der Pandemie-Impfung geht die Wiener Influenza-Pandemieplanung ein. Die Zubereitung und Abfüllung der fertigen Arznei aus den angelegten Vorräten erfolgt in öffentlichen Apotheken und Anstaltsapotheken.

Informationen an die Bevölkerung

Beim Auftreten einer Influenza-Pandemie werden Informationen über den aktuellen Stand der Infektionsgefährdung, die getroffenen Maßnahmen und die zu beachtenden Verhaltensempfehlungen regelmäßig über die Medien bekannt gegeben. Zusätzlich wird eine Info-Hotline für die Wiener Bevölkerung eingerichtet.
Telefon: (+43 1) 4000

Neben diesen Maßnahmen, die seitens der Behörden und der eingebundenen Organisationen und Institutionen getroffen und umgesetzt werden, gibt die Influenza-Pandemieplanung auch wichtige Hinweise zu Maßnahmen, die jeder oder jede Einzelne setzen kann, um sich selbst und andere zu schützen.

Influenza-Pandemieplanung im Detail

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