Strategiekonzept "Pflege und Betreuung in Wien 2030"

Wien wächst und wird jünger und älter zugleich. Das stellt die Pflege und Betreuung in der Stadt vor neue Herausforderungen. Um die Pflege und Betreuung in Wien zukunftsfit zu machen und bedarfsorientierte Angebote zu schaffen, umreißt das Strategiekonzept "Pflege und Betreuung in Wien 2030" die Pläne und Ziele der nächsten fünfzehn Jahre.

Selbstständigkeit erhalten

Video: Strategiekonzept: Pflege und Betreuung in Wien 2030

Ein Kernelement des Strategiekonzepts ist die längere Erhaltung beziehungsweise Wiedererlangung der Selbstständigkeit älterer Menschen. Damit soll gewährleistet werden, dass ältere Menschen möglichst lange ein eigenständiges Leben führen können. Im Fokus der geplanten Maßnahmen steht eine Verstärkung von Rehabilitations- und Remobilisationsangeboten.

Studien und Analysen im Bereich der Sozialplanung zeigen die Effizienz präventiver Maßnahmen im Bereich der Pflege und Betreuung. Die konkreten Maßnahmen des neuen Konzeptes orientieren sich an internationalen Vergleichen und Best Practice-Modellen, um so die optimalen Lösungen für die Wienerinnen und Wiener zu finden. Ein verstärkter Ausbau von mobilen und teilstationären Angeboten trägt außerdem zu einer Individualisierung der Betreuung bei. Das schafft eine höhere Durchlässigkeit zwischen den Angeboten. Um den Zugang zu den vielfältigen Angeboten für Menschen mit Unterstützungsbedarf zu erleichtern, kann bereits seit Juli 2016 jede Leistung des Fonds Soziales Wien (FSW) in jedem Beratungszentrum des FSW beantragt werden.

Konkrete Maßnahmen beinhalten außerdem eine Schließung der Betreuungslücke zwischen den derzeitigen mobilen Angeboten und der 24-Stunden-Betreuung. Bereits in der Umsetzung befindet sich der Ausbau von mobilen Palliativteams, von denen bereits zwölf in Wien bestehen.

Flexible Lösungen

Flexiblere Lösungen berücksichtigen auch die Bedürfnisse der Angehörigen. Ein Großteil der privaten Pflege wird immer noch von Frauen übernommen. Sie werden durch das neue Konzept besonders entlastet. Als erste Maßnahme werden als Pilotprojekt seit 2016 im Tageszentrum Favoriten verlängerte Öffnungszeiten am Abend sowie am Wochenende angeboten.

Offener Zugang

In Wien sollen alle Menschen, unabhängig von Einkommen oder Herkunft die bestmögliche Pflege und Betreuung bekommen. Teilhabe von allen gesellschaftlichen Gruppen ist daher auch in der modernen Pflegeund Betreuung wichtig. Eine aktuelle Studie bestätigt, dass Menschen mit Migrationshintergrund auch im Pflege- und Betreuungsbereich Angebote bevorzugen, die offen für alle sind.

Finanzierbarkeit sichern

Nicht zuletzt soll die Nachhaltigkeit des Pflege- und Betreuungssystems garantiert werden. Das bedeutet natürlich auch Finanzierbarkeit. Um in Zukunft weiterhin rechtzeitig auf Veränderungen des Bedarfs reagieren zu können, wird auf Grundlage einer neuen Bedarfserhebung und -prognose ein Personalstrategiekonzept entwickelt.

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