Meningokokken-Meningitis (eitrige Hirnhautentzündung, epidemische Genickstarre)

Durch Bakterien hervorgerufene eitrige Gehirnhautentzündung

Erreger: Neisseria meningitidis

Vorkommen und Verbreitung

Meningokokken kommen weltweit vor. Bedeutung für das Auftreten von Epidemien haben Meningokokken der Gruppe A, B, C, W und Y. Im europäischen Raum und Nordamerika spielen bei der Meningitis epidemica Erreger der Gruppe B und C die bedeutendste Rolle. Die Krankheitsfälle treten meist nur sporadisch auf. Im tropischen Afrika ("Meningitisgürtel") dagegen werden Meningokokkenerkrankungen der Gruppe A häufig in größeren Epidemien beobachtet. Auch in Nordindien und Nepal findet man diese Gruppen.

Übertragung

Durch Tröpfcheninfektion über die Atemwege

Krankheitsbild

Nach einer Inkubationszeit von drei bis vier Tagen beginnt die Krankheit plötzlich mit hohem Fieber, Übelkeit, Erbrechen, starken Kopfschmerzen und Nackensteife. Bewusstseinstrübung, punktförmige Hautblutungen sind alarmierende Zeichen einer Allgemeininfektion und immer lebensbedrohlich. Die Erkrankung ist dramatisch und kann innerhalb weniger Stunden zur Bewusstlosigkeit führen.

  • Diagnose: durch den Bakteriennachweis im Liquor (Lumbalpunktion) und im Blut; Serologie, Rachenabstrich
  • Behandlung: Antibiotika
  • Prophylaxe durch Impfungen:
    • Ein Polysaccharid-Impfstoff, der vor den Stämmen A, C, W135 und Y schützt; Schutzdauer: drei bis fünf Jahre
    • Ein konjugierter Impfstoff, der vor den Stämmen A,C, W135 und Y schützt, für den die bisherigen Ergebnisse der Studien zur Dauer der Schutzwirkung noch keine Empfehlung für eine Auffrischungsimpfung ergeben haben.
    • Ein konjugierter Impfstoff nur gegen den Stamm C mit einer Schutzdauer von zumindest mehreren Jahren
    • Ein konjugierter Impfstoff gegen Meningokokken des Stammes B wurde mit Jänner 2013 EU-weit zugelassen.

Meldepflicht

In Wien ergeht Meldung an das zuständige Bezirksgesundheitsamt.

Verantwortlich für diese Seite:
Stadt Wien | Gesundheitsdienst
Kontaktformular