Hepatitis B

akute und chronische Leberentzündung

Erreger: Hepatitis B Virus (HBV)

Die Hepatitis B wird durch Hepatitis-B-Virus-hältiges Blut und andere Körperflüssigkeiten (Speichel, Samenflüssigkeit) übertragen, sowohl durch direkten Kontakt einschließlich Geschlechtsverkehr, als auch indirekt durch kontaminierte Gegenstände (Zahnbürsten, Rasierklingen, Injektionsnadeln, Akupunkturnadeln, Tätowierbestecke). Auch die Übertragung der Hepatitis B von der Mutter auf das Neugeborene ist möglich. Wichtig: Untersuchung der Schwangeren im Rahmen der Mutter-Kind-Pass Untersuchung auf Hepatitis B (HBs Ag) und Impfung des Neugeborenen

Vorkommen und Verbreitung

Das Virus ist weltweit, besonders in tropischen Ländern (Afrika, Südostasien) verbreitet.

Übertragung

Blut und andere Körperflüssigkeiten von Erkrankten und Virusträgern (in Mitteleuropa 0,1 bis 0,5 Prozent, in einzelnen tropischen Ländern über 20 Prozent der Bevölkerung) sind infektiös. Die Übertragung erfolgt durch Bluttransfusionen, unsterile Spritzen, Nadeln und Instrumente (bei medizinischen Eingriffen, Drogenmissbrauch, Tätowierungen, Piercing) und Sexualkontakte. Frauen, die Virusträgerinnen sind, infizieren ihre Kinder vor oder bei der Geburt.

Krankheitsbild

Die Inkubationszeit liegt zwischen vier Wochen und sechs Monaten. Die Krankheit beginnt mit Gliederschmerzen, Fieber, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen. Nach einigen Tagen wird der Urin dunkel, der Stuhl hell, es kommt zur Gelbsucht (zuerst im Weiß der Augen bemerkbar). In zirka zehn Prozent der Fälle kommt es nach einer Krankheitsdauer von circa vier Wochen zu chronischen Erkrankungen mit Dauerschäden wie Leberzirrhose und Leberkarzinom.

Es gibt bei Hepatitis B folgende klinische Sonderverläufe:

  • fulminante Hepatitis B: (0,5 bis ein Prozent der Erkrankten). Bei diesem Verlauf ist die Leberentzündung besonders ausgeprägt und das Organ kann in kurzer Zeit völlig zerstört werden; verläuft daher oft tödlich.
  • chronische Hepatitis B: (fünf bis zehn Prozent der Erkrankten im Erwachsenenalter). In diesen Fällen wird die Leberentzündung chronisch, diese Personen können die Infektion jahrelang weitergeben.
    • ein chronischer Hepatitis-B-Virusträger ist klinisch gesund, es sind nur minimale Leberveränderungen feststellbar
    • chronisch persistierende Hepatitis B: Der Patient hat nur geringe aber doch deutlichere Leberveränderungen als bei obiger Form
    • chronisch aggressive Hepatitis B: Durch dauernde Virusvermehrung und Leberentzündung (oft in Schüben verlaufend) wird die Leber über einen langen Zeitraum immer mehr geschädigt. Es kommt zur Leberzirrhose.

Personen mit chronischer Hepatitis B haben ein höheres Risiko, an einem Leberkarzinom zu erkranken.

Vorbeugung, Diagnose und Behandlung

  • Diagnose: klinisch und serologisch
  • Behandlung: symptomatisch, Interferon, Virustatika
  • Prophylaxe: Impfung (Stichimpfung, erhältlich als monovalenter Hepatitis B - Impfstoff oder als Kombinationsimpfstoff Hepatitis A und B)

Die Impfung

Die Impfung gegen Hepatitis B wird im Säuglingsalter (ab dem dritten Lebensmonat) in der Regel mit einem Kombinationsimpfstoff gegen Diphtherie-Keuchhusten (Pertussis)-Tetanus-Hämophilus influenzae b-Kinderlähmung (Poliomyelitis)-Hepatitis B durchgeführt.

Die Grundimmunisierung besteht beim sechsfach kombinierten Impfstoff aus zwei Impfungen im Abstand von zwei Monaten, gefolgt von einer dritten Impfung im 12. bis 14. Lebensmonat. Die dritte Impfung erfolgt dabei frühestens sechs Monate nach der zweiten Teilimpfung.

Bei der Verwendung von anderen Hepatitis B-Impfstoffen sind andere Abstände vorgesehen. Spätestens bis zum 13. Lebensjahr sollten alle Kinder gegen Hepatitis B geimpft sein.

Neugeborene von Müttern, bei denen im Rahmen der Mutter-Kind-Pass Untersuchung festgestellt wurde, dass sie Hepatitis B Virusträgerinnen sind, erhalten gleich nach der Geburt die erste Impfung gegen Hepatitis B. Dadurch kann eine Erkrankung des Neugeborenen verhindert werden.

Meldepflicht

In Wien ergeht Meldung an das zuständige Bezirksgesundheitsamt durch die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt beziehungsweise die Krankenanstalt.

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