Cholera

Durch Bakterien bedingte, schwere Durchfallerkrankung

Erreger: Vibrio cholerae (mehrere Serotypen)

Vorkommen und Verbreitung

In Asien, Afrika und auch in Süd- und Mittelamerika

Übertragung

fäko-oral, das heißt, Cholera-Vibrionen werden mit dem Stuhl ausgeschieden und gelangen bei ungenügenden hygienischen Bedingungen wie fehlender Wasser-, Abwasser- und Abfallhygiene ins Wasser und in die Nahrung.

Krankheitsbild

Inkubationszeit: wenige Stunden bis fünf Tage, in Einzelfällen länger (abhängig von der aufgenommenen Bakterienmenge)

Man unterscheidet bei der Cholera verschiedene Verlaufsformen:

  1. gutartiger Verlauf: Beginnend mit leichten Bauchkrämpfen kommt es zum Auftreten von wässrigen Durchfällen. Es wird jedoch selten mehr als ein Liter Flüssigkeit pro Tag verloren. Die Erkrankung ist klinisch nicht von Durchfallerkrankungen anderer Ursache zu unterscheiden und dauert zwischen 48 Stunden und maximal fünf Tagen. Durch den milden Verlauf treten keine wesentlichen Störungen des Flüssigkeits- und Mineralstoffwechsels auf.
  2. klassischer Verlauf: Bei dem dramatischen Bild der klassischen Cholera treten massivste Reiswasser-ähnliche Durchfälle auf, zu Beginn auch heftiges Erbrechen. Durch den Durchfall werden bis zu einem halben Liter Flüssigkeit und Mineralsalze in der Stunde verloren. Wird diese Menge nicht ausreichend ersetzt, treten alle Zeichen der Austrocknung wie trockene Haut und Schleimhäute, eingefallene Augäpfel, flacher Puls, niedriger Blutdruck und Untertemperatur auf. Es treten Schock und Nierenversagen ein. Die Cholera führt unbehandelt in bis zu 50 Prozent der Fälle zum Tode. Ganz besonders gefährlich ist die Cholera für Kinder.

Vorbeugung, Diagnose und Behandlung

  • Diagnose: klinisch, Erregernachweis im Stuhl oder in Erbrochenem
  • Behandlung: symptomatisch (orale und parenterale Rehydrierung), Antibiotika
  • Prophylaxe: Wasser- und Lebensmittelhygiene, eventuell Choleraimpfung (Zweimalige Schluckimpfung, Schutzrate circa 85 Prozent, Schutzdauer circa zwei Jahre)

Meldepflicht

In Wien ergeht Meldung an das zuständige Bezirksgesundheitsamt.

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