Impfung gegen HPV

Seit September 2016 wird der neue 9-fach-HPV-Impfstoff bei den Schulimpfungen sowie in allen Impfstellen des Gesundheitsdienstes und bei niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten, die sich am Kinderimpfkonzept beteiligen, angeboten.

HPV steht für Humane Papilloma Viren, welche eine größere Gruppe von Viren umfasst. Die für die Erkrankung relevanten Viren werden durch direkten Schleimhautkontakt übertragen, wie durch sexuelle Kontakte oder während der Geburt von der Mutter auf das Kind.

Ärztin impft ein kleines Mädchen in der Ordination

Bestimmte Virentypen können zu infektiösen, stark wachsenden Hautveränderungen im Genitalbereich (Kondylome/Feigwarzen) führen. Andere sogenannte "Hochrisiko-Typen" sind die Ursache für die Entwicklung bösartiger Tumore. Dazu zählen ein Großteil der Gebärmutterhals-Karzinome sowie andere Tumore sowohl im Genitalbereich als auch im Mund/Rachen-Bereich.

Gebärmutterhalskrebs stellt weltweit die zweithäufigste Krebsform und die dritthäufigste Krebstodesursache bei Frauen dar. Die Impfung schützt vor einer Infektion mit jenen Viren, die am häufigsten für die Entstehung von HPV-bedingten Krebsformen und Genitalwarzen verantwortlich sind.

Da von einer Infektion mit HPV und dem Risiko zu erkranken Frauen und Männer gleichermaßen betroffen sind, wird im kostenlosen Kinderimpfkonzept die Schutzimpfung gegen HPV für Mädchen und Buben angeboten.

Impfung

  • HPV4-Impfstoff: Die 4-fach-Impfung schützt vor den HPV-Typen 16 und 18, die für über 70 Prozent der HPV-assoziierten bösartigen Tumore verantwortlich sind sowie vor den HPV-Typen 6 und 11, die 90 Prozent der Genitalwarzen auslösen.
  • HPV9-Impfstoff: Der 9-fach Impfstoff ist gegen die vier HPV-Typen 6, 11, 16 und 18 wirksam und zusätzlich gegen die fünf Typen 31, 33, 45, 52 und 58, welche bei 20 Prozent aller Gebärmutterhalskrebs-Erkrankungen Auslöser sind.

Der Impfstoff wird bis zum vollendeten 15. Lebensjahr in zwei Teilimpfungen im Mindestabstand von sechs Monaten verabreicht. Die Impfung erfolgt intramuskulär und wird in den Oberarm verabreicht.

Die nach der abgeschlossenen Impfserie gebildeten Abwehrstoffe können das Eindringen der HPV-Viren in die Körperzellen und somit die Infektion rechtzeitig wirkungsvoll verhindern. Der größte Nutzen der Impfung gegen HPV tritt ein, wenn diese zu einem Zeitpunkt erfolgt, zu dem noch kein Kontakt mit HPV stattgefunden hat - das heißt vor der ersten sexuellen Aktivität. Auch ist die Immunantwort bei Kindern in dieser Altersgruppe bei Weitem am besten. Daher ist die HPV-Impfung nach den Empfehlungen des Obersten Sanitätsrates und des Nationalen Impfgremiums bei Kindern (Mädchen und Buben) zum frühestmöglichen Zeitpunkt vorgesehen.

HPV wird sowohl von Frauen als auch von Männern übertragen. Wenn sowohl Mädchen als auch Buben geimpft werden, wird die Infektionskette effektiv durchbrochen. Das führt dazu, dass die Erkrankung beziehungsweise Erkrankungsvorstufen in der Bevölkerung generell abnehmen.

Kostenlose Impfung

Die kostenlose Impfung wird für alle neun- bis elfjährigen Kinder (vom neunten bis zum zwölften Geburtstag) angeboten:

  • Bei niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten, die sich am Kinderimpfprogramm beteiligen (insbesondere bei Fachärztinnen und -ärzten für Kinder- und Jugendheilkunde und Ärztinnen und Ärzten für Allgemeinmedizin)
  • In den Bezirksgesundheitsämtern des Gesundheitsdienstes der Stadt Wien (MA 15)
  • Im Impfservice und reisemedizinische Beratung der MA 15
  • In den Elternberatungsstellen der MAG ELF (MA 11)
  • Im Rahmen der Schulimpfungen in der vierten Schulstufe

Die Impfung wird für neun- bis elfjährige Kinder in zwei Teilimpfungen im Mindestabstand von sechs Monaten durchgeführt. Die Impfung erfolgt intramuskulär und wird in den Oberarm verabreicht.

Vergünstigte Nachholimpfung

Für alle zwölf- bis vierzehnjährigen Kinder (vom zwölften bis zum 15. Geburtstag) besteht die Möglichkeit, sich zu einem günstigen Selbstkostenpreis in folgenden öffentlichen Impfstellen impfen zu lassen:

Die Impfung wird für zwölf- bis vierzehnjährige Kinder in zwei Teilimpfungen im Mindestabstand von sechs Monaten durchgeführt. Die Impfung erfolgt intramuskulär und wird in den Oberarm verabreicht.

HPV9-Impfstoff für Nachholimpfungen

Ab Oktober 2016 steht für die Nachholimpfung neben dem HPV4-Impfstoff auch der neu zugelassene HPV9-Impfstoff in den öffentlichen Impfstellen des Gesundheitsdienstes der Stadt Wien zur Verfügung.

Weiterführende Informationen

  • HPV-Impfung gegen Krebs - Broschüre des Bundesministeriums für Gesundheit und Frauen: 4,1 MB PDF
Verantwortlich für diese Seite:
Gesundheitsdienst der Stadt Wien (Magistratsabteilung 15)
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