Maßnahmenpaket zur psychosozialen Gesundheit für Kinder und Jugendliche

Die aktuelle Corona-Pandemie und insbesondere die damit verbundenen Lockdowns stellten und stellen viele Kinder und Jugendliche und ihre Eltern vor enorme Herausforderungen. Neben dem Home Schooling auf teilweise sehr beengtem Lebensraum waren viele junge Menschen über einen längeren Zeitraum von ihren Freunden getrennt. Dies hat weitreichende körperliche und seelische Beeinträchtigungen zur Folge.

Gesundheitseinrichtungen stellen einen deutlichen Anstieg an Depressionen, Essstörungen, Angst- und Panikzuständen, aber auch steigendes körperliches Unwohlsein bei den betroffenen Kindern und Jugendlichen fest.

Um das abzufedern, braucht es eine gemeinsame Kraftanstrengung aller Beteiligten im Gesundheitswesen. Die Stadt Wien stellte daher ein umfassendes Paket an Hilfestellungen für Betroffene vor.

Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr: "Unser erklärtes Ziel ist es, Wien zur kinder- und jugendfreundlichsten Stadt zu machen. Die psychosoziale Gesundheit der Kinder und Jugendlichen spielt hier eine ganz entscheidende Rolle. Wir stellen uns der aktuellen Problematik und haben ein sehr breitflächiges Netz an Beratungen und konkreten Hilfestellungen gespannt."

Gesundheitsstadtrat Peter Hacker: "Der Verlust von positiven Erlebnissen im Alltag hat bei vielen Kindern und Jugendlichen zu einem sozialen Rückzug und zu psychischen Problemen geführt. Dem müssen wir auf unterschiedlichen Ebenen begegnen: Es braucht Perspektiven und Planbarkeit. Und wir müssen diejenigen unterstützen, die akut Hilfe brauchen."

Schwerpunkte und Maßnahmen

Kinder- und Jugendhilfe sowie Wiener Jugendarbeit

Folgende Beratungs- und Unterstützungsangebote der Abteilung Wiener Kinder- und Jugendhilfe (MA 11) stehen Familien, Kindern und Jugendlichen zur Verfügung:

"Gesundheitskompetenz.JA"

Gerade während einer weltweiten Pandemie ist das Thema Gesundheit wichtig. Der Abteilung Stadt Wien – Bildung und Jugend (MA 13) richtet daher im Rahmen des Jahresschwerpunkts "Gesundheitskompetenz.JA" 2021/2022 einen Blick auf die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen.

Dieser breite Zugang umfasst unter anderem Angebote und Maßnahmen in folgenden Bereichen:

  • Sport und Bewegung
  • Verbesserung von seelischer und psychischer Gesundheit
  • Digital Wellbeing
  • Gesunde Ernährung
  • Gewalt- und Suchtprävention

Beratungsmodule

Wiener Jugendarbeit bietet umfassende Beratungsmodule an:

  • Angebote vor Ort: In verschiedenen Standorten gibt es aktuell Journaldienste, bei denen die Jugendlichen mit ihren Anliegen (auch Lernunterstützung), Fragen und Gesprächsbedarf vorbeikommen können.
  • Angebote im Öffentlichen Raum: Die Jugendarbeiterinnen und Jugendarbeiter sind im Öffentlichen Raum unterwegs und dort wichtige Ansprechpersonen für die jungen Leute. Viele Jugendliche nutzen auch die Möglichkeit, Unterstützung bei der Bewältigung von psychosozialen Belastungen zu bekommen.
  • Angebote der Kinder- und Jugendarbeit online: Sehr viel Kommunikation und Interaktion spielt sich online ab: Über Plattformen wie Instagram, TikTok, Discord oder Messenger-Dienste werden die Jugendlichen erreicht. Online gibt es Freizeitangebote wie Gaming, Quizzes oder Aktionen zum Safer Internet Month.

Kinder und Jugendliche

Psychosoziale Versorgung

Home Treatment – Langfristige Behandlung zu Hause

Aufsuchende Angebote wie das Home Treatment sind gerade in der Pandemie von besonderer Bedeutung, weil Behandlungsbedürftige aus Angst vor einer Ansteckung die gängigen Versorgungsstrukturen oft nicht aufsuchen.

Im Rahmen des im März 2021 startenden Pilotprojekts werden multiprofessionelle Teams für eine Dauer von jeweils 3 bis 6 Monaten bei einer Familie tätig. Im Projektzeitraum sollen mindestens 50 Kinder und ihre Familien versorgt werden.

Die Behandlung ist vergleichbar mit dem stationären beziehungsweise tagesklinischen Bereich, der dadurch entlastet wird.

Extended Soulspace im Ambulatorium in Hietzing

Mit dem kinder- und jugendpsychiatrischen Ambulatorium Extended Soulspace auf dem Gelände der Klinik Hietzing wurden die Kapazitäten in der Versorgung der Zielgruppe deutlich aufgestockt. Seit der Eröffnung im Dezember 2019 wurden bereits über 500 Kinder und Jugendliche behandelt und betreut.

Der akuttagesklinische Schwerpunkt der Einrichtung ermöglicht eine rasche Unterstützung in Krisen. Erweiterten Öffnungszeiten (bis 20 Uhr an 4 Wochentagen) bieten eine bessere Vereinbarkeit mit einem Schulbesuch der Patientinnen und Patienten sowie einer Berufstätigkeit der Erziehungsberechtigten.

Verschränkte Angebote für Gruppen mit erhöhtem Risiko

Besonders von der Pandemie betroffen sind junge Menschen aus sozioökonomisch benachteiligten Familien sowie mit psychischen Vorerkrankungen. Sie werden durch weniger Ausbildungs- und Lehrstellen und die Einschränkungen der Pandemie weiter unter Druck gesetzt.

Maßnahmen sollen Jugendliche beim Fußfassen am Arbeitsmarkt bei gleichzeitiger psychosozialer Betreuung unterstützen.

Corona-Sorgenhotline - Entlastung und Beratung

Die Corona-Sorgenhotline Wien ist eine zentrale Anlaufstelle für alle Wienerinnen und Wiener bei psychosozialen Belastungen im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie. Unter +43 1 4000-53000 steht täglich zwischen 8 und 20 Uhr ein Team von PsychologInnen, PsychotherapeutInnen und SozialarbeiterInnen zur Unterstützung bei psychischen Krisen, Existenzängsten, Arbeitslosigkeit und familiären Belastungen zur Verfügung.

Seit Inbetriebnahme Ende April 2020 wurden rund 10.000 Beratungs- und Entlastungsgespräche geführt.

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