Service-Telefon für Psychiatrie-Opfer

Person wählt auf einem Festnetztelefon

Unter der Telefonnummer 40409 709 70 erhalten Betroffene Beratung und Hilfe.

Der Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) hat auf das Bekanntwerden zweifelhafter psychiatrischer Methoden in der Vergangenheit reagiert und ein Service-Telefon für ehemalige Wiener Psychiatrie-Patientinnen und -Patienten eingerichtet.

Das Service-Telefon steht unter der Nummer 01 40409 709 70 Betroffenen und deren Angehörigen an Werktagen von 8 bis 16 Uhr zur Verfügung.

Auch via E-Mail ist eine Kontaktaufnahme möglich: servicemail@wienkav.at

Historische Aufarbeitung

Die systematische Aufarbeitung von Datenmaterial und Dokumenten zur Psychiatriegeschichte nach 1945 ist der Stadt Wien besonders wichtig. Deshalb wurde begleitend dazu ein wissenschaftliches Forschungsprojekt gestartet. Im Mittelpunkt steht dabei, die Anwendung umstrittener beziehungsweise rechtlich nicht gedeckter Behandlungsmethoden interdisziplinär aufzuarbeiten und sich so der kritischen Geschichtsaufarbeitung der Wiener Psychiatrie nach 1945 bis zur Psychiatriereform umfassend zu widmen.

Im Gegensatz zur sogenannten Wilhelminenberg-Kommission geht es bei dieser Aufarbeitung nicht primär darum, Einzelfälle zu behandeln. Vielmehr sollen Aktivitäten von Ärztinnen und Ärzten, Pflegepersonal und so weiter, Behandlungsmethoden sowie der Umgang mit Patientinnen und Patienten, Angehörigen und Bezugspersonen im jeweiligen gesellschaftlich-historischen und rechtlich-historischen Kontext durchleuchtet werden.

Konkrete Ziele

Konkret geht es dabei zum Beispiel um fehlende Mindeststandards der Anstaltsausstattung beziehungsweise Versorgung mit persönlichen Gegenständen, die Anwendung von Elektroschocks und anderer Schocktherapien, die Anwendung der Fiebertherapie, sexuellen Missbrauch sowie die Anwendung oder den Missbrauch beschränkender Maßnahmen.

Von der historischen Aufarbeitung abgedeckt sind generell alle psychiatrisch-neurologischen Einrichtungen der Stadt Wien.

Natürlich steht weiterhin außer Frage, dass an den KAV herangetragene konkrete Einzelfälle von Expertinnen und Experten geprüft werden, soweit dies aufgrund der Datenlage, von Schilderungen und Anhaltspunkten möglich ist.

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