Anonyme Geburt schützt Neugeborene

Person hält Hand eines Babys

In Österreich hat sich seit Einführung der anonymen Geburt im Jahr 2001 die Zahl jener Neugeborenen, die einen gewaltsamen Tod erlitten haben, mehr als halbiert. Dies konnten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der MedUni Wien im AKH nun nachweisen.

Eine 2012 veröffentlichte Studie zeigt, dass die Tötungen von Neugeborenen in Österreich in den zehn Jahren seit Einführung der anonymen Geburt deutlich zurückgingen. Waren zwischen 1991 und 2001 noch rund sieben von 100.000 Neugeborenen betroffen, so waren es in den Jahren von 2002 bis 2009 nur noch drei von 100.000 Babys. In anderen Ländern ohne Möglichkeit der anonymen Geburt war diese Entwicklung nicht zu beobachten.

Ausweg für ungewollt schwangere Frauen

Neugeborenentötungen sind meistens die Folge einer ungewollten Schwangerschaft und des damit verbundenen Verdrängens. Gerade diese werdenden Mütter versuchen, das Gesundheitssystem zu umgehen. Die anonyme Geburt ist daher ein effektives Mittel, um diesen Frauen in ihrer schwierigen Situation zu helfen und sie vor, während und nach der Geburt medizinisch und psychosozial zu betreuen.

Die anonyme Geburt als Notlösung

Wichtige Zusatzangebote

Andere Präventivmaßnahmen, wie zum Beispiel die Babyklappe, gibt es seit Jahren nicht nur in Österreich, sondern auch in vielen anderen Ländern der Welt, etwa in Deutschland und Japan. Ihr positiver Effekt ist allerdings deutlich geringer als jener der anonymen Geburt. Es wird geschätzt, dass in Österreich pro Jahr nur zwei bis drei Babys bei Babyklappen abgegeben werden, während 30 bis 40 Frauen von der anonymen Geburt Gebrauch machen.

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