Neues Ambulatorium für Kinder- und Jugendpsychiatrie

Auf dem Gelände des Krankenhauses Hietzing wurde das 2. Ambulatorium für Kinder- und Jugendpsychiatrie der Psychosozialen Dienste in Wien (PSD-Wien) eröffnet. Damit wurden die Behandlungskapazitäten in der Kinder- und Jugendpsychiatrie massiv ausgebaut.

Im Rahmen eines Pilotprojekts wird erstmals sozialpsychiatrische Behandlung räumlich mit Wohngruppen der Kinder- und Jugendhilfe verbunden.

Jugendstadtrat Jürgen Czernohorszky: "Wir hatten schon bisher eine sehr intensive Vernetzung der unterschiedlichen Behandlungs- und Betreuungseinrichtungen für Kinder und Jugendliche, aber hier gehen wir noch einen Schritt weiter."

Ambulatorium mit Tagesklinik statt Spital

Im neuen Ambulatorium kümmert sich ein Team aus PsychiaterInnen, Diplomierten Gesundheits- und KrankenpflegerInnen, PsychologInnen, PsychotherapeutInnen, SozialarbeiterInnen, SozialpädagogInnen und ErgotherapeutInnen gemeinsam um Diagnostik, Behandlung und Betreuung.

Zudem gibt es das Angebot einer Tagesklinik, die eine ambulante Alternative zur vollstationären Behandlung bietet – auch für Akutfälle. Denn stationäre Krankenhausaufenthalte sind gerade bei Kindern und Jugendlichen, für die Schulbesuch und das gewohnte Umfeld wichtige Konstanten sind, oft eine zusätzliche Belastung.

Das neue Ambulatorium mit Tagesklinik bietet zudem eine Vielzahl an innovativen Zugängen:

  • Die Öffnungszeiten wurden so gestaltet, dass der Behandlungsbedarf mit einem Schulbesuch der Patientinnen und Patienten sowie einer Berufstätigkeit der Erziehungsberechtigten vereinbar ist. Daher ist das neue Ambulatorium 4 Tage die Woche bis 20 Uhr geöffnet. Ersttermine finden spätestens innerhalb von 7 Werktagen statt.
  • Home Treatment: Dabei findet die Behandlung durch ein mobiles, multiprofessionelles Team in der vertrauten Umgebung der Kinder und Jugendlichen statt. Darüber hinaus bietet das Team des Ambulatoriums auch aufsuchende Krisenbehandlung und einen Liaison-Dienst.
  • Transitionspsychiatrie: Die psychiatrische Behandlung am Übergang zwischen Jugend und Erwachsensein wurde von Anfang an mitgedacht. Daher steht neben Kinder- und JugendpsychiaterInnen auch ein Erwachsenenpsychiater zur Verfügung. Er kümmert sich um jene Jugendlichen, die mittelfristig in die Erwachsenenpsychiatrie überführt werden sollen. Das garantiert auch, dass die Jugendlichen über den 18. Geburtstag hinaus vom ihnen vertrauten Team behandelt werden können.

Pilotprojekt zur engen Anbindung an Wohngemeinschaften

Junge Menschen, die von der Kinder- und Jugendhilfe betreut werden, sind deutlich häufiger von psychischen Erkrankungen betroffen als die Durchschnittsbevölkerung. Sie machen rund 70 Prozent der Kontakte in der ambulanten Kinder- und Jugendpsychiatrie in Wien aus. Bereits jetzt gibt es daher eine enge Zusammenarbeit zwischen der Abteilung Kinder- und Jugendhilfe (MA 11), den Betreibern von Einrichtungen für Kinder und Jugendliche, und der psychischen Gesundheitsversorgung.

Beim neuen kinder- und jugendpsychiatrischen Ambulatorium wurde diese enge Zusammenarbeit als Pilotprojekt durch eine räumliche Zusammenführung verstärkt: Im selben Gebäude wie das Ambulatorium befinden sich aktuell auch 2 Kleinwohngruppen, die dort Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren betreut. Das garantiert eine rasche Behandlung im Bedarfsfall und erleichtert durch die kurzen Wege und die einfache Austauschmöglichkeit auch, dass sich die Fachkräfte der beiden Einrichtungen gegenseitig unterstützen.

Die Erfahrungen des Pilotbetriebs werden in die Planungen der weiteren Ambulatorien für Kinder- und Jugendpsychiatrie einfließen. Bis 2030 soll es 6 Ambulatorien für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Wien geben. Daneben wird auch das stationäre Angebot noch weiter ausgebaut.

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