Ambulante Gesundheitsversorgung wird 2020 ausgebaut

  • 16 neue medizinische Zentren sollen Entlastung für die Spitäler bringen.
  • Längere Öffnungszeiten bei vielen AllgemeinmedizinerInnen und KinderärztInnen, um Versorgungsengpässe an Wochenenden und in der Grippezeit zu vermeiden
  • Primärversorgung und telefonische Gesundheitsberatung 1450 werden ausgeweitet.

2020 sollen 16 neue spezielle Versorgungsangebote in Wien entstehen - von Kinderzentren über ein Diabeteszentrum bis hin zu Wundzentren. Die Zentren sollen in der Nähe von Krankenhäusern etabliert werden, um in enger Zusammenarbeit mit den Spitälern und mittels Terminzuweisungen die Ambulanzen zu entlasten. Hierfür sind ein Terminbuchungssystem und eine enge Kooperation mit der telefonischen Gesundheitsberatung 1450 vorgesehen.

Die neuen Angebote sollen die Krankenhäuser entlasten. Die Menschen müssen dann weit seltener den Weg in die Krankenhausambulanzen antreten, wenn am Feiertag oder am späteren Nachmittag ein gesundheitliches Problem auftaucht.

Gesundheitsstadtrat Peter Hacker: "Wir bauen die Wiener Gesundheitsversorgung im niedergelassenen Bereich im kommenden Jahr deutlich aus. Mit zahlreichen Beschlüssen in der heutigen Landeszielsteuerungskommission investieren wir gezielt in weitere Versorgungsangebote und kommen dabei den Bedürfnissen der Bevölkerung nach kürzeren Wegen und rascherer Behandlung aber auch den ÄrztInnen und den Menschen in medizinischen Berufen nach vernetzter Arbeit, Arbeiten im Team und der Bildung von Zentren nach."

Längere Öffnungszeiten für Kinderversorgung und Allgemeinmedizin

Im kinderärztlichen Bereich sollen 2020 die Öffnungszeiten ausgeweitet werden. In Summe sollen über 17.000 Stunden Öffnungszeiten mehr pro Jahr für Kinder und ihre Eltern in Wien zur Verfügung gestellt werden.

An Wochenenden und zu Grippezeiten wurden in der Vergangenheit Engpässe im Bereich der Kinderversorgung festgestellt. Viele Familien weichen in die Ambulanzen der Krankenanstalten aus, wo es zu langen Wartezeiten und einer großen Belastung für alle Beteiligten kommt. 3 Vertragsordinationen beziehungsweise -gruppenpraxen für Kinderheilkunde werden an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen jeweils von 10 bis 15 Uhr für die Akutversorgung von erkrankten Kindern und Jugendlichen geöffnet. Dabei handelt es sich inklusive 10 Feiertagen um 114 Tage im Jahr 2020.

Auch in der Allgemeinmedizin wurde der Rahmen für verlängerte Öffnungszeiten erweitert. Das soll dazu führen, dass Menschen mit akuten Problemen, die aber nicht spitalspflichtige Notfälle sind, in allgemeinmedizinischen Strukturen behandelt werden. In Summe sollen über 52.000 Stunden Öffnungszeiten mehr pro Jahr den Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung stehen.

Ausbau der Primärversorgung

2020 wird auch der eingeschlagene Weg beim Ausbau der Primärversorgung durch die Etablierung von Primärversorgungseinheiten fortgesetzt. Zudem wird es auch weiterhin eine finanzielle Unterstützung von Ordinationen mit längeren Öffnungszeiten geben.

Seit dem Start der telefonischen Gesundheitsberatung 1450 in Wien im April 2017 sind bis Ende Oktober dieses Jahres rund 107.000 Anrufe eingegangen. Davon wurden rund 48.200 medizinische Beratungen durchgeführt. Für das Jahr 2020 werden eine generelle Steigerung der Gesundheitsberatungen und ein erhöhtes Anrufaufkommen durch zum Beispiel Übergabe von Anrufen von 144 an 1450 sowie eine weitere Zunahme von Infoanrufen angenommen. Die Landeszielsteuerungskommission hat daher die Weiterentwicklung der telefonischen Gesundheitsberatung Wien 1450 beschlossen.

Verantwortlich für diese Seite:
wien.at-Redaktion
Kontaktformular